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2019

Alemão – Gramática
HABEN UND SEIN – PERFEKTBILDUNG IM DEUTSCHEN

MARIA JOÃO VICENTE


Haben und Sein – Perfektbildung im Deutschen
Mit den Verben haben und sein bilden wir im Deutschen die zusammengesetzten Zeiten Perfekt,
Plusquamperfekt und Futur II.

Da wann wir haben und wann sein verwenden müssen gar nicht so leicht ist, sind die folgenden
übersichtlichen Erläuterung eine Hilfe um die Regeln zur Unterscheidung von haben und sein
leicht zu begreifen.

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In den Übungen kann man anschließend prüfen, ob alles verstanden ist.

Das Verb “haben”

Bildung
Das unregelmäßige Verb haben wird folgendermaßen konjugiert:

Verwendung von haben als Hilfsverb

Die meisten deutschen Verben bilden Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II mit
dem Hilfsverb haben.

Dazu gehören folgende Verben:

 transitive Verben (Verben mit einem Akkusativobjekt)


Beispiel:

Er hat den Tisch gedeckt.

Transitive Verben benötigen ein Akkusativobjekt (Wen/Was?)

Beispiel:

Sie macht jedes Jahr mit ihrer Familie Urlaub an der Ostsee.

etwas machen
Heute hat Vera mit ihren Kindern eine Sandburg gebaut.

etwas bauen

Vera beobachtet ein Schiff.

etwas/jemanden beobachten

Das Schiff fährt Passagiere nach Schweden.

etwas/jemanden fahren

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Transitive Verben können das Passiv bilden. Das Akkusativobjekt wird dann zum Subjekt.

Beispiel:

Urlaub wird an der Ostsee gemacht.

Eine Sandburg ist von Vera und ihren Kindern gebaut worden.

Ein Schiff wird beobachtet.

Passagiere werden nach Schweden gefahren.

 intransitive Verben, die keine Orts-/Zustandsänderung ausdrücken


Beispiel:

Max hat geschlafen.

Intransitive Verben sind alle Verben, die wir ohne Akkusativobjekt (Wen/Was?) verwenden.
Diese Verben können normalerweise kein Passiv bilden (ihnen fehlt ja das Akkusativobjekt, das
im Passivsatz zum Subjekt wird).

Beispiel:

Vera ist an der Ostsee.

Am Horizont geht die Sonne unter.

Ein Schiff fährt auf dem Meer entlang.

Zu den intransitiven Verben zählen auch die Reflexivverben.

Beispiel:

Sie erholen sich gern am Strand.


Verben, die transitiv und intransitiv sein können

Einige Verben können je nach Bedeutung transitiv oder intransitiv sein.

Beispiel:

Ein Schiff fährt auf dem Meer entlang.

im Sinne von sich fortbewegen → intransitiv

Das Schiff fährt Passagiere nach Schweden.

im Sinne von jemanden/etwas transportieren → transitiv


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Unterschiedliche Formen
Einige wenige Verben haben unterschiedliche Bildungsformen, je nachdem, ob sie transitiv oder
intransitiv verwendet werden.

Für transitive Verben verwenden wir die regelmäßigen Formen.

Beispiel:

Ich hängte das Schild an die Wand.

Ich habe das Schild an die Wand gehängt.

Wen/Was hängte ich an die Wand?

Für intransitive Verben verwenden wir die unregelmäßigen Formen.

Beispiel:

Das Schild hing an der Wand.

Das Schild hat an der Wand gehangen.

Wer/Was hing an der Wand?

Bei den Verben erschrecken und schwellen unterscheiden sich nicht nur die
Vergangenheitsformen, sondern es ändert sich in der 2./3. Person Singular auch der
Präsensstamm.

erschrecken:

Der Hund erschreckt das Kind.

 jemanden in Schrecken versetzen (erschreckt, erschreckte, erschreckt)

Das Kind erschrickt schnell.

 einen Schreck bekommen (erschrickt, erschrak, erschrocken)


schwellen:

Er schwellt seine Brust vor Stolz.

 etwas größer machen (schwellt, schwellte, geschwellt)

Sein Fuß schwillt an.

 größer werden (schwillt, schwoll, geschwollen)

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5
6

1. hängte/hing

2. schwellte/schwoll

3. abgehängt/abgehangen

4. erschreckte/erschrak

5. schwellte/schwoll

6. erschreckte/erschrak
Lösungen

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 reflexive Verben und reziproke Verben
Beispiel:

Ich habe mich verlaufen.

Wir haben uns in Berlin kennengelernt.

Reflexive Verben sind Verben mit einem Reflexivpronomen (sich). Im Deutschen verwenden wir
reflexive Verben, wenn Subjekt und Objekt dieselbe Person sind (er rasiert sich). 8

In der Erläuterung spiegeln sich die Regeln zur richtigen Bildung und Verwendung, hier kann man
auch lernen, wann das Reflexivpronomen im Akkusativ oder Dativ verwendet werden muss.

In den Übungen kann man das Erlernte testen.

Beispiele:

Heute ist mein freier Tag, da lasse ich es mir immer gut gehen. Ich stehe spät auf. Ich ziehe mich
an, kämme mich und putze mir die Zähne. Dann setze ich mich in den Sessel und ruhe mich aus.

Aber heute treffe ich mich mit einer Freundin. Ich habe mich heute Morgen geduscht und mir
die Haare gewaschen. Jetzt sehe ich mich im Spiegel an. Meine Haare sind viel zu lang! Ich
nehme mir eine Schere und einen Föhn. Ich föhne mir die Haare und schneide sie mir.

Oh, jetzt muss ich mich beeilen, damit ich mich nicht verspäte. Ich muss mich noch schminken.

Bildung

Reflexive Verben bilden wir, indem wir das Verb in der entsprechenden Zeitform konjugieren
und das passende Reflexivpronomen hinter das konjugierte Verb setzen.

Beispiel:

Ich setze mich.

Ich ziehe mich an.

Ich habe mich geduscht.


Reflexivpronomen im Akkusativ

Bei den meisten deutschen reflexiven Verben steht das Reflexivpronomen im Akkusativ.

Beispiel:

Ich kämme mich.

Personalpronomen Reflexivpronomen Beispiel


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ich mich ich kämme mich
du dich du kämmst dich
er/sie/es sich er kämmt sich
wir uns wir kämmen uns
ihr euch ihr kämmt euch
sie/Sie sich sie kämmen sich

(sich) duschen/baden

Die Verben duschen und baden im Sinne von „sich in der Dusche/Wanne waschen“ können wir
ohne Bedeutungsänderung reflexiv oder nicht reflexiv verwenden.

Beispiel:

Ich dusche (mich) nach dem Sport.


Wir baden (uns) jeden Sonntag.

Im Sinne von „in einem See/Fluss baden“ ist baden nie reflexiv.

Beispiel:

Die Kinder baden im See.

Reflexivpronomen im Dativ

Gibt e sim Satz ein weiteres Objekt, verwenden wir das Reflexivpronomen im Dativ.

Reflexivpronomen im Dativ und Akkusativ unterscheiden sich nur in der 1./2. Person
Singular (mir–mich, dir–dich).

Beispiel:

Ich putze mir die Zähne.


Personalpronomen Reflexivpronomen Beispiel
ich mir ich putze mir die Zähne
du dir du putzt dir die Zähne
er/sie/es sich er putzt sich die Zähne
wir uns wir putzen uns die Zähne
ihr euch ihr putzt euch die Zähne
sie/Sie sich sie putzen sich die Zähne

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Reflexive Verben in allen Zeiten

Die folgende Tabelle zeigt je ein Beispiel für reflexive Verben mit Akkusativ und Dativ in allen
Zeitformen.

Reflexivpronomen Reflexivpronomen
Zeitform
im Akkusativ im Dativ
Präsens Ich setze mich. Du föhnst dir die Haare.
Perfekt Ich habe mich gesetzt. Du hast dir die Haare geföhnt.
Präteritum Ich setzte mich. Du föhntest dir die Haare.
Plusquamperfekt Ich hatte mich gesetzt. Du hattest dir die Haare geföhnt.
Futur I Ich werde mich setzen. Du wirst dir die Haare föhnen.
Futur II Ich werde mich gesetzt haben. Du wirst dir die Haare geföhnt haben.

Besonderheiten beim Satzbau


Aussagesätze

Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen direkt hinter dem finiten Verb.

Beispiel:

Ich ruhe mich aus. (sich ausruhen)


Ich putze mir die Zähne. (sich etwas putzen)
Ich habe mir die Haare gewaschen. (sich etwas waschen)

Ist das eigentliche Objekt aber ebenfalls ein Pronomen, rutscht es vor das Reflexivpronomen.

Beispiel:

Ich schneide mir die Haare. → Ich schneide sie mir.


In Nebensätzen steht das Reflexivpronomen hinter dem Subjekt. Das konjugierte Verb steht am
Satzende.

Beispiel:

Ich muss mich beeilen, damit ich mich nicht verspäte.


Du kommst zu spät, weil du dich nicht beeilt hast.

Fragesätze

Das Subjekt als Personalpronomen (ich, du, er, …) steht in der Frage zwischen finitem Verb und
Reflexivpronomen. 11

Beispiel:

Kämmst du dich?
Wann hast du dich gekämmt?

Das Subjekt als Indefinitipronomen (jeder, niemand, …) steht in der Frage hinter dem
Reflexivpronomen.

Beispiel:

Rasiert sich niemand?


Hat sich jemand geduscht?

Das Subjekt als Nomen steht in der Frage hinter dem Reflexivpronomen, wenn es kein
Lebewesen ist.

Beispiel:

Wo befindet sich der Föhn?

Handelt es sich bei dem Nomen um ein Lebewesen, kann es in der Frage vor oder hinter dem
Reflexivpronomen stehen.

Beispiel:

Wo befindet das Mädchen sich?/Wo befindet sich das Mädchen?

Einleitung

Reflexivpronomen (rückbezügliches Fürwort) sind die Pronomen mich/mir, dich/dir, uns, euch,
sich.

Man verwendet sie mit reflexiven und reziproken Verben; sie beziehen sich also immer auf
das Subjekt.

Hier lernen wir die Verwendung der deutschen Reflexivpronomen. Unser Wissen können wir
anschließend in den Übungen testen.
Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ

Meist verwenden wir Reflexivpronomen im Akkusativ, in einigen Fällen müssen wir


aber Dativ nehmen. Wie man in der Übersicht sieht, unterscheiden sich die Pronomen aber nur
in der 1. und 2. Person Singular.

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Verwendung
 Reflexive Verben verwenden die Reflexivpronomen mit der Bedeutung „sich selbst“.
Das Reflexivpronomen im Dativ verwenden wir, wenn es zusätzlich
ein Akkusativobjekt gibt. (siehe auch Reflexive Verben)

Beispiel:

Ich dusche mich.

Ich putze mir die Zähne.

Reziproke Verben verwenden die Reflexivpronomen mit der Bedeutung „einander“. Reziproke
Verben können wir deshalb nur im Plural verwenden.

Zu diesen Verben gehören unter anderem: sich kennen, sich sehen, sich lieben, sich streiten,
sich einigen

Beispiel:

Ich glaube, wir kennen uns. (= wir kennen einander)

Tom und Albert streiten sich. (= der eine mit dem anderen)

Ich sehe mich. Wir sehen uns.


(ich sehe mich selbst im Spiegel – (wir sehen einander; du siehst mich, ich sehe dich –
reflexiv) reziprok)
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Wähle, das Reflexivpronomen und setze die Lücken richtig ein:

1; 2; 3; 4; 5 = mich, dich, sich, uns, euch

6; 7; 8; 9; 10 = mir, dir, sich, uns, euch


Lösungen

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 Modalverben

Beispiel:

Was hat er gewollt?

 unpersönliche Wetterverben (mit es): blitzen, donnern, hageln, nieseln, regnen,


schneien, stürmen, …

Beispiel:

Es hat geregnet.
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 weitere Verben: anfangen, beginnen, zunehmen, abnehmen, aufhören

Beispiel:

Ich habe fünf Kilogramm zugenommen.

Einleitung

Modalverben sind im Deutschen die Verben dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen.

Diese Verben benötigen normalerweise ein weiteres Verb (das Vollverb), das
im Infinitiv (ohne zu) verwendet wird. Modalverben ändern den Inhalt einer Aussage – es ist zum
Beispiel ein Unterschied, ob jemand etwas tun muss oder darf.

Wir lernen, wie die deutschen Modalverben in den verschiedenen Zeitformen gebildet und
verwendet werden und testen unser Wissen anschließend in den Übungen.

Beispiel

Max will Automechaniker werden. Dafür muss er viel über Autos wissen. Sein Vater soll ihm
alles erklären. In der Werkstatt darf Max seinem Vater helfen. Max kann sogar schon Reifen
wechseln.
Verwendung

Modalverben verwenden wir meist mit dem Infinitiv des Vollverbs. Je nachdem,
welches Modalverb wir verwenden, ändert sich die Aussage des Satzes.

Beispiel:

Max will/darf/soll Automechaniker werden.

Wenn das Vollverb als selbstverständlich vorausgesetzt wird, lassen wir es in der
Umgangssprache oft weg.
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Beispiel:

Kannst du Deutsch (sprechen)?

Willst du eine Pizza (essen)?

Ich darf das (machen).


Bildung der Modalverben in verschiedenen Zeiten

Im Präsens und Präteritum verwenden wir die finite Form (siehe Konjugationstabelle).
Im Perfekt verwenden wir den Infinitiv des Modalverbs.

Präsens Präteritum Perfekt


Er kann tanzen. Er konnte tanzen. Er hat tanzen können.
Du musst schlafen. Du musstest schlafen. Du hast schlafen müssen.

Für Sätze, in denen kein Vollverb vorkommt, verwenden wir im Perfekt/Plusquamperfekt das
Partizip II des Modalverbs.

Beispiel:

Das habe/hatte ich nicht gewollt.


Konjugationstabelle

müssen können dürfen sollen wollen mögen* möchten**


Präsens
ich muss kann darf soll will mag möchte
du musst kannst darfst sollst willst magst möchtest
er/sie/es/man muss kann darf soll will mag möchte
wir müssen können dürfen sollen wollen mögen möchten
ihr müsst könnt dürft sollt wollt mögt möchtet
sie/Sie müssen können dürfen sollen wollen mögen möchten 17
Präteritum
ich musste konnte durfte sollte wollte mochte wollte
du musstest konntest durftest solltest wolltest mochtest wolltest
er/sie/es/man musste konnte durfte sollte wollte mochte wollte
wir mussten konnten durften sollten wollten mochten wollten
ihr musstet konntet durftet solltet wolltet mochtet wolltet
sie/Sie mussten konnten durften sollten wollten mochten wollten
Partizip II
gemusst gekonnt gedurft gesollt gewollt gemocht gewollt
Konjunktiv II
müsste könnte dürfte sollte wollte möchte

* mögen wird heute meist ohne Vollverb verwendet – ich mag dich

** möchten ist eigentlich Konjunktiv II von mögen, wird heute aber im Präsens als
eigenständiges Modalverb verwendet (für die Vergangenheitsformen nehmen wir wollen).
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Lösungen

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Próxima aula

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