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Binnendifferenzierung in der täglichen Praxis – Erarbeitung einer

Unterrichtsstunde

1. Kurze Einführung zum Thema

2. Vorschläge aus der Praxis zur Binnendifferenzierung


3. Darstellung einer Deutschstunde („Einstieg Gedichte“)
4. Darstellung einer Einheit Mathematik („Prozentrechnung“)
5. Praktische Erarbeitung einer Deutschstunde

1. Kurze Einführung zum Thema


In jedem Unterricht wird differenziert, allerdings häufig ungewollt und dadurch zu Lasten der Schüler. Dies
bedeutet in der Praxis, dass einige Schüler gar nichts lernen, da der ungewollt differenzierte Unterricht sie
entweder nicht bei ihrem Wissenstand abholt oder aber sie langweilt, was auch zu Störungen führt, aber
nicht zu einem Lernprozess.

Der Lehrauftrag der Lehrer bezieht sich jedoch auf alle Schüler, alle sollen bestmöglich gefördert werden,
durch individuelles Lernen und durch soziale Interaktionen, d.h. ohne gut geplante Binnendifferenzierung
kann der Unterricht den Anforderungen nicht gerecht werden.

Wesentlich für die praktische Umsetzung ist die Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsinhalt. Für einen
gut differenzierten Unterricht, muss dem Lehrer bewusst sein, welche Grundlagen die Schüler zum
Verstehen des Unterrichtsstoffs unbedingt benötigen. Auf dieser Grundlage sollte der Unterricht für alle
Schüler aufgebaut werden, um dann anschließend für die unterschiedlichen Schüler die vertiefenden
Unterrichtsinhalte entsprechend anzubieten und erarbeiten zu lassen. Dieses wird in dem Workshop anhand
der praktischen Beispiele verdeutlicht. Ziel des Workshops ist es daher, aus dem ungeplanten
Differenzieren zu einer bewusst gewollten und geplanten Binnendifferenzierung zu gelangen.

2. Vorschläge aus der Praxis zur Binnendifferenzierung


Bevor differenziert wird ist ein Methodentraining von großer Bedeutung. Methoden wie Gruppenarbeit,
Einzelarbeit, Partnerarbeit, Textverständnis, Mind Map und Cluster sollten von den Schülern so
beherrscht werden, dass auf diese Methoden bei selbstständiger Arbeit zurückgegriffen werden kann.
Hier werden die im Workshop ausführlich besprochenen Vorschläge nur kurz erwähnt, so dass ein Überblick
entsteht:
- abwechselnde Sozialformen (Gruppen- Partner- und Einzelarbeit)
- differenzierte Aufgabenstellung (gleiche Aufgabenstellung – unterschiedliche Erwartungen,
Aufgabenstellung…, Arbeitsplan mit Differenzierungen)
- verschiedene Hilfsmittel (Formelblätter, „Pfuschzettel, Schriftgrößen, unterschiedlich gestellte
Aufgabenstellungen)
- unterschiedliche Wahrnehmungsebenen ( verschiedene Wahrnehmungsebenen, Rollenspiele,
Standbildverfahren, innerer Monolog)
Beate Ebing Elisabeth Woydich IGS Wallrabenstein/BFZ Max Kirmsse Schule
- schülerbezogenes Helfersystem (gemeinsames Überarbeiten fertig gestellter Aufgaben,
gegenseitiges Helfen)

I3. Darstellung einer Deutschstunde „Einstieg Gedichte“


Im Folgenden wird ein Einstieg in eine Doppelstunde Deutsch dargestellt. Dieser Unterricht hat in dieser Art
und Weise stattgefunden. Er erscheint auf den ersten Blick vielleicht von der Vorbereitung als sehr
zeitaufwendig, doch kann aus der Praxis gesagt werden, dass eine solche differenzierte Vorbereitung nach
kurzer zeit nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die herkömmliche Vorbereitung und dazu einen
bedeutend entspannteren Unterricht nach sich zieht. Der Computer leistet dabei große Hilfe, da
Arbeitsblätter, Schrifttypen und einzelne Aufgabenstellungen leicht verändert werden können.

In der Fortbildung wurde ein weiteres Unterrichtsbeispiel „Prozentrechnen“ dargestellt. Anschließend


sollten alle Teilnehmer mit diesen Vorgaben entsprechende Arbeitsblätter erstellen – eine Aufgabe, für die
die Zeit nicht mehr ausgereicht hat.

Einblick in eine Unterrichtsreihe – exemplarischer Stundenverlauf


Differenz Sozial-
ierungseb form Unterrichtsschritt
ene Einstieg in Unterrichtsreihe (Doppelstunde)
PLE Stummer Impuls anhand von Gemälden des 20. Jahrhunderts zu Gro
NU Themaableitung „Großstadtlyrik“ und Sensibilisierung für das Erleb
M
V
I Erarbeitungsphase I
1. Arbeitsauftrag: Bildanalyse und –interpretation (Visualisierung)
S

2
Beate Ebing Elisabeth Woydich IGS Wallrabenstein/BFZ Max Kirmsse Schule
2. Bildbeschreibung (Unterrichtsgespräch)
Auswahl eines Bildes aus drei angebotenen:
• Sch. beschreiben Vordergrund, Hintergrund, widersprechen sich,
• benennen Auffälligkeiten,
• formulieren, notieren, gegenseitig beantworten eigene Fragestellungen,
• stellen und beantworten W-Fragen (Schauplatz, Personen) ein C-Kurs-Sch. achtet
• benennen Geräuschkulisse, Temperatur, Gefühle, Atmosphäre.

Bildung von Hypothesen:


• Sch. nehmen eine zeitliche Einordnung der Bilder (Transportmittel Anfang des 20.
• bestimmen die Wirkung auf den Betrachter (Fremdheit, Verwirrung, Hektik),
• überdenken die Absicht des Malers,
• versuchen eine Themenableitung für Unterrichtseinheit ( Sch. haben Leben in der Gro
Untersuchungsfeld Gegensätze zw. Reich und Arm erkannt).

Stillarbeitsphase
3. „Sich ein Bild machen“: Sch. legen den Focus auf eine Person und stellen dies schriftlich

M PA Tagesablauf bis zu diesem Zeitpunkt erläutern (Stichwortsammlung) I,C


O PA Tagebucheintrag für den vergangenen Tag schreiben (Sätze) B
T Innerer Monolog zu der momentanen Lebenssituation verfassen (Sätze) A
PA
O

Erarbeitungsphase II
Akustisch PLEN Vorstellung der Arbeitsergebnisse zu „Sich ein Bild machen“
UM Lob, Kritik – Nachvollziehbarkeit der Fiktion, Sprache
Spiegeln der Gefühle der Hauptpersonen
Beziehung zur Stadt

Vertiefungsphase
Visuell, 4. Rollenspiel (praktische Erfahrung: emotionales Nachvollziehen)
akustisch Einfache Leute bzw. Dorfbewohner treffen Städter (reiche)

3
Beate Ebing Elisabeth Woydich IGS Wallrabenstein/BFZ Max Kirmsse Schule
Akustisch Rollenerleben schildern, Rückgriff Vergleich mit persönlichen Erfahrungen im Dorfalltag
Absicht des Malers (Stadt erdrückt den Menschen, sie ist grell, fremd und ohrenbetäubend lau
Menschen werden übersehen)
Themenableitung für Unterrichtseinheit Konkretisierung

Zusammenfassungsphase und Aktualisierungsphase


akustische PLEN 5. Lehrervortrag
UM Aufgreifen der gleichen Idee in verschieden Künsten: Malerei, Literatur, Musik Denken un
verarbeitet ...
Klärung der Textsorte

6. Hausaufgabenstellung
Motorisch Cluster und Clustereinleitung für I und C. schw. B Sch.
, I,C,B B und A-Sch. Mind-Map und Mind-Mapeinleitung
akustisch B,A Definition: Interpretation, Nutzen im Alltag
P