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GRUNDWISSEN GESCHICHTE
1. Vorgeschichte und Steinzeit
Quelle Auftreten des Frühmenschen
Aus Quellen kann man Kenntnisse über das vor ca. 3 Millionen Jahren
Vergangene gewinnen. Altsteinzeit
wichtige Quellenarten: Überreste, schriftliche und vor ca. 2 Millionen Jahren
mündliche Quellen, Bildquellen Der Stein ist das Hauptwerkzeug. Menschen leben als
Archäologie Nomaden (Jäger und Sammler).
Wissenschaft, die versucht, Erkenntnisse über die Jungsteinzeit
Geschichte der Menschheit aus Sachfunden (meist vor ca. 10.000 Jahren
Grabungen) zu gewinnen. Übergang erster Menschengruppen zur Sesshaftigkeit
(Ackerbau und Viehzucht) = Neolithische Revolution.

2. Ägypten – eine frühe Hochkultur


Kennzeichen einer Hochkultur Hieroglyphen
Arbeitsteilung, Verwaltung, Städte, Schrift u.a., z.B. altägyptische Schriftzeichen
in Ägypten ca. 3000 v.Chr. Papyrus
Pharao Aus der Papyrusstaude stellten die Ägypter ihre
Als Pharao wurde in Ägypten der Herrscher Schriftrollen her (Papyrus  Papier).
bezeichnet. Der Pharao ist Gott und König zugleich. Polytheismus
Pyramiden Verehrung vieler Götter (z.B. in Ägypten)
In Ägypten werden um 2500 v.Chr. Pyramiden als Monotheismus
Grabanlagen für die Pharaonen errichtet. Glaube an einen Gott (das Volk Israel = die Juden)

3. Das antike Griechenland


Antike Polis
griechisch-römisches Altertum von ca. 1000 v.Chr.- einzelner, unabhängiger Stadtstaat im antiken
500 n.Chr. Griechenland, z.B. Athen, Sparta u.a. (Polis  Politik)
Epen Homers Blütezeit Athens
Um ca. 750 v.Chr. verfasst Homer die ersten Werke im 5. Jahrhundert
der Weltliteratur: Ilias (Krieg gegen Troja) und Nach den Perserkriegen (Siege bei Marathon und
Odyssee (Irrfahrten des Odysseus). Salamis) erringt Athen die Vormachtstellung in
Olympische Spiele Griechenland.
Kultfest der Griechen zu Ehren des Zeus in Olympia, Bedeutung griechischer Kunst und Kultur
das spätestens ab 776 v.Chr. alle vier Jahre Die Erkenntnisse griechischer Gelehrter in den
abgehalten wurde. Die modernen Spiele finden seit Bereichen Philosophie (z.B. Aristoteles), Mathematik
1896 statt. und Naturwissenschaften (z.B. Pythagoras), Theater
Monarchie (z.B. Aischylos) u.a. prägen bis heute das Denken der
Königsherrschaft Europäer.
Ein König herrscht aufgrund seiner Herkunft und/ Alexander der Große
oder in Verbindung mit einer religiösen Weihe. Alexander der Große siegt bei Issos (333 v.Chr.) über
Aristokratie die Perser und macht Griechenland damit zur größten
Adelsherrschaft Macht der damaligen Welt.
Adelige herrschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Zeitalter des Hellenismus
Besitzes. Ausbreitung der griechischen Kultur über den ganzen
Demokratie Mittelmeerraum und Vorderasien
Herrschaft des Volkes
Das Volk wählt und kontrolliert die Regierung. Die
Demokratie nahm ihren Anfang im antiken Athen.
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4. Das römische Weltreich


753 v.Chr. Plebejer
Sagenhafte Gründung Roms durch Romulus Masse der übrigen römischen Bürger
Republik Zweiter Punischer Krieg
Eine Staatsform, in der kein König herrscht (res 218-201 v.Chr.
publica [lat: öffentliche Angelegenheit] Republik) Rom besiegt Karthago unter Hannibal und steigt zur
Konsuln größten Macht im Mittelmeerraum auf.
Die zwei höchsten Beamten der Republik mit der Zeitalter der Bürgerkriege
obersten Befehlsgewalt in Krieg und Frieden; Wahl 1. Jh. v.Chr.
für ein Jahr. Mächtige Männer (z.B. Cäsar) kämpfen um die
Diktator Alleinherrschaft und tragen so zum Ende der Republik
Befehlshaber mit unbeschränkter Befehlsgewalt; er bei.
wurde nur in Notzeiten und auf sechs Monate Iden des März
gewählt. Die Ermordung Cäsars am 15. März 44 v.Chr. ist der
Senat letzte Versuch, die Republik wieder herzustellen.
Versammlung der Oberhäupter der Patrizierfamilien, Prinzipat
die hohe Ämter bekleidet hatten. um Christi Geburt
Der Senat war die höchste Autorität in der Republik. Augustus hat sich als Alleinherrscher durchgesetzt.
Patrizier Damit beginnt die römische Kaiserzeit.
Mitglieder der alten adeligen Familien in Rom Limes
Die befestigte Grenze des Römischen Reiches zwischen
Rhein und Donau; ca. 550 km lang

5. Von der Antike zum Frühmittelalter


Christentum Islam
Nach Jahrhunderten der Verfolgung wird das Vom Propheten Mohammed um 600 n.Chr. gestiftete
Christentum im 4. Jahrhundert zunächst toleriert Religion: Glaube an einen einzigen Gott (Allah)
(Konstantin der Große) und ab 391 n.Chr. alleinige 622 n.Chr.
Staatsreligion im römischen Reich. Hedschra = Flucht Mohammeds aus Mekka nach
Völkerwanderung Medina. Beginn der islamischen Zeitrechnung
Ende des 4. Jahrhunderts Mittelalter
Wanderbewegungen germanischer Völker, ausgelöst Zeitalter zwischen Antike und Neuzeit von ca. 500 -
durch den Einfall der Hunnen nach Europa 1500 n.Chr.
395 n.Chr. um 500
Teilung des Römischen Reiches in einen West- Die Franken bilden das erste Großreich nach dem
(Hauptstadt: Rom) und einen Ostteil (Hauptstadt: Untergang Westroms
Konstantinopel = Byzanz) Mönchsorden
476 n.Chr. Christliche Gemeinschaften seit dem frühen Mittelalter;
Ende des weströmischen Reiches Begründung des ersten Ordens (Benediktiner) durch
Benedikt von Nursia
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6. Entwicklungen im Frühmittelalter
800 Grundherrschaft
Karl der Große wird vom Papst in Rom zum Kaiser Der Grundherr (König, Adelige, Geistliche) gibt sein
gekrönt. Land zur Bewirtschaftung an Bauern. Diese müssen
Mittelalterliches Kaisertum dafür Abgaben und Frondienste leisten.
Die mittelalterlichen Kaiser sehen sich als 962
Nachfolger der römischen Kaiser und verstehen sich König Otto I., der Große, lässt sich in Rom zum Kaiser
als Beschützer der Christenheit. Sie sind dem krönen und wird damit der erste Kaiser deutscher
Anspruch nach die mächtigsten und angesehensten Herkunft. Die römische Kaiserwürde blieb bis 1806 bei
Herrscher Europas. (caesar  Kaiser, Zar) den deutschen Herrschern.
Stände Reichsinsignien
1. Stand = Klerus (= Geistlichkeit) Wahrzeichen der königlichen Herrschaft wie die Heilige
2. Stand = Adel Lanze, die Reichskrone, der Reichsapfel, u.a.
3. Stand = restliche Bevölkerung Reichskirchensystem
Lehnsherrschaft Seit Otto I. werden Ämter und Gebiete im deutschen
Herrschaftsbeziehung zwischen Adligen. Der Reich nicht nur an Adelige, sondern auch an Bischöfe
Lehnsherr gab das Gut (z.B. ein Stück Land oder ein und Äbte übertragen.
Amt) an den Vasallen lebenslang ab. Dafür schuldete
dieser Dienste und Treue.

7. Das Hochmittelalter
Investiturstreit Rittertum
11. Jahrhundert Adliges Ideal eines moralisch hochstehenden und
Streit zwischen Kaiser und Papst um die Frage der tapferen Kriegers
Vorherrschaft in der Welt. Der Streit entzündet sich Kreuzzüge
zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Züge europäischer Ritter nach Palästina mit dem Ziel
an der Frage, wer die Bischöfe einsetzen (Investitur) der Wiedereroberung Jerusalems von den Arabern. Der
darf. Höhepunkt dieser Auseinandersetzung ist 1. Kreuzzug endet 1099 mit der Eroberung Jerusalems.
1077 der Gang nach Canossa. Endgültig gelöst 1250
wurde die Auseinandersetzung 1122 im Wormser Mit dem Tod des letzten Stauferkönigs, Friedrichs II.,
Konkordat. endet das Hochmittelalter.
1180
Übertragung des Herzogtums Bayern an Otto von
Wittelsbach. Die Wittelsbacher regieren in Bayern
bis zum Ende des 1. Weltkriegs 1918.

8. Das Spätmittelalter
Deutsche Ostsiedlung Reichsstadt
Seit dem Hochmittelalter siedeln viele deutsche Eine Stadt, die unmittelbar dem König/Kaiser
Bauern in Osteuropa (z.B. Polen, Ukraine), weil sie untersteht, von ihm geschützt wird und an ihn Steuern
dort bessere Lebenschancen sehen. Sie behalten ihre zahlt.
Sprache und Kultur. Bürger
Territorialisierung städtische Bevölkerungsgruppe mit speziellen Rechten
Im deutschen Reich erlangen die Landesfürsten in (z.B. freie Wahl des Wohnsitzes).
ihren Herrschaftsgebieten nahezu uneingeschränkte Stadtrecht
Macht. Im Gegenzug verringert sich die Macht des Die mittelalterlichen Städte zeichneten sich durch ihr
Königs/Kaisers. besonderes Stadtrecht aus. Könige oder Fürsten
um 1350 verliehen den Bürgern bestimmte Freiheiten, z.B. einen
Die Große Pest wütet in Europa und rafft Millionen Markt abzuhalten und sich mit Stadtrat und
von Menschen dahin. Bürgermeister selbst zu verwalten.
1356 Zunft
In der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. wird die Zusammenschluss aller Handwerker desselben
Wahl zum deutschen König endgültig geregelt. Handwerks an einem Ort. Sie war zwingende Rechts-
Demnach muss die Mehrheit der sieben Kurfürsten und Lebensgemeinschaft.
entscheiden.
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9. Europa auf dem Weg vom Mittelalter in die Neuzeit


Neuzeit Humanismus
Zeitalter von ca. 1500 n. Chr. bis in die Gegenwart Die Neuzeit einleitende Geistesbewegung (14.-16. Jh.):
Mögliche Epochengrenzen: im Mittelpunkt steht die umfassende Bildung des
1453 Menschen.
Eroberung Konstantinopels durch die Türken. Ende Renaissance
des oströmischen Reiches Die Neuzeit einleitende Geistesbewegung (14.-16. Jh.):
um 1450 Wiederentdeckung der antiken Kultur
Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg Reformation
1492 Luthers Kritik an der Kirche führt letztlich zur Spaltung
Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus der Christenheit in katholische und lutherische
1517 Konfessionen.
Die 95 Thesen Martin Luthers gegen die Missstände Augsburger Religionsfriede
in der Kirche läuten die Reformation ein. Der Friede von 1555 regelt das Nebeneinander
zwischen katholischer und der evangelischer
Konfession nach dem Prinzip: cuius regio, eius religio.
(= Wer herrscht, darf die Konfession seiner Untertanen
festlegen).

10. Die Frühe Neuzeit (ca. 1500-1800)


Westfälischer Friede Gleichgewicht der Mächte/Balance of Power
1648 Grundsatz englischer Außenpolitik: gleichmäßige
Ende des 30jährigen Krieges. Die politischen Folgen Verteilung der Macht auf die europäische Großmächte
sind der Machtverlust des deutschen Kaisers, die Parlament
weitgehende Unabhängigkeit der deutschen Fürsten Das erste Parlament entstand in England im
sowie die französische Hegemonie in Europa. ausgehenden 13. Jahrhundert. Seit dem 18. Jh. ist ein
Hegemonie Parlament eine gewählte Volksvertretung. Die Macht
Vorherrschaft eines einzelnen Staates des Monarchen wird durch diese Versammlung
Absolutismus eingeschränkt.
Die in Frankreich unter Ludwig XIV. ausgeprägte Verfassung
Herrschaftsform, in der der Monarch unumschränkte Schriftliche Niederlegung von Grundsätzen eines
Macht ausübt. Staatsaufbaus, denen sich alle, also auch der Herrscher,
Gottesgnadentum unterwerfen müssen.
Begründung des Herrschaftsanspruchs eines Konstitutionelle Monarchie
Monarchen aus einem göttlichen Auftrag heraus. Die absolute Macht des Monarchen wird durch eine
Merkantilismus Verfassung (Konstitution) eingeschränkt.
Wirtschaftsform des Absolutismus: Importe sollen
vermindert und Exporte vermehrt werden.
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11. Die Französische Revolution und Napoleon (1789-1815)
Aufklärung Revolution
Die für die Moderne wichtigste geistige Bewegung, Grundlegende, schnelle und meist gewalttätige
die im 18. Jh. entstand, versucht alles mit Hilfe von Veränderung der staatlichen und gesellschaftlichen
Vernunft zu verstehen (Immanuel Kant). Ordnung
Gewaltenteilung Menschenrechte
Vorstellung, dass die Staatsmacht dreigeteilt sein Unveräußerliche Rechte, die jedem Menschen von
sollte in die Legislative (Gesetzgeber/Parlament), die Natur aus zustehen, z.B. Recht auf Leben, Freiheit, etc.
Exekutive (Regierung) und die Judikative Napoleon
(Rechtsprechung), um einem Machtmissbrauch Der erfolgreiche Feldherr Napoleon erringt die
vorzubeugen (Montesquieu). Alleinherrschaft in Frankreich und krönt sich 1804
Volkssouveränität selbst zum Kaiser der Franzosen. Um die Hegemonie
Grundsatz, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgehen Frankreichs zu sichern, erobert er weite Teile Europas.
müsse (Rousseau) 1806
14.07.1789 - Ende des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher
Mit dem Sturm auf die Bastille bricht die Nation“ unter dem Druck Napoleons
Französische Revolution aus. - Bayern wird Königreich und modernisiert sich unter
dem Minister Montgelas.

12. Restauration und Revolution im Deutschen Bund (1815-1848)


1815 Liberalismus
Beim Wiener Kongress stellen die europäischen Bürgerliche Bewegung, die für die Menschenrechte, die
Großmächte nach dem Sieg über Napoleon die politische Mitsprache, Verfassungen und die
vorrevolutionären Verhältnisse wieder her wirtschaftliche Freiheit eintritt
(Restauration). Vormärz
Deutscher Bund Die Unzufriedenheit der nationalen und liberalen
Auf dem Wiener Kongress aus den deutschen Bewegung mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses
Einzelstaaten gegründeter lockerer Staatenbund äußert sich durch Protestkundgebungen, z.B. auf dem
Nation Hambacher Fest 1832.
Gruppe von Menschen mit gleichen Abstammung, 1848/49
Geschichte, Sprache und Kultur Nach erfolgreicher Revolution in den deutschen
Nationalismus Einzelstaaten entwirft die gewählte
Eine politische Bewegung, deren Ziel die Schaffung Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche
eines Staates ist, in dem alle zu einer Nation eine Verfassung für Deutschland (konstitutionelle
Gehörenden zusammenleben. Monarchie mit allen wichtigen Grundrechten).
Heute bezeichnet der Begriff ein Österreich wird dabei ausgeschlossen (kleindeutsche
Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen Völkern. Lösung).
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13. Industrialisierung und soziale Frage
Industrielle Revolution Arbeiterbewegung
Grundlegende Änderung der Lebensbedingungen der Arbeiter organisieren sich in Gewerkschaften und
Menschheit durch den sprunghaften Fortschritt der sozialdemokratischen Parteien, um ihre Interessen
Technik: Fabriken, Eisenbahnen, etc. gegenüber den Unternehmern und dem Staat
1834 durchzusetzen.
Die Gründung des deutschen Zollvereins befördert Sozialgesetzgebung Bismarcks
die wirtschaftliche Einigung Deutschlands und ist Beginn der Sozialgesetzgebung unter Bismarck, die die
damit Vorbereiter der späteren politischen Einheit. größten Nöte der Arbeiter lindern soll, um sie so an den
Soziale Frage Staat zu binden.
Durch die Industrialisierung entsteht eine neue Kommunismus
Gesellschaftsschicht: die Arbeiter. Diese müssen Radikale Vorstellungen von Karl Marx und Friedrich
unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen Engels zur Lösung der Sozialen Frage. Ziel dabei ist die
leben und arbeiten. Diese Missstände versuchen der Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft und die
Staat, die Kirchen, die Unternehmer und die Arbeiter Abschaffung des Privateigentums.
selbst auf unterschiedliche Art und Weise zu Sozialismus
beheben. Annäherung an den Idealzustand des Kommunismus
durch Verbesserung der katastrophalen sozialen Lage
der Arbeiterschaft (durch Revolution oder durch
Mitwirkung im Staat)
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14. Das zweite deutsche Kaiserreich 1870/71-1918 und Imperialismus


Otto von Bismarck Reichstag
Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck Durch die Verfassung 1871 eingerichtetes Organ zur
wird zur dominierenden Persönlichkeit der deutschen parlamentarischen Vertretung des Volkes durch
Politik, indem er die Einigung Deutschlands gewählte Abgeordnete; allerdings sind die
vorantreibt. verfassungsmäßigen Rechte des Reichstages
1871 verhältnismäßig gering.
Gründung des Deutschen Kaiserreiches als Imperialismus
konstitutionelle Monarchie Streben nach Herrschaft über die Bevölkerung eines
Sozialistengesetze und Kulturkampf fremden Landes; dadurch entsteht eine wachsende
Gescheiterter Versuch Bismarcks gegen die Rivalität zwischen den Großmächten im Streben nach
Sozialdemokraten und Katholiken im Reich Kolonialbesitz.
vorzugehen

15. Erster Weltkrieg 1914-18


Attentat von Sarajewo Weimarer Verfassung
Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger 1919
Franz Ferdinand löst 1914 den Ersten Weltkrieg aus. Erste demokratische Verfassung in Deutschland, die
1914-1918 eine starke Stellung des Reichspräsidenten vorsieht
Erster Weltkrieg („Ersatzkaiser“)
Epochenjahr 1917 Versailler Vertrag
- Kriegseintritt der USA 1919
- Oktoberrevolution in Russland durch Lenin: Ende Abschluss des Friedensvertrages mit harten
der Zarenherrschaft Bestimmungen für Deutschland (Gebietsverluste,
Novemberrevolution Reparationen). Die Härte des Vertrags erschwert die
9.11.1918 Akzeptanz der neuen Republik in Deutschland sehr.
Die Novemberrevolution beendet in Deutschland das Völkerbund
Kaiserreich, an seine Stelle tritt die Republik. 1920 gegründete internationale Organisation zur
Wahrung des Friedens und zur Zusammenarbeit aller
Völker; Nachfolgeorganisation wird 1945 die UNO
(Vereinte Nationen).

16. Die Weimarer Republik 1919-1933


Krisenjahr 1923 Notverordnung
- Ruhrkampf: passiver Widerstand gegen die Art. 48 der Weimarer Verfassung
französische Besetzung des Ruhrgebietes Der Reichspräsident konnte auf diesem Wege Gesetze
- Hyperinflation: durch die Vermehrung der im am Parlament vorbei erlassen.
Umlauf befindlichen Geldmenge verliert die Totalitärer Staat
Reichsmark rasant an Wert. Merkmale eines totalitären Staates: Alle öffentlichen
- Hitlerputsch: gescheiterter Putschversuch Hitlers in und persönlichen Lebensbereiche werden von einem
München Diktator bzw. einer geschlossenen Machtgruppe (Partei)
- Kommunistische Aufstände in Sachsen und reguliert und beaufsichtigt.
Thüringen: Niederschlagung durch die Reichswehr Der Niedergang der Weimarer Republik wird dazu
Weltwirtschaftskrise 1929 führen, dass Deutschland sich nach 1933 in einen
Die vom New Yorker Börsenkrach ausgelöste totalitären Staat unter den Nationalsozialisten
Weltwirtschaftskrise lässt in Deutschland die entwickelt. Ein weiteres Beispiel wäre die Sowjetunion
Arbeitslosigkeit sprunghaft ansteigen. unter Stalin.
Niedergang der Republik
Ein fehlender Wille zur Zusammenarbeit zwischen
demokratischen Parteien und Regierung macht eine
demokratische Regierungsarbeit unmöglich, Gesetze
können nur noch mit Hilfe der Notverordnungen
erlassen werden.
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17. Nationalsozialismus (1933-45) und Zweiter Weltkrieg (1939-45)


Nationalsozialismus Münchener Abkommen
Ideologie der Nationalsozialisten, deren wichtigste Die britische Beschwichtigungspolitik erreicht damit
Bestandteile waren: ihren Höhepunkt und ermöglicht den Einmarsch
- „Antisemitismus“: Ablehnung, bzw. Bekämpfung deutscher Truppen in das Sudetenland.
der Juden
01.09.1939 Beginn des 2. Weltkriegs
- „Antibolschewismus“: Ablehnung des Sozialismus
in Russland Holocaust / Shoa
- „Rassismus“: Einteilung der Menschheit in Nach Beginn des Krieges richten die Nationalsozialisten
höherwertige und minderwertige Rassen Konzentrations- und Vernichtungslager ein, in denen
- „Führerprinzip“: Bedingungsloser Gehorsam die systematische Vernichtung der europäischen Juden
„Machtergreifung“ und weiterer missliebiger Gruppen betrieben wird.
30.01.1933 Widerstand im „Dritten Reich“
Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler Aus unterschiedlichen Motiven heraus leisteten
erlangen die Nationalsozialisten die Macht in Einzelpersonen und Gruppen Widerstand gegen das NS-
Deutschland. Regime.
„Ermächtigungsgesetz“ Bekannte Beispiele:
Der Reichstag überträgt Adolf Hitler - 20.07.1944 Stauffenberg-Attentat auf Hitler
gesetzgeberische Gewalt und entmachtet sich damit - „Weiße Rose“: Studentengruppe in München
selbst. verbreitet regimefeindliche Flugblätter.
„Gleichschaltung“ 08/09.05.1945 Bedingungslose Kapitulation
Der Begriff bezeichnet die nationalsozialistische
Deutschlands
Durchdringung aller Bereiche des öffentlichen und
staatlichen Lebens. Hiroshima und Nagasaki
„Nürnberger Gesetze“ August 1945
Antisemitische Gesetze, die die Grundlage für die Die USA zünden Atombomben über den japanischen
Entrechtung der Juden in Deutschland darstellten. Städten Hiroshima und Nagasaki. Damit endet der
„Reichspogromnacht“ Zweite Weltkrieg.
09.11.1938 UNO
Die Reichspogromnacht war eine von den Um zukünftige Konflikte auf friedliche Weise beilegen
Nationalsozialsten geplante und gelenkte Zerstörung zu können, wird die UNO als Nachfolgerin des
jüdischer Einrichtung in Deutschland. Völkerbundes gegründet.
(„Reichskristallnacht“)

18. Deutschland von 1945-49


Potsdamer Konferenz 1946 Verfassung des Freistaates Bayern
Juli/August 1945
Währungsreform in den Westzonen
Auf der Konferenz der Siegermächte in Potsdam wird
1948
die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen
Einführung der D-Mark in den Westzonen
(USA, GB, F, UdSSR) beschlossen.
Die Währungsreform war die Grundlage des späteren
Flucht und Vertreibung
Wirtschaftswunders.
Am Ende des Krieges und in den Jahren danach
1949 Gründung der BRD und der DDR
fliehen viele Deutsche und Deutschstämmige aus
Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von der
Polen, Tschechien und anderen osteuropäischen
sogenannten „Deutschen Frage“ (= ungelöste nationale
Staaten oder werden von dort vertrieben.
Frage, die durch die deutsche Teilung entstand).
Entnazifizierung
23.05.1949 Grundgesetz für die BRD
Die Alliierten versuchen durch Bestrafung und
Umerziehung das nationalsozialistische Gedankengut
zu beseitigen.
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19. Der „Kalte Krieg“


„Kalter Krieg“ Kubakrise
Auf wirtschaftlichem, militärischem und politischem 1962
Gebiet entsteht ein erbitterter Konkurrenzkampf Die Stationierung sowjetischer Raketen bringt die Welt
zwischen den Supermächten USA und UdSSR sowie an den Rand des Atomkrieges.
deren Verbündeten. Aufgrund der atomaren 68er-Bewegung
Aufrüstung sind beide Supermächte bestrebt, eine Weltweit protestieren vor allem Jugendliche und
direkte Auseinandersetzung zu vermeiden. Studenten gegen den Vietnamkrieg, die kapitalistische
NATO und Warschauer Pakt Konsumgesellschaft und traditionelle Werte.
Diese militärischen Verteidigungsbündnisse der USA Entspannungspolitik
und der UdSSR sind Zeichen der vollzogenen Die Supermächte bemühen sich durch bestimmte
Blockbildung. Vereinbarungen zur Sicherung des Friedens
Westintegration (Rüstungskontrolle; politische, wirtschaftliche und
Bundeskanzler Adenauer betrieb die enge Anbindung kulturelle Zusammenarbeit) die Spannungen zu
der Bundesrepublik an die westliche vermindern.
Staatengemeinschaft. Neue Ostpolitik
17.06.1953 Bundeskanzler Brandt schließt in den 70er Jahren die
Der Volksaufstand gegen das DDR-Regime wird mit sogenannten Ostverträge. Mit dem Grundlagenvertrag
sowjetischer Hilfe niedergeschlagen. von 1972 erkennt die BRD die DDR völkerrechtlich an.
13.08.1961 Bau der Berliner Mauer

20. Die deutsche Wiedervereinigung und das Ende des „Kalten Krieges“
Gorbatschows Reformpolitik in der UdSSR 09.11.1989 Mauerfall
ab 1985 Die deutsch-deutschen Grenzen werden geöffnet.
- Glasnost (Offenheit): Versuch, die Herrschaft im 03.10.1990 „Tag der Deutschen Einheit“
Ostblock transparenter und toleranter zu gestalten
Ende des Ostblocks
- Perestroika (Umbau): Versuch, die Gesellschaft und
Mit der Auflösung des Warschauer Paktes und der
Wirtschaft der Sowjetunion umzugestalten
UdSSR 1991 endet der „Kalte Krieg“.
(Zulassung politischer Aktivitäten, vorsichtige
Hinwendung zur Marktwirtschaft)

21. Weltpolitische Entwicklungen von 1945 bis in die Gegenwart


Nahostkonflikt Europäische Einigung
Der Nahostkonflikt ist ein bis heute ungelöster Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es zu einer
politischer und zum Teil militärischer Konflikt um verstärkter Zusammenarbeit der europäischen Staaten
das Existenzrecht des Staates Israel und die Rechte auf wirtschaftlichem, kulturellem und politischem
der Palästinenser an diesem Gebiet. Gebiet.
Nord-Süd-Konflikt - Montanunion 1951/52: Wirtschaftliche
Dieser Begriff beschreibt das Phänomen der Zusammenarbeit von 6 europäischen Staaten
ungleichen Verteilung des Reichtums in der Welt und - Römische Verträge 1957: Gründung der Europäischen
die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen und Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)
sozialen Konflikte zwischen Industrienationen und - Deutsch-französischer Freundschaftsvertrag 1963
Entwicklungsländern. - Vertrag von Maastricht 1992: Gründung der
Europäischen Union (EU)
- EU-Osterweiterung 2004: erstmalige Aufnahme
ehemaliger Ostblockstaaten in die EU

Folgendes muss beherrscht werden: - Grundwissen der Vorjahre


- Grundwissen des laufendes Jahres

Grundwissen kann jederzeit in Leistungserhebungen abgeprüft werden.

Bei Verlust können diese Seiten auf der Homepage des Gymnasiums Waldkraiburg heruntergeladen
werden.