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UNTERNEHMENSANLEIHEN

UNTERNEHMENSANLEIHEN
 STAATSANLEIHEN sind Anleihen ohne Ausfallrisiko, wie
beispielsweise US-amerikanischen Schatzwechseln, deren
Cashflows mit Sicherheit bekannt sind.

 Bei anderen Anleihen, wie UNTERNEHMENSANLEIHEN (von


Unternehmen emittierte Anleihen), könnte der Emittent
ausfallen.
 Das heißt er könnte den zugesagten Betrag im
Anleiheprospekt nicht zurückzahlen.
 Dieses Ausfallrisiko, das als BONITÄTSRISIKO bezeichnet
wird, bedeutet, dass die Cashflows der Anleihe nicht sicher
bekannt sind.
RENDITEN VON
UNTERNEHMENSANLEIHEN
 Die zugesagten Cashflows von der Anleihe sind das
Maximum, auf das die Anleihegläubiger hoffen können.
 Die Cashflows, die ein Käufer einer Anleihe mit
Bonitätsrisiko zu erhalten erwartet, sind unter Umständen
niedriger als dieser Betrag.
 Infolgedessen zahlen die Investoren weniger für Anleihen
mit Bonitätsrisiko als für eine identische risikolose Anleihe.
 Da die Effektivverzinsung einer Anleihe mithilfe der
zugesagten Cashflows berechnet wird, ist die Rendite von
Anleihen mit Bonitätsrisiko höher als die identischer
Anleihen ohne Ausfallrisiko.
KEIN AUSFALL der Anleihe
 Wir nehmen an, dass der US-amerikanische nicht
ausfallgefährdete Treasury Bill als einjährige
Nullkuponanleihe eine Effektivverzinsung von 4% aufweist.
 Wie hoch sind Preis und Rendite einer einjährigen USD
1.000-Nullkuponanleihe, die von der Avant Corporation
begeben wird?
 Nehmen wir zunächst an, dass alle Investoren der Ansicht
sind, dass keine Möglichkeit besteht, dass Avant innerhalb
des nächsten Jahres seinen Verpflichtungen nicht
nachkommt.
KEIN AUSFALL der Anleihe
 In diesem Fall erhalten die Investoren, wie durch die
Anleihe zugesagt, in einem Jahr sicher USD 1.000.

 Da die Anleihe risikolos ist, ist der Preis der Anleihe gleich:
SICHERER AUSFALL der Anleihe
 Nehmen wir nun an, die Investoren glauben, dass Avant am
Ende des Jahres seinen Verpflichtungen sicher nicht mehr
nachkommen und nur noch 90% seiner offenen Verpflichtungen
zahlen kann.

 In diesem Fall wissen die Anleihegläubiger, dass sie nur USD


900 erhalten werden, auch wenn die Anleihe die Zahlung von
USD 1.000 zum Jahresende zugesagt hat.
 Die Investoren können diesen Fehlbetrag genau vorhersagen,
sodass die Zahlung von USD 900 risikolos ist und die Anleihe
noch immer für ein Jahr eine risikolose Investition ist.
SICHERER AUSFALL der Anleihe
 Deshalb wird der Preis der Anleihe durch Abzinsen dieses
Cashflows unter Verwendung des risikolosen Zinssatzes als
Kapitalkosten berechnet:

 Durch die Erwartung eines Zahlungsausfalls werden die von


den Investoren erwarteten Cashflows und damit der Preis,
den sie zu zahlen bereit sind, gesenkt.
SICHERER AUSFALL der Anleihe
 Mithilfe des Preises der Anleihe kann die Effektivverzinsung
der Avant-Anleihe berechnet werden.

 Die Effektivverzinsung der Avant-Anleihe von 15,56% ist viel


höher als die Effektivverzinsung der risikolosen Treasury Bills.

 Dieses Ergebnis bedeutet allerdings nicht, dass Anleger, die die


Anleihe kaufen, tatsächlich eine Rendite von 15,56% erhalten.
SICHERER AUSFALL der Anleihe
 Da Avant der Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen wird, ist
die erwartete Rendite der Anleihe gleich seinen Kapitalkosten
von 4%.

 Hierbei ist zu beachten, dass DIE EFFEKTIVVERZINSUNG EINER


ANLEIHE MIT AUSFALLRISIKO HÖHER IST ALS DIE ERWARTETE
RENDITE EINER ANLAGE IN DIE ANLEIHE.
 Da die Effektivverzinsung mithilfe der zugesagten und nicht der
erwarteten Cashflows berechnet wird, ist die Effektivverzinsung
immer höher als die erwartete Rendite aus einer Anlage in die
Anleihe.
AUSFALLRISIKO
 Die beiden Beispiele mit den Anleihen von Avant waren
natürlich Extremfälle.
 In Wirklichkeit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Avant seiner
Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt, irgendwo zwischen
diesen beiden Extremen (und bei den meisten Unternehmen
wahrscheinlich sehr nahe bei null).
AUSFALLRISIKO
 Wir nehmen dieses Mal an, dass die Auszahlungen von Avant
emittierte einjährige USD 1.000-Nullkuponanleihe unsicher
sind.
 Insbesondere besteht eine Wahrscheinlichkeit von 50%, dass
der gesamte Nennwert der Anleihe zurückgezahlt wird, und
eine Wahrscheinlichkeit von 50%, dass ein Ausfall eintritt und
der Anleger USD 900 erhält.

 Somit erhält der Anleger durchschnittlich USD 950.


AUSFALLRISIKO
 Zur Bestimmung des Preises dieser Anleihe muss dieser
erwartete Cashflow mithilfe von Kapitalkosten in Höhe der
erwarteten Rendite anderer Wertpapiere mit gleichem Risiko
abgezinst werden.
 Die Investoren verlangen eine Risikoprämie für die Investition
in diese Anleihe um sie für das Risiko der Cashflows der
Anleihe zu entschädigen, höher als der risikolose Zinssatz von
4%.
 Angenommen, die Investoren verlangen eine Risikoprämie von
1,1 Prozent (oder 110 Basispunkte) für diese Anleihe, sodass
die angemessenen Kapitalkosten (4% + 1,1% =) 5,1% betragen.
AUSFALLRISIKO
 Nun ist der Barwert der Cashflows (der Preis) der Anleihe
gleich:

 Demzufolge ist die Effektivverzinsung der Anleihe in diesem


Fall gleich:
AUSFALLRISIKO
 Natürlich ist die zugesagte Effektivverzinsung von 10,63% der
Höchstbetrag, den die Investoren erhalten.
 Kommt es bei Avant zu einem Zahlungsausfall, erhalten sie nur
USD 900 bei einer Rendite von
(900 : 903,90) – 1 = – 0,43%

 Die durchschnittliche Rendite ist gleich


0,50 × (10,63%) + 0,50 × (–0,43%) = 5,1%,
die Kapitalkosten der Anleihe.
AUSFALLRISIKO

 Dabei ist zu beachten, dass bei zunehmender


Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls der Preis der Anleihe sinkt
und ihre Effektivverzinsung steigt.

 Bei einem Ausfallrisiko ist die erwartete Rendite der Anleihe,


die gleich den Fremdkapitalkosten des Unternehmens ist,
niedriger als die Effektivverzinsung.