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School of Education, Culture

and Communication

Das Motiv der „Schwarzen Sonne“ in Wilhelm


Landigs Roman Götzen gegen Thule
Herkunft, Gestaltung und Weiterentwicklung eines Mythos in der
rechtsesoterischen Nachkriegsliteratur

Specialarbete i tyska, 15hp Daniel Hertel


Betreuer/handledare: Thorsten Päplow

Herbstsemester 2012/ht12
1. Einleitung …………………………………………………………………………..3

1.1. Biographie Wilhelm Landigs …………………………………………………...5

1.2. Der Roman Götzen gegen Thule ………………………………………………..7

2. Analyse des Motivs der „Schwarzen Sonne“ …………………………………….8

2.1. Hintergrund, Mythologie und literarische Popularisierung ……………………8

2.2. Das Motiv der „Schwarzen Sonne“ in dem Roman Götzen gegen Thule ………13

2.3. Zur Funktion der „Schwarzen Sonne“ in dem Roman Götzen gegen Thule …...15

2.4. Zur Weiterentwicklung der „Schwarzen Sonne“ nach Götzen gegen Thule …..27

3. Zusammenfassung und Diskussion ………………………………………………35

Literaturverzeichnis und Quellen …………………………………………………..42

Anhang ………………………………………………………………………………..45

2
1. Einleitung

Am 11. Februar 2012 hatte die Science-Fiction-Komödie Iron Sky1 auf der 62. Berlinale
Weltpremiere: Ende 1945 ist eine Gruppe von Wissenschaftlern und SS-Soldaten von dem
geheimen deutschen Antarktisstützpunkt „Neuschwabenland“ mit Raumschiffen zu der
dunklen Seite des Mondes geflüchtet und hat dort eine Nazibasis „Schwarze Sonne“
angelegt.2 Das Ziel der ‚Mondnazis‘ ist es, die Erde wiederzuerobern und damit die
Weltherrschaft zu ergreifen. Als Mittel dazu stehen ihnen unter anderem sogenannte
‚Reichsflugscheiben‘3, also ‚fliegende Untertassen‘, zur Verfügung, die neben dem
Hakenkreuz auch das Balkenkreuz der Wehrmacht als Hoheitszeichen tragen. In dem Film
taucht darüber hinaus mehrmals ein zwölfspeichiges Sonnenrad auf, welches sich auch in
Form eines Bodenmosaiks in der bei Paderborn gelegenen Wewelsburg findet. Die Idee für
den Film hatte angeblich ein Freund des Regisseurs, dem in einem Traum Nazis begegneten,
die auf dem Mond wohnen und die Erde erobern wollen.4
Googelt man allerdings nach Begriffen wie „Schwarze Sonne“, ‚Reichsflugscheiben‘,
‚Neuschwabenland‘ oder ‚Nazi-Ufos‘ dann stellt sich schnell heraus, dass es eine Unzahl von
Büchern und Internetartikeln gibt, in denen diese Wörter vorkommen. Gemeinsam ist den
meisten, dass sie in ein verschwörungstheoretisches, rechtsesoterisches Ideenkonglomerat
eingehen, welches man sowohl als Teil einer Nachkriegserinnerungskultur an den
Nationalsozialismus als auch einen Zweig populärkultureller Verschwörungstheorien bzw.
-mythen betrachten kann. Bei der Frage, wie „Schwarze Sonne“, Reichsflugscheiben,
geheime unterirdische deutsche Stützpunkte und die SS miteinander zusammenhängen, stößt
man immer wieder auf den Österreicher Wilhelm Landig und die von ihm verfassten Romane

1
Homepage: www.ironsky.net. Der Film ist eine finnisch-deutsch-australische Ko-Produktion und wurde
teilweise durch „Crowdfunding“ finanziert. Für den Film konnte man immerhin einen renommierten
Schauspieler wie Udo Kier gewinnen. Die Filmmusik wurde von der kontroversiellen slowenischen
Avantgardegruppe Laibach beigesteuert. Ein Computerspiel zum Film ist bereits erschienen und ein Comic in
Vorbereitung.
2
Vgl. Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=wx_mk_kxi-s (Zuletzt abgerufen am 23.2.2013) und Anhang 1
3
Der Terminus ‚Reichsflugscheibe‘ bzw. ‚Flugscheibe‘ (vereinzelt wird auch der Begriff ‚Flugkreisel‘
angewendet) ist ein etablierter Begriff in der rechtsesoterischen Literatur, welcher sich auf scheiben- oder
diskusförmige Luft- und Raumfahrzeuge bezieht, die im nationalsozialistischen Deutschland unter Verwendung
von ‚Geheimtechnologie‘ gebaut worden sein sollen. In der englischsprachigen Literatur werden dagegen die
Begriffe ‚Nazi-UFO‘ oder ‚German flying saucer‘ verwendet. Um die verschiedenen für diese Arbeit relevanten
Motive und Mythen der rechtsesoterischen Literatur untersuchen zu können, werden diese Begriffe deshalb so in
dieser Arbeit übernommen.
4
Vgl. Anhang 2

3
der sogenannten Thule-Trilogie.5 Ein wichtige Rolle scheint hier der erste Band der Trilogie,
der 1971 erschienene Roman Götzen gegen Thule einzunehmen, da in ihm das erste Mal die
literarische Gestaltung eines Geheimbundes „Schwarze Sonne“ auftritt, und der Autor
völkische Mythen mit populärkulturellen Nachkriegsmythen verschmelzen lässt.
Ein herausstehendes Charakteristikum dieses Romans ist, dass er sich aus einer Vielzahl
teilweise schwer zu überschauender ideologischer und religiöser Symbole und Motive
zusammensetzt, welche in die Mythenkonstruktion der „Schwarzen Sonne“ eingehen.
Die auf den ersten Anblick eklektisch wirkende Vermischung von Verschwörungstheorien
mit völkischen, religiösen und populärkulturellen Mythen ist jedoch Ausdruck eines in sich
kohärenten Weltbildes des Autors. In dieser Untersuchung ist jedoch kein Platz, die Vielzahl
heterogener Quellen, die Wilhelm Landig in dem Roman Götzen gegen Thule verarbeitet, im
Detail zu beschreiben. Zum besseren Verständnis werden notwendig erscheinende
Erklärungen und Informationen zu den Mythen und Symbolen, die von dem Autor benutzt
werden, hauptsächlich in den jeweiligen Fußnoten kurz erklärt und mit relevanter
Sekundärliteratur komplettiert.
Man muss sich als Leser immer bewusst sein, dass es ein Charakteristikum der zu
untersuchenden Primärliteratur ist, dass sie sich aus vielen unterschiedlichen Quellen
zusammensetzt, die miteinander verwoben werden. Die mitunter schwer nachvollziehbare
Vernetzung dieser Quellen ist aber ein Teil der rechtsesoterischen literarischen Tradition. Um
zu verdeutlichen, wie dies bei einem Autor wie Wilhelm Landig geschieht, wurde bewusst
gewählt, längere Passagen des Romans Götzen gegen Thule im Abschnitt 2.2. zu zitieren.
Dadurch kann illustriert werden, dass sich das Motiv der „Schwarzen Sonne“ aus einer
Vielzahl unterschiedlicher Symbole und Traditionen zusammensetzt, die vom Autor zu einem
sinnstiftenden Mythos miteinander verwoben werden.6
Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Roman Götzen gegen Thule anhand von Textstellen und
Sekundärliteratur in Hinsicht auf die folgenden Fragestellungen zu untersuchen: In welchem
Kontext taucht das Symbol der „Schwarzen Sonne“ in dem Roman auf? Welche Funktionen
lassen sich ihm zuordnen? Was möchte der Autor mit dem Mythos der „Schwarzen
Sonne“ bezwecken? Wie wird das Motiv der „Schwarzen Sonne“ von anderen Autoren
aufgegriffen und literarisch gestaltet? Welche Funktionen werden übernommen und

5
Wilhelm Landig: Götzen gegen Thule, Hannover, Hans Pfeiffer, 1971; ders.: Wolfszeit um Thule, Wien,
Volkstum-Verlag, 1980; ders.: Rebellen für Thule, Wien, Volkstum-Verlag, 1991.
6
Dasselbe gilt für die Weiterentwicklung des Symbols der „Schwarzen Sonne“ (Abschnitt 2.4.). Auch hier
verarbeiten die jeweiligen Autoren eine Vielzahl heterogener Quellen, übernehmen einzelne Aspekte dieses
Symbols von Wilhelm Landig und fügen ihm neue hinzu.

4
inwieweit werden neue Inhalte hinzugefügt? Wie kommt es zur heutigen Verbindung der
„Schwarzen Sonne“ mit dem zwölfspeichigen Sonnenrad der Wewelsburg?
Der Fokus dieser Arbeit liegt auf dem Symbol bzw. Mythos der „Schwarzen Sonne“, was
im 2. Teil dieses Aufsatzes untersucht wird. Dort wird erst Hintergrund, Mythologie und
relevante Literatur zur „Schwarzen Sonne“ präsentiert. Danach werden die wichtigsten
Textstellen des Romans, in denen das Motiv der „Schwarze Sonne“ auftaucht ausführlicher
zitiert, um dann eine Analyse dieses Symbols anhand von Primär- und Sekundärliteratur
durchzuführen. Zum besseren Verständnis der Thematik ist es jedoch von Interesse, in
Kapitel 1.1. den Autor Wilhelm Landig kurz zu präsentieren, sowie in Kapitel 1.2. den Inhalt
des zu untersuchenden Buches Götzen gegen Thule wiederzugeben. Abschließend sollen in
Kapitel 3. die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und diskutiert werden. Am Ende des
Aufsatzes befinden sich zudem die in dieser Arbeit verwendeten Internetquellen als Anhang.

1.1. Biographie Wilhelm Landigs

Wilhelm Landig7 wurde am 20. Dezember 1909 in Wien geboren und gilt als ein früher
Anhänger Adolf Hitlers. Er erhielt eine militärische Ausbildung als Mitglied eines
„Mittelschul-Freikorps“ und trat anscheinend schon früh der NSDAP bei. Da diese 1933 in
Österreich verboten wurde, wurde er zum ‚Illegalen‘. Nach Teilnahme an dem 1934 in
Wien gescheiterten nationalsozialistischen Putschversuch floh er ins Deutsche Reich, wo er
einen hohen Status als Mitglied der in Österreich verbotenen NSDAP erhielt. Im selben Jahr
trat er auch der SS bei, wobei er gleichzeitig Mitglied des Sicherheitsdienstes SD und der
Waffen-SS war, weil ihm die Freikorpszeit als militärische Dienstzeit anerkannt wurde.
Anstellung fand er von 1937-38 beim Arbeitswissenschaftlichen Institut in Berlin, welches
der Deutschen Arbeitsfront (DAF) unterstand.
Unmittelbar nach dem ‚Anschluss‘ Österreichs kehrte er aufgrund einer Sondergenehmigung
Heinrich Himmlers nach Wien zurück, wo er von 1938-41 als Sachberater des SD für
geheime Reichssachen tätig war. Obwohl er offiziell direkt dem NSDAP-Mitglied und

7
Die biographischen Daten Landigs sind eher spärlich. Lediglich die Autoren Heller/Maegerle scheinen direkt
mit dem Autor im Gespräch gewesen zu sein, und es ist möglich, dass Landig seine eigene Biographie und sein
Wirken im Dritten Reich beschönigt hat. Allgemein zu Landig vgl. Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle:
Thule, Vom völkischen Okkultismus bis zur Neuen Rechten, Stuttgart, Schmetterling-Verlag, 1998, S. 96-102.
Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun, Aryan cults, esoteric Nazism and politics of identity, New York, New
York University Press, 2002, S. 128-150. Göran Dahl: Radikalare än Hitler? De esoteriska och gröna
nazisterna, Inspirationskällor, Pionjärer, Förvaltare, Ättlingar, Stockholm, Bokförlaget Atlantis, 2006, S. 157ff.
Die einzige bekannte Videoaufnahme Landigs ist das Interview Wilhelm Landig ‒ Ein Zeitzeuge berichtet:
http://www.youtube.com/watch?v=eA23BVO79WY. Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

5
Reichsstatthalter Baldur von Schirach unterstellt war, war er bei Beschlüssen oft direkt mit
den zuständigen in Berlin ansässigen SS-Instanzen in Verbindung, weil er aufgrund seiner SS-
typischen elitären Einstellung die NSDAP und deren Mitglieder als minderwertig und von
Opportunisten durchsetzt ansah.8 Laut Landigs eigener Auskunft war er in Wien auch mit der
Koordination und Konstruktion von Flugscheiben beschäftigt9, welche eine zentrale Rolle in
seiner nach dem 2. Weltkrieg entstandenen Thule-Trilogie spielen. Von 1942-44 kämpfte
Wilhelm Landig in den besetzten Balkanländern gegen Partisanen. 1944 kehrte er aufgrund
einer Verwundung nach Wien zurück, und arbeitete in der Abteilung I (Inland) des SD.
Nach dem Kriegende 1945 war er bis 1947 in einem britischen Kriegsgefangenenlager
interniert. Danach gehörte er einigen nationalsozialistischen Organisationen (Verband der
Unabhängigen, Demokratisch-nationale Arbeiterpartei) und Zirkeln (Arbeitsgemeinschaft für
demokratische Politik, Wiener Zirkel) an. Publizistisch tätig war Landig u.a. in der monatlich
erscheinenden Zeitschrift Kommentare zum Zeitgeschehen und der von ihm ab 1955
herausgegebenen Europa-Korrespondenz. Er gründete auch einen eigenen Buchverlag, den
Volkstum-Verlag, in dem er u.a. Teil 2 und 3 der Thule-Trilogie herausgab.10
Landig war auch nach dem Krieg noch politisch aktiv. Er war in regem Kontakt mit
ehemaligen Mitgliedern der SS11 und nahm 1951 an dem sogenannten Malmötreffen teil, bei
dem sich die wichtigsten Nachkriegsnationalsozialisten (u.a. der ehemalige Führer der Hitler-
Jugend Karl-Heinz Priester, der Schwede Per Engdahl und der Brite Oswald Mosley) trafen
und eine ‚faschistische Internationale‘, das European Social Movement (ESB) gründeten, für
welche Landig Vorsitzender des österreichischen Zweigs wurde. 1971 übernahm Landig
ebenfalls den österreichischen Vorsitz für die 1967 in Taiwan gegründete World Anti-
Communist League (WACL).12 Zu den letzten Lebensjahren Landigs lassen sich keine Daten
finden, er starb 1998.

8
Vgl. Heller/Maegerle, S. 97.
9
Ibid.
10
Ibid. S. 98f. Gründungsdatum des Verlags 1958 oder 1961. Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 137 und Dahl, S.
157.
11
Er scheint umfangreiche Kontakte mit der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der Waffen-
SS (HIAG) gehabt zu haben und gab u.a. die Bücher des SS- Untersturmführers Lothar Greil heraus. Zu seinem
Freundeskreis gehörten außerdem Hans-Ulrich Rudel, Savitri Devi, Miguel Serrano und der Rechtsanwalt Jürgen
Rieger, alle Zentralfiguren im rechtsradikalen und rassistisch-neuheidnischen Nachkriegsuntergrund. Vgl. Dahl,
S. 159.
12
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 137 und Dahl, S. 157.

6
1.2. Der Roman Götzen gegen Thule

In dem Roman Götzen gegen Thule wird die Odyssee von vier Offizieren der Luftwaffe und
der Waffen-SS im Rahmen einer „Aktion Ultima Thule“ in der Zeitspanne vom Ende des 2.
Weltkrieges bis ca. 1950 geschildert.
Im ersten Teil des Romans werden die Luftwaffenoffiziere Recke und Reimer mit einem
geheimen Auftrag von Norwegen zu der geheimen, in der Nähe des Nordpols gelegenen,
arktischen SS-Basis „Punkt 103“ geschickt. Dieser unterirdische Stützpunkt beherbergt
modernste Hochtechnologie des Dritten Reiches, vor allem Flugscheiben, mit denen der
Kampf für eine Neugestaltung der Welt auch nach dem Kriegsende fortgesetzt wird. „Punkt
103“ erklärt sich nach dem Kriegsende zu einem geheimen selbstständigen Reich mit der
„Schwarzen Sonne“ als Symbol. „Punkt 103“ versteht sich als das wahre „Ultima Thule“,
dessen Gegner die freimaurerische Weltverschwörung und der sich hinter dieser verbergende
„Berg Zion“ ist. Für diesen Kampf hat sich „Punkt 103“ mit anderen über die ganze Welt
verstreuten geheimen Logen und Orden, vor allem tibetanischen Lamas in Form des
Geheimbundes „Schwarze Sonne“ alliiert. Als esoterische Mentoren dienen den zwei
Luftwaffenoffizieren die SS-Offiziere Gutmann und Juncker, die als Mitglieder eines
geheimen elitären Kreises innerhalb der SS die zwei Luftwaffenangehörigen im Laufe des
Buches in geheimes Wissen einweihen. Das Ziel der geheimen Bruderschaft der „Schwarzen
Sonne“ ist die spirituelle Wiedergeburt der weißen Rasse in Form eines paneuropäischen
Vierten Reiches beim Anbruch des Wassermannzeitalters.
Im zweiten Teil des Buches fliegen die Protagonisten nach Frankreich um einen in die
Mysterien des Grals und der Tradition der Katharer eingeweihten französischen Kollaborateur
mit Namen Belísse zum „Punkt 103“ zu holen. Dieser stirbt aber durch die Hand alliierter
Soldaten und die Helden des Buches müssen nach Spanien fliehen. Ständig von den
Verbündeten der feindlichen Freimaurer verfolgt, werden sie dazu gezwungen, von Spanien
nach Marokko, Ägypten, Libanon, Syrien, Irak, Kuwait, Iran, Pakistan und schließlich Indien
zu fliehen, immer wieder darum bemüht, einen Weg für die Rückkehr zu dem „Punkt 103“ zu
finden und immer wieder auf Mitglieder geheimer Logen treffend, die sich mit ihnen zum
Kampf für die Wiedergeburt eines ‚arischen’ Zeitalters verbündet haben.
Im dritten und letzten Teil des Buches werden die Hauptfiguren von Mongolen gegen ihren
Willen von Indien nach Tibet entführt und dort in einem Kloster unter Hausarrest gestellt. In
philosophischen und mythologischen Diskussionen gibt der Lama des Klosters zu verstehen,
dass das Zusammenarbeiten von Nationalsozialisten und Vertretern Tibets ein nahes Ende

7
haben wird, da die Tibeter eine eigene Agenda bei der Errichtung eines ‚gelben’ Reiches mit
Bezugnahme auf das unterirdische Reich von „Agarthi“ verfolgen. Deshalb beschließen sich
die Deutschen aus dem Kloster zu fliehen, was ihnen auch gelingt, bis sie in Indien in einem
britischen Kriegsgefangenenlager interniert werden. Nachdem sie freigelassen worden sind,
kehren sie nach Deutschland und Österreich zurück. Der Nachkriegswelt treten sie mit
Abscheu entgegen, und bei einem letzten Zusammentreffen wird resigniert konstatiert, dass
der „Punkt 103“ alle Aktivitäten bis zu dem Tag, an dem die Vision von Thule bei allen
weißen Völkern erwacht sein wird, eingestellt hat.

2. Analyse des Motivs der „Schwarze Sonne“

2.1. Hintergrund, Mythologie und literarische Popularisierung

Die „Schwarze Sonne“ ist heute das wichtigste esoterische Symbol verschiedenster
neurechter, neuvölkischer, neuheidnischer und rechtsokkultistischer Gruppierungen.13
Grafisch dargestellt wird sie am häufigsten durch das Bodenornament (ein aus zwölf S-Runen
zusammengesetzten Sonnenrad) des sogenannten Gruppenführersaals der in Nordrhein-
Westfalen gelegenen Wewelsburg. Diese diente im Nationalsozialismus als 1934 von
Heinrich Himmler initiiertes Forschungszentrum der SS für ‚germanische Zweckforschung‘
dessen Schwerpunkte u.a. auf archäologischen Ausgrabungen und Studien zur germanischen
Vor- und Frühgeschichte lagen.14 Das zwölfspeichige Sonnenrad ist, umgeben von zwölf
Marmorsäulen, als dunkelgrüne Marmorkrustation in den hellgrauen Marmorboden des Saals
eingelassen; weder zum Zweck des Saales noch zur Bedeutung des Symbols lässt sich
Eindeutiges sagen. Es kann lediglich vermutet werden, dass dort Zeremonien für höhere SS-
Generale abgehalten wurden, und dass das Symbol auf bei Ausgrabungen gefundenen, die
Sonne symbolisierenden germanischen Zierscheiben basiert.15
Die Verknüpfung des Begriffs bzw. Symbols „Schwarze Sonne“ mit dem Bodenornament der
Wewelsburg scheint jedoch erst in den 1990er Jahren erfolgt zu sein.16 Am wichtigsten
hierfür ist der 1991 im rechten Arun-Verlag erschienene Roman Die schwarze Sonne von

13
Vgl. Rüdiger Sünner, Schwarze Sonne: Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und
rechter Esoterik, Freiburg i. Br., Herder/Spektrum, 1999, S. 144. Ebenso Goodrick-Clarke 2002, S. 148ff.
14
Vgl. Sünner, S. 103-109 und Goodrick-Clarke 2002, S. 125ff.
15
Vgl. Sünner, S. 148.
16
Vgl. Ibid, S. 45 und die Diskussion unten im Abschnitt 2.4.

8
Tashi Lhunpo eines unbekannten Autors mit dem Pseudonym Russell McCloud.17 In diesem
wird die SS zu einem gegen Freimaurerei und Weltverschwörung kämpfenden mystischen
Orden stilisiert. Das war zwar schon in den Romanen des Österreichers Wilhelm Landig
literarisch gestaltet worden (siehe unten), neu ist aber nun die Verbindung des
Bodenornamentes im Nordturm der Wewelsburg mit dem Begriff „Schwarze Sonne“. So
zeigt das Cover des Romans Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo die Ansicht der
Wewelsburg und auf dessen Deckblatt ist das zwölfspeichige Sonnenrad des
Gruppenführersaals abgebildet.
Ab den 1990er Jahren taucht die Verbindung SS - Schwarze Sonne - zwölfspeichiges
Sonnenrad - Wewelsburg dann immer wieder auf, und hat sich in den letzten 20 Jahren zu
einem fest etablierten Zweig der Verschwörungsliteratur von rechts entwickelt. Das
Bodenornament der Wewelsburg ziert (stilisiert oder als Originalfoto) zahlreiche
Büchercover18 und Cd-Hüllen19 Mittlerweile hat sich darüber hinaus ein regelrechter
‚Schwarze-Sonne-Kitsch‘ entwickelt: Das zwölfspeichige Sonnenrad gibt es heute als Motiv
für Uhren, Anstecker, Krawattennadeln, Flaggen, Ringe, Manschettenknöpfe, Armreifen,
Unterhosen und T-Shirts.20 Zur Popularisierung der „Schwarzen Sonne“ trug sicherlich auch
der 1997 erschienene Dokumentarfilm Schwarze Sonne. Kultorte und Esoterik des 3. Reiches
von Rüdiger Sünner bei, auf dessen Cover ebenfalls das zwölfspeichige Bodenornament der
Wewelsburg abgebildet ist.
Seit den 1990er Jahren ist eine Vielzahl von Publikationen veröffentlicht worden, in denen
die „Schwarze Sonne“ in Zusammenhang mit Verschwörungstheorien um die SS, der
Wewelsburg und dem zwölfspeichigen Sonnenrad gebracht wird. Man kann diese Literatur in
drei Bereiche einteilen: Seriöse Forschungsliteratur, spekulative Wahrheitsanspruch
proklamierende Sensationsliteratur (rechts-)esoterischer Herkunft sowie literarische
Gestaltungen in Romanform, in denen die „Schwarze Sonne“ irgendwie auftaucht.
Die zwei wichtigsten wissenschaftlichen Werke, in denen das Motiv der „Schwarzen Sonne“
untersucht wird, sind Rüdiger Sünners Schwarze Sonne: Entfesselung und Missbrauch der

17
Russell McCloud: Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo, Engerda, Arun, 3. Auflage, 1997. Laut dem
Internet-portal welt-buerger.org verbirgt sich hinter dem Pseudonym der deutsche Publizist Stephan Mögle-
Stadel. Vgl. Anhang 3. 1995 erschien auch ein „Drehbuch“ des Romans, ebenfalls wieder mit dem
zwölfspeichigen Sonnenrad der Wewelsburg auf dem Buchumschlag.
18
Beispielsweise M.B. Hasler: Die schwarze Sonne, Göttliches Licht der Erkenntnis, Schleswig, Walknut-
Verlag, 2002. Kai Breidenbach: Die Zeit ist reif, Das Erbe um Thule im 21. Jahrhundert, Wagner-Verlag, Berlin,
2007. James Twinning: Die schwarze Sonne, Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach, 2008. Stephen E. Flowers u.
Michael Moynihan: The secret king, The Myth and Reality of Nazi Occultism, Feral House, Los Angeles, 2007.
19
Z.B. auf dem Cover der CD In eine neue Zeit des rechten Liedermachers Veit und auf dem Cover der CD
Gotos=Calanda der österreichischen Avantgardegruppe Allerseelen.
20
Z.B. unter dem Suchbegriff „Schwarze Sonne“ bei google.de oder ebay.de.

9
Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik und Nicholas Goodrick-Clarkes Black
Sun. Aryan cults, esoteric Nazism and politics of identity.21
Als Beispiel für Verschwörungsliteratur, die behauptet, Fakten zum Hintergrund der
„Schwarzen Sonne“ wiederzugeben, sind vor allem M.B. Haslers Die Schwarze Sonne.
Göttliches Licht der Erkenntnis, Rudolf J. Mund und Gerhard von Werfensteins Mythos
Schwarze Sonne. Karl Maria Wiligut/Weisthor, der heilige Gral und das Geheimnis der
Wewelsburg22, Jan von Helsings Die Innere Welt. Das Geheimnis der Schwarzen Sonne23 und
Kai Breidenbachs Die Zeit ist reif. Das Erbe um Thule im 21. Jahrhundert zu nennen.
Romane, in denen die „Schwarze Sonne“ in Verbindung mit Verschwörungstheorien um die
SS auftaucht sind u.a. Wilhelm Landigs Thule-Trilogie, Russell McClouds Die schwarze
Sonne von Tashi Lhunpo und James Twinings Die schwarze Sonne.
Das Motiv der „Schwarzen Sonne“ ist aber älteren Ursprungs als die seit den 1970er Jahren
publizierten Bücher. Die mythologischen Wurzeln der „Schwarzen Sonne“ gehen zum einem
wahrscheinlich auf die in der Alchemie bekannte Sol niger und zum anderen auf den
Terminus „Schwarze Sonne“ bei der Begründerin der Theosophie, Helena Blavatsky, zurück.
Diese nennt in ihrem 1901 erschienenen Hauptwerk Die Geheimlehre mehrmals eine
„Zentralsonne“24, die als unsichtbarer Mittelpunkt des Universums existiert, und um die alle
anderen Sonnen- und Planetensysteme kreisen. Diese Sonne ist bei Blavatsky der Ursprung
allen Daseins, ähnlich dem indischen Atman-Brahman. In der jüdischen Kabbala taucht diese
Zentralsonne laut Blavatsky auch als „schwarzes Licht“25 auf. Der eigentliche Ursprung
dieser Zentralsonne ist aber gemäß Helena Blavatsky „bei den geheimen Lehren der Arier“ zu
suchen, und da die Arier ursprünglich aus dem hohen Norden stammen, wird der Mythos der
(schwarzen) Zentralsonne bei ihr mit dem Mythos von einem legendären polaren Urvolk der
Arier (der „hyper-boreischen Rasse“) verknüpft.26 Diese Vorstellungen werden dann später
bei völkischen Autoren weiterentwickelt. Zu nennen wären beispielsweise der Begründer der
Ariosophie, Guido von List, der 1910 in seinen Schriften von einem unsichtbaren „Urfeuer“

21
Deutsch: Nicholas Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne: Arische Kulte, Esoterischer
Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung, Marixverlag, 2009.
22
Rudolf J. Mund und Gerhard v. Werfenstein: Mythos Schwarze Sonne, Karl Maria Wiligut/Weisthor, der
heilige Gral und das Geheimnis der Wewelsburg, Riga, DHV-Verlag, 2004.
23
Jan Udo Holey: Die innere Welt, Das Geheimnis der Schwarzen Sonne, Ama-Deus-Verlag, 1998. Jan Udo
Holey ist einer der bekanntesten rechten Verschwörungstheoretiker Deutschlands, der unter dem Pseudonym Jan
van Helsing zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Vgl. Heller/Maegerle, S. 167-170.
24
Zitat nach Sünner, S. 146.
25
Zitat nach Sünner, S. 146, vgl. auch Dahl, S. 124.
26
Zitate nach Sünner, S. 146. Vgl auch Goodrick-Clarke 2002, S. 79-81.

10
spricht, und der Esoteriker Peryt Shou, der die Idee von der „dunklen Ursonne“27 mit der
astrologischen Idee von unterschiedlichen Weltzeitaltern verknüpft. Für die Zeit des
Nationalsozialismus lassen sich keine eindeutigen Beweise für die Beschäftigung mit dem
Begriff der „Schwarzen Sonne“ nachweisen. Ob dies beispielsweise innerhalb der SS, wie
dies z.B. von Rudolf J. Mund in der Schrift Das Mysterium der Schwarzen Sonne28 behauptet
wird, geschah, lässt sich anhand der heute zugängigen Quellen nicht zweifelsfrei belegen.29
Oft wird behauptet, der Runenmystiker Karl Maria Wiligut, von 1933-1939 Mitglied der SS
und u.a verantwortlich für die Gestaltung des SS-Totenkopfringes, hätte sich während der Zeit
des Nationalsozialismus mit der „Schwarzen Sonne“ beschäftigt.30 Als Beweis dafür werden
oft die zwischen 1920-1928 entstandenen „Hagalrita“- Sprüche Wiliguts angeführt. Diese
Sprüche sind von Wiligut in Form einer von ihm erfundenen Runenschrift niedergeschriebene
Gedichte, die von Wiliguts Schülern Emil Rüdiger und Werner von Bülow ‚übersetzt‘ und
kommentiert worden sind. Ein Beleg für die „Schwarze Sonne“ soll der Spruch 27 sein, der
laut den Übersetzern ein „20.000 Jahre alter Sonnensegen“31 ist. Der Spruch lautet:

Sunur saga santur toe


Sintyr peri fuir sprue (e)h
Wiligoti haga tharn
Halga fuir santur toe32

Die Transkription des Spruches lautet wie folgt:

1. Zeile: Die Sage meldet, dass der Sonnen zwei Heilsam im Wechsel-Waltung UR und SUN
der Sanduhr glichen, welche umgedreht der einen stets zum Sieg verhilft.

2. Zeile: Der Sinn des göttlichen Irr-Wandels-Wegs, der Schlackensintern in des Feuers Sphäre
ward so in Feuersprache offenbar dem Erd-Ich-Lauf der Paradiesgeschlechter.

3. Zeile: Gottwillige Führer leiten zum Guten durch ihre Hege in der Weltallrunde, was sichtbar
und bald vertarnt erschien, in dem sie lenkten Phantasie der Menschheit.

27
Zitate nach Sünner, S. 146. Allgemein zur Ariosophie in Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des
Nationalsozialismus, Wiesbaden, Marix-verlag, 2004. Zu Guido von List und Peryt Shou vgl. Sünner, S. 147.
28
Rudolf J. Mund: Das Mysterium der Schwarzen Sonne. In: Mund/Werfenstein
29
Vgl. Hans Jürgen Lange: Im Zeichen der Schwarzen Sonne (Internetquelle, vgl. Anhang 4) und Sünner S. 148.
30
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 135ff. Das Standardwerk zu Wiligut ist Hans Jürgen Lange: Weisthor, Karl
Maria Wiligut, Himmlers Rasputin und seine Erben, Engerda, Arun, 1998.
31
Mund, S. 12. Dort findet sich auch ein Bild des Runenspruchs.
32
Ibid. S. 12. Ebenso in Lange 1998, S. 215.

11
4. Zeile: Polar im Wechselspiel von UR zu SUN im Opferdienst von Werden und Vergehen, im
heiligen Feuer Santur so versprüht zwiespältig, doch zum Segen siegreich wendet. 33

Die Übersetzung des Spruchs nennt hier zwei Sonnen, die in einer „polaren“ Beziehung,
gleich einer „Sanduhr“ zueinander stehen und sich gegenseitig zum „Sieg“ verhelfen. Diese
Sonnen haben auch einen Zusammenhang mit Geburt und Tod, „Werden und Vergehen“ und
von ihnen geht ein „heilige[s] Feuer Santur“ aus. Die Übersetzer behaupten nun, dieses
„Feuer Santur“ sei eine erloschene Zentralsonne, die vor 230.000 Jahren über den
Hyperboreern des Nordpols geleuchtet habe und ihnen zur spirituellen Entwicklung gedient
habe.34 Diese Sonne kreise heute als erloschener Stern um die Erde und, obwohl sie
unsichtbar sei, beeinflusse sie immer noch als „Schwarze Sonne“ das Leben der Menschen.35
Was auffällt, ist, dass von Wiligut selber überhaupt keine Deutung des Spruches und damit
auch keine Nennung einer „Schwarzen Sonne“ vorliegt. Zum anderen gibt es keine Datierung
der Übersetzung des Spruchs.36 Erst 1954 wird das Gedicht im Zusammenhang mit der
„Schwarzen Sonne“ erstmalig bei Rudolf J. Mund erwähnt,37 so dass die Behauptung, man
habe während des Nationalsozialismus mit dem Begriff „Schwarze Sonne“ innerhalb der SS
laboriert, äußerst fragwürdig bleibt.38
Die Popularisierung und ideologische Instrumentalisierung der „Schwarzen Sonne“ begann
erst in den 1950er Jahren und hier sind es vor allem die zwei ehemaligen SS-Mitglieder
Wilhelm Landig und Rudolf J. Mund, welche als Stifter eines revisionistischen Bildes der SS
genannt werden müssen: Die SS wird in den Schriften dieser Autoren zu einem mystischen
Geheimorden verklärt, der über umfangreiches bis in die Vorzeit reichendes esoterisches
Wissen verfügt, und für die Wiedergeburt eines arischen Zeitalters kämpft. Das Symbol für
diesen Kampf ist die „Schwarze Sonne“.39 Literarisch gestaltet wird dieser Kampf das erste
Mal in Wilhelm Landigs Thule-Trilogie und in dem im nächsten Abschnitt zu
untersuchendem ersten Roman der Trilogie, Götzen gegen Thule.

33
Zitiert nach Hasler, S. 45.
34
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S.136 und Mund, S. 12-32.
35
Ibid.
36
Laut Forschungsliteratur wurden die Sprüche das erste Mal 1994 publiziert, vgl. Goodrick-Clarke 2002, S.
327, Fußnote 19.
37
Vgl. Mund, S. 12. Verwirrend ist hier, dass der Text Das Mysterium der Schwarzen Sonne (Mund 2004) das
erste Mal 1954 unter dem Titel Vom Mythos der Schwarzen Sonne erschien, die Texte sind aber identisch. Vgl.
Lange: Im Zeichen der Schwarzen Sonne, Fußnote 9.
38
Vgl. Victor und Victoria Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna, Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis
heute, Wien, Uebberreiter, 2002. S. 414.
39
Vgl. Sünner, S. 149f.

12
2.2. Das Motiv der „Schwarzen Sonne“ in dem Roman Götzen gegen Thule

Um zu zeigen, wie und in welchem Zusammenhang das Motiv der „Schwarze Sonne“ bei
Wilhelm Landig auftaucht, werden im Folgenden die wichtigsten Passagen des Buches zitiert,
in denen der Autor die „Schwarze Sonne“ nennt. Es wurde bewusst gewählt, zuerst
ausführliche Zitate des Romans Götzen gegen Thule aufzuführen, um ein übergreifendes Bild
zur Verwendung des Motivs der „Schwarzen Sonne“ geben zu können, und zu verdeutlichen,
in welchen unterschiedlichen Kontexten es auftreten kann. Einzelne Aspekte bzw. Funktionen
des Symbols der „Schwarzen Sonne“ werden dann näher im Kapitel 2.3. analysiert. Dort
werden die relevanten Zitate dann zielgerichteter verwendet als in diesem Kapitel. Diese
Vorgehensweise scheint aufgrund des Charakters des zu untersuchenden Materiales
sinnvoller, als bei der Textanalyse nur mehr oder weniger losgerückte Zitate ohne Kontext zu
verwenden. Es ist ja außerdem, wie schon in der Einleitung erwähnt, ein Charakteristikum der
rechtsesoterischen Literatur, dass in ihr oft auf eine mitunter willkürlich erscheinende Art und
Weise eine Vielzahl von Motiven, Symbolen und Mythen miteinander verwoben wird, was
dem Leser die Orientierung im Text erschweren kann. Diese Tatsache gilt auch für den
Roman Götzen gegen Thule und kann durch das Wiedergeben längerer Zitate untermauert
werden.
Die „Schwarze Sonne“ ist nur ein Motiv bzw. Mythos von vielen, die in dem Buch Götzen
gegen Thule auftauchen.40 Es soll anhand der Zitate vor allem gezeigt werden, wie in dem
Buch der Grundstein für eine Mythenbildung um die SS anhand des Motivs der „Schwarzen
Sonne“ gelegt wird, welche Teile dieser Mythenbildung später von anderen Autoren
übernommen worden sind, und sich dadurch sowohl als ein fester Bestandteil aktueller
rechtsesoterischer Verschwörungstheorien als auch ein Teil der Populärkultur etabliert haben.
Das Symbol der „Schwarzen Sonne“ wird in Götzen gegen Thule im ersten Teil des Buches
eingeführt:41

Am nächsten Morgen erlebten die Hauptleute eine neue Überraschung. Sie befanden sich, in
warme Pelzparkahs [sic] gekleidet, eben auf einem Morgenspaziergang im Freien, als eine
Maschine auf der Startbahn ausrollte, die anstelle des erwarteten Hoheitszeichens eine fremde

40
Der Roman könnte auch hinsichtlich einer Anzahl anderer Gesichtspunkte untersucht werden: Man könnte
beispielsweise den Fokus darauf richten, wie des Motiv bzw. der Begriff ‚Thule‘ in dem Roman auftaucht, oder
wie die Motive ‚Atlantis‘, ‚Gral‘ und ‚Arier‘ auftauchen. Man kann den Roman ebenso als Teil der Genres
‚Verschwörungsliteratur‘ oder ‚UFO-Literatur‘ untersuchen. Ein anderer Aspekt wäre ‚Antisemitismus nach
1945‘. Der Fokus dieser Arbeit liegt aber auf dem Mythos bzw. Symbol der „Schwarzen Sonne“.
41
Alle Seitenangaben dieser Untersuchung beziehen sich auf die Faksimileausgabe des Romans.

13
Signatur trug. [...] Sie verhielten beide den Schritt und starrten auf die Tragflächen und den
Rumpf des himmelwärts steigenden Apparates, wo als Kennzeichen schwarze Punkte
prangten.42

Die noch uneingeweihten Hauptfiguren Recke und Reimer suchen den SS-Soldaten Juncker
auf, um mehr über das Symbol zu erfahren, bekommen doch vorerst von diesem nur die
Antwort, dass das „unser Flugzeugkennzeichen“43 sei.
Mehr Klarheit verschafft ein anderes Mitglied der SS, Gutmann, welcher den Hintergrund des
neuen Hoheitszeichens darlegt:

Ich will es ohne viel Einleitung begründen, warum wir hier kein Balkenkreuz auf den Maschinen
haben und gerade eine schwarze Ronde als Zeichen wählten. Vor allem ist es uns doch schon
klar geworden, dass die Heimat über kurz oder lang kapitulieren muss. [...]. Wenn nun wirklich
der Fall eintreten sollte, dass Deutschland kapitulieren muss oder nach einer Besetzung des
Reiches der Krieg für beendet erklärt wird, sind ab einem Zeitpunkt X alle Feindseligkeiten
einzustellen. Das würde bedeuten, dass die deutsche Wehrmacht zu bestehen aufgehört hat und
niemand mehr befugt wäre, unter Fahnen oder Kennzeichen des Reiches weiter zu kämpfen.
[...]. Wenn dennoch weitergekämpft wird, dann darf das Reich nicht kompromittiert werden,
weil sonst die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung durch Repressalien die Not und das
Elend vergrößern würden. Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, als selbständige
Organisation, von der später noch ausführlicher die Rede sein wird, ein neues Kennzeichen für
unsere Maschinen zu führen. Dieser schwarze Punkt, wie ihr ihn bezeichnet, ist Sol nigra, oder
die schwarze Sonne, wie es auf deutsch heißt. Sie hat eine tiefe symbolische Bedeutung und
sollte eigentlich anstelle des optisch sichtbaren Schwarz ein Tiefdunkelrot zu sehen sein. Es ist
die sol nigra der Alchemie, in der Farbe eine bestimmte Phase des Lapis andeutend. 44

Auf die Frage, was dies mit Alchemie zu tun habe, antwortet Gutman: „[...] Zuerst die
Bedeutung der Sonne: es ist dasselbe Symbol wie das Gammadium, jedoch unter dem Aspekt
der Kreuzigung. Eben genau: Unser Balkenkreuz.“45 Er erklärt weiter:

Es kann die runde Form der Sonne zum Heilszeichen werden und das im Zeichen des Kreuzes
zur Opferung bestimmte deutsche Volk retten! Weltpolitik wird ja nicht nur von Regierungen
allein betrieben, sondern von Kräften, die über den sichtbaren Gewalten stehen. 46

42
Wilhelm Landig, Götzen gegen Thule, S. 86.
43
Ibid.
44
Ibid. S. 88.
45
Ibid.
46
Ibid.

14
Nachdem Reimer den Stützpunkt als „das Reich der Schwarzen Sonne“47 bezeichnet hat,
erklärt Gutmann weiter:

Ja, es ist das Reich der Schwarzen Sonne! Es ist der Sammelpunkt der esoterischen Kreise der
Schutzstaffel, deren Wissen auch Herr Himmler ahnt, aber nicht teilhaftig wurde. Es ist jener
Kreis von Männern, die gemäß den Hinweisen eines unserer geistigen Führer, des
Standartenführers Rahn, das Recht und das Rechte suchen, die ungeachtet der mosaischen zwölf
Gebote aus eigenem Recht und Pflicht gefunden haben; Männer, die eigenmächtig und stolz
nicht vom Berg Sinai Hilfe erwarten, sondern zu einem ‚Berg der Versammlung in der fernsten
Mitternacht‛ gegangen sind, um Hilfe zu holen und den Menschen ihres Blutes zu bringen. 48

Das Motiv der „Schwarzen Sonne“ taucht wenig später wieder in dem Roman auf. Zeitlich
spielt das Geschehen kurz nach der Kapitulation Deutschlands am 8. bzw. 9. Mai 1945. Alle
Bewohner des „Punkt 103“ sind zu einer Versammlung zusammengerufen worden. Dem
höchsten Befehlshaber fehlen jegliche Rangabzeichen. Er proklamiert:

Die fallenden Runenstäbe der Geschichte haben entschieden: Deutschland hat derzeit zu
bestehen aufgehört! Es gibt keine staatliche Autorität mehr und vier Militärregierungen haben
im gevierteilten Reich die Macht übernommen. Dazu teile ich Ihnen den Entschluss des
Kommandeurs unseres Stützpunktes mit: Punkt 103 gilt ab sofort als vom Reiche losgelöst und
ist in seiner militärischen Einheit der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht nicht unterworfen.
Sämtliche Hoheitsabzeichen des Deutschen Reiches sind sofort von den Uniformstücken zu
entfernen! Das Zeichen der Schwarzen Sonne ist vorläufig das alleinige Symbol unseres
geheimen selbstständigen Reiches.49

2.3. Zur Funktion der „Schwarze Sonne“ in dem Roman Götzen gegen Thule

Die „Schwarze Sonne“ hat in dem Roman Landigs also fünf Funktionen: Erstens dient sie als
Hoheitszeichen und ersetzt das Balkenkreuz der Deutschen Wehrmacht. Zweitens steht sie in
Zusammenhang mit der alchemistischen Sol niger. Drittens ist die „Schwarze Sonne“ der
„Sammelpunkt“ der „esoterischen Kreise der Schutzstaffel“.50 Dadurch verkörpert sie einen
inneren Kreis der SS, der ein umfangreiches Geheimwissen besitzt, d.h. eine Elite innerhalb

47
Landig, S. 90.
48
Ibid.
49
Ibid. S. 160.
50
Ibid. S. 90.

15
der Elite. Viertens ist die „Schwarze Sonne“ ein militärisch organisierter Geheimbund oder
Geheimorden, der in seiner Struktur der SS ähnelt.51 Fünftens verbirgt sich hinter der
„Schwarzen Sonne“ ein in der Arktis liegender militärischer Stützpunkt „Punkt 103“, der nach
dem Untergang des Dritten Reiches ein „geheimes selbstständiges Reich“52 bildet, in dem
Menschen und (Geheim-)Technologie gehortet werden. Nachfolgend sollen nun die einzelnen
Funktionen näher anhand von Zitaten und Sekundärliteratur analysiert werden.
Als grafisches Zeichen für die „Schwarze Sonne“ wird in dem Roman eine „schwarze
Ronde“53 genannt, welches als Ersatz für das Balkenkreuz der Wehrmacht dient: Die
Kapitulation Deutschlands ist nicht mehr abzuwenden. Um weiter kämpfen zu können, wird
eine „selbstständige Organisation“ gegründet, deren Zeichen ein „schwarze[r] Punkt“ bzw.
eine „schwarze Ronde“ ist, welche grafisch an „die runde Form der Sonne“ erinnert.54 Dieses
Symbol soll, ähnlich dem Hakenkreuz des Dritten Reiches, ein neues „Heilszeichen“ werden,
unter dem das „zur Opferung bestimmte deutsche Volk“ gerettet wird.55 Der schwarze Punkt
ist eine andere Form des „Gammadiums“56 (des Balkenkreuzes) und dient als militärisches
Hoheitszeichen des „Punkt 103“, welcher „in seiner militärischen Einheit der Kapitulation der
Deutschen Wehrmacht nicht unterworfen“57 ist. Dadurch erhält der „Punkt 103“
(möglicherweise in den Augen des Autors Wilhelm Landig) auch den juristischen Status einer
militärischen Organisation und unterliegt dem internationalen Kriegsrecht und den damit
verbundenen Rechten und Pflichten, darf also beispielsweise nicht als Partisanenbewegung
behandelt werden. Da Landig selbst Mitglied der SS war, und an der Partisanenbekämpfung
teilgenommen hat, kann man vermuten, dass er es als wichtig erachtet, die Organisation der
„Schwarzen Sonne“ in dem Roman auch gemäß militärischem Etikett zu verankern.
Der schwarze Punkt hat in dem Roman Götzen gegen Thule aber neben der Funktion als
alternatives Hoheitszeichen auch einen Bezug zur Alchemie, deren „Sol nigra“58 er entspricht.
Die „Schwarze Sonne“ steht in Verbindung mit der alchemistischen „Sol nigra“ und deutet
eine „bestimmte Phase des Lapis“ an.59 Worauf sich dieser „Lapis“ bezieht, wird jedoch nicht
näher von der Figur des Romans, dem SS-Mitglied Gutmann, erklärt. Wohlmöglich wird hier
auf den alchemistischen Stein der Weisen (Lapis philosophorum) verwiesen. In der Alchemie

51
Ein Hinweis dafür wäre auch die Abkürzung für Schwarze Sonne, SS.
52
Landig, S. 160.
53
Ibid. S. 88.
54
Ibid.
55
Ibid.
56
Ibid.
57
Ibid. S. 160.
58
Ibid. S. 88. Eigentlich korrekt lat. Sol niger.
59
Landig, S. 88.

16
ist der Stein der Weisen die Substanz60, mit deren Hilfe man unedle Metalle in Gold
umwandeln kann, ein Vorgang, der Opus magnum („Das Große Werk“) genannt wird. Die Sol
niger ist die erste Stufe des Opus magnum, die der ‚Schwärzung-Fäulnis‘ (lat. nigredo-
putrefactio) des zu transformierenden Stoffes dient. Die zweite Stufe ist die ‚Weißung‘ (lat.
albedo) und die dritte Stufe ist die ‚Rötung‘ (lat. rubedo).61
In der neuzeitlichen Esoterik kann der Stein der Weisen auch für die mystische Erleuchtung
des Menschen stehen.62 Hier entsprechen die drei Stufen erstens ‚Individuation/Ausbrennen
von Unreinheit‘ (nigredo-putrefactio), zweitens ‚Vergeistigung/Erleuchtung‘ (albedo) und
drittens ‚Vereinigung des Menschen mit Gott‘ bzw. ‚Vereinigung des Begrenzten mit dem
Unbegrenztem‘ (rubedo).
Eine Interpretation der „Schwarzen Sonne“ in dem Roman Götzen gegen Thule ist demnach,
dass sie die mystische Erleuchtung63 und das ‚Gottwerden‘ der Romanfiguren
veranschaulicht: Der schwarze Punkt deutet „eine bestimmte Phase des Lapis“64 an. Der
Hinweis, dass der schwarze Punkt eigentlich die Farbe „Tiefdunkelrot“65 habe, veranlasst die
Annahme, dass hier die 3. Stufe, die ‚Rötung‘ (rubedo), des alchimistischen Opus magnum
gemeint ist. In diesem Zusammenhang symbolisiert das Motiv der „Schwarzen Sonne“ die
Entwicklung und Transformation der Hauptpersonen des Romans. Zu Beginn des Buches sind
die zwei Luftwaffenoffiziere Recke und Reimer noch unwissend bezüglich der „Kräfte […],
die über den sichtbaren Gewalten stehen.“66 Nach und nach werden sie aber in die
Zusammenhänge und Hintergründe der Weltgeschichte von den zwei Waffen-SS-Offizieren
Juncker und Gutmann eingeweiht, so dass sie am Ende die alchemistische, mystische
Reinigung vollzogen haben, und in den Kreis der Erleuchteten, als Mitglieder des „geheimen
selbstständigen Reiches“67 der „Schwarzen Sonne“ aufgenommen worden sind.68

60
In Form eines pulvrigen Stoffes, der den verschiedenen Metallen zugesetzt wird, und diese in Gold
umwandelt. Vgl. Karl Hoheisel: Christus und der philosophische Stein, Alchemie als über- und nichtchristlicher
Heilsweg. In: Christoph Meinel: Die Alchemie in der europäischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte,
Wiesbaden, Harrassowitz, 1986, S. 65.
61
Vgl. Ibid. S.66f. Allgemein zu den alchemistischen Grundbegriffen vgl. Carl Gustav Jung: Psykologi och
alkemi, Stockholm, Natur och Kultur, 1999. S. 271-287.
62
Vgl. Jung, S. 309.
63
Ähnlich bei Jung, welcher von der „seelischen Verwandlung“ des Menschen als ein Ziel der Alchemie spricht.
Jung, S. 349.
64
Landig, S. 88.
65
Ibid.
66
Ibid.
67
Landig, S. 160
68
Diese Art von (alchemistischer) Initiation hat eine lange Tradition in der abendländischen Esoterik: Der
Unwissende wird in geheimes Wissen eingeweiht und transformiert sich dadurch selbst mit dem letztendlichen
Ziel der ‚Vergöttlichung‘ im Diesseits. Vgl. Kocku von Stuckrad: Was ist Esoterik, Kleine Geschichte des
geheimen Wissens, Verlag C.H.Beck, München, 2004. S. 39f.

17
Eine weitere Funktion der „Schwarzen Sonne“ in dem Roman Götzen gegen Thule ist, dass
sie ein „Sammelpunkt der esoterischen Kreise der Schutzstaffel [ist], deren Wissen auch Herr
Himmler ahnt, aber nicht teilhaftig wurde.“69 Dass Heinrich Himmler und die Mitglieder des
SS sich als militärische und weltanschauliche Elite des nationalsozialistischen Deutschlands
sahen, ist nicht abzustreiten.70 Ebenso ist das Interesse Himmlers für Esoterik, Okkultismus,
Astrologie, germanische Mythologie und das Mittelalter gut belegt.71 Um den
wissenschaftlichen Beweis für die ‚Überlegenheit der Arier‘ zu bringen, gründete Heinrich
Himmler 1935 zusammen mit dem niederländischen Privatforscher Hermann Wirth das
„Deutsche Ahnenerbe, Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte“.72 Man kann vermuten,
dass der in Götzen gegen Thule genannte „Sammelpunkt der esoterischen Kreise der
Schutzstaffel“73 im näheren Umfeld des Ahnenerbes der SS liegt, vielleicht sogar mit ihm
identisch ist, denn auf einen Teil der Themen, die im SS-Ahnenerbe untersucht wurden, wird
in dem Roman Landigs angespielt.74 Ebenfalls werden Personen, die innerhalb des SS-
Ahnenerbes tätig waren, auch direkt beim Namen genannt. So bezieht sich beispielsweise die
Aussage, die Mitglieder der „Schwarzen Sonne“ seien „[...] jener Kreis von Männern, die
gemäß den Hinweisen eines unserer geistigen Führer, des Standartenführers Rahn, das Recht
und das Rechte suchen [...]“75 auf den Gralsforscher Otto Rahn, der 1933 das Buch Kreuzzug
gegen den Gral veröffentlichte. Die Hauptidee des Buches ist, dass die Gralsburg
Montsalvatge (Montsalvatsch), die in Wolfram von Eschenbachs Parzival genannt wird,
identisch mit der in den französischen Pyrenäen liegenden Burg Montségur sei. Diese Burg
war der letzte Zufluchtsort der ‚Katharer‘, die aufgrund ihrer von der antiken Gnosis
inspirierten, vom Dogma der christlichen Religion abweichenden Lehren von der
mittelalterlichen Inquisition verfolgt und hingerichtet wurden.76 Rahn behauptet in dem Buch,
der Glaube der Katharer ginge auf eine uralte gnostische Untergrundreligion arisch-
westgotischen Ursprungs zurück. Diese Art, historische Ereignisse mythologisch zu

69
Landig, S. 90.
70
Vgl. Heinz Höhne: Der Orden unter dem Hakenkreuz, Die Geschichte der SS, Verlag Der Spiegel, Hamburg,
1966. S.125.
71
Goodrick-Clarke 2002, S. 123-127.
72
Das Standardwerk zum SS-Ahnenerbe ist: Michael Kater: Das Ahnenerbe der SS 1935-1945, Ein Beitrag zur
Kulturpolitik des Dritten Reiches, München, R. Oldenbourg-Verlag, 3. Auflage, 2001. Zur Entstehung des SS-
Ahnenerbes Ibid. S. 11-24.
73
Landig, S. 90.
74
Zu nennen wären beispielsweise die Suche nach dem Heiligen Gral, den sagenhaften Inseln Atlantis und
Thule, die Frage nach dem Ursprung der ‚Arier‘ bzw. der ‚nordischen Rasse‘, die Beschäftigung mit
Runenmystik und nordischer bzw. indogermanischer Mythologie, sowie die Suche nach verborgenen
esoterischen Zentren in Asien. Diese Themen wurden sowohl innerhalb des SS-Ahnenerbes untersucht, als auch
von Wilhelm Landig in dem Roman Götzen gegen Thule verarbeitet. Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 122-150.
75
Landig, S.90.
76
Vgl. Hans-Jürgen Lange: Otto Rahn und die Suche nach dem Gral, Arun, Engerda, 1999. S. 15-19.

18
verklären, passt zweifellos in das Geschichtsbild Heinrich Himmlers. Dieser hatte das Buch
Rahns gelesen und via Vermittlung des oben erwähnten Karl Maria Wiligut, für den Otto
Rahn von 1935-1936 arbeitete, persönlich Kontakt zu dem Autor aufgenommen. Rahn war ab
1936 Mitglied im „Stab des Reichsführers SS“ 77 und veröffentlichte 1937 sein zweites Buch
Luzifers Hofgesind, welches innerhalb großer Teile der SS gelesen wurde und sogar in Form
einer Luxusausgabe in Pergament als Geburtstagsgeschenk Heinrich Himmlers an Adolf
Hitler überreicht wurde.78
Die Thesen Rahns um den Gralsmythos und die Katharer sind wichtige Motive in Wilhelm
Landigs Roman Götzen gegen Thule. Der Autor war sicherlich gut mit dem Werk Rahns
vertraut. Zum einen spielt das Geschehen des Romans in den französischen Pyrenäen und in
der Nähe der Burg Montségur, zum anderen ist folgende Textstelle unzweifelhaft von Rahn
inspiriert:

[...] Männer, die eigenmächtig und stolz nicht vom Berg Sinai Hilfe erwarten, sondern zu einem,
Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht‛ gegangen sind, um Hilfe zu holen und den
Menschen ihres Blutes zu bringen [...].79

In Otto Rahns Buch Luzifers Hofgesind findet sich folgende Textstelle:

Unter Luzifers Hofgesind verstehe ich diejenigen, die nordischen Geblütes inne und ihm getreu,
einen ‚Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht’ als Ziel ihrer Gottsucht sich erkoren
80
hatten und nicht die Berge Sinai oder Zion in Vorderasien.

Identisch ist in den beiden oben angeführten Zitaten das Nennen des „Berg Sinai“ und des
„Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht“, welche im Kontrast zueinander stehen.
Der Berg Sinai ist der Ort, wo im Alten Testament Moses die zehn Gebote von Gott
empfangen hat. Damit hat ist er sowohl für die christliche als auch die jüdische Tradition von
Bedeutung.81 Der bei Rahn in Luzifers Hofgesind genannte Berg Zion ist ein Hügel in
Jerusalem und hat ebenfalls biblische Bezüge. Dort befindet sich laut jüdischer Tradition der

77
Ibid. S. 60 und S. 177ff.
78
Ibid. S. 65.
79
Landig, S. 90.
80
Otto Rahn: Luzifers Hofgesind, Eine Reise zu den guten Geistern Europas, Verlag Zeitenwende, 2. Auflage,
Dresden, 2006. S. 81. Ursprünglich 1937 erschienen.
81
Der Berg Sinai ist auch heute noch eine Wallfahrtsstätte für Gläubige aus aller Welt. Auf dem Gipfel des
Berges befindet sich sowohl eine christliche Kapelle als auch eine Moschee.

19
Sitz Jahwes.82 Dieser Berg Zion taucht auch mehrmals an anderer Stelle in dem Roman
Götzen gegen Thule auf.83 Er steht bei Landig in Zusammenhang mit einer
„Weltbrüderschaft“ von Freimauerlogen, deren Ziel das „One World Government“ ist.84
Die Kräfte hinter dem Berg Zion werden von dem SS-Offizier Gutmann wie folgt definiert:
„Es ist eine Macht, die über allen anderen Kräften ihr Netz hat und mit allen zusammen gegen
den Mitternachtsberg anstürmt.“85 In beiden Textstellen findet sich damit eine
weltanschaulich fundierte Ablehnung der jüdisch-christlichen Tradition, wie sie innerhalb der
SS praktiziert wurde.86 In dem Nachkriegsroman Landigs wird der Berg Zion außerdem in
Zusammenhang mit einer mittlerweile in weiten Kreisen der Populärkultur etablierten
Verschwörungstheorie um Freimaurerlogen, den sogenannten ‚Illuminaten‘87, gebracht. Dem
entgegen stellen beide Autoren einen „Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht“88,
zum welchem sich bei Rahn die Menschen „nordischen Geblütes“89 wenden. Diese
Formulierung findet sich bei Landig nicht, aber auch er benutzt mit der Formulierung
„Menschen ihres Blutes“90 eine Sprache, die mit der nationalsozialistischen Blutsymbolik
assoziiert werden kann. Zwei übereinstimmende Aspekte der Romane Luzifers Hofgesind und
Götzen gegen Thule sind demzufolge, dass sie sich zum einen von der jüdisch-christlichen
Religion und Tradition abzuwenden, und dieser zum anderen eine Verherrlichung des
‚nordischen Menschen‘ entgegenzustellen. In diesem Zusammenhang steht bei Otto Rahn
auch das Ziel der „Gottsucht“ 91 des Menschen, was sich in ähnlicher Form auch bei Wilhelm
Landig findet, vgl. den obigen Abschnitt über Alchemie und deren Bezug zum Symbol der
„Schwarzen Sonne“. Auch worauf sich der „Berg der Versammlung in der fernsten
Mitternacht“ bezieht, wird bei Rahn in Luzifers Hofgesind erläutert: „Im höchsten Norden

82
Allgemein zur Mythologie um die Berge Sinai und Zion bei: Friedrich Heiler: Die Religionen der Menschheit,
Reclam-Verlag, Stuttgart, 1959. S. 562-576.
83
Landig, S. 109, 296, 398.
84
Ibid. S. 109.
85
Ibid.
86
Vgl. Josef Ackermann: Heinrich Himmler als Ideologe, Göttingen, Musterschmidt, 1970, S. 53-96 zu
Himmlers Kampf gegen das Christentum und dem Bestreben nach der Schaffung eines „neuen Glaubens“
innerhalb der SS mit eigenen Symbolen, Brauchtum, Liturgie und Riten. Die Ablehnung des Christentums ist
genauso wie die Ablehnung des Judentums ein immer wiederkehrendes Motiv in Götzen gegen Thule, vgl.
Landig, S. 89, 109, 164ff, 169, 232f, 235, 296, 299, 337. So behauptet eine der Romanfiguren beispielsweise,
dass die „[…] Hebräsierung der griechisch-römischen und dann der nordischen Welt […] zum Großteil dem
Christentum zu verdanken ist […]“. Landig, S. 165.
87
Beispielsweise in der der zwischen 1969 und 1971 entstandenen Roman-Trilogie Illuminatus der
amerikanischen Autoren Robert Anton Wilson und Robert Shea. Der ‚Illuminatenorden‘ ist auch Gegenstand des
2003 erschienenen Romans Angels and demons (dt. Illuminati) des Erfolgsautors Dan Brown.
88
Rahn 2006, S. 81. Landig, S. 90.
89
Rahn 2006, S. 81.
90
Landig, S. 90
91
Im gleichen Abschnitt schreibt Rahn auch: „Unter Luzifers Hofgesind verstehe ich diejenigen, die ihr
Menschenmöglichstes getan [haben], um einer Vergottung würdig zu sein.“ Rahn 2006, S. 81.

20
muss dieser Berg gelegen haben, denn der Norden ist das Mitternachtsland.“92 Wenn man das
Auftauchen von Blutmystik und Verherrlichung des ‚Nordischen‘ bei Rahn und Landig
vergleicht93, kann man konstatieren, dass Wilhelm Landig beim Konstruieren des Mythos der
„Schwarzen Sonne“ klar auf Mythenkonstruktionen innerhalb der SS zurückgreift, und diese
in seinem nach dem 2. Weltkrieg erschienenen Roman verarbeitet.
Die „esoterischen Kreise der Schutzstaffel“94 lokalisiert Landig im Umfeld Otto Rahns und
damit vermutlich innerhalb (oder jedenfalls in der ideologischen Nähe) des Ahnenerbes der
SS. In dem Roman Götzen gegen Thule werden außerdem weitere Thesen und Forscher, die
direkt oder indirekt mit dem SS-Ahnenerbe in Verbindung standen, genannt. Landig nennt
beispielsweise den Begründer der sogenannten Welteislehre Hanns Hörbinger95 und dessen
Schüler Edmund Kiß.96 Ebenso wird die teils vom SS-Ahnenerbe finanzierte deutsche Tibet-
Expedition (1936) Ernst Schäfers von Landig erwähnt.97 Auch der niederländische Philologe
Herman Wirth, Gründungsmitglied des Ahnenerbes, wird mehrmals in dem Roman beim
Namen genannt. Wirth prägte mit seiner Theorie von einer uralten atlantisch-nordischen
Rasse das Weltbild der SS.98 Dieser atlantisch-nordische Rassenmythos ist ein von Landig
übernommenes und immer wieder rekurrierendes Motiv in Götzen gegen Thule99, welches der
mythologisch-rassischen Verherrlichung des Nordens dient. An gleicher Stelle wird der
ebenfalls dem SS-Ahnenerbe nahestehende italienische Philosoph und Rassentheoretiker
Julius Evola genannt, der u.a. für die angebliche rassische Überlegenheit der Arier und für
eine „urnordische Tradition“100 propagierte.
Kann man so weit gehen, zu behaupten, dass das „Reich der Schwarzen Sonne“ als
„Sammelpunkt der esoterischen Kreise der Schutzstaffel“101 identisch mit dem SS-Ahnenerbe
ist, oder im Umfeld der ihm ideologisch nahestehenden Kreise zu suchen ist? Wilhelm
Landigs Nennungen von unterschiedlichen Theorien, die innerhalb des SS-Ahnenerbes
rezipiert und propagiert wurden, könnte ein Indiz dafür sein. Damit würde Landig dann auch
die Behauptung aufstellen, es habe schon während des Nationalsozialismus einen

92
Ibid. S. 80f.
93
In Götzen gegen Thule wird die Verherrlichung des Nordens auch an anderer Stelle von dem SS-Soldaten
Gutman proklamiert: „Unsere Parole lautet: Nicht ex oriente lux, sondern aus dem Norden kommt das Heil und
das Licht.“ Landig, S. 84.
94
Ibid. S. 90.
95
Ibid. S. 37.
96
Ibid. Am Ende des Romans Götzen gegen Thule zitiert Landig auch aus Edmund Kiß Buch Singschwäne von
Thule, vgl. Landig, S. 469.
97
Ibid. S. 89.
98
Zur Rolle der Thesen Wirths für das Weltbild der SS vgl. Goodrick-Clarke 2002, S.129f und Kater, S. 11-16.
99
Landig, S. 159, 163ff, 296f, 337, 396.
100
Ibid. S. 162. Zu Evola und dessen Einfluss auf die Ideologie der SS vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 129.
101
Landig, S. 162.

21
‚Geheimbund Schwarze Sonne’ innerhalb der SS gegeben, dessen Existenz Heinrich Himmler
„ahnt[e] aber nicht teilhaftig wurde“102, womit der Autor einen Beitrag zur Mystifizierung
bzw. Verklärung der SS nach dem 2. Weltkrieg leisten würde. Dagegen spricht vor allem,
dass Himmler in alle Forschungsbereiche des Ahnenerbes eingeweiht war und diese gutheißen
musste, womit das Existieren eines ‚geheimen esoterischen Kreises’ innerhalb der SS
fragwürdig erscheint.
Die Organisation der sich mit Esoterik beschäftigenden Kreise der SS erfolgt in Form eines
Geheimbundes mit militärischen Strukturen, was eine vierte Funktion der „Schwarzen Sonne“
ist. Zu diesem „Kreis von Männern“103 gehören aber nicht nur Mitglieder der SS, sondern
auch Menschen anderer Nationen und Kulturen. So erhält der „Punkt 103“ Hilfe von
Verbündeten aus den USA und Kanada104 und hat Kontakte zu tibetischen Lamas.105 Auf ihm
befinden sich ebenso japanische Offiziere des Geheimbundes „Schwarzer Drache“106. Es gibt
außerdem einen „Kommandeur“107 des „Punkt 103“, der den Soldaten nach dem
Zusammenbruch des Dritten Reiches befiehlt, „sämtliche Hoheitszeichen [...] von den
Uniformstücken zu entfernen.“108 Das „Stammpersonal des geheimen Stützpunktes“109 besteht
eigentlich überhaupt nur aus anderen (geheimen) „Ordensgemeinschaften“110, deren
Mitglieder aufgrund ihres geheimen Wissens wichtig für den Kampf um die Wiedergeburt
eines atlantisch-arischen „Groß-Thules“111 sind. Dieses Beschreiben der „Schwarzen Sonne“
als ein militärisch organisierter Geheimbund mit Ordensstruktur ist sicherlich von Landigs
Mitgliedschaft in der SS inspiriert worden.
Die SS wurde von Himmler ab 1929 nach Vorbild des mittelalterlichen „Deutschritter-
Ordens“ und der „Gesellschaft Jesu“ (Den Jesuiten) aufgebaut.112 Die Organisation als
klösterliche Gemeinschaft, das Selbstbild einer vorbestimmten, religiös verklärten
Auserwähltheitsmission, das Diktum vom unbedingtem Gehorsam und ein klare Aufteilung in
Ränge findet sich sowohl beim ursprünglichen Deutschritter-Orden, der SS113 und in
ähnlicher Form auch bei dem Geheimbund „Schwarze Sonne“. Dieser Geheimbund ist ein

102
Landig, S. 90.
103
Ibid.
104
Ibid. S. 85.
105
Ibid. S. 89.
106
Ibid. S. 95.
107
Ibid. S. 160.
108
Ibid.
109
Ibid. S. 93.
110
Ibid.
111
Wie dies am Ende des Romans formuliert wird. Vgl. Landig, S. 468.
112
Vgl. Höhne, S. 53 und Ackermann, S. 101-106.
113
Zur Rolle des Jesuitenordens für den Aufbau der SS vgl. Lange 1998, S. 280ff.

22
reiner Männerbund, denn Frauen befinden sich nicht auf dem „Punkt 103“. Das Leben auf
dem Stützpunkt ist militärisch als „Dienst“ „in vollster Disziplin“ organisiert.114 Von den
Mitgliedern wird „höchste Einsatzbereitschaft“115 und „unbedingter Gehorsam“116 gefordert,
womit „Punkt 103“ einer Militärkaserne der SS oder Wehrmacht nicht unähnlich ist.
Eine fünfte Funktion der „Schwarzen Sonne“ ist, dass sich hinter ihr auch ein geheimer, in der
Nähe des Nordpols gelegener „Punkt 103“ verbirgt, welcher nach der deutsche Kapitulation
1945 „als vom Reiche losgelöst“ proklamiert wird, und in Form eines „geheimen
selbstständigen Reiches“ existiert.117 Die Aufgabe dieses militärisch organisierten Reiches ist
es, zum einen Verbündete zu sammeln und (Geheim-)Technologie zu horten, und zum
anderen, aktiv in das Weltgeschehen einzugreifen. Am Ende des Romans gibt einer der
Protagonisten dann Hinweise darauf, dass man den „[…] Punkt 103 aufgelöst [hat] und alles
getan hat, um gehortetes Material unauffindbar zu machen!“118 Es gäbe zwar noch ein
„Restkommando“ und „eine Widerstands- und Beobachtungsgruppe“, wo diese aber
lokalisiert sein könnte, ist den Romanfiguren nicht bekannt.119
Mythen über geheime deutsche Stützpunkte außerhalb des Dritten Reiches haben sich seit
1945 in unterschiedlichster Form etabliert. Basis bilden oft tatsächliche nationalsozialistische
(wissenschaftliche) Expeditionen, welche in schillerndster Weise verklärt werden.120
Die zwei spektakulärsten Expeditionen sind zweifellos die deutsche Antarktis-Expedition
1938/39121 und die vom SS-Ahnenerbe teilfinanzierte Tibetexpedition Ernst Schäfers
1938/39.122 Eine deutsche Expedition an den Nordpol hat jedoch während der Zeit des
Nationalsozialismus nicht stattgefunden, dagegen eine 1936 ebenfalls vom SS-Ahnenerbe
finanzierte Expedition nach Schweden und Norwegen unter der Leitung von Hermann
Wirth.123 1937 fand auch eine ‚Nordlandfahrt‘ von 20 SS-Männern nach Island statt, um dort
nach mythischen Spuren der Insel Thule zu forschen. An dieser Expedition nahm auch der
oben erwähnte Otto Rahn teil.124 Die SS-Expeditionen nach Schweden, Norwegen und Island

114
Landig, S. 168.
115
Ibid. S. 166.
116
Ibid. S. 176.
117
Ibid. S. 160.
118
Ibid. S. 397.
119
Ibid. S. 398.
120
So soll es beispielsweise unterirdische deutsche Stützpunkte in der Antarktis, den Anden und Tibet gegeben
haben bzw. auch heute noch geben. Für einen Überblick vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 107-126.
121
Vgl. Heinz Schön: Mythos Neu-Schwabenland, Für Hitler am Südpol, Bonus-Verlag, Selent, 2004.
122
Offizielle Bezeichnung: „Tibet-Expedition Ernst Schäfer. Unter Schirmherrschaft des Reichsführer SS
Himmler und in Verbindung mit dem Ahnenerbe Berlin e.V.“ Vgl. Trimondi, S. 119-128.
123
Vgl. Heather Pringle: Härskarplanen, Himmlers jakt på det ariska ursprunget, Historiska Media, Falun, 2008.
S. 76-87.
124
Vgl. Trimondi, S. 268.

23
werden in Götzen gegen Thule nicht erwähnt, vermutlich weil sie in den Augen des Autors zu
unspektakulär waren. Dagegen wird die deutsche Tibetexpedition in dem Roman erwähnt und
mythologisch verklärt.125 Die deutsche Antarktis-Expedition spielt in dem Roman Götzen
gegen Thule keine Rolle.126 Landig greift sie aber im 2. Teil der Thule-Trilogie auf und
integriert sie in den von ihm geschaffenen Mythos um die „Schwarze Sonne“.127
Eine Erklärung dafür, warum der Autor einen geheimen deutschen Stützpunkt in die Nähe des
Nordpols legt wäre, dass dort die Heimat des ‚legendären polaren Urvolks der Arier‘ und der
Sitz der Insel Atlantis gewesen sein soll,128 und damit wären die Protagonisten des Romans in
der Nähe des eigenen mythologischen Ursprungs. Eine andere mögliche Erklärung wäre, dass
der Autor die Mythologie um das Symbol der „Schwarzen Sonne“ noch nicht voll entwickelt
hat, denn in den folgenden Romanen der Thule-Trilogie werden die geheimen Stützpunkte
dann nach Lateinamerika und in die Antarktis verlegt.
Die Hortung von ‚Geheimtechnologie‘ ist neben dem Sammeln eines elitären kampfbereiten
Männerbundes die wichtigste Aufgabe des „geheimen selbstständigen Reiches“129 der
„Schwarzen Sonne“.130 Im Zusammenhang mit der „Schwarzen Sonne“ verbindet der Autor
in dem Roman Götzen gegen Thule zwei Nachkriegsmythen miteinander und gestaltet als
einer der ersten den ‚Flugscheibenmythos‘131 literarisch. Das Motiv der Flugscheiben, also
von deutschen Forschern bzw. von Abteilungen der SS entwickelter ‚fliegender Untertassen‘
ist ein immer wiederkommendes Leitmotiv des Romans.132 Der Autor Wilhelm Landig hat
nach Ende des 2. Weltkrieges behauptet, selber an der Entwicklung und Koordination dieser

125
So heißt es, die Expedition habe „gewisse esoterische Aufgaben“ gehabt. Landig, S. 89. Dort wird auch
Schäfer namentlich genannt. Die Expedition wird an anderer Stelle in Verbindung mit der Forschung nach
„Geheimwissen“ gebracht. Ibid. S. 326.
126
Die Antarktis wird jedoch einmal als möglicher Zielort von Absetzbewegungen deutscher U-Boote nach der
deutschen Kapitulation erwähnt. Vgl. Landig, S. 169.
127
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 144.
128
Allgemein zum Polmythos in Verbindung mit dem Mythos der Arier vgl. Joscelyn Godwin: Arktos, The polar
myth in science, symbolism and nazi survival, Kempton, Adventure unlimited press, 1996. Ebenso Léon
Poliakov: Der arische Mythos, Zu den Quellen von Rassismus und Nationalismus, Hamburg, Junius, 1993.
129
Landig, S. 160.
130
Vgl. Ibid. S. 78, 96, 115, 168, 173, 397f.
131
Die Begriffe ‚(Reichs-)Flugscheibe‘ und ‚Nazi-UFO‘ sind mittlerweile (neben der Verbreitung in
rechtsesoterischer Verschwörungsliteratur) auch fest etablierter Bestandteil der Populärkultur. Filmatisiert sind
diese Nazi-Ufos inzwischen, wie schon in der Einleitung erwähnt, in dem 2012 erschienenen Film Iron Sky. Zum
Film ist inzwischen auch Computerspiel erschienen, in dem man Nazi-Ufos abschießen kann. Auf dem
Auktionsportal ebay.de kann man inzwischen auch Modellbausätze, Tassen und T-Shirts von Flugscheiben
bestellen.
132
Landig S. 67, 71ff, 79, 122, 234, 336, 438, 455.

24
Flugscheiben beteiligt gewesen zu sein,133 was von ihm auch explizit im Vorwort des Romans
Götzen gegen Thule zur Sprache gebracht wird.134
Als Hintergrund für diesen Mythos sind zum einen die Entwicklung von (geheimen)
‚Wunderwaffen‘ am Ende des Dritten Reiches, und zum anderen die Sichtung von
‚unbekannten Flugobjekten‘ (engl. unidentified flying objects, UFOs) im hauptsächlich
englisch- und europäischsprachigen Raum ab Ende der 1940er Jahre zu nennen. Dass es eine
Reihe unter Geheimhaltung entwickelter deutscher Technikinnovationen am Ende des 2.
Weltkrieges gab, ist nicht abzustreiten. Beispiele sind u.a. die sogenannte ‚Vergeltungswaffe‘
V1, die erste ballistische Rakete V2, das erste Flugzeug mit Jetmotor (Messerschmitt Me
262), sowie neuartige, elektrisch betriebene U-Boote. Ebenfalls gab es innerhalb der
Flugzeugproduktion Prototypen, die in ihrer Form an fliegende Untertassen erinnern, aber
nicht über das Teststadium herausgekommen sind.135 Die Verbindung nationalsozialistischer
(Geheim-)Technologie mit den fliegenden Untertassen begann in Deutschland 1950 in einem
vom Spiegel136 publizierten Interview mit dem Flugkapitän Rudolf Schriever, welcher
behauptete, er habe zusammen mit dem Ingenieur Otto Habermohl in den BMW-Werken bei
Prag einen senkrecht startenden diskusförmigen ‚Flugkreisel‘ mit einem Gewicht von drei
Tonnen, einer Fluggeschwindigkeit von 4200 km/h und einer Reichweite von 6000 km
entwickelt. Dieser Flugkreisel soll im April 1945 noch testgeflogen und kurz vor Einmarsch
der Sowjetarmee gesprengt worden sein.137 Dieser Vorgang wird auch von Wilhelm Landig in
das Romangeschehen von Götzen gegen Thule eingebaut: Die Protagonisten des Romans
reisen im Auftrag des Geheimbundes „Schwarze Sonne“ am Kriegsende 1945 nach Prag. Dort
haben sie den Auftrag, den von Schriever, welcher in dem Roman explizit genannt wird,
entwickelten Flugkreisel vor dem Zugriff der sowjetischen Armee sicherzustellen.138
Die Vermutung liegt nahe, dass Landig die nach dem 2. Weltkrieg erschienenen Interviews
und Berichte über UFOs und ‚nationalsozialistische Geheimtechnologie‘ zumindest teilweise
als Inspiration bei der Konstruktion seines Flugscheibenmythos verwendet hat. Dazu kommt,
dass Teile der SS ab 1942 nachweisbar an der Entwicklung von sogenannten Wunderwaffen

133
Vgl. Heller/Maegerle, S. 97.
134
Dort meldet sich Landig als „Verfasser“ und proklamiert, dass „Im vorliegenden Buche […] authentische
Begebenheiten […] der geheimen Rüstungstechnik […] aufgetaut [werden].“ Landig, S. 5.
135
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 151-172. Siehe auch Rudolf Lusar: Die deutschen Waffen und Geheimwaffen
des 2. Weltkrieges und ihre Weiterentwicklung, J.F. Lehmanns Verlag, 2. Auflage, München, 1958. Der Major
Lusar hatte während des Dritten Reiches im Deutschen Patentamt gearbeitet, und überraschenderweise findet
sich in dem Buch neben einem seriösen Durchgang der unterschiedlichsten Waffengattungen auch ein Abschnitt
über „Fliegende Untertassen“ und ein Bild einer „Fliegenden Scheibe“, vgl. Lusar, S. 146f.
136
Vgl. Anhang 5.
137
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 154f.
138
Vgl. Landig, S. 122.

25
und Geheimtechnologie, vor allem in der Flugzeug- und Raketenproduktion, beteiligt
waren.139 Auch innerhalb des SS-Ahnenerbes gab es Versuche, Wunderwaffen herzustellen.
Nennenswert ist hier beispielsweise der misslungene Versuch einer Konstruktion eines
‚Strahlengerätes‘, welches Lebewesen töten oder lähmen sollte.140 Andere Projekte waren der
Versuch der Konstruktion eines Erdölortungsgerätes und die Goldsuche mit
Wünschelruten.141
Inwieweit der Autor Wilhelm Landig in eines oder mehrere dieser innerhalb der SS
organisierten und von Himmler sanktionierten Projekte involviert gewesen ist, lässt sich heute
nicht mit Sicherheit nachweisen. Sicherlich hat die aussichtslose Kriegslage mehr und mehr
zu immer desperateren Versuchen geführt, den Untergang des Dritten Reiches zu verhindern.
Auch innerhalb der SS muss es fieberhafte Versuche gegeben haben, technische Innovationen
und Prototypen zu entwickeln, um doch noch den Krieg gewinnen zu können. Diese
‚Wunderwaffen‘ und ‚Geheimtechnologien‘, auch wenn sie nur auf dem Papier oder als
Gerüchte vorkamen, sind möglicherweise von Wilhelm Landig dann später literarisch
verarbeitet und mit dem Mythos der „Schwarzen Sonne“ zu folgender Einheit verknüpft
worden: Ein esoterischer Kreis innerhalb der SS rettet am Ende des 2. Weltkrieges
Geheimtechnologie vor dem Zugriff der Alliierten, schafft diese in Sicherheit zu einem
geheimen Stützpunkt in der Nähe des Nordpols und kämpft nach Kriegsende für ein neues
Reich. Neben den Flugscheiben erwähnt der Autor in dem Roman auch noch ein neuartiges
Navigationsgerät und verschiedene Flugzeugmodelle, welche als Prototypen tatsächlich
existiert haben, so dass es nicht ohne weiteres möglich ist, alle Aussagen des Autors als
Phantasie abzuwerten.142
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass man dem Symbol der „Schwarzen Sonne“ in
dem Roman Götzen gegen Thule fünf Funktionen zuweisen kann: Erstens die Verwendung als
Hoheitszeichen anstelle des Balkenkreuzes der Wehrmacht. Zweitens steht sie im
Zusammenhang mit der Alchemie und symbolisiert einen Schritt bei der ‚Veredlung‘ des
Menschen. Drittens verkörpert sie die umfangreiches Geheimwissen besitzenden esoterischen
Kreise der SS. Viertens ist sie ein militärisch organisierter Geheimbund oder Geheimorden
mit Verbündeten aus aller Welt. Fünftens verbirgt sich hinter ihr ein geheimer Stützpunkt
„Punkt 103“, welcher als selbständiges Reich geographisch in der Nähe des Nordpols

139
Vgl. Kater, S. 218-226.
140
Kater,Ibid. S. 220.
141
Ibid. S. 220ff.
142
Landig, S. 14, 119.

26
lokalisiert ist, und auf dem Geheimtechnologien deutscher Herkunft, vor allem sogenannte
Flugscheiben, gehortet werden.

2.4. Zur Weiterentwicklung der „Schwarzen Sonne“ nach Götzen gegen Thule

Wie oben gezeigt werden konnte, tauchen bei Wilhelm Landig im Zusammenhang mit dem
Mythos der „Schwarzen Sonne“ eine Reihe unterschiedlicher Traditionen und Mythen auf143,
die letztendlich alle für eine Verklärung der SS nach 1945 verwendet werden. Der Roman
Götzen gegen Thule ist nach seinem Erscheinen selber ein Teil dieser Mythenbildung um die
SS geworden, dessen Symbol die „Schwarze Sonne“ ist. Dies beruht teilweise auf dem
Wahrheitsanspruch, der im Vorwort des Romans von dem Verfasser proklamiert wird, als
auch der Autorität Wilhelm Landigs als ehemaliges Mitglied der SS.144 Der Roman Götzen
gegen Thule lässt sich übergreifend dem Genre der rechtsesoterischen Verschwörungsliteratur
zuordnen, genauer einem Zweig dieser Literatur, den man als ‚SS-Mystizismus‘ bezeichnen
kann.145 Landigs Mythos bzw. Motiv der „Schwarzen Sonne“ wird ab den 1990er Jahren von
einer Reihe nachkriegsgeborener Autoren übernommen und in die rechtsesoterische
Mythenbildung146 integriert. In diesem Abschnitt soll deshalb die Weiterentwicklung des
Symbols der „Schwarzen Sonne“ nach dem Erscheinen des Romans Götzen gegen Thule
untersucht werden. Welche Aspekte der fünf im vorhergehenden Abschnitt beschriebenen
Funktionen wurden von anderen Autoren übernommen, welche Funktionen sind in späteren
Darstellungen der „Schwarzen Sonne“ weggefallen oder dazugekommen? Auffällig ist vor
allem, dass die bereits in der Einleitung dieser Arbeit erwähnte heute gängige Kopplung
Schwarze Sonne - zwölfspeichiges Sonnenrad - Wewelsburg (Symbol - grafisches Symbol -
Lokalität) in dem Roman von Wilhelm Landig nicht vorkommt. Die Wewelsburg, die nach

143
Völkische Mythen, Verbindungen zur abendländischen Esoterik, vor allem der Alchemie und
Nachkriegsmythen (UFO-Mythologie, Mythen über geheime deutsche Stützpunkte).
144
Als ‚Einem, der dabei gewesen ist‘.
145
So beispielsweise bei Trimondi, in der englischsprachigen Literatur verwendet man dagegen den Begriff
esoteric SS, so bei Goodrick-Clarke 2002.
146
Man muss sich bewusst sein, dass es seine Vielzahl esoterischer Mythen um das Dritte Reich gibt und der
Mythos der „Schwarzen Sonne“ nur einer davon ist. Einige dieser Mythen werden in dieser Untersuchung kurz
angerissen, aber aus Platzgründen nicht näher diskutiert. Der Fokus dieser Arbeit liegt darauf, wie das Symbol
der „Schwarzen Sonne“ bei Wilhelm Landig auftaucht, und wie es von anderen Autoren später verarbeitet
worden ist.

27
dem 2. Weltkrieg als Zentrum esoterischer Praktiken der SS verklärt worden ist,147 wird in
Götzen gegen Thule überhaupt nicht erwähnt, obwohl der Autor ausdrücklich von sich selber
behauptet, in das geheime Wissen und die geheimen Praktiken der SS eingeweiht gewesen zu
sein.148
Die Wewelsburg wurde ab 1934 von Himmler gepachtet, wobei es seine Absicht war, diese
als Ordensburg und weltanschauliches Zentrum der SS aufzubauen. Dabei war es der schon
oben erwähnte Karl Maria Wiligut, der Himmler zuerst auf die Wewelsburg aufmerksam
machte.149 Die weltanschauliche Schulung bzw. der Lehrbetrieb führender SS-Spitzen fand
jedoch nicht statt.150 Vielmehr beschränkte sich die Funktion der Wewelsburg während des
Nationalsozialismus auf einen „zentralen Versammlungsort für die Führungsspitze der SS“151
mit jährlichen Gruppenführertagungen und Vereidigungen von neubeförderten SS-
Gruppenführern. Der Gruppenführersaal mit dem zwölfspeichigen Sonnenrad diente
vermutlich für Zusammenkünfte zeremonieller Art und der ideologische Gedanke dahinter ist
wahrscheinlich eher in der Zahlensymbolik der Ziffer 12 zu suchen, als in einem
metaphysischen Konstrukt der „Schwarzen Sonne“ als einen geheimen Kreis innerhalb der
SS. Die zwölf Speichen des Sonnerades korrespondieren mit den zwölf Säulen des
Gruppenführersaales und den zwölf in Stein gemeißelten Sitzen in der Krypta „Walhalla“
unterhalb des Gruppenführersaales. Das Selbstverständnis der SS-Gruppenführer als
politischer und rassischer Neuadel basierte ja auf einer von Himmler sanktionierten
Verklärung des mittelalterlichen Rittertums, und so ist die Wahl der Zahl 12 vielleicht eher
durch Inspiration von der Sage um die zwölf Ritter der Tafelrunde zu erklären.152
Die Verklärung der Wewelsburg als ‚SS-Kloster‘, ‚Ordens- und Gralsburg‘, ‚Kultstätte‘,
‚Himmlers Walhall‘ bis zum ‚Mittelpunkt der Welt‘ begann schon in den 1950er Jahren.153
Deshalb ist es verwundernd, dass weder die Wewelsburg noch das zwölfspeichige Sonnenrad
bei der Verklärung der SS und dem Konstruieren des „Schwarze Sonne“-Mythos bei Wilhelm

147
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 125ff. Siehe auch die fantastische Verklärung der Wewelsburg bei E.R.
Carmin: Das schwarze Reich, Geheimgesellschaften, Templerorden, Thule-Gesellschaft, Das Dritte Reich, CIA,
Hamburg, Nikol Verlagsgesellschaft, 2002. S.137ff.
148
So z.B. im Vorwort zu Götzen gegen Thule und in dem Videointerview Wilhelm Landig ‒ ein Zeitzeuge
berichtet.
149
Vgl. Stuart Russell u. Jost W. Schneider: Heinrich Himmlers Burg, Das weltanschauliche Zentrum der SS,
Bildchronik der SS-Schule Haus Wewelsburg 1934-1945, Esse, Heitz & Höffkes, 1989, S. 7f.
150
Vgl. Jan Erik Schulte: Himmlers Wewelsburg und der Rassenkrieg, Eine historische Ortsbestimmung. S. 7.
151
Ibid. S. 9.
152
Vgl. Ibid.
153
Vgl. Daniela Siepe: Die Rolle der Wewelsburg nach 1945. S. 488. Zur Verklärung tragen sicher auch
sensationsheischende Buchtitel wie Heinrich Himmler´s Camelot. The Wewelsburg, ideological center of the SS
1934-1945 bei.

28
Landig eine Rolle spielen, obwohl in dem Roman ein Großteil von nationalsozialistischen und
rechtsesoterischen Mythen aufgegriffen und literarisch verarbeitet werden.154
Dadurch lässt sich die Behauptung aufstellen, dass die Wewelsburg mit dem sich dort
befindlichen zwölfspeichigen Sonnenrad bei Wilhelm Landigs ursprünglicher literarischer
Konstruktion des „Schwarze Sonne“-Mythos keine Rolle gespielt hat, was einen der
wichtigsten Unterschiede zu späterer rechtsesoterischer Literatur, die das Symbol der
„Schwarzen Sonne“ aufgreift, ausmacht.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass in dem Roman Götzen gegen Thule die
„Schwarze Sonne“ auch unter dem Aspekt der (alchemistischen) Transformation zu
betrachten ist, und deshalb möglicherweise nur eine ‚Übergangsphase‘ darstellt. So erklärt der
Stabschef des „Punkt 103“: „Das Zeichen unseres Stützpunktes wird zur rechten Zeit abgelöst
werden durch das Farbsymbol der Wende, der Sonne in silberweiß.“155 Der Kriegsschluss und
die deutsche Kapitulation von 1945 werden als „kosmische Winterwende“ empfunden, die
sich jedoch als „[…] Sonnenwende der Thuatha-Deutschen, die mit ihrer Wiedergeburt das
alte Heilszeichen und das Licht des Nordens in die Welt tragen werden […]“ 156 entpuppen
wird.157 Damit ist die „Schwarze Sonne“ auch ein Symbol für die metaphysische Katharsis
der Romanfiguren, welche den Weg der alchemistischen Selbstveredlung158 mit dem Ziel
einer ‚diesseitlichen Vergöttlichung‘ durchgehen. Dass Transformation ein wichtiger Aspekt
der „Schwarzen Sonne“ ist, bestätigt sich auch an anderer Stelle des Romans. Als die
Romanfiguren auf einen arabischen Gelehrten treffen, sagt dieser zu ihnen:
„Ihr gehört zu den geheimnisvollen Männern der Sonne, die bisher schwarz und seit kurzem
weiß leuchtet. Die Sol nigra hat die Farbe des strahlenden Lichts angenommen.“159 Damit
könnte man die Funktion der Transformation sowohl esoterisch als auch exoterisch deuten:
Die esoterische Transformation geschieht in Anlehnung an die alchemistische Tradition auf
individueller Ebene. Die zwei Romanfiguren Recke und Reimer werden im Laufe des
Romangeschehens in esoterisches Wissen eingeweiht, bis sie schließlich um die wahren
Geschehnisse ‚hinter den Kulissen der Weltgeschichte‘ Bescheid wissen. Die exoterische

154
Das wären der neben den schon diskutierten Grals- und Flugscheibenmythos, der Thule-Mythos,
Atlantismythos, Polmythos, Runen- und Eddamystik, antisemitische metaphysisch motivierte
Verschwörungstheorien, Rassenmythos der Arier, Tibetmythos, Grals- und Katarermystik, Vrilmythos,
Welteislehre, rassisch fundiertes Antichristentum, SS-Mystizismus, Agarthi- und Shambala-Mythos sowie
Verklärung des Nordens und des ‚Nordischen‘.
155
Landig S. 166.
156
Ibid.
157
Ibid.
158
Sprich Vergeistigung bzw. Veredlung in Korrelation mit der alchemistischen zweiten Stufe der ‚Weißung‘,
siehe Kapitel 2.2.
159
Landig S. 305.

29
Transformation symbolisiert die Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung der
Romanfiguren nach der deutschen Kapitulation, welche sich nach und nach aber in
Gewissheit der eigenen vorbestimmten Mission und Hoffnung auf die Wiedergeburt eines
arischen „Groß-Thules“ als „geistiges Reich über alle Staatsgebilde hinweg“160 verwandelt.
Es fällt aber auf, dass der Mythos um die „Schwarze Sonne“ in dem Roman Götzen gegen
Thule jedoch noch nicht voll entwickelt ist. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass
der Autor diesen Mythos in den folgenden Romanen weiter entwickelt und verändert hat. In
dem Roman Wolfszeit um Thule ist die „Schwarze Sonne“ das Zeichen der „militärischen
Potenz […] der wissenden Kräfte der arischen Tradition“161, welches mit dem eddaschen
Feuerriesen Surtur in Verbindung gebracht wird, und später von einer „weißen Sonne“162
abgelöst werden soll. Neben dieser Funktion als Zeichen eines militärischen Geheimbundes
wird die „Schwarze Sonne“ in Wolfszeit um Thule aber auch in Zusammenhang mit der
„Tagessonne“163 gebracht, mit der sie als „unsichtbare Gegensonne“164 in Verbindung steht,
ein Zusammenhang, der in dieser Form in dem Roman Götzen gegen Thule nicht vorkommt,
und wahrscheinlich von theosophischer und völkisch-esoterischer Sonnensymbolik inspiriert
worden ist (Vgl. Kapitel 2.1. in dieser Untersuchung). Dieser Transformationsgedanke der
„Schwarzen Sonne“ in eine „weiße Sonne“ findet sich in späteren literarischen Darstellungen
nicht, ebenso wenig wie die Verwendung des schwarzen Punktes oder der schwarzen Ronde
als Hoheitszeichen auf Flugzeugen oder ‚Flugscheiben‘.165 Auch die Verknüpfung mit der
alchemistischen Sol niger, der eine wichtige Funktion in dem Roman Landigs zukommt, wird
von späteren Autoren nicht aufgegriffen.166
Die drei Funktionen, die übernommen werden, sind zum einen die der geheimen
Militärtechnologie hortenden Stützpunkte, und zum anderen die des militärisch organisierten
Geheimbundes von SS-Männern, die im Verborgenem (auch nach dem 2. Weltkrieg) für ein
„Groß-Thule“167 kämpfen. Dies setzt natürlich voraus, dass es schon während der Zeit des
Nationalsozialismus einen geheimen Zirkel von SS-Männern gab, die umfangreiches
‚geheimes Wissen‘ besaßen, womit auch die dritte bei Landig vorkommende Funktion der

160
Ibid. S. 468.
161
Wilhelm Landig: Wolfszeit um Thule, Wien, Volkstum-Verlag, 1981. S. 64f.
162
Ibid. S. 65.
163
Ibid. S. 354f.
164
Ibid.
165
Anstelle ist meistens das Balkenkreuz der Wehrmacht oder ein Hakenkreuz zu sehen. Vgl. Google-Bildsuche
nach dem Begriff Nazi-Ufo.
166
Vgl. z.B. die Diskussion der Entwicklung des Motivs der „Schwarzen Sonne“ bei Lange: Im Zeichen der
Schwarzen Sonne.
167
Landig: Götzen gegen Thule, S. 468.

30
„Schwarzen Sonne“ von anderen Autoren aufgegriffen wird, und diese damit in literarischen
Darstellungen ab den 1990er Jahren (siehe unten) folgenden Charakter bekommt:
Die „Schwarze Sonne“ ist ein militärisch organisierter, Geheimwissen besitzender innerer
Kreis der SS mit Zugang zu außerhalb Deutschlands liegender verborgener Stützpunkte, auf
denen sich deutsche Geheimtechnologie befindet.
Der heutige in der rechtsesoterischen Verschwörungsliteratur verbreitete Mythos von der
„Schwarzen Sonne“ taucht aber erst in dem 1991 erschienenen Buch Die schwarze Sonne von
Tashi Lhunpo168 des Autors Russell McCloud auf. In diesem Roman ist es ein Journalist, der,
ähnlich den Protagonisten von Landigs Roman, nach und nach Einblick in verborgene
Geschehnisse der Weltgeschichte gewinnt: Auch hier sind es esoterische
Geheimgesellschaften, die miteinander kämpfen,169 und eine von diesen ist ein mystischer
Geheimbund „Schwarze Sonne“, der aus ehemaligen SS-Männern besteht. Diese haben mit
dem geheimen tibetanischen Zentrum „Agarthi“, welches auch in Götzen gegen Thule
mehrmals erwähnt wird170, einen Bund geschlossen und stehen hinter den Morden von
Vertretern der ‚globalen Hochfinanz‘. Gemein ist diesen Morden, dass allen Opfern ein
zwölfspeichiges Sonnenrad eingebrannt worden ist, welches mit dem Bodenmosaik der
Wewelsburg übereinstimmt. Der Entscheidungskampf des Romans findet in der Krypta der
Wewelsburg statt, so dass die Verbindung SS-Mystizismus - Schwarze Sonne - zwölfspeichiges
Sonnenrad - Wewelsburg hier zum ersten Mal literarisch und grafisch auftaucht.
Es gibt Indizien dafür, dass die Verwendung des zwölfspeichigen Sonnenrades der
Wewelsburg zu Beginn eher als Vermarktungsstrategie für den Roman Die schwarze Sonne
von Tashi Lhunpo gedacht war, denn der Verlag brachte zum Erscheinen des Buches
gleichzeitig eine „Thule-watch“ heraus, die als Ziffernblatt das Emblem der Wewelsburg
aufwies. Darüber hinaus gab es ein Jahr danach auch ein Mouse-Pad mit dem
Sonnensymbol.171
Danach wurde das grafische Symbol von den unterschiedlichsten Gruppierungen aufgegriffen
und entwickelte eine Eigendynamik mit einem regelrechten Devotionalienmarkt.172 Hier
scheint es vor allem der arbiträre Charakter des grafischen Symbols in Verbindung mit der
Vieldeutigkeit und Vielschichtigkeit des Konstrukts der „Schwarze Sonne“ zu sein, welche
168
Tashi Lhunpo ist ein Kloster in Tibet, vgl. http://www.tashilhunpo.org/.
169
Vgl. Klappentext von McCloud.
170
Landig, S. 389, 395.
171
Der Verleger hat Siepe bestätigt, dass die Verwendung des Sonnenrades seines Wissens das erste Mal im
Zusammenhang mit der Publikation des Buches und der „Thule-watch“ stattfand, und er diese Art der
Vermarktung im Nachhinein bereut: Vgl. Siepe S. 509f inkl. Fußnote 117 und 118. Siehe auch die Aussagen des
Verlegers auf: rabenclan.de inkl. Bild der „Thule-watch“, vgl. Anhang 6.
172
Vgl. u.a. das abgedruckte Katalogbild mit „Schwarze Sonne“-Produkten bei Siepe, S. 489 und Sünner, S. 138.

31
die Attraktivität für verschiedene Subkulturen ausmacht. In dieser Arbeit ist aber kein Platz,
alle Aspekte der „Schwarzen Sonne“ und deren Deutungsinhalte in den verschiedenen
Subkulturen zu diskutieren,173 und deshalb beschränke ich mich auf die Aspekte, die im
Zusammenhang mit Wilhelm Landigs Roman Götzen gegen Thule gebracht werden können.
Nach dem Erscheinen des Romans Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo wurde das Motiv
der „Schwarzen Sonne“ in den 1990er Jahren von einer Reihe nachkriegsgeborener Autoren
weiterentwickelt.
1992 erschien das Buch Das Vril-Projekt der zwei österreichischen Autoren Norbert Ratthofer
und Jürgen Ettl.174 Hier wird die „Schwarze Sonne“ mit einer bis zu den mittelalterlichen
Templern zurückreichenden Geheimloge der „Herren vom Schwarzen Stein“ in Verbindung
gebracht und durch die Verkürzung HvSS eine Nähe zur SS suggeriert.175 In diesem Buch
werden die geheimen deutschen Flugscheiben ebenfalls thematisiert, nun aber in Verbindung
mit der in der Weimarer Republik existierenden „Vril-Gesellschaft“ gebracht.176 Im
Unterschied zu Wilhelm Landigs Flugscheiben sind die Flugscheiben nun in den 1990er
Jahren schon ‚weltraumtauglich‘ und unter anderem an der Errichtung militärischer Basen auf
dem Mond und dem Mars beteiligt.177 1990 bzw. 1992 erschienen von den beiden Autoren die
Videos UFO ‒ Das Dritte Reich schlägt zurück und UFO-Geheimnisse des Dritten Reiches.
Dort werden ihre Verschwörungstheorien nun auch akustisch und grafisch dargestellt. Auch
hier taucht die „Schwarze Sonne“ als ein innerer Zirkel der SS auf, der über Geheimwissen
und Geheimtechnologie (vor allem Flugscheiben) verfügt.178
1993 erschien das Buch Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert des Autors
Jan Udo Holey unter dem Pseudonym Jan van Helsing.179 Hier werden die
Verschwörungstheorien um die SS und den deutschen Flugscheiben in Kombination mit
anderen populären Verschwörungstheorien der Nachkriegszeit zum ersten Mal einem
breiteren esoterisch interessierten Publikum zugänglich gemacht und als ‚Fakten‘

173
Vgl. die Übersicht und Diskussion bei Siepe, S. 488-510.
174
Jürgen Ratthofer und Ralf Ettl: Das Vril-Projekt, Endkampf um die Erde, o. A., Selbstverlag, 1992.
175
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 165.
176
Vgl. Lange: Im Zeichen der Schwarzen Sonne. Ebenso: Peter Bahn und Heiner Gehring: Der Vril-Mythos,
Eine geheimnisvolle Energieform in Esoterik, Technik und Therapie, Düsseldorf, Omega-Verlag, 1997, S. 84-88.
Die „Vril-Gesellschaft“ taucht in dem Roman Götzen gegen Thule nicht auf, dagegen der Begriff ‚Vril‘, vgl.
Landig, S. 175. ‚Vril‘ soll eine Energieform, eine Art Äther sein, die u.a. zum Antrieb von ‚Flugmaschinen‘
dient. Vgl. Bahn/Gehring, S. 21-26, 91-111.
177
Vgl. Bahn/Gehring, S. 84, Goodrick-Clarke 2002, S. 164. Ähnlich phantastisch wie Ratthofer/Ettl bei Axel
Stoll: Hochtechnologie im Dritten Reich, Reichsdeutsche Entwicklungen und die vermutlich wahre Herkunft der
„UFOs“, Suhl, CTT-Verlag, 2000. S. 133-149.
178
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S 333, Fußnote 56 und 57.
179
Jan van Helsing: Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert oder wie man die Welt nicht
regiert. Ein Wegweiser durch die Verstrickungen von Logentum mit Hochfinanz und Politik, Trilaterale
Kommisionen, Bilderberger, CFR, UNO, Meppen, Ewertverlag, 1993.

32
präsentiert.180 Bei van Helsing ist die „Schwarze Sonne“ die „höchste Loge“ des Dritten
Reiches, deren Ziel es war „[...] Deutschland von den Illuminati absolut autark zu machen
[...]“ und deren Mitglieder von „tibetanischen Mönchen“ in der „Wewelsburg, bei Detmold“
in geheimes Wissen eingeweiht wurden.181 Vom selben Autor erschien 1998 der Roman Die
Innere Welt. Das Geheimnis der Schwarzen Sonne182 in dem die „Schwarze Sonne“ als der
„innerste und esoterische Kern der SS“ dargestellt wird, aber Heinrich Himmler nun ‒ im
Gegensatz zu Landigs Roman Götzen gegen Thule ‒ „[...] über die Schwarze Sonne informiert
war und ihr seinen Schutz gab, ihr selbst aber nicht angehörte.“183
Ein Novum der in den 1990er Jahren erschienenen Literatur zur „Schwarzen Sonne“ ist auch,
dass sie nun plötzlich in Verbindung mit ‚Außerirdischen‘ gebracht wird. Dies ist sowohl bei
Ratthofer/Ettl sowie van Helsing/Holey der Fall184 und kommt in dieser Form nicht in
Wilhelm Landigs Konstruktion des Flugscheibenmythos und dem Geheimbund der
„Schwarzen Sonne“ vor.
Ein weiterer wichtiger Unterschied der Autoren der 1990er ist, dass sie Mythen der
rechtsesoterischen Verschwörungsliteratur verarbeiten, die bei Wilhelm Landig nicht
vorkommen. Als Basis dienen oft in den 1960er Jahren veröffentlichte spekulative Bücher aus
dem französisch- und englischsprachigen Raum. Die wichtigsten sind hier Louis Pauwels und
Jaques Bergiers Aufbruch ins dritte Jahrtausend, Friedrich W. Douchet Im Banne des Mythos.
Die Psychologie des Dritten Reiches und Trevor Ravenscrofts Der Speer des Schicksals. Das
Zentrale dieser Werke ist die Verklärung der Thule-Gesellschaft, der Vril-Gesellschaft, der
Person des Geopolitikers und Japanexperten Albert Haushofer, des ‚Speers des Longius‘ und
das Propagieren für die ‚Hohle-Welt‘- bzw. ‚Innere Erde‘-Theorie.185

180
Laut Schätzungen haben sich Band 1 und 2 der Geheimgesellschaften zwischen 1993 und 1996 ca. 100.000
Mal verkauft. 1996 wurde gegen den Verfasser und den Verleger der Geheimgesellschaften ein Verfahren wegen
Volksverhetzung eingeleitet. Die beiden Bucher waren zwischen 1996 und 2001 in Deutschland und der Schweiz
indiziert. Vgl. Meining, Stefan: Rechte Esoterik in Deutschland, Ideenkonstrukte, Schnittstellen und
Gefahrenpotentiale. Die beiden Bücher wurden auch ins Englische und Französische übersetzt, und damit
international verbreitet. Vgl. Heller/Maegerle, S. 169.
181
Jan van Helsing: Geheimgesellschaften 2, Interview mit Jan van Helsing, Die Verbindungen der
Geheimregierung mit dem Schwarzen Adel, dem Club of Rome, AIDS, UFOs, Kaspar Hauser, der
reichsdeutschen Dritten Macht, dem Montauk-Projekt, der Jason-Society und dem Dritten Weltkrieg, Meppen
Ewertverlag, 1995. S. 226.
182
Jan Udo Holey: Die Innere Welt, Das Geheimnis der Schwarzen Sonne, Fichtenau, Ama Deus-Verlag, 1998.
183
Ibid. S. 48.
184
Vgl. Trimondi S. 415 sowie Holey, S. 252f.
185
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 107-127 zu dieser seit den 1960er Jahren einsetzenden populärkulturellen
Faszination für ‚Nazi-Mystik‘. Auch Hollywood hat gutes Geld mit dieser Nazi-Mystik verdient, wenn man
beispielsweise an die erfolgreichen Indiana Jones-Filme denkt: Dem Helden des Filmes stehen Nazis als
Antagonisten entgegen, mit denen er im Wettlauf um die Bundeslade (Raiders of the Lost Ark, 1981) und den
Heiligen Gral (Indiana Jones and the Last Crusade, 1989) steht. Beide Reliquien tauchen auch in Götzen gegen
Thule auf, vgl. Landig S. 108 (Bundeslade) und 177-198 (Heiliger Gral).

33
Sämtliche Mythen und mit ihnen in Zusammenhang stehende historische Personen werden
aber überhaupt nicht in dem Roman Götzen gegen Thule erwähnt. Ebenso wenig beteiligt sich
Wilhelm Landig in seiner Thule-Trilogie an der nach dem 2. Weltkrieg einsetzenden
Mystifizierung der Person Adolf Hitlers. Ein Genre der rechtsesoterischen
Verschwörungsliteratur ist der sogenannte ‚Esoterische Hitlerismus‘, wie er von Autoren wie
Miguel Serrano und Savitri Devi vertreten wird.186 Hier wird die Person Hitlers in Anlehnung
an hinduistische Lehren zum ‚Avatar‘ verklärt, was bedeutet, dass er als eine Verkörperung
des Gottes Visnhu interpretiert wird, welcher sich laut hinduistischer Mythologie in
Notzeichen in Menschengestalt manifestiert, um der Menschheit zu helfen.187
Auch der ‚Überlebensmythos‘ um die Person Adolf Hitlers wird nicht von Landig propagiert.
Kern dieses Mythos ist, dass Hitler 1945 nicht in Berlin Selbstmord begangen hat, sondern
sich per U-Boot oder Flugscheibe in die Antarktis bzw. nach Südamerika abgesetzt hat.
Solche Spekulationen tauchten bereits kurz nach Ende des 2. Weltkrieges auf, oft in
Zusammenhang mit der Kapitulation deutscher U-Boote in Argentinien, welche von Sommer
bis Herbst 1945 stattfand.188 Diese phantastischen Spekulationen um Hitler tauchen in dem
Roman Götzen gegen Thule nicht auf. Hitler wird namentlich nur einmal erwähnt189 und beim
Lesen des Buches fällt auf, dass der Autor für die Führung des Dritten Reiches wenig
Sympathie übrig hat.190 Das Wichtige für Landig ist es anscheinend, in seinem Roman vor
allem den elitären Gestus und Pathos der SS auf den Geheimbund „Schwarze Sonne“ zu
übertragen.
Als abschließendes Beispiel, dafür dass sich das Konstrukt der „Schwarzen Sonne“
mittlerweile als eine von vielen Zutaten bei der Konstruktion von Verschwörungsthrillern im
Stile eines Dan Brown etabliert hat, ist der 2008 erschienene Roman Die Schwarze Sonne des
Autors James Twining zu nennen.191 Neben Verschwörungstheorien um CIA und FBI,
Nazigold und Bernsteinzimmer, Enigmamaschine und geheimen Gesellschaften, wird in dem
Roman auch das Symbol der „Schwarzen Sonne“ aufgegriffen und einem größeren Kreis von

186
Vgl. Goodrick-Clarke 2002 S. 88-106 und S. 173-192. Mit beiden Autoren war Landig persönlich bekannt,
vgl. Heller/Maegerle S. 103.
187
Vgl. Sünner, S. 154.
188
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 153.
189
Vgl. Landig, S. 169.
190
Joseph Goebbels wird beispielsweise als „Reichspropagandascheich“ bezeichnet. Landig, S. 19. An einer
schwer deutbaren Stelle werden „gewisse Kräfte der Reichsregierung“, die mit dem „Chiffre 666 bezeichnet
werden“ als „Opposition“ der „Schwarzen Sonne“ identifiziert. Landig, S. 85.
191
James Twining: Die Schwarze Sonne, Bergisch-Gladbach, Bastei-Lübbe, 2008. Englischsprachige
Originalausgabe des Romans 2006 unter dem Titel The Black Sun.

34
Lesern präsentiert.192 Hier wird die „Schwarze Sonne“ als ein geheimer Orden von „SS-
Rittern“193 dargestellt, deren Symbol das zwölfspeichige Sonnenrad der Wewelsburg ist. Wie
bei Russell McCloud wird auch in diesem Roman ein Teil der Handlung in die Wewelsburg
verlegt194, und der Gruppenführersaal zum Platz für „kultische Rituale“195 verklärt. Im
Gegensatz zu Autoren wie Landig, McCloud und van Helsing ist die SS bei Twining jedoch
eindeutig negativ besetzt, denn hier wird sie als „[...] eher eine fanatische Sekte als
militärische Organisation ‒ mit Himmler als Pabst und Hitler als Gott.“196 bezeichnet, was ja
der positiven Konnotation der SS und der „Schwarzen Sonne“ bei den SS-Mystikern, vor
allem bei Wilhelm Landig, überhaupt nicht entspricht.

5. Zusammenfassung und Diskussion

Die oben aufgeführten Beispiele sind nur einige von vielen, wie das Konstrukt bzw. Symbol
der „Schwarzen Sonne“ seit den 1990er Jahren auf unterschiedlichste Weise literarisch
verarbeitet worden ist. Eine vollständigere Untersuchung ist an dieser Stelle aus Platzmangel
nicht möglich, vor allem die Bücher von Russell McCloud und Jan van Helsing waren jedoch
entscheidend für die Verbreitung und Popularisierung des Mythos der „Schwarze Sonne“ ab
den 1990er Jahren verantwortlich. Einer der wichtigsten Propagandisten dieses Mythos mit
dem Ziel einer Mystifizierung der SS war der österreichische Autor Wilhelm Landig, der
bereits in den 1970er Jahren nach einer literarischen Verklärung der SS strebte, und als
Inspiration und Schnittstelle für eine jüngere Generation von Autoren diente.
Wenn man die mythologischen Hintergründe der „Schwarzen Sonne“ untersucht, kann man
drei Generationen von Autoren unterscheiden: Die erste ist die, die sich vor und während der
Zeit des Nationalsozialismus mit Esoterik, Okkultismus, Ariosophie, Runenmystik,
nordischer Mythologie, der Atlantissage und dem Thulemythos beschäftigte.197 Die zweite
Generation ist die, die das Dritte Reich noch persönlich erlebt hat, und als ehemalige

192
Auf dem Titelblatt des Buches findet sich das Sonnenrad der Wewelsburg, und dadurch wird die Einheit SS-
Schwarze Sonne-Wewelsburg-zwölfspeichiges Sonnenrad auch einem breiteren Publikum zugängig gemacht.
Auf der offiziellen Homepage des Autors erfolgt im Rahmen der Vermarktung des Buches eine dezent-
mysteriöse Verklärung der „Schwarzen Sonne“, welche sich an die Tradition des ‚SS-Mystizismus‘ anlehnt. Vgl.
Anhang 7.
193
Twining, S. 208.
194
Ibid. S. 215.
195
Ibid. S. 218.
196
Ibid.
197
Autoren die, vereinfacht gesagt, oft im Umfeld der „Völkischen“ zu finden sind. Dazu zählen Personen wie
Otto Rahn, Karl Maria Wiligut, Hermann Wirth, Edmund Kiss und Rudolf Gorsleben.

35
Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen die Ideenkonglomerate und Mythen der
ersten Autorengeneration nach dem 2. Weltkrieg aufgriff, diese weiterentwickelte, und mit
Nachkriegsmythen zu einem verschwörerischen Weltbild, das alte und neue Mythen
vermischt, zusammenfügt.198 Die dritte Gruppe besteht aus nachkriegsgeborenen
Autoren, die die Ideen der ersten und vor allem der zweiten Generation mit Elementen
populärkultureller Verschwörungstheorien199 vermischen und zu einem rechtsesoterischen
Weltbild verbinden.200
Fragt man nach der Motivation Wilhelm Landigs für die Thule-Trilogie, so bieten sich eine
Reihe Erklärungsmodelle an: Das Schaffen eines Geheimbundes von ehemaligen SS-
Mitgliedern ist möglicherweise eine Art, die eigene Biographie zu verklären. Man muss sich
immer bewusst sein, dass sich der Autor im Vorwort des Romans Götzen gegen Thule als
„Der Verfasser“ meldet und dort proklamiert:

Im vorliegenden Buche werden authentische Begebenheiten vor und hinter den Kulissen der
Weltbühne, der geheimen Rüstungstechnik und sonstiger Ereignisse von heute zu einem auf den
ersten Blick fantastisch erscheinenden Roman aufgetaut. 201

Deshalb scheint es durchaus gerechtfertigt, den Roman Götzen gegen Thule für
autobiographische Rückschlüsse zur Person des Autors Wilhelm Landig heranzuziehen.
Welche Aufgaben Landig tatsächlich bei seiner Tätigkeit für den Sicherheitsdienst (SD) hatte,
ist anhand der heute zugänglichen Dokumente nicht nachzuvollziehen. Dass er, wie er von
sich selber behauptet, tatsächlich an der Konstruktion von Geheimtechnologie beteiligt war,
ist trotz allem nicht hundertprozentig auszuschließen, unter Bezugnahme der aktuellen
Quellenlage und Forschungsliteratur jedoch eher unwahrscheinlich.
Eine Intention des Autors scheint es vielmehr gewesen sein, die eigene Ohnmacht und
Hoffnungslosigkeit nach dem Untergehen des Dritten Reiches zu verarbeiten. Dies geschah,
wie sich belegen lässt, sowohl politisch als auch literarisch.202 Es könnte also behauptet

198
Im Zusammenhang mit der „Schwarzen Sonne“ vor allem bei Wilhelm Landig und Rudolf J. Mund.
199
Beispiele für diese Verschwörungstheorien sind die schon erwähnte ‚UFO-Welle‘ und die damit verbundenen
Kontakte mit Außerirdischen, des Weiteren Verschwörungstheorien um Geheimgesellschaften, Freimaurer,
Illuminaten und Bilderberger. Außerdem Theorien um vertuschte Regierungs-, CIA- und Militärexperimente an
Menschen (u.a. zur Gedankenkontrolle), sowie Experimente zur Wetterkontrolle usw. Ein Beispiel für so ein
verschwörungstheoretisches Weltbild ist die in den 1990er Jahren überaus populäre Fernsehserie Akte X (eng. X-
Files).
200
Vor allem die Autoren Jürgen Ratthofer, Ralf Ettl, Russell McCloud und Jan van Helsing/Jan Udo Holey.
201
Landig, S. 5. Dieser Wahrheitsanspruch findet sich oft in der (rechts-)esoterischen Literatur. Auch auf dem
Buchumschlag von Russell McClouds Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo findet sich die Behauptung, dass
das Buch „mehr als ein Roman [ist]“.
202
Vgl. etwa die umfangreiche politische Betätigung Landigs nach dem 2. Weltkrieg.

36
werden, Wilhelm Landig habe seine persönliche und ideologische Desperation und Ohnmacht
nach dem 2. Weltkrieg sowohl praktisch als auch theoretisch verarbeitet: praktisch durch das
Engagement in verschiedenen neonazistischen Organisationen und theoretisch durch das
Schaffen eines neuen verschwörungstheoretischen Nachkriegsmythos um die SS.
Der Mythos um die „Schwarze Sonne“ (und der gesamte Roman Götzen gegen Thule) bietet
ja ein Erklärungsmodell dafür, warum Deutschland den 2. Weltkrieg verloren hat:

Die Not und der Niedergang der Tuatha-Deutschen musste so unendlich gewaltig werden, um
sie durch Läuterung und tiefster Entsagung wieder den Weg zu sich selbst finden zu lassen, um
203
der Menschheit vorangehen zu können.

Der „Stabsoffizier“204 des „Punkt 103“ propagiert hier einen ans Religiöse grenzenden
Erlösungsgedanken und den Glauben an eine göttliche Mission des deutschen Volkes. Die
Schuld für den „Niedergang“ liegt, bei „einer Clique von Hassern“, den „Morgenthauleute[n]“
und den „Shriners“, und den „Hüter[n] der Bundeslade“205. Diese sind aber letztendlich nur
„Hilfstruppen des Berges Zion“206, deren Ziel das „One World Government“207 ist. Zudem
wird der Untergang des 3. Reiches in dem Roman relativiert, denn der bis ins Metaphysische
gehende Kampf zwischen ‚Gut‘ und ‚Böse‘ ist nicht verloren, sondern geht auch nach dem 2.
Weltkrieg weiter:

Hinter den Kulissen der Weltgeschichte geht ein großes Kräftemessen vor sich, das mit
Bestimmtheit eine Kraft für sich entscheiden wird, welche den wenigsten Eingeweihten als
esoterisches Weltzentrum oder als Hochsitz der ethisch positiven Kräfte bekannt ist. Es ist das
208
wahre Ultima Thule; nicht nur der arischen Völker, sondern der ganzen Welt.

Dieses Kräftemessen wird vor allem durch den Geheimbund „Schwarze Sonne“ fortgesetzt,
der im Kern aus in Geheimwissen eingeweihte Männer der SS besteht, die sich mit
Gleichgesinnten aus der ganzen Welt gegen den ‚Berg Zion‘ verbünden. Dafür steht ihnen
eine geheime Basis in der Arktis zur Verfügung, auf der sie Geheimtechnologie des Dritten
Reiches horten, und sich für den Endkampf vorbereiten.

203
Landig S. 166.
204
Ibid.
205
Ibid. S. 42.
206
Ibid. S. 109. Diese Gegner sind die „Götzen“, die in dem Titel des Buches vorkommen, und die gegen das
‚Reich von Thule‘ anstürmen.
207
Ibid.
208
Ibid. S. 88.

37
Eine der wichtigsten Innovationen Landigs beim Konstruieren des Mythos der „Schwarzen
Sonne“ ist das Aufgreifen populärer Nachkriegsmythen, vor allem der UFO-Mythologie.
Dadurch wird eine Kontinuität zwischen älteren völkisch-inspirierten Mythen und
Nachkriegsmythen geschaffen, und darüber hinaus ein zusätzliches Erklärungsmodell für das
UFO-Phänomen gegeben: Nun sind es keine Außerirdischen, die in Raumschiffen die Erde
besuchen, sondern hinter den UFOs versteckt sich aller anderer alliierter Technik überlegene
Geheimtechnologie des Dritten Reiches.
Die Vorgehensweise Landigs ist dabei der eines Erich von Däniken natürlich nicht unähnlich:
Anhand eklektischer Beweisführung (aus Religion, Mythen, Verschwörungstheorien,
Technikinnovationen) wird ein Erklärungsmodell für unerklärliche Phänomene konstruiert
und in ein kohärentes Weltbild eingefügt.
Bemerkenswerterweise entwickelt sich diese Verbindung von SS-Geheimtechnologie und
UFOs in den 1990er Jahren dann doch in die Richtung einer ‚rechten Ufologie‘, die immer
phantastischere Ausmaße annimmt: Die deutschen Flugscheiben sind in den Publikationen
dieser Zeit ‚weltraumtauglich‘ und es gibt deutsche Basen auf dem Mond und Mars. 209 Vor
allem die Autoren Ratthofer und Ettl konstruierten eine phantastische Verbindung von
Flugscheiben mit dem Sternensystem Aldebaran: Nun sind auch intergalaktische Reisen mit
den deutschen UFOs möglich, und die Bewohner Aldebarans werden zu Urahnen der
Germanen (und Sumerer).210 Dass dies nicht im Sinne des Autors von Götzen gegen Thule bei
der Konstruktion des Mythos um die „Schwarze Sonne“ war, lässt sich aus dem Roman
entnehmen: Die Intention Wilhelm Landigs ist es hier vor allem, die umfangreichen
Sichtungen von Flugscheiben bzw. UFOs nach dem 2. Weltkrieg mit nationalsozialistischer
‚Geheimtechnologie‘ zu identifizieren.
Die Funktion der „Schwarzen Sonne“ als Hoheitszeichen in Form eines schwarzen Punktes
oder einer schwarzen Ronde wird nicht von den von Landig beeinflussten Autoren
übernommen. Etabliert hat sich inzwischen das Balkenkreuz der Wehrmacht bzw. ein
Hakenkreuz als Erkennungszeichen der ‚Nazi-UFOs‘, wie dies in dem Film Iron Sky 211 sehr
deutlich wird. Ebenso wenig wurde die oben diskutierte Verbindung der „Schwarzen Sonne“
zur Alchemie und dem Stein der Weisen übernommen. Dahingegen gibt es Variationen des
209
Vgl. Gilbert Sternhoff: Die Zukunft hat längst begonnen, Die Dritte Macht 1945 bis zur Übernahme der Welt,
Rottenburg, Kopp-Verlag, 2007. S. 207-225. Braidenbach, S. 194, Holey, S. 248-271, van Helsing 1995, S. 244,
Stoll, S. 134-137.
210
Vgl. Bahn/Gehring, S. 84f.
211
Vgl. auch die Bildsuche nach den Begriffen Flugscheibe und Nazi-UFO bei google.de. Auch die Fotos und
Zeichnungen von Flugscheiben in der einschlägigen Literatur zeigen keinen schwarzen Punkt als
Hoheitszeichen. Vgl. die Fotos in van Helsing 1993, welche maßgeblich für die Verbreitung des
Flugscheibenmythos an ein allgemein an Esoterik interessiertes Publikum verantwortlich waren.

38
„Schwarze Sonne“-Mythos, die versuchen eine Verbindung zu älteren Religionen und
Hochkulturen herzustellen, und damit eine jahrtausendealte Kontinuität und Herkunft dieses
Symbols zu propagieren.212 Diese Verbindung gibt es in dem Roman Götzen gegen Thule
noch nicht, wird aber in den nachfolgenden Romanen der Thule-Trilogie von Landig
aufgegriffen.213
Letztendlich sind es drei Funktionen der „Schwarzen Sonne“, die Landig sozusagen als
literarisch-ideologisches Testament an spätere Autoren weitergibt: Erstens trägt er
entscheidend zur Mystifizierung der SS bei, wenn er behauptet innerhalb der Schutzstaffeln
habe es schon während des Dritten Reiches einen geheimen, elitären inneren Kreis von SS-
Männern (unter dem Namen „Schwarze Sonne“) gegeben, welche sich mit Geheimwissen
beschäftigt haben, ohne das Heinrich Himmler davon gewusst hätte. Zweitens, dass dieser
Kreis von Männern am Ende des 2. Weltkrieges in Form einer militärisch organisierten
Organisation, einem Geheimbund „Schwarze Sonne“ den Kampf für Deutschland bzw. ein
„Groß-Thule“214 fortgesetzt hat. Drittens, dass dieser Geheimbund Zugang zu außerhalb
Deutschlands liegender geheimer unterirdische Basen hat, auf denen Geheimtechnologie
gehortet wird.
Bei der Frage, wie wichtig eigentlich die Bücher Wilhelm Landigs sind, sind sich die
Forscher darüber einig, dass vor allem er es war, der ‒ neben der Mystifizierung der SS nach
1945 ‒ mit der Thule-Trilogie einen Grundstein für einen sinn- und identitätstiftenden
Nachkriegsmythos „Schwarze Sonne“ legte, welcher von einer jüngeren Generation
nachkriegsgeborener Autoren enthusiastisch aufgegriffen wurde.215 Beim Lesen der
einschlägigen Literatur stößt man immer wieder auf den Autor bzw. dessen Ideen, egal ob er
namentlich erwähnt wird, oder zentrale Ideen von Landigs Mythenkonstruktion um die
„Schwarze Sonne“ übernommen werden.216 Oft wird der erste Roman der Trilogie allerdings
nur beiläufig erwähnt, obwohl ja in Götzen gegen Thule, wie in dieser Untersuchung gezeigt
wurde, entscheidende Elemente und Funktionen des Symbols der „Schwarzen Sonne“ bereits
vorhanden sind.217 Für weitere Untersuchungen wäre es interessant, die Entwicklung des

212
So vor allem bei Hasler, S. 10-40.
213
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 142ff.
214
Landig, S. 468.
215
Vgl. Goodrick-Clarke 2002, S. 128-172, Heller/Maegerle, S. 96-103, Trimondi, S. 392-422, Siepe, S. 508-
510, Sünner, S. 148-151.
216
So versucht beispielsweise ein Autor wie Sternhoff die Bücher Landigs als Wegweiser zu vermeintlich
geheimen unterirdischen deutschen Basen zu benutzen. Vgl. Sternhoff, S. 8. Bei anderen Autoren sind es
Formulierungen, die stark an Landig erinnern. Vgl. Breidenbach, S. 31.
217
Sünner erwähnt Götzen gegen Thule zwar, zitiert aber aus den beiden anderen Romanen der Thule-Trilogie
als er das Symbol der „Schwarzen Sonne“ untersucht, obwohl sich ja schon in dem ersten Roman eine Reihe von
unterschiedlichen Funktionen dieses Symbols finden lassen. Ähnlich bei Siepe, S. 508.

39
Motivs der „Schwarzen Sonne“ in den Romanen Wolfszeit um Thule und Rebellen für Thule
zu untersuchen.
Eine These dieser Arbeit ist es, dass der Mythos um die „Schwarze Sonne“ in dem Roman
Götzen gegen Thule noch nicht voll entwickelt ist, und der Autor ihn in einem Zeitraum von
rund 20 Jahren (1971-1991) weiterbearbeitet und modifiziert hat: Eine Annahme ist hierbei,
dass ursprünglich möglicherweise der Aspekt der Transformation ein wichtiges Element für
das Symbol der „Schwarzen Sonne“ war. Mehrere Textstellen des Romans weisen explizit
darauf hin, dass die „Schwarze Sonne“ von dem „[...] Farbsymbol der Wende, der Sonne in
silberweiß […]“218 abgelöst werden wird. Dies könnte einerseits mit der individuellen
Transformation der zwei Luftwaffenoffiziere des Romans in ‚Wissende‘ zusammenhängen,
anderseits mit der kollektiven Transformation der Romanfiguren in Zusammenhang stehen:
Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit verwandeln sich bei ihnen in Zuversicht beim Fortsetzen
des Kampfes gegen den negativ besetzten Kräfte des ‚Berg Zion‘. Eine metaphysische,
alchemistische individuelle und kollektive Reinigung transformiert schwarz zu weiß und gibt
den Protagonisten des Romans eine ans Religiöse grenzende Heilserwartung.
Dieser Aspekt wird jedoch nicht von der jüngeren Generation von Autoren übernommen: Für
diese ist vielmehr das Verklären und Mystifizieren der SS, die Farbsymbolik der Schwärze
und die geheimnisvolle Organisation der „Schwarzen Sonne“ das Faszinierende. Mit dem
zwölfspeichigen Sonnenrad der Wewelsburg fand sich ein ebenso geheimnisvolles wie
faszinierendes Symbol, welches mit den unterschiedlichsten Inhalten aufgeladen werden
konnte. Obwohl die Wahl dieses Symbols eher an eine wirkungsvolle Vermarktungsstrategie
erinnert (siehe oben), so hat sich die Kombination „Schwarze Sonne“ - Wewelsburg -
zwölfspeichiges Sonnenrad seit den 1990er Jahren zu einem kraftvollen und kommerziell
durchaus verwertbaren Symbol entwickelt. In den meisten Publikationen ist das Symbol der
„Schwarzen Sonne“ heute identisch mit dem Bodenmosaik der Wewelsburg. Diese
Verbindung war offensichtlich nicht im Sinne Wilhelm Landigs bei der ursprünglichen
Konstruktion des Mythos der „Schwarzen Sonne“, da dieser die Wewelsburg kein einziges
Mal in dem Roman Götzen gegen Thule erwähnt. Somit ist das Symbol der „Schwarzen
Sonne“ auch ein Beispiel dafür, wie sich ein Mythos verselbstständigen und eine
Eigendynamik entwickeln kann.
Bei der Frage nach dem Warum bieten sich neben eventueller persönlicher Ohnmacht und
Schuldzuweisung für die Kriegsniederlage Deutschlands weitere Erklärungsmodelle an:

218
Landig, S. 166.

40
Rüdiger Sünner vermutet, dass eine „Entlastungsfunktion“219 vom Schrecken des
Nationalsozialismus hinter dem Schaffen eines verschwörungstheoretisches Mythos wie dem
der „Schwarzen Sonne“ liegen könnte. Dies erscheint aber bei einem Autor wie Wilhelm
Landig eher unwahrscheinlich, da er ja auch nach dem Krieg das Weltbild der SS weiter
propagierte, sich politisch betätigte, und bis zu seinem Tod überzeugter Nationalsozialist
war.220
Wichtiger scheint hier das identitäts- und sinnstiftende Element der in dieser Arbeit
untersuchten rechtsesoterischen Verschwörungstheorien zu sein: Der Mythos der „Schwarzen
Sonne“ relativiert die Kriegsniederlage und lässt den Untergang des Dritten Reiches ‒ aus der
Perspektive der Romanfiguren ‒ sogar als notwendig erscheinen: Eine ‚Schlacht‘ ist verloren,
aber der Krieg wird auch nach der Kapitulation noch fortgesetzt. Dieser Kampf geht bis in
den metaphysischen Bereich. Die Gewissheit einer vorbestimmten ‚Mission‘, bei der „Groß-
Thule“221, letztendlich siegen wird, scheint vielmehr eine der maßgebenden Intentionen
Wilhelm Landigs bei dem Schaffen des Mythos der „Schwarzen Sonne“ gewesen zu sein. Es
ist letztendlich das Motiv des ewigen dualistischen Kampfes zwischen ‚Gut und Böse‘,
welches durch das Symbol der „Schwarzen Sonne“ gestaltet wird, nur sind es nun eben die SS
und der Geheimbund „Schwarze Sonne“, welche bei einem Autor wie Wilhelm Landig für
‚Das Gute‘ stehen, und damit einen positiv konnotierten Beitrag zur Mythenbildung in der
rechtsesoterischen Nachkriegsliteratur leisten.

219
Sünner, S. 170
220
So findet sich auf seinem Grabstein das Motto der SS Meine Ehre heißt Treue, vgl. Anhang 8.
221
Landig, S. 468.

41
Literaturverzeichnis und Quellen

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Bahn, Peter und Gehring, Heiner: Der Vril-Mythos, Eine geheimnisvolle Energieform in Esoterik, Technik und
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Vortrag, gehalten am 3. September 2002 auf dem Symposium Politischer Extremismus als Bedrohung der
Freiheit, Rechtsextremismus und Islamismus in Deutschland und Thüringen. Abgedruckt im Tagungsband des
Symposiums: Politischer Extremismus als Bedrohung der Freiheit, Rechtsextremismus und Islamismus in
Deutschland und Thüringen.

Mund, Rudolf J.: Das Mysterium der Schwarzen Sonne. In: Mythos Schwarze Sonne, Karl Maria
Wiligut/Weisthor, der heilige Gral und das Geheimnis der Wewelsburg.

Mund, Rudolf J. und Werfenstein, Gerhard v.: Mythos Schwarze Sonne, Karl Maria Wiligut/Weisthor, der
heilige Gral und das Geheimnis der Wewelsburg, Riga, DHV-Verlag, 2004.

Pauwels, Louis und Bergiers, Jaques: Aufbruch ins dritte Jahrtausend, München, Goldmann, 2. Auflage, 1982.
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Französische Originalausgabe 1971 erschienen.

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Wewelsburg (NS-Gedenkstätte): www.wewelsburg.de. Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Weltbürger.org: www.welt-buerger.org. Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

44
Anhang

Anhang 1: Iron Sky.


www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2012/02_programm_2012/02_Filmdatenblatt_2012_20123076.php.
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 2: 62. Internationale Filmfestspiele Berlin – Berlinale 2012. Heil Kortzfleisch! „Iron Sky“ (Timo
Vuorensola, Finnland/Australien/Deutschland 2011).
www.infomedia-sh.de/index.php?page=nl_bn_12_iron_sky.
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 3: Stephan Mögle-Stadel. Ein Weltbürger auf Achse.


welt-buerger.org/bio_sms.php
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 4: Hans-Jürgen Lange: Im Zeichen der Schwarzen Sonne.


www.antiquariatlange.de/texte/schwarze-sonne/
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 5: UNTERTASSEN/LUFTFAHRT. Sie fliegen aber doch.


wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=44447768&aref=image036/2005/12/13/sp19501333-T2P-
035.pdf&thumb=false
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 6: ARUN-Verlag Teil 5: Die Antwort des Kritisierten - was will der ARUN-Verlag?
www.rabenclan.de/index.php/Magazin/LucasCorsoArun05
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 7: The Black Sun and Wewelsburg Castle.


www.jamestwining.com/learn-more/the-black-sun/the-black-sun
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

Anhang 8: Wilhelm Landig: SS-officer??


forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=38&t=75585
Zuletzt abgerufen am 23.2.2013.

45
PS-3076-1:Berlinale 2012 02.02.2012 19:21 Uhr Seite 137

PANORAMA
IRON SKY SPECIAL

Timo Vuorensola Die finnischen Guerillafilmer von Energia Productions, die schon für Finland/ Australia/ Germany 2011
die ungewöhnlich erfolgreiche Science-Fiction-Kultparodie STAR Länge 93 Min. · Format HDCAM · Farbe
WRECK verantwortlich waren, haben erneut zugeschlagen. IRON SKY
STABLISTE
ist eine hysterische Parallelwelt-Klamotte, die wirr-wilde Nazi-Esoterik Regie Timo Vuorensola
und Fascho-Techno-Mystizismus parodistisch verarbeitet. Buch Michael Kalesniko, Timo Vuorensola,
Ende 1945. Die Welt weiß nicht, dass von der Nazi-Polarstation Neu- nach einer Story von Johanna Sinisalo und
schwabenland eine Gruppe von Wissenschaftlern mit Raumschiffen dem Konzept von Jarmo Puskala
auf die Mondrückseite geflüchtet ist. Ohne Kontakt zur Außenwelt Kamera Mika Orasmaa
wird hier, in der unter-lunaren Militärbasis „Schwarze Sonne“, eine Schnitt Suresh Ayyar
kosmische UFO-Reichsarmada zur Eroberung und Unterwerfung der Musik Laibach
BIOGRAFIE 1979 in Tampere, Finnland, Sounddesign Heiko Müller
geboren. Regisseur von Musikvideos und Clips. Erde hergestellt. Panik kommt auf, als die Ankunft eines US-Space-
shuttles bevorsteht. 2018 beginnt die Mission „Meteorblitzkrieg“. Die Production Design Ulrika von Vegesack
Wurde mit seinem STAR WRECK-Sequel be- Art Director Jussi Lehtiniemi
kannt. In der STAR TREK-Persiflage tritt er auch Nazis landen in New York – aber Geheimagentin Renate hat bald eige-
Kostüm Jake Collier
in der Rolle des taktischen Offiziers Dwarf auf. ne Pläne … Maske Bliss MacGillicuddy
Ist einer der Vorreiter innovativer Filmfinanzie- Ein All-Rausch mit atemberaubender Concept Art, außergewöhnlicher Produktionsleitung Tarja Jakunaho
rungsmodelle. grafischer Gestaltung und von konzeptkünstlerischer Opulenz – Produzent Tero Kaukomaa
hoher Kultstatus ist garantiert, da IRON SKY, unter Mitwirkung einer Co-Produzenten Oliver Damian,
BIOGRAPHY Born in Tampere in Finland in großen Internet-Gemeinde entstanden, alle Kriterien der überreichen Cathy Overett, Mark Overett
1979. A director of music videos and promos, Trash-, B-Movie-, Exploitationfilm- und Cheap-Thrill-Kultur aufs
he first made a name for himself for his STAR DARSTELLER
Schönste erfüllt.
WRECK sequel. In this STAR TREK parody he Renate Richter Julia Dietze
also puts in an appearance in the role of a Klaus Adler Götz Otto
strategic officer named Dwarf. He is one of the James Washington Christopher Kirby
precursors of innovative film financing. Dr. Richter Tilo Prückner
Wolfgang Kortzfleisch Udo Kier
FILMOGRAFIE Auswahl, 1998 NORJALAINEN Vivian Wagner Peta Sergeant
HUORA, Kurzfilm · 2005 STAR WRECK: IN THE US-Präsidentin Stephanie Paul
PIRKINNING · 2011 IRON SKY Verteidigungsminister Michael Cullen

PRODUKTION
Blind Spot Pictures
Helsinki, Finnland
+41 79 2537638
tero@blindspot.fi

27 Films Production
Berlin, Deutschland
+49 30 84711660
oliver@27films.biz

Following their unusually successful science-fiction cult parody STAR New Holland Pictures
WRECK, the Finnish guerrilla filmmakers of Energia Productions Norman Park, Australien
return to our screens with IRON SKY, a hysterical piece of tomfoolery +61 7 31918313
that rolls wildly confused Nazi esotericism and fascistic-techno-mysti- cathy@newhollandpictures.com.au
cism into one big parody.
WELTVERTRIEB
Unknown to the world, at the end of 1945, a group of scientists from Stealth Media Group
the Nazi fortress of New Swabia in the Antarctic escaped in space Los Angeles, USA
rockets to the dark side of the moon. Here, in complete isolation from Michael@Stealthmediagroup.com
the rest of the world in a sublunary military base known as the ‘Black
Sun’, a cosmic Nazi Armada of UFOs is being constructed with the
intention of subjugating the world’s population. Panic arises, howev-
er, when the imminent arrival of a US space shuttle is announced. It’s
2018, and mission ‘meteor Blitzkrieg’ begins. The Nazis land in New
York – but secret agent Renate has her own plans …
The breathtaking mix of concept art, extraordinary graphic design
and artistic opulence contained in this intoxicating space odyssey will
surely guarantee cult status for IRON SKY which, made with support
of a vast internet community, splendidly fulfils all the criteria for an
over-the-top trashy B-movie-cum-exploitation film full of cheap
thrills.

BERLINALE 2012 137


Der Newsletter zum Thema Medien in Schleswig-Holstein
herausgegeben von der Filmwerkstatt Kiel
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Archiv 2013
„Iron Sky“ (Timo Vuorensola, Finnland/Australien/Deutschland 2011)
Archiv 2012
Finnische Männer reden wenig, am allerwenigsten in der Sauna. Und wenn sie dort doch über etwas sprechen, muss es etwas
Archiv 2011 Wesentliches sein. So geschehen 2006, als Jarmo Puskala seinem Freund Timo Vuorensola von einem Traum erzählte: dass ihm
Archiv 2010 Nazis begegnet seien, die auf dem Mond wohnten, jetzt aber die Erde erobern wollten – und dass das doch eine prima Idee für einen
gemeinsamen Film sei.
Archiv 2009
Gesagt, getan: Vuorensola und sein Produktionsteam holten die Unterstützung finnischer, deutscher und australischer Institutionen ins
Archiv 2008
Boot und warben sogar noch 10% des Budgets unter einer wachsend begeisterten Internet-Fan-Community ein. Deren Anfänge
Archiv 2001-2007 waren schon mit der 2005 alle Rekorde sprengenden Download-Gemeinde der SciFi-Parodie „Star Wreck: In the Pirkinning“

Kontakt entstanden, zu deren digitalen Schöpfern Vuorensola und Puskala gehörten. Alle Downloads in Ehren: Wenn der Run auf die Tickets
für „Iron Sky“ an den deutschen Kinokassen ab 5. April 2012 ähnlich stark ausfallen sollte wie der während der Berlinale, hätte sich
das Kultpotenzial des Films einmal mehr bestätigt.

Wir befinden uns im Jahr 2018, und zwar auf der erdabgewandten Seite des Mondes. In der dortigen Nazi-Kolonie „Neuschwabenland“
unterrichtet eine adrette Offizierin namens Renate Richter (Julia Dietze) ihre „Pimpfe“ und „Mädels“. Sie bereitet sie mental auf den
„Meteorblitzkrieg“ vor, mit dem Neuschwabenland die Erde über 70 Jahre nach Ende des tausendjährigen Reiches unterjochen will.
Denn die Weltherrschaftsallüren der Nazis sind auch auf dem Mond ungebrochen, auch wenn der Führer natürlich schon lange nicht
mehr Hitler, sondern inzwischen Kortzfleisch heißt (Udo Kier).

Aber die Nazis haben die Rechnung ohne die US-Amerikaner gemacht: Per Raumkapsel landet nämlich der Astronaut James
Impressum Washington (Christopher Kirby) zu Erkundungszwecken auf dem Mond und entdeckt die sinnigerweise im Hakenkreuzformat
angelegte Kolonie. Doch leider entdecken die Mondnazis auch Washington, der sein Leben, zumal als Afroamerikaner, nur retten

Letztes Update: kann, indem er die (volks-) gemeinschaftsbewegte Renate und vor allem ihren Verlobten, den designierten Führer Klaus Adler (Götz
21. Februar 2013 - 13:34 Otto), dazu überredet, sich gemeinsam mit ihm als Späher nach US-Ami-Land zu begeben. Dort angekommen trifft es sich gut, dass
die als Sarah-Palin-Klon daher kommende amerikanische Präsidentin (Stephanie Paul) gerade mitten im Wahlkampf steckt und genau
wie ihre männer- und machtgeile Managerin (Kym Jackson) von der Reichsparteitags-Rhetorik der Nazi-Gäste tief beeindruckt ist ...

In effektvollen Weltraum-Stahlgewittern: „Iron Sky“ (Foto: Berlinale)

Dass die Ästhetik des Totalitären eine universelle Faszination ausübt und in der Weltpolitik ebenso wie im SciFi-Genre funktioniert,
demonstrieren die Macher von „Iron Sky“ auf respektlos gruselig-witzige Weise. Für‘s Drehbuch hat sich Vuorensola dafür u.a. von
der preisgekrönten finnischen Romanautorin Johanna Sinisalo, die vor allem im Fantasy-Genre gepunktet hat, Unterstützung geholt.
Auch die Filmmusik, vor allem der polarisierende Sound der slowenischen Band Laibach, arbeitet kräftig am Totalitätsrausch mit.
„Krieg der Sterne“-Melodien werden mit Wagnerklängen gleichgeschaltet; da kommt sogar – vorher flott gemacht durch den Einstein-
Verschnitt Dr. Richter (Tilo Prückner) – das Nazi-Raumschiff „Götterdämmerung“ wieder auf Touren. Aber um im von Ami-Land und
den Mondnazis angezettelten Weltraumkrieg den Endsieg zu erreichen, ist das Kriegsgerät der Mondnazis definitiv zu veraltet ...

Der Regisseur von „Iron Sky“ Timo Vuorensola wurde 1979 geboren und hat auch als Schauspieler und Grafik-Designer gewirkt. „Iron
Sky“ ist ohne das gesamte hinter ihm stehende internationale Team und die ideelle (!) Beteiligung der Crowdfunding-Gemeinde gar
nicht denkbar. Auch der Dreh wurde zur immerhin die halbe Welt umspannenden Aktion: eine Hälfte wurde in Frankfurt am Main und
eine in Australien gedreht (die New York City-Szenen stammen aus Brisbane).

„Iron Sky“ persifliert das SciFi-Genre und etliche menschliche Grundkonstanten so lustvoll, dass man – egal, ob SciFi-Fan oder -
Skeptiker – ungehemmt einen ziemlich abgefahrenen Kinoabend damit verbringen kann. Außerdem macht es Riesenspaß, dass die
verstaubte Nazi-Sippschaft ebenso wie die machtgeilen Ami-Politiker und die belämmerten Vertreter der Vereinten Nationen so richtig
schön durch den Kakao gezogen werden. Und schließlich gibt es auch viele nach allen visuellen Effektkünsten inszenierte
Höhenflüge– wenn auch keine intellektuellen. Aber das muss bekanntlich ja auch nicht immer sein. (gls)

„Iron Sky“, Finnland, Australien, Deutschland 2011, 93 Min., Regie: Timo Vuorensola, Darsteller: Christopher Kirby, Götz Otto, Julia
Dietze, Udo Kier u.a.

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Weltbürgertum Gastbeiträge Presse Bücher Schulprojekt Studienreisen Vorträge Biografien

Stephan Mögle-Stadel

Ein Weltbürger auf Achse

Rio, New York, Tokyo. Umweltschutzkonferenzen,


Menschenrechtstagungen, Zen-Meditationsseminare. Dies sind
einige der Orte, wo man den Journalisten, Schriftsteller und
Weltbürger Stephan Mögle-Stadel antreffen kann.
Wenn man den am 21. Dezember 1965 geborenen
Kriegsdienstverweigerer fragt, was denn ein Weltbürger sei
oder tue, dann klingt die Antwort einfach: Ein Mensch, der sich
Zeit nimmt, um sich Gedanken und Sorgen über Gegenwart
und Zukunft von Menschheit und Erde zu machen. Und, so fügt
der 35-Jährige hinzu, jemand, der Mittel und Wege findet sich,
sein Ich, ins Weltgeschehen einzumischen.
Zum Fotodownload

Infolge einer Begegnung als Jugendlicher mit der Normalität des Bösen im ehemaligen
KZ Dachau verweigerte Mögle-Stadel den Militärdienst. "In dieser Biographie war
Dachau die Geburtsstätte meines Weltbürgertums." Während einer seiner Großväter in
der NS-Zeit bei der Waffen-SS diente, absolvierte der Enkel seinen Zivildienst im
Rahmen eines UNO-Praktikums in New York City und Washington DC; studierte
Pädagogik, Geschichte und Psychologie inklusive einer Weiterbildung am C.G. Jung-
Institut für Tiefenpsychologie. Das intensive Nachdenken und das Engagement bei
einer internationalen Weltbürgerinitiative, Seite an Seite mit dem Multitalent Sir Peter
Ustinov und dem Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin, zeitigten auch schriftstellerische
Früchte. Unter dem Pseudonym Russell McCloud ließ der 25-Jährige als Co-Autor des
Romanes "Die Schwarze Sonne von Tashi Lhunpo" Neonazis und UNO-Geheimdienst
aufeinanderprallen. Wenig später veröffentlichte er das Boutros-Ghali-Buch
UNorganisierte Welt. Plädoyer für die Reform der Vereinten Nationen und die Studie Ist
die Zukunft noch zu retten? Danach verfasste er ein ökologisches und
ideengeschichtliches Buch über Um-Weltbürgertum: Die Unteilbarkeit der Erde. Das
Vorwort schrieb Peter Ustinov. Zuletzt ging Mögle-Stadel in der Biographie Dag
Hammarskjöld. Vision einer Menschheitsethik der Frage nach, warum 1961 UNO-
Generalsekretär Hammarskjöld ermordet wurde. Yehudi Menuhin stiftete hierfür das
Vorwort. Zur Zeit arbeitet er an seinem nächsten Buch "Seelen-Geschichte. Phäno-
menologie der globalen Krise".
Durch seine Weltreisen und sein Leben in anderen Kulturräumen ist er politisch dem
deutschen "Vaterland" entwachsen und zugleich kulturell-geistig, im Sinne von Goethe
und Lessing, viel deutscher geworden als je zuvor. Wenn man ihn fragt, was das
nachhaltigste Erlebnis auf seinen Reisen war, bekommt man eine schockierend
einfache Antwort: "Dass ich in Indien ein verhungerndes Kleinkind in meinen Armen
halten durfte, hat mich sehr erwachsen gemacht."

erschienen in der Februar-Ausgabe 2001 der Stuttgarter Zeitschrift a tempo

About Stephan Mögle-Stadel

Stephan Mögle-Stadel began in 1994 to decipher Hammarskjöld's esoteric writings. With the
help of hitherto unpublished material and conversations with former co-workers he succeeded
in unravelling the background of the plot of 1961. He also succeeded in tracing Hammarskjöld's
'path of initiation', relating it to his public offices and activities.
Stephan Mögle-Stadel was born in 1965. He is a journalist and publishing consultant. He studied
at the C.G. Jung Institute for Depth Psychology and he is a member of the Erich Fromm
Society for Social Psychology. He also worked for research organisation linked to the Club of
Rome from 1996 to 1998. In 1990 he was correspondent in New York. In 1992 whilst he did his
alternative national service as a conscientious objector he took part in a UN internship
programme.
He also took part as journalist and NGO representative 1998 at the Berlin Conference for World
Climate Change and 1993 at the Preparation-Conference for the World Summit in Rio.
Together with Troy Davis, he is chairman of WFM-Germany. WFM-International is a pressure
group for the establishing of an International Court of Law for Crimes against Humanity (Rome
Conference 1998).

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WUNDERGLAUBE
Hans-Jürgen Lange: Im Zeichen der Schwarzen
Sonne
GILLES DE RAIS
(Erschien 2002 in dem Magazin "Wolfszeit")
HEINRICH
KHUNRATH Es ist äußerst mysteriös: Auf einmal war sie da, die "Schwarze Sonne" - und plötzlich zierte
das Rad mit den zwölf gezackten Speichen immer mehr Publikationen, CD-Hüllen und anderes.
WELTEISLEHRE Es gibt sie als Ziffernblatt einer Uhr, als Anstecker, Kettenanhänger, Ring, Krawattennadel und
Manschettenknopf, aber auch als Flagge und "T-Hemd", darüber hinaus kann man sie als
SPEER DES metallenen Tischständer, als geschnitzten Holzteller oder wenn man will, als gehäkelte
SCHICKSALS Tischdecke haben.

OTTO RAHN
Das Original für all diese Abbilder und Devotionalien findet sich im Nordturm der Wewelsburg
WILIGUT/WEISTHORbei Paderborn. Es ist die Intarsie im sogenannten "Obergruppenführersaal", die sich im
Zentrum des dortigen Marmorbodens befindet. Das "Sinnbild" - die Farbe des verwendeten
SCHWARZE Steins ist übrigens nicht Schwarz sondern Dunkelgrün - überstand neben der "Krypta" einen
SONNE Stock tiefer unbeschädigt Sprengung und Brand in den letzten Kriegstagen. Die Wewelsburg
selbst sollte nach den Vorstellungen des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler, das
VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN
weltanschauliche Zentrum der Schutzstaffeln bilden. Das Zentrum des geplanten Ausbaus war
jener Nordturm, der nach den Aussagen der damaligen Architekten als "Mittelpunkt der
H.-J. LANGE Welt"(1) bezeichnet wurde. Allein schon diese Tatsachen genügen, um einer Mythenbildung
Vorschub zu leisten. Dazu kommt, dass sich bisher noch kaum jemand Gedanken darüber
gemacht hat, wann sich der wörtliche Begriff mit dem symbolhaften Zeichen aus Himmlers
Burg verband. Dabei sind diese Frage und ihre zeitliche Einordnung wesentlich, weil sie den
Kern dieses modernen "Mythos" berühren.
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Fenster:

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Die meisten Verwender und Käufer der "Schwarze Sonne" wissen wenig über die Herkunft und
Symbolik. Nicht umsonst gehen im Internet bei eBay kaum 20 Seiten Kopierpapier über die
Thematik zu erstaunlichen Preisen weg. Der Begriff hat allerdings eine Vergangenheit, die bis
ins späte Mittelalter zurückreicht, zumindest als "sol niger" wird die "Schwarze Sonne" in der
Symbolik der Alchemisten genannt(2), dort steht sie zusammen mit dem Raben für
"Putrefactio", den Prozess der Verwesung und Fäulnis(3). Aus ihr entsteht "Nigredo", das
schwärzeste Schwarz. Diese Schwärze wird bei vielen Alchemisten als erste Stufe betrachtet,
mit der das große Werk beginnt, an dessen Ende neu geschaffenes Gold steht.

In dem kosmologischen Zyklus des Robert Fludd (1574 - 1637) stellt der Philosoph das erste
Überlicht als Schwärze dar (4). Eine ähnliche Vorstellung, in der abstraktes, absolutes Licht
Finsternis ist, kennen in der Neuzeit auch die Theosophen (5). Allerdings wird man den Begriff
"Schwarze Sonne" weder bei Fludd noch in dem Hauptwerk der Theosophen, der
"Geheimlehre" von Helena Petrova Blavatsky finden.

Um die Herkunft der "Schwarze Sonne" abzuleiten, ziehen manche Autoren(6) Parallelen zu
einer mystischen Zentralsonne, die in der Tat von Blavatsky genannt wird und der Peryt Shou
1910 eine seiner esoterischen Kleinschriften widmete(7).

Als konkreter Begriff wird die "Schwarze Sonne" erst nach dem Zweiten Weltkrieg bei Rudolf J.
Mund genannt. Der Österreicher Mund war nach Lanz von Liebenfels, dem Gründer des
"Orden vom Neuen Tempel" (O.N.T.), das letzte Oberhaupt dieses Ordens, der ein rassisch
und völkisch geprägtes Christentum vertrat. In den 50er Jahren korrespondierte Mund mit
damals noch lebenden Zeitzeugen und sammelte Material über vermeintliche geheimen
Strömungen. Dabei war er in fast kindlicher Weise gläubig.
Zusammen mit seinem späteren Verleger Wilhelm Landig und einem Wiener "Kryptologen" Ing.
Erich Halik(8) forschte Rudolf J. Mund nach einem "geheimen Zentrum"(9). Dieses von ihm als
"blaue Insel" bezeichnete Zentrum vermutet die Gruppe im Erdinneren unter der Arktis und
man versuchte sogar auf "metaphysische Wege" Kontakte zu knüpfen. Später verarbeitet
Wilhelm Landig diese Zusammenarbeit in seiner umfangreichen "Thule"-Trilogie. Auf Grund
dieser Bestrebungen und der nachfolgenden Veröffentlichungen kann man davon ausgehen,
dass in der Gruppe wesentliche Aussagen des "esoterischen Hitlerismus" entstanden, eine
Wortschöpfung, die allerdings der Chilene Miguel Serrano prägte.

Ebenfalls wegbereitend für die angenommene Verbindung von Okkultismus und


Nationalsozialismus waren die Spekulationen der französischen Autoren Louis Pauwels und
Jacques Bergier, die sehr erfolgreich 1960 in Frankreich unter dem Titel "Morgen der Magier"
und in Deutschland als "Aufbruch ins dritte Jahrtausend"(10) unter die Leute gebracht wurden.
Die "Schwarze Sonne" wird in dem Buch mit keiner Zeile erwähnt, obwohl die Autoren
durchblicken lassen, dass ihnen für das "Werk" geheime Informationsquellen zur Verfügung
standen.

Den Begriff "Schwarze Sonne" nennt erst wieder der französische "Däniken" Robert Charroux
in seinem Buch "Verratene Geheimnisse". In dem Kapitel "Die Goldene Sonne und die
Schwarze Sonne" schreibt er: „Der Plan Friedrichs II., der sich mit dem intensiven
Machtstreben eingeweihter Kreise deckte, wurde von den Tempelherrn fortgesetzt. Die
besorgte Christenheit setzte sich gegen sie brutal zur Wehr, und im Jahre 1307 vernichtete
König Phillipp IV., der Schöne, von Frankreich und der von ihm abhängige Papst Clemens V.,
den Orden, dem es jedoch gelang, im verborgenen fortzubestehen (...) so entstand einige
Jahrhunderte später im Zeichen der Toleranz und der Universalreligion (-philosophie) die
Freimaurerei. (...) In der Esoterik hat dieser Plan einen symbolischen Namen: die goldene
Sonne. Parallel dazu waren andere Ritterorden, insbesondere der Deutsche Ritterorden, seit
dem Mittelalter im Geheimen tätig, doch waren sie von rastlosem Machtstreben besessen und
standen im Dienst einer immer mehr im Verfall begriffenen Wahrheit: der Schwarzen Sonne,
deren Grundidee Friedrich II. von Hohenstaufen vielleicht im Castel del Monte konzipiert hatte.
Die Tätigkeit der Schwarzen Sonne setzt sich auf gefährlichen Irrwegen unter den deutschen
Volkstumsgruppen fort, deren traditionsbewußte Anhänger fest davon überzeugt sind, dass es
die Sendung der germanischen Rasse sei, die weiße Kultur zu retten. In diesem Sinne beginnt
auch die Gralssuche von Neuem: die Suche nach dem Gral der Hyperboreer, nach dem Gral
d e r weißen Rasse, die die Welt beherrschen will..."(11) Dass der Autor Charroux hier
sensationslüstern, wie seine Vorgänger Pauwels und Bergier ebenfalls ohne Belege, versucht,
d e n Nationalsozialismus mit geheimen, okkulten Strömungen zu verbinden, macht diese
spekulativen Gedankenspielereien nicht gerade wahrer, was ernsthafte historische Arbeiten
belegen(12).

Die heutige Verbreitung des Begriffs "Schwarze Sonne" geht recht eindeutig auf die
Veröffentlichungen der befreundeten und ehemaligen SS-Männer Rudolf J. Mund und Wilhelm
Landig zurück, wobei die Ausformung des "esoterischen Hitlerismus" historische Tatsachen
überspielt und eine ideale Rechtfertigung für fast alles bietet. Gleichzeitig darf man nicht
übersehen, dass die beiden Autoren damit auch eine esoterische Verklärung ihrer eigenen
Biografien schufen(13).
Dass der Schöpfer des "esoterischen Hitlerismus", Miguel Serrano, in seinem Hauptwerk "Das
goldene Band" die "Schwarze Sonne" eher beiläufig nennt(14), ist ein weiterer Anhaltspunkt
dafür, dass Mund und Landig die ursprüngliche Quelle des heutigen Begriffs "Schwarze Sonne"
sind.

Entwicklung und Bedeutungswandel der "Schwarze Sonne" sind gerade in Wilhelm Landigs
Romanen "Götzen gegen Thule" (1971), "Wolfszeit um Thule" (1980) und "Rebellen für Thule"
(1991) überdeutlich(15).
In "Götzen gegen Thule" ist es nicht viel mehr als ein schwarzer Punkt, das Hoheitszeichen
der "Mitternachtsjapaner". Hier seien aus dem Buch nur folgende Beispiele genannt:
„Schwarzer Punkt steht für die ‚Sol nigra' der Alchemie: die Schwarze Sonne" (S. 137). Und:
„Die Rote Sonne und die Schwarze Sonne dienen dem gleichen Herrn" (S. 160).

Neun Jahre später, in "Wolfszeit um Thule", schreibt Landig schon anderes, was an zwei
Beispielen ausführlich zitiert werden soll. Auf Seite 65: „Allein das Weiße, die kommende Weiße
Sonne, sol invictus, die unbesiegbare, muss vom theonischen Prinzip her obenan bleiben.
Diese weiße Sonne wird das spätere Symbol, das der jetzt noch gültigen Schwarzen Sonne,
das Zeichen unserer militärischen Potenz, folgen wird."
Und auf den Seiten 354-355: „Während die Lichtsonne der Erde Helligkeit und Wärme spendet
und Trägerin des Lebens ist, steht Ultrarot und Ultraviolett als unsichtbares Licht daneben.
Dieses unsichtbare Licht verkörpert das kosmische Hell. Es ist die Lichtquelle der Weisheit und
Strahl des einen Großen, dessen Wille alles lenkt, die Quelle, was wir nicht sehen, aber unsere
innere Stimme hören. Der tiefdunkle Purpur, die eigentliche Farbe der schwarzen Sonne(16),
ist deshalb nicht lichtlos, sondern das die Welt durchdringende Helle, das den Wissenden
leuchtet. Nach einer uralten germanischen Überlieferung ist Gott allmächtig, unsichtbar. Hier
wird die unsichtbare Allmacht klar ausgedrückt. Das vom menschlichen Auge erfasste Licht ist
materiell. Es ist jedoch gleichzeitig der Schatten des unsichtbaren geistigen Lichtes und
Feuers, von dem ein kleiner Funken noch in der Wolfszeit um Thule glüht und einer neuen
Entfachung harrt. Die Tagessonne war nach Vorstellungen der Alten ein Symbol von der
unsichtbaren Gegensonne, dem Purpur von Geist und Wissen. Hier gilt kein Dunkel des
Bösen. Die Schwarze Sonne ist das Zeichen der unsichtbaren Gottheit, die über dem
materiellen Goldschein des Tageslichtes steht, nachdem die Goldene Sonne der Atlanter von
den Dienern des Mammons und der Freimaurerei usurpiert wurde. Die tiefdunkle
Purpurscheibe steht für die Vollstreckung des göttlichen Willens und Gesetzes gegen die
anmaßende Macht des Goldes und seiner Herrn und Hörigen. Da die Farbe Weiß die Summe
aller übrigen Farben materiellen Ursprungs ist, kommt man zwangsläufig zur Nichtfarbe, zur
Antimaterie und damit zum Göttlichen. Der Kreis ist bereits seit der Megalithzeit mit der
Hochreligion von einem Höchsten Wesen das Symbol für die unfassbare, ungeoffenbarte
Gottheit, wie dies schon die Steinritzungen von Bohuslän und anderen zeigen. Gefüllt mit dem
dunklen Purpur des geheimen Wissens wurde er zur schwarzen Ronde, die noch kurz vor
dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Kampfflugzeugen der Schutzstaffeln gesehen wurde.
Und der tiefste Sinn der schwarzen Sonne: Sie leuchtet im wahrsten Sinne des Wortes einem
Reich, in dem diese Sonne nie untergehen kann!"

In der Chronologie folgt nun die Vereinigung des Begriffs "Schwarze Sonne" mit dem "Sinnbild"
aus dem Nordturm der Wewelsburg. Denn erst durch diese Zusammenführung entstand der
heutige "Mythos" der "Schwarzen Sonne", der sich 1991 mit der Erstauflage des Buches "Die
schwarze Sonne von Tashi Lhunpo"(17) vollzog, das ein unbekannt gebliebener Autor unter
dem Pseudonym Russell McCloud veröffentlichte - wie es heißt, ein Österreicher (sic! 18). Die
Geburtsstunde des "Mythos" zeigt sich schon im Innentitel, wo zum ersten Mal in der Literatur
Zeichen und Begriff zusammen erscheinen.
Die Handlung des Romans ist schnell erzählt: Die Weltöffentlichkeit wird durch eine Mordserie
in der globalen Hochfinanz erschüttert. Ein Journalist will die Ereignisse aufklären und wird von
dem Strudel mitgerissen. Verbindendes Element zwischen allen Morden ist ein zwölfspeichiges
Sonnenrad, das den Leichen eingebrannt wurde und dessen Pendant der Journalist in der
Wewelsburg findet. Das Sonnenrad, das der Journalist "Schwarze Sonne" nennt, entpuppt sich
schließlich als das Symbol einer mystischen Vereinigung ehemaliger SS-Männer, die mit dem
geheimnisvollen Zentrum Agharti einen Bund geschlossen haben. Nach dem "Lexikon des
Geheimwissens" von Horst E. Miers ist „Agartha (assyro-chald.; tibet. auch: Agarthi, Agarti) =
Erde, der ind. Name der unterirdischen Stadt der unsterblichen geistigen Führer, wo tantrische,
magische und symbolische Liebe gelehrt werden, teils auch als Shamballah bekannt. (...) Aus
dieser Legende stammen alle Bezugnahmen der verschiedenen Okkult-Gruppen, teils unter
dem Namen Shamballah statt A., teils auch A. und Shamballah parallel oder als
Gegensätze."(19)

In dem Buch spielt auch die Vermischung von drei wirklichen Mythen eine große Rolle, es sind:
Platons Atlantis-Erzählung, die sagenumwobene Insel Thule von Seneca und Hekataios
Legende von Hyperboreer im hohen Norden. Der Grund, warum diese Dinge mit SS in
Verbindung gebracht werden, ist die sogenannte(20) SS-Tibet-Expedition 1938/39. Dem SS-
Mann und Ornithologen Dr. Ernst Schäfer wird dabei meist ein okkulter Auftrag angedichtet, für
den es auch durch die Aussagen des noch lebenden Expeditionsteilnehmer Dr. Bruno Beger
keinerlei Hinweise gibt. Auf meine Frage, warum die damalige Tibetexpedition immer wieder für
okkulte Spekulationen benutzt wird, antwortete Dr. Beger in einem persönlichen Gespräch,
dass derartige Konstruktionen und Gedanken „reines Wunschdenken" seien und dass man es
als ein menschliches "Erbe aus animistischer Vorzeit" betrachten könne.

Der blutige Showdown des Krimis um die "Schwarze Sonne" findet in der "Krypta" der
Wewelsburg statt. Dort wollen die Männer Aghartis ein Ritual mit einem geheimnisvollen "Speer
des Schicksals" vollziehen, um den Lauf der Geschichte zu ändern: "Seine [d. i. des Speers]
Kraft würde Zeugung und Tod zugleich bewirken. Seine Kraft würde der Schwarzen Sonne den
Odem des Lebens einhauchen und eine neue Zeit erwecken." Damit greift der unerkannte
Autor ein "Highlight" der spekulativen Literatur auf, das Buch des Engländers Ravencroft "Der
Speer des Schicksals"(21). Darüber hinaus lässt "Die Schwarze Sonne von Tashi Lhunpo"
alte, anscheinend immer wieder aktuelle Verschwörungstheorien zutage treten, so gesehen
benutzt das Buch alte Klischees. Auf dem Schutzumschlag heißt es: "(...) mehr als nur ein
Roman. Für den, der es zu deuten versteht, wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Dafür
sorgen die intensiven Recherchen des Autors über die in der Politik wirkenden
Geheimgesellschaften." Damit wird natürlich ein Anspruch auf Realität erhoben - aber man ist
sicher kein schlechter Mensch, wenn man an dieser Stelle an Marketing denkt.

Ein Jahr später verwendet das Autorenteam Norbert Jürgen Ratthofer und Ralf Ettl die
"Schwarze Sonne" in ihren Schriften(22), um die selbst erfundenen "Herren vom Schwarzen
Stein" aufzuladen, man beachte wieder das zweifache S in den Anfangsbuchstaben, womit eine
geheimnisvolle Nähe zur SS angedeutet werden soll. Natürlich werden in dem Geschreibe des
Duos Reichsdeutsche Flugscheiben und eine bereits 1922 erfundene "Jenseitsflugmaschine"
vorgeführt. In ihrem nachfolgenden Video "Die Geheimnisse des III. Reichs" gibt es weitere
selbstgestrickte Enthüllungen. Dort wird eine fiktive Organisation "Schwarze Sonne" genannt,
aus der nach der sumerischen Privatmythologie der Autoren das III. Reich hervorgegangen
sein soll. Im "Off-Ton" ihrer Pseudodokumentation heißt es: „Der unbesiegbare Kraftquell war
für sie die schwarze Sonne. Unendlich strahlt ihr Licht, das menschliche Auge kann sie nicht
sehen und doch ist sie da. Wie die helle Sonne des Tages nach außen hin leuchtet, so strahlt
die dunkle Sonne in das Innere des Menschen hinein. Durch sie leuchtet der Gottheit Licht."
Nach den Autoren, von denen einer als Werbetexter arbeitet, soll die "Schwarze Sonne" für
einen nie existenten, inneren Zirkel der SS stehen. Bezeichnenderweise wird am Ende des
Films eine Adresse für "Fanpost und Sponsoren" angegeben - erstaunlich, dass solcherlei
Schabernack tatsächlich ernst genommen und weitergetragen wird.

Norbert Jürgen Ratthofer und Ralf Ettl sind wahrscheinlich auch die Gründer des Wiener
"Tempelhof" - Societas Templi Marcioni, A-Wien, Postfach 32, Tempelhof(23). Die Grundlagen
ihrer babylonischen Privatmythologie beziehen sich auf die heute unbekannten Arbeiten von
Friedrich Delitzsch(24).Diesen Trick, unbekannte oder seltene Bücher zum Ausgangspunkt
von spekulativen Überarbeitungen zu machen, nutzte auch der schon genannte Trevor
Ravenscroft für seine Arbeiten mit dem Buch "Weltgeschichte im Licht des heiligen Gral" von
Dr. Walter Johannes Stein. Da die Mythen von Ratthofer und Ettl auf dem geheimen Wirken der
"Thule-Gesellschaft" und einer noch unbekannten "Vril"-Energie basieren, sind zu diesen
Themen zwei Bücher besonders zu empfehlen, weil sie die Quellen dieser phantastischen
Mutmaßungen untersuchen und klarstellen: Detlev Rose, "Die Thule-Gesellschaft", Tübingen
1994 und Peter Bahn und Heiner Gehring, "Der Vril-Mythos", Düsseldorf 1997. Beide Titel
zeigen deutlich, dass die historische Wahrheit anders aussieht als die Schwärmer es gerne
hätten. Dass einer vom anderen abschreibt, zeigt auch der bekannte Revisionist Ernst Zündel,
der in seinem Buch "Hitler am Südpol"(25) die Abbildungen der SS-Ufos von Ratthoferund Ettl
übernimmt. Mit Hitlers neuen Lebensraum ist bei Zündel natürlich "die hohle Erde" gemeint,
dessen Zugang sich am Südpol befinden soll.

Der Vollständigkeit halber sei hier noch ein weiter Österreicher, G. Petak (Pseudonym
Kadmon), genannt, der neben seinen zweisprachigen Kleinschriften auf Fotokopierbasis
zwischen 1992 und 1994 die "Schwarze Sonne" bei der Vertonung von Karl Maria Wiliguts
Gedichtszyklus "Gotos=Kalanda" verwendete. - Wiligut in der SS als Weisthor geführt, wurde
bekannt als "Himmlers Rasputin"(26). Die CD-Hülle zeigt die "Schwarze Sonne", die sich als
grafische Umsetzung auf der Disk wiederholt. Nach Kadmon ist dies ein ganz wesentliches
Symbol, das Wiligut/Weisthor schuf, was aber (wie vieles andere aus der Werkstatt des
Künstlers) unbewiesen bleibt. Allerdings muß man anmerken, dass er seine schriftlichen
Fehlkonstruktionen nicht weiter publiziert. In einem Interview sagte er: „Viele Hefte sind nicht
mehr erhältlich; seit den eingehenden Studien von Hans-Jürgen Lange zu Otto Rahn und Karl
Maria Wiligut sind meine Schriften nicht mehr notwendig." Da bleibt mir nur noch zu sagen
„Danke für die Blumen" (27).

Als Sahnehäubchen ist nur noch ein letztes Buch zu nennen: „Die Schwarze Sonne. Montauks
Nazi-Tibet-Verbindung" von Peter Moon. Das 1999 erschienene Buch greift jeden noch so
großen Schwachsinn beherzt auf. "Die Herren von Schwarzen Stein" genauso wie das
erfundene Medium Maria Orsic, das ebenfalls aus der schreibenden Hexenküche von
Ratthofer und Ettl stammt, gefolgt von den Lügereien eines Christian Bernadac zu Otto Rahn.
Das Buch ist ein Paradebeispiel zum gegenseitigen Abschreiben von hanebüchenem Unsinn.
Sollten Bücherverbrennungen wieder Mode werden, bin ich versucht, diesen aus dem
amerikanischen übersetzten Schund eigenhändig den Flammen zu übergeben. Man verzeihe
mir an dieser Stelle die kleine Intoleranz.

Mein kleiner verknappter Exkurs zur "Schwarze Sonne" zeigt, dass der "Mythos" konstruiert
ist und über die Realität hinweg täuscht. Bei den Baumaßnahmen an der Wewelsburg zwischen
1939/42, der Nationalsozialismus war gerade auf dem Höhepunkt seiner Macht, hat sicher
niemand daran gedacht, das gerade geschaffene "Sinnbild" als ein Zeichen des Übergangs zu
sehen. So erscheinen die heutigen Deutungen zu der "Schwarzen Sonne" aufgesetzt und
unrichtig. Treffender ist sicher die Erklärung, die der SS-Führer Walter Blachetta seinem "Buch
der deutschen Sinnzeichen"(28) zu einen zwölfspeichigen Rad nennt: "Zeichen der Vollendung
(...) ein für die Schutzstaffel offenbar 'heiliges' Symbol, das sich im germanischen
Götterhimmel, in Tierkreiszeichen sowie in anderen 'arischen' Ordensgemeinschaften
widerspiegelt, ein Sinnbild für höhere Ordnungen, die die SS wieder auf der Erde herstellen
sollte."(29)

Bei der Zahl Zwölf drängen sich Assoziationen zu der Tafelrunde des König Artus auf oder die
Parallele zu dem Deutschritterorden der Marienburg mit seinem leitenden Konvent aus zwölf
Rittern. Interessanterweise erzählt die Edda von einer Burg in der "Mitte der Welt", in der zwölf
Götter über das Schicksal der Menschen walten. Dies scheint bei der Wahl des Zeichens
genauso beabsichtigt, wie das "Mitschwingen" der gesamten Symbolik, die in der Zahl Zwölf
verborgen liegt(30). Selbst in anderen Räumen der Wewelsburg folgt die Gestaltung einem
Zahlenkanon, deren grundlegendes Muster die Zahl Vier oder ein Mehrfaches davon ist(31).

Wichtig ist noch, dass das Zeichen der "Schwarze Sonne" historische Wurzeln besitzt. In der
damaligen Literatur über die Alemannischen Zierscheiben finden sich Abbildungen, die der
"Schwarze Sonne" verblüffend ähneln. So in Jörg Lechler "Vom Hakenkreuz. Die Geschichte
eines Symbols", Leipzig 1934, S.20. Und in Frederick Adama van Scheltema "Die deutsche
Volkskunst und ihre Beziehungen zur germanischen Vorzeit", Leipzig 1938. Die Zierscheibe,
die Scheltema im Bildteil seines Buches auf Seite 46 abbildet, wurde in Fützen bei Baden
gefunden. Dass diese Art der Darstellung im NS virulent war, zeigt auch die
Deckenausschmückung einer Bunkeranlage, die sich unter dem Bismarckdenkmal in Hamburg
befindet.

Im Augenblick durchläuft die "Schwarze Sonne" in verschiedenen Gruppierungen die gleichen


Metamorphosen wie das ebenfalls damals geschaffene Symbol der "Irminsul", das von
Himmlers Ahnenerbe bis hin zu der Nachkriegsgemeinschaft "Artglaube-Treuekreis Irminsul"
führt(32). So wird die "Schwarze Sonne" heute in bestimmten Kreisen als Zeichen des
"mystischen und elitären Deutschland" gesehen und als "Erkennungszeichen
geistesverwandter Zeitgenossen" verwendet.

Abschließend noch etwas, das auch zu dem neuen "Mythos" um die "Schwarze Sonne" gehört
- "Der Ruf nach Freiheit", Nr. IV, Herbst 2001 gab das Interview eines "Irminsgläubigen"
wieder, der das schöne Pseudonym Targaz Ansgisell von Tannenburg nutzt und die
Erstausgabe meines "Weisthor" Buches als Machwerk bezeichnet. Soweit so gut, nicht so gut
ist, dass er im gleichen Atemzug behauptet, dass sich bei ihm Beweise häufen, die für die
schwarzmagischen Fähigkeiten des Wiligut/Weisthor sprechen und seine Realität als
Überlieferungsträger bestätigen; wir erinnern uns, „Himmlers Rasputin" wurde ja schon einmal
als Schöpfer der "Schwarze Sonne" vereinnahmt. Solche vollmundigen Lippenbekenntnisse
sind nichts anderes als heisse Luft. Wie gerne würde ich von solch nachprüfbaren Belege
hören, denn achtjährige Recherchen und neueren Nachforschungen in Salzburg und Wien
zeigen anderes: einen Wiligut/Weisthor, der im Fahrwasser von Heinrich Himmler ein
germanisches „Kristentum" um einen dreimal gekreuzigten „Baldr-Krestos" kreierte, einen
Mann, der mit diversen Lügengeschichten den kleinen Gernegroß spielte. Dies und anderes
werde ich in der erweiterten Neuauflage meiner „Weisthor" Biografie publizieren.
Auf der anderen Seite ist es aber so, dass gerade diejenigen, die im Glashaus sitzen, besser
nicht mit Steinen werfen sollten. Dass die "Irminsgläubigen" mit daran werkeln, die "Schwarze
Sonne" als "moderne" Mythologie zu etablieren, zeigt auch das Internet, ganz ganz vorn liegt
da der "Schwartze Orden von Luzifer"(33), dem auch Targaz Ansgisell von Tannenburg als
dienender Bruder angehört. Und das beschränkt sich nicht nur auf das Bild des Oberhaupts
Satorius mit umgehängter "Schwarze Sonne"(34). Dabei sind die Grundlagen des Ordens
genau genommen geklaut, das Satanische kommt von der "Church of Satan" und dem "Order
of the Trapezoid", beides Schöpfungen unserer amerikanischen "Freunde"; das "magisch
Irminische" aus Archivdokumenten von und über Wiligut/Weisthor. Amüsanterweise bezog der
Ordensgründer diese Unterlagen und sein "Geheimwissen" aus meinem Bestand, so bin ich
ohne eigenes Wissen Mitbegründer eines "satanischen irminschen" Ordens geworden. In den
frühen Ordensunterlagen gab es sogar entsprechende Kredits für mich.
Damals (ohne Wissen um seine Absichten) empfahl ich Satorius die Quelle dieser Dokumente
aufzusuchen, denn es gibt keinen noch lebenden oder geheimnisvollen "Überlieferungsträger"
auf den er sich heute so gerne beruft. Die Dokumente finden sich im Nachlaß von Emil
Rüdiger, den Manfred Graf Keyserling besitzt und betreut; aufmerksame Leser meines
"Weisthor" werden in dem Buch sogar die Postanschrift des Philosophen finden. Da ich mit
dem alten Herrn in regelmäßigen Kontakt stehe, weiß ich, dass sich Satorius einen
persönlichen Besuch gespart hat.

An anderer Stelle werde ich folgende Buchkritik zum Hauptwerk der "völkischen Satanisten"
veröffentlichen: Satorius & Zorn, Flagg T.35 "Das Totenkopf Grimoire", Manuskriptdruck, ohne
Ortsangabe, Schweiz 2000/2001. Dieses Manuskript ist nicht zu kaufen, denn es sind die
internen Unterlagen vom "Schwartzen Orden von Luzifer". Man erhält es im okkulten
"Untergrund" oder als "Arier in der Kette der dienenden Brüder"(36) bzw. als frisch
aufgenommenes Ordensmitglied für ca. 30 Euro. Um es kurz zu machen: Der Beitritt lohnt
nicht. Die Schrift möchte allzu gern aus Wiligut/Weisthor einen praktizierenden Schwarzmagier
machen. Als "Beweis" wird die Fernseh-Magierin Ulla von Bernus genannt(37). Als junger
Mann sah ich eine Sendung, in der sie allen Interessierten anbot, für 10 000 Mark magische
Totesrituale abzuhalten; im hohen Alter konvertierte die Satanspriesterin zum christlichen
Glauben und starb, wie es heißt in einem christlichen Hospiz.
Bei Wiligut/Weisthor und Otto Rahn, der mit von der Partie ist, stützt sich der Text der
Satanisten hauptsächlich auf meine Bücher; dies ist bei Wiligut/Weisthor relativ durchsichtig, da
er neben den Runenzeichnungen auch einen meiner Flüchtigkeitsfehler übernimmt: Frau
Winckler-Dechend schreibt sich halt mit "c" und nicht ohne. Eine weitere Auseinandersetzung
mit den kindlich zusammengebastelten "Tatsachen" des Textes möchte ich mir ersparen. Nur
eine Kleinigkeit: Auch für Satorius gibt es bei der deutschen Frakturschrift nur ein scharfes "S"
- eigentlich schade bei einer "arischen Ausrichtung".
Was andere unveröffentlichte Dokumente um Wiligut/Weisthor angeht, so kaufte Satorius diese
nachweislich erst 2000 über eBay bei mir, insofern ist es unrichtig, dass er sich jahrelang und
intensiv mit Wiligut/Weisthors "Urreligion" beschäftigte, da ihm bis auf Munds Buch schlicht und
einfach die Unterlagen fehlten. Da Wirkung und Wissen nicht unbedingt etwas miteinander zu
tun haben, sucht Satorius die Nähe der Medien, was seine Auftritte im Schweizer Fernsehen
belegen(38), peinlich wird es allerdings wenn man sich derart unvorbereitet einer Talkrunde
stellt. Peinlich ist auch, dass die Programmmacher von Tele24 selbst so wenig wissen. Bei
einem mitgefilmten satanischen Ritual in einer Burgruine, vollzieht Satorius das Kasperletheater
ganz nach den Platz sparenden amerikanischen Gepflogenheiten der "Church of Satan", also
ohne magischen Kreis. Dazu singen die Ritter Luzifers. Doch was singen die gerüsteten und
behelmten Ritter mit Fackeln und Schweizer Flaggen? Es ist ein "Liedlein" aus dem deutschen
SS Liederbuch! Das wäre doch ein guter Aufhänger für Moloch Fernseh gewesen!

Fakten sind angesagt, Wissen statt Glauben, das ist etwas, das sich alle auf die "Fahnen"
schreiben sollten. An dieser Stelle ist es sicher notwendig meinen eigenen Standpunkt zu
beschreiben - ich halte es mit dem in der DDR geborenen Dichter Rolf Schilling, dessen
Essays ich vorbehaltlos empfehlen kann(39): "Wir erweisen Adolf Hitler zuviel Ehre, wenn wir
ihn zum Universal-Erben und Allein-Eigentümer des deutschen Mythos (...) erklären. Der Adler,
die Schlange, der Gral, Wotans Speer und Siegfrieds Schwert, die Queste und der Echsen-
Stein kommen von weit her und bleiben fruchtbar für künftige Zeiten, fruchtbar vor allem für den
Gesang."(40)

1 Karl Hüser, Wewelsburg 1933 bis 1945, Kult- und Terrorstätte der SS, Paderborn 1982, S. 59
2 Stoltzenberg, Daniel: Chemisches Lustgärtlein, Franckfurt, Jennis 1624 - Reprint Darmstadt
1987. Dazu auch: C. G. Jung, Psychologie und Alchemie, Freiburg im Breisgau 1980
3 In der Literatur über alchemistische Verfahren und Innere Alchemie finden sich dazu häufig
Hinweise zur "Putrefactio". In diesem Zusammenhang seien nur folgende Bücher genannt:
Evola. Julius: Die Hermetische Tradition. Von der alchemistischen Umwandlung der Metalle
und des Menschen in Gold. Interlaken 1989. S.133-138. - Evola, Julius/Gruppe von UR:
Grundlegung der Initiation. Magie als Wissenschaft vom Ich. Band I. Interlaken 1998, S. 67- 72
in dem Aufsatz von Abraxas "Drei Wege".
4 Erstes Licht in: Robert Fludd: Utriusque Cosmi Maioris scilicet et Minoris Metaphysica,
Physica Atque Technica Historia... Thomas Primus S. 29. Oppenheim (Johann Theodore de
Bry) 1617.
5 Blavatsky, Helena Petrova : Die Geheimlehre, Anthropogenesis. Den Haag (Reprint o.
Jahresangabe), S.41
6 Sünner, Rüdiger: Schwarze Sonne. Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in
Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Freiburg, Basel, Wien 1999, S.146-147
7 Eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Vorstellungen findet sich in "sol invictus"
Folge 2, Mitternacht, FBK, Andreas Szalay, Postfach 1238, 68544 Ilvesheim
8 Noch 1967 verdiente Erich Halik sein Geld als Ufo-Forscher und Konsulent für Wehrtechnik.
Quelle: http://www.alien.de/cenap/chronicles/560er.htm
9 Mund, Rudolf J.: "Vom Mythos der schwarzen Sonne", erschienen in "Das andere Kreuz",
als Manuskript für einen begrenzten Freundeskreis vervielfältigt, Selbstverlag undatiert. In
dieser Schrift erwähnt Mund das Motivs der "Schwarzen Sonne" schon 1954, aber auch er
macht dazu keine nähere und überprüfbare Angaben.
10 Pauwels, Louis und Bergier, Jacques : Aufbruch ins dritte Jahrtausend, Bern/Stuttgart 1962
11 Charroux, Robert: Verratene Geheimnisse, Berlin/München/Wien 1980, S. 233-234
12 Hakl, Hans Thomas: "Nationalsozialismus und Okkultismus", die Arbeit wurde in "Gnosis"
beim Verlag AAGW, Lothar von Kübelstr. 1, 76547 Sinzheim in den Ausgaben Jan./April/Jul.
1997 veröffentlicht und ein weiteres Mal als "Vorwort" in: Nicholas Goodrick-Clark, Die okkulten
Wurzeln des Nationalsozialismus, Graz, Stuttgart 1997
13 Dazu: Hans-Jürgen Lange, Weisthor. Himmlers Rasputin und seine Erben. Engerda 1998
und Ders., Otto Rahn und die Suche nach dem Gral. Biografie und Quellen. Engerda 1999
14 Miguel Serrano, Das goldene Band, Wetter 1987, S. 51: "Das was wir für die Sonne halten,
sei nichts weiter als ein Widerschein, ein Reflex des wirklichen Gestirns (wie etwa die Gelbe
Sonne, welche die Schwarze Sonne verdeckt und diese wiederum den Grünen Strahl.)"
Dazu Godwin, Joscelyn: Arktos. The polar Myth, Kempten, Illinios 1996, S. 71 mit einem
Serrano Zitat: „Ich glaube, das das arische, hyperboreische Blut nicht "das Licht" der goldenen
Sonne ist, nicht "das Licht" einer galaktischen Sonne sondern einer Schwarzen Sonne vom
grünen Strahl."
15 Landig, Wilhelm: Götzen gegen Thule, Hannover 1971. S.134, 137, 160, 163 &171 Landig,
Wilhelm: Wolfszeit um Thule, Wien 1980, S. 31, 65,184, 354-355, 464ff, 468-471 & 480
16 Wie schon erwähnt ist das "Sinnbild" im Nordturm der Wewelsburg dunkelgrün.
17 McCloud, Russell, Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo, Vilsbiburg 1991
18 Lanz von Liebenfels, Guido von List, Wiligut/Weisthor, Adolf Hitler alles Österreicher, die
Liste liesse sich noch verlängern. Der Österreicher August M. Knoll schrieb: " Der
Nationalsozialismus ist jene Bewegung, die das preußische Schwert der österreichischen
Narretei zur Verfung gestellt hat (Daim, Wilfried, Der Mann der Hitler die Ideen gab, Wiesbaden
o. D. , S. 7)
19 In Deutschland erstmalig verbreitet durch das Buch von: Dr. Ferdinand Ossendowski,
Tiere, Menschen und Götter. Frankfurt 1923
20 Himmler bezahlte nur die Rückfahrkosten, was ihm das Recht gab dieser Forschungsreise
das "Etikett" aufzukleben, Schäfer brachte durch die Kontakte seines Vaters zur deutschen
Industrie den überwiegenden Teil der Kosten selbst auf.
21 Ravenscroft, Trevor: Der Speer des Schicksals, Zug/Schweiz 1974
22 Ratthofer, Norbert Jürgen/Ettl, Ralf : Das Vril-Projekt, Selbstverlag 1992. Auch hier taucht
die "Schwarze Sonne" als Zeichen und Begriff auf. (Seite 1 und 22)
23 Mittlerweile sicher ein toter Briefkasten.
24 Delitzsch, Friedrich: Babel und Bibel. Ein Vortrag. Leipzig 1903.
Delitzsch, Friedrich: Babel und Bibel. Zweiter Vortrag. Leipzig 1903.
Delitzsch, Friedrich: Babel und Bibel. Ein Rückblick und Ausblick. Leipzig 1904.
Delitzsch, Friedrich: Babel und Bibel. Dritter Schluss-Vortrag. Stuttgart 1905.
25 Zündel, Ernst. Hitler am Südpol, Samisdat, Toronto, Canada, undatiert
26 Dazu: Hans-Jürgen Lange, Weisthor. Himmlers Rasputin und seine Erben. Engerda 1998.
Eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage erscheint im Arun Verlag.
27 Der Ruf nach Freiheit 4/2001, S. 17
28 Blachetta, Walther. Das Buch der deutschen Sinnzeichen. Berlin. 1941
29 Rüdiger Sünner, Schwarze Sonne, Freiburg im Breisgau 1999, S. 107
30 Franz Carl Endres/Annemarie Schimmel, Das Mysterium der Zahl, München 1984
31 Auf den raren Fotografien der nicht mehr vorhandenen Innenausbauten läßt sich diese
Gestaltung selbst an den Einrichtungsgegenständen gut erkennen, siehe: Stuart Russell/Jost
W. Schneider: Heinrich Himmlers Burg. Das weltanschauliche Zentrum der SS, Essen 1989
32 Weißmann, Karl Heinz: Irminsul und großer Wagen - in einer Festschrift für Ellic Howe:
Wege und Abwege. Beiträge zur europäischen Geistesgeschichte der Neuzeit. Freiburg i. Br.
1993, S. 247- 260
33 www.schwarzeorden.org
34 Mittlerweile hat Satorius, informiert über diesen Artikel, das entsprechende Bild aus dem
Netz genommen.
35 http://www.berserks.de/Satanica/LEFTPATH.HTM Geschrieben von Flagg T. Zorn am 28.
Juli 2001 17:57:23: „2 Bemerkungen zuvor: a. es ist nicht die aktuelle Fassung des Textes,
enthält somit noch etliche Fehler; b. da ich vor kurzem aus den Rängen des Schwartzen
Ordens von Luzifer ausgeschieden bin, kann ich nicht mehr in Anspruch nehmen, für den
Orden zu sprechen, insofern denkt Euch einfach die ordensspezifischen Bezüge weg (wenn
ich auch stark annehme, daß der SOL nach meinem Austritt nach wie vor auf dieses
Fundament bauen wird); c. Ihr dürft mich wieder hassen *g* Der Pfad zur linken Hand - eine
indoeuropäische Tradition, Flagg T. Zorn"
36 Satorius & Zorn, Flagg T. : Das Totenkopf Grimoire, Manuskriptdruck, Schweiz 2000/2001,
S. 39
37 Ebd. S. 71
38 Zum Beispiel Tele24 in der Schweiz über den Schwartzen Orden von Luzifer, 28. Juli 2001
und 30. Juli 2001
39 Schilling, Rolf: Das Holde Reich. München 1990. Das Buch enthält folgende Essays: 1. Das
Holde Reich. Quedlinburger Prolog, 2. Gestalt und Lebenszeit. Ein Zahlenspiel um ernste
Dinge, 3. Herbstwacht am Kyffhäuser, 4. Pilz-Paradiese. Ein Streifzug im Unteren Reich, 5.
Falken und Falter. West-östliche Flugspiele zwischen Tag und Traum, 6. Questenberg.
Fährten im Traum-Harz, 7. Die Siegel Saturns. Ferneres über Zeit, Gestalt und Zahlen-Magie,
8. Der Unsichtbare Gral, 9. Eiche, Quester und Schlange
Schilling, Rolf: Schwarzer Apollon. München 1990. Das Buch enthält folgende Essays: 1. Homo
Aureus. Eine morphologische Phantasie, 2. Schwarzer Apollon. Zur Symbolik der Geschichte,
3. Geheimes Deutschland. Eine Elegie, 4. Stier, der sich opfert, Aion, der spielt. Aphorismen
zur Dichtung, 5. Himmels-Zeichen. Ihr Wandel, ihr Bestand, 6. Das verweigerte Opfer, 7. Die
Traum-Aufgabe. Winke zur magischen Biographie, 8. Das Goldene Vlies. Über classische
Haltung, Stil und Tradition.
40 Rüdiger Sünner, Schwarze Sonne, Freiburg im Breisgau 1999, S. 211

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Teil 4: Stigmatisierung eines Gestrauchelten oder Kritikresistenz? - Zur Problematik von biographischen
Lucas Corso Arun 05 Menschen kennenlernen,
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Anhang: Weitere Materialien und Zitate zum ARUN-Verlag ermäßigte Teilnahme an
den Veranstaltungen - wir
ARUN - Verlag Teil 5: freuen uns auf Euch!
Weitere Informationen und
25.02.2006, 13:48 Die Antwort des Kritisierten - was will der ARUN-Verlag? einen Mitgliedsantrag
findet Ihr hier
Startseite
Wir über uns Stefan Ulbrich reagiert immer wieder mal mit persönlichen Stellungnahmen auf die Kritik an
Kontakt seinem Verlagsprogramm. Dort wiegelt er dann gerne mit Verweis auf seine "Jugendsünden" News
Mitglied werden 28. April 2012
Pressestelle
ab. So heißt es auf der Website des ARUN-Verlags
Ausserordentliche
Heidentum Mitgliederversammlung
Magazin "In unregelmäßigen Abständen, aber doch immer mal wieder, wird dem ARUN-Verlag die
Die nächste
Vergangenheit seines Verlegers vorgehalten. Um auf eine vor fast 20 Jahren Mitgliederversammlung
nach Themen abgeschlossene Angelegenheit nicht immer wieder das selbe antworten zu müssen, haben findet am 28. April in
nach Autoren wir Ihnen hier einige Verweise zusammengestellt. Unserer Meinung nach bieten sie eine Spielberg bei Karlsruhe
im Rahmen des
Aktuelles umfassende Aufklärung über die umstrittene Vergangenheit und unseren heutigen Umgang Vereinstreffen anläßlich
Forum mit dieser." (1) von Beltaine 2012 statt.
Joculatorium Mehr Infos hier.
(Verwiesen wird dann auf das Hag&Hexe-Interview, auf einen Brief an Matthias Wenger und
Links
auf die Antwort des Thüringer Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der PDS.)
Bearbeiten
Kulturhistorische
Suchen Doch dieser Verweis trifft es nicht. Denn Björn Beiträge
© Copyright 2003-2013 Ulbrich wird nicht kritisiert, weil er vor 20 Jahren Óskmejyar Teil 1 - Die
rabenclan.de als Jugendlicher in der Wiking-Jugend engagiert Walküren in der
war, sondern wegen eines Verlags-Programm, Helgaquiða
Hundingsbana I (von
das seit fast einer Dekade neben seriöser Hans Schuhmacher)
Literatur immer wieder auch rechtsradikale Thesen zur
oder völkische Titel aufweist. Angesichts dieses Germanischen Frau (von
Umstandes wirkt seine Stellungnahme wie ein Hans Schuhmacher)
Die unbekannte
Versuch, vom eigentlichen Kritikpunkt abzulenken. Tradition: Slawisches
Ebenso wenig überzeugen Ulbrichs Erwiderungen Heidentum (von Anna
inhaltlich, wenn er auf Kritik an seinem Kühne)
Verlagsprogramm eingeht. Exemplarisch soll dies
an zwei Stellungnahmen demonstriert werden: Übrigens:
1.) In einer "Richtigstellung zu den Ausführungen Die Filtersoftware der
von Matthias Wenger über den ARUN-Verlag und seine Person in der Zeitschrift "Steinkreis" Firma Symantec blockiert
unsere Adresse.
wehrt sich Stefan Ulbrich gegen Kritik an der Veröffentlichung des Romans "Die Schwarze
Sonne von Tashi Lhunpo":
Begründung:
"Roman: nun es ist ein Roman. Mehr nicht. So gut oder so schlecht wie jeder Roman.
Der Rabenclan verbreite
Daraus abzuleiten, daß mit diesem Roman irgendetwas "gesagt" oder "gedeutet" werden
jugendgefährdendes
sollte, ist lächerlich. Inhaltlich ist der Roman nicht tendenziös, bezieht keinerlei Position. Material über Okkultismus
Ansonsten könnte man ja Zitate oder Belegstellen bringen, tut man aber nicht. Kann man und New Age. Wer einen
auch nicht. Aber man muß ja noch einen Roman über die Zeit und die Problematik schreiben Kommentar an Symatec
schreiben mag, folge
können dürfen, ohne gleich ein Tabu zu verletzen. diesem Link:
Daß das Symbol der schwarzen Sonne mittlerweile (und leider nicht ohne Zutun des
Romans und der sog. Thule-Watch) zu einem Leitbild esoterischer Hitleristen mutiert ist,
kann ich nur zutiefst bedauern. Das war nicht unser Anliegen. Ich kann es leider nicht
ändern. Ich kann nur sagen, daß es in unserem Hause aus diesem Grund keine weitere
Auflage des Buches und der Uhr mehr geben wird. Es ist berechtigt, Kritik daran zu üben,
daß dieser verlegerische Schritt spät kommt. Vielleicht hätte man es vorher wissen müssen.
Hätte! Vielleicht! Wer viel macht, macht eben auch einiges falsch!" (2)

Bedauerlicherweise ist es jedoch nicht "lächerlich" anzunehmen, dass mit diesem Roman
irgendetwas "gesagt" oder "gedeutet" werden sollte. Und es eben nicht nur ein Roman und
"mehr nicht". Die Aussagen im ersten Absatz dieses Zitat widersprechen fast im Wortlaut
der Verlagsankündigung des Romans, wie sie noch im Herbst 2000 von Ulbrich publiziert
wurde. Dort wird es mit den Worten beworben: "Das Buch ist mehr als nur ein Roman. Für
den, der es zu deuten versteht, wird nichts mehr sein, wie es einmal war. Dafür sorgen die
intensiven Recherchen des Autors über die in der Politik wirkenden esoterischen
Geheimgesellschaften."(Hervorhebung durch LC)

Man mag einem Verleger, der Biographien rund um Nazi-Okkultisten wie Otto Rahn und
Weisthor betreut, nicht glauben, dass er nicht genau wusste, auf was hier angespielt wurde.

Der zweite Absatz wirkt nicht viel glaubhafter: Selbstverständlich unterstellt niemand allen
Ernstes Ulbrich, dass es sein Anliegen gewesen sei, dass der Roman oder das Symbol der
Schwarzen Sonne zum Leitbild esoterischer Hitleristen wurde. Es gibt keinen Grund
anzunehmen, dass Ulbrich neonazistische Modewellen initiieren will. Aber die Frage ist, ob
hier ein bedauerliches Versehen vorliegt, ein verlegerischer Unfall, den man "vielleicht" hätte
vermeiden können?

Selbstverständlich kann man sich den Fall eines konservativen Verlegers vorstellen, "der viel
macht", und dem ausnahmesweise aufgrund schlampiger Recherche auch ein braunes Buch
ins Verlagsprogramm rutscht. Fehler kommen vor. Schaut man sich aber die Aktivitäten des
ARUN-Verlags an, sieht die Situation anders aus: Es wäre alles kein Problem, wenn die
Veröffentlichung des Romans ein Einzelfall wäre. Doch es geht nicht um einen Verleger, der
zufällig einmal ein Buch und dessen mystifizierenden Tendenzen der SS nicht richtig gelesen
hat. Die Summierung von Einzelfällen, die in dieser Artikelreihe exemplarisch aufgezählt sind,
ist das, was stutzig macht: Es geht um einen Verleger, der ansonsten auch Bücher über
Otto Rahn und von Otto Rahn verlegt, der keine Scheu hat, Werke von Julius Evola zu
verlegen, der in seinen eigenen Büchern völkische Argumentationen aufgreift und
unbedenklich-naiv Nazi-Dichter zitiert usw. Irgendwie mag man nicht mehr an Zufälle
oder verlegerische Missgeschicke bei diesem Verlagsprogramm glauben.

Ob zudem die rechtsradikale Bedeutung der Uhrsymbolik dem


Verleger so unbekannt waren, wie hier angedeutet wird, ist
unklar. Franziska Hundseder behauptet: "Mit seiner
"Arbeitsgemeinschaft für Basismedien Pyramid Media"
veranstaltete er [Ulbrich] schon Ende der achtziger Jahre mit
dem Leiter des Kasseler "Thule-Seminars" Pierre Krebs
Seminare über "Metapolitik". 1990 gehörte Ulbrich zu den
Teilnehmern des ersten Kongresses der Neuen Rechten, bei
dem sogenannte nonkonforme Patrioten an der Vernetzung von
Gruppen und Verlagen, an einem Medienverbund und auch bereits an einem Mailbox-
System bastelten."(3)

Das in rechtsradikalen Kreisen wohlbekannte Thule-Seminar, das für eine moderne und
zeitgenössische Formulierung rechten Gedankenguts eintritt, hat jedoch ein markantes und
wohlbekanntes Symbol: Die Schwarze Sonne.

Wenn Ulbrich in dieser Stellungnahme von 2002 abschließend jedoch ankündigt, dass es zu
diesem Buch keine weitere Auflage mehr geben wird, stimmt das hoffnungsvoll. Freilich wäre
es erfreulicher gewesen, wenn das Buch auch nicht mehr ausgeliefert würde, bzw.
ausgelieferte Bände von Buchhändlern und Großhändler zurückgefordert würden. Aber
vielleicht hätte dies den geschäftlichen Interessen eines mittelständischen Verlegers doch
ungebührlich geschadet, so dass man durchaus Verständnis dafür haben kann, wenn hier
ethische Erwägungen hintangestellt werden müssen. Doch selbst dann scheint es, als ob
Ulbrich gerade nur soweit zurückweicht, wie es ihm unbedingt nötig erscheint: Das ebenfalls
von ARUN verlegte Drehbuch zu dem Roman, auf dessen schwarzen Buchcover das
Symbol der "Schwarzen Sonne" in markantem Rot aufleuchtet, wurde noch im Herbst 2003
als Sonderangebot auf der Homepage verkauft (4). Möglicherweise liegt das vielleicht daran,
dass Ulbrich sich in der obigen Stellungnahme feinsinnig nur von dem Roman distanzierte,
nicht jedoch von dem Drehbuch.

2.) Im Winter 2001 wurde auf dem noch aktiven


Internet-Board des damals schon eingestellten
Heidenmagazins "Hag & Hexe" die Frage
diskutiert, warum einige heidnisch orientierte
Autoren wie Vicky Gabriel oder Igor Warneck
trotz ihrer politisch linken Ausrichtung Bücher
im "ARUN"-Verlag publizierten. Im Zuge der
hitzigen Diskussion, bei der sich betroffene
Autoren meldeten, schaltete sich auch der
Verleger ein:

"Thema: "warum schreiben die alle bei ARUN":


ja, frag sie doch mal. Vielleicht weil ihre Bücher
bei Arun nicht zensiert werden, vielleicht weil
sie keine Lust haben in einem anonymen Großkonzern zu veröffentlichen, bei dem man sie
am Telefon gar nicht als Autor erkennt, vielleicht aber auch weil Arun im heidnischen Bereich
nahezu der einzige Verlag ist, der keine Mainstream-Esoterik veröffentlicht, sondern Qualität
bietet. Wer Ludwig-Bücher gut und seriös findet, soll doch Ludwig-Bücher kaufen. Aber fragt
doch mal Vicky oder Gardenstone, welche Erfahrungen sie bei diesem Verlag gemacht
haben, und ob sie wieder dort veröffentlichen würden. Fragt sie doch!" (5)

Eine unglückliche Aufforderung: Im Internet-Board des Rabenclans wurde daraufhin eine


eMail veröffentlicht, in der der niederländisch-deutsche Autor "Gardenstone", der kurz zuvor
ein Buch über "Germanischen Magie" im Arun-Verlag veröffentlicht hatte, sich deutlich bei
Stefan Ulbrich beschwerte. Offenkundig hatte der Verlag ohne Rücksprache mit dem Autor in
das Kapitel "Runen und Politik" einen zusätzlichen Absatz eingefügt, der die Distanzierung
des Buches vom rechtsextremen Missbrauch der Runen relativierte und als oberflächlich
und polemisch skizzierte. Sinngemäß wurde davor gewarnt alles Böse dem
Rechtsextremismus anzulasten. Der Autor verwahrte sich in dieser eMail gegen solche
Eingriffe in seinen Text, da eine undifferenzierte Beschreibung dieser Problematik nicht
vorliegen würde.(6) Dem interessierten Leser wurde klar: Offenkundig versuchte der Verlag
in diesem Buch tendenziös in die politischen Wertungen des Autors einzugreifen.

Die zentrale Frage bleibt, was Björn Ulbricht mit seinem Verlagsprogramm erreichen will, das
sowohl neuheidnische Kreise als auch Sympathisanten der "Neuen Rechte" anspricht. Das
schon mehrmals erwähnte Interview in der Zeitschrift "Hag &Hexe" enthält einen
signifikanten Hinweis. Ulbrich macht sich dort Gedanken über die "Zerstrittenheit des
Heidentums" - ein Topos der gerne von völkischen Heiden verwendet wird, die naturgemäß
kein Interesse daran haben, dass anti-rassistische Initiativen im Neu-Heidentum sich scharf
von ihnen abgrenzen.

"Die Diskussionen, ob und welche Heiden nun rechts oder links einzuordnen sind, halte ich
für völlig unangemessen, denn sie lähmen nur unsere Kraft. Man sollte sich lieber
zusammensetzen und nach Gemeinsamkeiten schauen, um herauszufinden, was man
gemeinsam konkret in Form von Projekten tun kann; (...)

Anstatt sich dauernd mit Dreck zu bewerfen, sollte man sich lieber sagen: "Okay, wir haben
in vielen Fällen Differenzen und kommen an vielen Punkten nicht zusammen, aber laßt uns
mal überlegen, wo wir Gemeinsamkeiten haben und gemeinsam etwas Positives aufbauen
können." Dadurch kommt man sich zum einen sowieso näher und lernt sich besser
verstehen - es stellt eine gute Übung in der Toleranz auch Andersdenkenden gegenüber dar -
, und das Ergebnis besteht nicht nur in völlig verkehrt geschossener Energie, sondern in der
Zusammenarbeit an einem konkreten Projekt. Das heißt dann noch lange nicht, daß man
unbedingt in allen Bereichen miteinander konform gehen muß.

Das müssen die Heiden meiner Meinung nach endlich schaffen: es aufzugeben, sich mit so
völlig unnötigen politischen Diskussionen zu entzweien, sondern ihre Gemeinsamkeiten auch
gemeinsam umzusetzen. Der Rest kommt dann von alleine. Wenn man sich persönlich gut
versteht, werden immer mal Ansichten revidiert oder umgeändert. Man wird vielleicht
feststellen, daß auch andere gute Argumente haben und kann sich auf einer ganz anderen
Basis miteinander verständigen."

Die hier geforderte Toleranz unter den


paganen Strömungen, der Schulterschluss,
wenn es um eine gemeinsame religiöse
Grundlage geht, ist seit mehreren Jahren eine
Hauptforderung von (Neu-)Heiden, die dem
rechtsradikalen Milieu zuzuordnen sind oder
zumindest signifikante Abgrenzungsprobleme
nach rechts ausweisen. Die Botschaft lautet:
"Laßt das politische mal beiseite, die
Uneinigkeit schwächt doch das Heidentum
nur." Gesetzt wird dabei auf eine bei vielen
esoterisch orientierten Menschen verbreitete
Grundhaltung, in der politische Auseinandersetzungen als "unharmonisch", "unspirituell" oder
"unmenschlich" gewertet werden.

Das Verlagsprogramm von Ulbrich ist ein solcher exemplarischer Schulterschluss - aus
Sicht von rechten Kreisen durchaus geglückt. Das Heidentum in Deutschland wird sich mit
der Frage auseinandersetzen müssen, ob es ein Ausrutscher bleiben wird oder zum
Regelfall.

Ich persönlich kann Heiden und Naturreligiöse von einem solchen Schulterschluss nur
abraten. Die einzigen, die etwas zu verlieren haben, wenn es nicht zu einem Brückenschlag
zwischen völkischen und antirassistisch eingestellten Heiden kommt, sind die Vertreter
völkischer Anschauungen. Sie brauchen die Brücke in diese Gesellschaft, sie brauchen eine
Reputation von außen, frei nach dem Motto: "So schlimm sind die ja gar nicht." Der Großteil
der Heiden hat vermutlich nichts davon - außer einen eklatanten Nachteil: Nämlich dem,
dass sich jetzt schon Autoren wie Vicky Gabriel, Igor Warneck, Nigel Pennick und Francoise
Le Roux fragen lassen müssen, aus welcher Geschmacklosigkeit heraus sie gerade im
ARUN-Verlag publizieren mussten.

Lucas Corso

Anhang: Weitere Materialien, Einschätzungen und Zitate zum Arun-Verlag

1 http://www.arun-verlag.de/arun/selbstportraet/jugendsuenden.html
2 http://www.arun-verlag.de/arun/selbstportraet/antwort_wenger.html

3 Franziska Hundseder: "Wotans Jünger - Neuheidnische Gruppen zwischen Esoterik und


Rechtsradikalismus"; München 1998; S.144

4 Norbert Hess: "Die Schwarze Sonne von Taishi Lhunpo - Das Drehbuch"; Engerda 1995

5 "Hab mal den Text gesucht" von Unbekannt am Sam, 15. Dez 2001 18:26;
http://www.klammeraffe.org/rabenclan_forum/article.php?sid=249

6 Veröffentlicht in dem Posting: Gardenstone und Arun-Verlag von brandy am Son, 16. Dez
2001 09:18 http://www.klammeraffe.org/rabenclan_forum/article.php?sid=249

Teil 4: Stigmatisierung eines Gestrauchelten oder Kritikresistenz? - Zur Problematik von biographischen
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Anhang: Weitere Materialien und Zitate zum ARUN-Verlag
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The Geneva Deception


The Black Sun and Wewelsburg Castle
The Gilded Seal
The second Tom Kirk adventure, The Black Sun, is named after a runic symbol inlaid into the floor of the Hall of the
The Black Sun Supreme SS Leaders in the North Tower of Wewelsburg Castle in Northern Westphalia, Germany.

Hungarian Gold Train » Based on a seventh century AD fertility


symbol, the Black Sun (Schwarze
The Black Sun »
Sonne) in German) combines the
The Amber Room » Swastika with the stylised sig-runes
made infamous by the SS. As described
Art of The Black Sun » below, the symbol was meant to present
in architectural terms the idea of the
Enigma explained »
North Tower of Wewelsburg Castle as
Uniforms & medals » the centre of the Nazi world.

Photo gallery » The origins of Wewelsburg Castle


Further reading » Wewelsburg Castle, perched on a
limestone outcrop overlooking the Alme
Useful links »
Valley, was built between 1603 and
The Double Eagle 1609. The only triangular castle in
Europe, it was originally intended as a
secondary residence for the Prince
Bishops of the nearby town of
“ This engaging Paderborn, but fell into disrepair after
thriller is as tightly the fall of the Holy Roman Empire.
Arial photograph of Wewelsburg Castle
plotted as the heist
itself, as it weaves In 1815, shortly after passing into the
hands of the Prussian state, the castle's huge circular north tower was struck by lightening, the resulting fire leaving
into the murkey
only its two metre thick outside walls standing.
worlds of forgery and
art crime ”
Financial Times

The SS Reich Leaders' School

In 1933, Heinrich Himmler, signed a 100 year lease on behalf of the SS with
the local district of Büren to rent the castle for a symbolic fee of one
Reichsmark per annum. His plan was to develop the castle into a training
centre for SS Leaders.

The SS was originally established by Himmler as Hitler's personal


bodyguard, although it rapidly emerged as a "state within a state", a
massive enterprise that encompassed racial and agricultural policy, owned
vast factories and ran the concentration camps, not to mention controlling a
fighting force of close to a million men at its peak.

From the outset, Himmler emphasised the SS's uniqueness, from its
striking black uniforms to its distinctive lightening flash runic symbols. Not
only were officers drawn from the highest levels of society, but they had to
prove the 'purity' of their family line back to at least 1750, and enlisted men
1800.

The SS Reich Leaders School was, therefore, seen as a key weapon in


cementing the SS's elite status in German society and in ensuring that
Himmler's rapidly growing organisation retained its ideological purity and
shared values.
Heinrich Himmler - Reichsfuhrer
SS

The cult of the SS

Himmler also envisaged a new state pseudo-pagan state religion based on an idealised view of chivalric German
culture and Aryan racial purity. The SS were to be the ideological vanguard of this new faith and the instrument
through which the German people were to be indoctrinated into it.

To that end, he established festivals on both the


Summer and Winter Solstices which incorporated
elements of pagan rituals, including sun and nature
worship. SS Officers, meanwhile, were wed in secular
ceremonies with distinctly pagan overtones, and their
children 'baptised' in similarly pagan-influenced naming
rituals.

Wewelsburg was to play a central part in many of these


ceremonies, as well as serving as the repository for the
SS Death's Head rings – Totenkopfring – presented to
SS officers after three years of service. Formed of a
band of oakleaves engraved with a death's head and
runes, the rings were further testament to Himmler's
obsession with Germanic mythology, in which Thor
was said to possess a pure silver ring on which oaths
were sworn. A Totenkopfring (Death's Head ring)

Wewelsburg - the new Camelot

As Himmler's plans for the castle developed, so did his architectural ambitions for the site. He envisaged a vast
military, residential and quasi-religious complex radiating out for nearly a kilometre from the castle's north tower that
would have necessitated the resettlement of the entire village of Wewelsburg and taken over twenty years to
complete.

Himmler imagined the castle as a new Camelot. He


even installed an Arthurian round table in the castle and
then chose twelve SS Officers to serve as his
followers.

Each of these officers' quarters commemorated a


different hero from Germanic mythology and history,
with one room even set aside to house the Holy Grail
when it was eventually found.

Himmler's own room was dedicated to the Saxon King


Heinrich I who led the German defence against a
Magyar invasion during the 10th century, and laid the
foundation of what was to become the Holy Roman
Empire. Rumour has it that Himmler believed himself to
be the earthly reincarnation of Heinrich's spirit.

Wewelsburg rapidly emerged as a sort of Nazi Mecca -


a place as sacred to the SS as Marienburg had been to
the Teutonic Knights and, effectively, the centre of the
Nazi world.

Architectural drawing of planned SS complex at


Wewelsburg

KZ Niederhagen

To bring the first stages of this vision to life, in 1939 the SS established a concentration camp at the edge of the
village. Not only was it was the smallest such camp in Germany, but its main purpose was to ensure a cheap and
continuous source of slave labour for the planned construction work rather than to operate as a profit making
enterprise as was the case with most other death camps.

In line with the SS principle of


"extermination through work", at least
1,285 of the approximately 3,900
prisoners brought to Niederhagen to
work on the castle died. Overwork and
undernourishment were the main
causes of death, but many were
tortured or beaten to death, or simply
shot.

The camp was officially dissolved in


1943 when work on the castle stopped,
the surviving prisoners being
transferred to other camps.
KZ Niederhagen

The ceremonial rooms

Despite all Himmler's grand plans, only two rooms in the North Tower were actually approaching completion by the
time work stopped in 1943 - the Crypt and the Hall of the Supreme Leaders.

The Crypt was designed to resemble a


Mycenean beehive tomb and was
probably intended as a place to honour
high ranking SS Leaders - twelve plinths
are spaced around its circular walls as
resting places for funereal urns. The
shape of the room and its acoustics and
lighting were all designed to create a
solemn and mysterious atmosphere.
The lightwells illuminate the centre of the
room where an eternal flame was to
have burnt. Above it, at the apex of the
domed crypt ceiling, is a relief of an
ornate swastika.

The Hall of the Supreme Leaders lies


directly above the crypt and was to
have been the focal point of the entire
Wewelsburg compex - a Latin inscription
over the doorway acts as a reminder
that it once served as the castle's The crypt
chapel. The room itself is a clash of
architectural styles ranging from the twelve Romanesque columns to the church-style semi-circular windows and
cross-groin vaults.

It was in this room that Himmler installed


his Arthurian round table and gathered
his twelve most senior and trusted
Generals about him to reportedly enact
various ceremonies and rituals - each
had their own coat of arms engraved on
a silver plaque hung from back of their
chair.

The only official record of the room


being used, however, was during March
1941 when the generals were briefed on
the role of the SS in Operation
Barbarossa, the invasion of Russia.

The Black Sun

The symbol of the Black Sun itself is


inlaid into the floor of the Hall of the
Supreme Leaders, directly above the The Hall of the Supreme Leaders
swastika on the ceiling of the crypt
underneath it. It is composed of three circles and
twelve "rays" in the form of SS sig-runen. People
have speculated about the significance of the
numbers 3 and 12 which feature in other design
elements of the two ceremonial rooms although
no clear answer has yet emerged (One is
suggested in The Black Sun in the form of the
twelve SS Knights of The Order of the Death's
Head and their three retainers).

The symbol of the Black Sun unites the three


most important symbols of Nazi ideology - the
sun wheel, the swastika and the sylised victory
rune. The sun wheel was originally worn as a
decorative fibula by Frankish and Alemannian
women on their belts in the third century AD,
although the version on which the Black Sun
was based was probably a variation of seventh
century AD Roman swastika fibula.
The Black Sun
The Black Sun
This symbol has been reproduced on the cover
of The Black Sun with one important difference - the arms face the wrong way (i.e. they go to the left rather than the
right). It was a deliberate design decision by the author to subvert the original to indicate that he rejected everything
that the symbol represented.

The last act

On 31 March 1945, not wanting to let his "Camelot"


fall into enemy hands, Himmler despatched a special
task force to Wewelsburg with orders to destroy it.
The resulting fire destroyed the castle, although the
ceremonial rooms survived relatively unscathed. On
2nd April 1945 advancing US forces reached the
castle and liberated a surviving unit of 42 inmates
from the concentration camp.

In 1950, after extensive renovation, Wewelsburg


Castle reopened as a regional museum and youth
hostel. The former SS guardhouse was later also
opened to mark Wewelsburg's unfortunate role as
the centre of the SS cult and the scene of at least
1,285 murders of concentration camp inmates.

For further information, please go to


http://www.wewelsburg.de/

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Wewelsburg Castle after the war
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Wilhelm Landig: SS-officer??


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Wilhelm Landig: SS-officer?? Mikedc


Member
by Mikedc on 14 Apr 2005, 20:18

I did find the following piece about Wilhelm Landig on the internet, I now wanna know if he made it Posts: 5945
Joined: 06 May 2004, 00:13
to SS-officer in the Allgemeine SS or not. According to this piece he made it to SS-Oberscharführer d.R. Location: Netherlands

So I'm very interested in his SS-number and in his SS-ranks. Hopefully somebody can help me out regarding
this subject. Thanks in advance.

Der Name Wilhelm Landig (* 20.12.1909), seines Zeichens Altnazi, ist verbunden mit rechtsextremer Esoterik,
insbesondere aber auch mit der Thule-Gesellschaft, der ideologischen Brutstätte des Nationalsozialismus. Der frühe
Hitler-Anhänger Landig war Teilnehmer am gescheiterten NS-Putsch im Juli 1934 in Wien. Danach musste er als
"Illegaler" ins Deutsche Reich fliehen, wo er der SS beitrat. Er gehörte dem Sicherheitsdienst (SD) der SS und der
Waffen-SS an (8. SS-Kavallieriedivision "Florian Geyer"), wo er es zum Oberscharführer bringt. In Berlin ist er beim
Arbeitswissenschaftlichen Institut beschäftigt, welches direkt der Deutschen Arbeitsfront (DAF") unterstand. Nach dem
"Anschluss" Österreichs kam er mit einer Sondergenehmigung des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, nach Wien
zurück. Der große Bewunderer von Heinrich Himmler war als Sachbearbeiter für geheime Reichssachen im
Reichssicherheitsamt beschäftigt und will in dieser Funktion an der Entwicklung von UFOs beteiligt gewesen sein.
Außerdem war er im Kampf gegen "Partisanen" in den besetzten Balkanländern eingesetzt und dabei 1944 verwundet.

Greetings,
Mikedc[/code]

Wilhelm Landig: SS-officer?? Sponsor


Sponsor

by Mikedc on 16 Apr 2005, 21:44 Mikedc


Member
Nobody with some info on this man???
Posts: 5945
Joined: 06 May 2004, 00:13
Location: Netherlands
Mikedc

by SS-Researcher on 18 Apr 2005, 12:22

http://www.idgr.de/texte/esoterik/landig/landig.php
SS-Researcher
This is an article by the "Informationsdienst gegen Rechtsextremismus". Member
I have read Landigs first two books ("Götzen gegen Thule" and "Wolfszeit um Thule"). They are pretty interesting to read
but I have no idea what to believe of the content and what not Posts: 1140
Joined: 14 Feb 2003, 01:08
Location: Europe

by Mikedc on 18 Apr 2005, 23:18 Mikedc


Member
Hello Florian,
Posts: 5945
Thanks for the link, but I have that piece as well already. The text I've put in my post comes from this piece. Joined: 06 May 2004, 00:13
Location: Netherlands
Location: Netherlands

What I just wanna know is if he was an officer or not??? And if he was, I would like to know his SS-number, his ranks
and some other info.

Greetings,
Mike

by Phil Nix on 19 Apr 2005, 11:37 Phil Nix


In memoriam
No Trace in DAL so if he was an offricer he joined after 1939 and was not higher than OSF
Phil Nix Posts: 9491
Joined: 15 Oct 2002, 11:52
Location: Birmingham England

by Mikedc on 21 Apr 2005, 22:54 Mikedc


Member
Hello Phil,
Posts: 5945
Thank you, that's already something. Joined: 06 May 2004, 00:13
Location: Netherlands

Mike

Re: Wilhelm Landig: SS-officer??


by Vance Pollock on 23 Aug 2011, 10:10

What is Landig's exact date of death? I have seen 1997, summer 1998, October 1998 but in the photo below the month, Vance Pollock
middle number in death date, looks a lot like a 12? Just an odd detail it seems like someone here could handle. Member

He most likely died and is buried in Vienna, Austria... found an index to the main cemetery there but no searchable Posts: 105
information, for privacy purposes, after 1945. Any genealogists or grave hounds who could pin down a correct date, Joined: 16 May 2002, 21:03
Location: Asheville, NC
much appreciated.

Would also like to know of any death announcements in daily paper or supporting magazines.

Oh yes, full name is: Wilhelm Oskar Landig


Wilhelm Landig Grab, Wien
Wilhelm-Landig--Grabstein--r0711a04-q2.jpg (112.44 KiB) Viewed 321 times

Re: Wilhelm Landig: SS-officer??


by Vance Pollock on 09 Oct 2012, 09:01

better photo, from my old computer... Vance Pollock


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Wilhelm%20Landig.jpg (128.19 KiB) Viewed 125 times

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