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„Nightmare": Angst, Lust und

die Ordnung des Unbewussten


im Alptraum

Ulrich Kobbe

Gegenstand dieses Essays ist die Alptraum-Thematik in der Bearbeitung


durch Johann Heinrich Füssli, aus der Schweiz stammender Maler, der von
1741 bis 1825 lebte und sich nach einer Emigration nach England Henry
Fuseli nannte. Entstanden sind neben mehreren Skizzen als Vorarbeiten zwei
relativ bekannte Gemälde mit den Titel „The Nightmare", von denen das 1781
entstandene Bild im Detroit Institute of the Arts in den USA hängt, das später
1790/91 entstandene im Goethe-Museum in Frankfurt am Main1. Es sind die
wahrscheinlich berühmtesten-allerdings immer wieder miteinander verwech-
selten - Gemälde Füsslis, die aber auch als die „rätselhaftesten und umstrit-
tensten Bildwerke der Epoche" bezeichnet werden (NN 1999). Dieser hat sich
sonst nur in einem seiner Aphorismen (Antal 1956, 111) zum Traum geäußert:

„ One of the most unexplored regions of the art are dreams, and what may
be called thepersonification ofsentiment."

„Eines der am wenigsten erforschten Gebiete der Kunst sind die Träume
und was die Darstellung (Verkörperung) genannt werden kann."

Folgerichtig präsentiert uns Füssli einen Alp- oder Angsttraum, den wir ja
auch Nachtmahr nennen, im Sinne einer vollkommenen Objektivierung, das
heißt, es wird alles gezeigt, alles sichtbar gemacht. Denn: Dargestellt werden
sowohl die Schlafende wie auch das, was sie im Schlaf träumt. „Es ist"-bemerkt

1 Die Beschaffung der reproduktionsfähigen Abbildungen verdanke ich Jutta Streubühr. Sie sind
dem Katalog von Pinelli entnommen - im Einzelnachweis:
Bild 1: L'incubo(1781), Katalog 5. 35
Bild 2: L'incubo (1790/91), Katalog S. 34
Bild 3: Donna con una pettinatura molto eccentrica, seduta volgendo la schiena al
riguardante e con un libro nella mano sinistra (1822), Katalog S. 44
Bild 4: Ausschnitt „Mahr" aus Bild 1
Bild 5: Ausschnitt „Mähre" aus Bild 2
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Starobinski (1978, 144-145) - bus, incuba" charakterisiert, mit der Anmerkung, „nachtmasr wird bei den
„wie die Erzählung eines holländern und niedersachsen der alp genennet". Der Nachtmahr erweist sich
Traums, den ein anderer ge- als eine übernatürliche Kreatur, die - männlich oder weiblich - auf die Brust
träumt hat", und doch ist des Schlafenden bzw. Träumenden Druck ausübt und ihn - analog zu den er-
es nicht nur Porträt der schla- drückenden Sphingen der griechischen Mythologie (Kobbe 1997, 120-122) -
fenden anderen mit dem Ab- zu ersticken droht. Tatsächlich griff auch Füssli dieses Thema noch einmal auf,
bild ihrer Träume. „Obwohl indem er 1810 (Ganz 1947) für eine Bildunterschrift aus dem X. Gesang, Vers
die Visionen uns gehören, ge- 496, der „llias" zitiert: „Stöhnend lag er zuvor; ihm stand ein drückendes
hören Sie auch einem Dritten", Traumbild gerade zu Häupten die Nacht."
merkt Paz (1982, 100-101) an:
„Jemand betrachtet sie (be- Wenn dieser Nachtmahr mythologisch als Katze, Affe, Vogel, Dämon dar-
trachtet sich?) durch unseren gestellt wird, so merkt Schaeffer (1999) in Bezug auf das Affenmotiv an, der
Blick." Das heißt, es bleibt Affe symbolisiere insofern die gefährlichen oder erniedriegenden Kräfte des
Abbildungi nicht bei der Objektivierung Unbewussten, als er etwas mit dem Irrationalen zu tun habe und im Traum zu
an sich, sondern es entsteht - indem der Traum sich auch in den Betrachter Verachtendes und zu Vermeidendes repräsentiere2. Anders ausgedrückt, steht
„verlegt" - eine Unsicherheit: „Die Frage: wer träumt? ist somit selbst in ihrer er in der christlichen Ikonographie für den durch seine Laster, Unzucht,
Unentschiedenheit wichtig, denn der eigentlich Sinn des Bildes schwankt - so Sittenlosigkeit, durch Wollust und Unkeuschheit, durch seinen Schalk ernied-
Starobinski (1978, 145) - zwischen /Angst empfinden und Angst machen, rigten Menschen3. Ein Affe also, der nicht Karikatur des Menschen, sondern -
zwischen der Vision des Schreckens und dem Voyeurismus, der sich am Anblick „in eine völlig andere Syntax gefügt" (Starobinski 1978, 152, Fn 13) - diese
der gequälten Schäferin weidet." andere, abgespaltene Seite des Menschen darstellt und daher etwas von einem
Faun oder einem Pan an sich hat.
Damit zurück zum Alptraum. Der „Alp", der dieses Traumgeschehen
bestimmt, ist etymologisch bei Grimm & Grimm (1854, 245) ein „daemon, in- Die wörtliche Bedeutung des Begriffes „Alp" und „Nachtmahr" ist in ihrer
cubus", wobei sich diese althochdeutsche Wortform „nur für den feindlichen Uneindeutigkeit mithin sprachlich nur ansatzweise zu erfassen, und man könn-
nachtgeist, nicht für den lieblichen /ichtgeist erhalten [hat], welcher davon te versucht sein anzunehmen, „Füssli habe uns überhaupt keinen besonderen
unterschieden und mit dem Namen,elb'oder niederdeutsch,elf belegt wird". Traum darstellen wollen, sondern sei allein darum bemüht gewesen, ein voll-
Ähnlich wird auch für den aktuell von der Rechtschreibreform wieder einge- ständiges Bild der Wortbedeutung des „nightmare" zu entwickeln: also eine
führten „Alb" festgestellt, es handle sich um einen „genius, daemon", im ins Visuelle transponierte Wortdefinition" (Starobinski 1978, 149). Tatsächlich
Plural „albe", wohingegen „die elbe für lichtgeister und berggeister gelten" erweist sich die etymologische
(Grimm & Grimm 1854, S. 201). Möglich, dass so Füssli hier auch mit dem Untersuchung der Sprachwur-
Kontrast von elfenhafter junger Frau und Alp spielt. Doch auch die dritte zel MR, die sowohl Ursprung
Personifizierung des Gemäldes wird bei Grimm & Grimm in Zusammenhang M K. G. von „Mahr" wie von „Mähre"
mit dem Alp gebracht: „gewöhnlich wird von ihm erzählt, dasz er bei nächt- sein könnte, als ausgesprochen
licher weile in den wohnungen der menschen erscheine, die schlafenden- diffizil. Diesbezüglich hat
, träumenden reite und drücke, zumal ihre haare verwirre; aber auch thiere, Abbildung 2 Jones (1932, 302) „die Paralle-
namentlich pferde werden von ihm geritten." Entsprechend lautet der Zitaten-
beleg zum Begriff „Alpdruck": 2 «Le singe symbolise aussi les activites de l'inconsdent, en ce sens que celui-ci declenche des
forces non maTtrisees qui peuvent etre dangereuses et degradantes. L'inconscient peut aussi
„mich drucket heint der alp etre benefique dans les subites fulgurances creatrices qu'il peut declencher. C'est ä la fois un
so hart, dasz mir aus gieng der oten." sorcier et une fee. Le singe a quelque chose ä voir avec l'irrationnel : le tableau de Füssli inti-
tule <The nightmare> nous le montre. En reve, le singe represente le meprisable et ce que
Bleiben wir noch in der Etymologie und wenden wir uns dem „Nachtmahr" l'homme doit fuir de lui-meme.»
zu. Dieser bei wird Grimm & Grimm (1889, 201) vice versa als „der alp, incu- 3 «l'homme degrade par ses vices, la luxure et la malice»
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lität der Anschauungen über das Pferd und den Nachtteufel" aufgezeigt, in- Das heißt, mit seinen Alptraummetaphern visualisiert Füssli Dynamik und
dem er auf die indogermanische Urwurzel MR Bezug nimmt, die als MÄR, ge- Mechanismen des Traumgeschehens, nämlich
legentlich MER, gebräuchlich gewesen seien4. Ohne die sich anschließenden • das Gleiten des Sinns in der Verschiebung,
Symbolinterpretationen Jones' hier nachvollziehen zu wollen, wird anhand der • die Verkettung der Signifikanten in der Verdichtung,
Etymologie deutlich, dass beide miteinander verbunden sind, jedoch ver- • die Bedeutung des Affekts in der visuellen Dramatisierung,
schiedene Anteile desselben Themas ausdrücken. • die Latenz der Fantasien in der Symbolisierung.
• In der Bedeutung „aufreiben, kleinreiben, wundreiben, mahlen, zerquet-
schen, verletzen" leitet sich von der Wortwurzel M(A)R das „märe" des eng- Jones (1932, 308) fasst zusammen, dass sich die Wortbedeutungen der
lischen „nightmare"- und unseres deutschen Nachtmahr-ab: Es heißt wört- Wurzel MR „auf zwei Vorstellungen bezogen haben, nämlich auf die einer be-
lich „das Quetschende", ist verwandt mit dem angelsächsischen Verb „mer- stimmten Handlung und auf die ihrer Folgen". Der Vorgang des „Reibens an,
ran" für „versperren, hindern, ärgern" sowie für „Kraft zersplittern, er- auf oder gegen etwas" nahm eine zunehmend sadistische Konnotation an, wie
schöpfen, verwüsten" und hat als mittelholländisches, später auch mittel- wir sie in der Gestalt des „Nachtmahr" antreffen. Die Folgen der Handlung
hochdeutsches Wort „marren" die Bedeutung von „hindern, beeinträch- sind durch sowohl aktiv wie passiv wirkende Begriffe - „sterben, zerstören,
tigen" und „binden, festmachen". Jones (1932, 304) fügt an: „Wer nur im- erschöpfen, schwächen, zart oder biegsam machen, weich machen, beschmie-
mer Fälle von Alptraum oder - was fast dasselbe ist - von nächtlicher ren, (sich) auflösen, vergeuden, verbrauchen - charakterisiert. Es sei also -
Gespensterfurcht behandelt hat, wird zugestehen, dass die erwähnten schlussfolgert Jones (1932, 308) „wohl berechtigt", die Bedeutung der gesam-
Bedeutungen ganz besonders passend sind." Im Übrigen seien männliche ten Wortwurzel mit „reiben an, erschöpfen, ermüden" zusammenzufassen und
wie weibliche Nachtteufel altgermanisch als „maran" bezeichnet worden. auf „eine unmissverständliche Anspielung auf den Masturbationsakt" hinzu-
• Aus einer anderen Bedeutung der Wortwurzel M(A)R für „schwächen, weisen, „dessen psychologische Bedeutsamkeit" hinsichtlich „Schuldgefühl
aufbrauchen" sowie „zart, biegsam" leiten sich sowohl das lateinische aus Inzestfantasien, Nächtlichkeit des Erlebnisses, Sadismus, Kastrations- und
„mereo" = „ich verdiene" bzw. „bekomme meinen Teil" ab als auch das Todesangst usw.", also „durch und durch identisch mit der des Alptraumerleb-
althochdeutsche „meriod", das das deutsche Dialektwort „Mähre" in seiner nisses" sei.
Beschreibung des Nachmittagsmahls nach sich zieht, aber etymologisch
nicht mit dem homonymen „Mähre" für Pferd bzw. Stute gleichzusetzen Zugleich lassen Sie mich anmerken, dass es - entgegen dem, was Jones uns
ist. suggerieren mag - kein ursprüngliches Wort gibt: Jedes Wort ist die Metapher
• Dennoch findet sich diese Verwechslung nicht nur im Deutschen, sondern eines anderen, das seinerseits die Metapher eines anderen ist, dass es - eben-
auch im Englischen, indem das die dämonische Kreatur bezeichnende so wenig wie es eine „Vor-Schrift vor der Schrift" geben kann (Derrida) - auch
„märe" mit dem gleichlautenden „märe" für Stute gleichgesetzt wird. Wie kein Vor-Wort vor dem Wort gibt. Der Vorgang der Metaphorisierung ent-
ersichtlich, wird Sprache, werden Worte nicht nur sekundär, sondern eben spricht dem der Verdichtung, der Kondensation von Bedeutung in einem Wort-
auch primärprozesshaft verstanden, schieben sich gerade Homonyme als bild analog zur Verdichtung im Traum (Lacan 1957, 36).
gleiche Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung übereinander. In der Tat
ist Verschiebung, ist diese Umstellung der Bedeutung, wie sie im Traum- Völlig unabhängig von den vorgenannten hypothetischen Erörterungen
geschehen stattfindet, auch in der metonymischen Funktion der Sprache der Psychoanalyse vor knapp 70 Jahren wird aber anhand des Wortstamms
wirksam. Es ist - gerade weil das Unbewusste wie Sprache strukturiert ist - deutlich, dass Nachtmahr und Mähre gewissenmaßen Objektivationen von
„jenes Mittel des Unbewussten [...], das am besten geeignet ist, die Zensur zwei Aspekten derselben Wortvorstellung sind, dass Füssli dieses Motiv nicht
zu umgehen" (Lacan 1957, 36). Insofern ist es nur mehr „logisch", dass auch nur etymologisch, sondern eben auch psychologisch „richtig" verstanden und
Füssli diese Verschiebung aufgreift und in seinem Traumbild umsetzt. bildlich umgesetzt hat. Gerade in dieser Verbildlichung des Nachtmahrs liegt
die Qualität beider Gemälde, beim Betrachter ein Dejä-vu-Erlebnis zu
induzieren. Wie eindrücklich diese Bilder wirken, wird unter anderem am poe-
4 „Der Konsonant M war mannigfaltig mit fünf anderen, lauter Zungengaumenlauten, tischen Kommentar durch Füsslis Zeitgenossen Erasmus Darwin (1731-1802)
kombiniert, D, R, L, K, G, wodurch neun verschiedene Wurzeln geschaffen wurden. [...] Die deutlich, der als Dichtung im Übrigen auch Verdichtung ist und auf den
ursprünglichste Kombination war aller Wahrscheinlichkeit nach MR" (Jones 1932, 303-304); ursprünglich poetischen Charakter der Metaphorisierung hinweist (Lacan 1957,
Schema aus Jones (1932, 304)
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36). So heißt es in seinem Gedicht zum Nachtmahr (Starobinski 1978, 152-152, dreieckige Schlitz des Vorhangs, der brutal vordringende Pferdekopf mit den
Fn 14): gespitzten Ohren, die auf dem Toilettentisch stehenden Dosen und Flaschen,
die merkwürdige Form des langen runden Kissens mit der herausquellenden
„In vain to scream with quivering lips she tries, Quaste, die vom Bett abgestreiften Schuhe (in der Vorskizze), der mit dem Dau-
And strains in palsy'd ids her tremulous eyes; men in seinen großen Mund fahrende Inkubus - welch eine Anzahl eindeuti-
In vain she wills to run, fly, swim, walk, creep; ger .Symbole', die so trefflich auf die hingestreckte Lage der Schlafenden pas-
The WILL presides not in the bower ofSLEEP. sen!" (Starobinski 1978, 154).

- On her fair bosom sits the Demon-Ape Der Autor spielt - wie schon Jones - darauf an, es könne sich um einen
Erect, and balances his floated shape; Traum als Wunscherfüllung handeln mit dem Inhalt der angstgequälten
Rolls in their marble orbs his Gorgon-eyes, Befriedigung eines sexuellen, fraglich inzestuösen Wunsches. Hierzu schrieb
And drinks with ieathern ears her tender er/es." Freud (1900, 165) unter anderem, es gäbe „in der Sexualkonstitution so vieler
Menschen [...] eine masochistische Komponente, die durch die Verkehrung ins
„Vergeblich zuckt der Mund und ringt nach einem Schrei, Gegenteil der aggressiven, sadistischen entstanden ist. [...] Es leuchtet ohne
Und das gelähmte Lid gibt ihr den Blick nicht frei; Weiteres ein, dass diese Personen Gegenwunsch- und Unlustträume haben
Vergeblich will sie rennen, fliegen, schwimmen, schleichen; können, die für sie doch nichts anderes als Wunscherfüllungen sind." Gerade
Im Zwangsgemach des SCHLAFS, da muss der WILLE weichen. „dieses im Traum also wiederkehrende Unlustgefühl schließt aber das Bestehen
eines Wunsches nicht aus; es gibt bei jedem Menschen Wünsche, die er ande-
- Der Affenteufel hockt auf ihrer zarten Brust, ren nicht mitteilen möchte, und Wünsche, die er sich selbst nicht eingestehen
Wiegt seinen aufgeschwemmten Leib in geiler Lust; will. Andererseits finden wir uns berechtigt, den Unlustcharakter all dieser
Rollt in den starren Höhlen die Gorgonenaugen, Träume mit der Tatsache der Traumentstellung in Zusammenhang zu bringen
Dieweil die stumpfen Ohren ihren Schrei aufsaugen." und zu schließen, diese Träume seien gerade darum so entstellt und die Wun-
scherfüllung.in ihnen bis zur Unkenntlichkeit verkleidet, weil ein Widerwillen,
An diese Dramatisierung in der Dissoziation knüpft Starobinski (1978, 154) eine Verdrängungsabsicht gegen das Thema des Traumes oder gegen den aus
an und schreibt: „Kaum ein Betrachter wird nicht darin mit Erasmus Darwin ihm geschöpften Wunsch besteht. Die Traumentstellung erweist sich also
den so häufigen Traum des ohnmäch- tatsächlich als ein Akt der Zensur", sprich, „der Traum ist die (verkleidete) Er-
:.> .-,,• ;:. - . - - ; • , » -. • : v :*f i tigen Schreckens erkennen, der hier füllung eines (unterdrückten, verdrängten) Wunsches" (Freud 1900, 166).
'•;';"v. ' . , ' * : , / , • , ; : JIH1H wie von außen her nachgebildet
scheint. Man wird in Füsslis Darstel- Bezüglich der Angstträume bedeute dies, dass diese „nicht eine neue Seite
lung den eigenen erlebten Schrecken des Traumproblems" seien, sondern - so weiter Freud (1900,167) - „es handelt
voll und ganz wiederfinden (allerdings sich bei ihnen um das Verständnis der neurotischen Angst überhaupt. Die
mit dem wichtigen Unterschied der Angst, die wir im Traume empfinden, ist nur scheinbar durch den Inhalt des
Veräußerlichung, die das einst ohne Traumes erklärt. Wenn wir den Trauminhalt der Deutung unterziehen, merken
Möglichkeit des Abstandes Erlebte zu wir, dass die Traumangst durch den Inhalt nicht besser gerechtfertigt wird als
einem Schauspiel macht)." Er bezieht etwa die Angst einer Phobie durch die Vorstellung, an welcher die Phobie
sich auf das spätere Gemälde mit sei- hängt. [...] Die Angst ist beide Male an die sie begleitende Vorstellung nur
ner „lunaren Kälte" und „dem bläuli- a n g e l ö t e t und stammt aus anderer Quelle", das heißt, „dass die Angst-
chen Grau" (Starobinski 1978, 144, Fn träumeTräume sexuellen Inhalts sind, deren zugehörige Libido eine Verwand-
4) und fährt fort: „Für den Amateur- lung in Angst erfahren hat." Freud mag hierbei auch an den Alptraum in der
Psychoanalytiker (und wer ist das von Füssli dargestellten Form gedacht haben, hing doch im Wartezimmer
heutzutage nicht?) zeichnet sich Füss- seiner Praxis in der Berggasse Nr. 19 ein Nachdruck eines der beiden Gemälde
lis Experiment in seiner Glaubwürdig- (vgl. Frayling 1996, 11).
Abbiidungs keit durch bessere Beweise aus. Der
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So weit, so gut: Füssli hat - könnte man sagen - in seinem „Nachtmahr" kender Hals, fallendes Haar - hochgestreckter Hals, gesträubte Mähne,
nicht nur die von Freud ausgearbeiteten Charakteristika des Traums (Ent- Ausdruckslosigkeit - übertriebener Ausdruck) liegen in der schrägen Achse,
stellung, Verdichtung, Verschiebung) künstlerisch vorweggenommen, sondern die die Richtung des Bildes bestimmt und die sich in ihrer Mitte mit der kürzeren
er hat auch den Inhalt der Alpträurne zutreffend erfasst und objektiviert. Und Schrägachse, dem Leib des Inkubus, kreuzt. Alle Gegensätze verlängern sich
dennoch lässt sich dies quasi „gegen den Strich bürsten", beschwören Dar- noch durch den Gegensatz innen - außen. Das Pferd kommt von draußen und
stellungen des Alptraums - wie diese von Füssli - unweigerlich Zitate von bricht in den inneren Raum ein: Die Erscheinung des Kopfes und des langen
Freud oder Jones und deren sexualsymbolische Interpretation herauf (Staro- Halses im Spalt des Vorhangs ist eine Vergewaltigung. Der Körper des Pferdes
binski 1978, 159)... ist draußen in der Nacht geblieben" (Starobinski 1978,166). In der Tat arbeitet
Füssli mit diesen Komponenten des Wechsels und der Kontraste, um den
Starobinski (1978, 161-162) zumin- dramatischen Effekt einer Simultaneität in alle Richtungen zu erzeugen. In
dest hat den Eindruck, das aufgelöste einem seiner Aphorismen (o. Verf. 1831) schreibt er:
Haar der Schlafenden scheine „die völli-
ge Beseitigung der an die Frau gebunde- „The middle moment, the moment of suspense, the crisis, is the moment
nen Gefahr auszusagen. Die Fetischfri- of importance, big with the past and pregnant with the future."
sur [der sonst von Füssli zu bizarren Bau-
ten geformten Haare anderer Frauenge- „Der mittlere Augenblick, der Augenblick der Spannung, die Krise, ist der
stalten - Kurtisanen, Kaiserinnen, Wal- wichtige Augenblick, vergangenheitsbeladen und zukunftsschwanger."
küren - vor einem „Spiegel perverse"
oder in triumphierender Position], das
Spiegelprodukt ist zerstört. Die besiegte Die Szene verweist auf ein Vorher und
Frau ist eine Tote. Sie hat jede Macht ver- Nachher, man ahnt Vergangenheit und Zu-
loren: die Bestrafung ist vollzogen... Das kunft von unter Umständen schrecklicher
zurückgelehnte, der Starre preisgegebe- Natur und verharrt dennoch in der Drama-
ne Gesicht erschreckt durch seine Über- tik des aktuellen Augenblicks. In der Tat
Abbildung 4 Abwesenheit." bannt uns das Bild. Es regt nicht zum
Träumen an. Es ist kein Traum, in den wir
Dagegen macht er auf die Gesichter der anderen Figuren aufmerksam: eintreten, auch nicht die „Spur eines
„Der affengleiche, hockende Inkubus ist gewiss im Wachzustand, aber er wirkt Traums". Es ist vielmehr das „das schon ein-
eigentlich nur durch die Schwere seiner massigen Gestalt; sein hässliches mal Geträumte", das „dejä vu" des Traums
Grinsen drückt lediglich Hohn aus. Er ist der Herr, und er blickt sich spöttisch (Starobinski 1978, 169-196). Als quasi
beobachtend um. Er ist der hohnlächelnde Eindringling; er vergnügt sich mit eingefrorener Traumaffekt verkündet Füs-
einer Art von Lässigkeit an seinem Opfer" ... so jedenfalls der subjektive slis Nachtmahr überhaupt keinen Ausweg
Eindruck Starobinskis (1978, 161) von einer Figur, die man im Sinne einer und verweist darauf, dass es sich unter
Selbstobjektrepräsentanz auch als „hämische Gestalt" charakterisieren und als Abbildung s Umständen keineswegs (nur?) um die von
Projektion eines inneren Kritikers oder Verfolgers begreifen könnte. Der Autor Jones vorgestellte Verdrängung und alptraumhafte Verarbeitung konflikt-
fährt fort: „Trotz der Berührung mit der weißen Brust, auf der er sitzt, ließe hafter sexueller Inhalte handelt: Vielmehr ist in Verbindung mit der
alles Übrige eher darauf schließen, dass dieses Menschenaffenwesen halb vorgenannten „hämischen Gestalt" zu erörtern, ob sich hier nicht die Reprä-
teilnahmlos ist und ein fernes, nicht genitales Vergnügen genießt. Erst auf dem sentanz eines „eingefrorenen Introjekts" zeigt (Giovacchini 1967) und sich
Gesicht des Pferdes begegnen wir dem paroxystischen Ausdruck, jener Über- damit eine vorhergehende Dynamik destruktiver, nicht mehr integrierbarer -
Präsenz, die der Über-Abwesenheit der Schlafenden entspricht. Die derart ggf. ambivalenter - Affektqualitäten einschließlich der Gefahr von Ich-
ausgeprägten Gegensätze (Bewegung nach unten - Bewegung nach oben, ge- Fragmentierung anzeigt. Damit aber ist die von Füssli präsentierte und den
schlossene Augen der Frau -weit aufgerissene Augen des Pferdes, herabsin- Betrachter irritierende ,,vergangenheitsbeladen[e] und zukunftsschwanger[e]"
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Dynamik mitunter neu zu verstehen, nämlich als Versuch, ein traumatisches erfahrungen im kognitiven und emotionalen Gedächtnis in selbststabilisie-
Erlebnis zu bewältigen5. render Art und Weise organisiert und internalisiert werden. Mithin ist das
traumatisierte Individuum nicht nur als Person, sondern in besonderer Weise
Unter diesem Gesichtspunkt lässt sich die zuvor zitierte Beschreibung auch als Organismus betroffen. Das Auftreten traumabedingter „f lash backs",
Starobinskis auch anders lesen, indem der Alp und die Mähre als Spaltung eines somatosensorischer Missempfindungen und anderer traumatogener Phäno-
introjizierten Aggressors zu verstehen sind, nämlich mene - wie bspw. des Alptraums - ist darauf zurückzuführen, dass primäre
• in einen als höhnisch feixenden Un-Menschen („spöttisch" und „hohn- Eindrücke oder Engramme als Erinnerungsbilder in Gedächtnisneuronen fixiert
lächelndes" „Menschenaffenwesen"), dem es im Sinne einer Dominanz- und gespeichert werden6. Gerade anhand neurophysiologisch begründeter
Unterwerfungs-Dynamik „halb teilnahmlos" nicht um Sex und sexuelle Modelle sog. „Grundgefühlskaskaden", spezifischen Neuronensystemen mit
Lust, sondern um das Genießen der Erniedrigung und um sadistische Macht- eigenen Transmittersubstanzen und ihnen eigenen gefühlsspezifischen
ausübung („ein fernes, nicht genitales Vergnügen") geht, und Netzwerken (Machleidt 1996; Hinrichs & Machleidt 1992), lässt sich die Affekt-
• in ein von außen eindringendes viriles Fremdwesen, dessen dümmlich spezifität - Ciompi (1982, 1999) würde sagen, die Affektlogik - der Abwehr-
stierender wie gierig glubschender („paroxystischer") Ausdruck und Erre- und Bewältigungsmechanismen aufzeigen und der „Ort einer emotionellen
gung („Über-Präsenz") als Begleitaffekt einer (sexual-)aggressiven Grenz- Dynamik" identifizieren, an dem diese Mechanismen als „Widerstände" ge-
überschreitung („Vergewaltigung") interpretiert werden kann. gen das Lustprinzip wirken (Machleidt 1998, 502) und dazu führen, dass der
• Wenn Starobinski davon schreibt, die Frau sei „besiegt", in ihrer „Über- Traum nun als Alptraum nicht mehr „Hüter des Schlafes" (Freud) ist.
Abwesenheit" und „Starre preisgegeben" wie „eine Tote", an ihr sei eine
„Bestrafung [...] vollzogen" worden, Diesbezüglich arbeitet Kellerman (1987a) heraus, dass es nicht nicht einen
• wenn das Verständnis der Gesamtszene Typus „Alptraum" gibt, sondern dass-analog zu den acht von Plutchik (1962;
als Repräsentation eines erstarrten 1980) formulierten „basic emotions" und den acht damit korrespondierenden
Affekts, einer emotionalen Versteinerung „basic defenses" (Kellerman 1980) - unterschiedliche, spezifische Typen des
(Kobbe 2000), und der Darstellung des Angsttraums existieren. Thematisch beschreibt Kellerman (1987b) diesbezüg-
Alp als „eingefrorenes Introjekt" in einer lich folgende Themen und Typen:
Neuinterpretation richtig verstanden • den Alptraum mit panischer Angst, mit Entsetzen („the terror nightmare")
werden, so ist dies der Zustand der dis- • den Alptraum mit Wut oder Zorn („the rage nightmare")
soziativen Erlebnisverarbeitung des Trau- • den Alptraum mit Freude, Genuss, Vergnügen („the p/easure nightmare")
mas, einer - ohnmächtigen - Fixierung, • den Alptraum mit Leid, mit Kummer („the grief nightmare")
wie ihn Giovacchini (1967) als „weder tot • den Alptraum mit Ekel, (paranoider) Aufregung, Schrecken („the revulsion
noch lebendig" beschreibt und wie er auf nightmare")
eine Traumatisierung der Schlafenden • den Alptraum mit Sarkasmus, Witz, Ironie („the laughter nightmare")
hinweist. • den Alptraum mit Kontrollverlust („the nightmare of loss ofcontrol")
• den Alptraum mit Lähmung, Verfolgung durch eine gefährliche oder
Der Alptraum erwiese sich damit als - bedrohliche Figur, lebendigem Begrabensein („the nightmare of paralysis
dysfunktionaler - Versuch, das unverar- or overcontrol")
beitete Geschehen im Sinne eines Wieder-
holungszwangs mitsamt der dazu gehö- Es wird deutlich, dass Füsslis „Nightmare" - bedingt durch die Darstellung
renden Affekte von Angst, Schrecken, des „inneren Bildes" wie der äußeren Erscheinung der Träumerin - zweierlei
Ohnmacht, Scham usw. bewältigen zu Typen, eine zwiespältig-doppelte Thematik des „terror nightmare" wie des
Abbildung 6 wollen. So ist die traumatische Erlebnis- „nightmare of paralysis", einschließlich der korrespondierenden Mischaffekte
verarbeitung im Kontext neuronaler Entwicklung als adaptive und physio- „zwischen /Angst empfinden und Angst machen, zwischen der Vision des
logische Antworten auf das Trauma zu verstehen, wobei diese Beziehungs-
6 Zum „Update" psychoanalytischer Modelle durch neuere neurophysiologische Befunde vgl.
5 Diesen Hinweis verdanke ich Ulrich Sachsse (vgl. auch seinen Beitrag in diesem Buch). zusammenfassend Kobbe (2000b; 2001)
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düng, ein affektiv-traumatisches Erleben, eine spezifische Beziehungser-


Schreckens und dem Voyeurismus" (Starobinski 1978, 145), repräsentiert. Für
fahrung und die damit introjizierte Objektrepräsentanz7 - darstellt (vgl. Fray-
die jeweiligen Alptraumkategorien sind einerseits Verdrängung („repression"),
ling 1996, 7).
andererseits Regression („regression") als Abwehr- und Bewältigungsmecha-
nismen charakteristisch (Kellerman 1987b, 310), wobei beide dazu dienen,
„So vollzieht sich alles im Ablauf einer zeitlosen Fabel. Eine Fabel, die im
sonst durch Über-lch-Funktionen unterdrückte Impulse freizusetzen (Kellerman
Zurückruf der Erinnerung zur provozierenden Gegenwart wird, in der das
1987c, 321). längst verschollene Leben die ungestillte Besessenheit seiner Fantasiegestalten
immer wieder aufs Neue anfacht" (Starobinski 1978, 182-183). Sodass zum
Damit aber wird das in seiner Thematisierung eines konflikthaft-sexuellen,
Schluss offen bleibt, ob das Erwachen eine Befreiung sein kann-für Füssli selbst
unter Umständen inzestuösen Wunsches zunächst ja als durchaus sexistisch zu
wird dies von Starobinski angezweifelt.
begreifende Bildmotiv Füsslis hinsichtlich dieses diskriminierenden Charakters
nicht nur relativiert: Vielmehr weist diese Neuinterpretation die Frau als Opfer
aus,
• deren Angsttraum zwar ein Traum sexuellen/sexualaggressiven Inhalts ist,
Zusammenfassung
• deren Spaltung zwischen somatischer Passivität und träumender Aktivität
als libidinöse Spannung in der Tat „eine Verwandlung in Angst erfahren
Der Beitrag thematisiert Vorstellungen und Affektivität des Angsttraums
hat" (Freud), (Alptraum, Alpdruck). Johann Heinrich Füssli (1741-1825) arbeitet in seinen
• deren Desintegration und Ambivalenz der Affekte jedoch darauf hinweist,
Gemälden „The Nightmare" (1781 und 1790-91) Vorstellungsrepräsentanzen
dass es sich nicht um abgewehrte sexuelle - fraglich inzestuöse - Wünsche
heraus, deren Prägnanz unmittelbar wirkt, deren Bedeutung intuitiv erfasst
handelt, wie bspw. Jones annahm und auch Starobinski zum Teil erörtert,
wird. Mit seinen Alptraummetaphern visualisiert er Dynamik und Mecha-
sondern nismen des Traumgeschehens, nämlich
• deren „f lash back" als alptraumhaftige Reinszenierung eine basale Traurna-
• das Gleiten des Sinns in der Verschiebung,
tisierung mitsamt der einhergehenden zwiespältig-widersprüchlichen
• die Verkettung des Signifikanten in der Verdichtung,
Identifikation mit diesem Introjekt und der durch das traumatisierende
• die Bedeutung des Affekts in der visuellen Dramatisierung,
Objekt definierten Beziehungssituation zu verstehen ist, ganz so wie Lind-
• die Latenz der Fantasien in der Symbolisierung.
say (1954, 231) aufzeigt, dass der Träumer seinen Konflikt in der Termino-
logie seiner „inner object worid" repräsentiert.
Dieses Auftauchen des Realen am Ort des Unbewussten wird hinsichtlich
seiner Traumatisierungssymptomatik diskutiert und als Visualisierung der
Gewiss könnte man - schließt Starobinski (1978, 182) - sich einen Augen-
inneren Objekte und eingefrorenen „basic emotions" eines Alptraumtyps
blick vorstellen, der dem Höhepunkt der Angst folgt. Aber dieser Augenblick
herausgearbeitet, der sowohl Charakteristika des „terror nightmare" wie des
ist eine Zukunft, die bereits der Vergangenheit mit angehört: Er hat sich im
„nightmare of paralysis" aufweist.
Raum des Unerreichbaren vollzogen. So konstatiert Paz (1990, 102), in einem
dergestalt „magnetisierten Raum, dessen Faszination jeder Betrachter des
Bildes unmittelbar spürt", besser ausgedrückt „ahnt", ist es diese Erwartung,
die den Affekt hat einfrieren oder erstarren lassen: „Die Erwartung, die zwar
die Zeit, nicht aber die Angst besiegt. Die Erwartung ist ewig, sie vernichtet
die Zeit; die Erwartung besteht für den Augenblick, sie lauert aufs Kommen-
de, auf das, was von Augenblick zu Augenblick geschehen wird [...] Zwischen
dem Nie und dem Immer aber nistet die Angst mit ihren tausend Klauen."
Damit wird deutlich, dass wir es nicht mit „dem" Alptraum schlechthin zu tun
Selbst- und Objekt-Repräsentanzen beinhalten komplexe, verinnerlichte Erlebnis- und Erfah-
haben, sondern dass „The Nightmare" den prototypischen Alptraum der
rungsmuster der inneren und äußeren Wirklichkeit als sinnliche Wahrnehmungen visueller, audi-
Traumatisierten - keine Vision eigentlich also, sondern eine fixierte Empfin-
tiver, gustatorischer, olf aktorischer, taktiler, haptischer, propriozeptiver usw. Art bezüglich der
Objekte, der Beziehungen zu ihnen, anderer selbst- und umweltbezogener Ereignisse.
Ulrich Kobbe „Nightmare": Angst, Lust und die Ordnung ... 245
244

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