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Die sieben Siegel

Ende Januar 2016, ich kann mich an das genaue Datum


nicht mehr erinnern, hatte ich einen inspirierenden
Traum. Ich lebte derzeit im Varinda Resort auf der Insel
Koh Samui in Thailand. Auf dieser Insel lebte auch der
buddhistische Mönch Luam Phor Ruam. Lange bevor er
im Jahre 1972 starb, sagte er nicht nur seinen Tod auf den
Tag genau voraus, sondern auch die Tatsache, dass sein
Leichnam nicht verwesen werde. Der Leichnam des Luam
Phor Ruam sitzt seit dem hinter Plexiglas in meditativer
Sitzhaltung ohne zu verwesen. Eine wissenschaftliche
Erklärung für dieses Phänomen gibt es bis heute nicht,
wohl aber Röntgenaufnahmen und andere Beweise, die
zweifelsfrei belegen, dass der mumifizierte Mönch kein
Fake ist. Für die Thais ist Luam Phor Ruam der Beweis,
dass die Kraft ihrer Religion Naturgesetze überwinden
kann. Eines Nachts erschien der mumifizierte Mönch mit
seiner skurillen Sonnenbrille und seiner ledrigen Haut in
meinem Bungalow, setzte sich auf die Bettkante und
begann mit tiefer und kratziger Stimme mit sieben
grundlegenden Mysterien zu diktieren. Es sind Antworten
auf die wohl drängendsten Fragen, die sich die
Menschheit seit Anbeginn stellt.
Nur sieben Monate später veröffentlichte ich den Roman
"Der mumifizierte Mönch".

Kommunikation mit der Quelle


Du kannst nicht direkt mit der Quelle kommunizieren.
Das liegt daran, dass eure Kommunikationsform der
Sprache vom Phänomen der Zeit abhängt, denn es
werden Wörter nacheinander gereiht, so dass eine
zeitliche Abfolge entsteht.

Wie Du aber noch erfahren wirst, und viele wissen es


jetzt schon, ist Zeit eine Illusion. Von der Quelle aber habt
Ihr nur die Wahrheit zu erwarten, daher ist die
Kommunikation mit der Quelle über die menschliche
Sprache nicht möglich.

Die Quelle gab Euch verschiedene Kanäle zur


Kommunikation und stellt darüber hinaus Botschafter zur
Verfügung. Einige dieser Botschafter kennt ihr. Sie heißen
Jesus Christus, Buddha, Mohammed, Shiva, Krishna,
Meister Eckehard, Gandhi, Mutter Theresa und viele
andere Meister und Lehrer der Quelle, die zu Lebzeiten
ihre Botschaften auf ihre ganz persönliche Art und Weise
übermittelten.

Die Aufzählung ist natürlich unvollständig und ihre


Reihenfolge willkürlich und ohne jegliche Bewertung.

Des Weiteren gibt es Bodhisattwas, Engel, Geister und


andere Seelen, die einen Kanal zwischen eurer
illusionierten Traumwelt der relativen Formgebung und
der Absolutheit der Quelle bilden.

Wie ihr diese Wesen nennt, interpretiert, ihnen ein


Gesicht, einen Namen oder einen Körper verleiht, um sie
Eurem begrifflichen Verstand zugänglich zu machen,
spielt keine Rolle. Jeder Kultur und Epoche wird
Rechnung getragen und ihr könnt, ohne ein Sakrileg zu
begehen, auch die Ansprechpartner jederzeit wechseln.

Da diese Seelen aber allen gemein ist, dass sie nicht unter
Euch Menschen weilen, sondern feinstofflichere
Existenzen angenommen haben, bedarf es auch zur
Kommunikation mit diesen Botschaftern einer Art
Kommunikationswerkzeug, dass die Quelle jedem von
Euch mitgegeben hat.

Manche nennen es den heiligen Geist, andere nennen es


die Buddha-Natur, Atman, das Überbewußtsein, den
siebten Sinn und viele andere Begrifflichkeiten für eine
Schaltstelle in Euch, die eine Kommunikation mit der
Quelle indirekt ermöglicht. Auch diese Aufzählung ist
wertfrei und unvollständig. Dieses
Kommunikationswerkzeug bedarf einer feinen Justierung,
ähnlich wie ein Radio exakt auf die Frequenz eingestellt
werden muss, die es empfangen möchte. Es gibt
Menschen, die in unzähligen Inkarnationen durch
regelmäßigen Gebrauch eine höhere Routine und
Treffsicherheit bei der richtigen Einstellung der Frequenz
haben, als andere.

Menschen, die eine besondere Frequenz besonders gut


empfangen können, werden von Euch als Medien
bezeichnet. Sie vermögen es, mit Verstorbenen und
anderen Seelen zu kommunizieren.

Während Medien aber auch auf spirituellen Irrwegen


wandeln können, sind die wahren Propheten, die einen
direkteren Draht zur Quelle haben, zumindest teilweise
erwacht.

Ein vollständiges Erwachen ist auf der menschlichen


Evolutionsstufe nicht möglich, dazu komme ich aber
später noch. Im Grunde genommen ist ausnahmslos jeder
fähig, mit subtileren Existenzen, die einen höheren
Evolutionsstand erreicht haben und damit mittelbar mit
der Quelle selbst zu kommunizieren.

Du musst dazu nicht auserwählt sein, keiner Konfession


angehören oder irgendeinen Glauben annehmen. Du
musst Dich nicht einmal in einen besonderen Zustand der
Trance oder Meditation versetzen, wenngleich ein solcher
Zustand die Kommunikation verbessern kann.

Denn in Trance wird der korrigierende Verstand, der


innere Kritiker, gewissermaßen ruhiger gestellt und seine
fortwährenden Bewertungen, Kommentare oder Kritik
werden reduziert. Wenn Du im Zustand Deines
Normalbewusstseins mit der Quelle kommunizierst, hört
sich das so an, als würdest Du Deine eigene innere
Stimme hören. Vor allem am Anfang wird es Dir
schwerfallen, eine Quellkommunikation von einem
gewöhnlichen Selbstgespräch zu unterscheiden.

Derartige Selbstgespräche finden fortwährend in Dir statt,


ob Du Dir dessen bewusst bist oder nicht. Du musst
wissen, dass der normale innere Dialog, das
Selbstgespräch, vom Ego getrieben ist. Das Ego versucht
Dir auf diese Weise zu vermitteln, was die Welt ist, wie
die Welt ist, was Du bist und wer Du bist. Alle
Schlussfolgerungen und damit alle Einflüsterungen des
Ego sind falsch.
Das Ego bedient sich einer psychologischen Strategie, die
Unwahrheit so laut und so oft zu wiederholen, bis Du sie
glaubst. Dieser Fall ist eingetreten, sonst würdest Du Dich
nicht als Materie in einer Welt von Materie wahrnehmen,
also als isolierter Mensch in einer Welt isolierter Dinge
erkennen. Diese Wahrnehmung beruht auf Täuschung.

Sie ist Dein Teil des kollektiven Traumes, den die


Menschen von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod träumen.

Nach meinem Ableben als buddhistischer Mönch war es


eigentlich mein Anliegen, als Bodhisattva zu inkarnieren,
um alle leidenden Wesen zu befreien. Ich bekam jedoch
einen anderen Auftrag von der Quelle. Ich sollte den
Menschen als Seth dienen. Seth sind höchst feinstoffliche
Wesen. Wir haben zwar noch so etwas wie einen
Formkörper, jedoch ist dieser nicht mit der Materie
vergleichbar, die Ihr Menschen als solche missversteht.
Eure Physiker haben inzwischen ja auch schon
verstanden, dass es so etwas wie Materie in Wirklichkeit
gar nicht gibt.
Lediglich Atome, die herumschwirren und die im
innersten Kern vibrierende Energie sind. Eure stumpfen
Sinnesorgane nehmen diese vibrierende Energie als
Materie wahr. Da wir diese Illusion durchschauten,
besitzt unser Formkörper bei weitem nicht die hohe
Dichte eures so genannten Materiekörpers, weshalb wir
von fester Nahrung absehen können. Einen subtilen
Formkörper haben wir dennoch, um uns voneinander
unterscheiden zu können.

Dieser evolutionäre Quantensprung bringt einige Vorteile


mit sich, die ein Mensch nicht hat. Wir müssen uns nicht
ständig mit Nahrungsaufnahme, Verstoffwechselung und
Ausscheidung anderer Lebensformen wie Pflanzen und
Tiere beschäftigen, kennen keine körperlichen
Erkrankungen und besitzen das Potenzial, nach Eurer
Zeitrechnung mehrere Millionen Jahre zu überdauern. Die
Begrenzung auf drei Dimensionen ist aufgehoben,
wenngleich auch wir noch nicht alle Dimensionen zu
erfassen vermögen.
Zeit spielt für uns nur noch dann eine Rolle, wenn wir sie
zur Aufgabenerfüllung benötigen. Ansonsten ist die
Illusion der Zeit für uns im Jetzt entschwunden.

Wenn ihr an so etwas wie Engel oder Schutzengel glaubt,


handelt es sich um uns Seth. Tatsächlich haben einige von
uns die Aufgabe, einen oder mehrere Menschen zu
beschützen oder Botschaften zukommen zu lassen.

Dabei liegen unsere Möglichkeiten und Fähigkeiten zwar


weit über den Euren, dennoch sind sie begrenzt.

Wenn zum Beispiel ein Dachziegel von einem Haus fällt


und seine physikalische Flugbahn sich ausgerechnet einen
Menschenkopf als Ziel ausgewählt hat, so ist es uns nicht
möglich, in die Physik einzugreifen, die Flugbahn zu
verändern, die Gravitation auszusetzen oder die
Bewegungsenergie des Dachziegels abzubremsen, aber es
ist uns bei vielen Menschen möglich, eine Intuition zu
erzeugen und sie zu einem spontanen Handeln zu
veranlassen, dass sie eigentlich nicht beabsichtigt hatten.

Zum Beispiel könnte eine solche Intuition sein, plötzlich


anzuhalten, um ein Taschentuch aus der Tasche zu ziehen,
obwohl dieser Mensch sich eigentlich gar nicht
schnäuzten muss oder will. Als Folge davon entgeht er
seinem Schicksal und der Dachziegel fällt einige Meter
vor ihm auf dem Boden anstatt auf seinen Kopf.

Kinder sind besonders leicht durch uns zu beeinflussen


und das ist auch gut so, denn kaum ein Kind würde bei
seinem riskanten Verhalten erwachsen, wenn wir nicht
ständig auf der Hut wären. Andererseits müssen sich
Kinder riskant verhalten, weil sie sonst niemals lernen,
was riskant und was sicher ist. Meine Aufgabe jedoch ist
es nicht, Verkehrsunfälle zu verhindern oder Kinder davor
zu bewahren, ihre Wohnung anzuzünden. Meine Aufgabe
ist es, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Also Dir und
der Menschheit einige Tatsachen näher zu bringen,

die Ihr Menschen als Geheimnisse oder Mysterien


bezeichnen würdet. In Wahrheit jedoch gibt es keine
Geheimnisse oder Mysterien. Es gibt nur Begrenzungen.
Die meisten Begrenzungen, denen Menschen unterliegen,
sind durch ihren eigenen Verstand selbst erschaffen. Sie
sind keine üble Laune der Quelle. Zweck der
Begrenzungen ist es, den zarten und im Frühwachstum
befindlichen menschlichen Verstand vor sich selbst zu
schützen. Wahrscheinlich würdet ihr Euren Verstand
augenblicklich verlieren, wenn ihr die Mysterien des
Lebens voll umfänglich offenbart bekommen würdet.

Gibt es einen Schöpfergott?

Wenn Du den Glauben an einen irgendwie gearteten Gott


verloren hast, und das hast Du, dann werde ich Dir jetzt
auf die Sprünge helfen:

Erde und Menschheit könnten ein Zufallsprodukt sein. Sie


könnten aber auch das Produkt einer schöpferischen
Intelligenz sein. Es gibt drei Möglichkeiten für Euch, sich
auf diese Frage eine Antwort zu geben. Die erste
Möglichkeit besteht darin, sich für einen Glauben zu
entscheiden, die zweite besteht in der inneren Erfahrung
und die dritte Möglichkeit liegt in der Berechnung
mathematischer Wahrscheinlichkeit.

Da die dritte Möglichkeit der Dominanz Deines


Verstandes am besten entsprechen dürfte, werde ich
zuerst diese Möglichkeit betrachten.

Wäre also die Menschheit und Euer Dasein das Resultat


einer Verkettung von Zufällen, und viele glauben dies,
müssten alle Glieder der Verkettung, die zu diesem Zufall
geführt haben, einzeln in ihrer Wahrscheinlichkeit
berechnet und miteinander multipliziert werden.

Wie wahrscheinlich also ist die Erde selbst, die exakt die
richtige Entfernung zur Sonne beträgt? Nicht zu nah, sonst
wird es zu heiß und nicht zu weit entfernt, sonst wird es
zu kalt. Da auch Größe und Zusammensetzung der Erde
eine Rolle spielen und die Erde ja aus Sternenstaub
verstorbener früherer Sterne besteht, müssten auch diese
Verkettungselemente berücksichtigt werden.

Damit die Erde stabil und gleichmäßig um ihre Achse


dreht und nicht schlingert, braucht ihr den Mond. Denn
auch die Stabilität der Erde ist eine Grundvoraussetzung
für gleichmäßige Tag- und Nachverteilung und
Jahreszeiten, alles Grundvoraussetzungen für das Leben
auf Erden. Der Mond ist sehr viel jünger als die Erde und
die derzeit von Wissenschaftlern am öftesten behauptete
These ist, das ein Meteorit einst auf die Erde raste,
gerade groß genug, im exakt richtigen Winkel mit exakt
richtiger Geschwindigkeit auf die noch im Entstehen
befindliche Erde aufzuprallen, so dass ein ausreichend
großer aber nicht zur großer Brocken der Erde
weggerissen wird und in der exakter Entfernung von der
Erde sich zum Mond entwickelte. Da sich zu Beginn der
Erdentstehung kein Wasser auf ihr befand, musste eine
exakte Anzahl von Meteoriten mit Wasserstoffatomen auf
die Erde einschlagen, damit eine ausreichende Menge an
Wasser auf Erden entstehen konnte.

Dann mussten aber die Meteoritenhagel auch wieder


aufhören, denn deren Einschlag hat die Wucht einer
Bombe und sie hätten die Erde zerstört, noch bevor
irgendeine Form von Leben auf ihr möglich wäre.

Es hätten sich wiederum unzählige Ketten von zufälligen


Ereignissen ergeben müssen, bis der erste Einzeller als
erste Lebensform entstehen kann.

Es ist davon auszugehen, dass Einzeller nicht das


Bewusstsein haben, über ihren Tellerrand zu gucken und
eine weitere Kette zufälliger Ereignisse hätte dazu
geführt, dass sie irgendwann beschlossen hätten,
Zellteilung zu praktizieren.
Weitere Ketten von Zufallsereignissen hätten dann dazu
geführt, dass durch endlose Zellteilung und konsequente
Auslese unterschiedlicher Arten ein Mensch entsteht. Er
wäre ein mechanischer Zellklumpen, der um sein
Überleben ringt. Gefühle hätte er dann sozusagen aus der
Notwendigkeit entwickelt und die Evolution hätte dafür
gesorgt, dass chemische Verbindungen im Gehirn zu
Gefühlen wie Liebe und Zuneigung entstehen, damit die
Menschen für ihre Kinder sorgen und solidarisch die
Probleme ihrer Welt lösen. Alles rein zufällig. Auch das
Bewusstsein über sich selbst und die Weiterentwicklung
menschlicher Intelligenz wären dann Zufallsprodukte. Die
vielen Katastrophen auf Erden, die immer wieder Leben
zerstörten, Eiszeiten, Vulkanausbrüche,
Meteoriteneinschläge, Virenseuchen und Megaerdbeben
hätte die Erde rein zufällig überlebt und immer wieder
neue Versionen und Generationen von Menschen
hervorgebracht und rein zufällig wäre es gerade dann still
auf Erden geworden und die massiven geologischen
Katastrophen hätten sich ausgerechnet dann auf ein
Minimum reduziert, als der Mensch soweit war, sich als
Mensch bezeichnen zu können.
Nun etwas Mathematik. Um die Wahrscheinlichkeit einer
Ereigniskette zu berechnen, musst Du also für jedes Glied
der Ereigniskette eine Eintrittswahrscheinlichkeit
errechnen oder zumindest schätzen und die
Einzelwahrscheinlichkeiten aller Kettenglieder
multiplizieren.

Nehmen wir also als einfaches Beispiel eine Ereigniskette


mit drei Gliedern von je 80 % Einzelwahrscheinlichkeit,
dann beträgt die Wahrscheinlichkeit der Ereigniskette 80
% x 80 % x 80 % = 51 % Wahrscheinlichkeit. Reduzierst Du
die Wahrscheinlichkeit jedes Einzelereignisses auf 50 %,
so erhältst Du als Ergebnis 13 % Wahrscheinlichkeit der
Ereigniskette.

Nun erhöhen wir die Ereigniskette auf fünf Glieder zu je


50 % Einzelwahrscheinlichkeit, also 50 % x 50 % x 50 % x
50 % x 50 % so beträgt die Wahrscheinlichkeit der
Ereigniskette nur noch 3 %.

Je länger die Kette also ist, desto geringer die


Wahrscheinlichkeit der Ereigniskette, wobei die
Wahrscheinlichkeit nicht linear sondern progressiv sinkt.
Da wir bei den Einzelwahrscheinlichkeiten der Ereignisse,
die im Universum zur Bildung der Erde beigetragen
haben, eher im Promillebereich oder weit darunter liegen
und die Kette extrem lang ist, würde bei der Berechnung,
wie wahrscheinlich Erde und Menschheit ein
Zufallsprodukt sein können, eine Prozentzahl
herausbekommen, die eine endlose Zahl an Nullen hinter
dem Komma hätte. Es ist also mathematisch ausgedrückt
höchst unwahrscheinlich, dass Erde und Menschheit
Zufallsprodukte sind, und wenn sie keine Zufallsprodukte
sind, muss eine schöpferische Kraft dahinter stehen.

Kommen wir nun zum Glauben. Wenn Du die Wahl


hättest, zu glauben, der Mensch wäre ein Zufallsprodukt
oder der Mensch wäre das Produkt einer höheren
Intelligenz, welche Variante würde wahrscheinlich dazu
führen, dass sich das Selbstbild und das Verhalten der
Menschen sich positiver entwickeln würde? Was wäre
also besser, zu glauben? Wenn Du nun die Mathematik in
Deine Glaubensentscheidung noch mit einbeziehst,
inwieweit würde das Deine Entscheidung beeinflussen?

Glücksspiele wie Roulette haben ja auch etwas mit


Glauben zu tun. Du setzt auf eine Zahl, weil Du glaubst,
dass sie kommt und Dir Gewinn bringt. Nehmen wir an,
Du willst Dein Risiko minimieren und lässt Dir nur zwei
Optionen: Rot oder Schwarz. Beide Optionen wären
Annähernd 50 %, da es beim Roulette ja noch die grüne
Null gibt, bei der die Bank alles gewinnt, was gesetzt
wurde.

Nehmen wir an, Du wärest auf Basis der


Wahrscheinlichkeitsberechnung, wie ich sie eben
erläutert habe, zu dem Schluss gekommen, dass Schwarz
eine Wahrscheinlichkeit von 0,01 % hätte und Rot eine
Wahrscheinlichkeit von 99,99 hätte, an welche Zahl
würdest Du glauben und Dein Geld verwetten? Eine
Gewissheit hast Du nie. Aber was hätte es für
Auswirkungen auf Dein Leben, wenn Du an einem
Glauben der Zufälligkeiten festhalten würdest, dessen
Wahrscheinlichkeit den Hauch eines homöopathischen
Anteils ausmacht und Dich gleichzeitig zu einem
willkürlichen Zufallsprodukt machen würde, anstatt zu
einem Teil einer extrem hohen Macht?

Kommen wir zur letzten Möglichkeit, der inneren


Erfahrung. Dummerweise kann diese Möglichkeit nicht
objektiviert werden, aber wenn es Menschen gibt, die
durch Übung und Reifung die Erfahrung eine Göttlichkeit
erleben und diese Erfahrung ganz offensichtlich ihr Leben
positiv verändert und auch objektiv ihr Verhalten
gegenüber ihren Mitmenschen verbessert, und von
diesen Menschen gibt es zahlreiche, wäre es dann
sinnvoll, noch weiter an der Variante des Zufalls zu
glauben? Ich sage Dir, im Universum gibt es keine Zufälle.
Die Quelle würfelt nicht! Die einzige unvorhersehbare
Variable, die alles so spannend macht, ist der freie Wille
des Menschen. Nur dieser freie Wille beeinflusst die
Weltgeschichte und die Zukunft als nicht vorhersehbar.
Wenn Du aber Deinen Egowillen aufgibst, und Dich mit
freien Willen entscheidest, Dich dem natürlichen und
vorgesehenem Fluss der Ereignisse hinzugeben, wenn Du
also aufhörst, zu kämpfen und das Leben als Kampf zu
betrachten, wenn Du loslässt vom Zwang, Dein Leben
kontrollieren zu müssen und einsiehst, dass Du das gar
nicht kannst, dann wird Dein Leben leichter, gelassener
und glücklicher.

Denn da es keine Zufälle gibt, vertraust Du Dich nicht


etwa dem Schicksal an, Du vertraust Dich der
Schöpfungsintelligenz der Quelle an. Du wirst schon
bemerkt haben, dass ich den Begriff Gott durch Quelle
ersetzt habe. Die Quelle wird je nach Kultur und Religion
unterschiedlich benannt. Manche nennen sie Gott,
andere Allah, wieder andere Jahwe, Jehova und so
weiter. Die meisten monotheistischen Religionen haben
zumindest subtil die Vorstellung eines männlichen Gottes.
Die Unterscheidung männlich und weiblich entspringt der
dualistischen Vorstellung des menschlichen Verstandes
und kann deshalb nicht die letztgültige Wahrheit
repräsentieren. Viele Religionen legen nahe, sich von Gott
kein Bild zu machen.

Dieser Ratschlag ist gut gemeint, geht auch in die richtige


Richtung, weil es nämlich gar nicht möglich ist, sich von
der Quelle ein Bild zu machen. In der Praxis ist es aber für
unseren Verstand sehr schwer, sich von einem Phänomen
kein Bild zu machen. Deshalb hat der Mensch immer
wieder Symbole erschaffen, die ihn an die Quelle
erinnern.

Ich habe deshalb den Begriff Quelle gewählt, weil der


Begriff in der deutschen Sprache einen weiblichen Artikel
hat. Das bedeutet nicht, dass die Quelle weiblich ist, sie
ist weder noch und sowohl als auch, aber mit der
Verweiblichung soll zumindest eine rationale Konfusion
erzeugt werden, die sich löst von dem Gottesbild eines
männlichen und autoritären Patriarchen, der zornig und
rachsüchtig auf Wolken schwebt und Furcht und
Schrecken verbreitet. Die Quelle ist nämlich ziemlich
genau das Gegenteil davon. Andererseits ist Quelle ein
Begriff, der alles und nichts bedeuten kann, aber
zumindest auf einen Ursprung hindeutet.

Das Wissen über die Quelle war mir noch zu meiner


letzten Lebenszeit als buddhistischer Mönch auf Erden
nicht zugänglich. Buddha war ein Mensch der Erfahrung
und nicht des dogmatischen Glaubens.

Da sich die Erfahrung der Quelle Buddha nicht direkt und


klar zu Lebzeiten offenbarte, hielt er die Frage nach einem
Gott für spekulativ und klammerte sie aus seinen Lehren
aus.

Manche Buddhisten schlussfolgerten daraus, es gäbe


keinen Gott und so hinterlässt der Buddhismus eine
Lücke, die erst durch die monotheistischen Religionen,
vor allem aber durch Jesus Christus 500 Jahre später
gefüllt wurde. Der monotheistische Begriff des
Schöpfergottes aber unterstellt zwei Phänomene, nämlich
einen Gott und eine Schöpfung als zwei unterschiedliche
Entitäten. Diese Grundannahme an sich kann schon nicht
richtig sein, denn alles Duale entspringt dem gespaltenen
menschlichen Verstand. Quelle und Schöpfung sind eins.
In Deiner religiösen Vorstellung mag es Blasphemie sein,
zu behaupten, Du selbst wärst Gott, aber diese Aussage
ist richtig. Du bist ein Teil der Quelle und gleichzeitig die
Quelle selbst. Den als getrennten Teil von der Quelle
nimmst Du wahr aufgrund Deiner Verstandesaktivität, die
auf Unterscheidung beruht. Ohne Unterscheidung keine
Wahrnehmung. Darauf komme ich später noch zurück.

Zuletzt sind auch Eure Neurowissenschaftler zum


unwiderlegbaren Ergebnis gekommen, dass die
Wirklichkeit ein Konstrukt unseres Verstandes ist. Die so
genannten Konstruktivisten unter den Philosophen
entgegnen schnippisch: „Das haben wir doch schon lange
erkannt“ und neben mir sitzt der alte Buddha und lacht
sich kaputt, weil er das schon vor über 2.500 Jahren
gepredigt hat. Langsam sollte es der Letzte von Euch
endlich kapiert haben: Die Welt, die Du als Wirklichkeit
verwechselst, ist ein illusionäres Konzept Deines
Verstandes und könntest Du sterben, würde das
Universum mit Dir untergehen. Das Leben, wie Du es
nennst, ist ein kollektiver Traum, der nicht zuletzt
dadurch so real wirkt, weil Deine Brüder und Schwestern,
aufgrund ihrer genetischen Ähnlichkeit, genau denselben
Traum träumen.

Da Ihr Euch Menschen als voneinander getrennte Wesen


vorstellt, könntet ihr Euch vielleicht sogar mit dem
Gedanken anfreunden, dass die Welt ein subjektives und
individuelle Konstrukt ist. Was aber ist mit der Welt der
anderen und warum überschneiden sich ihre Träume zu
einer ganzheitlichen Realitätswahrnehmung? Warum
passieren auf der Welt Dinge, die ich überhaupt nicht
beeinflussen kann und warum passieren sie in Orten
dieser Erde, von denen ich gar kein Bewusstsein habe.
Dieser Irrglaube der individuellen Traumaktivität beruht
eben auf der Täuschung der Trennung, die jeden
einzelnen Menschen als individuelles und von allen
anderen Menschen getrenntes Wesen wahrnimmt. Da ihr
aber die Quelle seid und gleichzeitig ihr Produkt, ist
dieses Universum einer von vielen Träumen der Quelle,
die alle gleichzeitig geträumt werden. Aber das
Universum, dass Ihr kennt und das Ihr durch Eure
Teleskope beobachtet ist nur ein winziger Teil des
Kosmos. Wenn ein Naturwissenschaftler also glaubt, er
würde objektiv die Wirklichkeit der Natur beobachten,
beobachtet er in Wirklichkeit nur seinen eigenen
Verstand bei der Arbeit.

Die Entdeckung der Quantenphysik war es, welche die


Grundannahme der Objektivität der Wissenschaft
grundlegend in Frage gestellt hat. Die Quantenphysik hat
bewiesen, dass Teilchen nicht gleich Teilchen und Wellen
nicht gleich Wellen sind. Abhängig vom Beobachter und
von dessen Erwartungshaltung zeigen sich Wellen mal als
Teilchen und umgekehrt. Wenn also Geist sogenannte
Materie nachweisbar beeinflussen kann, ist es nur noch
ein kleiner Schritt um nachzuweisen, das Geist Materie
erschafft und nicht umgekehrt. Die These der zufälligen
Entstehung würde durch ein weiteres Gegenargument
widerlegt werden, denn diese These beruht auf der
Annahme, dass Materie Geist erschafft. Also dass die
Entwicklung der Neuronen im Gehirn so etwas wie Geist
und damit Bewusstsein erzeugen.
Vom Standpunkt der gegenwärtigen Wissenschaft ist
diese These mit der Entdeckung der Quantenphysik
eindeutig widerlegt. Wenn ihr das begriffen habt, und die
Naturwissenschaft verhilft Euch dazu, werdet ihr
zunehmend verstehen, dass ihr keine Seele habt, sondern
Seele seid.

Und diese Seele ist nicht zersplittert in unendliche viele


Wesenheiten. Sie ist ein und dieselbe Seele, die Euer
Geist aufgrund der Beschränkungen Eures Verstandes als
fragmentiert widerspiegelt. Und diese Fehlwahrnehmung
hat Euren Geist erkranken lassen, weil Ihr Euch einsam,
verlassen und ängstlich in die Isolation begeben habt.
Und zu Eurem Trost habt Ihr Euch das Ego geschaffen. Ich
habe jetzt mit allerlei Begrifflichkeiten und
Unterscheidungen um mich geworfen.
Sie sind übrigens alle im Sinne einer letztgültigen
Wahrheit falsch und willkürlich gewählt, um Euren nach
Unterscheidung und Klassifizierung süchtigen Verstand
ein Modell anzubieten, dass ein Verstehen auf höherer
Ebene zugänglicher macht. Ich unterscheide grundsätzlich
zwischen Körper, Seele oder Psyche, Geist und Verstand.
Es gibt durchaus andere Klassifizierungen wie Körper,
Seele und Geist oder nur Körper und Geist oder
grobstoffliche, feinstoffliche, subtile und formlose
Ebenen. Sie sind alle richtig und letzten Endes falsch.
Dann verwende ich noch den Begriff des Ego, der ein
Produkt des Verstandes ist aber Zugriff auf alle anderen
Ebenen hat.

Es nährt sich von Deinem Körper und es beeinflusst


Deinen Körper, Deine Seele oder Psyche, stellt eine
kybernetische Endlosschleife zu Deinem Verstand her und
spiegelt sich in Deinem Geist als Gewahrsein wieder. Und
dann verwende ich auch noch den Begriff des wahren
Selbst, gleichzusetzen mit Begriffen wie Heiliger Geist,
Atman oder Buddha Natur, also die wahre Essenz Deines
Seins, dass sich aus karmischen Bedingungen geformt hat
und endlos weiterformen wird. Da der Begriff Karma
religiös vorbelegt ist, ersetze ihn einfach durch Ursache
und Wirkung der Willensaktivität. Wenn ihr versteht,
dass ihr Eure Welt mit Eurem Geist projiziert, und diese
Projektion nicht aus Wissen, sondern auf Glauben beruht,
dann bekommt der Spruch „Der Glaube kann Berge
versetzten“ eine völlig neue Bedeutung und sogenannte
Wunder verlieren ihren mystischen Zauber und werden
zu völlig normalen Phänomen geistiger Schaffenskraft.
Denn die Schöpfung Eurer Illusion wird durch einen
Regelkreis glaubhaft. Ihr glaubt was ihr seht, wisst aber
nicht, dass das, was ihr seht, selbst geschaffen wurde
und reflektiert es als objektive Wahrnehmung. Denn
obgleich diese Schöpfung Eures Geistes ein Konstrukt ist,
existiert sie in Deiner Wahrnehmung als Wirklichkeit.
Objektivität ist dem Menschen unmöglich. Demnach bist
Du der Schöpfer dieser Welt. Aus dem Gesichtspunkt der
letztgültigen Wahrheit sind Schöpfer und Schöpfung Eins.
Aus dem dualistischen Blickwinkel heraus gibt es sehr
wohl einen Schöpfergott der erschafft: Du bist es!“

Was ist der Sinn des Lebens?


Ein schneeweißer Hase auf schneebedecktem Feld ist
unsichtbar. Es sei denn, es gibt Licht und Schatten, dann
könnte er für das menschliche Auge wahrnehmbar sein.
Wahrnehmung bedarf Unterschiede. Wahrnehmung ist
Unterschiedsbildung.

Die Welt, die Du kennst, ist die Welt, die Du wahrnimmst


aufgrund ihrer Unterschiede. Es sind die Unterschiede in
Formgebung, Farbe, Helligkeit, Lautstärke, Frequenz und
so weiter.

Sie werden über Deine Sinnesorgane erfasst und in


Deinem Gehirn zu einem Modell hochgerechnet, dass Du
als die „Welt“ wahrnimmst. Dieses Modell ist sehr
vereinfacht, sehr grob, lediglich dreidimensional, nur
dreifarbig - - rot, blau und gelb - und klingt in einem sehr
geringem Frequenzbereich - so etwa zwischen 20 und 16
Tausend Herz - je nach Hörvermögen. Mehr geben Deine
Sinnesorgane und Dein Verstand derzeit nicht her.

Aber immerhin, es ist Deine Welt wie Du sie wahrnimmst


und da Du nichts Besseres kennst, ist sie für Dich so auch
in Ordnung. Die Welt einer blinden Fledermaus, die dafür
umso besser hört, muss also eine andere Welt sein wie
die eines Hundes, der zwar nicht zwischen Farben
unterscheiden kann, aber eine sehr feine Nase hat.

Wenn Du versuchst, einem Menschen, der von Geburt an


blind ist, eine Farbe zu erklären, wirst Du scheitern. Er
kann sich auf Dein Modell der Welt nicht einlassen. So
ergeht es auch den erwachten Meistern der Erde. Sie
wissen was sie wissen, aber mit den Worten des
Verstandes ist dieses Wissen nicht vermittelbar und ihr
könnt es ihnen glauben oder eben nicht. Glauben oder
nicht glauben sind beides Glauben. Der eine Glaube ist
positiv, hin zu und bejahend, der andere Glaube ist
negativ, weg von, verneinend. Aber letzten Endes glaubt
auch der, der behauptet, nicht zu glauben. Denn wissen
könnt ihr gar nichts. Also sind Glaube und Nicht-Glaube
zwei Seiten einer Münze und entspringen der falschen
dualistischen Wahrnehmung.

Die Quelle aber ist non dual und kennt keine


Unterscheidungen. Sie ist Eins. Und Eins kann niemals
Zwei sein, sonst wäre es nicht Eins. Auch das trifft es nicht
ganz, denn sie ist nicht mal Eins, aber auch nicht Null. Da
die letzte Bemerkung aber dazu führen könnte, dass Dein
Kopf platzt, wenn Du ihr versuchst zu folgen, bleibe bei
der ersten Aussage: Die Quelle und der Kosmos, der alle
Universen, Dich und Deine Brüder und Schwestern und
alle anderen Phänomene umfasst, sind Eins.

Auf der Verstandesebene hilft es Dir vielleicht beim


Verstehen, wenn Du Dir der physikalischen Gewissheit
wahr wirst, dass Materie lediglich eine Zusammenballung
von Energie ist, und das Universum ein einziger
Energieteppich ist, der sich an manchen Stellen zu
Materie kräuselt, weil diese Energie aber ständig in
Bewegung ist, und das ist die Natur von Energie,
verändert sich auch das Wellenmuster des Teppichs
ständig. Den Teppich selbst kannst Du nicht sehen. Den
Strom, der aus Deiner Steckdose kommt, kannst Du ja
auch nicht sehen. Treffen aber Minus- und Pluspol einer
Autobatterie aufeinander, gibt es sichtbare Funken. Diese
kannst Du wahrnehmen.
Die Quelle ist, ganz grob vereinfacht und nicht im
mindesten letzten Endes zutreffend, am ehesten für
Euren Verstand als reine und unendlich intelligente
Energie zu beschreiben. Wenn Du dieser Energie einen
Namen geben willst, so wie Du der Energie aus der
Steckdose den Namen „Elektrizität“ gibst, trifft der Name
„Liebe“ am allerbesten das Wesen dieser Energie.

Diese Energie kann sich selbst nicht wahrnehmen. Dazu


braucht sie Dich. Dual gesprochen brauchst Du nicht nur
die Quelle, sie braucht auch Dich. Non dual betrachtet
sind Du und die Quelle ein und das Selbe und Deine
Illusion des Lebens erfüllt den Zweck der Wahrnehmung.
Dein Leben, das Du führst, wenn man das überhaupt so
sagen kann, ist also eine Funktion der Quelle, sich ihrer
selbst bewusst zu werden. Wenn Du Dich jetzt von der
Quelle missbraucht fühlst, irrst Du gewaltig, denn die
Entscheidung Deiner Existenz hast Du selbst getroffen.
Ich werde auf den freien Willen, den ihr habt, noch öfter
eingehen, denn er ist der Schlüssel zum Verständnis des
Kosmos. Vielleicht muss ich an dieser Stelle den Begriff
Kosmos noch einmal erläutern, wie ich ihn verstehe:
Unter Kosmos verstehe ich Alles, also das All-Eine.
Kosmos wird oft mit Universum verwechselt, der Kosmos
ist aber weit mehr als das Euch gegenwärtige Universum.

Das Universum ist lediglich die Reflexion von Form, Farbe


und Geräusch, die Euer Verstand produziert. Da dieser
dualistisch konstruiert ist, also gespalten, könnt ihr
Unterschiede bilden. Und diese Unterschiedsbildung ist
Wahrnehmung. Diese Spaltung des Geistes ist gleichzeitig
die Ursache Eures Leides, aber auch das Leiden hat eine
notwendige Funktion, auf die ich später noch eingehen
werde.

Wahrnehmung folgt einem Prozess vom Unbewussten ins


Bewusste durch Evolution. Würdest Du gleich als
bewusstes Wesen erscheinen, wäre das Spielchen schnell
vorbei und die Quelle müsste von vorn beginnen. Deshalb
ist Unbewusstheit der Ausgangspunkt der Evolution. Als
Mensch bist Du derzeit noch auf einer sehr unbewussten
Evolutionsstufe. Aber auch hier gibt es unterhalb der
Menschen deutliche Unterschiede. Unbewusstheit
bedeutet, den Traum Deiner Verstandestätigkeit mit der
Realität zu verwechseln. Wenn Du nachts schläfst, erlebst
Du auch Träume und wenn Du aufwachst, wird Dir
bewusst, dass Du nur geträumt hast.

Während Du aber träumst, hältst Du den Traum für


Realität. Das lässt sich nachweisen, denn je nach
Trauminhalt ändern sich körperliche Funktionen wie zum
Beispiel Blutdruck, Herzschlag, Muskelbewegung,
Schweißabsonderung und Gehirnfrequenz.

Die Angst, die Du in einem Alptraum verspürst, ist in


diesem Moment für Dich real.
Erst wenn Du erwachst, kannst Du Dich schnell wieder
beruhigen, weil Dir klar wird, dass alles nur ein Traum
war. Wenngleich der Trauminhalt in Deinem
Alltagsbewusstsein noch eine ganze Weile nachhängen
kann. Bei besonders intensiven Träumen kann Dich der
Traum sogar einen ganzen Tag begleiten oder noch länger.
Für manche Menschen kann ein Traum auch
lebensverändernd sein.

In der Bibel findest Du viele Berichte von Erscheinungen


und vielleicht fragst Du Dich, warum diese Erscheinungen
heute nicht mehr auftreten. Hat Euch die Quelle
verlassen? Nein. Das hat sie nie. Ihr habt sie verlassen.
Das eißt, Euer rationaler Verstand, der Euch beste Dienste
bei der Errichtung einer modernen Welt behilflich war,
wehrt sich gegen den Glauben an Erscheinungen weil sie
von der Mehrheit als irrational bewertet werden und ihr
nicht als verrückt erklärt werden wollt.

Was wissenschaftlich nicht zu beweisen ist, existiert


nicht. Also verbietet Ihr Euch selbst, daran zu glauben. Da
aber Eure Konstruktion der Welt auf Glauben beruht und
nicht auf Wissen, kommt es zu diesen Erscheinungen
immer seltener und bestenfalls im Traum, in dem der
Filter der Rationalität aufgehoben ist und ihr Euch keine
Sorgen machen müsst, verrückt geworden zu sein, denn
wirre Träume hat ja jeder irgendwann.

Wenn Ihr dann aufwacht, sagt ihr, da habe ich aber wirres
Zeug geträumt. So ein Unfug. Doch wenn ihr aufwacht,
heißt das nicht, dass ihr wach seid.

Ihr wechselt nur von einer Traumebene in die nächste.


Denn auch Euer gegenwärtiges Tagbewusstsein ist in
Wirklichkeit ein Traumbewusstsein, nur eben in einer
anderen Qualität. Wenn ihr Euch also endgültig im Begriff
des vollständigen Erwachens befindet, werdet Ihr über
Eure gegenwärtige Realität das gleiche sagen: So ein
Unfug! Und genau das ist sie. Viele Menschen, die ein
plötzliches Erlebnis des Erwachens erfahren, brechen in
schallendes Gelächter aus.

Für einen Außenstehenden sieht dies nach einen akuten


Anfall von Wahnsinn aus, genau das Gegenteil ist aber
der Fall. Die Wahnsinnigen sind die, die noch nicht
erwacht sind und würden sie ihren Traum durchschauen,
würden sie sich dem Gelächter anschließen.

Die meisten Religionen predigen, dass Du etwas tun


musst, um Deine jetzige oder künftige Situation zu
verbessern. Du musst Dich an ethische Regeln halten,
meditieren, den achtfachen Pfad beschreiten um Dein
Karma zu verbessern und damit Deine Chancen auf eine
bessere Wiedergeburt zu erhöhen oder Du musst beten,
beichten und bezahlen um eine Eintrittskarte in den
Himmel zu bekommen. Was würdest Du denken, wenn
ich Dir sage, dass Du gar nichts musst? Das es völlig
ausreicht, einfach nur bewusst zu sein um als Teil der
Quelle an der Wahrnehmung teil zu haben? Das sich mit
zunehmender Bewusstheit ethisches Handeln ganz von
selbst einstellt und Konzepte wie Moral, Sünde und
Bestrafung völlig überflüssig sind? Das Du nicht einmal
Dich um Bewusstheit oder Bewusstseinsentwicklung
bemühen musst, weil Du Dich ganz von selbst zu einem
immer bewussteren Wesen entwickelst. Weil Du gar nicht
anders kannst, als zunehmend ein weiteres Bewusstsein
zu entwickeln? Würde die Welt dann in den Abgrund
stürzen, wenn alle so denken und handeln würden? Mag
sein.

Gesetz und Moral haben auf einer sehr niedrigen


Entwicklungsebene durchaus ihre Daseinsberechtigung.
Zumindest solange, wie das verwirrte Ego dominiert, das
letzten Endes auch nur eine Illusion ist, die notwendig
wurde, um Unterschiede zu bilden, vor allem aber, diese
Unterschiede zu bewerten. Dies ist nämlich die vorläufige
Hauptfunktion des Ego: Zu unterscheiden und zu
bewerten.

Das beginnt im Kindesalter, wenn wir sagen, ich bin


größer als Du, ich bin schneller als Du, ich bin stärker als
Du und endet auch im Erwachsenenalter nicht wenn es
heißt, ich bin reicher als Du, ich bin erfolgreicher als Du,
ich bin spiritueller als Du und so weiter. Das alles beruht
auf der Vorstellung des getrennt seins.
Dieses getrennt sein ist aber die Voraussetzung für
Unterscheidung und damit für Wahrnehmung und so hat
auch das Ego, wenngleich es völlig wahnhaft ist und
verantwortlich für all Euer Leiden, eine notwendige
Funktion. Je mehr ihr Euer Ego durchschaut, desto näher
rückt ihr an die Quelle und desto geringer wird das
Leiden. Desto mehr seid ihr im Begriff des Erwachens,
desto höher wird die Qualität Eures Bewusstseins, desto
mehr verschwimmen die Grenzen, die Unterscheidungen,
desto mehr schwindet die Dualität bis ihr eins seid mit
der Quelle und euren Auftrag erledigt habt, um dann,
wenn ihr wollt, Euch ins nächste Abenteuer zu stürzen.
Dieser Prozess setzt sich ewig fort. Und dieser Prozess ist
der Sinn des Lebens. Und dieser Prozess geschieht von
ganz alleine. Die Menschheit wird seit ihrem Bestehen
von Generation zu Generation, von Inkarnation zu
Inkarnation bewusster. Nicht immer klüger, aber ihr
Bewusstseinshorizont erweitert sich.

Wenn Du Dir die Nachrichten ansiehst, wirst Du das erst


mal nicht glauben. Vor allem dann, wenn Du schon so
fortgeschritten bist, um zu verstehen, dass alle
Gräueltaten, die sich Menschen gegenseitig antun, immer
in einem Zustand hoher Unbewusstheit entstehen.
Du magst vielleicht glauben, dass früher alles besser war.
Die Auswirkungen unbewussten Handelns waren durch
die technischen Restriktionen beschränkt. Mit einem
Schwert kann man sicher viel Unheil anrichten, aber eben
nicht so viel Unheil wie mit einer Atombombe. Und wäret
Ihr noch auf der gleichen Bewusstseinsstufe wie im
Mittelalter, aber mit den technologischen Kenntnissen
von heute, hättet ihr Euren Planeten schon längst
gesprengt.

Die Wahrnehmungsverzerrung, dass sich die Menschheit


nicht zu mehr Bewusstsein entwickelt hätte, wird durch
die Medien und die globale Informationsverfügbarkeit
verstärkt.

Wenn Du vor 100 Jahren in einem Dorf geboren wurdest,


kann es sein, dass Deine Welt bis zu Deinem Lebensende
aus diesem Dorf besteht. Ihr seid die erste Generation,
die zu jeder Zeit Zugriff auf Informationen über jeden Ort
dieser Welt hat. Ihr müsst nicht einmal physisch dorthin
reisen. Allein deshalb erweitert sich Euer Bewusstsein
kontinuierlich und ganz von selbst. An dieser Stelle reicht
es zu verstehen, dass der Sinn des Lebens in der
Wahrnehmung und Bewusstheit liegt.

Was geschieht nach dem Tod?

Leben und Tod sind Begriffe des dualen Verstandes. Die


Frage nach einer Existenz nach dem Tod setzt voraus, dass
es so etwas wie Tod existiert. Die Quelle aber ist das
unendliche Leben. Sie hat weder Anfang noch Ende und
weil Du ein unverzichtbarer Teil der Quelle bist, kann so
etwas wie Tod nicht wirklich existieren. Du bist ewig. Mit
der Ewigkeit hat Dein verkümmerter Verstand so seine
Probleme. Das liegt an der Beschränkung der
Dreidimensionalität aus der die Illusion der Zeit erwächst.
Um ein Konstrukt wie Zeit überhaupt hinzubekommen
benötigst Du mindestens zwei Dimensionen. Zeit ist der
Weg innerhalb dieser Dimensionen um von einer
Koordinate zu einer anderen Koordinate zu gelangen. Zeit
bedarf also Raum – ohne Raum keine Zeit.
Eure Physiker haben herausgefunden, dass Raum erst
durch den so genannten Urknall entstanden ist. Vorher
gab es also weder Raum noch Zeit und da Du den Urknall
selbst verursacht hast und damit das Universum selbst
erschaffen hast, hast Du auch Raum und Zeit erschaffen,
um Dich darin zu bewegen und zu orientieren. Dein
Verstand hat die Zeit unterteilt in Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft. Das tat er, damit Du Dich besser
in der Zeit zurecht finden und orientieren kannst, wenn
Du Dich innerhalb der Dimensionen bewegst. Bewegung
aber bedeutet immer Veränderung im Raum-Zeit-
Kontinuum. Jede Bewegung und damit auch jeder
Gedanke verändert das Universum, wenn auch für Dich
unmerklich. Es geht nichts verloren.

Die Systemiker behaupten deshalb, dass der Flügelschlag


eines Schmetterlings zur rechten Zeit am rechten Ort
einen Orkan auslösen kann. Das ist richtig, allerdings ist
es Euch nicht möglich, den rechten Ort und rechten
Zeitpunkt zu finden, um mit einem Fingerschnipp das
Universum zum Einsturz zu bringen, sonst käme vielleicht
noch jemand auf die Idee, es tatsächlich zu tun. Und doch
bedeutet jeder Versuch, dies mit einem Fingerschnipp zu
vollbringen, eine Veränderung im Universum. Diese aus
Deiner Sicht minimalen Veränderungen, die oft eine
zeitliche Verzögerung oder einen langfristigen
Veränderungsprozess als Grundlage haben, werden von
der Trägheit Deines Verstandes nicht erfasst, so wie Du
nicht sofort erkennst, wenn Du einen Apfel betrachtest,
dass der Apfel einem Zerfallprozess folgt und in ein paar
Tagen dieser prachtvolle knackige Apfel nur noch
schrumpelig brauner Matsch sein wird. Da Du
vergammelte Äpfel kennst, kannst Du Dir den Prozess
zumindest vorstellen, aber gegenwärtig bist Du Dir der
ständigen Veränderung nicht gewahr. Dein Verstand
macht eine Momentaufnahme und hält eisern an ihr fest,
weil sich das Ego vor Veränderungen fürchtet. Ein Apfel
vergammelt viel schneller als ein Nagel oder ein
Holzbrett, aber auch der Nagel wird rosten und das
Holzbrett vermodern und selbst ein Fels unterliegt diesen
Zerfallprozessen. Eure Kathedralen, gerade mal wenige
Jahrhunderte alt, wären jetzt schon nicht mehr da,
würdet ihr sie nicht fortwährend renovieren.

Veränderung wiederum ist ein dreistufiger Prozess und


beginnt mit der Entstehung, geht dann nahtlos in das
Bestehen und dann wiederum nahtlos in das Vergehen
über.

Somit ist Erneuerung, Veränderung, Evolution und


Entwicklung sicher gestellt. Ohne diese Parameter würde
es nur Stillstand geben. Gäbe es diesen dreistufigen
Prozess nicht, wäre das Universum starr und es hätte
niemals „entstehen“ können. Weil es entstanden ist und
derzeit noch besteht, wird es auch vergehen.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich das
Universum ausdehnt und jede Ausdehnung von Materie
hat seine Grenzen.

Einen Luftballon kannst Du auch nicht endlos aufblasen.


Dein Egoverstand ignoriert diese Tatsache gerne, weil er
darauf bedacht ist, einen Status Quo aufrecht zu erhalten.
Er kann den Prozess nicht überschauen und so fürchtet er
sich vor der Vergänglichkeit und leidet darunter. Dein
Haus – vergänglich, Dein Auto – vergänglich, Dein
Reichtum – vergänglich, Deine Erfolge – vergänglich,
Beziehungen – vergänglich, das Leben – vergänglich. Jede
Vergänglichkeit geht mit Trennung einher und Trennung
bedeutet Leid. Und auch das Leid hat seinen Zweck, denn
wenn Trennung nicht schmerzlich wäre, würdest Du Dich
immer weiter von der Quelle entfernen, ohne es zu
merken. Deswegen tut Vereinigung gut und Trennung tut
weh. Trennung bedeutet aber Ausdehnung und jede
Ausdehnung ist begrenzt.

Überschreitet Ausdehnung ihre Grenzen verändert sich


das System schlagartig durch Explosion oder Implosion. In
Eurer dualistischen Wahrnehmung kann es entweder nur
Explosion oder nur Implosion geben, tatsächlich ist aber
beides gleichzeitig möglich. Die Explosion als Folge der
Ausdehnung des Universums wird gleichzeitig eine
Implosion sein, die alle Materie des Universums auf einen
einzigen Punkt verdichtet, so dass es als Folge der
Verdichtung wiederum zu einer Explosion kommt, die
gleichzeitig eine Implosion ist.

Ein neuer Urknall der ein neues Universum schafft. Dieser


Prozess hat weder Anfang noch Ende. Er geschieht
unentwegt wie das Ein- und Ausatmen Deiner Lungen.

Dein Egoverstand glaubt immer noch, dass der Tod die


Trennung vom Leben sein könnte und fürchtet sich davor.
Das ist Unfug. Denn würdest Du als Schöpfer des
Universums und als Teil der Quelle tatsächlich sterben,
dann würde das Universum sofort in sich
zusammenbrechen. Leben ist unendlich. Nur im Konzept
der Zeit ist Unendlichkeit ein für Deinen begrenzten
Verstand schwer begreifbares Phänomen, weil Zeit einen
Ausgangspunkt und einen Endpunkt benötigt und Dein
Verstand sich aufgrund seiner Beschränkung weder
räumliche noch zeitliche Unendlichkeit vorstellen kann.
Tatsächlich ist aber Unendlichkeit die Wirklichkeit und
alle räumlichen und zeitlichen Beschränkungen sind
illusionärer Natur.

Den Formkörper, den viele von Euch mit ihrem Selbst


verwechseln, hast Du selbst geschaffen. Sei froh, dass Du
ihn bald loswirst, denn er ist ein sehr unreifer
Versionsstand. Hast Du Dir mal Deine Knie betrachtet?
Oder Deine Wirbelsäule? Die Entwicklung des aufrechten
Ganges ist evolutionsgeschichtlich ein Meilenstein, aber
orthopädisch eine Katastrophe.
Du schleppst einen Blinddarm mit Dir rum, der nichts für
Dich tut, außer manchmal zu entzünden und Dich in eine
lebensbedrohliche und schmerzhafte Situation zu
bringen. Und diese ständige Verstoffwechselei. Ständig
müsst Ihr Nahrung aufnehmen und wieder ausscheiden.
Eine sehr altmodische Form der Energieaufrechterhaltung
und mühsam ist sie auch.

Selbst die Art und Weise wie ihr Nachwuchs auf die Welt
bringt, kann nicht als das Gelbe vom Ei bezeichnet
werden. Wo wir gerade vom Ei sprechen: Eier legende
Tiere haben das pfiffigere Konzept.

Nicht perfekt, aber ich finde, immer noch besser, als das
der Säugetiere. Und wo wir gerade beim Säugen sind: Der
Busen der Frau ist ein Witz.
Jede Zitze einer Kuh oder eines anderen Säugetieres
erfüllt seinen Zweck der Milchabgabe besser, als der
weibliche Busen, an dem die Kinder fast ersticken.
Manche Frauen müssen ihren Busen sogar mit der Hand
verformen, damit das Kind trinken kann. Hättet Ihr Busen,
aber keine Hände, wäret ihr schon lange ausgestorben
und eine andere Spezies wäre an Eure Stelle getreten.

Nein, nachtrauern musst Du Deinem Körper nicht,


wenngleich es sehr wahrscheinlich ist, dass Du nach dem
Ablegen Deines gegenwärtigen Körpers Dir wieder einen
ähnlichen schaffen wirst, weil Du nichts anderes kennst.
Vielleicht gelingen Dir ein paar Verbesserungen, solange
Du aber an die Grobstofflichkeit der Materie festhältst,
wirst Du immer wieder etwas Derartiges wie einen
menschlichen Körper erschaffen. Das ist der Grund für
Krankheiten. Sie sollen Dich leidvoll dazu ermutigen,
einzusehen, dass grobstoffliche Körper nun mal sehr
anfällig sind und dass es besser ist, auf ein
feinstofflicheres und weniger anfälligeres Modell
umzusteigen, wie wir Seth es getan haben.

Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Und


es fand ja auch Evolution, also Entwicklung Eurer Körper
statt. Du denkst vielleicht zuerst an die Entwicklung des
aufrechten Ganges, weil er am augenscheinlichsten ist.
Aber auch Euer Gehirn hat sich kontinuierlich verändert.
Stammhirn und Kleinhirn waren zuerst da, die
Großhirnrinde hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt
und ist kontinuierlich gewachsen, obwohl ihr
ausgerechnet von diesem Teil des Gehirns derzeit noch
am wenigsten benötigt.

Es gibt noch viel Platz und noch viel Potenzial für künftige
Evolutionsstufen und wenn der Platz nicht reichen sollte,
kann Euer Gehirn auch noch wachsen. Und dennoch ist
schon jetzt Eure Großhirnrinde das, was Euch von Tieren
neurologisch unterscheidet. Sie ermöglicht Euch logisches
Denken, sprachliche Kommunikation, mathematische
Intelligenz, die Fähigkeit zu Planen und vor allem die
Fähigkeit, Eurer selbst bewusst zu sein.

Theoretisch könntet ihr in Eurem gegenwärtigen


Formkörper ewig existieren. Ständig erneuern sich Eure
Zellen und in etwa sieben Jahren ist von dem Körper, den
Du jetzt hast, nichts mehr übrig. Keine einzige Zelle. Aus
dieser Sicht betrachtet könntet Ihr zu dem Schluss
kommen, Alterungsprozess und Tod wären lediglich ein
Gendefekt. Denn bei jeder Zellteilung gehen genetische
Informationen verloren, so dass die Qualität der Zellen
etwa ab dem 20. Lebensjahr kontinuierlich abnimmt.

Diese Qualitätsminderung der Zellerneuerung durch


Informationsverlust ist der Alterungsprozess. Gäbe es ihn
nicht, wäre physische Evolution nicht möglich, weil Ihr
ewig leben würdet, sofern nicht irgendein Unfall oder
eine tödliche Gewalttat dazwischenkommt. Verletzungen
wären durch einen perfekten Zellteilungsmechanismus
schnell verheilt und Krankheiten wären unter der
gleichen Annahme nicht möglich. Damit würde aber
einhergehen, dass mit dem physischen Stillstand
psychische und intellektuelle Evolution nicht möglich
wäre. Zudem wäret ihr der Erholungs- und
Erneuerungsphasen beraubt, die der Übergang von einer
Existenz bis zu seiner Wiedergeburt ermöglicht. Ihr sagt,
der Tod sei der große Bruder des Schlafes und so ist es.

Der Tod als Übergang von einer Existenz in einer andere


ist vergleichbar mit dem Schlaf, der ein Übergang von
einem bewussten Tag in den nächsten bewussten Tag ist.
Dazwischen, also während des Schlafes kann sich das
Bewusstsein erholen. Und so erholt sich eure Seele von
den Strapazen des Lebens im Übergang des Todes. Seid
also froh, dass ihr öfter mal eure verschlissenen Kleider
wechselt und trauert den verbleidenden Lumpen nicht
nach, denn Euer Leben endet nicht damit, dass ihr Euch
neue Kleider anzieht.

Wie ist das aber nun mit Himmel und Hölle der Christen
oder dem Nirwana der Buddhisten. Wer hat nun recht
von beiden? Beide haben irgendwie Recht und Unrecht.

In der Hölle befindest Du Dich bereits, wenngleich sehr


wahrscheinlich in der gemäßigten Zone, wenn Du Zeit
hast, nach Thailand in den Urlaub zu reisen und nicht
permanent auf Nahrungssuche oder auf der Flucht vor
den Bedrohungen eines Krieges bist. Die meisten Orte
dieser Welt erinnern stark an die Hölle Eurer Vorstellung.
Hunger, Kriminalität, Gewalt, Ungerechtigkeit,
Demütigung und Verzweiflung beherrschen immer noch
den Großteil der Weltereignisse. Du hast die Hölle
geschaffen, um den Unterschied zu erkennen. Gäbe es die
Hölle der Erde nicht, würde es keinem Unterschied
zwischen dem Himmel oder dem Nirwana geben. Alles
wäre gleich. Eure Funktion ist aber Unterschiedsbildung.
Der Höllenschmerz ist der anfängliche Preis dafür. Du hast
Dich selbst dafür entschieden, weil es keine andere
Möglichkeit gibt, Dir und damit der Quelle, die Du liebst
und die Du selbst bist, die Erfahrung der Wahrnehmung
zu schenken.
Der Himmel ist die Evolutionsstufe, auf der ich mich
derzeit befinde während das Nirwana die letzte Stufe der
Evolution ist. Was ich Dir da erzähle, ist letzten Endes
aber nicht wahr, weil Himmel, Hölle und Nirwana
gedankliche Konzepte sind. In das Nirwana will aber
kaum jemand von uns hin, denn wer oder was ist da
noch, das Glückseligkeit erfährt? Auf unserer Stufe ist
zumindest die Freiheit von Leiden gewährleistet. Das ist
so, wie wenn Du wochenlang Zahnschmerzen hast und
nach dem Zahnarztbesuch plötzlich Deine Schmerzen ein
Ende haben.

Das fühlt sich dann wie Glückseligkeit an, ist aber


lediglich Schmerzfreiheit. Da wir durch endlose
Inkarnationen des Leides durchgewandert sind, erscheint
uns die Freiheit vom Leiden so glückselig, dass wir uns
noch mehr Glückseligkeit gar nicht vorstellen können und
deshalb nach noch mehr Glückseligkeit gar nicht so
wirklich streben.
Wir sind ja schon froh, dass wir mit Euch wenigstens
Mitleid empfinden können, sonst wäre uns schon recht
bald furchtbar langweilig und wir würden uns dann
wieder nach dem Drama des Lebens sehnen, um als
Actionheld die Schmerzen und Leiden zu ertragen, die zu
einem Happy End führen. Deshalb verweilen viele von
uns für Eure Zeitbegriffe Ewigkeiten auf dieser
Evolutionsstufe des Himmels.

Wenn Du aber im Nirwana Dich vollständig mit der Quelle


vereinst, löst sich der letzte Rest Dualität auf und damit
das Bewusstsein. Du würdest zwar absolute
Glückseligkeit und Liebe erfahren, es gibt aber kein
Bewusstsein mehr, das diesen Zustand reflektieren
könnte, denn das ist ja, wie erwähnt, der Grund, warum
die Quelle sich in den dualen Existenzen ausdrückt. Um in
den so genannten Himmel zu kommen, der nichts weiter
als eine Existenz in feinstofflicher Form ist, musst Du dies
einfach nur wollen. Um es zu wollen, musst Du wissen,
was Du nicht willst. Das Leiden in dieser Existenzform
erinnert Dich daran, was Du nicht willst.

Aber Du bist noch zu unreif, um zu wissen, was Du


wirklich willst und was nicht. Wie ein kleines Kind.
Solange Du Dich vor dem Tod Deiner grobstofflichen
Existenz fürchtest, wird Deine Seele nach dem Absterben
Deines Formkörpers sofort nach einem neuen Körper
gieren. Solange Du also an Deinem „Leben“, wie Du es
nennst, hängst, wirst Du immer genau das bekommen,
was Du willst. Schon der Buddha beteuerte:

„Karma, ihr Mönche, das ist Wollen“. Ihr seid nicht, was
Ihr Euch wünscht, denn Wünsche zielen auf die Zukunft
und die gibt es nicht, ihr seid das was ihr wollt zu sein, ob
Euch das bewusst ist oder nicht. Je mehr Du Dich in
Deinen letzten Atemzügen an diese gewollte Lebensform
klammerst und ihr Ende bedauerst, desto schneller wird
eine Reinkarnation in die gleiche Lebensform stattfinden.
Also pass gut auf was Du willst! Wenn Du einen Hund
hast und ihn beneidest, weil er all die Probleme, die Du
hast, nicht hat und Du Dir aufrichtig wünscht, ein Hund zu
sein, kann genau das passieren, wenn Du in diesem
Moment stirbst. Du könntest dann als Hund wieder
geboren werden.

Gibt es den Teufel?

Den Teufel gibt es! Genauso wie es den Osterhasen gibt.


Und den Weihnachtsmann.
Da Deine Welt illusioniert ist und auf Glauben, nicht auf
Wissen beruht, existiert darin all dies, woran Du glaubst,
während Dein Verstand all das ausblendet, an das Du
nicht glaubst. Eine letztgültige Wahrheit im Sinne der
Mystik bleibt Euch allen verschlossen. Einige wenige, man
nennt sie Mystiker, scheinen einen Blick durch das
Schlüsselloch zu erhaschen. Mehr aber nicht. Auch die
weisesten und erwachtesten unter Euch werden Zeit ihres
Lebens nicht zur letzgültigen Wahrheit vordingen.
Deshalb spielt es auch keine Rolle, ob es den Teufel
wirklich gibt, oder nicht. Wenn du aber an ihn glaubst,
dann gibt es ihn in deiner Projektion in die Welt auch.

Eure Psychologen nennen das selbsterfüllende


Prophezeiung. Wenn Du glaubst, ein Idiot zu sein, wird es
Dir nicht an Lebenssituationen mangeln, die Dir
beweisen, dass Du Recht hast. Wenn Du glaubst, ein
Tollpatsch zu sein, wird die Kette an Missgeschicken
solange nicht abreißen, bis Du Deinen Glauben änderst.
Wenn Du an den Teufel glaubst, wird er Dich bis ans Ende
Deines Daseins verfolgen um Dir in den Hintern zu beißen
und Dir Deine Seele abringen. Der Teufel hat viele
Namen. Satan, Luzifer, Diabolo und viele mehr. Er ist die
Personifizierung des Bösen.

Gut und Böse sind aber nicht Ursprung der Quelle, die
eine solche Unterscheidung nicht kennt, also kann der
Teufel kein Produkt der Quelle sein, sondern muss letzten
Endes Deinem Geist entspringen. Nun sagte ich, dass Gut
und Böse nicht Ursprung der Quelle sein können, sondern
deine Projektion. Aber auch deine Projektion ist
eigentlich eine Funktion, die der Quelle entspringt, und
somit würde ein Paradox entstehen, das sich aber durch
tiefe Einsicht auflösen lässt.

Da Dein Geist aber derzeit noch hauptsächlich vom


Egoverstand dominiert wird, ist der Teufel eine Projektion
Deines Egos. Über das sogenannte Ego wurde in vor allem
in letzter Zeit viel geschrieben und gesprochen.

Vor allem in den Kreisen des New Age und in der


neospirituellen Szene ist das Ego Gegenstand
unterschiedlicher Betrachtungen und Aussagen. Viele
dieser Aussagen sind einigermaßen stimmig, einige sind
der blanke Unsinn. Zu den unsinnigen Überzeugungen
gehört, das Ego müsse wie der Teufel bekämpft werden.
Wer trifft diese Entscheidung? Das Ego selbst. Oder
zumindest eines seiner vielen Anteile. Denn wenn Du
Dich zu einem Wandel entschließt, sei es auch der
Wandel vom erfolgreichen Geschäftsmann zum
spirituellen Sucher, so steckt in erster Linie Egoantrieb
dahinter und Du tappst zwangsläufig erneut in die
Egofalle, weil Du Dich von nun ab mit dem Egobild des
spirituellen Suchers identifizierst.

Du bildest dir nun ein, du bist derjenige, der den Wandel


vom weltlichen Egomanen zum spirituellen Sucher
vollbracht hat. Diese Identifikation mit einer neuen
Egoidentität nährt das Ego und spaltet es in zwei
konkurrierende Anteile die sich bekämpfen, die in
Wirklichkeit aber eins sind. Es ist in etwa wie das
Schattenboxen. Wer wird gewinnen? Das Ego natürlich.
Was bewirkt regelmäßiges, intensives Schattenboxen?
Eine Zunahme an Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Was
Du bekämpfst, machst Du nur stärker.

Wenn Du Dein Ego näher untersuchst, wirst Du


unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass sowohl
individuelles, als auch kollektives Leid dem Ego
entspringen. Insofern könnte man sagen, der Teufel sei
eine Personifizierung des Egos. Wenn Du also gegen den
Teufel ankämpfst, wie es manche religiösen Institutionen
nahelegen, wirst Du ihn stärker machen. Da das Ego aber
auch nach gründlicher Analyse nicht fest zu machen ist
und zwangsläufig illusionärer Natur sein muss, ist auch
der Teufel eine Illusion. Durchschaust Du den Teufel oder
das Ego aber als das was es ist, nämlich als Konstruktion
Deines Verstandes, der nichts weiß sondern nur glaubt zu
wissen, wirst Du den Teufel durchschauen, du kannst ihn
willkommen heißen, ohne ihn zu fürchten. Du kannst ihn
sogar dressieren und für Deine Zwecke nützlich machen.
Und das, ohne dich von der Ethik entfernen zu müssen,
denn auch Ethik bedarf der Unterscheidung und ist
letzten Endes Teufelswerk. Wenn Du Dich also für einen
ethischen Gutmenschen hältst, muss es unethische
Schlechtmenschen geben, die du ins Unrecht setzt.

Und letzten Endes ist das, was Du für richtig oder falsch
hältst, keinesfalls die Wahrheit, sondern lediglich eine
subjektive Bewertung, die wie alles in Deiner Welt der
vergänglich ist. Dein Erinnerungsvermögen blendet das
gerne aus und erspart Dir die Erinnerungen an Zeiten, als
du noch ganz anders Richtig und Falsch bewertet hast.
Denn würdest Du Dir der Dynamik Deiner Ethik gewahr
werden, würdest Du augenblicklich aufhören, Dich im
Recht zu befinden. Und Du wärst aller
zwischenmenschlichen Konflikte enthoben. Gute Vorsätze
pflastern den Weg zur Hölle, denn was Menschen sich
gegenseitig im Namen des Guten, des Wahren, des
Echten und des wahrlich Tugendhaften antun, füllt die
Geschichtsbücher mit Berichten von Schlachten und
Kriegen seit Anbeginn der Menschheit.
Demnach hätten alle Menschen zumindest einen
teuflischen Anteil in sich und da sich die meisten
Menschen mit ihrem Ego identifizieren, nehmen sie,
zumindest zeitweise und in unterschiedlicher Intensität,
die Identität des Teufels an. Sie haben aber nicht nur ein
Ego, sondern auch eine Seele, die aus Liebe gebaut ist,
also pendeln die meisten Menschen zwischen einer
Existenz mal als Engel und mal als Teufel.

Ja nach Stimmung, Situation, geglaubter Notwendigkeit


und gegenwärtigem Bewusstseinszustand. Loswerden
wirst Du Dein Ego als Mensch nie vollständig, auch wenn
Du Dich noch so erleuchtet fühlst.

Warum leiden wir?

Wenn die Quelle als Schöpfergott beschrieben wird und


wir seine Schöpfung sind, muss man unweigerlich zu dem
Schluss kommen, die Quelle wäre ein Sadist, weil es eine
Tatsache ist, dass Menschen leiden. Nicht immer, aber
kein Leben verläuft ohne Leid. Das beginnt schon bei der
Geburt und endet mit dem Tod, der von den meisten
Menschen sowohl vom Sterbenden als auch von den
Hinterbliebenen als leidvoll angesehen wird. Dazwischen
gibt es Krankheit, Trennung, Misserfolg und nicht zuletzt
eine fortwährende subtile Unzufriedenheit, die von den
meisten Menschen gar nicht mehr wahrgenommen wird,
weil sie sich daran gewöhnt haben.

Das Leben scheint wie eine Halskette mit weißen und


schwarzen Perlen. Die weißen Perlen stehen für die
glücklichen Momente, die schwarzen für die
unglücklichen. Dabei übersehen die meisten Menschen,
dass selbst die glücklichen Momente in ihrem Kern Leiden
hervorbringen, weil sie vergänglich sind. Nach der Party
kommt der Kater. Deshalb sprecht ihr auch von
Leidenschaften.

Diese Tatsache hat der Buddha erkannt und betont, dass


er lediglich die Lehre vom Leiden verbreitet.
Viele Menschen halten den Buddhismus daher für eine
pessimistische Religion. Genauer gesagt ist es aber die
Lehre vom Leiden, von den Ursachen des Leidens, von der
Beendigung des Leidens und vom Weg, der zur
Beendigung des Leidens führt.

Da es also ein Weg gibt, dem Leiden ein Ende zu setzen,


und es dem Buddha selbst und vielen nach ihm gelungen
ist, kann man nicht sagen, der Buddhismus wäre eine
pessimistische Religion. Es ist eine Weltanschauung, die
den Tatsachen ins Auge sieht und nach Wahrheit strebt,
gleichzeitig aber methodisch gegen das Leiden vorgeht.

Tatsächlich hat das Leiden aber eine Funktion. Wenn ein


Kind seine Hand auf eine heiße Herdplatte legt, tut das
weh und der natürliche Reflex ist, die Hand weg zu
ziehen. Damit einher geht ein Lernprozess und das Kind
wird in Zukunft vorsichtiger mit heißen Herdplatten
umgehen. Leiden ist also ein Warnsignal, das uns sagt,
dass etwas nicht richtig ist.
Dabei ist es keinesfalls so, dass Leiden die Seele rein
wäscht, wie es manche Christen glauben, oder schlechtes
Karma verbrennt, wie es manche Buddhisten glauben.
Wenn Du die Hand auf der Herdplatte lässt, wirst Du
schwere Verbrennungen bekommen, aber dadurch weder
weiser noch besser.

Vielleicht kennst Du das Kinderspiel „warm oder kalt“. Ein


Gegenstand wird vor einem Kind versteckt. Die anderen
Kinder wissen, wo der Gegenstand ist, aber das Kind, das
den Gegenstand suchen soll, weiß es nicht. Um die Suche
zu vereinfachen, rufen die Kinder, die nicht suchen
müssen, „WARM!“ wenn sich das suchende Kind dem
versteckten Gegenstand nähert und „KALT!“ wenn es sich
vom gesuchten Gegenstand weg bewegt. Leiden bedeutet
„KALT!“ wenn Du Dich von der Quelle weg bewegst.
Liebe, Harmonie und Glückseligkeit bedeutet „WARM!“
wenn Du Dich der Quelle näherst. Das Leiden ist ein
Kompass, den Dir die Quelle mit gegeben hat, damit Du
den Weg nach Hause findest.
Werde ich erwachen?

Zeit ist, wie erwähnt, eine Illusion. Vergangenheit,


Gegenwart und Zukunft finden im Jetzt statt. Deshalb
sind Zeitreisen tatsächlich möglich. Das bedeutet, dass Du
gleichzeitig erwacht und nicht erwacht bist. Wenn man
aber den Faktor Zeit wieder mit einrechnet, ist der
erwachte Zustand Dein normaler Zustand während Dein
gegenwärtiger Traumzustand temporärer Natur ist.

Du wirst also nicht erwachen, Du bist erwacht. Das ist


Deine natürliche Essenz. Im Moment wird es jedoch eher
so sein, dass Deine gegenwärtigen Verstandesaktivitäten
die Wahrnehmung verzerren und Dir Leid bescheren. Das
Problem vieler spiritueller Menschen ist, dass sie das
Erwachen als ein Ereignis in der Zukunft suchen.
Da es die Zukunft nicht gibt, nur den gegenwärtigen
Augenblick, suchen sie das Erwachen in einer Illusion und
dort werden sie es nicht finden. Wenn Du Deinen
Schlüssel verloren hast und unter einer Laterne suchst,
nur weil es dort heller ist, wirst Du den Schlüssel nicht
finden, weil Du ihn ganz woanders verloren hast, wo kein
Licht ist. Das Licht, dass Du benötigst, findest Du aber
nicht in der Straßenlaterne. Du findest es nirgends
außerhalb, es ist in Dir. Deshalb wird das Erwachen unter
anderem auch als Erleuchtung bezeichnet.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten des Erwachens. Das


plötzliche Erwachen und das allmähliche Erwachen. Das
plötzliche Erwachen, ist problematisch. Es ist entweder
ein missverstandener Glücksfall oder die Folge eines
durch meditative Anstrengung beschleunigten Prozesses.
In vielen Fällen hat ein plötzliches Erwachen keine
nachhaltige Wirkung. Zen Meister berichten von
Schülern, die eine Satori-Erfahrung machten, dachten, sie
hätten es nun endlich geschafft und nach einiger Zeit
wieder in die gleichen Denkmuster zurückfielen, wie vor
der Satori-Erfahrung.
Wird das plötzliche Erwachen nicht willentlich
herbeigeführt, wird es als Glücksfall oder Zufallsereignis
missverstanden. Da es keine Zufälle gibt, war die Person,
die diese Erfahrung gemacht hat, einfach nur reif genug,
um zu erwachen. Oft sind es äußere Ereignisse
karmischen Ursprungs, die ein solches Erwachen auslösen
und oft sind diese Ursprungsereignisse für den
betroffenen unerträglich leidvoll. Daher kommt die
falsche Schlussfolgerung, hohes Leid könne das Ereignis
des Erwachens auslösen.

Tatsächlich ist es aber gar kein Ereignis, auch wenn es so


empfunden wird, sondern ein extrem beschleunigter
Prozess, der durchaus durch das empfundene Leid
unterstützt werden kann.

Aber nur insofern es für das empfundene Leid keinen


anderen Ausweg gibt, als zu erwachen und eine innere
Bereitschaft dafür da ist. Im anderen Fall kann die gleiche
Situation bei einem anderen Menschen in den Wahnsinn
oder in den Selbstmord führen. Der allmähliche Prozess
des Erwachens ist völlig normal und jeder Mensch
durchlebt ihn seit unendlichen vielen Inkarnationen.

Er ist also so langsam, dass dein Gewahrsein ihn nicht


bemerkt. Dieser Prozess verläuft nicht linear sondern
progressiv, so dass es an einem gewissen Punkt zu einer
spürbaren Beschleunigung kommt.

Wenn ein Mensch an diesen Punkt ankommt, wird er


meistens sein Leben ändern.

Der Glitzer und Schimmer der illusionierten Welt ist dann


nicht mehr reizvoll und die Menschen begeben sich auf
die spirituelle Suche. Dieser Übergang kann mehrere
Jahre oder Jahrzehnte dauern, vielleicht sogar mehrere
Inkarnationen. Also im Vergleich zu Deiner bisherigen
Existenz weniger als ein Fingerschnipp, gemessen an
Deiner derzeitigen Lebensspanne aber als empfundene
Ewigkeit. Sie wird von vielen nicht zuletzt deswegen als
Ewigkeit empfunden, weil diese Übergangsphase in den
meisten Fällen alles andere als lustig ist.

Oft ist sie begleitet von tiefen Depressionen, denn


einerseits nimmt die Gewissheit zu, dass Du in einer
Traumwelt lebst, die Dich in keiner Weise mehr reizt,
andererseits wirst Du von dieser Traumwelt aber noch
beherrscht. Einerseits fängst Du an, Dein lächerliches Ego
zu durchschauen, andererseits aber hat es noch so viel
Macht über Dich, dass Du Dir seiner Versklavung
zunehmend bewusst wirst und es verbissen bekämpfst.
Wie Euer Goethe, übrigens ein ziemlich erwachter
Mensch, zu Lebzeiten schon sagte: Niemand ist
hoffnungsloser versklavt als der, der glaubt frei zu sein.
Du dachtest, Du wärst ein freier Mensch gewesen und
erkennst, dass Dich Dein Ego seit Lebzeiten an der Nase
herumführt. Nun, wo Du dies allmählich erkennst, wirst
Du Dir der Versklavung bewusst, ohne aber einen Weg
gefunden zu haben, Dich zu befreien. Doch wenn Du Dich
erst für die Wahrheit entschieden hast, gibt es kein
zurück mehr.

Wie viel Traum und Illusion Du Dir nimmst, wie lange der
Prozess also andauert, hängt von Deinen
Willensentscheidungen ab. Der Buddha sagte: Karma, Ihr
Mönche, das ist Wollen. Und Dein Karma ist das, was Du
bist. Du bist ein Mensch aufgrund Deines Karma, Deines
Wollens. Solange also Dein Wollen zwischen Hinneigung
und Ablehnung der Phänomene Deiner illusionierten
Welt pendelt, ist der Prozess des Erwachens gebremst
und es kann auch Rückfälle in noch viel höhere
Unbewusstheit geben, so dass Du wieder ein ganzes
Stück zurückfällst.

In dem Moment aber, wo Du den festen Entschluss triffst,


den ganzen Schall und Rauch nicht mehr zu wollen,
sondern Dich unverrückbar für eine Bewegung zurück zur
Quelle entscheidest, nimmt der Prozess des Erwachens
Fahrt auf. Wenn dieser Punkt in Deinem jetzigen Leben
erreicht ist, besitzt Du nach dem Ableben Deines
gegenwärtigen Körpers Wahlfreiheit. Du kannst noch mal
eine oder ein paar weitere Runden auf Erden drehen,
vielleicht aus Mitgefühl gegenüber den anderen
Menschen, die noch nicht an diesem Punkt angelangt
sind, oder Du entscheidest Dich für eine höhere Existenz.
In beiden Fällen wird Dein Leiden nicht mehr vergleichbar
mit dem Leiden Deiner derzeitigen Existenz sein und auch
in dieser Existenz wird Dein Leiden abnehmen, sobald die
Beschleunigung des Prozesses richtig Fahrt aufgenommen
hat und einen Punkt erreicht hat, wo Du zunehmend über
Dich und Deine Illusionen lachen kannst.

An diesen Punkt angelangt werden Deine weltlichen


Bedürfnisse immer geringer. Von außen ist durch andere
nicht unterscheidbar, ob Du diese Bedürfnisse einfach
nicht mehr hast, oder ob Du einer derjenigen bist, die
ihre Bedürfnisse unterdrücken. Manche glauben, durch
willentliche Askese ihr Wollen besiegen zu können, aber
das ist ein Irrtum, der eigentlich schon aus dem Satzbau
herausgeht. Den Willen mit Willen zu besiegen, ist wie
Durst mit Salzwasser zu löschen. Dieses Paradox hat auch
Buddha schon erkannt. Auch er übte sich in einige Zeit in
Askese, bevor er den Weg der Mitte erkannte und
seitdem alle Extreme ablehnte. Denn Askese ist ein
Extrem und nichts anderes als die willentliche Ablehnung
weltlicher Bedürfnisse.

Manche glauben, nur in Armut ein spirituelles Leben


führen zu können. Auch das ist ein Irrtum, der oft durch
gierige Institutionen und Sekten geschürt wird, die an
Dein Geld heran wollen. Je mehr Du erwachst, desto
weniger wirst Du an weltlichen Vergnügungen gefallen
finden. Der umgekehrte Weg aber, sich durch Entsagung
dem Erwachen zu nähern, ist die verkehrte Richtung.

Was also kannst du tun, um den Prozess des Erwachens


zu beschleunigen? Die Antwort lautet: NICHTS! Je
weniger Du tust, je weniger Du strebst, je weniger Du
Dich gegen das, was ist auflehnst, desto mehr begibst Du
Dich in den natürlichen Fluss der Quelle, die Dich zu sich
zieht. Wir werden jedoch an einen Punkt gelangen, an
dem wir doch etwas tun wollen, um den Prozess zu
beschleunigen, weil der Prozess der Weltzerstörung mit
dem Prozess des Erwachens gerade um die Wette läuft.
Und tatsächlich beginnt eine globale Beschleunigung des
Erwachens während es gleichzeitig auch eine globale
Ausdehnung und Verstärkung des menschlichen
Wahnsinns gibt. Denn die Regeln, die für das Erwachen
eines Individuums gelten, gelten gleichermaßen für das
kollektive Erwachen. Leid verstärkt sich und gibt dem
Prozess des Erwachens gleichzeitig Antrieb.

Damit ist aber noch lange nicht gesagt, wer von beiden
gewinnt. Der Wahnsinn oder das Erwachen der
Menschheit. Das Erwachen braucht die Menschheit nicht,
es kann auch wo anders stattfinden. Genauso wenig, wie
das Universum die Erde braucht. Der Ausgang steht nicht
fest und das macht es gerade so spannend. Denn der
Ausgang hängt einzig und allein davon ab, wofür Ihr
Menschen Euch entscheidet. Entscheidet ihr Euch für die
Quelle oder entscheidet ihr Euch für den Untergang der
menschlichen Rasse. Die Erde wird es überleben und sich
erholen und es wird in ein paar Tausend Jahren die
Voraussetzungen für eine völlig neue Spezies geschaffen
sein. Schließlich glaubten die Dinosaurier ja auch, sie
wären die Krönung der Schöpfung, was sie damals auch,
zumindest auf dieser Erde, waren.

Da Zeit in Wirklichkeit ja keine Rolle spielt, kann bereits


Deine nächste Inkarnation in eine Welt geschehen, die
Menschen bestenfalls nur noch aus Geschichtsbüchern
kennt. Wenn überhaupt.

Und selbst wenn es die Erde oder sogar das ganze


Universum nicht mehr gibt, existieren unendlich viele
Paralleluniversen, wo Du schon ein Plätzchen für Dich
finden wirst.
Klingt das nach Fatalismus? Mag sein, aber es ist das
Gegenteil davon. Denn die Menschheit hat die Macht des
freien Willens, ihre Spezies selbst zu zerstören, nicht aber
die Quelle. Sie hat die Macht, sich aus dem Spiel zu
katapultieren, aber nicht die Macht es zu beenden. Ich
aber glaube an Euch. Und viele Meister, die zu Lebzeiten
unter Euch geweilt haben, glauben auch an Euch. Und es
werden hier bei uns noch Wetten angenommen.

Ob Du es New Age, Neues Bewusstsein, Neue Spiritualität


oder wie auch immer nennst, das Internet ist voll von
diesen Begriffen, die auf eine neue Art des Denkens
hinweisen. Und es werden immer mehr. Viele fühlen sich
von Gott, Jesus oder Buddha inspiriert, andere von einem
mumifizierten Mönch mit Sonnenbrille.

Alle schreiben und machen irgendwie das Gleiche, man


könnte fast denken, sie schreiben voneinander ab.
Vielleicht tun sie das sogar. Aber jedes Mal, wenn sie die
letztgültige Wahrheit versuchen in Worte zu fassen, tun
sie es auf ihre einzigartige Weise und durch ihre Vielzahl
sprechen sie unterschiedliche Auffassungsgaben,
unterschiedliche Vorkenntnisse, unterschiedliche
Weltanschauungen und sogar unterschiedliche
Generationen an, weil jeder seinen eigenen Stil besitzt
und jeder Lehrer der Quelle seine ganz individuelle
Persönlichkeit in den Lehrplan einbringt.

Sie sind alle im Begriff des Erwachens, aber nicht alle


sind in diesem Prozess so fortgeschritten, wie es der
Buddha und andere Meister waren. Aber das ist auch gar
nicht nötig.

Denn indem sie lehren, lernen sie. Und auch Lehrer


dürfen Fehler machen. Ein vollständiges Erwachen ist als
Mensch sowie so nicht möglich. Ein Rest-Ego wird immer
bleiben und Du wirst immer eine ganz besondere
Persönlichkeit sein, die sich durchaus von anderen
Persönlichkeiten, auch der erwachten Meister,
unterscheidet. Und das ist auch gut so, weil Du sonst in
einer derzeit noch wenig erwachten Gesellschaft kaum
überlebensfähig wärst.“
Wird es die Menschheit immer geben?

Mensch sein bedeutet, eine bestimmte evolutionäre


Stufe innerhalb eines Systems erlangt zu haben.

Wenn man den Planeten Erde als das System betrachtet,


innerhalb dessen ihr existieren könnt, stellt ihr
gegenwärtig die höchste Evolutionsstufe dar. Aber eben
nur innerhalb dieses Systems und nur für den
gegenwärtigen Zeitpunkt. Der Planet Erde ist eingebettet
in das System des Universums, dass ihr geschaffen habt.
Innerhalb dieses Systems gibt es meines Wissens derzeit
keine anderen Lebensformen, die mit Eurer derzeitigen
Lebensform vergleichbar wäre. Ihr könnt also lange
warten, bis Euch Außerirdische besuchen werden. Es
kommen keine. Das Universum ist von Euch für Euch
geschaffen und für die Evolutionsstufen nach Euch. Diese
können durchaus auf anderen Planeten weiter existieren,
dann aber werden sie sich grundlegend von der
menschlichen Rasse unterscheiden.

Euer Überleben auf Erden hängt in erster Linie von der


Sonne ab. Die Sonne hat ein Verfallsdatum, damit hat die
Erde auch eines. Und somit hat auch die Menschheit ein
Verfallsdatum.

Denn nichts, aber auch wirklich gar nichts, was


materiebedingt ist, ist unendlich. Auch das Universum
wird sich weiter ausdehnen, bis es einen Punkt erreicht
hat, in dem es wieder in sich zusammen fällt.

Müssen bis dahin alle Menschen erwacht sein, weil sie


sonst keinen Raum zur Reinkarnation finden?
Nein. Das Universum ist nur ein System von unendlich
vielen. Aber die Menschheit muss erwachen, noch bevor
die Erde untergeht, weil ich sonst meine Wette verliere.
Und ich bin überzeugt, dass ich meine Wette gewinne,
nicht weil ihr so toll seid und ich Euch so liebe, sondern
weil Erde und menschliches Erwachen ein und dieselbe
Funktion sind. Ist die Funktion erfüllt, wird sie nicht mehr
benötigt. Mensch sein ist eine Funktion und sie ist mit der
Funktion der Erde gekoppelt. Und weil sich alles auf die
Quelle zurück bewegt, müsstet ihr eigentlich meiner
Voraussage nach mit dem Ende der Erde und dem Ende
des Menschseins gleichzeitig mit der Quelle wieder
verschmelzen.

Den Tipp für diese Wette habe ich übrigens aus der Bibel,
denn dort ist dieser Vorgang an mehreren Stellen
prophezeit worden. Es wäre aber keine Wette, wenn der
Ausgang wirklich vorhersehbar wäre.

Ihr vergesst immer, dass Quelle, Universum, Erde und


Menschheit eine Einheit sind, deshalb ist auch bislang
alles recht glimpflich abgelaufen und das wird es
wahrscheinlich auch weiterhin, denn auch, wenn Euch
noch einige Katastrophen bevorstehen, ihr werdet daraus
rechtzeitig lernen und es dann besser machen.

Wer hat nun Recht? Die Gutmenschen oder die so


genannten Sünder? Beide und niemand.

Die Quelle hat Recht und es ist typisch für Eure


menschliche Arroganz zu glauben, ihr könntet ihre Pläne
mit Eurem Handeln durchkreuzten. Ihr könnt mit Eurem
Willen den Spielverlauf ändern und damit spannender
machen, aber ihr könnt nicht den Ausgang des Spiels
beeinflussen. Nur Euren eigenen Ausgang. Wenn Du die
Quelle zum Lachen bringen willst, erzähl ihr von Deinen
Plänen! Die Erde wird untergehen, aber nicht jetzt.