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Hören Aufgabe 2 Für die Sendung „Das Tier in mir“ interviewt die Radioredakteurin Veronika Zager Deutschlands

bekanntesten Hundetrainer Rainer Martin zum Verhalten von Hunden und Joggern.
Zu diesem Gespräch sollen Sie 10 Aufgaben lösen.
Sie hören das Gespräch zuerst einmal ganz, danach in Abschnitten noch einmal. Insgesamt hören Sie das Gespräch also zweimal.
Sehen Sie sich nun die Aufgaben dazu an und lesen Sie auch das Beispiel. Dazu haben Sie 90 Sekunden Zeit.
V = Redakteurin Veronika Zager
R = Hundetrainer Rainer Martin

Textabschnitt Beispiel) V: Hallo, liebe Tierfreunde, heute bin ich bei euch mit einem Live-Interview aus dem Englischen Garten,
einem der Lieblingsparks für Münchens Jogger. Aber natürlich auch ein beliebter Ort, um mit seinem Hund spazieren zu gehen.
Bei mir ist Rainer Martin, ein Promi unter Deutschlands Hundetrainern, der uns etwas über die recht problematischen
Beziehungen zwischen Joggern und Hunden erzählen wird. (Textabschnitt 1)

V: Rainer, heute sieht hier ja alles ziemlich ruhig aus. Dennoch stehen ja Zwischenfälle mit Hunden und Joggern praktisch auf
der Tagesordnung. Warum eigentlich? R: Hunde finden alles spannend, was sich bewegt. Sie lieben das Jagen. Ernsthaft
gefährlich ist das aber nur selten. Es geht dem Hund ums Hinterherrennen, nicht ums Reinbeißen. … Das sollte man sich immer
bewusst machen. Man muss sich gewissermaßen ein bisschen in den Hund hineinversetzen. Und deshalb ist auch das Dümmste,
was ein Läufer tun kann, wenn ihn ein Hund verfolgt, zu versuchen schneller zu werden. Selbst die kleinsten Hunde können den
schnellsten Läufer über 100 Meter schlagen. Wegrennen macht also überhaupt keinen Sinn. Verlangsamen und Stehenbleiben ist
die effektivste Methode, um den Hund zu stoppen. In diesem Moment ist das Spiel für den Hund nicht mehr interessant.
(Textabschnitt 2)

V: Stehenbleiben? Ist das wirklich eine so tolle Idee? R: Plötzlich stehen bleiben ist nicht gut, denn dann wird der Läufer für den
Hund womöglich zur Bedrohung. So
entsteht schnell die Situation, dass der Hund um den plötzlich stehen gebliebenen Jogger herumrennt und ihn anbellt. Aber wenn
man weiter ganz ruhig stehen bleibt, beruhigt sich auch der Hund. Optimal jedoch wäre: langsamer werden, zum Stehen
kommen, den Hund ignorieren und wieder loslaufen. … Ich weiß, Ignorieren hört sich komisch an, aber es funktioniert. Ich
gucke an dem Hund vorbei oder über ihn rüber und dann läuft er wieder weg. … Allerdings läuft es in den Parks in der Praxis oft
anders: Der Jogger schreit den Hund an, die Hundehalter beschweren sich und sagen: „Der tut doch nichts.“ Dann gibt’s Streit,
und das ist das eigentlich Blöde. … Allerdings gibt es bei Reaktionen interessante Unterschiede zwischen Männern und Frauen,
und deshalb sind es auch meistens Männer, die gebissen werden. V: Ach, wirklich? R: Wenn ein Hund mit großem Tempo
angerannt kommt, kriegt der Mensch einen Schreck und bleibt stehen – das ist ein normaler Impuls. Die Frau läuft erleichtert
weiter, wenn der Hund stehen bleibt und nichts passiert ist. Der Mann aber will sich behaupten, geht auf den Hund zu,
beschimpft ihn und versucht ihn zu verjagen. Der Hund merkt, dass in dieser Situation irgendwas nicht zusammenpasst. Erst die
Angst, dann das Beschimpfen. Da kann es gefährlich werden. V: Wie erkenne ich, ob ein Hund wirklich nur spielen will? R: Man
sieht es gut an der Körper-Steifigkeit der Hunde. Wenn ein Hund vor mir steht, mich anguckt – der Schwanz hängt runter,
Muskeln sind nicht angespannt –, kann ich prima an ihm vorbei, kein Drama. Wenn ich merke, dass der Körper des Hundes nicht
locker ist, sondern sich anspannt, er den Kopf hoch hält und der Schwanz steif wird, kann es ernst werden. Genauso funktioniert
die Körpersprache beim Verfolgen: Wenn der ganze Hund in sich weich aussieht, er trabt, locker rennt und den Po hin-und
herbewegt, ist er nicht bedrohlich.

(Textabschnitt 3) V: Kann man einem fremden Hund verbal Einhalt gebieten, indem man zum Beispiel „Aus“ oder „Stopp“ ruft?
R: Wenn der Hund gut erzogen ist, können Standardbefehle wie „Aus“ oder „Sitz“ eine Hilfe sein. Aber meine Erfahrung zeigt
mir: Die Hundebesitzer, die es nicht schaffen, ihren Hund davon abzuhalten, Jogger zu jagen, haben ihm auch nicht die
elementaren Erziehungsregeln beigebracht. Befehle zu rufen, ist also nicht effektiv. V: Wie man hier sehen kann, nehmen viele
Jogger ja auch ihren eigenen Hund mit zum Laufen. Welcher Hund passt zu einem Läufer? R: Durchschnittliche Freizeitläufer,
die einmal am Tag für eine Stunde joggen, können im Grunde jede Rasse prima mitnehmen. Zehn Kilometer übersteht jeder
Hund, der einigermaßen trainiert ist. Wenn man aber am Tag zwei Stunden läuft, dann muss es ein Hund sein, der ein hohes Maß
an Sportlichkeit mitbringt, etwa Border Collies, Australian Shepherds, Weimaraner oder Münsterländer.
V: Was muss ich bedenken, wenn ich mit meinem Hund laufen gehen möchte? R: Einfach nur rennen, ist für den Hund zu wenig.
Ich kenne sehr viele Hundehalter, die sehr intensiv mit den Hunden laufen und spazieren gehen, aber ihn geistig zu wenig
fordern, zum Beispiel mit Suchspielen. Man darf Bewegung nicht mit Beschäftigung verwechseln. Es gibt aber auch Hunde, die
nur mit Laufen glücklich sind. V: Wie reagieren Hunde eigentlich auf Walker? R: Anfangs, als dieser Trend mit dem Nordic
Walking aufkam, war das tatsächlich ein Problem. Da kommen diese Menschen mit überdimensionierten Stöcken, häufig mit viel
zu weit nach vorn geneigter Körperhaltung, dazu noch diese Geräusche: Klack, klack, klack. Das fanden Hunde spannend und
ungewöhnlich. Und es hat des Öfteren dazu geführt, dass sie Walker angebellt haben. Inzwischen gehört dieses Erscheinungsbild
aber anscheinend so zum Stadtbild, dass die meisten Hunde sich daran gewöhnt haben.