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Werkbuch

Jungschararbeit
2007
53 Andachten und Stundenentwürfe
für das Jungschar-Jahr
Teil IV u Oktober - November - Dezember

117

Herausgegeben vom CVJM-Westbund


im Auftrag des CVJM-Gesamtverbandes
Inhaltsverzeichnis – 4. Quartal

Oktober 1
Jungscharandacht zu Matthäus 21,1-11
„Der etwas andere König“
Otkober 2
Jungscharandacht zu Jeremia 1,4-12
„Jeremia – Ein Bote Gottes“
Oktober 3
Jungscharandacht zu Jeremia 2,1-13
„...einfach Gott vergessen“
Oktober 4
Jungscharandacht zu Jeremia 18,1-6
Beim Töpfer
Oktober 5
Jungscharandacht zu Jeremia 37,1-10
Jeremia – Bote des Gerichts Gottes
November 1
Jungscharandacht zu Jeremia 38,1-13
In tödlicher Mission

November 2
Jungscharandacht zu Matthäus 25,1-13
„Seid ihr bereit?“
November 3
Jungscharandacht zu Jesaja 40,1-8
„..Worte...,Worte...“
November 4
Jungscharandacht zu Jes-40-26-31
„Power pur – Finde den Anschluss!“

Dezember 1
Jungscharandacht zu Jesaja 55,1-13
Hoffnung auf eine gute Zukunft
Dezember 2
Jungscharandacht zu Lukas 1,26-33
Gott wird Mensch
Werkbuch Jungschararbeit
Dezember 3 Erscheint jährlich. Aufnahme nach: 1989
Jungscharandacht zu Psalm 139,1-6 Copyright 2006 by CVJM-Westbund, Wuppertal
Redaktion: Albrecht Kaul, Friedemann Schmale
Gott sieht mich... - egal wo ich bin... CVJM-Westbund, Wuppertal
und Webseite: www.jungschar.de
Textsatz und Layout: Friedemann Schmale, CVJM-
Westbund
Druck: CVJM-Westbund, Wuppertal
Printed in Germany

Bibelleseplan – Veröffentlichung mit freundlicher


Genehmigung der Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für
Bibellesen, Reichensteiner Weg 24, 14195 Berlin,
Internet: www.oeab.de
Der etwas andere König.
Matthäus 21, 1-11

Theologische Werkstatt Einstieg Oktober 1


Welch ein Gegensatz tut sich hier auf, Ein MA, als rasender Reporter mit
wenn wir diese Geschichte bis zur Kreu­ Mikrofon und im Trenchcoat erzählt:
zigung weiterverfolgen: Jesus kommt als König nach
Jerusalem – er wird als König begrüßt – und als ver­
brecher und Ausgestoßener geht er wieder hinaus Erzählen
aus der Stadt – um am Kreuz zu sterben! „Hier ist schwer was los. Alles hat in dem
unscheinbaren Vorort Betphage, ein Ki­
Die Geschichte ist eine Begebenheit, in der sich lometer östlich von Jerusalem begonnen.
Verheißungen des Alten Testamentes erfüllen: In Links und rechts der Straßen drängen sich die Men­
Sacharja 9,9 ist vom Einzug in Jerusalem die Rede. schenmassen. An ein Durchkommen in den engen
Jede „Kleinigkeit“ spricht vom Anspruch Jesu, ein – Gassen ist nicht zu denken. Zahlreiche Zugangs­
der König zu sein: Die Menschen breiten ihre straßen rings um Jerusalem mussten von der Polizei
Kleider aus auf dem Weg – eine ähnliche Aktion abgesperrt werden. Es liegt Spannung in der Luft.
finden wir im Alten Testament bei der Krönung von Wann wird er endlich in die Hauptstadt einziehen?
König Jehu (2. Könige 9,13). Der Ausruf „Hosianna“ Wann wird man den König, hoch zu Ross, sehen
war ursprünglich ein Hilferuf - „Hilf, König!“ (vgl. 2. können? Wann wird er die Macht übernehmen und
Sam 14,4) – der aber schon zur Zeit Jesu ein die Besatzer aus dem Land vertreiben? Schon jahr­
Lobes-Ausruf war (... wie sehr Jesus mit seinem Tod hundertelang haben die Menschen auf diesen
am Kreuz geholfen hat, ist den Menschen erst viel Augenblick gewartet.
später klar geworden). Die ganze Geschichte ist
eine Königproklamation. Interessanterweise bleibt Jetzt ist es soweit! Ich kann ihn sehen, den erwarte­
sie ohne Folgen: Zum einen schreiten die Römer ten Retter! Die Menschen sind nicht mehr zu halten.
nicht ein (die jedem „Messiasanwärter“ sofort „einen Voll Begeisterung jubeln sie ihm die alten is­
Kopf kürzer“ machten), auf der anderen Seite er­ raelischen Worte „Hosianna“ zu. Wieder und wieder
kennt die geistliche Oberschicht Jesus nicht als ertönt das „Hosianna, das „Rette uns bald“, das sie
Messias und König an (wie wir später in der dem König entgegen singen. Alle Hoffnung ruht auf
Passionsgeschichte sehen). Und doch geht es um diesem Mann, diesem Jesus, der zuvor zahlreiche
den berechtigten Anspruch Jesu, „der“ König zu Kranke geheilt und sogar Tote zum Leben erweckt
sein. Um diesen König geht es, der seine Macht und hat. Die Bevölkerung bereitet ihm, wie in alten
Herrlichkeit verhüllt, in einem Baby, das in einem Zeiten, mit grünen Zweigen und Mäntel auf dem
Stall geboren wird, in einem Wanderprediger, der Boden den Weg. So wie sie es schon bei vielen
mit einer „Rotte“ Jünger umherzieht und der am Königen zur Zeit des Alten Testaments getan
Ende als Verstoßener und als Verbrecher am Kreuz haben.
stirbt. Die Herrlichkeit dieses Königs wird erst nach
der Auferstehung sichtbar, dann, als die Jünger er­ Nur eines ist anders: Jesus kommt nicht auf einem
kennen, dass Jesus lebt! Für uns bleibt, an dieser edlem Pferd, sondern auf einem Esel in die Stadt
Geschichte der Königsproklamation festzuhalten geritten. Dieser Esel ist ein Zeichen, ein Sinnbild für
und uns zu Jesus, unserem König, zu bekennen. seine gerechte und friedvolle Herrschaft.“

Fragen an die Mitarbeitenden


Wann und wie lange stimmst du in das
„Hosianna“ ein? Ist Jesus nur etwas für
gute Zeiten? Bist du enttäuscht und
würdest vielleicht eher „kreuzige ihn!“ rufen? Komm
direkt zu Jesus oder einem Christen und sprich im
Gebet mit ihm über deine Enttäuschungen.
Der etwas andere König.
Matthäus 21, 1-11

Anwendung Gebet Oktober 1


Hier hört die Geschichte zunächst auf. „Jesus, ich danke dir, dass du unser
Wer sich in der Bibel ein wenig auskennt König bist. Es mag so aussehen, dass du
weiß, was noch weiter geschehen ist. Nur am Kreuz verloren hast. Wir wissen es
wenig später erklingen in der gleichen Stadt die aber besser: Du hast deine Macht bewiesen und
Rufe: „Kreuzige ihn!“ und Jesus wird gekreuzigt. Es gesiegt. Was das bedeutet, können wir nicht so
sind vielleicht enttäuschte Rufe. Die Römer waren richtig verstehen. Aber wir danken dir, dass jede
immer noch im Land. Jesus hat sie nicht vertrieben. und jeder in dieser Gruppe wichtig und wertvoll für
Er saß nicht auf dem goldenen Königsthron in Jeru­ dich ist. Hilf uns in unserem Glauben! Amen.“
salem oder Rom. Seine Herrschaft ist nicht sichtbar.

Oder doch? Ist Jesus vielleicht ein anderer König, Lieder


als wir uns ihn vorstellen? JSL 114 „Jesus liebt einfach, wie ich bin“
JSL 7 „Lasset uns rühmen den Namen
- Esel statt Pferd oder Mercedes? des Herrn Jesus“
- Alte Kleider statt roter Teppich? JSL 27 „Danke, Herr Jesus, hab Dank
- Dornenkrone statt Goldkrone? Herr“
- Kreuz statt Zepter?
Von Carsten Pickhardt
Jesus ist ein liebender Retter und König. Er kommt
nicht mit Waffen und Gewalt, sondern mit Liebe, mit
Krankenheilung, mit Verständnis, statt mit Zerstö­
rung. Er will Frieden, nicht Krieg. Er ist der
mächtigste König aller Könige. Er hat selbst dem
Tod die Macht genommen. Jesus hält seine Ver­
sprechen: Nach seinem Kreuzestod ist er auf­
erstanden und lebt. Jetzt hat er alle Macht in seiner
Hand. Obwohl er der mächtigste König ist möchte er
etwas mit dir zu tun haben. Du bist ihm unendlich
wichtig.
Jeremia – Ein Bote Gottes
Jeremia 1, 4-12

Theologische Werkstatt Fragen an die Mitarbeitenden Oktober 2


Jeremia, der Sohn des Priesters Hilkia zu Sprecht in der Mitarbeiter-Runde dar­
Anatot, wurde trotz seiner Jugend im 13. über, ob es euch leicht fällt, Andachten
Regierungsjahr des König Josias (627 v.C.) von zu halten oder nicht. Was fällt euch
Gott zum Propheten berufen. 50 Jahre lang rief er schwer? Was fällt euch leicht? Wie fühlt ihr euch,
unermüdlich zur Buße auf und kündigte Gottes den Kindern von Gott zu sagen? Unten ist zum Ein­
Gerichte an. Doch obwohl sich seine Ankündi­ stieg eine Aufgabe erklärt – bearbeitet sie in der Mit­
gungen erfüllten, folgten die Menschen stets arbeiterrunde selbst und sprecht darüber.
falschen Propheten und nicht ihm. Gott unterstrich
die Gerichtsankündigungen dadurch, dass er nicht Einstieg
mit einen Schlag das volle Gericht hereinbrechen Wir fragen unsere Jungschar´ler, wann
ließ, sondern das Volk durch zwei Deportationen sie schon einmal Angst vor einer Auf­
(Gefangenschaft) warnte (605 und 597 v.C.). gabe hatten, weil sie sich viel zu jung
Dennoch ging es seinen Weg der Gottlosigkeit wei­ oder vielleicht nicht ausreichend vorbereitet fühlten.
ter. Diese Herausforderungen können auf einem großen
Jeremia ist ca. 25 Jahre alt als er von Gott zum Blatt Papier gesammelt werden, das später im
Propheten berufen wird. Bei einem Propheten Gruppenraum aufgehängt wird. Wir hören uns eben­
handelt es sich um einen „Mann Gottes“, der u.a. falls an wie das Ganze ausgegangen ist, z. B. ob je­
das Wort Gottes verkündet und das Volk belehrt. mand geholfen hat (Eltern, Geschwister, Freunde,
In der Geschichte wird deutlich, dass Gott schon usw.) die Aufgabe zu meistern. Sollte keiner der
lange vor Jeremias Geburt einen Plan mit ihm hat Jungschar´ler ein solches Beispiel finden, dann er­
(Vers 5). Jeremia war von jeher als ein Mann Gottes zählt der Mitarbeiter kurz von einem eigenen Erleb­
für genau dieses Amt vorgesehen. nis, dann fallen den Kindern sicher auch Beispiele
Jeremia schreckt vor der Aufgabe zurück, wird aber ein.
gleichzeitig von Gott ermutigt (Verse 6-8). Er ist der
Prophet, der sich und seine Fähigkeiten am meisten Erzählen
hinterfragt. In Vers 9 rührt Gott seine Lippen an und Vor etwa 2500 Jahren gab es einen
garantiert dadurch, dass das Wort, das Jeremia von jungen Mann, der hieß Jeremia, der be­
nun an sprechen wird, Gottes lebendiges Wort sein kam von Gott eine sehr große Aufgabe übertragen.
wird. Weil Gott dem Propheten die Worte in den Doch Jeremia hatte Zweifel, ob er der richtige Mann
Mund legt, sind die Ankündigungen von Unheil keine für diese Aufgabe wäre. Schließlich lebte er in einer
leeren Drohungen. Gottes Wort bewirkt Tod und schwierigen Zeit, in der sich das Volk von Gott
Leben, Untergang und neuen Anfang. Nicht nur abwendete. Jeremia sollte das Volk zur Umkehr
Juda, sondern alle Völker der damaligen Welt sind ermahnen und wieder dazu bringen, Gott nachzu­
davon betroffen. Jeremia ist ein Prophet für alle folgen. So zweifelte Jeremia an seiner eigenen Per­
Völker (Vers 10). son („er habe keine Erfahrung im Reden und sei
Der Wacholderzweig (Verse 11+12) wird als ein noch viel zu jung“). Doch Gott bestärkte ihn und er­
Wortspiel gebraucht. Zum einen heißt er im He­ klärte auch warum (Verse 4+5). Jeremia war der
bräischen Mandel (schaked) und zum anderen wa­ Auserwählte. Er war bereits vor seiner Geburt von
chen über (schoged). Der Mandelbaum ist der erste, Gott ausgesucht worden. Da Jeremia ein sehr
der im Frühling erwacht; gleichermaßen ist Gott gläubiger Mensch war, zweifelte er nicht an den
immer wachsam in allen Dingen, und sein Wort geht Worten Gottes. Damit Jeremia frei und bestärkt sei­
seinem Handeln voraus. ne Aufgabe erfüllen konnte, berührte Gott seine
Lippen, damit das, was Jeremia sagte, Gottes
lebendiges Wort sein konnte. So brauchte Jeremia
keine Angst davor zu haben was er sagte, denn Gott
war bei ihm und stand ihm in allen Lebenslagen bei.
Jeremia – Ein Bote Gottes
Jeremia 1, 4-12

Um Jeremia all dies zu verdeutlichen, zeigte Gott Gebet Oktober 2


ihm einen Wacholderzweig. Gott (als Zweig) ist „Herr du liebst jeden einzelnen von uns,
immer wachsam in allen Dingen, und sein Wort geht so wie Jeremia, egal wie stark oder
seinem Handeln voraus, so als gäbe es keinen schwach wir sind. Bitte stärke du uns in
Winter für den Zweig und dieser ist immer wachsam deinem Glauben, damit wir die frohe Botschaft von
und schläft nie. dir und deiner Liebe weitersagen können. Ich danke
Jeremia soll nicht nur ein Prophet für sein Volk sein, dir, dass du uns immer beschützt und uns nie allein
sondern für alle Völker. Das ist eine ganz große lässt. Bitte lass mich spüren, dass du bei mir bist.
Herausforderung für ihn, da er noch sehr jung ist. Amen.“
Doch seine Zweifel sind unbegründet. Gott hat
schon lange einen Plan mit Jeremia und alles was
er tut ist gesegnet, durch den Herrn. So ist Jeremia Lieder
durch Gott gesegnet und beschützt. Wir sollten uns JSL 62.1 „Der Herr ist mein Hirte“
ein Beispiel an Jeremia nehmen. Auch wir dürfen JSL 51 „Heißa wir dürfen leben“
darauf vertrauen, dass Gott uns Gutes will und uns JSL 85 Immer auf Gott zu vertrauen
in jeder Lebenslage beistehen wird. Wir müssen ihm
nur glauben und darum bitten. Er wird uns nie vor
eine Aufgabe stellen, die für uns zu schwer ist.
Von Christian Pohl

Gespräch
- Bei welcher Aufgabe hat Gott dir schon
einmal ganz konkret geholfen?
- Was ist zu „beachten“, um zu wissen,
dass Gott einen behütet?

Gott ist es egal woher du kommst, ob deine Eltern


viel Geld haben oder nicht, und er fragt auch nicht
was du so alles kannst. Er gebraucht jeden, der an
ihn glaubt. Durch den Glauben erkennen wir Gott
und seine Macht. Der Glaube an Gott macht uns
stark!
Einfach Gott vergessen...!
Jeremia 2, 1-13

Theologische Werkstatt Kind nach der Mama ruft hat es dann immer nach Oktober 3
„Die Flitterwochen sind vorbei“ - in die Gott gerufen und um Hilfe gebeten, z. B., wenn sie
Beziehung Gottes mit seinem Volk ist mal kein Essen hatten oder ein feindliches Volk sie
langweiliger Alltag eingekehrt, so dass sich das Volk angreifen wollte. Und immer, wenn das Volk sich an
nach anderen „religiösen Kicks“ umgesehen hat. Gott gewandt hat – hat Gott auch geholfen – wie
Das muss Gott natürlich total sauer machen. eine ganz prima Mama.
Deshalb erinnert er Jeremia noch einmal, was er Aber es gab nicht nur schlechte Zeiten für das Volk
alles für die Israeliten getan hat. Er verweist auf den Israel. Im Gegenteil – Gott hatte es zur Zeit als der
Bund vom Sinai – und das ist ein Vertrag, den beide Prophet Jeremia geboren wurde sehr gut mit den Is­
Partner zu erfüllen haben: Gott und das Volk. Gott raeliten gemeint! Die Israeliten lebten in ihrem
warnt das Volk vor möglichen Konsequenzen. In eigenen Land. Kein Feind bedrohte sie, es gab
diesem Textabschnitt können wir einen Aspekt vom genug zu essen und die Leute wurden immer rei­
Wesen Gottes erkennen: Er ist ein Gott, der hin­ cher. Alles war prima.
terher geht. Ihm ist die Beziehung wichtig. Er Aber Gott war traurig! Kaum jemand unter den Is­
schimpft nicht aus Selbstgerechtigkeit, sondern weil raeliten dachte noch an ihn. Und nun stell dir mal
ihm die Beziehung zu seinem Volk – zu den Men­ deine Mama vor, wenn du nicht mehr an sie denkst.
schen – wichtig ist. Ihm ist diese Beziehung nicht Wenn sie dir total egal wäre, nur weil es dir gerade
egal. Gott will mit uns in Beziehung leben. Ihm ist gut geht. Meinst du nicht auch sie wäre da richtig
das sehr wichtig. Das ist der Kern dieses Text­ traurig drüber und müsste weinen?
abschnitts. Und weil Gott so traurig darüber war, dass niemand
mehr an ihn dachte, beauftragte er den Propheten
Fragen an die Mitarbeitenden Jeremia um den Israeliten zu sagen, dass Gott
Sprecht miteinander in der Mitarbeiter- immer noch da war. Jeremia sollte sie auch daran
Runde über eure Gottesbilder. Welche erinnern, was sie alles schon zusammen mit Gott
verschiedenen Aspekte fallen euch ein, erlebt hatten – und wie dankbar sie ihm lange Zeit
wenn ihr euch über Geschichten aus dem Alten und waren.
Neuen Testament unterhaltet. Was wisst ihr, was Genau das tut Jeremia in dem Bibeltext von heute:
über Gottes Wesen gesagt wird? Er schimpft mit dem Israeliten, dass sie Gott
vergessen haben! Er sagt ihnen, dass Gott traurig
Erzählen ist! In Vers 11 sagt er sogar, dass es so etwas noch
Kinder rufen, wenn sie sich weh getan nie gegeben hat! Es ist ein Skandal!
haben, nach ihrer Mama – die dann nor­ Nun ist ja Gott heute immer noch da und tut uns
malerweise auch schnell gelaufen kommt Menschen Gutes. Sei mal ehrlich? Wann hast du
um zu helfen. Wenn es Kindern gut geht, wird die Gott zum letzten Mal DANKE gesagt für all das
Mama nicht gerufen – warum auch? Gute, dass er dir tut?

Diese Situation kennt doch jeder – vielleicht sogar Weißt du nicht, wovon ich rede? Z.B. deine Familie,
von sich selbst. Also ich kann mich da sehr genau deine Freunde, deine Jungschar, dass du jeden Tag
an einige Augenblicke erinnern, in denen ich zuerst genug zu essen und zu trinken bekommst, dass du
nach meiner Mama gerufen habe, wenn es mir nicht ein weiches Bett hast in dem du schlafen kannst…
gut ging. Weißt du auch warum? Das ist ganz und da fallen dir selbst bestimmt noch viel mehr Sa­
einfach: Weil meine Mama mir immer geholfen hat! chen ein, wenn du mal nachdenkst.
Das Volk Israel, das mit Gott schon eine ganze All die Sachen, sind nicht selbstverständlich: es gibt
Menge erlebt hat, war da nicht anders, als die viele Kinder auf der Erde, die keine Eltern mehr
Kinder, die ich eben beschrieben habe. Auch das haben, oder abends hungrig auf dem Boden ein­
Volk Israel hat immer nur dann zu Gott gebetet, schlafen müssen, wo irgendwelche Tiere herum
wenn es ihnen gerade schlecht ging. Wie ein kleines kriechen.
Einfach Gott vergessen...!
Jeremia 2, 1-13

Falls du dich schon lange nicht mehr bei Gott be­ Gebet Oktober 3
dankt hast – nehme ich stark an, dass Gott traurig „Großer Gott, Vater im Himmel, viele
darüber ist. Ich habe einen Tipp für dich: Überlege scheint uns so selbstverständlich. Das
mal heute Abend in aller Ruhe – vielleicht vorm Ein­ wir jeden Tag zu essen haben, dass wir
schlafen, wofür du dich bei Gott bedanken könntest. – auch wenn es nervt, zur Schule gehen können,
Und dann tu es einfach! Gott wird sich hundertpro­ dass wir genug zum Anziehen haben – es gibt viel,
zentig freuen – das verspreche ich dir. wofür wir eigentlich dankbar sind, ohne dass es uns
auffällt. Herr, mache uns darauf aufmerksam, dass
wir nicht alles als normal hinnehmen – sondern uns
bei dir bedanken. Für die Dinge, die bei uns gut
laufen, dass wir gesund sind, wenn wir eine gute
Zeit mit unseren Eltern haben... Herr, danke, dass
du auf uns aufpasst und es gut mit uns meinst.
Amen.“

Lieder
JSL 13 Gott mein Herr, es ist mir ernst
JSL 11 Danke Jesus danke
JSL 33.5 Lobe den Herrn meine Seele

Von Roland Werner


Beim Töpfer
Jeremia 18, 1-6

Theologische Werkstatt Erzählen Oktober 4


Die Textstelle Jeremia 18,1-6 beschreibt Beim Töpfer: Es ist irgendwo in Jerusa­
eine Zeichenhandlung, bzw. Gott will Je­ lem. Eben fühlten wir noch die Hitze des
remia den Inhalt der Gerichtsverkündigung deutlich Tages um uns, eben war noch der Lärm
machen. Dazu benutzt Gott das Bild des Töpfers, und die schiebende, schubsende Menschenmenge
unter dessen Hand Gefäße und Figuren entstehen. da, Lastenträger schrieen sich den Weg einigerma­
Dieses Beispiel ist typisch für das Altertum, der ßen frei. Jetzt umfängt uns die Kühle. Stille kommt
Töpfer war damals allgemein ein gebräuchliches aus dem dämmerigen Raum. Aus dem Dunkel tre­
Bild für den Schöpfer aller Dinge. Gott benutzt ein ten Konturen schemenhaft hervor. Was ist zu se­
einfaches Beispiel, um das Zusammenleben mit hen? Töpfe, Krüger, Becher, Schalen.
dem Volk Israel zu verdeutlichen: Vers 6 „Siehe, wie Mit einer dunklen Stimme heißt uns der Alte willkom­
der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom men. „Macharbah!” (arabisch: „Hallo! Guten Tag!“)
Hause Israel in meiner Hand...“ Nur ein kurzes Aufblicken, dann beugt er sich
Was meint Gott damit? Die Erklärung findest du in wieder über die kreisende Scheibe. Ein Tonklumpen
Vers 8 bis 10. Doch zurück zum Text. wächst empor. Unter den Händen des Alten entsteht
Gott will etwas Gutes, Brauchbares schaffen – aus ein Krug.
dem Volk, aus den Menschen seines Volkes. Wer Ein ärgerlicher Ausruf, die Scheibe schwingt aus
schon mal mit einer Töpferscheibe gearbeitet hat, und bleibt stehen. Und ich sehe: Ein Kieselstein war
weiß, dass töpfern eine „zweiseitige“ Sache ist: Auf im Ton und hat eine klaffende Schliere gerissen. Der
der einen Seite braucht es den Töpfer, der eine be­ Alte drückt die fast fertige Form zusammen. Ein
stimmte Form schaffen, eine kreative Idee umsetzen Ruck, ein Schwung: der Ton patscht in die Ecke auf
will – auf der anderen Seite braucht es das Material, den Abfall.
das nur in einer bestimmten Konsistenz aus Ton Der Alte greift nach frischem Ton, bringt mit seinen
und Wasser auf der Töpferscheibe ver- und bearbei­ Füßen die Scheibe in Schwung. Und wieder geht
tet werden kann. Mit „Konsistenz“ können wir im das Schauspiel von vorn los. Wieder steigt unter sei­
übertragenen Sinne sage: Das Volk Israel muss be­ nen Händen ein Krug empor, eine ganz edle Form,
reit sein, sich auf Gott einzulassen. Es muss bereit diesmal ohne Fehl und Tadel.
sein, zu den Inhalten des Bundesschlusses am Si­ Ich erinnere mich: Das kenne ich! Buchstaben
nai zurückzukehren: Halten der Gebote, Achten des steigen aus dem Dunkel: „Dies ist das Wort, das ge­
Gottes als einzigen Gott, Halten der Feiertage und schah vom Herrn zu Jeremia: Mache dich auf und
Opferrituale. So wirbt Gott um sein Volk, dass es gehe hinab in des Töpfers Haus, daselbst will ich
sich von ihm formen und gestalten lässt – und nicht dich meine Worte hören lassen.“
von anderen Kulten (siehe Vers 11). Das geschah hier in Jerusalem, vielleicht in dieser
Gasse. Da sprach des Herrn Wort: „Kann ich nicht
auch also mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel,
wie dieser Töpfer? Siehe, wie der Ton ist in des
Fragen an die Mitarbeitenden Töpfers Hand, also seid auch ihr in meiner Hand!“
Sprecht in der Mitarbeiter-Runde über Des Herrn Wort geschah damals zu Jeremia? Des
diesen Text. Tragt zusammen, was ihr Herrn Wort geschieht auch heute: „Kann ich nicht
über das Bild des Töpfers denkt. auch so mit euch umgehen, ihr Menschen des
Sprecht über eure Gottesbilder und Gottesvorstel­ technischen Zeitalters? Ihr füttert Computer und
lungen. Vergleicht sie mit den Gottesbildern, von stürmt den Mond – und seid doch nur Ton in meiner
denen Jesus im Johannesevangelium spricht (ab­ Hand!“
sprechen, wer sich auf diese kleine Bibelarbeit vor­ Dort in der Ecke der Abfall! Der Klumpen, den der
bereitet). Meister verwarf! Und der Krug, den er jetzt behut­
sam von der Scheibe hebt. Was bin ich? Gelungene
Schöpfung oder Abfall?
Beim Töpfer
Jeremia 18, 1-6

Benommen trete ich wieder hinaus aus der pelste zu beachten: Nämlich das so genannte Oktober 4
Töpferwerkstatt. Das grelle Sonnenlicht brennt mir in „Einmaleins des Spülens“: Ein großer Berg macht
den Augen, der Lärm des Basars hat mich wieder. viel „Freude“, je länger der Geschirrstapel steht und
Doch ich sah noch immer die Hände vor mir und die eintrocknet, um so mehr Mühe macht mir die Reini­
kreisende Scheibe und den gelungenen Krug und gung. Und dann geht alles miteinander auch noch
den Ton, der zum Abfall kam. viel leichter. Aber viele Menschen sind träge. Bist du
wie dreckiges Geschirr, was nicht abgespült wurde?
Andere Menschen belügen sich selbst und Gott.
Auslegung Sie fordern von Gott und fordern – anstatt darüber
„Wie der Ton in des Töpfers Hand, so sind nachzudenken, dass Gott auch etwas fordert und
auch wir in Gottes Hand!“ Das ist doch das die Beziehung zu ihm mit Arbeit verbunden ist.
großartig, dass der Töpfer einfach eine neue Chan­
ce gibt, den Ton nicht einfach nur weg wirft. So et­ Da fällt mir eine Geschichte eines Jungen ein, der
was können wir getrost Versöhnung nennen. Wenn mal das Gebet gelernt hat: Hab ich Unrecht heut ge­
etwas missraten ist, krumm gelaufen ist, gibt ER dir tan, sieh es lieber Gott nicht an. Er hat es etwas um­
eine neue Chance! formuliert: Hab ich Unrecht heut getan, geht’s dich
Mit 4 G`s möchte ich mit euch entdecken, was es lieber Gott nichts an. Warum denn nicht? Gott weiß
bedeutet, eine neue Chance zu bekommen und in es sowieso. Er durchschaut uns. Wir brauchen Gott
Gottes Hand zu sein. nichts vor zu machen. Gott sieht es – und er VER­
GIBT uns! Das ist das Großartige an dieser ganzen
Die 4 G`s heißen: Sache. Er vergibt, und was er vergeben hat ist auch
– Geformt wirklich weg. Dort wo Gott vergibt, dort ist das Ge­
– Gereinigt schirr (Mensch) auch wieder sauber. Auch wenn es
– Gefüllt noch so fest eingetrocknete Essenreste waren.
– Gesegnet
Gefüllt: Ein Vergleich: Christen und Ziervasen
Geformt: Gott hat mich geformt. Ich bin ganz in den können verstauben. Sie müssen gereinigt werden.
Händen des Töpfers/Gottes. Ich kann zwar in Gottes Aber eine Ziervase hat auch noch mehr Aufgaben.
Hand umfallen, aber ich kann nicht herausfallen. Für eine Blume in dieser Vase muss die Vase gefüllt
Wenn der Ton einen „Schlag“ bekommen hat: werden mit Wasser. Das heißt ganz einfach, wenn
wegen eines Steins, wegen der Luft, von außen, aus ich Frucht bringen will, dann muss ich gegossen
der Mitte… Dann schenkt Gott einen Neuanfang. werden. Ich muss bereit sein, mich von Gott füllen
Denn bei ihm ist es möglich, was menschlich kaum zu lassen. Einem Hungrigen nützt es nichts, wenn er
noch möglich scheint. Gott hat Geduld – mehr Ge­ vor zehn verschieden geformten Tellern, wunderbar
duld als wir mit ihm. Ein Zeichen der Liebe Gottes bemalt und sauber gespült vor sich hat – wenn die
zu dir! Gott macht es nicht hastig, kurzatmig – Gott Teller leer sind. Von leeren Tellern wird ein
hat und gibt Liebe und diese Liebe hat und gibt Zeit! Hungriger nicht satt. Und wir von uns aus – sind
So wie sich die Töpferscheibe um einen Mittelpunkt leer. Da nützen alle guten Vorsätze und Methoden
dreht, so ist es wichtig, dass sich unser Leben um nichts. Denn selbst wenn wir voller Idealismus gute
einen festen Punkt dreht, der verlässlich ist: Gott. Vorsätze uns vornehmen, dann geht schnell die Luft
raus. Darum: Bitte Gott darum, dass er dich füllt, da­
Gereinigt : Zuhause: Geschirr, was benutzt wurde, mit wir selbst erfüllt auch an andere weitergeben
muss gereinigt werden. Stellt euch vor, ihr geht in können!
eine Gaststätte und bekommt den dreckigen Teller
des vorherigen Gastes. Ist das einladend? Gott will
mit uns so umgehen, wie wir mit benutztem Ge­
schirr. Er will uns reinigen: und dabei ist das Sim­
Beim Töpfer
Jeremia 18, 1-6

Gesegnet: Gott will dich in seinen Dienst nehmen – Gebet Oktober 4


Christen sind nämlich eigentlich KEINE abgestellten, „Heiliger Gott. Ich danke dir, dass du uns
leeren, verstaubten Ziervasen. Wir sind Gefäße zur so annimmst , wie wir sind. Du willst mit
Ehre Gottes! Du bist zur Ehre Gottes da. Du wirst uns so arbeiten, wie wir sind – als Ton in
von Gott gebraucht! Du wirst zum Segen gebraucht. deinen Händen. Und du willst etwas tolles und
Und dabei ist es egal, wie du gebraucht wirst. Sei es schönes aus uns machen und nicht auf den Abfall
durch Gebet, stilles Zeugnis, gesprochenes Zeug­ werfen. Heiliger Gott, lass uns das erleben, dass du
nis. Auch durch eine stille Tat kannst du zum Zeug­ uns begegnest. Dass du an uns arbeitest. Dass du
nis werden. Durch dich kann Gott zum Segen uns zu deinem Segen brauchst. Amen.“
werden für die anderen.

Lieder
JSL 89 Du bist mein Zufluchtsort
JSL 90 Das dein Wort in meinem
Herzen starke Wurzeln schlägt
JSL 122 Vergiss es nie

Von Matthias Riedel


Beim Töpfer
Jeremia 18, 1-6

Anwendung Gebet
Hier hört die Geschichte zunächst auf. Wer sich in Fehlt
der Bibel ein wenig auskennt weiss, was noch weiter
geschehen ist. Nur wenig später erklingen in der
gleichen Stadt die Rufe: „Kreuzige ihn!“ und Jesus Lieder
wird gekreuzigt. Es sind vielleicht enttäuschte Rufe. JSL 114 „Jesus liebt einfach, wie ich bin“
Die Römer waren immer noch im Land. Jesus hat JSL 7 „Lasset uns rühmen den Namen des Herrn
sie nicht vertrieben. Er saß nicht auf dem goldenen Jesus“
Königsthron in Jerusalem oder Rom. Seine Herr­ JSL 27 „Danke, Herr Jesus, hab Dank Herr“
schaft ist nicht sichtbar.
Von Carsten Pickhardt
Oder doch? Ist er vielleicht ein anderer König, als
wir uns ihn vorstellen?

- Esel statt Pferd oder Mercedes?


- Alte Kleider statt roter Teppich?
- Dornenkrone statt Goldkrone?
- Kreuz statt Zepter?

Jesus ist ein liebender Retter und König. Er kommt


nicht mit Waffen und Gewalt, sondern mit Liebe, mit
Krankenheilung, mit Verständnis, statt mit Zerstö­
rung. Er will Frieden, nicht Krieg. Er ist der
mächtigste König aller Könige. Er hat selbst dem
Tod die Macht genommen. Jesus hält seine Ver­
sprechen: Nach seinem Kreuzestod ist er auf­
erstanden und lebt. Jetzt hat er alle Macht in seiner
Hand. Obwohl er der mächtigste König ist möchte er
etwas mit dir zu tun haben. Du bist ihm unendlich
wichtig.
Jeremia – Bote des Gerichts Gottes
Jeremia 37, 1-10

Theologische Werkstatt ehemalige Zisterne geworfen – und das in seinem Oktober 5


Wir befinden uns ca. 600 Jahre vor Chris­ hohen Alter von ca. 65 Jahren! Zisterne: In Felsen
tus. Im gleichen Jahr, in dem der König gehauene, tiefe Höhle, in der Regenwasser ge­
Jojakim die Schriftrolle verbrannt hat (Jer 36), die sammelt wird; die Zisterne ist leer, im unteren Teil
Jeremia aufgeschrieben hat, wird Nebukadnezar meist morastig und voller Schlamm.
König von Babylon (etwa 605 v.Chr.). König Jojakim Was wird Jeremia dort unten wohl durch den Kopf
verweigert kurze Zeit später die Tributzahlungen an gegangen sein? – Was auch immer, er rebelliert
Nebukadnezar, woraufhin dieser sein Heer nach nicht gegen Gott, er steigt nicht aus aus seinem
Juda schickt und das Land verwüstet und Jerusalem Prophetenamt, sondern er hält an der Zusage fest,
belagert. Während dieser Belagerung stirbt Jojakim die Gott ihm am Anfang seiner Berufung gab (Jere­
(ca. 598v.Chr.). Nach ihm wird sein Sohn Jojachin mia 1,8; 18-19)!
neuer König. Allerdings nur für kurze Zeit, dann wird 37,17-21: Nach einiger Zeit, die Belagerung durch
er mit seinen Hofbeamten und seiner Familie nach die Babylonier hatte wieder begonnen, lässt Zedekia
Babylon gefangen genommen. Neben ihm wurden Jeremia holen. Er fragt ihn, nach einer Botschaft
597 vor Chr. auch viele Beamte und Handwerker Gott, aber hält sich leider wieder nicht an den Rat
nach Babylon geführt – die erste Deportation fand Gottes. Auf Anfrage Jeremias hebt Zedekia zwar die
statt. Als Nachfolger für König Jojachin setzt Nebu­ Haft nicht ganz auf, aber er mildert sie deutlich ab.
kadnezar Zedekia ein, den Onkel von Jojakim. 38,1-6: Aufgrund der Hafterleichterung kann Jere­
Dieser hört jedoch nicht auf den Rat von Jeremia, mia wieder Gottes Wort verkündigen. Die Oberen
sich unter das Joch – also unter die Herrschaft - Ba­ des Volkes jedoch befürchten, dass Jeremias Wort
bylons zu stellen, sondern lehnte sich ebenfalls das Volk mutlos machen könnte. Deshalb holen sie
gegen Babylon auf (wie Jojakim). Seine Hoffnung sich von Zedekia die Erlaubnis, ihn wieder in eine
setzt Zedekia dabei nicht auf Gott, sondern auf sei­ Zisterne schmeißen zu lassen.
ne Bündnispartner, die Ägypter. Nebukadnezar be­ 38, 7-13: So wie Zedekia auf den Rat der Oberen
lagert mit seinen Truppen daraufhin erneut Jerusa­ hört, so nimmt er auch die Bitte des Mohren ernst,
lem. In der Stadt hoffen nun alle auf die Hilfe des Jeremia wieder aus der Zisterne zu holen.
Pharao, der auch tatsächlich mit einem Heer 38, 14-28: Zwar wagt Zedekia nicht, in der Öffent­
anrückt. – Daraufhin ziehen die Babylonier (im Text lichkeit zu Jeremia zu stehen, aber nun sucht er
Chaldäer genannt) wieder ab – vorerst jedenfalls. – wieder einmal Rat bei ihm: Gott stellt Zedekia vor
An dieser Stelle setzt der Text von Jer 37 ein. die Wahl: Ergebung und damit Rettung seiner Fa­
milie und der Stadt oder Fortsetzung des
37,1-10: Die Hoffnung des Volkes, die Ägypter mö­ Widerstandes und dadurch vollständiger Verlust.
gen ihnen zu Hilfe kommen, hatte sich erfüllt. Die Gott fordert Zedekias Vertrauen und gibt ihm eine
Ägypter waren unterwegs, um den Judäern zu hel­ letzte Chance zur Umkehr und Milderung des
fen. Daraufhin zogen die Babylonier (vorerst) ab. Gerichts. Anstatt auf Jeremias Aussagen zu rea­
Zedekia schickt zwei Boten zu Jeremia, mit der Bitte gieren, gilt Zedekias Sorge jedoch allein den Obe­
für das Volk zu beten. – Er weiß offensichtlich, dass ren. Er nimmt Jeremia das Versprechen ab, den Be­
nur Gott allein helfen könnte… Doch Gott antwortet amten nichts von dem wahren Grund ihres Treffens
nicht so wie Zedekia es will, sondern weißt darauf zu berichten. Jeremia gehorcht! – Auch in dieser Si­
hin, dass die Babylonier wiederkommen werden. tuation zeigt sich Zedekia wieder unentschlossen,
unsicher und ängstlich.
37,11-16: Da die Belagerung Jerusalems vorüberge­ 39,1-14: Zedekia hat die Chance auf Rettung vertan
hend ausgesetzt ist, kann die Stadt auch wieder und Gott erfüllt, was er angekündigt hat. – Die Baby­
verlassen werden. Das möchte auch Jeremia in An­ lonier greifen an, zerstören Jerusalem und nehmen
spruch nehmen, um eine Erbangelegenheit zu klä­ Zedekia gefangen. Jeremia hingegen steht unter
ren. Doch er kommt nicht weit. Er wird gefangen ge­ dem besonderen Schutz Gottes – ihm passiert
nommen und ohne Gerichtsverhandlung in eine nichts.
Jeremia – Bote des Gerichts Gottes
Jeremia 37, 1-10

Erzählen J: Na ja, die Könige wollten das leider nicht einse­ Oktober 5
Exklusiv-Interview mit Jeremia: hen und deshalb hat Gott beschlossen, das Jerusa­
Dient dazu, den Kindern den Bibeltext lem zerstört wird und die Leute aus Juda in
nahe zubringen. Vorweg könnte den Gefangenschaft nach Babylon müssen.
Kindern den geschichtlichen Zusammenhang nahe R: Wie, noch mal von vorn! Dein Gott ist verantwort­
zu bringen: Wo befinden wir uns? Welches Jahr lich dafür, dass Jerusalem in Schutt und Asche liegt
etwa? Was war los? … und die Leute in Gefangenschaft leben? – Das ist ja
ein toller Gott!
Reporter: Hallo, lieber Herr Jeremia. Schön sie zu J: Nein, das kann man so nicht sagen. Gott wollte,
sehen und vielen Dank für ihre Zusage, heute hier, dass die Menschen wieder zu ihm umkehren. Das
exklusiv bei unserer Show mit dabei zu sein. Die kann man ja auch verstehen. Er hat sie geschaffen,
letzten Wochen und Jahre waren ja für sie nicht ge­ ihnen das Leben gegeben und alles, was sie haben
rade leicht und sehr ereignisreich. Aber fangen wir und dann interessiert sich niemand mehr für Gott.
doch von vorne an. Wenn sie uns vielleicht kurz et­ Stattdessen beten sie irgendwelche anderen Götter
was zu ihrem Beruf sagen, Herr Jeremia… an.
Jeremia: Also von meinem Alter her bin ich ja R: Ja, aber hätte er das nicht auch weniger leidvoll
eigentlich schon im Ruhestand, aber ich glaube, gestalten können? Jetzt ist Jerusalem zerstört
wenn man für Gott arbeitet, dann gibt es kein Rent­ worden und die Leute wurden verschleppt. – Das ist
nerdasein. – Das heißt also, ich bin Prophet. Ich ja wohl doch etwas brutal, oder? Und ganz zu
stehe im Dienst von Gott und soll seinem Volk das schweigen, was mit dem König passiert ist. Den
weitersagen, was er mir aufträgt. haben die Feinde ebenfalls gefangen genommen
R: Aha, das klingt ja sehr interessant. Wie kommt es und der ist bestimmt nicht mehr am Leben!
denn, dass sie sich für so einen Job entschieden J: Sie haben schon recht. Das klingt erstmal ganz
haben? schön hart, aber Gott wollte es ursprünglich ja auch
J: Also diese Frage ist sehr leicht zu beantworten: nicht so. Er hat z.B. durch mich ja immer wieder zu
Nicht ich habe mich für diesen Job entschieden, den Königen und zum Volk geredet. Und wenn die
sondern Gott hat mich dazu berufen. Menschen sich wieder an ihn gewandt hätten, dann
R: Berufen, was ist das denn? wäre Gott auch gnädig gewesen. Aber die wollten ja
J: Gott hat eines Tages zu mir geredet und hat ge­ von Gott nichts mehr wissen, haben nicht mehr nach
sagt: „Jeremia, du sollst mein Prophet sein!“ Ja, und seinen Geboten gefragt und auch nicht mehr mit ihm
wenn Gott sich einmal was in den Kopf gesetzt hat, geredet. – Und das wollte Gott sich eben doch nicht
dann lässt er auch nicht so schnell locker. Ich hatte länger mit ansehen – er ist ja schließlich immer noch
praktisch gar keine Wahl. Ja, und ehrlich gesagt, Gott und kein Hampelmann!
stand ich in den letzten Jahren auch schon oft da­ R: Na ja, wenn sie das so sagen, dann haben sie
vor, wieder alles hinzuschmeißen, aber Gott hat mir schon recht. – Aber wie war das eigentlich für sie.
immer wieder Mut gemacht. Sie hatten ja dann eigentlich nicht so’n tollen Job –
R: Interessant, interessant. Aber sagen sie mal, was den Leuten immer zu sagen, dass Gott sie bestrafen
ist es denn, was Gott seinem Volk durch sie mitge­ wird, wenn sie nicht wieder zu ihm umkehren, das
teilt hat? ist bestimmt auch nicht immer so angenehm ge­
J: Leider nichts Gutes. Es ist ja so, dass die Leute wesen, oder? Haben sie eigentlich irgendwann mal
hier in Juda – samt ihren Königen – Gott schon so richtig eine drauf bekommen??
lange nicht mehr vertrauen und an ihn glauben. Sie J: Ja, da haben sie recht! Dieser Job war und ist
beten andere Götter an und haben Gott längst manchmal ganz schön hart. Es ist noch gar nicht so
vergessen. Und ich hatte in den letzten Jahren lange her, da saß ich eine ganze Zeit im Gefängnis,
immer wieder die Aufgabe, die Leute an Gott zu er­ weil die Oberen im Volk das nicht so toll fanden,
innern. – Aber es hat alles nichts gebracht… was Gott ihnen zu sagen hatte. – Und diese Zeit
R: Was heißt das, es hat nichts gebracht? z.B., die war richtig übel. Ich wurde nämlich in einen
Jeremia – Bote des Gerichts Gottes
Jeremia 37, 1-10

tiefen Brunnen geworfen, in dem kein Wasser mehr Gespräch Oktober 5


war, der aber auf dem Grund dafür ne Menge - Gott sehnt sich auch heute noch nach
Schlamm hatte. Ich steckte also viele Monate in Gemeinschaft mit uns Menschen. Er will,
diesem Loch und bin im Schlamm regelrecht ver­ dass wir ihm vertrauen und ihn an erste Stelle in un­
sunken. serem Leben setzten. – Doch was hat sich geändert
R: Igitt, das ist ja eklig! Und wie sind sie da wieder von der Zeit des Jeremia bis heute (durch Jesus)?
lebend raus gekommen? - Gott bleibt treu, auch wenn wir untreu sind! Mit
J: Gott hat mich wieder rausgeholt. Er hat mir immer Jesus hat Gott zu uns Menschen neu JA gesagt und
wieder geholfen, schließlich hatte er mir das ja auch sich an uns gebunden. – Was haben wir doch für
versprochen. – Und doch war es manchmal ganz einen großartigen Gott!
schön hart. Ich habe Gott oft nicht verstanden und Wo sind wir vielleicht auf dem Holzweg wie Zedekia
ihn gefragt, warum er das zulässt, dass ich ins Ge­ und wollen es nicht wahrhaben?
fängnis geworfen werde, obwohl ich ja gar nichts - Jeremia hat sich nicht darum gerissen, Prophet zu
Schlimmes gemacht hatte. werden. Aber er hat gewusst: wenn Gott mich ruft,
R: Ehrlich gesagt, ich hätte nicht mit ihnen tauschen dann muss ich folgen! – Sind wir dazu auch bereit,
wollen – da ist ein Leben als Reporter schon siche­ Gott kompromisslos zu folgen? Was hält uns davon
rer! Aber sagen sie mal, sie haben doch einen guten ab?
Draht nach da oben. Was meinen sie, wird Gott sein - Jeremia hat erlebt: Gott steht zu mir! Er ist da,
Volk irgendwann mal wieder aus der Gefangen­ auch in den tiefsten Tiefen meines Lebens! – Was
schaft befreien? Gott zusagt, das hält er auch!
J: Mmh, das kann ich mir gut vorstellen, schließlich
haben wir ja in erster Linie einen gnädigen Gott, der
will, dass es uns Menschen gut geht. Aber ich den­
ke, Gott wird uns nicht eher aus der Gefangenschaft Spiele
wieder herausführen bis sie die Menschen wieder zu Jeremia wurden im übertragenen
ihm bekennen. Wie gesagt: Gott ist Gott und kein Sinne oft Steine in den Weg gelegt in
Hampelmann. seinem Prophetendasein: Gefängnis,
R: Na, da bin ich mal gespannt. Dann hat er sicher Schlamm in der Zisterne usw. Deshalb hier ein paar
auch noch was mit ihnen vor, oder?? Spiele, in denen es darum geht, ein Hindernis zu
J: Ja, ich glaube, mit dem Rentendasein wird es überwinden:
wohl so schnell nichts werden… Aber irgendwie ist
das ja auch ein toller Job, „Sprachrohr Gottes“ zu 1. Hindernis: Ungerader Weg!
sein! Staffel: Mit einem Ball, der gedribbelt wird, so
R: Na ja, so lange man nicht in irgendwelche tiefen schnell wie möglich Slalom laufen um einen Par­
Schlammlöcher geschmissen wird, bestimmt… Wie cours mit Kegeln, Wasserflaschen oder sonstigen
auch immer. Ich danke ihnen für das Interview und Hindernissen.
wünsche ihnen noch viele gute Erfahrungen mit ih­
rem Gott! 2. Hindernis: Oben drüber und unten durch!
J: Vielen Dank! Ein Hindernisparcours wird aufgebaut. Die Kinder
R: (an das Publikum gewandt) Ja, das war’s mal müssen diesen als Staffel durchlaufen – natürlich
wieder mit unserer Reihe: „Menschen wie du und auf Zeit!
ich“. Vielen Dank, dass sie uns eingeschaltet haben.
Wir hoffen, dass wir auch in der nächsten Woche
wieder mit ihnen rechnen können! Vielen Dank und
auf Wiedersehen!
Jeremia – Bote des Gerichts Gottes
Jeremia 37, 1-10

3. Hindernis: Stimmengewirr? Gebet Oktober 5


Jede Gruppe stellt ein „Diktierer“ und einen „Vater im Himmel, ich danke dir, dass du
Schreiber. Die beiden stellen sich jeweils in ver­ ein freundlicher Gott bist. Du willst, dass
schiedene Ecken des Raumes. Auf Kommando be­ wir nach deinem Willen leben und tun,
ginnen alle Diktierer einen Text zu diktieren (jeweils was du uns in deinem aufgträgst. Danke, dass du
ein anderer), die Schreiber müssen gut zuhören und uns vergibst, wenn wir das nicht schaffen. Zeige
den Text möglichst wortgenau aufschreiben. uns, wo wir falsch handeln und wo wir uns von dir
entfernen. Danke, dass wir immer wieder zu dir
4. Hindernis: Verbundene Augen! zurückkommen können und du mit uns neu
Jeweils zwei Leute aus einer Gruppe treten mitein­ anfängst. Amen.“
ander an. Immer zwei Gruppen spielen gleichzeitig.
Einem der beiden Partner aus jeder Gruppe werden
die Augen verbunden. Die beiden setzten sich
gegenüber und haben die Aufgabe ihr Gegenüber Lieder
mit einem Schoko-Kuss zu füttern. Die beiden JSL 104 Gott ist immer für mich da
anderen dürfen Tipps geben (Hand nach oben, JSL 66 Es ist niemand zu groß
mehr nach rechts,…) JSL 52 Beten ist Reden mit Gott ...

5. Hindernis: Vorsicht Seil!


Zwei Mitarbeiter schwingen ein großes Seil. Jeweils
Von Steffi Pfalzer
einer aus der Gruppe tritt an. Die Freiwilligen stellen
sich in Startposition und müssen immer dann, wenn
das Seil vor ihren Füßen ankommt, drüber springen.
– Wer hält am längsten durch?
In tödlicher Mission
Jeremia 38, 1-13

Theologische Werkstatt dann sein Verhältnis zu Gott, das er sich ja nicht November 1
Bei der Bibelstelle Jeremia 38 befinden einmal selber ausgesucht hat, einklagen. Das ist die
wir uns in der Regierungszeit des Königs andere Seite des Prophet-Seins: Jeremia verkündet
Zedekia. Er wurde von den babylonischen Gottes Wort, aber er fordert auch von Gott, dass er
Besetzern zum König gemacht, als Nachfolger sei­ zu seinem Wort steht. Dies Beziehung zwischen
nes Neffen Jojachin. Man unternimmt die letzten Gott und Jeremia ist der Grundstein für den Glau­
verzweifelten Verteidigungsversuche gegen die ba­ ben, der ein ganzes Leben halten kann.
bylonischen Belagerer. Je näher es auf die Kata­ Jeremia 38 gehört zu den Kapiteln, die Baruch, ein
strophe zugeht, desto radikaler werden die politisch Freund von Jeremia, uns über das Leben Jeremias
Verantwortlichen. Jeremias Einsatz für die Rettung aufgeschrieben hat. In ihnen wird die Leidensge­
der Jerusalemer wurde als Verrat gedeutet, der schichte Jeremias erkennbar. Über Jeremias ge­
nicht hinnehmbar war. Der Konflikt spitzt sich tödlich samten Wirken steht aber als großes positives
zu: auf heimtückische Weise soll der Prophet besei­ Vorzeichen die Berufungszusage: „Ich bin mit dir“.
tigt werden, weil er nicht aufhört, den bevor­ Gott bestätigt seine Zusage sichtbar, indem er ihn in
stehenden Verfall Jerusalems anzukündigen. Den allem Leiden immer wieder Rettung erfahren lässt.
sinnlosen Widerstand aufgeben, das ist nach Gottes In Jeremia 38 dienen alle und alles der Rettungsge­
Willen jetzt das Gebot der Stunde. Die Vertreter der schichte Gottes: Der Mordplan der vier Minister
Kriegspartei fordern seine Hinrichtung. Zedekia, der dient schon der Rettung Jeremias, Zedekia zieht
nur ein willenloses Werkzeug in der Hand der bru­ drei Männer zur Rettung Jeremias ab. Und Ebedme­
talen Terroristen ist, lässt den Propheten fallen. lech ist als Retter brauchbar, weil er auf Gott
Ohne Gerichtsverhandlung, ohne öffentliche An­ vertraut. Jeremia selbst versucht bis zuletzt, den Je­
klage wird er in die nächstbeste Zisterne geworfen, rusalemern den Weg zur Rettung aufzuzeigen: Sie
wo er verhungern und im Schlamm ersticken soll. sollen zu den Babyloniern überlaufen und sich
Doch es kommt unerwartete Hilfe durch einen äthio­ ergeben - nicht aus Feigheit, sondern als Konse­
pischen Palastbeamten, Ebedmelech (d.h. Königs­ quenz aus besonnener Einsicht in die verzweifelte
sklave). Er trägt dem König die Sache vor und findet Lage. Jeremias Worte finden eine deutliche Reso­
sofort Gehör. Die Rettung in höchster Not erfolgt nanz.
durch Ebedmelech mit liebevoller Sorgfalt. Das Mit­
gefühl dieses Mannes, der für die Beamten des
Königs nur ein verachteter Ausländer, noch dazu Einstieg
von schwarzer Hautfarbe, war, tritt in einen krassen Gott steht auch im Leiden zu Jeremia und
Gegensatz zu der Brutalität der Leute aus dem hält ihn auch in der Todesangst. Zur
eigenen Volk. Zedekia wagte auch dieses Mal nicht, Vertiefung der Zusage: „Ich bin mit dir"
Jeremia die volle Freiheit zu geben. So blieb er im können die Kinder eigene Erfahrungen mit Ängsten
Wachthof, bis Jerusalem eingenommen wurde. in der Dunkelheit nennen. Man kann auch den
Versuchen wir, uns in die handelnden Personen der Raum abdunkeln, nur mit einer Taschenlampe die
Geschichte hineinzuversetzen: Die machtgierigen Decke beleuchten und die Kinder fragen, wie man
Motive der unsympathischen Minister stehen im sich wohl fühlt, wenn man in einem dunklen Loch
Gegensatz zu Ebedmelech, der das Unrecht beim sitzt. Diese Situation wird dargestellt in einer
Namen nennt. Radierung von Marc Chagall (in: Chr. Goldmann,
Woher nimmt er den Mut, so aufzutreten? Wo ist Kinder entdecken Gott mit Marc Chagall, Göttingen
uns in unserer kleinen und großen Umgebung im 1978, S. 59): Jeremia am Grund der dunklen Zister­
Namen Christi ein Eintreten gegen Unrecht für die ne ist in einen von oben kommenden Lichtstrahl ge­
Wahrheit abverlangt? Und geht es uns nicht oft wie taucht. Dieses Motiv kann die Erzählung aufgreifen.
Jeremia in der Zisterne?
Bestimmt hat er geklagt über die schier ausweglose
Lage. Das ist auch eine Anklage und Jeremia will
In tödlicher Mission
Jeremia 38, 1-13

Erzählen worfen, wo er sterben soll. Erlaube mir, ihn zu November 1


Es ist schon lange her, da war Krieg in Is­ retten!" Zedekia ist tief betroffen und gibt den
rael. Der König von Babylon, Nebukadne­ Befehl:
zar, hatte das Land erobert und Jerusalem bekam „Nimm von hier drei Männer mit dir und zieh Jeremia
einen neuen König, der hieß Zedekia. Die Men­ aus dem Brunnen!" Nachdem Ebedmelech überlegt
schen in Jerusalem mussten hungern, weil sie hohe hatte, wie Jeremia aus dem Brunnen gerettet
Steuern an die babylonischen Besatzer zahlen soll­ werden kann, holte er einen ganzen Arm voll alter
ten. Deshalb kam Zedekia auf eine wahnsinnige Kleider und Lumpen aus der Vorratskammer des
Idee. Er sagte: „Wir werden kein Geld mehr zahlen, Palastes und dazu lange Seile. Dann beugte sich
wollen wieder selber bestimmen, was wir tun. Wir Ebedmelech über den Brunnen und rief: „Hier ist
werden kämpfen!" Ebedmelech. Jeremia, bist du noch da? Lebst du
Jeremia aber hörte auf Gott, der gesagt hatte: „Die noch?" „Ja!", rief Jeremia und sah über dem
Babylonier werden euch nicht in Ruhe lassen, sie Brunnenrand ein Gesicht. Das Gesicht rief: „Ich hole
werden wiederkommen und Jerusalem völlig zerstö­ dich hier raus. Wir lassen jetzt Seile herab mit geöff­
ren. Also versucht erst gar nicht zu kämpfen, son­ neten Schlingen. Wir ziehen dich hoch!" Jeremia
dern ergebt euch lieber!" Darum ging Jeremia auf wurde mit den Seilen hochgezogen. Endlich tauchte
die Straßen und sagte zu jedem: „Wenn ihr am sein Kopf am Brunnenrand auf und die Männer
Leben bleiben wollt, geht zu den Babyloniern und hoben ihn heraus. Erschöpft bedankte sich Jeremia
ergebt euch, so werdet ihr und die Stadt gerettet!" und sagte zu Ebedmelech: „Du, es war mir heute in
Das gefiel einigen Leuten gar nicht. Vier von ihnen, dem Brunnen unheimlich schwer darauf zu ver­
es waren Minister des Königs, gingen zu Zedekia trauen, dass Gottes Zusage „Ich bin mit dir" wahr ist.
und flüsterten ihm zu: „Dieser Jeremia ist gefährlich. Aber seine Hände haben mich gehalten und ge­
Er ist ein Feigling, weil er den Leuten sagt,: „Ergebt borgen, obwohl ich nichts als Dunkelheit und den
euch den Babyloniern!“ Er wird uns nur schaden, Tod vor Augen sah. Du, Ebedmelech, hast Gott
wenn er so weiter redet. Deshalb sollte er umge­ vertraut und mich gerettet. Du sollst wissen: Gott
bracht werden!" Da wurde König Zedekia wütend hält seine Hand über dir. In allem, was kommt, wird
und sagte den Leuten: „Gut, macht mit ihm, was ihr er bei dir sein."
wollt!" Da nahmen sie Jeremia gefangen und warfen
ihn in einen Brunnen in der Stadt. Zum Glück war
kein Wasser mehr darin, sonst wäre er bestimmt so­ Spielaktion
fort ertrunken. Jeremia sank immer tiefer in den Das „Hochziehen" kann praktisch probiert
Schlamm hinein, der da am Boden war. Große werden: Ein Kind sitzt und tut, als könne
Angst überfiel ihn und so erinnerte er sich an ein es nicht von alleine aufstehen. Es bittet
Psalmgebet. An diese Worte klammerte er sich nun: zwei oder drei andere: "Helft mir doch!" Dann wird
„Gott, hilf mir! Ich versinke in tiefem Schlamm, wo ihm geholfen und die Rollen werden getauscht.
kein Grund ist. Errette mich aus dem Schlamm und Dabei können auch Seile und alte Kleidung benutzt
vor denen, die mich hassen!" Aber langsam, Stück werden, um den Vorgang "schmerzloser" zu gestal­
für Stück, sank er weiter ein. Ganz verborgen ist die ten. Macht das langsam, lasst euch Zeit. Es sollte
Untat der vier Minister aber nicht geblieben. Jeremia immer nur ein Kind zur Zeit sitzen. Im Gespräch
hatte noch Freunde in der Stadt und einer davon können die Kinder benennen, was es bedeutet, je­
war Ebedmelech, ein Palastdiener, der aus Äthiopi­ mandem "unter die Arme zu greifen". Tut es gut,
en stammte. Der erfuhr, dass Jeremia in den wenn man hochgezogen wird? Können wir ganz
Brunnen geworfen wurde und rannte sofort zum konkret jemandem helfen, der sich in einer
König und sagte ihm: „Mein Herr und König! Es ist Lebenskrise befindet, sich fühlt, als sei er in ein
ein großes Unrecht in deinem Haus geschehen. Vier tiefes Loch gefallen? Gelingt es uns immer, darauf
deiner Minister haben ganz übel am Propheten Je­ zu vertrauen, dass Gott gerade dann mit uns ist und
remia gehandelt. Sie haben ihn in den Brunnen ge­ sein Rettungsplan für jeden von uns gilt?
In tödlicher Mission
Jeremia 38, 1-13

Gebet Lieder November 1


„Mein Gott, du weißt, wie mir zumute ist. JSL 85 Immer auf Gott zu vertrauen
Oft fühle ich mich glücklich, weil ich JSL 46 Mit Gott durch dick und dünn
merke, dass du mich nicht im Stich lässt. JSL 33.11 der Herr denkt an uns
Dann blicke ich dankbar auf
deine Hilfe zurück. Manchmal aber fühle ich mich
wie Jeremia schwach und schlapp. Dann kostet es
Kraft durchzustehen, was du uns aufgetragen hast.
Wir bitten dich, stärke uns in diesen Situationen und
lass uns erkennen, dass du auch dann bei uns bist
und uns retten willst. Amen.“ Von Walter Kuhlmann
Seid ihr bereit?
Matthäus 25, 1-13

Theologische Werkstatt men wird. Weil wir wissen, dass es Gott gibt, dürfen November 2
Das Matthäusevangelium folgt einem wir auch schon jetzt mit Gottes Gegenwart in un­
katechetischen (lehrenden) Interesse, serer Welt und auch ganz persönlich in unserem
d.h. es ist eine Art Lehrbuch bzw. Handbuch über Leben rechnen.
Jesus und seine Lehre. Jesus wird darin als der­
jenige dargestellt, der die Verheißungen des Alten
Testament erfüllt, er ist der verheißene Messias Fragen an die Mitarbeitenden
(Erlöser) Israels und er bringt den Abschluss der Erwartung des Gottesreiches:
Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Im Mat­ Sind wir bereit für das Kommen des
thäusevangelium sind die fünf großen Reden Jesu Reiches Gottes? Leben wir in der Erwartung, dass
enthalten: 1. Bergpredigt (Kap. 5-7) 2. Aus­ Jesus wiederkommen wird und diese Welt ein Ende
sendungsrede (Kap. 10), 3. Gleichnisrede (Kap13), hat? Sehen wir die kleinen Dinge, an denen wir
4. Gemeinderede (Kap 18) und 5. die Endzeitrede schon erkennen können, dass Gott sein Reich mit
(Kap. 24-25). Das Gleichnis von den Brautjungfern uns Menschen baut?
stammt aus der letzten Rede Jesu, der Endzeitrede.
Diese richtet ihren Blick auf das Ende der Welt bzw. Gestaltung des Wartens:
den Anbruch des Gottesreiches und auf das Wieder­ Wie gestalte ich mein Warten auf Jesu Wiederkom­
kommen Jesu. In diesem Gleichnis wird der Ruf men? Ist es ein aktives oder ein passives? Lehne
nach Wachsamkeit deutlich. Dabei ist nicht die ich mich zurück und denke „es wird so oder so kom­
Beschreibung der bevorstehenden Endzeit aus­ men“ oder nutze ich die Zeit, die ich hier auf dieser
schlaggebend, sondern der Einbruch der Endzeit Erde lebe, um an Gottes Reich mitzubauen?
bzw. das Wiederkommen Jesu, welches über­
raschend geschehen wird. Die Frage stellt sich Ausrichtung meines Lebens:
dann: „Sind wir bereit dafür?“ Was bedeutet es über­ Wie stark rechne ich in meinem Alltag, meinen Ge­
haupt uns auf das Wiederkommen Jesu vorzuberei­ danken, in meiner Beziehung zu Gott damit, dass
ten bzw. was können wir tun? Gott sein Werk vollenden wird? Bin ich mir dessen
„Die Klugen“ werden als diejenigen beschrieben, die bewusst, dass Jesus auch wirklich versprochen hat
die Augen offen haben für das, was kommen wird. wiederzukommen und es auch tun wird?
Sie leben nicht einfach in den Tag hinein, sondern
bereiten sich auf die Ankunft des Bräutigams vor:
Sie denken mit, sie sind aktiv. Aber auch sie werden Einstieg
im Schlaf überrascht, auch sie kennen weder Tag Heute soll es um die Frage gehen: „Seid
noch Stunde seines Kommens. Im Gleichnis gibt es ihr bereit?“ Seid ihr bereit für die Jung­
aber auch die anderen, die Gedankenlosen, die schar heute? Seid ihr bereit für das erste
Leichtsinnigen, sie sind nicht zur rechten Zeit mit Spiel? Dann kann es losgehen.
dabei, ihr Warten ist passiv, sie sind unvorbereitet,
rechnen nicht damit. Die harte Abweisung die im
Gleichnis zur Sprache kommt, macht deutlich, dass Spiel
Gottes Gericht eindeutig und unwiderruflich sein Lampentransport (am Besten draußen)
wird. Es wird ein „zu spät“ geben, auch wenn das Material: jede Menge Teelichter,
hart ist. Streichhölzer
Jesus ruft in diesem Gleichnis dazu auf wachsam zu Der König Eli hat seine Diener beauftragt sein Vor­
sein. Er ermutigt seine Jünger d.h. uns, Gott so ratslager an Lampen in Form von Kerzen aufzufül­
ernst zu nehmen, dass wir schon jetzt in unserem len. Dieses liegt tief unten in seinem Schloss. Es
Leben jederzeit mit dem Anbruch seines Reiches kann immer nur eine Lampe von einer Person pro
rechnen. Eben weil wir wissen dürfen, dass Gott Gruppe (es darf/muss durchgewechselt werden) von
sein Werk vollenden wird und sein Sohn wiederkom­ oben nach unten befördert werden. Seine Diener
Seid ihr bereit?
Matthäus 25, 1-13

erhalten den Auftrag so viele Lampen wie möglich in Erzählen November 2


den Keller zu befördern. Beendet ist der Transport, Erzählen des Gleichnisses von den
wenn der König Eli persönlich vorbei gekommen ist. Brautjungfern Mt 25,1-13
Nur eine Bedingung stellt er: Wenn er den Keller be­ (zur Not vorlesen)
tritt, möchte er mit erleuchteten Kerzen empfangen
werden und zwar von den Lampenträgern. Fragen an die Kinder
Teilt eure Gruppe in jeweils 3er oder 4er Gruppen  Warum sind die einen Mädchen klug und
ein. Ihr braucht einen Ort an dem die Kerzen aufge­ die anderen gedankenlos? Was zeichnet
schüttet liegen. Und dann den ausgewiesenen sie jeweils aus? (Die einen sind bereit, die
„Keller“ (jede Gruppe einen eigenen), in den die anderen nicht)
Lampen gebracht werden. Es bleibt den Kindern  Wozu sollen die Mädchen bereit sein?
überlassen, ob sie brennende Kerzen Worauf warten sie?
transportieren, dafür länger Zeit benötigen oder ob (Dass der Bräutigam kommt)
sie nicht brennende Kerzen transportieren und  Wer könnte der Bräutigam sein? Wer die
riskieren, dass der König kommt und die Kerze ihres Mädchen bzw. die Braut?
Lampenträgers nicht brennt. Gewonnen hat die  Wir sind die Mädchen und warten darauf,
Gruppe, deren Kerze beim Erscheinen des Königs dass Jesus wiederkommt. Er hat es damals
brennt und die die meisten Kerzen in ihrem Keller seinen Jüngern nach seiner Auferstehung
vorweisen kann. versprochen, dass er wiederkommen wird.
(Tipp: Je nach verfügbarer Zeit kann das Spiel aus­ Wissen wir das? Denken wir daran, dass er
geweitet werden. Varianten wie z.B. jede dritte eines Tages wiederkommen wird? Oder
Kerze muss brennen; die Strecke, die zurück gelegt sind wir so gedankenlos wie ein Teil der
werden muss kleiner oder größer, leichter oder Mädchen und vergessen, dass Jesus uns
schwerer gestaltet werden oder der König kommt das Versprechen gegeben hat wiederzu­
mehrmals…) kommen? Wir dürfen uns schon jetzt dar­
Achtung: Bedenkt, dass Kerzenwachs und offene auf freuen, dass er wiederkommt, denn das
Flammen im Spiel sind! wird ein großes Fest geben, noch viel grö­
ßer, als eine Hochzeit. Dann werden wir
Jesus direkt sehen direkt mit ihm reden
Gespräch können.
Im Gespräch solltet ihr herausarbeiten,
dass es schwer ist einzuschätzen, wann
der König kommt und wann nicht. Was also bedeu­ Bastelaktion
tet das für die Taktik? Was ist das Entscheidende Einfache Kerzen (in Drogeriemärkten
für den Gewinn? Die Anzahl der transportierten erhältlich) bunte Wachsplatten oder
Kerzen führt nur dann zum Sieg, wenn die Kerze Kerzenstifte (Bastelladen)
des Lampenträgers auch dann brennt, wenn der Zeitungen zum Abdecken der Tische, Scheren, Stif­
König kommt. Das heißt, wir müssen jederzeit bereit te, evtl. Schablonen oder Ausstechformen
sein. Nur so können wir gewinnen. Ohne brennende Wir gestalten Kerzen für Jesus, als Zeichen, dass
Kerze zu laufen ist höchst riskant. wir bereit sind für sein Wiederkommen, dass wir auf
Mögliche Fragen an die Kinder, je nach Spielverlauf ihn warten. Die Kerzen können getaucht werden,
- Was war das Schwierigste an dem Spiel? falls ihr das nötige Material dazu organisieren könnt
- Gewinnergruppe fragen, warum sie denkt, dass sie (z.B. Kindergärten fragen) oder aber mit
gewonnen hat, gab es eine Taktik oder war es Wachsplatten aus dem Bastelgeschäft beklebt (kein
Glück? Uhu!) werden.
- Verlierergruppen erzählen lassen, warum es ihnen Es kann jedes Kind seine eigene Kerze gestalten
nicht gelungen ist die Aufgabe zu erfüllen. oder ihr gestaltet gemeinsam eine große Jung­
Seid ihr bereit?
Matthäus 25, 1-13

scharkerze, eure Jungscharkerze, die ihr dann jede Lieder November 2


Stunde anzünden könnt, als Zeichen, dass Jesus JSL 130 Mach mich allezeit ganz für
versprochen hat wiederzukommen und „ihr bereit dich bereit
seid“, d.h. wachsam seid, damit rechnet und auf ihn JSL 125 Sei ein lebendger Fisch
wartet. JSL 79 Ja wenn der Herr einst
wiederkommt
Gebet
„Herr Jesus, du wirst einmal wieder Von Gabi Vogt
kommen. Daran glauben wir. Du
möchstest, dass wir darauf vorbereitet
sind. Ja Herr, wir wollen uns darauf vorbereiten,
dass du wiederkommst und auch so unser Leben
gestalten. Hilf uns, nach deinem Willen zu leben
und jeden Tag daran zu denken, dass du plötzlich
wiederkommst. Schenke uns Freude und Hoffnung,
dass wir keine Angst haben, sondern uns freuen,
dass du für uns wiederkommst und uns zu dir holst.
Amen.“
„...Worte, Worte...“
Jesaja 40,1-8

Theologische Werkstatt Alle sprechen zu gleicher Zeit. Um die Nachrichten November 3


Das Königreich Juda ist zerschlagen. Der zu übermitteln bekommen die Gruppen insgesamt 2
Tempel verbrannt. Jerusalem war nur Minuten Zeit. In der Regel wird nur ein Drittel von
noch ein Trümmerhaufen. Seit Jahrzehnten ein dem verstanden. Warum?
Großteil der Bevölkerung lebte in der Fremde, in
Babylonien. Die Antwort (und Spiel Nr. 2): Antworten sammeln.
Sie träumten vielleicht von der „guten alten Zeit“. Wir hören, sehen zu vieles um noch wichtige Worte
Der Zeit als Gott „noch“ Wunder tat. Man verkroch wahr zunehmen. Wir werden abgelenkt durch tolle
sich in Selbstmitleid, die Hoffnungslosigkeit mit sich Werbung. Oder abgestumpft von Computerspielen
bringt. Genau in diese Zeit, tritt der Prophet auf und und Filmen, dass wir die Not, Hoffnungslosigkeit der
spricht: „Tröstet, tröstet mein Volk!“ Gott ist noch anderen gar nicht mehr mit bekommen.
nicht am Ende mit seinem Volk. Dort wo ich Gott als
den souveränen König und Herrscher erkenne und Spiel: Im Gelände oder im Haus sind Windlichter
begreife, verliert jede Hoffnungslosigkeit ihren Sinn. nummeriert und mit Bibelversen (Zusagen,
Neues, umwerfendes ist Möglich. Dazu will der Trostworte Gottes) versteckt. Einige Beispiele: Jes
Prophet Jesaja Mut machen. 51,3; 58,8; 42,3; Ps 65,6; 18,29; 84,12; Mt 4,16;
5,14 Die Kinder werden in 2 bzw. 3 Gruppen aufge­
teilt. Nun müssen sie aus einem Korb Zetteln mit
Fragen an die Mitarbeitenden Nummern ziehen und die entsprechenden Windlich­
Was macht dir Angst? Rede mit den ter suchen, in der Bibel aufschlagen und dem Mit­
anderen darüber. Bringe diese Ge­ arbeiter vorlesen. Stimmt der Vers, dürfen sie von
danken im Gebet zu Gott. Erwarte von vorn beginnen. Bis alle gefunden wurden.
ihm Hilfe. Denke an die Kinder, wo sich die Eltern Einige Bibelverse können wir auf A4 Zettel
trennen. Denke an die Kinder, die den Druck der schreiben und im Raum sichtbar aufhängen.
„Leistung“ kaum noch aushalten. Wie und wo kann Gott gibt uns sein Wort. Er lässt uns nicht allein. Er
ich da trösten? Macht für jedes Kind ein Gebets­ erwartet, dass wir darauf vertrauen. Das wir auf Ihn
zettel, wo konkrete Anliegen draufstehen. Vergesst hören. Mut fassen. Andere trösten und Hoffnung ge­
dabei nicht nach konkreten Schritten zu fragen, wo ben. Auf den Text von Jesaja 40, Verse 1 – 8 über­
ihr Hilfestellung geben und trösten könnt. gehen (Situation des Volkes siehe theologische
Werkstatt). Gott selbst schreibt einen Trostbrief an
sein Volk. Lest ihn am besten nach der „Guten
Einstieg Nachricht für Dich“.
Heute soll es um die Frage gehen: „Seid
ihr bereit?“ Seid ihr bereit für das erste Drei Aussagen sind dabei wichtig:
Spiel? Dann kann es losgehen! - Schuld ist vergeben
- Der Herr kommt in Herrlichkeit
- Gottes Wort bleibt
Spiel
Spiel: 4 Reporter und 4 Zuhörer Drei Aussagen, die auch mir heute Mut machen und
Requisiten: für die Reporter eine Kiste als Hoffnung geben. Ich weiß das Jesus mir meine
Fernseher und Mikrofon, für die Zuhörer Sünden vergibt. Ihn erlebe ich in der Bibel. Seine
Stift und Zettel. Aufgabe: In jeder Ecke sitzen jeweils Worte und Zusagen (A4 Plakate) zählen. In der Ge­
ein Reporter und ein Zuhörer. Nun müssen die meinschaft mit anderen Christen können sie gelebt
Reporter ihre Nachricht an ihren gegenüber­ und ausprobiert werden. Eine Möglichkeit, Gottes
liegenden Zuhörer bringen. (Nachrichten aus der Herrlichkeit zu erleben und Anteil zunehmen an Leid
Verfolgten Kirche, Kinder in Not, Katastrophen …). und Not von anderen, wäre: Wir bringen uns als
Die Zuhörer sollen sie hören und aufschreiben. Jungschargruppe für eine Aktion ein.
„...Worte, Worte...“
Jesaja 40,1-8

Aktion: Aus den Nachrichten vom Einstieg oder Lieder November 3


vielleicht gibt es auch etwas vor Ort eine Hoffnungs­ JSL 154.3. Mache dich auf und werde...
aktion starten: Kuchenbasar beim Gemeindefest; JSL 51 Heißa wir dürfen leben...
Spielplatz in Ordnung bringen/ säubern; Trödel­ JSL 68 Geh lauf zu deinem Freund...
markt; Aktion Weihnachten im Schuhkarton; Ad­
ventssingen; Besuche bei älteren Leuten oder für
einen Nachmittag gestalten.
Material
A4 Plakate mit Bibelzitaten, 4 Nachrichten
Gebet aus aller Welt, 4 Stift und Zettel,
„Danke Vater, dass du mich kennst. nummerierte Windlichter (eignen sich
Danke, dass du weißt was ich brauche. Babygläser) mit Bibelversen, großes Stückpapier
Du vergibst mir in Jesus deinen Sohn. zum sammeln der Antworten, Edding-Stifte
Weil du Vater so gut zu mir bist, kann ich gutes tun
und anderen helfen. Gib mir Augen, damit ich das
Leid der anderen sehe. Gib mir Ohren, damit ich Von Dietmar Kollei
das Leid der anderen höre. Gib mir Ideen, wie ich
anderen helfen kann. Amen.“
„Power pur! Finde den Anschluss“
Jesaja 40,26-31

Theologische Werkstatt Bibelarbeit November 4


Sein Name ist seine Botschaft. Jesaja be­ Bibeltext Jesaja 40,26-31 gemeinsam
deutet: „der Herr schafft Heil“. Jesaja ist lesen und erarbeiten unter dem
ein Sprecher Gottes (=Prophet) im alten Testament. Gesichtspunkt: Wie ist Gott ? bzw. Wie ist Gott
Er steht in enger Verbindung zu Gott und empfängt nicht? Eventuell zwei Gruppen bilden, die das Er­
von Gott Weisungen und Ermahnungen, die er dem kannte aufschreiben.
Volk Israel weitergeben soll. Jesaja bekommt von
Gott den Auftrag das Volk zu ermahnen wieder in Zum Beispiel: Gott ist... ermutigend/aufbauend (Vers
Verbindung mit Gott zu leben. Die Israeliten waren 26/29/31); Leben schaffend (Schöpfer) (Vers 27);
nachlässig geworden und erinnerten sich kaum kennt alle und alles mit Namen (auf der Erde, im/am
noch an die Treue Gottes und die Wunder, die ER Himmel) (Vers 28), vertrauenswürdig (Vers 31);
für sie beim Auszug aus Ägypten und aus der nicht ungerecht (Vers 28); schläft nie und wird nie
Knechtschaft getan hatte. Bereits ca. 700 (!) Jahre müde (Vers 29); lügt nicht (Vers 31)
vor der Geburt von Jesus Christus bekommt Jesaja
von Gott einen Hinweis darauf, das ER einen Retter
Auslegung
schicken wird.
Es soll ja Leute geben, die ständig nur
„abhängen“ wollen. Früher sagte man
dazu faulenzen. Neuerdings nennt man das „chill
Fragen an die Mitarbeitenden
out“. Ein alter Arzt hat einmal den Spruch geprägt,
Wofür setzt du deine Lebenskraft ein?
dass die Dosis entscheidet, wann etwas ein Gift ist.
Was raubt dir besonders viel Kraft?
Das heißt, im richtigen Maß besteht noch keine
Was machst du dann ?
Gefahr. Wenn allerdings das Maß überschritten ist,
kann es lebensgefährlich werden. Ein gutes Maß an
Entspannung und Ruhe ist notwendig und Gott ge­
Einstieg
wollt. Aber wenn das „Abhängen“ in Faulheit aus­
Material:
artet, dann kann´ s gefährlich werden.
versch. Elektrogeräte (mit Stecker)
Das macht sich dann an unserem Körper bemerk­
zeigen, z. B. Lampe, CD/DVD-Spieler (o.
bar. Wenn wir nur ´rumhängen, erschlafft unsere
a.). Unterhalten sich 2 Stecker (anschaulich machen
ganze Muskulatur. Wenn unsere Muskeln nicht in
mit den Geräten) „Na, was machst du heute ?
Bewegung bleiben, trainiert werden, werden sie
“ „Wenn ich keinen Anschluss finde - abhängen !“ -
schließlich unbrauchbar. Sie können ihre Funktion
Auf die Funktion eines Steckers eingehen
nicht (mehr) erfüllen. Sich selbst oder den Kopf
- ohne Anschluss keine Energie, kein
hängen lassen ist kein Zeichen des Lebens.
Eigenleben (nur abhängen/ herumliegen)
Gott ermutigt uns die Blickrichtung von ten nach
- mit Anschluss ist Zweckbestimmung
oben zu wechseln. Wir sollen uns am Adler
möglich, weil Energie durchfließt
orientieren, der die Welt von oben nach unten be­
trachtet, und stundenlang in der Luft und „über den
Folge: Licht brennt, CD spielt, DVD Film läuft
Dingen“ schweben kann. Wenn wir unseren
„Lebensstecker“ bei Gott anschließen, dann verleiht
uns das Flügel. (Nicht etwa ein spezielles Getränk,
von dem der Hersteller dies behauptet, und damit
ausschließlich Geld verdienen will.)
Gott gibt Leben voller Power als Geschenk! ER
sprüht vor Lebensenergie. Gott lädt uns ein IHM zu
vertrauen. Seine Kraft lässt nie nach. Er braucht
keinen Schlaf und wird nie müde ! Kaum vorzu­
stellen, da wir doch jeden Tag müde werden und un­
„Power pur! Finde den Anschluss“
Jesaja 40,26-31

sere Kraft regelmäßig ein Ende hat. Aber wenn un­ Lieder - fehlen November 4
ser „Lebensstecker“ in seinem unerschöpflichen JSL 83 Vater du schenkst uns Leben
Kraftwerk angeschlossen ist, dann fließt sein JSL 56 Fest und treu wie Daniel war
Lebensstrom, seine Lebensenergie durch unser JSL 92 Nach dir o Herr
Leben.
Außerdem hat der Adler noch eine besondere
Eigenschaft. Er hat sehr gute Augen. Sogar aus der Gebet
Ferne erkennt er messerscharf (selbst kleine) Lebe­ „Herr, manchmal lassen wir den Kopf
wesen auf der Erde. Auch wir sollen einen guten hängen und uns fehlt die Kraft uns am
Blick für die (vielleicht wenig beachteten) Menschen Leben zu freuen. Lehre uns immer wieder
haben, die mit uns auf der Erde leben. So erfüllen den Blick nach oben zu richten. So weit der Himmel
wir unseren Lebenszweck. Wir brauchen uns nicht ist sind deine Möglichkeiten zu helfen. Du stellst
hängen lassen, denn Gottes Kraft richtet uns auf. unsere Füße auf weiten Raum. Danke, dass wir dir
ER weitet auch unseren Blick auf den Anderen vertrauen können. Du bist der Erfinder des Lebens.
neben mir. Zeige uns, wie wir in deiner Kraft sinnvoll leben.
In seiner Kraft lernen wir zu helfen und unsere ge­ Amen.“
schenkte Begabung zu teilen. Damit entsteht gute
Gemeinschaft voller Leben. Wenn wir also guten Material
Anschluss haben, können wir geben, ohne kraftlos Früchte (je nach Jahreszeit Frisch oder
zu werden, weil immer wieder Kraft nach fließt. als Tiefkühlware), Milch, 250ml süße
Sahne, Honig, Bananen, Orangensaft

Aktion
Aktion von Sandra Grebe
Wir mixen uns einen gesunden
Energiedrink. (Pürierstab!)

Rezept I: Powerdrink rot (für 4-5 Portionen)


250 g Erd-, Him-, Brom- o./u. Heidelbeeren
(Frische oder Tiefkühlware)
1 Becher Naturjoghurt
1 Liter Milch
2 Eßl. Honig

Rezept II Powerdrink gelb (für 4-5 Portionen)


1 kg vollreife Bananen
Aprikosen (nach Jahreszeit auch Konserve)
1 Becher süße Sahne (250ml)
1 Liter Orangensaft

Die Früchte werden in einem großen Messbecher


mit dem Pürierstab püriert. Wenn sie Fruchtmasse
flüssig ist, gebt ihr den Joghurt, bzw. die Sahne da­
zu. Anschließend füllt ihr die Milch, bzw. den Saft
nach und mischt den Powerdrink noch einmal gut
durch.
„Hoffnung auf eine gute Zukunft“
Jesaja 55,1-13

Theologische Werkstatt Fragen an die Mitarbeitenden Dezember 1


Die Kapitel 40 bis 55 werden einem zwei­ Laufe ich allen tollen Angeboten der
ten Autoren des Jesaja-Buches (genannt: heutigen Zeit nach? Wie muss die Bot­
Deuterojesaja) zugeschrieben. Seine Worte ergehen schaft lauten, dass ich ihr folge?
an das Volk im babylonischen Exil. Mit der
Gefangenschaft in Babylon ist die Zeit der
Gerichtsprophetie beendet: Das von den Propheten Einstieg
des achten und siebten Jahrhunderts angekündigte Neulich war Markttag in unserer Stadt
Gericht Gottes ist eingetroffen. Die Propheten des und die Veranstalter hatten sich etwas
Exils (Deuterojesaja, Hesekiel) haben den Auftrag, Besonderes einfallen lassen. Sie hatten eine Truppe
dem geschlagenen und zerstreuten Volk zu ver­ von ostfriesischen Marktschreiern angeheuert, die
künden, dass Gott trotz allem sein Volk nicht sehr spektakulär ihre Waren an den Mann, die Frau
verlassen hat und es noch Heil von ihm erwarten und das Kind brachten. Mit Sonderangeboten, kos­
kann. Die Botschaft Deuterojesajas spiegelt dies im tenlosen Proben und eingängigen Witzchen verkauf­
Prolog im Kapitel 40, 1-11 wieder. Wichtiger Inhalt: ten sie ihr Zeug. „Alles muss raus! Alles heute so bil­
Gott gebietet, sein Volk zu trösten. Aus Klage des lig, wie noch nie!“ Wer will da nicht gleich zugreifen?
Volkes soll Hoffnung auf eine gute Zukunft werden. Am Besten so viel wie möglich, auf Vorrat und für
Die Botschaft der Kapitel 40 bis 55 können wir in schlechte Zeiten.
vier Abschnitte einteilen. Im ersten Abschnitt geht es
darum, das verzweifelte Volk aus seiner Klage her­
aus zu neuer Hoffnung zu rufen und zugleich be­ Auslegung
weisen, dass der Gott Israels dennoch in der Ge­ Der Anfang des 55. Kapitels bei Jesaja
schichte weiterwirkt. Wir finden hier zum einen macht mir den gleichen marktschreie­
Streit- und Gerichtsworte, in denen der Prophet den rischen Eindruck: „Her, wer Durst hat!
Klagen, Einwänden und Anklagen Israels antwortet Hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann
(40,12-31; 43,22-28; 45,18-19; 49,14-23.24-26; kommen! Kauft euch zu essen! Es kostet nichts!
50,1-3) – und wir entdecken Heilsworte, in denen Is­ Kommt, Leute, kauft Wein und Milch! Zahlen braucht
rael Gottes Zuwendung und Gottes Hilfe zugesagt ihr nicht!“ Ich stelle mir vor, wie bei diesen Worten
wird (die sogenannten „Heilsorakel“ 41,8-13.14-16; die Leute in Massen kamen und dem Rufer dieser
43,1-4.5-7; 44,1-5.12-13; 54,1-6 und Heilsankündi­ Worte die Waren förmlich aus der Hand rissen.
gungen 49,7-12[?]; 41,17-20; 42,14-17.18-25; Schneller als man schauen konnte, war Jesaja aus­
43,16-21; 45,14-16; 48,1-11.17-1-54,7-10). Diese verkauft.
Heilsworte bestimmen die ganze Botschaft des so­ Doch ich vermute, dass die Leute ein wenig anders
genannten 2. Jesajas (Deuterojesajas). Im zweiten drauf waren. Sie hatten in den letzten Jahren schon
Abschnitt ist das Verhältnis zwischen dem leben­ soviel Leid, Entbehrung, Enttäuschung erlebt, dass
digen Gott Israels und anderen Göttern dargestellt. sie ihren Ohren – und diesen Worten - nicht trauten.
Hier geht es um den Machtanspruch, wer die Ge­ Immer wieder traten solche Propheten des Heils auf
schicke und die Geschichte der Welt lenkt (41,1- und immer ging es auf Kosten des einfachen
5.21-29; 43,8-15; 44,6-8.21-22; 45,9-13.20-25; 46,9- Mannes von der Straße aus. So leicht vertrauten sie
11; 48,12-16). Der dritte Abschnitt nimmt den sicher nicht diesem neuen Ruf.
Trostruf des Prologs (40,1-2 und 9-11) auf. Es ist ein Doch mit der Botschaft des Jesaja war es anders.
Loblied über die künftige Befreiung (42,10-13; Da schien kein haken an der Sache zu sein –
44,23; 45,8; 48,20-21; 49,13; 52,7-12). Für den augenscheinlich hatte Jesaja persönlich nichts da­
vierten Teil sind die sogenannten Gottesknechtlieder von. Irgendwelche versteckten Kosten waren auch
charakteristisch (42,1— 4 [mit 5-9]; 49,1-6; 50,4-9 nicht zu entdecken. Gott erneuert die Zusagen, die
[mit 10-11]; 52,13-53,12) – das bekannteste ist der Gott dem König David gegeben hat. Sie sind keines­
Abschnitt aus Jesaja 53 1-12. wegs ungültig geworden und die zeit der Erfüllung
„Hoffnung auf eine gute Zukunft“
Jesaja 55,1-13

wird kommen. Als Beweis dient die Herrschaft König schütte mein Herz aus – ich formuliere meine Klage. Dezember 1
Davids selbst, wie wunderbar ist er geführt worden Ich merke, wie ich ruhiger werde, wie der Blick sich
und hat die Höhen und Tiefen seines Lebens mit der öffnet, wie die Niederlage von mir abfällt.
Hilfe Gottes durchstanden. Und so wie er von Gott Gestärkt und aufrecht kann ich wieder meinen Weg
zu Ehren gebracht wurde, soll nun jeder Einzelne aufnehmen. Ich bin gewiss, dass Jesus mein Freund
des Volkes – jeder noch so geringe Mensch zu ho­ und Begleiter ist. Die seine Zusagen in der Bibel
hen Ehren gebracht werden. trösten und halten mich. Ich darf neuanfangen –
„Was müssen wir dafür tun?“ fragten die Menschen vergeben und vergessen. Welch ein Freund ist un­
der damaligen Zeit. „Sucht Gott und er ist jetzt zu ser Jesus…
finden! Ruft nach ihm, er ist jetzt so nahe, dass er
euch hören kann!“ - Das ist die Botschaft des Jesa­
ja. Von der Ferne in die Nähe Gottes ein Lebens- Gebet
und Menschheitstraum wird für das versklavte Volk „Herr, ich danke dir, dass du Freund und
Israel wahr. Begleiter sein willst. Du freust dich, wenn
Enttäuschte und verzweifelte Menschen, die sich auf ich glücklich und erfolgreich bin. Du trägst mich,
der Suche befinden gab und gibt es – damals wie wenn ich traurig und niedergeschlagen bin. Du hilfst
heute. Und nicht nur ältere Leute haben in ihrem mir wieder auf. Du schenkst mir gute Freunde an
Leben Enttäuschung, Verletzung und ihren die Seite, die mittragen und weiterhelfen. Deine
Schmerzen erfahren. Nicht nur sie suchen nach Güte reicht soweit der Himmel geht und dafür lobe
dem letzten Strohhalm. Auch Kindern und jungen ich dich. Amen.“
Leuten steht die Qual im Gesicht geschrieben. Be­
lastungen fühlen auch schon die jüngsten der
Gesellschaft. Lieder
Hier wird uns von dem Gott erzählt, der seine Zu­ JSL 13 Gott, mein Herr, es ist mir Ernst
sagen hält und uns wunderbares verheißt. Sollten JSL 1 Alles jubelt, alles singt
wir auf ihn nicht hören? Seinem Ruf folgen? JSL 106 Gottes Liebe ist wie die Sonne

Anwendung
Das Thema persönliche Niederlagen und
Frusterfahrungen ist ein sehr heikler
von Christian Reifert
Punkt und muss behutsam angesprochen
werden. Wer gibt sich schon gerne eine Blöße? Wer
geht schon gerne mit seinen Defiziten hausieren?
Das wird bei den Kindern der Gruppe nicht anders
sein. Wie gehe ich meine Niederlagen um? Was
machen Niederlagen mit mir? Wer steht mir in Nie­
derlagen bei?
Was hat mir im Angesicht einer Niederlage gehol­
fen? Was hat mich wieder auf die Beine gebracht?
Ich brauche nach Niederlagen meinen geschützten
Raum, in den ich mich zurückziehe. Da fühle ich
mich wohl. Da ist alles an seinem Platz. Dort bleibt
die Niederlage vor der Tür und ich kann mich geben
wie ich will. Unbeobachtet von meiner Familie und
den Freunden. In diese Geborgenheit hinein, rede
ich mit Jesus und Gott dem Vater im Himmel. Ich
„Gott wird Mensch“
Lukas 1,26-33

Theologische Werkstatt war eine Jungfrau, also noch keine Ehefrau, aber Dezember 3
Der beschreibt die zweite Ankündigung rechtlich dem Joseph schon als Frau zugehörig.
einer besonderen Geburt. Sechs Monate Auch mit diesem Geschehen erfüllt sich die alttes­
sind vergangen, seit der Engel des Herrn dem Za­ tamentliche Verheißung aus Jes 7,14: „Siehe, eine
charias die Schwangerschaft seiner Frau Elisabeth Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebä­
mit seinem Sohn Johannes ankündigte. Nun er­ ren, den wird sie heißen Immanuel“ (das bedeutet
scheint der Engel Gabriel der Maria, um die Geburt „Gott ist mit uns“).
des Sohnes Gottes anzukündigen. Maria war die Maria wird ein besonderer Gruß des Engels zuteil.
Cousine von Elisabeth. Die Umstände, wie auch Mit der Bezeichnung „Begnadete“ wird ausgedrückt,
Marias Reaktion sind anders als bei Zacharias. Die dass etwas Besonderes von Gott an ihr geschehen
Ankündigung findet nicht im Tempel statt, sondern in wird: Gott vertraut ihr seinen Sohn an. Sie hat Gna­
der häuslichen Umgebung einer Israelitin. de vor Gott gefunden, zudem war es noch unge­
Johannes wird der Vorbote des Messias sein, wöhnlich, eine Frau überhaupt zu grüßen; in der Be­
Marias Kind der Messias selbst. Johannes wurde gegnung des Engels mit ihr wird deutlich, dass die
von seinem Vater Zacharias gezeugt und noch im Zeit der Gnade angebrochen ist.
Mutterleib vom Heiligen Geist erfüllt, Jesus wurde Ihr Erschrecken über diesen Gruß zeigt, dass es
durch den Heiligen Geist selbst gezeugt. Während keinen Anlass für einen überirdischen Zug an ihr
Zacharias der Ankündigung nicht glaubte, und bis gibt.
zur Geburt darüber schweigen muss, nimmt Maria Maria soll dieses Kind „Jesus“ nennen, das bedeutet
das Geschehen zwar mit Erschrecken, aber doch „Gott rettet“. Wer er ist, wird in den Namen deutlich,
mit einem offenen Herzen an. Das Ereignis ge­ die über ihn gesagt werden: „Sohn des Höchsten“,
schieht in Nazareth in Galiläa, nicht in Jerusalem. „auf dem Stuhl des Vaters David“, „ein König über
Galiläa liegt im Norden Israels. Diese Gegend als das Haus Jakob ewiglich“, „sein Königreich wird kein
Zuhause des Messias erfüllt die alttestamentlichen Ende haben“. Hier werden Anklänge deutlich an die
Verheißungen wie etwa bei Jesaja 8,23: „Hat er zur Ankündigung des Messias in Jesaja 9,5f: „Denn uns
vorigen Zeit gering gemacht das Land Sebulon und ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und
das Land Naphtali, so wird er es hernach zu Ehren die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt
bringen, den Weg am Meere, das Land jenseits des Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friede­
Jordans, der Heiden Galiläa.“ Oder Jesaja 9,1: „Das fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des
Volk, das im Finstern wandelt sieht ein großes Licht Friedens kein Ende auf dem Stuhl Davids und in sei­
und über die da wohnen im finstern Land scheint es nem Königreich, dass er´s zurichte und stärke mit
hell.“ Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewig­
Der Engel Gabriel überbringt als Bote die Nachricht keit.“ Der Engel Gabriel bestätigt Maria, dass das
von der Zeugung und Geburt Jesu. Die Wirklichkeit Kind in ihr, vom Heiligen Geist gezeugt, Gottes
der Engel wird durch die ganze Bibel bezeugt als Sohn sein wird.
Boten Gottes, die auch in Menschengestalt be­ Der Text beinhaltet die brisante Frage nach der
gegnen können. Eine besondere Verehrung kommt Jungfrauengeburt. Was nach menschlichem Er­
den Engeln nicht zu. Gabriel ist neben Michael ein messen unvorstellbar erscheint, beinhaltet theolo­
besonderer Engel, ein sogenannter Erzengel mit gisch wichtige Aussagen. Die Zeugung durch den
einem besonderen Rang. Er wird bereits im AT, im Heiligen Geist stellt den göttlichen Ursprung der
Buch Daniel 8,16 und 9,21 erwähnt, indem er Daniel Gottessohnschaft Jesu dar – Gott hat nicht einen
die Vision auslegt. Menschen als Sohn erwählt, der Sohn Gottes ge­
Maria war eine bis dahin unbekannte Frau, die aber hörte von Anfang an zur Einheit der Dreineinigkeit
aus der Nachkommenschaft Davids stammte und von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Wichtig wird
damit die Linie Jesu als „Davidssohn“ (2. Samuel dieser Umstand zum einen für den Aspekt der Sünd­
7,12-13) ermöglichte. Sie war die Verlobte des losigkeit Jesu, denn nur, weil er ohne Sünde war,
Josef, der aus der Nachfolge Davids stammte. Sie konnte er den stellvertretenden Tod für uns Sünder
„Gott wird Mensch“
Lukas 1,26-33

auf sich nehmen. Als „richtiger Mensch“ (vom Men­ Erzählen Dezember 3
schen gezeugt) könnte sich Jesus aber nicht von Maria war bei sich zu Hause und verrich­
der Sündlosigkeit (der Ursünde Adams) losspre­ tete ihre Arbeit wie jeden Tag. Sie wohnte
chen. in Nazareth, einer kleinen Stadt im Norden Israels,
So schwer diese Jungfrauengeburt auch vorstellbar in Galiläa. Hier passierte nichts Bedeutendes und
ist, sie ist der Weg Gottes, seinen Sohn Mensch Jerusalem, die Hauptstadt war weit weg.
werden zu lassen. Das ist das Werk eines Gottes, Maria war schon so gut wie verheiratet. Sie war
bei dem jedes Detail seine begründetet Bedeutung verlobt mit Joseph, war ihm fest versprochen als
hat und dem nichts unmöglich ist. Ehefrau. Aber die Hochzeit hatte noch nicht stattge­
Für Jungscharler muss diese Frage allerdings noch funden.
nicht thematisiert werden, sondern kann der Wie das Leben mit Joseph wohl werden würde?
Schwerpunkt auf den Zielgedanken gelegt werden. Würden sie glücklich werden? Würden sie eine
große Familie haben? Aber noch war es nicht soweit
Zielgedanke und sie hatte noch eine menge zu tun.
Gott wird Mensch! „Gott macht sich ganz klein, um Auf einmal hörte Maria etwas. Sie schaute sich im
zu uns zu kommen.“ Haus um und erschrak. Da stand jemand vor ihr,
den sie nicht kannte. Es war der Engel Gabriel. Er
sah freundlich aus und es umgab ihn etwas Fried­
Fragen an die Mitarbeitenden volles und Glänzendes. Sie hatte keine Angst, sie
Sprecht in der Mitarbeiterrunde über den war überrascht. Da sprach er zu ihr: „Ich grüße dich,
Text. Welches Bild habt ihr von Maria? die du begnadet bist unter allen Frauen.“ Maria
Welches Bild habt ihr im Gegenzug von dachte: Was ist das für ein Gruß? Normalerweise
Zacharias? Was empfindet ihr als „menschliches“ wird eine Frau nicht gegrüßt und schon gar nicht mit
Verhalten? Wo denkt ihr, wird das allgemeine Bild diesen Worten. Und der Engel sprach weiter: „Hab
von Maria heute völlig überzogen? keine Angst, Maria. Du hast Gnade bei Gott ge­
funden. Du wirst schwanger werden und einen Sohn
bekommen; und diesen sollst du Jesus nennen. Er
Einstieg wird der Sohn des Höchsten genannt werden. Er
In der Mitte liegen ein aufgeblasener wird der Nachkomme Davids sein, den Gott durch
großer Wasserball und eine kleine die Propheten vorausgesagt hat, der Messias; er
Tupperdose. (Die Tupperdose sollte so wird ein König sein, der ein ewiges Reich hat.“
klein sein, dass der Ball wirklich nicht in sie hinein­ Was für eine Nachricht. Die junge Maria, die im
passt.) Frage an die Kinder: Wie passt etwas so Norden Israels lebte, die keiner kannte, die sollte die
Großes in etwas so Kleines? (Kinder versuchen, die Mutter des erwarteten Messias sein? Wie sollte das
Luft aus dem Wasserball zu lassen und ihn so klein möglich sein?
zu bekommen, dass er in die Tupperdose passt. Maria fragte den Engel: „Aber wie kann ich
Vielleicht kommt jemand auf die Idee, eine größere schwanger werden? Ich bin noch gar nicht verhei­
Dose zu finden. Dazu wird angemerkt, dass es ratet. Wer soll denn der Vater sein? Der Engel ant­
keine andere Dose geben kann, weil die Aufgabe wortete ihr: „Der Heilige Geist wird der Vater sein.
besteht, den Ball in diese Dose zu bekommen. Seine Kraft wird bewirken, dass Gottes Sohn in dir
Etwas Großes passt nicht in etwas Kleines. Ich als Kind heranwächst. Darum wird dieses Kind auch
möchte euch davon erzählen, dass Gott so etwas heilig sein und Gottes Sohn sein. Bei Gott ist nichts
möglich gemacht hat. Hört einmal genau zu, was er unmöglich.“ Maria antwortete: „Ich will dem Herrn
getan hat; und vielleicht habt ihr dann auch eine dienen. Mir soll geschehen, wie du es gesagt hast.“
Idee, warum er das getan hat. Und auf einmal war der Engel wieder
verschwunden.
„Gott wird Mensch“
Lukas 1,26-33

Anwendung Gebet Dezember 3


Etwas Großes wird klein. „Jesus, ich danke dir, dass du zu uns auf
Gott wird Mensch, weil sein Sohn als ein die Erde gekommen bist. Als Sohn Gottes
kleines Kind in einer Frau heranwächst bist du gekommen – aber du hast dich klein
und auf die Welt kommt. Das ist nur schwer vorzu­ gemacht und hast von Anfang an mitbekommen,
stellen. Wir kommen dabei an Grenzen, denn wenn was es heißt ein Mensch zu sein. Ich danke dir,
schon ein großer Ball nicht in eine kleine Dose dass du uns verstehst und auf uns eingehst. Danke,
passen kann, wie kann denn Gott, der die ganze dass wir zu deinem ewigen Reich dazu gehören
Welt geschaffen hat, so klein werden, dass er in den dürfen, wenn wir an dich glauben. Jesus, hilf uns
Mutterleib einer Frau passt? diesem Glauben. Amen.“
Gott ist alles möglich, deswegen konnte er das tun.
Aber warum hat er das getan? (Antworten der
Kinder sammeln.)
Der Name „Jesus“ ist Programm. Gott hat seinen Lieder
Sohn mit einem bestimmten Auftrag auf diese Welt JSL 134 Mit den Hirten will ich gehen
gesandt. Dieser wird deutlich in all den Namen, die JSL 84 Jesus Christus kam für dich
mit seiner Geburt angekündigt werden: Er wird JSL 27 Danke, Herr Jesus, hab Dank...
König eines ewigen Reiches sein, das Gottes Reich
ist und er wird den Menschen den Weg zu diesem
Reich eröffnen. „Gott rettet“ bedeutet, dass Jesus
unser Retter wird, damit wir zum ewigen Reich Von Marika Kürten
Gottes dazu gehören. Dafür wurde er nicht nur ge­
boren, dafür ist er auch gestorben als einzig Sünd­
loser, weil er Gottes Sohn war, um uns das ewige
Leben bei Gott zu ermöglichen.
Die Liebe hat ihn dazu getrieben, weil Gott in sei­
nem Reich mit uns Menschen zusammen sein will.
Er hat sich klein gemacht, um uns groß zu machen.
Er ist Mensch geworden, damit wir Kinder Gottes
werden können. Gott hat Sehnsucht nach uns.
Mit Maria fing es an, dass Gott in ihr wohnen wollte.
Gott will auch in uns wohnen, in unserem Herzen.
Maria antwortete: Ich will dem Herrn dienen, mir soll
so geschehen. Wenn wir wollen, dass Gott in un­
serem Leben und in unserem Herzen wohnt, können
wir das genauso sagen: „Ich will dem Herrn dienen.
Mir soll so geschehen.“ Dann wohnt Gott auch in
uns.
Gott sieht mich – egal wo ich bin
Psalm 139,1-6

Theologische Werkstatt mir her! Ständig bist du da… Du kannst mir gestoh­ Dezember 3
Dieser Psalm ist ein Bekenntnis. Er ist ein len bleiben!“, und dann lief sie weg. Seitdem ist Jo­
Bekenntnis zu Gottes Größe und Unfass­ hannes sauer auf Anna. Und Anna auf Johannes.
barkeit. Die Verse erzählen davon, dass ein Mensch Sie reden nicht mehr mit einander und angucken tun
es aufgibt, Gott verstehen zu wollen. Der Psalmbe­ sie sich auch nicht mehr. In der Schule hat Anna
ter bekennt vor Gott sein „gläsernes“ Wesen: Gott sich von Johannes weggesetzt und Johannes hat
sieht alles, durchdringt alles – nicht nur den Körper, gesagt, dass ihm das ganz recht ist.
sondern vor allem den Geist. Nichts ist vor Gott ver­ Am Nachmittag geht Anna alleine spielen, ohne Jo­
borgen – alles liegt vor ihm wie ein aufgeschlagenes hannes. Auf dem Weg nach Hause kommen ihr
Buch. Aber diese absolute Kontrolle macht dem große Jungs entgegen. „Oh nein.“, denkt Anna,
Psalmbeter keine Angst – im Gegenteil. Er betet: denn die Jungs sind gemein und ärgern die
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Kleineren immer. „Na, du Kröte!“, tönt es da auch
Hand über mir...“ (Lutherübersetzung). Der Psalm ist schon: „Heut ohne deinen Freund unterwegs?“ „Ich
demnach ein Bekenntnis zur Güte Gottes. Vor Gott kann schon alleine laufen und brauch' den nicht als
liegt alles offen – nichts ist vor ihm verborgen. Aber Aufpasser!“, versucht Anna mutig zu rufen. Die
es ist für den Psalmbeter nicht bedrohlich. Er Jungs bilden einen Kreis um sie und lachen sie aus.
vertraut sich Gott an und vertraut auf Gottes Schutz Annas Mut verschwindet. Wenn jetzt Johannes da
(„... du hältst deine Hand über mir“). wäre… Plötzlich ruft jemand: „Lasst sie in Ruhe!“ Es
ist Johannes, der angerannt kommt. Er packt Anna
Fragen an die Mitarbeitenden bei der Hand und läuft mit ihr davon.
Besprecht in der Mitarbeiterrunde diese Als sie weit genug entfernt sind, schauen sich beide
Verse. Tragt zusammen, wie es euch lange an. „Danke.“, sagt Anne leise. „Besten
damit geht, dass euer Leben, eure Ge­ Freunden hilft man doch“, lacht Johannes sie an.
danken und euer Handeln offen vor Gott ist – er Am Abend verabschieden sie sich beide und ver­
sieht alles, hört alles, nimmt euer Denken und Füh­ sprechen einander, am nächsten Morgen zu­
len, die Freude, den Zorn, Ärger, Glück, etc. wahr. sammen in die Schule zu gehen, so wie vor dem vor
Für manchen ist diese Vorstellung bedrohlich. Ande­ dem Streit. – Als beste Freunde. Abends im Bett
re fühlen sich beschützt. Wie geht es euch damit? liegt Anna noch lange wach. „Wie schön es ist, Jo­
Betet gemeinsam und sprecht mit Gott über eure hanns als besten Freund zu haben. Er kennst mich
Gedanken. Sagt ihm, was euch an diesem Psalm durch und durch. Es tut gut jemanden wie ihn zu
gefällt – und auch, was euch unbehagen macht. haben, der auch ohne Worte weiß wie es mir geht.“,
denkt sie. Bei diesem Gedanken muss sie lächeln
Erzählen und schläft ein.
Anna und Johannes sind beste Freunde.
Sie kennen sich schon, seit sie auf der Anwendung
Welt sind. Johannes weiß was Anna Fragen an die Jungschar-Kinder: Kennt ihr
denkt und Anna braucht Johannes nur anzusehen, das auch? – Das Gefühl, dass euch je­
um genau zu wissen wie er sich fühlt. Sie haben mand durch u durch kennt? Ist es euch
keine Geheimnisse voreinander und kennen von der schon mal passiert, dass alle gegen euch zu sein
kleinsten Sommersprosse bis zur Lieblingseissorte scheinen, aber einer da ist der zu euch steht? Ein
alles vom anderen. Sie machen alles zusammen. bester Freund/ eine beste Freundin? König David
Alles? – Nein. Seit gestern nicht mehr. Gestern hat’s schrieb mal einen Psalm, ein Lied, für Gott. Er war
gekracht. Joannes wollte nur wissen was Anna in umgeben von Feinden und wusste nicht wem er
der Mathearbeit hatte. „Du bist ja schlimmer als noch trauen konnte. Es gab niemanden mit dem er
meine Eltern!“, hat Anna ihn angeschrieen: „Die vertrauensvoll reden konnte, selbst seinen engsten
wollen auch immer alles ganz genau wissen. Mitarbeitern misstraute er. In dieser schlimmen
Außerdem nervst du mich! Ständig läufst du hinter Lage, schriebt er ein Lied für Gott.
Gott sieht mich – egal wo ich bin
Psalm 139,1-6

Auslegung Gebet Dezember 3


Lest gemeinsam Psalm 139, 1-6 „Vater im Himmel, du siehst alles. Du ver­
Der Psalmbeter – Es ist König David, er­ stehst alles, was ich denke und fühle. Du
kennt, dass allein Gott ihn kennt und ver­ weißt, worüber ich nachdenke – was mich freut und
steht. Allein Gott ist für ihn. Wenn man alleine ist was mir Angst macht. Großer Gott, danke, dass du
und alle gegen einen sind, dann bekommt man das auf mich aufpasst und auf mich acht hast. Danke,
Gefühl, dass einen keiner beachtet und niemand dass ich mich dir anvertrauen kann. Amen.“
einen achtet. David erkennt, dass er nicht alleine ist.
Gott ist da. Er weiß alles von ihm und sieht jeden
seiner Schritte. Obwohl kein Mensch für David da Lieder
ist, vertraut er darauf, dass Gott auf ihn acht gibt. Er JSL 124 Ich sitze oder stehe
ist immer bei ihm und umgibt ihn von allen Seiten JSL 106 Gottes Liebe ist wie die Sonne
und hält ihn fest in seiner Hand. Das was David in JSL 51 Gott schuf die Sonne,
seinem Lied an Gott schreibt, gilt auch für und: „Gott die Sterne, den Mond
durchschaut auch dich, er kennt dich bis auf den
Grund. Ob du sitzt oder stehst, er weiß es, er kennt
deine Pläne von ferne. Ob du wachst oder, ruhst er
sieht dich. Jeden Schritt den du machst, ist ihm be­
kannt. Noch ehe ein Wort auf deine Zunge kommt,
hat er er schon gehört. Von allen Seiten umgibt er
dich, du bist ganz in seiner Hand. Dass er dich so
durch und durch kennt, übersteigt vielleicht deinen
Verstand, vielleicht ist es dir zu hoch und du kannst
es nicht fassen. Aber dein himmlischer Vater kennt
dich durch und durch.“ Von Mareike Skjellet