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15 20 25 30 35 40 4s 50 DSH2.2605 /19V: Honest ‘TU Braunschweig \ Entwicklung durch Internet? Im Folgenden wollen wir uns mit der Frage beschaftigen, ob das Intemet wesentlich zur Lésung von Entwicklungsproblemen beitragen kann. Anfang der 90er Jahre wurden die ersten Internetbrowser eingeflihrt. Seit dieser Zeit hat sich das Intemet zu einem wichtigen Kommunikationsmedium entwickelt. In Deutschland beispielsweise haben ca. 55 % der Erwachsenen Zugang zum Internet und nutzen diesen auch, Fair Menschen in den Entwicklungslindem sieht die Situation dagegen ganz anders aus. In Afrika z.B. haben weniger als ein Prozent der Bevolkerung Gelegenheit, eine E-Mail zu schreiben oder im Netz zu surfen. Es gibt verschiedene Griinde fiir diese Situation. Zum einen ist es die fehlende Infra- struktur, die den Binsatz moderer Kommunikationsmedien verhindert. Es feblen Telefon- leitungen, Computer oder Internetanschltisse. Vor allem aber feblt elektrischer Strom, um die Kommunikationsgerite tberhaupt zu betreiben. Das Mindliche Afrika ist nur zu acht Prozent ans Stromnetz angeschlossen und auch in Indien ist die Halfte der"Hauser in léndlichen Re- gionen ohne. Stromarischluss. Der Zweite wichtige Fakior ist zum anderen die grofe Ammut in manchen Regionen. Fir einen Afrikaner mit nur ca. 28 Dollar Einkommen im Monat ist selbst der Besuch eiries Intémetcafés in den groBen Stadten nicht bezablbar. Eine Stunde Intenetbenutzung zum Preis: yon einém Dollar wide bei unseren Einkominensverhaltnissen ca. 50 Euro entspieéhen. Auf dem Umweltgipfel. in Rio de Janeiro im Jahre. 1992 beschlosseni die UN-} lieder, auch dic Entwicklungslinder ‘an der Informationsrevolution teilhaben zu lassen'*Es: entstanden zahlreiche Initiativen zur Versorgung der Entwickiungslinder mit den neuen’ Kom. munikationstechniken. Das Argument vieler Politiker und Wirtschaftsfachleute war, dass sich die Entwicklungsprobleme in den armen Regionen der Welt durch dieses neue Medium iésen baw. dberwinden lieBen. Durch die neue Technologie wollte man die Bildungssituation ver- bessern, neue Arbeitsplitze schaffen, die Demokratie stitken und damit letztlich den ‘Wobl- stand steigern. ‘Von anderer Seite wird kritisiert, dass die Idee, tiber das Intemet fr snehr Wissen ‘and mehr Wohlstand auf der Welt zu sorgen, schon im Ansatz falsch sei. Uwe Afemiann ‘von der Universitat, Osnabriick hat sich ausfllhrlich mit diesem Thema beschaftigt. Er meint, dass» durch die Verbreitung der neuen Informationsmedien in erster Linie die Industrienationen profitieren, Die grofien, Telefongesellschaften aus dem Norden konnten in Lateinainerike, Afrika und Stdasien FuB fassen und mit den reichen, gut ausgebildeten Eliten dieser Linder gute'Geschiite machen, Investitionen in den Kommunikationssektor der Entwvicklungsliinder: gingen fast ausschlieBlich als Gewinie in die Industrienationen, denn die Hard- und Software Kommt aus dem, Norden. Gewinne macht man eben nicht durch den Konsum, soidera ‘durch die Produktion. ‘Wir wollen uns anhand eines Beispiels etwas ausfUbrlicher mit der Frage beschitfigen, ob die neuen Medien zu mebr Wohlstand in den Entwicklungsliindem fllbren kénnen.’Kann das§ Internet beispielsweise dazu beitragen, die Bildungssituation in den Entwicklungsliindém mu Véibessemn? In Deutschland gibt es zahlreiche Projekte ,,Schulen ans Netz‘; die das Ziel yerfolgen, Internet an den Schulen zu verbreiten. Auch in vielen Entwicklungslindera gibt ¢s'ahniliche Projekte. Es stellt sich die Frage, ob durch die Einftlang von Computer und Internet’ die Bildungssituation nachhaltig verbessert werden kann. ‘Um ter das Internet Informationen und Wissen za erlangen, muss man zuerst dina Lesen tind Schreiben kénnen. Doch in den Entwicklungsltinden gehen viele Kinder nicht-zur Schule, weil sie mitarbeiten missen, um ihre Familien zu ernabren. Zuniichst milssen bier also die Analphabetenraten gesenkt werden. Dabei hat es sich am meisten bewlhrt, in der Schule ein Mittagessen anzubieten. Dies tragt entscheidend dazu bei, dass sich Eltem flr den Selmal- 0 15 20 psi 2005 / HV: Hectext besuch der Kinder entschei sie zur Arbeit 2u schicken Kenia und Bhutan zeigen, dass sich durch Schulspeisungen die Bin, baw. verdreifachen lass Erfahrungen aus Pakistan, schulungsraten verdoppetn Jn Peru versuchte man bereits in den 80er Jahren, die Qualitit des peruanischen Bil besser. Doch die eigentiichen Pre dungswesens durch den Einsatz von Computern suru ne des Bildur ry cken nicht detin, dass die Schuten keine Come tet habe, allem sind die Lebrer des Landes sebleche ausgebildet, Fur die 1 oe PMET hiben, Vox Gin Sekundarschulabschluss und $0 Prozent der Lehrer haben nu ae verbunden sind auch die niedrigen Gehalter der Lehrer. Hes vy he gute Lebrerausbildung zu investieren und Lehrkrdite be demer Computer viel billiger. Es ist allerdings kcine Frage, dass Universitiiten und Forschungscinrichtungen im gq. re nd Stat schluss ans Internet versorgt werden mien, denn nur 96 kg auch For. Scher uid Studenten aus diesen Lander am interationaten Wiseensausmnocey teithaben, Uwe Afemann macht darauf aufmerksam, dass der Ansto® zur Nutzung von Technik im Schulen fast immer von Firmen und nicht von Lehiem ader Sehteny kommt. Das gilt auch fur Deutschland. Das Interesse der Firmen besteht daria, sich einen lukrativen Markt 2u si Shem. So engepieren sich bei dem Projekt ,Schulen ans Nets in Deutschinng beispielsweise die Firmen Siemens, Deutsche Telekom, Bertelsmann und Compuseere Wissen und Bildung ist sicher der Weg zur Beseitigung von Armut, doch ob auspe- echnet das Intemet das beste Instrument ist, bleibt zweifelhaft, Die Verbreitung von Compu Niche ne dntemet wird besonders durch die Industrie getdrdert und dient then Interessen. Nicht immer aber sind diese Mittel am besten gecigmet, um die Qualtit dee Bildungssystems a verbessern, Hiuflg gibt es einfachere und billigere Wepe oul Nielsen, de: europaische Komunissar fir Entwicklung und huimanitie Hilfe sagte anlisslich einer Konferenz in Bonn im Juni 2001: ,Der Einsatz von Informs ionstechnologie macht aus einem schlechten Projekt kein gutes Projekt. Kin gutes Projekt ist ein Projekt, das yen gbibaren Beitrag zur Armutsreduzierung liefert, und nicht eins, das dazu dient des formationstechnologie zu beférdern,* Schule reicht se Qualifikation, Damit ‘ire es sinnvoll, zundichst in o Soer zu bezahlen. Ein noch soma ‘ann keinen gut ausgebildeten Lebrer ersetzen und meist ist der Lehre (6261 Zeichen mit Leerzeichen) DSH 2-205 / Horversteben TU Braunsebw Personendaten | | Wertung Nummer: i | ornare: — | 4. Kor. 2. Kor. HV 20 Hérverstehen — Fragen und Aufgaben 1. Wie viel Prozent der Bevélkerung haben Zugang zum Internet? InDeutschland 45 4 In Afrika verisel ols | 4 ‘Warum haben nur wenige Menschen in Entwicklungstindem Zugang, zum Inter- net? Ergtinzen Sie die folgende Graphik mit Stichworten! 4.Grund FobleoXe ~. Andere Probleme pane TWleforleite sor Comparer 00ltr | { nterned Asch uss be amet tock ON DSH 2.2005 / Horverstehen TU Braunschweig Vorname Warum halten es Politiker fiir wiehti ig, dass Entwicklungskinder ternet bekommen? Antworten Sie in ad cin bis zwei Sttzen! gang zum In _ Wel se newstiechooleg Sechen batwichelr Die Dene s Birch 4. Welche Kritik ubt Uwe Afemann an dem Konzept , Mehr Woblstand durch Inter- net? Antworten Sic in cin bis zwei Sutzen! be muir lass oP d ie mbit, GES GU” "0 fallorithn mbolitr Yon pakcntr Xo wil—pucp— few: Qre_ Ge late names Ke een DSH 2-2005 / Horverstehen — - |e Wr Name 5, Welche zwei wichtigen Probleme von Bi werden im T gen werden empfohlen? (Stichworte und i “Probl Die mreisner isl geher | 1+ Ursache | vice | atch’ — ul Schaal 5c (hep Fee ~plechte der Lehrer. sie auf \is hae sae 6. Inwelchem Bildungsbersich sind Comput worten Sie in Stichworten! Bildungsbereieh? Jt Grund! lung och vi ildungssystemen in Ent xt genannt? Was sind die | Vorname wicklungsltindern Jrsachen des Problems und welche Lo: wenn notig ~ Stitze) a Mégliche Lésung Gute Le ber Pasbitodery Ww inveseeren ils Outen file Komen 4 ‘er besonders wichtig und warum? Ant- DSH2-2005/Horversiehen zs ‘TU Braunschweig Nr Name Vorname 7. Durch wen wird die Nutzung von Internet in Schul Dutch die Filmer len geférdert? (Stichwort) 8. Fassen Sie den Inhalt des Textes in drei bis ver Sttzen musammen, : = th dl “err oe es um die {arenes une! wre icy dlie_Lntepeksisiuarion ym _genwral in _aller ele (2_Grrrewic Kluagslainctern - Es wile ouch besherbr we G5 scblecha a gonchan Regioaen in Afripa ooler Taken | velche PAableme gibt nol werolir auth Rebimg eopfohlen wad aes senolen auch burl ern Pe jous in Lrblon els. Genatat ung duch 1a —frpheste> Gririhlegs (anreG, “Lapabeiy eat outive isk Pert “rivchh” & (on Kora ach Bepmé/tin, we AS schlechte f "arene pies jn rancho Pegonen 5a ae _ Die (holivitrer finder ohass brie lung) ein ehe> "ag wo (ateyrt gine wighwee Polle Spiele, on esni Qiele wm eresdron. he eacg-; 47g. Lo Ss © ft jolt Sagen Sve, hie crchtegsee- seche St plas ur ofie Leute helfaa Kemer mcht ole is fifermavions Techacigie wm fata. Souda U