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Feuerwehr

Die Feuerwehr ist eine Hilfsorganisation mit der


Aufgabe, bei Bränden, Unfällen, Überschwemmungen und Feuerwehr
ähnlichen Ereignissen Hilfe zu leisten, d. h. Menschen,
Tiere und Sachwerte zu retten, zu löschen, zu bergen und
zu schützen, wobei der Menschenrettung die oberste
Priorität zukommt.

Da in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Brände stark


zurückgegangen ist, übernimmt die Feuerwehr zunehmend
Aufgaben, die über die traditionelle Brandbekämpfung
hinausgehen. Die Art der neu übernommenen Aufgaben
und die Strukturen der Feuerwehren sind regional sehr Feuerwehr im Einsatz
unterschiedlich. So kann auch die Verhinderung von internationale Notrufnummer
Umweltschäden Auslöser für einen Feuerwehreinsatz sein.
Euronotruf 112
nationale Notrufnummern
zur Feuerwehr
Inhaltsverzeichnis
Belgien 112 oder 100
Verständigung
Brasilien 193
Organisationsformen
Chile 132
Geschichte
Deutschland 112
Aufgaben
Frankreich 18
Retten
Löschen Griechenland 199
Bergen Italien 115
Schützen BZ & TN 112
Spezialgebiete Liechtenstein 118
Höhenrettung
Luxemburg 112
Dekontamination
Österreich 122
Personal
Ausbildung und Dienst Polen 998
Jugendarbeit Schweiz 118
Feuerwehrsport Slowakei 150
Schutzpatron Spanien 085 oder 080
Ausrüstung Tschechien 150
Finanzierung Vereinigtes Königreich 999
Feuerwehrleute in Europa
USA 911
Akzeptanz in der Bevölkerung
Diese Tabelle ist nur eine Übersicht einiger Länder.
Filme und Serien Weitere findet man im Artikel Notruf.
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Verständigung
Üblicherweise hat jeder Staat eine einheitliche Notrufnummer, mit der die Feuerwehr telefonisch verständigt
werden kann. Darüber hinaus wurde in der Europäischen Union im Jahr 1991 der gemeinsame Euronotruf
112, eine einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr, beschlossen, der sich im Rahmen
der damals die EU umfassenden Staaten in der Regel durchgesetzt hat. In der Zwischenzeit wurde diese
Notrufnummer auch in den neuen Mitgliedsländern eingeführt. Seit Dezember 2008 ist in jedem
Mitgliedsland der EU die Feuerwehr unter 112 erreichbar.[1] Haben sich außerdem noch andere Staaten
außerhalb der EU, wie beispielsweise die Schweiz und Norwegen, ebenfalls dem Euronotruf angeschlossen,
gilt in den meisten Staaten auch deren alte Notrufnummer weiterhin, und nur wenige haben ausschließlich
diesen Notruf eingerichtet.

Welche Organisation oder Behörde den Euronotruf entgegennimmt, ist länderspezifisch geregelt.[2] Auch
inwieweit der Euronotruf bereits die alte Notrufnummer ersetzt hat oder ob dieser vor allem für
fremdsprachige Benachrichtigungen zur Verfügung steht, unterscheidet sich von Land zu Land.

Organisationsformen
Eine Feuerwehr kann:

eine technische bzw. organisatorische Einrichtung der Kommune sein,


eine betriebliche Einrichtung (Werk- und Betriebsfeuerwehr) sein,
ein privates Unternehmen, das im Auftrag der Kommune oder des Betriebes die Aufgaben
einer Feuerwehr wahrnimmt (beispielsweise Falck in Dänemark), sein,
eine Truppengattung des Militärs sein.

Je nach Bevölkerungsstruktur und -dichte sind auch die Strukturen der Feuerwehrorganisationen
unterschiedlich. Während z. B. in Deutschland, in Österreich oder in Südtirol die Freiwilligen Feuerwehren
flächenmäßig den größten Teil des Brandschutzes abdecken, setzen andere Länder auf
Stützpunktfeuerwehren mit hauptamtlichem Personal. Die Schweiz kennt in vielen Gemeinden die
allgemeine Feuerwehrpflicht für Männer und Frauen. In den meisten Ländern existiert auch ein Brand-
und/oder Katastrophenschutz aufgrund vorhandener militärischer Strukturen. Zugleich gibt es Länder, in
denen mehrere dieser Strukturen vermischt oder parallel existieren.

Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte der Feuerwehr und Feuerwehren im Römischen Reich

Bereits im alten Ägypten gab es organisierte Feuerlöscheinheiten.

Im Römischen Reich entstanden Millionenstädte wie Rom. Die Häuser waren meist mehrstöckig und
standen sehr dicht aneinander, auch die Gassen waren sehr eng. Vielfach wurden hölzerne An- und
Vorbauten an den Häusern errichtet. Etliche Male vernichteten Feuersbrünste ganze Stadtteile von Rom. Im
Jahr 21 v. Chr. wurde eine erste Feuerwehr mit 600 Sklaven gegründet.
Schon im Mittelalter waren die Gemeinden verpflichtet, den Brandschutz
aufzubauen. Für Feuermeldungen waren zunächst Türmer und Nachtwächter
zuständig (Ruf: „Feurio!“[3]). Zuerst wurden die Innungen und Zünfte
verpflichtet, im Notfall einzugreifen. Da sehr viele Gebäude
Fachwerkbauten aus Holz waren und oft innerhalb der Stadtmauern auf
engstem Raum errichtet wurden, kam es sehr oft zu Großbränden, bei denen
ganze Stadtviertel abbrannten. Es wurden auch erstmals Feuerknechte in den
Feuerlöschverordnungen verankert, sodass von den ersten
Berufsfeuerwehren gesprochen werden kann, wie zum Beispiel die
Berufsfeuerwehr Wien, als deren Gründungsjahr 1686 angenommen wird.

Die feuerwehrtechnische Ausrüstung war in der vorindustriellen Zeit auf


einfache Hilfsmittel wie Eimer, Leitern oder Einreißhaken beschränkt. Im
17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der zuerst aus genähtem
Leder angefertigt wurde; später wurde das Leder vernietet. Bis zum Beginn Dampfspritze von 1910
des 20. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen, sogenannte Feuerspritzen
verwendet, die von Pferden oder der Löschmannschaft an die
Einsatzstelle gezogen wurden.[4]

In den USA wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten
privatwirtschaftlich organisierten Berufsfeuerwehren gegründet.
Teilweise wurden nur Häuser gelöscht, welche die Plakette eines
solchen Unternehmens trugen.

Mitte des 19. Jahrhunderts setzte im deutschsprachigen und darüber


hinaus im gesamten Donauraum die Entwicklung eines Spritzenhäusle in Geyerbad bei
flächendeckenden Feuerlöschsystems auf freiwilliger Basis ein.[5] Obernheim (2019)
Mehrere Feuerwehren beanspruchen den Titel der ältesten
Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland für sich. Bis auf wenige
Unterbrechungen, etwa die Feuerschutzpolizei während der Zeit des Nationalsozialismus, stellt seither das
System der Freiwilligen Feuerwehr neben der Pflicht-, Berufs- und Werkfeuerwehr bis heute den
Hauptanteil zur Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes Deutschlands.

Mit Einsetzen der Industrialisierung zum Anfang des 20. Jahrhunderts erhöhte sich die Technikvorhaltung
der Feuerwehren bedeutend. Mit verbrennungsmotorgetriebenen Fahrzeugen war nun ein Ausrüsten aller
Feuerwehren mit leistungsfähigen Fahrzeugen und Feuerlöschpumpen möglich.

Aufgaben
Die Aufgaben der Feuerwehr werden in den Gesetzen jedes Staates geregelt. International weit verbreitet ist
die Zusammenfassung der Aufgaben mit den Schlagworten „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“.

Da in der deutschen Sprache der Begriff Bergen im Genfer Abkommen zum Schutze der Opfer des Krieges
so definiert wird, dass unter Bergen auch das Befreien von Menschen und Tieren aus einer Gefahrenlage im
Sinne von „Retten“ verstanden wird[6], werden damit oftmals die beiden Begriffe Retten und Bergen
gleichwertig eingesetzt. Für den Feuerwehrbereich im deutschsprachigen Raum gilt dagegen, dass sich das
Retten nur auf lebendige Lebewesen bezieht. Geregelt ist dies beispielsweise in den beiden Normen DIN
14011 (für Deutschland) und ÖNORM F 1000 (für Österreich), in denen die Begriffe im Feuerwehrwesen
definiert sind.

Retten
Das Retten ist die Abwendung einer Lebensgefahr von Menschen
durch Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe), die der Erhaltung oder
Wiederherstellung von Atmung, Kreislauf oder Herztätigkeit dienen.
Aber auch das Befreien von Menschen und Tieren aus einer
Zwangslage durch technische Rettungsmaßnahmen gehören zum
Retten. Tätigkeitsfelder hierfür sind z. B. Feuer,
Überschwemmungen oder Verkehrsunfälle. Historisch bildete sich
der Rettungsdienst oft aus den Feuerwehren heraus, wie
beispielsweise in Österreich-Ungarn. Während er sich einerseits in
vielen Ländern von der Feuerwehr gelöst hat und in anderen
Organisationen aufging, bzw. sich selbstständig entwickelt hat,
verblieb er z. B. in Teilen von Deutschland und in Teilen der USA
innerhalb der Feuerwehr. In Nordrhein-Westfalen und Berlin ist der
Rettung von Verletzten bei einer
Rettungsdienst komplett in der Hand der Feuerwehr. Manchmal
Einsatzübung
bildeten sich auch durch die Nähe der Feuerwehr am Land First
Responder heraus, die auch einen wesentlichen Teil der
Rettungskette darstellt.

Löschen

Das Löschen ist die älteste Aufgabe der Feuerwehr. Bei diesem so
genannten abwehrenden Brandschutz werden unterschiedlichste Brände mit
Hilfe spezieller Ausrüstung bekämpft.

Im Laufe der Zeit ist jedoch die Zahl der Brandbekämpfungen weltweit
zurückgegangen. Aufgrund der zunehmenden Aufgabenvielfalt der
Feuerwehr nehmen die technischen Hilfeleistungen stark zu – die Feuerwehr
entwickelt sich zur Hilfeleistungsorganisation.
Löschhydrant in der
Schweiz
Bergen

Die Feuerwehr kann das Bergen von Sachgütern, toten Menschen


oder Tieren übernehmen.

Schützen

Vorbeugende Maßnahmen (das Schützen) beinhalten im


Wesentlichen Elemente des vorbeugenden Brandschutzes. Diese
dienen der Vermeidung von Entstehungsbränden z. B. durch
Brandsicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen oder
Straßenmarkierung in Berlin
konsequenter Brandschutzerziehung in der Bevölkerung, um auf
Gefahren aufmerksam zu machen und richtiges Verhalten in
Notsituationen aufzuzeigen.

Besonders in Industrienationen wird dem Betriebsbrandschutz immer mehr Augenmerk geschenkt, sei es
durch eigene betriebliche oder durch öffentliche Feuerwehren.

Darüber hinaus wird die Feuerwehr im Rahmen behördlicher Baugenehmigungsverfahren größerer


Bauvorhaben häufig hinzugezogen und um Stellungnahme gebeten. Weiterhin arbeitet die Feuerwehr in
verschiedenen Fachgebieten bei der Erstellung von Standards mit.
Außerdem betreibt die Feuerwehr aktiven Umweltschutz, etwa durch
die Eindämmung bei Ölunfällen, Binden von Ölspuren oder KFZ-
Flüssigkeiten auf Straßen als Gefahrenabwehr, Aufnahme von KFZ-
Flüssigkeiten als Amtshilfe und Schutz vor chemischen,
biologischen sowie atomaren Gefahren.

Spezialgebiete
In manchen Ländern hat die Feuerwehr im Rahmen der In einigen Ländern gehört der
Grundaufgaben auch noch spezielle Aufgaben zu bewältigen. Rettungsdienst zu den Aufgaben der
Unterschiedlich sind diese Aufgabengebiete auch insofern zu Feuerwehr. Hier ein Rettungswagen
der Feuerwehr Frankfurt /Main
bewerten, ob die Spezialeinheiten für die Bevölkerung, bzw. deren
Opfer insgesamt tätig werden sollen oder nur zur Unterstützung oder
dem Schutz der eigenen Mannschaft.

Solche Spezialeinheiten stellen beispielsweise folgende Einheiten


dar:

Höhenrettung
→ Hauptartikel: Höhenrettung

Zum Aufgabenfeld der Feuerwehr gehört die Rettung aus Höhen und Die Cessna 206H Stationair des
Tiefen. Feuerwehrflugdienstes
Niedersachsen zur
Die Arbeiten werden stets im Seil verrichtet und zeichnen sich u. a. Waldbrandbeobachtung und
durch stets mehrfache (redundante) Auslegung von Sicherungs- und Koordination aus der Luft
Rettungssystemen aus.

Typische Einsätze für Höhenretter sind Herzinfarkte oder Schlaganfälle von Kranführern, Suizidversuche,
Rettungseinsätze an Hochhäusern oder Kletterunfälle, Personen in Schächten oder Silos und Personen, die
in große Tiefe abgestürzt sind, sowie Personenunfälle bei Antennenarbeiten auf Türmen und anderen
erhöhten Standorten.

Dekontamination
→ Hauptartikel: Dekontamination

Unter Dekontamination, kurz Dekon, versteht man das Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen
(Kontaminationen) von Personen, Objekten oder ungeschützten Flächen. Dieser Aufgabenbereich gehört
damit zum ABC-Schutz. Die Gefährdungen können dabei radioaktiver, biologischer oder chemischer Natur
sein. Die Feuerwehrleute tragen hierbei einen Chemikalienschutzanzug, der sie von äußeren Einflüssen
schützt. Für diesen ist ein besonderes Training erforderlich und aufgrund der hohen Belastung darf eine
Person nur etwa 20 bis maximal 25 Minuten im Einsatz sein. Nach Einsätzen mit Chemikalienschutzanzug
im Bereich der Kontamination müssen die Anzüge und ihre Träger speziell dekontaminiert werden.

Personal

Ausbildung und Dienst


→ Hauptartikel: Feuerwehrausbildung
Die Ausbildung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau richtet sich nach der Struktur der Feuerwehr
im jeweiligen Staat. Je nach diesen Gegebenheiten erfolgt die Ausbildung eher zentral in Feuerwehrschulen
oder dezentraler in den einzelnen Feuerwehren vor Ort oder Zwischenebenen wie Kreis oder Bezirk. Für
höhere Funktionen im Feuerwehrwesen bestehen in manchen Ländern, wie in Tschechien
Studienmöglichkeiten an Universität oder Fachhochschulen.

Es unterscheiden sich auch die Ausbildungswege für die Berufsfeuerwehren und Freiwillige Feuerwehren.
Berufsfeuerwehren führen ihre Ausbildung sehr oft während der üblichen Bereitschaftszeit aus, ergänzt
durch einzelne fachspezifische Kurse. Bei den Freiwilligen Feuerwehren hingegen muss darauf Rücksicht
genommen werden, dass die Feuerwehrmitglieder einem zivilen Beruf nachgehen und die Ausbildungen
daher möglichst in den Tagesrandzeiten oder in anderen Freizeitblöcken absolviert werden.

Ein weiteres Kriterium der Ausbildungsarten stellen heute die verschiedenen Zertifizierungen und
Qualitätsmanagements dar. Dies ist notwendig, um den einzelnen Feuerwehrmitgliedern für gleiche
Tätigkeiten oder Funktionen auch eine gleiche Ausbildung angedeihen zu lassen.

In Zeiten knapper finanzieller Ressourcen ist es auch notwendig, die Ausbildung möglichst effektiv zu
organisieren. Gerade im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren wird dabei versucht, die breit gestreuten
Ausbildungen, wie sie die Grundausbildungen darstellen, an die Standorte der jeweiligen Feuerwehr zu
verschieben, da in diesem Bereich auch die Ausbilder auf freiwilliger Basis und daher kostengünstig
arbeiten. Anders ist es bei Spezialausbildungen, bei der man auf spezielle Einrichtungen zurückgreifen
muss, die meist nur in zentralen Ausbildungseinrichtungen wie in Feuerwehrschulen oder
Stützpunktfeuerwehren vorzufinden sind.

Jugendarbeit
→ Hauptartikel: Jugendarbeit in der Feuerwehr

In vielen Ländern gibt es Abteilungen der Feuerwehr, die sich


speziell um die Anwerbung von jungen Menschen kümmern.

In manchen Ländern – etwa Deutschland – wird angesichts der


zurückgehenden Zahl von Einsatzkräften bei Freiwilligen
Feuerwehren versucht, mit Werbe- und Imagekampagnen neue
Mitglieder zu gewinnen. Durch Jugendarbeit in den
Jugendfeuerwehren wird versucht, Kinder und Jugendliche für den
Einsatz in der Feuerwehr zu begeistern, sodass sie bei Jugendfeuerwehr bei einer Übung
entsprechendem Alter und Qualifikation im Feuerwehrdienst mit
eingesetzt werden können. In einigen Gemeinden werden
Kinderfeuerwehren angeboten.

Beispiele:

Jugendfeuerwehr für Deutschland oder Feuerwehrjugend für Österreich.

Feuerwehrsport
→ Hauptartikel: Feuerwehrsport

Der Feuerwehrsport ist eine Sportart, die aus vielen Bereichen der Feuerwehrarbeit heraus entstanden ist.

Körperliche Fitness und Sport bilden nach wie vor eine der entscheidenden Grundlagen zur Gewährleistung
der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute. Bei der zum großen Teil ehrenamtlichen Arbeit in den
Freiwilligen Feuerwehren ist es unabdingbar, psychischen und physischen Belastungen gewachsen zu sein,
die nur allzu oft an der Grenze dessen liegen, wozu jeder einzelne im
Stande ist.

Die Festigung der Gesundheit, die Entwicklung der notwendigen


Eigenschaften sowie die Vervollkommnung der Fertigkeiten der
Kameraden werden am wirksamsten durch die Vereinigung der
Einsatztätigkeit mit besonderen sportlichen Übungen und den
verschiedensten Sportarten auf der Basis einer allseitigen sportlichen
Ausbildung gewährleistet. Die zur ständigen Verbesserung der
körperlichen Fitness am ehesten geeignete Sportart ist neben X. Internationale
Ausdauer und Schnellkraft der angewandte Feuerwehrsport. Feuerwehrsportwettkämpfe des CTIF
1993 in Berlin, Disziplin Löschangriff
FF – Sieger: Mannschaft FF
Schutzpatron Beselich-Obertiefenbach

In vielen Ländern gilt der Heilige Florian als Schutzpatron der


Feuerwehr, der bei Dürre, Brandgefahr und Unfruchtbarkeit der
Felder angerufen wird. Ursache ist das Attribut Wassereimer
(Attribut des Martyriums des römischen Soldaten, des Ertränkens in
der Enns), mit dem der Heilige mit Helm immer dargestellt wird.
Deshalb werden Feuerwehrleute im deutschsprachigen Raum auch
als Floriani- oder Floriansjünger bezeichnet. In manchen Ländern
wie Deutschland oder Österreich tragen auch manche
Feuerwehreinrichtungen oder Fahrzeuge den taktischen Namen, der
sich dann auch auf den Funkrufnamen ausweitet.

In ländlichen Regionen wird am Gedenktag des Heiligen, am 4. Mai,


eine Florians- oder Florianimesse abgehalten, an der die St. Florian auf Feuerwehrhaus
Feuerwehrleute des Ortes in Ausgehuniform teilnehmen. Durch
Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür wird die Feuerwehr
der Öffentlichkeit präsentiert.

In den nördlicheren deutschsprachigen Gebieten sowie der Schweiz ist die heilige Agatha die
Schutzpatronin der Feuerwehren.[7]

Da die heilige Barbara, als eine der 14 Nothelfer, eine Helferin gegen Feuersgefahr ist, gilt sie unter
anderem auch als Schutzpatronin der Feuerwehrleute, neben einigen anderen Berufen. Sie wird z. B. im
Sprengdienst der Österreichischen Feuerwehr verehrt.[8]

Ausrüstung
→ Hauptartikel: Feuerwehrausrüstung

Um die ihr übertragenen Aufgaben erfüllen zu können, verfügt die Feuerwehr in der Neuzeit über eine
Vielzahl von technischem Gerät. Dies umfasst neben den Feuerwehrfahrzeugen auch deren Beladung und
die persönliche Ausrüstung eines jeden Feuerwehrangehörigen, die in einem Feuerwehrhaus untergebracht
sind. Diese Ausrüstung dient dazu, vor Gefahren des Feuerwehrdienstes bei Ausbildung, Übung und Einsatz
zu schützen. In den meisten Ländern besteht diese aus einem Feuerwehrschutzanzug, einem Schutzhelm,
Handschuhen und Sicherheitsschuhen.

Darüber hinaus kommen bei der Feuerwehr auch Kommunikationssysteme, wie BOS-Funksysteme, analog
oder digital, sowie Technik zur Alarmierung der Feuerwehrangehörigen zum Einsatz.
In vielen Ländern gehören
auch Rettungshunde zur
Feuerwehr. Sie werden
hauptsächlich im
Katastrophenhilfsdienst nach
Erdbeben oder anderen
Katastrophen, aber auch bei
der Suche nach vermissten
Feuerlöschboot auf dem Rhein in Personen eingesetzt.
Basel Löschzug vor einem Feuerwehrhaus
In vielen Ländern ist die
in Deutschland
Feuerwehr auch für den
Rettungsdienst zuständig und hält somit entsprechende Fahrzeuge
und Geräte vor, wie in Deutschland, wo diese Aufgabe überwiegend
im Bereich von Berufsfeuerwehren wahrgenommen wird.

Finanzierung
Aufgrund des fehlenden flächendeckenden Schutzes bzw. der Kosten von Berufsfeuerwehren wird in
Ländern ohne freiwillige Systeme zunehmend versucht, solche zu etablieren. So gibt es in Griechenland von
der ESEPA veranstaltete Sommercamps mit Einsatzkräften von Freiwilligen Feuerwehren aus anderen
Ländern, die bei der Bekämpfung von Waldbränden helfen.

Aber auch in Gebieten mit einem hohen Anteil von Freiwilligen Feuerwehren wird der finanzielle Anteil,
der durch die Öffentlichkeit in Form von Spenden oder Festen etc. aufgebracht wird, im Verhältnis zu den
Ausgaben, die die öffentliche Hand tätigt, zunehmend höher.

Feuerwehrleute in Europa
Die nachfolgende Statistik zeigt die Anzahl und die Anteile der aktiven erwachsenen Feuerwehrangehörigen
in einigen wesentlichen europäischen Staaten auf.
Verhältnis
von
Freiwillige Berufs‐ Teilzeit‐
Gesamtanzahl Feuerwehr‐
Land Einwohner Feuerwehr‐ feuerwehr‐ feuerwehr‐
Feuerwehrangehörige angehörigen
angehörige angehörige angehörige
zu
Einwohnern

5.756.000 7.600 0,13 % 1.350 1.750 4.500


Dänemark

82.218.000 1.027.996 1,25 % 996.688 31.308 0


Deutschland
Finnland 5.474.000 19.267 0,35 % 11.615 3.846 3.806

66.628.000 234.446 0,35 % 193.800 40.646 0


Frankreich

10.788.000 15.660 0,15 % 1.507 12.441 1.712


Griechenland
Italien 61.000.000 48.930 0,08 % 20.060 28.870 0

8.773.000 258.433 2,95 % 255.865 2.568 0


Österreich
Polen 38.413.000 256.480 0,67 % 226.240 30.240 0

10.610.000 79.950 0,75 % 67.383 12.567 0


Tschechien

Vereinigtes 61.370.000 60.500 0,10 % 1.400 40.100 19.000


Königreich

Stand: 2017[9]

Akzeptanz in der Bevölkerung


Durch die hohe Durchdringung aller Bevölkerungsschichten mit Feuerwehrmitgliedern liegen diese im
Vertrauen, das ihnen die Bevölkerung entgegenbringt, immer an Spitzenplätzen gegenüber anderen
Berufsgruppen.[10] So führt die Zeitschrift Reader’s Digest alljährlich eine der größten Studien europaweit
durch: die Readers Digest European Trusted Brands. So wählten im März 2019 von 7.037 Lesern in
Deutschland die Feuerwehrleute als Berufsstand mit dem höchsten Vertrauenswert von 93 Prozent.[11]

Filme und Serien


Das Inferno – Flammen über Berlin
Flammendes Inferno
Fire with Fire – Rache folgt eigenen Regeln
Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen
Im Feuer (Ladder 49)
Die Feuerengel (Serie)
Chicago Fire (Serie)
Kreisbrandmeister Felix Martin (Serie)
Notruf California (Serie)
Feuer und Flamme (Serie)
Station 19 (Serie)
Feuerwehrmann Sam (Kinderserie)

Siehe auch
Themenliste Feuerwehr
CTIF
Feuerwehr in Deutschland, DIN 14675, Brandmeldeanlage, Brandmelder, Feuerspritze
Liste der Abkürzungen bei der Feuerwehr
Liste von Feuerwehrmuseen
Feuerwehr-„Oscar“

Literatur
Klaus Fischer: Die Fahrzeuge der Feuerwehr. EDITION XXL, München 2004, ISBN 3-89736-
325-9.
Klaus Fischer: Das große Feuerwehr-Typenbuch. GeraMond Verlag, München 2007, ISBN
978-3-7654-7791-1.
Hans G. Kernmayr: Der Goldene Helm – Werden, Wachsen und Wirken der Feuerwehren. 2.
Aufl., 1998 (1. Aufl. Verlag Pohl & Co., München 1956).
Wolf-Dieter Prendke, Hermann Schröder: Lexikon der Feuerwehr. Kohlhammer, Stuttgart
2001, ISBN 3-17-015767-1.
Rainer Crummenerl: Feuerwehr. Was ist was, Bd. 114, München 2002, ISBN 3-7886-1501-X.
Hamilton: Handbuch für den Feuerwehrmann. Boorberg, Stuttgart 2004, ISBN 3-415-03176-4.
Udo Paulitz: Österreichs Feuerwehrveteranen, Fahrzeuge 1930–70. EFB-Verlag, Erlensee bei
Hanau 1990, ISBN 3-88776-050-6.
Sissy Morgenroth, Stefanie Schindler: Feuerwehralltag: Eine soziologische Untersuchung zur
Lebensführung von Feuerwehrmännern im 24-Stunden-Wachalltag (Arbeit und Leben im
Umbruch). Rainer Hampp Verlag, Augsburg 2012, ISBN 978-3-86618689-7.
CTIF Geschichtekommission Tagungsbände auf der Webseite der Forschungsstelle für
Brandschutztechnik am KIT (https://www.ffb.kit.edu/411.php/)

Weblinks
Wiktionary: Feuerwehr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Feuerwehr (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Firefighting?uselang=de) –
Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise
1. Europäische Kommission – Informationsgesellschaft (http://ec.europa.eu/information_society/a
ctivities/112/how/index_de.htm): Die europäische Notfallnummer – 112.
2. Bundesministerium des Inneren – Euronotruf (http://www.bevoelkerungsschutz-portal.de/Share
dDocs/Downloads/BVS/Downloads/EUFlyer_112.pdf?__blob=publicationFile)
3. Jacob Grimm: Über das Feuergeschrei. In: Kleinere Schriften. Band 5. Berlin 1871, S. 393–397
(google.de (https://books.google.de/books?id=OohTAAAAcAAJ&dq=feurio&hl=de&pg=PA393#
v=onepage&q&f=false)).
4. Franz-Josef Sehr: Das Feuerlöschwesen in Obertiefenbach aus früherer Zeit. In: Jahrbuch für
den Kreis Limburg-Weilburg 1994. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg,
Limburg-Weilburg 1993, S. 151–153.
5. Ausführlich: Blazek, Matthias: Unter dem Hakenkreuz: Die deutschen Feuerwehren 1933–
1945. ibidem, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-997-6, S. 9 f.
6. Anmerkung in der ÖNORM F 1000
7. Artikel im Ökumenischen Heiligenlexikon (https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Agatha
_von_Catania.htm)
8. Koloszar: BFKDO Wiener Neustadt - Sprengdienst. (http://www.bfkdo-wiener-neustadt.at/conte
nt/view/30/55/) In: www.bfkdo-wiener-neustadt.at. Abgerufen am 15. Dezember 2016.
9. Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 24-2019. (https://www.ctif.org/news/world-fire-statistics-issue-
no-24-2019) (PDF) Tabelle 11: Personal und Ausstattung der Feuerwehren der Staaten in
2001–2017. Weltfeuerwehrverband CTIF, 18. April 2019, abgerufen am 4. April 2020.
10. Vor allem geniesen Feuerwehrleute in den verschiedensten Regionen der Welt allerhöchstes
Vertrauen bei den Menschen. (https://www.nim.org/compact/fokusthemen/weltweites-ranking-v
ertrauenswuerdige-berufe) In: www.gfk.compact.com. GfK Compact, März 2016, abgerufen
am 21. Mai 2020.
11. Feuerwehrleute genießen höchstes Vertrauen. (https://readersdigest-verlag.com/de/presse/ite
m/vertrauen-feuerwehr) Reader's Digest Deutschland, Verlag Das Beste GmbH, Stuttgart, Mai
2019, abgerufen am 6. März 2020.

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Diese Seite wurde zuletzt am 25. Mai 2020 um 23:54 Uhr bearbeitet.

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