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Votrrag auf der Tagung „Vergeld’s Gott“ der Grünen Bildungswerkstatt Tirol, veröffentlicht in

deren Tagungsband mit dem gleichen Titel

Ernst Dorfner
Geldwirtschaft
zwischen Wachstum und Kollaps
Die Wirtschaftswissenschaft stellt unsere Ökonomie fast durchgängig als Tauschwirtschaft dar, in
der über den Ausgleich von Grenzkosten und Grenznutzen für alles, was auf Märkten angeboten wird,
ein Gleichgewichtspreis ermittelt werden kann bzw. sich herausbildet. Es ist dies eine statische
Theorie, die dynamische Effekte, wie das Wirtschaftswachstum, nicht beschreiben kann. Sie kann
deshalb auch nicht beurteilen, ob dieses für die dynamische Stabilität des Systems notwendig oder
nicht notwendig ist. Einige nicht-orthodoxe Ökonomen und Sozialwissenschaftler meinen vor allem,
dass die Rolle des Geldes als maßgeblicher Faktor dieser Dynamik nicht beachtet wird. Diese
Meinung wird auch in diesem Beitrag vertreten und dargestellt, dass eine Erklärung als
‘Produktionswirtschaft’ überhaupt fehlt. Der Mehrzahl der Ökonomen wird dabei auch der Vorwurf
gemacht, dass sie einmal mehr den Traum vom alles versöhnenden Gleichgewicht und den
Selbstheilkräften des Marktes träumen, der schon einmal in diesem Jahrhundert zu einem Alptraum
wurde. Dieser Vorwurf trifft auch die, die meinen, mit einer Ökologisierung des Steuersystems
würden jene Störfaktoren beseitigt, die das Erreichen dieses Gleichgewichtes und damit einer
zukunftsverträglichen Wirtschaft verhindern. Diese Maßnahme ist zwar notwendig, jedoch nicht
hinreichend. Denn unsere Wirtschaft ist keine Tauschwirtschaft - so die These -, sondern eine Geld-
und Verschuldungswirtschaft.

In den Jahren 1932/33 war der Tiroler Ort Wörgl Ziel zahlreicher politischer und ökonomischer
Prominenz aus der ganzen Welt. Der damalige sozialistische Bürgermeister Michael Unterguggenberger
hatte zusammen mit den Bürgern des Ortes ein Selbsthilfeprojekt verwirklicht, um der großen
Arbeitslosigkeit entgegenwirken zu können. Von Seiten der Regierung war ja nichts zu erhoffen. Dieses
‘Wörgler Experiment’ war es, das auch meinen Vater 1935 zu einem Anhänger Silvio Gesells werden ließ -
und damit auch mein Leben ganz maßgeblich prägte. Nun musste ich aber zwischenzeitlich doch auch
etliche Erklärungsschwächen in diesen Gedanken und Vorschlägen entdecken. Wenngleich ich deshalb hier
weiterzudenken mich bemüht habe, so halte ich doch weiterhin das, was Silvio Gesell geschrieben hat und
Michael Unterguggenberger praktisch umsetzte, für ganz bedeutend. Waren sie doch beide Pioniere in
einem Thema, das auch heute noch ein ökonomisches Tabu ist: Das Thema „Geld“. Nicht wie
Budgetexperten oder Kritiker der Weltbank oder Börsenprofis über Geld zu reden pflegen - über das wieviel
-, sondern grundsätzlich darüber, was Geld überhaupt ist, wie es entsteht und was es bewirkt.
Wer darüber nachdenkt, der zählt noch immer zu den Exoten. Jeder Mensch weiß zwar, dass Geld die
Welt regiert, nur die Ökonomen wollen es nicht wahrhaben. So wie sie es in den Dreißigerjahren nicht
wahrhaben wollten. Bedenken wir doch: Während mit Bescheid vom 5. Jänner 1933 die österreichische
Nationalbank ein erfolgreiches Wörgler Experiment untersagte, kam am 30. Jänner 1933 in Deutschland ein
Adolf Hitler über demokratische Wahlen an die Macht1. Die Stimmen brachte ihm das soziale Elend,
verursacht durch eine total verfehlte Wirtschafts- und Geldpolitik auf Basis der neoklassischen Theorie.
Diese sprach von ‘freiwilliger Arbeitslosigkeit’2, die in zu hohen Löhnen begründet wäre.
Diese neoklassische Theorie beherrscht auch heute wieder die Lehrmeinung, aber auch das
wirtschaftspolitische Denken. Und zwar nicht nur das der ’Schulbuchökonomen’, die noch immer oder
schon wieder allein auf die Selbstheilkräfte des Marktes vertrauen, sondern auch das der ‘Pragmatiker’, die
im Gegensatz dazu aktiv Wirtschaftspolitik machen wollen. Auch ihre Vorstellungswelt ist von statischen
Gleichgewichtsmodellen beherrscht. Dabei geht es nur darum, eine andere Allokation beschränkter
Ressourcen zu erzielen. Stichworte: Nachhaltigkeit, Effizienzrevolution, ökologische Steuerreform. Dass
Wirtschaft ein dynamischer Prozess ist, wird leider noch immer verdrängt. Es wird nicht einmal die Frage
gestellt, ob Geld tatsächlich neutral ist, oder ob es nicht die hohe Effizienz dieses Prozesses logistisch erst
ermöglicht..

Ernst Dorfner, Geldwirtschaft: Zwischen Wachstum und Kollaps, Herbst 1996


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Ich meine, dass dies ist auch vor Grünen und Umweltbewegten deutlich hervorzuheben ist, weil auch
deren ökonomische Vorschläge nicht über dieses Gleichgewichtsdenken. hinausführen. Ich halte das für
mehr als ein grobes Versäumnis.
Deshalb ein besonderer Dank an die Grüne Bildungswerkstatt für ihr Bemühen, das Thema ‘Geld’
aufzugreifen.

Noch zwei Anmerkungen:


Anmerkung eins: Dies ist nur eine erste Skizze. Ich kann nur das Tor zu einem neuen Ausblick
aufstoßen, hinausgehen und den Blick neugierig herumschweifen lassen muss jeder selbst.
Anmerkung zwei: Ich versuche mich in einer möglichst objektiven Analyse unserer Wirtschaft, die an
krebsartigen Wucherungen leidet, und partout nicht in deren Verteidigung. Ich kann jedoch kein Patentrezept
anbieten. So geht es mir wie dem Arzt, der Krebs diagnostiziert. Doch Diagnose ist da wie dort notwendig.

1. Die neoklassische Logik

Geld spielt, wie gesagt, in der heute gelehrten nationalökonomischen Theorie keine - wesentliche -
Rolle. Und zwar nicht nur in der Neoklassik: Ein Zeichen, wie sehr die Neoklassik prägt und wie schwer es
offensichtlich ist, sich aus deren Geist zu befreien.
Ich werde deren Geist zu erklären versuchen und dazu drei Prämissen voranstellen, auf denen dieser
theoretische Ansatz aufbaut:
Erstens: Das Bild vom Menschen, das sich die Neoklassik macht, ist das eines rationalen
Nutzenmaximierers, der seine Entscheidungen allein auf Grund rationaler Kalküle - Ausgleich von
Grenzkosten und Grenznutzen - sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben trifft. Für Gefühle,
Emotionen ist hier kein Platz. Darin findet sich m. E. auch einer der Ursprünge der immer mehr um sich
greifenden Individualisierung und Entsolidarisierung, aber auch unseres zerstörerischen Umgangs mit
unserer Umwelt.
Zweitens: Unsere Wirtschaft ist eine Tauschwirtschaft. Am Markt werden - und wurden schon immer in
der Menschheitsgeschichte - Güter und Leistungen im Äquivalententausch ausgetauscht. Der Tausch war
also schon vor der ‘Erfindung’ des Geldes da. Geld ist historisch und sequentiell erst später dazugekommen
und hat den Austausch nur vereinfacht. Die Neoklassik bleibt damit dem Denken in realwirtschaftlichen
Kategorien - meist in Form einer Getreidewirtschaft3 - verpflichtet. Geld spielt somit keine (große) Rolle.
Die Dichotomie (Aufgabelung) in einen realen und monetären Sektor ist damit begründet.
Drittens: Die Neoklassik sucht überall nach dem Gleichgewicht, das die ‘große Harmonie’ in der
Verteilung der ‘Ernte’ - modern: das Sozialprodukt - herstellt4: In dieser statischen und damit zeitlosen
Betrachtung gibt es zwar gegenwärtige und zukünftige Präferenzen; etwa zur Begründung des Zinses. Aber
es gibt keine dynamischen Prozesse. Zeit spielt keine Rolle.

Eine Anmerkung zur Freiwirtschaft: Geld spielt zwar darin die bedeutende Rolle, ja vielmehr: sie
beschäftigt sich nur damit. Alles andere aber gilt gleichermaßen. Vor allem soll eben auch die
ausgleichende Wirkung des Marktes durch zinsentlastetes ‘neutrales’ Geld sichergestellt werden. Die
Dichotomie (Aufgabelung) in einen monetären und einen realen Sektor bleibt aber gerade damit wie in der
Neoklassik aufrecht.5

An der Linzer Uni stellt Prof. Brunner seinen Studenten die Logik der Neoklassik anhand eines
vereinfachten Kreislaufschemas (Abb. 1) dar. Dieses entspricht in etwa der üblichen Darstellung in den
Lehrbüchern. Dabei wird trotz - oder gerade wegen - der Vereinfachung6 das Wesen der neoklassischen
Theorie nicht verwischt, sondern im Gegenteil, eher noch verdeutlicht.

In makroökonomischer Zusammenfassung - „Aggregation“ genannt - gibt es zwei Wirtschaftssubjekte:


Die privaten Haushalte und die Unternehmer. Und diese treten einander auf drei Märkten gegenüber: auf
dem Faktormarkt, dem Kapitalmarkt und auf dem Gütermarkt.
Am Faktormarkt wird von den Unternehmern nach den Produktionsfaktoren Arbeit, Finanzkapital und
Realkapital nachgefragt, woraus die Faktoreinkommen in Form von Löhnen, Zinsen und Gewinnen
entstehen. Diese Einkommen werden nun zum Teil konsumiert, der Rest gespart. Dementsprechend entsteht
Nachfrage am Gütermarkt: Einerseits nach Konsumgütern, andererseits über die Ersparnisse, nach denen
am Kapitalmarkt Nachfrage gehalten wird, nach Investitionsgütern in Form von Netto-Investitionen7.

Ernst Dorfner, Geldwirtschaft: Zwischen Wachstum und Kollaps, 30.12.2019


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Damit ist der Wirtschaftskreislauf geschlossen. Die gesamten Ausgaben der Unternehmern entsprechen
der Summe der Preise aller Güter und Leistungen. Die Verteilung des Einkommens wird dabei
makroökonomisch von den Marktkräften über die Nachfrage nach und das Angebot von den jeweiligen
Produktionsfaktoren entschieden, also von einer gewissermaßen naturgegebenen, neutralen,
übermenschlichen ‘invisible hand’, der niemand bösen Willen unterschieben kann. Der Anteil von Löhnen,
Zinsen und Gewinnen - die Lohn-, Zins- und Gewinnquote - ist dabei nicht stabil, sondern wird mit der Zeit
schwanken. Etwa wird eine niedrige Ersparnisquote und vice versa hohe Konsumquote den Zins und die
Zinsquote auf Kosten der Lohnquote bei hoher Nachfrage nach Investitionen ansteigen lassen. Ähnliches
gilt umgekehrt. Immer aber wird die Summe dieser Quoten zwangsläufig 100 Prozent ausmachen. Und jede
dieser Quoten wird ein positiver Wert sein.
Neben der makroökonomische Verteilung des Volkseinkommens auf Löhne, Gewinne und Zinsen gibt es
auch noch die mikroökonomische vor allem innerhalb der Gewinne selbst. Bestimmte Waren werden bessere
Preise und damit zusätzliche Gewinne auf Kosten anderer und dortigen Verlusten erzielen. Diese Verteilung
ist aber gleichfalls ‘nur’ eine Frage der Allokation, also von Angebot und Nachfrage. Wobei anzumerken ist,
dass die Makrookonomie den Ausdruck ‘Gewinn’ gar nicht kennt, sondern nur ein ‘Faktoreinkommen für
Realkapital’.

Durch die makroökonomische Verteilung kommt aber ein in jedem Fall positiver Saldo der Gewinne
über eine gesamten Volkswirtschaft zustande. Darauf werden wir später noch zurückkommen.

An dieser Stelle ist nun aber näher darauf einzugehen, dass in der neoklassischen Logik Geld sequentiell
vom Anfang an nicht vorhanden ist. Voraussetzungsgemäß ist die Wirtschaft eine Tauschwirtschaft, in der
Güter gegen Güter getauscht werden8. Und sie war schon vor der Erfindung des Geldes eine
Tauschwirtschaft. Damit wird auch nicht in Geldpreisen gerechnet, sondern mit Relativpreisen der
Faktoren, der Güter und Leistungen untereinander, d.h. mit Preisen, die sich in Relationen der Menge des
Gutes A zur Menge des Gutes B oder der Leistung C oder dem Faktor W ausdrücken. Etwa: Wieviel Sack
Kartoffel muss ich für ein Paar Schuhe hergeben, wieviel Laib Brot für das Haareschneiden.
Diese Relativpreise werden am Markt über Angebot und Nachfrage ohne Zuhilfenahme von Geld
ermittelt. Hier wird allerdings von Kritikern schon eingewendet, dass das nur über einen Auktionator
möglich wäre, dem sämtliche Anbieter zur selben Zeit ihre Waren und Leistungen vorlegen und von ihnen
als Nachfragende jene Relativpreise geboten werden, die zu einer Markträumung führen..
Erst nachträglich wird Geld vom „Friedman’schen Hubschrauber“ ab- und darübergeworfen, womit
die Absolutpreise oder Geldpreise entstehen. So wie durch Einführung des Metermaßes auch die absolute
Entfernung von Wien und Paris angegeben werden kann. Und so wie sich damit an der tatsächlichen
Entfernung dieser beiden Orte nichts ändert, ändert sich auch durch die Einführung des Geldes nichts am
Preis eines Gutes oder einer Leistung. Und ist unbedingt zu vermeiden, dass Geld hier etwa über inflationäre
Geldentwertung als ‘Störfaktor’ bei der Preisbildung wirkt9.
Die gesamten Lohn-, Zins- und Gewinnerträge stellen sich damit als Anteile an der ‘Ernte’ dar, also am
realen Sozialprodukt, wie es aus dem Produktionsprozess hervorgeht10. Dieses reale Sozialprodukt wird
zwar in Geld bewertet, doch ist dieser dabei ermittelte Preis nur eine Rechengröße, abhängig von der
gesamten Geldmenge bzw. dessen Kehrwert, der Kaufkraft der Geldeinheit. So geht es auch Luise
Gubitzer immer nur um das Mehrprodukt, wenn sie schreibt:
„Gemäß der Eigentumsordnung obliegt es den Besitzern, was mit dem von ihnen erzeugten Mehrprodukt
(Hvhg. E.D.) geschieht, d.h. wo und wie es investiert und angelegt bzw. wie es verteilt wird. (...) Daraus
erwächst die zentrale Frage, ob eine neue Gesprächsbasis und -form gefunden wird, in der die Konturen einer
gerechteren Verteilung des Mehrproduktes und der Vermögen, der lohnabhängigen Erwerbsarbeit, der
Hausarbeit und der vielen anderen Tätigkeiten sowie der Partizipation entstehen.“ 11

Geld ist so nur ein Schleier über dem Tauschwert der realen Güter und dem damit real vorhandenen
Volkseinkommen. Wird in der laufenden Periode mehr erzeugt als in der vergangenen, so errechnet sich bei
konstanten Preisen auch ein höheres Volkseinkommen in Geld.
Da somit Geld im Ablauf erst nachträglich dazukommt, kann es nichts mehr bewirken, muss es neutral
sein. Wobei es - so die Vorstellung - vom politisch-rechtlichen Komplex innerhalb der Wirtschaft im
richtigen Ausmaß - dem Geldmengenziel - zur Verfügung gestellt wird - und nicht durch die Marktlogik12.
Und Geld spielt keine Rolle, weil auch die Zeit keine Rolle spielt. Da ‘nur’ das Gleichgewicht zu einer
bestimmten Zeit gesucht wird, passiert dies alles gleichzeitig: Der Kreislauf ist also gar kein Kreislauf, die

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Allokation verschwimmt in die nachträglich gedachte Distribution hinein, die Zeit dazwischen für die
Produktion fehlt überhaupt..

Da diese Theorie nun aber zeitlos ist, finden dynamischen Prozesse, die zwangsläufig zu ihrem Ablauf
Zeit benötigen, darin keinen Platz. Wesentliche Elemente einer realitätsnahen Beschreibung unserer
Wirtschaft fehlen daher von vorne herein. Es wird nicht nach der Produktion, nach den Prozessen gefragt, in
denen die Güter und Leistungen, die da getauscht werden sollen, zustande kommen. Warum denn in unseren
Kaufhäusern und Läden diese Unmenge an unterschiedlichen Produkten und Produktneuerungen - sehr im
Unterschied zum zusammengebrochenen Sozialismus - immer wieder vorhanden ist? Die einzige Antwort,
die es gibt, bleibt immer nur eine Worthülse: ‘Der Markt schafft es’. Wodurch aber die Geschäftigkeit, die
Dynamik bewirkt wird, die sich hinter dem scheinbar statischen Bild des ‘vollen Geschäftes’ verbirgt, bleibt
solange unbeantwortet, als ‘Gewinn’ nur von der Statik der Verteilung13 abhängt.
Und weil der ‘Faktor’ Zeit fehlt, kann eben auch das Wirtschaftswachstum in dieser Theorie keine
Erklärung finden. Und so muss die Frage, wie eine positive Gewinnquote zustande kommt, innerhalb einer
stationären, also einer nichtwachsenden Wirtschaft, beantwortet werden: Der Gewinn kann damit nur durch
Verteilung zustande kommen. Mit anderen Worten: Ein positiver Gewinnsaldo ist ohne Wachstum möglich,
weil dies so vorausgesetzt wird.
Es darf deshalb nicht wundern, dass auch durchaus kapitalismuskritische Ökonomen in ihrem
neoklassischen Theorieverständnis dem Wachstumszwang verblüfft gegenüberstehen und gerne von einem
‘Wachstumsfetischismus’ sprechen. Sie erkennen zwar die Ungereimtheiten, welche die ‘Lehrbuchökonomie’
bereitet und entwickeln hier pragmatisch Alternativen, bleiben aber zumindest mit einem Fuß doch noch in
der Neoklassik. So sehen sie den Verwertungszwang des Kapitals, also der Ersparnisse - oder Profite, wie
sie sagen - glauben aber diesen Zwang durch Umverteilung hin zu den ärmeren Konsumenten zumindest
mildern zu können.

2. Eine Kritik an der neoklassischen Logik

Die oben dargestellte Verteilung des Volkseinkommens vermittelt, dass dieser Gewinnsaldo stets positiv
und dann genügend weit über Null liegt, wenn ‘nur’ die Lohnquote nicht zu hoch ist. Doch diese
Interpretation lässt sich nicht aufrecht erhalten, wenn wir das besprochene Kreislaufschema nun monetär
von der Kostenseite her und wirklich als Kreislauf, also dynamisch, betrachten.

Wir müssen sehen, dass am Faktormarkt das gesamtvolkswirtschaftliche Geldeinkommen als Ausgaben
der Unternehmer zustande kommt. Es ist das Volkseinkommen. Und eben nur dieses Volkseinkommen, wie
immer es auch verteilt wird, können die Unternehmer wieder als Einnahmen zurückerhalten. Nicht mehr
und nicht weniger. Bilden die gesamten aggregierten Ausgaben der Unternehmer das gesamte
Volkseinkommen, dann können die aggregierten Einnahmen der Unternehmer auch nur dem entsprechen,
was sie ausgegeben haben. Eine Frage, die schon Karl Marx gestellt, aber nicht beantwortet hat:
„Das in Form von Geldkapital vorgeschoßne zirkulierende Kapital von 500 Pf. St., (...) sei das zirkulierende
Gesamtkapital der Gesellschaft, d.h. der Kapitalistenklasse. Der Mehrwert sei 100 Pf. St. Wie kann nun die
gesamte Kapitalistenklasse beständig 600 Pf. St. aus der Zirkulation herausziehen, wenn sie beständig nur 500
Pf. St. hineinwirft?“14

Wir wissen: Gewinn ist der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben. Das aber gilt nicht nur für
den einzelnen Unternehmer, sondern auch für alle Unternehmer zusammen, also auch für den
gesamtvolkswirtschaftlichen Gewinnsaldo: Entsprechen aber die Einnahmen den Ausgaben, dann wird
dieser Saldo zu Null. Mit anderen Worten: Den aggregierten Gewinnen aller Unternehmen müssen gleich
hohe aggregierte Verluste gegenüberstehen.

Die Stabilität einer Volkswirtschaft hängt nun aber davon ab, wie hoch dieser
gesamtvolkswirtschaftliche Saldo der Gewinne und Verluste aller Unternehmen zusammen über Null liegt
(Abb. 2a - c). Das heißt, dass die Summe aller Gewinne größer ist als die Summe aller Verluste. Ist dieser
Saldo hoch, so werden nur wenige Unternehmen wirtschaftlich sich „nasse Füße“ holen oder gar „unter
Wasser“ geraten und tatsächlich ausscheiden müssen, während alle anderen Gewinne schreiben können,
wenngleich auch

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+9%

Gewinn-

3% Wachstum (Gewinnalimentation)

Prozent aller Unternehmen 100%

Verlust
-3%

Abb. 2a: Vereinfachte makroökonomische Gewinnverteilung bei Wachstum 3%


(Summe der Gewinne > Summe der Verluste)

+6%
Flächen =
Summe d. Gewinne
Gewinn

Fläche = Summe der 100%


Prozent aller Unternehmen Verluste

Verluste
-6%

Abb. 2a: Vereinfachte makroökonomische Gewinnverteilung bei Wachstum 3%


(Summe der Gewinne > Summe der Verluste)

vielfach keine überragenden. Aber sie können damit ihren eingegangenen Verpflichtungen nachkommen,
womit ihnen weiterhin der Weg über die Fremdfinanzierung erhalten bleibt. Sie bleiben kreditfähig. Mit
sinkendem Saldo (Abb. 2b) werden dagegen immer mehr Unternehmer in die Verlustzone kommen. Sie sind
dann nicht mehr kreditfähig und bankrottieren: Sie müssen ausscheiden. Dabei gehen nicht nur
Vermögensansprüche verloren, sondern auch Arbeitsplätze. Eine Situation, wie sie sich gerade jetzt recht
deutlich bei reduziertem Wirtschaftswachstum präsentiert. Saldieren Gewinne und Verluste zu Null (Abb.
2c), wird die Wirtschaft zum Nullsummenspiel. Die ‘Hälfte’ der Wirtschaft bankrottiert, ein ‘Rette sich, wer
kann’ heizt den Rationalisierungs-Wettbewerb voll an.

Wie aber kommt ein positiver Saldo zustande?

3. Was ist Geld? Wie entsteht es?

Ehe wir diese Frage klären, sollten wir uns daran erinnern, dass wir in einer Gesellschaft leben, die sich
durch die konstitutiven Merkmale ‘persönliche Freiheit (Rechtsperson), Privateigentum und Rechtsstaat’
auszeichnet. Dabei bedingen diese einzelnen Punkte einander.

Nun aber sollte es eine Binsenweisheit sein: Erst wenn Unternehmer ihre Produkte ‘fertig’ hergestellt
haben, können sie damit auf den Markt gehen. Darüber aber kümmert sich die Wirtschaftswissenschaft bis
heute nicht. Sie ist in der physiokratischen Verteilung der ‘Ernte’ stecken geblieben. So ist ihre Theorie bis
heute nur eine ‘Theorie der Verteilung’, die nicht durch Macht oder Gewalt besorgt wird, sondern durch den
Äquivalententausch am Tausch. Wie die ‘Ernte’, das Sozialprodukt, zustande kommt, bleibt ausgeblendet.

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Für die Aufnahme einer Produktion aber müssen die Unternehmer zuerst all die Produktionsfaktoren und
Produktionsressourcen anschaffen, also in ihr Eigentum bringen, die sie hierfür brauchen und die bislang
noch im Eigentum irgendwelcher Dritter sind. Zu dieser Anschaffung brauchen sie Geld. Geld steht also
ganz am Anfang, ist der Schlüssel zum Beginn einer Produktion. Erst mit Geld kommen wir also zu der
bislang fehlenden ‘Ökonomie der Produktion’, in der sich das Geld dann auch als deren Ziel herausstellen
wird: Der Mehrwert in Geld treibt diese Wirtschaft an15, und nicht der Hunger16.

Was aber ist Geld?


Geld, so lässt sich bereits aus obigen Überlegungen herleiten, hat offensichtlich etwas mit der
Möglichkeit zu tun, rechtmäßigen Zugang zum Eigentum anderer zu erhalten. Und es hat etwas mit der Zeit
zu tun, die von der Produktionsaufnahme bis zu dem Angebot am Markt vergeht. Frühestens am Ende dieser
Periode kann dann der Unternehmer etwas von ihm neu Geschaffenes hergeben, mit dem er die Ansprüche
seiner Vorlieferanten erfüllt. Zwischenzeitlich ist er etwas schuldig. Diese Schuldigkeit aber wird in
Rechtsdokumenten festgehalten, in Schuldscheinen.
Und hier müssen wir eine Institution ins Spiel bringen, die mit diesen Schuldscheinen zu tun hat. Es
sind die Banken. Die Banken übernehmen diese Schuldscheine. Und sie geben dafür etwas her, was wir
‘Geld’ nennen. Sehr anschaulich erläutert dies die Österreichische Nationalbank in einer Broschüre anhand
eines Beispiels (Abb. 3). Daraus können wir ersehen, was Geld ist und wie es entsteht.

Der Großhändler A kauft Waren beim Fabrikanten C und liefert diese an den Einzelhändler B weiter. A
stellt einen Wechsel - also einen Schuldschein - aus, mit A als Bezogenem, also als Schuldner, den C als
Zahlung akzeptiert. Weil nun C Geld für Lohnzahlungen braucht, reicht er diesen Wechsel bei seiner Bank
D ein.. Die Bank D, die ihrerseits Notenbankgeld, also Bargeld braucht, lässt sich diesen Wechsel von der
Notenbank E in Geld refinanzieren. Neues Geld entsteht. Die Notenbank E behält den Wechsel bis zur
Fälligkeit. Dann präsentiert sie den Wechsel bei der Bank F des B. F transferiert Bargeld an die Notenbank.
Geld verschwindet wieder. F löst den Wechsel bei B ein, der damit Geld an die Bank F transferiert, dies
aber nur deshalb tun kann, weil er inzwischen die Waren gegen Geld verkauft hat. Dieser Verkauf ist aber
nur möglich, weil sich inzwischen jemand anderer wieder verschuldet und damit Geld geschaffen hat.

Wir erkennen: Geld entspringt aus einem Verschuldungsprozess, bei dem ein Kredit gegeben wird 17.
Geld setzt also Kredit voraus - und nicht umgekehrt. Dabei entsteht ein Rechtsverhältnis zwischen dem
Kreditnehmer und der Bank: Die Bank hält mit dem Kreditvertrag eine Forderung gegen den Kreditnehmer.
Er ist der Bank etwas schuldig, was er später mit Geld zu tilgen hat. Es entsteht aber auch ein
Rechtsverhältnis zwischen der Bank und dem Lieferanten, der mit dem aus dem Kredit entstandenem Geld
bezahlt wird. Der Lieferant hat damit eine Forderung gegen die Bank, die nur durch Notenbankgeld erfüllt
werden kann. Und dadurch erfüllt wird, dass Geld gesetzliches Zahlungsmittel ist, also jede Schuld tilgt, die
bei einem Kauf entsteht.
Die Schuld des Käufers beim Lieferanten wird also mit Geld getilgt. Geld ist somit zu aller erst
Schuldentilgungsmittel, also Zahlungsmittel und nicht Tauschmittel.
Und: Geld ist durch Verschuldung entstanden, also durch einen endogenen18 Prozess Und es
verschwindet durch Entschuldung auch wieder. Das ist deutlich erkennbar, solange es sich um Buchgeld
handelt. Überziehe ich mein Konto, so entsteht auf meinem Konto eine Belastung, auf einem anderen eine
Gutschrift, die der Inhaber dieses Kontos zu Zahlungen verwenden kann. Aber auch hinter jedem Hunderter
im Portemonnaie steht ein Schuldner. Tilgt dieser aber seine Schuld, etwa durch Einlösung des Wechsels, so
bleibt dennoch der Hunderter in der Börse, weil und sofern sich ein neuer Schuldner hierfür gefunden hat.
Die Nationalbank spricht in diesem Zusammenhang von ‘Geldschöpfung’ und ‘Geldvernichtung’. Aus einer
streng verrechneten Drucksorte wird durch Verschuldung - etwa über einen Wechsel - Geld . Und aus Geld
durch Entschuldung - die Einlösung des Wechsels - wieder eine streng verrechnete Drucksorte.
Diese Verschuldungs-Prozesse laufen nun in millionenfacher Auflage ab: Alles Geld entsteht so: In Form
von Buchgeld bei den Geschäftsbanken und in Form von Banknoten bei der Notenbank. Und von diesen
Verschuldungsprozessen hängt auch davon ab, wieviel Geld entsteht und nachfragewirksam auftritt.

Eine Anmerkung: Wenn wir hier immer von ‘Verschuldung’ und ‘Entschuldung’ sprechen, dann sollten
wir uns durchaus auch die sozialpsychologische Bedeutung dieser Vorgänge bewusst machen. Hier findet
sich auch die Botschaft: „Geld macht frei“.

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4. Die Logik der Geldwirtschaft: Wachstum oder Kollaps

Wieviel Geld nachfragewirksam auftritt, hängt aber wiederum davon ab, wieviel Geld die
Unternehmer insgesamt in die laufende Produktion stecken, deren Erzeugnisse dann in der nächsten
Periode fertig am Markt erscheinen. All dieses Geld aber entsteht aus Verschuldung, entspringt aus
Krediten. Dabei darf man nicht der Täuschung unterliegen, dass auch bereits vorhandenes Geld investiert
wird, das ein Unternehmer hat. Denn auch zu diesem Geld - gleich ob Notenbankgeld oder Buchgeld -
gehört irgendwo ein Schuldner, ist also auch dieses aus einem Kredit entstanden.
All dieses Geld tritt nun aber unmittelbar sofort - also nicht zeitverzögert, wie die Produkte, deren
Herstellung Zeit braucht - am Markt auf und fragt dort nach den Gütern und Leistungen nach, die dort
bereits fertig angeboten werden. Diese wurden bereits in der vorhergehenden Periode hergestellt und
mussten damals dafür Kosten aufgewendet werden.
Zwischen dem Erscheinen des Geldes und der Produkte am Markt tritt eine Zeitverzögerung auf, ein
time-lag, der wichtig zu beachten ist. Prozesse - wie die Produktion - laufen in der Zeit ab, brauchen Zeit:
Ein Element, das die Neoklassik gar nicht kennt. Diese denkt ja nur im zeitlosen Gleichgewicht.

Produzieren in der laufenden Periode - also heute - die Unternehmer nun aber mehr als in der
vorhergehenden - also gestern - , so müssen sie heute bei konstanten Preisen und Löhnen mehr Geld in die
Produktion stecken als gestern. Dieses Mehr an Geld fragt nun aber nach den bereits gestern erzeugten
Gütern nach, womit es möglich wird, sie heute zu Preisen verkaufen zu können, die höher sind als deren
Kosten gestern. Daraus ergibt sich gesamtvolkswirtschaftlich ein Mehrertrag, ein monetärer Mehrwert,
nach dessen Herkunft Karl Marx und auch Rosa Luxemburg solange gesucht haben. Dieser Mehrertrag
macht es nun aber erst möglich, dass ein positiver Gewinnsaldo nicht nur rechnerisch ermittelt, sondern
auch realisiert werden kann.
Dieser Mehrertrag macht es aber auch möglich, dass Zinsen überhaupt bezahlt werden können. Da alles
Geld - Ersparnisse wie neugeschöpftes Geld -, das die Unternehmer in die Produktion stecken, aus
verzinslichen Krediten entsprungen ist und sich so verzinsen muss, können Zinsen nur aus einem neuen
Zufluss - dem Mehrertrag - bezahlt werden.

Der gesamtvolkwirtschaftliche Saldo ist nun aber Ausdruck der Höhe der Netto-Investitionen, die von
den Unternehmern getätigt werden, also jener Investitionen, die über die Ersatzinvestitionen hinausgehen.
Solange diese Mehrinvestitionen von Geld heute im Vergleich zu gestern zu Produktionserweiterungen
und damit auch zu einem realen Wirtschaftswachstum führen, folgt dem Mehr an Geld heute auch ein Mehr
von Produkten morgen, womit eine inflationäre Geldentwertung weitgehend vermieden wird.

Insgesamt aber gilt, dass idealtypisch nur soviel Geld vorhanden ist, wie die Unternehmer bereit sind,
sich zu verschulden19. Dabei ist zu beachten, dass diese Schulden nicht nur die Löhne und Ausgaben für
Vorprodukte, Betriebsmittel und Anschaffungen umfassen, sondern auch alle Steuern und Abgaben. All dies
müssen sie über die Preise der Produkte plus einem Zuschlag für die Bruttogewinne, also den Mehrertrag
für die Bezahlung von Zinsen und Gewinnen, wieder hereinspielen.
Weil nun aber der Nettogewinn sich aus der Differenz zwischen Bruttogewinn und Kreditzinsen ergibt,
wird über die Höhe der Kreditzinsen die Höhe der Investitionen und des Wachstums beeinflusst. Diese
Kreditzinsen werden aber weitgehend durch den Notenbankzinssatz, also dem Diskont, festgelegt20.

Anzumerken bleibt auch, dass von allen Unternehmern zusammen nicht ausgegebenes Geld nicht
gespart wird, sondern nicht oder nicht mehr vorhanden ist 21. Damit aber sinkt nicht nur das Geldvolumen,
sondern auch das gesamte Geldeinkommen, das überhaupt verteilt werden kann. Damit aber kommt jede auf
Geld basierende Sozialpolitik bei sinkender Wirtschaftsaktivität in die Krise.

Die Unternehmer verschulden sich und investieren aber nur bei ausreichendem Vertrauen in die
zukünftigen Gewinnerwartungen. Dies hat John M. Keynes schon 1935 so beschrieben:
„Der Zustand des Vertrauens, wie er genannt wird, ist ein Faktor, dem die Geschäftsleute immer die tiefste und
sorgfältigste Beachtung schenken. (...) Es sind nämlich nicht zwei verschiedene Faktoren, welche die Rate der
Investitionen beeinflussen, die Tabelle der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals und der Zustand des
Vertrauens. Der Zustand des Vertrauens ist gewichtig, weil er einer der Hauptbestimmungspunkte der ersteren

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ist (der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, von mir hier als Gewinnerwartungen bezeichnet; E.D.), die
wiederum mit der Nachfragetabelle der Investitionen identisch ist.“ 22

Ist nun dieses Vertrauen hoch, dann werden Unternehmer bereit sein, heute mehr zu investieren als
gestern, wodurch sich die Gewinnerwartungen auch erfüllen. Ist dieses Vertrauen aber niedrig, werden sie
möglicherweise weniger investieren als gestern, wodurch der Gewinnsaldo sinkt und sich auch die
Verlusterwartungen bestätigen. Mit sinkendem Saldo wird die Wirtschaft also immer mehr zum
Nullsummenspiel, bei den Gewinnen auf der einen Seite gleich hohe Verluste auf der anderen Seite
gegenüberstehen.
Genau das erleben wir jetzt, wo die Wirtschaft zu wenig wächst, wo zuwenig Geld in Realinvestitionen
und zuviel Geld in Finanzinvestitionen gesteckt wird. Mit sinkendem Gewinnsaldo wird die Wirtschaft
immer unstabiler. Immer mehr Unternehmen bankrottieren. Immer mehr Arbeitsplätze gehen verloren. Auch
bei den Unternehmen, die überleben. Denn diese überleben nur, wenn und weil sie die Kosten reduzieren.
Wenn investiert wird, dann nur in Rationalisierungsinvestitionen, damit Arbeitskräfte eingespart werden
können.
Semperit ist ein Beispiel dafür. Das Unternehmen Continental als Muttergesellschaft kann nur
überleben, wenn es auf den Finanzmärkten ausreichende Gewinnerwartungen vermitteln kann23. Das aber
ist nur möglich, wenn das Unternehmen bei allgemein schwachem Wachstum und damit härter werdendem
Wettbewerb die besseren Überlebenschancen hat: Das heißt, weiter rationalisiert. Die Aktien dieser
Unternehmen werden daher begehrt sein, ihr Kurs wird steigen, während die Aktien der Unternehmen, die
das nicht machen, abgestoßen werden, an Kurswert verlieren. Eine positive Rückkoppelung verstärkt dann
das alles noch.
Da ein positiver Gewinnsaldo aber nur bei entsprechendem Wachstum zustande kommt, dieser aber die
Stabilität der Wirtschaft und des sozialen Systems bedingt, bewegt sich unsere Geldwirtschaft zwischen der
Scylla ‘wirtschaftliches Wachstum’ und der Charybdis ‘sozialer Kollaps’.
Das aber sieht die ‘gültige’ Wirtschaftstheorie und die davon abgeleitet Wirtschafts- und Umweltpoltik
nicht. Nur so kann etwa Heidi Dumreicher schreiben:
„‘Das Nullwachstum, in den Siebzigerjahren als weltfremde Forderung des Club of Rome abgetan, scheint
heutige Experten nicht mehr so zu schrecken.’ sagt Marina Fischer-Kowalski. Der Schritt aus der Konjunktur
bedeutet ihnen nicht den bodenlosen Abgrund (...) - sie befürchten nicht, dass der Markt zusammenbricht,
wenn eine Trendwende in Richtung Nachhaltigkeit eintritt. Denn in einer nachhaltigen Wirtschaft wird Arbeit
billiger, Ressourcen und Naturverbrauch teuerer.“ 24

Sicher: Auch ich bin für Nachhaltigkeit. Diese ist notwendig, aber nicht hinreichend. Was mich
allerdings schreckt, ist, dass die Ökonomen - und mit ihnen die Ökologen - immer noch - oder schon wieder
- diesen Gleichgewichtstraum träumen, den unsere Wirtschaftsform nicht erfüllen kann. Es geht ihnen ‘nur’
um eine andere Allokation der Ressourcen -Stichwort: ‘Ökologisierung des Steuersystems’. Doch sie können
noch immer nicht mit der Dynamik dieser Ökonomie umgehen, weil sie gar nicht willens sind, sich damit zu
befassen. Und genau das erinnert mich allzu sehr an die Dreißiger Jahre.
Desgleichen bin ich für soziale Gerechtigkeit. Nur ist zu beachten, dass unser Wirtschaftssystem
zwingend Vermögenseigentümer braucht, damit überhaupt Geld und Erwerbsarbeit entsteht. Ohne
Vermögenseigentümer, die bereit sind, sich zu verschulden, kein Geld und keine Erwerbsarbeit. Werden die
Vermögenseigentümer ‘wegverteilt’, ist auch die Erwerbsarbeit weg.

5. Viele offene Fragen

Was also tun? Ich muss es hier offen lassen. Denn viele ergänzende und weiterführende Fragen sind
noch zu beantworten. Ich denke aber, dass sich so manches in einer ganz neuen Sichtweise darstellen lässt,
da wir nun eine dynamische Betrachtung skizziert haben25. Mit ihr lassen sich sowohl die negativen als auch
die positiven Seiten unserer Wirtschaftsweise besser erklären. Dass sie auch diese positiven Seiten hat, wie
etwa ihre ungeheure Effizienz, können und dürfen wir nicht leugnen: Denn dieses Positivum macht sie ja
gerade so schwer veränderbar.

Hier noch einige dieser Fragen:


--Ist es möglich, das Geld so zu reformieren, dass es diese negativen Folgen nicht mehr zeitigt? Genügt
hier nur eine Änderung der „Mechanik“? Oder verlangt das mehr?

Ernst Dorfner, Geldwirtschaft: Zwischen Wachstum und Kollaps, 30.12.2019


Seite 8
--Welche Rolle spielen die Zinsen? Woher kommt das Geld für die Zinsen? Aus einer Umverteilung?
Oder aus dem Wachstum? Wie hoch ist der Zinsanteil in den Preisen?
--Wie ist das mit der „autonomen Geldschöpfung“ der Geschäftsbanken? Der Schöpfung von Geld „aus
dem Nichts“? Das Verhältnis von Notenbankgeld, Buchgeld und der Liquiditätsreserve?
--Beeinflussen die Finanzmärkte die Realwirtschaft? Und die Höhe der Realinvestitionen?
--Die ökologische Steuerreform: Ein „Patentrezept“? Wachstumszwang und Nachhaltigkeit - ein
Widerspruch?
--Ist ein „Grundeinkommen für alle“ möglich? Wenn ja: Ist das ein Vorschlag, der eher in der
Hochkonjunktur denn in der Flaute umsetzbar ist?
--Was bringt eine Wertschöpfungsabgabe? Wie wirkt sie sich auf das Investitionsklima aus?
--Wie ist das mit dem Vorschlag einer „Entschuldung“? Wieweit ist so etwas überhaupt realisierbar?
Eine allgemeine Entschuldung? Oder nur der „3. Welt“?
--Geld verschafft Freiheit und Unabhängigkeit von anderen Menschen. Hat das auch eine Kehrseite?
Schafft es nicht auch Abhängigkeiten? Wie ist das mit der „Solidarität“ und der „Reziprozität“?
--Ist zumindest ein teilweiser Ausstieg aus der Geldwirtschaft wünschenswert oder sogar unumgänglich?

Ernst Dorfner, Geldwirtschaft: Zwischen Wachstum und Kollaps, Herbst 1996


Seite 9
1

Anmerkungen

Vgl. dazu Golo Mann (1992) und Gerhard Ziemer (1971). Zur Erinnerung auch: Am 4. März 1933 tagte letztmalig das
österreichische Parlament bis 1945. Bundeskanzler Dollfuß, der bloß mit einer Stimme Mehrheit regierte, löste es in
den nächsten Tagen auf. Bis zu 550.000 Menschen waren in dieser Zeit arbeitslos gemeldet, die Ausgesteuerten nicht
mitgezählt. Vgl. dazu Karl Ausch, (1968)
2
Dieser Begriff hat der englische Ökonom Arthur Cecil Pigou (1877-1959) geprägt, der Arbeitslosigkeit in seinem
Buch ‘Unemployment’ (1916) auf zu hohe und zu starre Löhne zurückführt, die verhindern, dass sich ein neues
‘Vollbeschäftigungsgleichgewicht’ einstellen kann. Pikanterweise taucht Pigou heute im Zusammenhang mit der
ökologischen Steuerreform wieder auf: In seiner ‘Economy of Welfare’ (1912) beschäftigte er sich erstmalig mit den
‘externen Kosten’, die zu internalisieren sind, um so einen neuen Gleichgewichtspreis und eine dementprechende
Nachfrage zu erreichen. Siehe dazu: Franz Jaeger (1994), insb. S. 29ff.
3
Dieses physiokratische Denken (s. Fn 4) in Eingut-Getreidewirtschaften findet sich noch bei neoklassische
Ökonomen, wie etwa Alfred Marshall (1842-1924). Siehe dazu Schelkle/Nitsch (1995)
4
Dogmenhistorisch ist anzumerken, dass die ökonomische Lehren von Anfang an bis heute sich nur mit der
‘Verteilung der Ernte’ beschäftigen. Irgendwie steht immer die jeweilige ungerechte Verteilung dahinter, wofür sie eine
moralische Rechtfertigung suchen: Eine Beschwichtigungswissenschaft also. Die Physiokraten (Francois Quesnay,
1694-1774) sehen im Boden das einzige fruchtbare Element. Da dieser den Bodenbesitzern gehört, gehört auch die
Getreide-Ernte der ‘besitzenden Klasse’. Die ‘produktive Klasse’ der Bauern erhält gerade soviel, dass sie nicht
verhungern. Die Klassiker verteilen gleichfalls nur die ‘Ernte’; jetzt allerdings auf drei Klassen: Bodenbesitzer,
Kapitalisten und Arbeiter. Auch diese Lehre ist klassenideologisch begründet: Bei David Ricardo (1772-1832)
zugunsten der Kapitalisten, bei Thomas R. Malthus (1766-1834) zugunsten der Bodeneigentümer. In der Revolution
1848 stehen dann die Arbeiter gegen die Ungerechtigkeiten dieser so gerechtfertigten Verteilung auf die verschiedenen
Klassen auf. Karl Marx (1818-1883) prägt den Begriff ‘Klassenkampf’. Dagegen tritt nun in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts die Neoklassik (Leon Walras, 1834-1910) an: Der Klassenkampf sei nicht erforderlich - so die insgeheime
Botschaft -, weil über den Ausgleich des Nutzens sowieso die Beste aller Welten zustande käme. Diese Ideologie der
‘invisible hand’ gilt noch heute. Dies erscheint aber als eine Uminterpretation von Adam Smith (1723-1790). Dieser
sah das Wirken der unsichtbaren Hand eher in der Reichtumsvermehrung durch die Befriedung des Landes durch den
aufkommenden Zentralstaates und dessen Förderung von Handel und Gewerbe im Gegensatz zu den vorangegangenen
Kriegswirren und Raubzügen, solange noch die Landadeligen und ihre Kriegshorden das Sagen hatten. Siehe dazu:
Albert O. Hirschman (1987), Jürgen P. Hoffmann (1986), Joan Robinson (1962).
5
Siehe dazu Silvio Gesell, Die natürliche Wirtschaftsordnung (1916). Auch ist zu bedenken, dass die derzeitige Krise
wohl nicht durch ‘Geldhortung’ begründet werden kann, rast doch das Geld wie irr um die Welt. Die Warenumsätze
machen kaum mehr als 1 bis 2 Prozent aller Geldtransaktionen aus. 98 bis 99 Prozent sind Finanztransaktionen! Geld
ist also zu entschleunigen und wieder in reale Investitionen hineinzubringen.
6
Was fehlt, ist der Staat mit seien Steuern und Transferleistungen, sowie Ex- und Import.
7
Netto-Investitionen sind jene Investitionen, die über die Ersatzinvestitionen hinausgehen. Die Ersatzinvestitionen
wiederum sind in den Aufwendungen enthalten, die zur Herstellung der Konsumgüter notwendig sind.
8
„Die Klassiker stellten der landläufigen Ansicht den Satz gegenüber: Geld und Reichtum sind etwas völlig
verschiedenes. Niemand möchte Geld um des Geldes willen verdienen, sondern wegen der Güter, die er damit kaufen
kann. Deshalb ist Geld nur ein Schleier über den realen Vorgängen.“ [B. Felderer/ S. Homburg, Makroökonomik und
moderne Makroökonomik, Springer (1994), zitiert nach Schelkle/Nitsch, (1995)]
9
Darin findet die Politik der unbedingten Geldwertstabilität, wie sie die Deutsche Bundesbank verfolgt, ihre
Begründung. Ihre Unabhängigkeit soll sicherstellen, dass das Geld im richtigen Ausmaß zur Verfügung gestellt wird.
10
Es wird deshalb auch von einem ‘Güterzins’ gesprochen .
11
Luise Gubitzer in Grüne Bildungswerkstatt (1996), S. 126
12
Waltraud Schelkle, in Schelkle/Nitsch (1995), insb. S. 29 u. 39
13
Gewinn ist demnach nur möglich, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot. Das gilt sowohl auf den Faktor-
wie auf den Gütermärkten. Gewinn heißt realwirtschaftlich aber nur, dass der eine mit mehr nach Hause geht, als er
ursprünglich erwartet hat, der andere dafür mit weniger, aber auch nicht mit leeren Händen. Dies bewirkt zwar eine
Änderung in der Angebotsstruktur, aber letztlich keine Überwindung des relativen Mangels, weil sich dann der
Suchprozess sofort wieder in die Gegenrichtung wendet. Dies ist zwar auch Bewegung, aber die eines Pendels um die
immer gleiche Mitte. So ist letztlich alles relativ harmlos und in der langen Frist auch harmonisch. ‘Alles pendelt sich
ein’.
14
Karl Marx (1955), S 331
15
Mit G-W-G’ hat Marx dies in Anlehnung an Aristoteles kurz und präzise beschrieben. Siehe K. Marx (1955)
16
Nicht dass es auch bei dieser Wirtschaft Hunger gibt. Aber hier kann er nicht antreiben, weil das Privateigentum
zwischen dem Hunger und der Fruchtbarkeit der Natur steht.. „Erst wenn der letzte Fisch gefangen, ...., werdet ihr
erkennen, dass man Geld nicht essen kann.“ Nur: Der Fluss war bei den Indianern eine Allmende, jeder konnte
‘nachhaltig’ fischen, doch wir brauchen eine Fischerkarte. Und dazu Geld. Denn auch das Fischwasser ist jemandes
Eigentum.
17
Dass die Geldversorgung der Wirtschaft über Kredite der Notenbank erfolgt, sagt ja sogar die Schulwissenschaft.
Diese beschäftigt sich jedoch nicht damit, warum und wann Kredite von Unternehmen aufgenommen werden: Doch
nicht erst dann, wenn und wann diese am Markt gegenseitig tauschen, sondern wenn und wann sie produzieren
wollen. Dass Geld nur so einfach über der Volkswirtschaft abgeworfen wird oder in den Taschen der Konsumenten
landet, ist zu schön um wahr zu sein. Dann wäre es leicht, Unternehmer zu sein, wenn das Geld für die Gewinne vom
politisch-rechtlichen Komplex im richtigen Ausmaß zur Verfügung gestellt wird. Allerdings wäre dann schon zu
fragen: Warum nur 5, 10 oder 15 Prozent Gewinn? Warum nicht 30 oder 50 Prozent? Die Instrumente der
Geldmengensteuerung, wie sie die Lehrbücher beschreiben, passen zudem besser auf die hier vorgestellten
Überlegungen als die neoklassisch-monetaristische Theorie. Vgl. dazu Robert J. Gordon (1989).
18
endogen (von Endogenese): innerhalb (der ökonomischen Prozesse) entstanden
19
Dies ist eine idealtypische Darstellung. Sie gilt so nur für die Zeit von 1945 bis Mitte/Ende der 60-iger Jahre.
Periode 1: Wiederaufbau und Nachholbedarf (1945-Ende 60-iger Jahre) haben von sich aus jene Zuversicht bei
den Unternehmern herbeigeführt, die sie von sich aus investierten und sich verschulden ließ, weil sie sicher waren, für
ihre Produkte auch genügend Käufer bei gewinnsichernden Preisen zu finden.
Periode 2: Ab Mitte/Ende der 60-iger Jahre verflachte diese Zuversicht. Damals wurden die 3.-Welt-Länder bei
relativ niedrigem Zinsniveau als neue Schuldner ‘erfunden’. Deren Schulden machten es möglich, dass in den
Industrieländern damit weiterhin das Geld vorhanden war, das die Bezahlung der Gewinne ermöglichte.
Periode 3: Mit Antritt von Ronald Reagan als US-Präsident änderte sich die Lage total: Übergang vom
Keynesianismus zum Monetarismus, ‘Star-War’-Programm und Senkung der Höchststeuersätze in den USA ließen die
Zinssätze gewaltig ansteigen: Die 3.-Welt-Länder hatten damit die Grenze der Verschuldung bereits überschritten.
Neuer Schuldner musste her: Die öffentlichen Haushalte. Sie verschuldeten sich nun, um die Gewinne und damit die
Arbeitsplätze zu sichern.
Periode 4: Die öffentlichen Haushalte sind nun auch am Ende. Nun läuft alles über die internationalen
Finanzinvestitionen, die nun den großen Firmen a la Siemens einen Großteil ihrer Gewinne sichern.
Näheres dazu: Hansjörg Herr/Klaus Voy (1989)
20
Das Geld, mit dem über Kredite bezahlt wird, ist zwar nicht alles ‘neues’ Geld, sondern auch ‘gespartes’. Da aber die
Notenbank der potenteste Kreditgeber ist, ist sie Preissetzer - und nicht Preisnehmer - am Kreditmarkt. Keine Bank
wird ihren Einlegern höhere Zinsen zahlen, als die Notenbank für ‘neues’ Geld verlangt . Theoretisch ist diese somit in
der Lage, Kredite auch zu niedrigsten Zinsen zu vergeben, die gerade ihre Aufwendungen und Gewinne decken. Dabei
ist zu bedenken, dass Notenbankgeld ja üblicherweise nicht ausbezahlt wird, sondern allein als Liquiditätsreserve der
Geschäftsbanken Verwendung findet. Ausführlich dazu: Ernst Dorfner in Binswanger/Flotow (1994)
21
Zahlt ein Unternehmen seinen Kredit bei der Bank wieder zurück, so verschwinden diese daraus hervorgehenden
‘Forderungen auf Geld’ (Buchgeld) dann wieder, wenn sich der Unternehmer nicht neu verschuldet. D.h., beide Seiten
der Bankbilanz werden um diesen Betrag ‘kürzer’. Wird Notenbankgeld an die Geschäftsbanken zurückgezahlt, das
diese weder für Ausleihungen noch für die Mindestreserve braucht, so kauft die Bank mit diesem zinsbelasteten
Notenbankgeld etwa Schatzscheine (Treasury-bonds) von der Notenbank zurück. ‘Geld’ verschwindet in beiden Fällen.
Auch die Notenbankbilanz wird in diesem Fall ‘kürzer’.
22
John M. Keynes, (1936) S. 125
23
Vgl. dazu Egon Matzner im Standard vom 28. Oktober 1996
24
Heidi Dumreicher in Oikodrom Stadtpläne 2/95, S. 13
25
siehe dazu Literaturverzeichnis

Literaturhinweise:

Karl Ausch, Als die Banken fielen, Europa Verlag, 1968


Hans Ch. Binswanger, Geld & Natur, Weitbrecht, 1991
Hans Ch. Binswanger, Geld und Wachstumszwang, in H.C. Binswanger, P.v. Flotow, Geld & Wachstum,
Weitbrecht, 1994
Ernst Dorfner, Auf der Suche nach dem „Dritten Weg“, Silvio Gesell und die Freiwirtschaft, Juridikum 5/92
Ernst Dorfner, Der Zins in der modernen Geldwirtschaft, in H.C. Binswanger, P.v. Flotow, Geld & Wachstum,
Weitbrecht, 1994
Ernst Dorfner, Geld ausgeben für das Sparen - ökologische Steuerreform und marktwirtschaftliche Dynamik,
unveröffentlicht, 1995
Ernst Dorfner, Semperit und das Grundeinkommen für alle, unveröffentlicht, 1996
Heidi Dumreicher, Österreich unterwegs zur Nachhaltigkeit, in Oikodrom Stadtpläne 2/95
Franz Jaeger, Natur und Wirtschaft, Verlag Rüegger, 1994
Silvio Gesell, Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld, Gesammelte Werke, Bd.9 Gauke,
1991
Robert J. Gordon, Makroökonomik, Oldenburg, 1989
Grüne Bildungswerkstatt, Werkstattschriften, Arbeitswelten- Lebenswelten / Arbeit, Wien, (1996),
Hansjörg Herr/ Klaus Voy, Währungskonkurrenz und Deregulierung der Weltwirtschaft, Metropolis, 1989
Gunnar Heinsohn, Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft, Suhrkamp, 1984
Albert O. Hirschman, Leidenschaften und Interessen, Suhrkamp, 1987
Jürgen P. Hoffmann, Die großen Wirtschaftsdenker, Econ, 1986
John M. Keynes, Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Geldes und des Zinses, Duncker & Humblot, 1936
Golo Mann, Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Fischer, 1992, insb. S 829ff.
Karl Marx, Das Kapital, Bd II, Dietz, 1955
Karl Polanyi, The Great Transformation, Europa-Verlag, 1977
Hajo Riese, Geld - das letzte Rätsel der Nationalökonomie, in Zeitschrift f. Sozialökonomie 104/1995
Joan Robinson, Anmerkungen zur Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, in J.R., Über Keynes hinaus, Europa
Verlag, 1962
Paul A. Samuelson, Volkswirtschaftslehre, Bundverlag, 1975
Waltraud Schelkle/ Manfred Nitsch, Rätsel Geld, Metropolis, 1995
Stephan Schulmeister, Zinsen, Wachstum, Staatsverschuldung, WIFO Monatsberichte 3/95
Hans Schumann, Arbeiterklasse und Geldpolitik, Verlag von Stritzke & Co, Altenburg/Thür., 1930
Fritz Schwarz, Das Experiment von Wörgl, Genossenschaft freiwirtschaftlicher Schriften, 1951
Gerhard Ziemer, Inflation und Deflation zerstören die Demokratie, Seewald, 1971