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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien Verfasser: Bogdan UDUDEC Muttersprachliche Assistenz: Jonas
Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien Verfasser: Bogdan UDUDEC Muttersprachliche Assistenz: Jonas
Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien Verfasser: Bogdan UDUDEC Muttersprachliche Assistenz: Jonas

Bildung in Tertiärbereich

Deutschland und Rumänien

Verfasser: Bogdan UDUDEC Muttersprachliche Assistenz: Jonas WOLTERSTOFF Lizenzstudiengang: European Studies, 3. Semester Lehrveranstaltung: Europäische Gesellschaften in Vergleich. Eine Einführung in Geschichte, Gesellschaftsstrukturen und soziale Ungleichheiten Dozent: Ronny SCHOLZ Kontakt: ududec.b@gmail.com 049 176 38 48 13 17

Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

Bildung in Tertiärbereich – Deutschland und Rumänien Bogdan Ududec – „Hochschulzugang“ 15.März.2011 II

Bogdan Ududec – „Hochschulzugang“ 15.März.2011

II

Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1

1 Bildung und soziale Ungleichheit

3

1.1 Soziale Ungleichheiten, Sozialstruktur, Klassengesellschaft

3

1.2 Bildung als Ressource kulturelles Kapital

5

1.3 Elitenbildung und soziale Reproduktion

7

2 Systemvergleich Tertiärbereich in Deutschland und Rumänien

11

2.1 Struktur und Einrichtungen

11

 

2.2 Zugang

12

2.3 Finanzierung

13

3 Empirische Befunde im Vergleich

15

3.1.1 Stellung des Vaters im Beruf

16

3.1.2 Stellung der Mutter im Beruf

17

3.2

Höchstes erworbenes Bildungsniveau

17

3.2.1 Höchstes erworbenes Bildungsniveau des Vaters

18

3.2.2 Höchstes erworbenes Bildungsniveau der Mutter

19

3.3

Fazit und Kritik

19

Schlussfolgerung

22

Literaturverzeichnis

I

III

Einleitung

„Reiche Eltern – für alle“; „Freie Bildung für alle“ Unter Mottos wie diesen protestierten im

Jahr 2009 Studierende bundesweit gegen die Bologna-Reform. 1 Ähnliche Proteste lassen sich

auch in anderen europäischen Länder beobachten. Studierende verlangen vor allem einen freien

Zugang zu den Hochschulen. Sie argumentieren, dass wegen der hohen Leistungsdruck sie nicht

mehr erwerbstätig sein können, um ihre Studiums- und Lebenskosten zu decken. Die Chancen-

gleichheit sollte dadurch beschränkt sein. Darüber hinaus, haben viele Universitäten Studienge-

bühren eingesetzt, die den Zugang nochmals einschränken. Dadurch sind sowohl der Zugang zu

den Hochschulen, als auch die Qualität der Bildung von finanziellen Mittel der Eltern abhängig. 2

Das hieße, dass Hochschulbildung einem „Privilleg der Eliten“ entspräche. Die studentische Pro-

testen kennzeichnen sowohl die Unverständnis und Unmut gegenüber ungünstigen Reformen, als

auch die Angst vor der Vertiefung der sozialen Ungleichheiten

In diesem Kontext legt sich der Fokus, der die gesellschaftlichen Aufmerkamkeit erneut auf

Fragen zum Thema Ungleichheit im Bildungswesen, die den Ausgangspunkt dieser Arbeit dar-

stellen In Rahmen dieses Themas werden die herkunftsbezogene soziale Ungleichheiten in dem

Tertiärbereich der Bildungswesen Deutschlands und Rumäniens vergleichend betrachtet.

Als Zentrum der vorliegenden Arbeit gelten dementprechend die folgende Leitfragen: „Ha-

ben Kinder aus deutschen Arbeiterfamilien einen schwierigeren Zugang zum Hochschulwesen

als Kinder von den Mittel- und Oberschicht?“, „Ist der Tertiärbereich des Bildungssystems in

diesen Sinne eher eine Sache der Eliten?“, „Wie ist die Situation in eine Transformationsland

wie Rumänien?“. Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird den gesellschaftlichen Vergleich empiri-

scher Befunde über herkunftsbezoge soziale Ungleichheiten in der Tertiärbereich sein.

In dem ersten Kapitel werden die wichtigsten Begriffe des Themenfelds erklärt und einige

theoretische Einsätze zum Thema soziale Ungleichheit und Elitenbildung dargestellt. Der näch-

ste Teil wird den Aufbau des Tertiärbereichs in Rumänien und Deutschland vergleichen. Das

1 Tillman, Steffen. “Bildungsstreik: "Reiche Eltern – für alle" | Studium | ZEIT ONLINE.” Zeit.de, July 11, 2009. http://www.zeit.de/studium/hochschule/2009-11/bildungsstreik-berlin- demo 2 Hoppe Nicole. „Studieren – ein Traum?“ Audimax online, 1. Ausgabe 2010,

http://issuu.com/audimax/docs/am_bs_0101

Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

dritte Kapitel wird anhand empirischer Befunde die herkunftsbezogenen sozialen Ungleichheiten im Hochschulwesen in Rumänien und Deutschland vergleichen.

Für diese Hausarbeit wurde sowohl Primärliteratur als auch Sekundärliteratur verwendet. Ei- nen sehr wichtigen Rolle spiellen sowohl Statistiken, als auch einzelne Artikel aus Fachwörter- bücher, Zeitschriften und aus dem Internet. Die Methoden der wissenschaftlichen Arbeit für die vorliegende Hausarbeit sind grundsätzlich die des wissenschaftlichen Vergleichs.

In der Fachliteratur gibt es sehr viele Arbeiten über Bildung und soziale Ungleichheit. Es gibt zahlreiche Arbeiten die sich direkt auf den Tertiärbereich beziehen, aber es sind wenige, die einen Vergleich zwischen Rumänien und Deutschland herstellen und sogar noch weniger Arbei- ten, die noch aktuell sind.

2

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1 Bildung und soziale Ungleichheit

Obwohl ein Slogan wie „Reiche Eltern – für alle“ sehr einprägsam ist, etsteht doch die Frage, inwiefern ist so einen Ausdruck begründbar? Gibt es herkunftsbezogene soziale Ungleichheiten im Bezug auf das Hochschulsystem? Das nächste Kapitel wird versuchen, eine Antwort auf diese Frage in densozialwissenschaftlichen Theorien zu finden.

Das erste Unterkapitel wird einige soziologische Grundbegriffe und Konzepte erklären und das Konzept von Klassengesellschaft bei Pierre Bourdieu darstellen. Das zweite Unterkapitel wird das Konzept von Bildung als gesellschaftliche Ressource durch die bourdieuische Theorie des Kulturkapitals erklären. Das dritte Unterkapitel wird auf die soziale Reproduktion durch Bil- dung und auf die Entwicklungstendenz bezogen auf soziale Ungleichheit im deutschen Tertiärbe- reich des Bildungssystems eingehen.

Dieser theoretische Ansatz ist immanent, um die allgemeinen Rahmenbedingungen des ge- sellschaftlichen Vergleichs im zweiten und dritten Kapitel zu verstehen. Die Strukturen und die empirischen Befunde werden anhand dieses theoretischen Teils analysiert.

1.1 Soziale Ungleichheiten, Sozialstruktur, Klassengesellschaft

Um das umfassende Verständnis der soziologischen Rahmenbedingungen zu gewährleisten, bedarf in ersten Linie einer Erklärung der wichtigsten Begriffe. Ein Schlüsselbegriff der Sozio- logie, ist soziale Ungleichheit. Soziale Ungleichheiten beziehen sich grundsätzlich auf die Fol- gen der Bewertung, Anerkennung, Privilegierung, Rechte-Pflichte-Situation, Einkommen- oder Vermögenslage einzelner Menschen in der Gesellschaft. Damit entsteht die vertikale Sozialstruk- tur. 3

Sozialstruktur als soziologischer Grundbegriff bezeichnet eine relativ dauerhafte und stabile, gefügeartige und einen „im Zuge kultureller Evolution zunehmend komplexer gewordenen Auf- bau des gesellschaftlichen Wirunkszusammenhanges, der aus der existentiellen notwendigen Kooperation von Menschen hervorgegangen ist“. Diese Definition umfasst beide Extensionen (Makro- bzw. Mikrosoziologischer) des Begriffs Gesellschaftsstruktur 4 . Besonders interessant für diese Arbeit wird die der makrosoziologische Perspektive sein, aufgrund der vertikalen Schichtung der Gesellschaft.

3 Hillman, Karl-Heinz: Wörterbuch der Soziologie, Verlag Alfred Kröner, 4. Auflage, Stuttgart, 1994

4 Ebd.

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Eine der bekannteste Theorien zur sozialen Schichtung der Gesellschaft stamt von Karl Marx, die Besitz vonKapital als Grundkriterium für die Verteilung der Individuuen in Klassen festgelegt hat. Sein theoretischer Ansatz wurde später durch die Arbeit von Max Weber und zahlreiche andere Soziologen kritisiert und ergänzt. Die Theorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieu wurden auch auf der marxistischen Tradition aufgebaut, aber er wird internatio- nal von der wissenschaftlichen Gemeinschaft für seinen besonderen Beitrag zu dieser Theorie anerkannt. Während Marx eine Anatomie der ökonomischen Praxis zu entschlüsseln versucht habe, habe Bourdieu eine Ökonomie der Praxen, bzw. der kulturellen Praxiszu entschlüs- seln versucht. 5 Dadurch entwickelt Bourdieu in der marxistische Theorie ganz neue Aspekte.

Bourdieus Vorstellung von einer „Klassengesellschaft“ geht von einer Gesellschaft aus, in der sowohl die Chancen der Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum, als auch die Möglichkei- ten, die gesellschaftliche Entwicklung zu beeinflussen, ungleich verteilt sind. Diese Ungleichver- teilung bleibt über mehrere Generationen erhalten und ist auf sozialen Wandel widerständig. Bourdieu hat keine systematische Darstellung der Gesellschaftsstruktur entworfen, obwohl er konventionelle Benennungen von Klassen (z.B. Kleinbürgertum, Bauern, herrschende Klasse) in seinen Arbeiten und Untersuchungen verwendet hat. 6

Bei Bourdieu ist die Klassenstruktur auf Machtverhältnisse bzw. tiefgehende Macht- asymetrien aufgebaut. Er meint dass Kapitalbesitz in erster Linie vererbt sei und nur dann, durch weitere Investitionen erhalten und vermehrt werde. Er betrachtet Kapital als Machtphänomen, in welchem Macht das Monopol über bestimmte Möglichkeiten gibt, die formell in der Zukunft je- des Menschen enthalten seien. 7

Der Klassenbegriff bei Bourdieu enthält zwei Elemente, zweierlei Arten von Merkmalen. Die Erste sind die objektiven, kardinalen, substantiellen Merkmale, die Materialbezogen sind, wie zum Beispiel das Eigentum an Kapital, oder an verschiedenen Mitteln der Produktion und Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums. Die andere Kategorie von Merkmalen sind die se- kundären, ordinalen Merkmale, die mit der Beziehung zu anderen Klassen, mit Differenzen und

5 Krais, Beate: Bildung als Kapital in Kreckel, Reinhard : Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 218

6 Ebd. S. 215

7 Ebd.

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Rangunterschiede usw. zu tun haben. 8 Nur wenn diese beide Aspekte in Betracht gezogen wer- den, lässt sich die Sozialstruktur der Klassengesellschaft richtig erklären.

1.2 Bildung als Ressource kulturelles Kapital

Bildung gilt in modernen industriellen Gesellschaften als wichtiges Kriterium der sozialen Differenzierung. 9 In seinen Arbeiten beschäftigte sich der französische Soziologe Pierre Bour- dieu mit den Formen von Kapital in der Gesellschaft. In seiner Kapitaltheorie definiert Bourdieu das Kapital als akkumulierte Arbeit in Form von Materie bzw. in verinnerlichter, inkorporierter Form. 10

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Kapital, die prinzipiell einander gleichwertig sind. Ers- tens, ökonomisches Kapital, das unmittelbar und direkt in Geld konvertierbar ist und sich zur In- stitutionalisierung in Form von Eigentumsrecht eignet. Zweitens, kulturelles Kapital, das unter bestimmten Voraussetzungen in ökonomisches Kapital konvertierbar ist. Es eignet sich zur Insti- tutionalisierung in Form von schulischen Titeln. Drittens, soziales Kapital, das auch unter be- stimmten Voraussetzungen in Geld konvertierbar ist und als Kapital an soziale Verpflichtungen oder Beziehungen verstanden werden soll. Es eignet sich zur Institutionalisierung besonders in Form von Adelstiteln. 11 Alle drei Formen von Kapital tragen zur Festigung bzw. Verbesserung der sozialen Position bei. Ökonomisches Kapital ist die Kapitalart von der sich die anderen Bei- den ableiten. Da sie ineinander konvertierbare bzw. gegeneinander austauschbare Elemenete der Reproduktionsstrategien sind, gewinnen sie im Rahmen seiner Arbeiten an Bedeutung. 12

Kulturelles Kapital spielt ein besonders wichtigen Rolle in der Schichtungs- bzw. Klassen- theorie. 13 Bourdieu entwickelte seine Theorie über Kulturkapital aus seiner Analyse des französi- schen Bildungssystem und sie gilt als ein Bestandteil seiner Theorie der kulturellen Reprodukti- on der Gesellschaft. Er betrachtet Bildung als symbolische Form der Aneignung des gesellschaft-

8 Ebd. S 216

9 Ebd. S 199

10 Bourdieu, Pierre: ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in Kreckel, Reinhard: Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 183

11 Bourdieu, Pierre: ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in Kreckel, Reinhard: Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 185

12 Krais, Beate: Bildung als Kapital in Kreckel, Reinhard : Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 210

13 Ebd. S. 200

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lichen Reichtums und ist in diesem Sinne mit dem ökonomischen Kapital gleichrangig. 14 Kultur- kapital gilt sowohl als Mittel der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion, als auch als Produktionsinstrument, also als Mittel zur Aneignung von gesellschaftlichen Ressourcen. 15

Kulturkapital tritt in drei Formen auf. Die Erste befindet sich in verinnerlichtem, inkorpo- riertem Zustand, in Form einer dauerhaften Dispositionen des Organismusses. Die zweite Form des kulturellen Kapitals befindet sich in einem objektiven Zustand, in der Form von kulturellen Gütern, die sich verwirklicht haben und Spuren hinterlassen wie Bilder, Bücher, Instrumente,

u.Ä

Die letzte Form befindet sich in einem institutionalisierten Zustand, in der Form von Ob-

jektivationen (wie z.B. schulische Titeln), die den Besitz an kulturellem Kapital garantieren sol-

len. Insbesondere, verleihen Bildungstiteln den Individuen einmalige Eigenschaften, sodass sie eine entscheinde Rolle für die individuelle Aufstiegschancen bekommen. 16 Die institutionalisier- te Form ist für die Reproduktion sozialer Ungleichheiten von besonderer Bedeutung.

Man kann in kulturelles Kapital in Form von Bildung oder kulturelle Objekte investieren um materielle und symbolische Erträge zu gewinnen. Kulturkapital hat in diesem Sinne eine ökono- mische Bedeutsamkeit. Um als individuell angeeignetes Produktionsmittel zur Vermehrung und Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums zu fungieren, soll kulturelles Kapital inkorporiert werden. Da die Fähigkeiten und Kenntnisse in materiellen Produktionsprozessen anwendbar sind, soll die Investition in Bildungskapital eine Rendite erbringen. 17

Bildungskapital ist in seiner institutionalisierten, gesellschaftlich zertifizierten und anner- kannten Form meßbar und greifbar. Bildungszertifikate gelten als Maß für die Einschätzungen der investierten Menge an Bildungskapital und werden von sozialen Institutionen der Schule be- stätigt und garantiert. Diese verleihen eine Maßeinheit für das inkorporierte kulturelle Kapital. 18

Die bisher angesprochenen Ideen zur Bildung in Zusammenhang mit der Wirtschaft sind auch in der in den Wirtschaftswissenschaften entstandende Humankapitaltheorie zu finden, aber

14 Ebd. S. 201

15 Ebd. S. 211

16 Bourdieu, Pierre: ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in Kreckel, Reinhard: Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 185

17 Krais, Beate: Bildung als Kapital in Kreckel, Reinhard : Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 211

18 Krais, Beate: Bildung als Kapital in Kreckel, Reinhard : Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983, S. 211

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die besondere Leistung Bourdieus bezieht sich auf die Erkenntnis, dass für den Ertrag einer Bil- dungsinvestition, eher den Titel an sich und dessen Wert auf dem Markt, als die vermittelte Qua- lifikation und Produktivität, entscheidend ist. Bei Bourdieu hat Bildung nicht nur eine „techni- sche Reproduktionsfunktion“, sondern auch eine „soziale Reproduktionsfunktion“, die sich auf die Reproduktion der Stellung der Arbeitskräfte bzw. ihrer Gruppe innerhalb der Sozialstruktur bezieht. Das heißt, dass die nachträgliche soziale Stellung relativ unabhängig von der tatsächlich erworbenen technischen Fähigkeit ist. 19

Nach Bourdieu determinieren Bildungstitel den Zugang der Besitzer zu begehrten sozialen Positionen und Lebensformen. Nach ökonomischen Prinzip erhöht die Seltenheit von Diplomen, Zertifikaten, Berufsbeeihnungen, usw. ihre Wert auf dem Markt. Deshalb sind Bildungszertifika- te nicht nur Rechtstitel, sondern sie erstellen Rangordnungen, die den gesamten sozialen Raum strukturieren und ähneln in diesem Sinne Adelstiteln und Besitztiteln. 20

Also stehen Bildung und Kultur im Zusammenhang mit der Reproduktion von gesellschaft- lichem Eigentum und Herrschaftsverhältnissen. Bildung ist mehr als persönliches Gut. Bildung ist eher ein Element gesellschaftlichen Reichtums und Moment der gesellschaftlichen Reproduk- tion. 21

1.3 Elitenbildung und soziale Reproduktion

In der modernen Leisungsgesellschaft gilt in den meisten Fällen, dass der Zugang zu den oberen Schichten der Gesellschaft von einen Hochschulabschluss abhängig ist. Je exklusiver der Bildungstitel ist, desto größer sind die Aufstiegschancen. 22 Aber was heißt eigentlich „Leis- tungsgesellschaft“? Der Begriff Leistungsgesellschaft hat sich zusammen mit der Industriege- sellschaft entwickelt und bezieht sich auf die Vorstellung einer Leistungsordnung, welche gesell- schaftliche Strukturverhältnisse bestimmt. Diese Leistungsordnung geht davon aus, dass die Rechte und Privilegien jeder gesellschaftlichen Gruppe und jedes Individuums im Prinzip an dem bemessen sind, was ihnen als Beitrag zum gesellschaftlichen Gesamtprodukt zugeschrieben

19 Ebd. S. 212

20 Ebd.

21 Ebd. S. 217

22 Hartman, Michael: Leistungseliten Soziale Selektion durch Herkunft und Hochschule, in Ecarius, Jutta:

Elitebildung Bildungselite, Verlag Barbara Budrich, Opladen, 2006, S. 217

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wird /. 23 Das hieße, wie in der funktionalistische Elitetheorie, dass die soziale Öffnung der Hoch- schulen zu einer sozialen Öffnung des Zugangs zu den Eliten führen solle. Nach der modernisie- rungstheoretischer Hinsicht gibt es drei historische Instanzen des Werdegangs im Leben der Menschen: in der „Ständegesellschaft“ war der Mensch „das, als was er geboren war“; in der „industriellen Gesellschaft“ war der Mensch „was er hatte“; in der „modernen Gesellschaft“ ist der Mensch „was er kann“. 24 Trotzdem sind die Oberechicht und die obere Mittelschicht in dem Bildungswesen überrepräsentiert, während die Arbeiterklasse besonders stark unterrepräsentiert ist. Wissenschaftler nennen diese Phänomen, das „Bildungsprivileg“ der Ober- und Mittel- schicht 25 , die zu der Reproduktion der sozialen Ungleichheiten führt.

In diesem Kontext, stellt es sich die Frage „Wie ist ein derartiges Ungleichgewicht in einer Leistungsgesellschaft möglich?“. Besonders in dem Fall eines Wohlfahrtstaats wie zum Beispiel Deutschland, kann man nicht sagen dass die Möglichkeit nicht besteht, ein Hochschulstudium abzuschliessen. Wissenschaftler argumentieren, dass der Wille die höchsten Bildungs- und Be- rufsziele zu erreichen unterschiedlich ausgeprägt ist. Man spricht von „Schichtspezifischen Schulziele“ und die „Sozialschichtung der Bildungschancen“. 26

Kinder der Oberenschicht und oberen Mittelschicht haben vier mal so häufig bessere schuli- sche Leistungen als Arbeiterkinder. 27 Diese Situation ist vielleicht auf die familiiäre Herkunft zurückzuführen: Familien der oberen Schichten verleihen stärkere intellektuelle Anreize und mehr Unterstützung als die Familien der unteren Schichten. Darüber hinaus, sind die Eltern viel mehr motiviert, ihre Kinder mindestens auf ihr eigenes Bildungsniveau zu bringen. 28

Trotzdem, die je nach sozialer Herkunft stark differenzierende Beurteilung der Lehrkräfte spielt eine entscheidende Rolle für den schulischen Werdegang und lässt sich nicht ignorieren. Empirische Befunde haben bewiesen, dass Kinder die grundsätzlich ähnliche Leistungsfähigkei- ten haben, ganz unterschiedlich von den Lehrkräften beurteilt werden. Diese differenzierte Beur- teilung ist mit der sozialen Herkunft der Kinder verbunden. Sehr wichtig ist dabei die Tatsache,

23 Hillman, Karl-Heinz: Wörterbuch der Soziologie, Verlag Alfred Kröner Stuttgart, 4. Auflage, Stuttgart,

24 Hartman, Michael: Der Mythos von der LeistungsgeselitenSpitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirt- schaft, Politik, Justiz und Wissenschaft, Verlag Campus, Frankfurt/Main, 2002, S. 151

25 Hartman, Michael: Leistungseliten Soziale Selektion durch Herkunft und Hochschule, in Ecarius, Jutta:

Elitebildung Bildungselite, Verlag Barbara Budrich, Opladen, 2006, S.207

26 Ebd.

27 Ebd. S 208

28 Ebd. S. 208

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dass sich diese Mechanismen von der Grundschule bis hin zur Universität kontinuierlich wieder- holen. 29

Diese Befunde stehen im Wiederspruch mit der Vorstellung, dass die Einrichtungen des Bil- dungswesens den Auftrag haben, die Leistungsfähigkeit des Einzelnen zu dem ihm gemäßen Platz in der Gesellschaft zu lenken, ohne seine soziale Herkunft zu berücksichtigen. So zeigt sich , dass nicht allein individuelle Leistung den sozialen Ort des Einzelnen bestimmt . 30

Der Erwerb eines exklusiven Bildungstitels ist entscheidend für die Rekrutierung in die Eli- ten. 31 So ist der Zugang zum Hochschulen, die solche exklusive Bildungstiteln anbieten, oft nicht nur durch die Intelligenz, sondern auch durch der Besitz einer zur Institution „passende Persön- lichkeit“ ermöglicht. Aber der Begriff „passende Persönlichkeit“ bleibt offen. Bourdieu ist zu dem Schluss gekommen dass diejenigen begünstigt sind, die einen ähnlich gehobenen sozialen Hintergrund (auch unbewusst - durch Verhaltensweise, sprachliche und andere Ausdrucksfor- men) aufweisen können, wie der Verantwortungs-/Entscheidungsträger. Soziale Ähnlichkeiten werden gesucht und prämiert. 32 Es ist zu bemerken, dass die Kandidaten, die aus dem oberen Mi- lieu stammen, einen ähnlichen sozialen Habitus 33 haben wie die meisten Personen die für die Auswahl zuständig sind. 34

Gilt aber das bourdieuische Prinzip der sozialen Ähnlichkeiten auch im Wohlfahrtstaat Deutschland? Zwei Punkte der Bildungsreformen im Tertiärbereich können auf eine Antwort hinweisen: Hochschulinterne Auswahlverfahren; Aufhebung des Verbots von Studiengebühren. Diese zwei Prozesse allein tragen zu einer Limitierung des Hochschulzugang bei. 35 Außerdem erhöhen die Reformen des Bolognaprozesses den Leistungsdruck da es fast nicht mehr möglich

29 Ebd.

30 Hartman, Michael: Der Mythos von der LeistungsgeselitenSpitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirt- schaft, Politik, Justiz und Wissenschaft, Verlag Campus, Frankfurt/Main, 2002, S. 151

31 , Michael: Leistungseliten Soziale Selektion durch Herkunft und Hochschule, in Ecarius, Jutta: Elitebil- dung Bildungselite, Verlag Barbara Budrich, Opladen, 2006, S. 217

32 , Michael: Leistungseliten Soziale Selektion durch Herkunft und Hochschule, in Ecarius, Jutta: Elitebil- dung Bildungselite, Verlag Barbara Budrich, Opladen, 2006, S. 211

33 Der Begriff “Sozialer Habitus“ bei Bourdieu bezieht sich auf einen empirisch beobachbaren Handlungs- und Beurteilungspraxis der gesellschaftlichen Akteure. Der Habitus ist eine Matrix die immer wieder gleiche Gefühle, Handlungen Wahrnehmungen, Gedanken, Geschmackpräferenzen nach Klasse, Milieu oder Geschlecht reproduziert. (Löw, Martina: Einführung in die Soziologie der Bildung und Erziehung, Verlag Leske+Budrich,2003 ,S. 43)

34 Michael: Leistungseliten Soziale Selektion durch Herkunft und Hochschule, in Ecarius, Jutta: Elitebildung Bildungselite, Verlag Barbara Budrich, Opladen, 2006, S. 223

35 Ebd.

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ist, Studien- und Lebenskosten durch einen Nebenjobkomplett abzudecken. Diese Bedingungen begünstigen Bewerber, die aus oberen Schichten stammen.

Darüber hinaus meinen viele Professoren, dass es wieder ein System von einzelnen Elite- Universitäten geben solle, welchessich den Problemen der unterfinanzierten Massenhochschulen durch eine deutliche Verringerung und zugleich Selektion der zugelassenen Bewerber entziehen könne. „Elite und Massen passen nicht zusammen“ so der Prorektor der Universität Heidelberg. 36

Wenn man diese Situation vornimmt und die Entwicklungstendenzen in Betracht zieht, dann kommt man zu dem Schluss, dass Elitehochschulen entstehen werden und so die soziale Her- kunft gleichzeitig eine stärkere indirekte Wirksamkeit auf den individuellen nachträglichen Wer- degang durch Abschlüsse bestimter Universitäten und eine wenigere direkte Wirksamkeit auf den individuellen nachträglichen Werdegang durch Auswahlprozesse in Verlauf der beruflichen Karriere haben wird. 37

36 Ebd. S. 222

37 Ebd. S. 223

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2 Systemvergleich Tertiärbereich in Deutschland und Rumänien

Die EU Kommision bietet durch das Eurydice Projekt die Möglichkeit an, einen umfassen- der Vergleich zwischen Bildungswesen verschiedener Länder durchzuführen. Das folgende Ka- pitel wird die allgemeine Rahmenbedingungen des deutschen bzw. des rumänischen Tertiärbe- reichs des Bildungswesen vergleichen, die wesentlich für die Argumentationen der vorliegenden Arbeit sind. Es werden die allgemeine Struktur und die Einrichtungen, der Zugang zu der Hoch- schulwesen und die Finanzierung des Tertiärbereichs behandelt.

2.1 Struktur und Einrichtungen

Nach der Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes in 2008, fällt in Deutschland das Hoch- schulwesen unter die gesetzliche Richtlinienkompetenz der Länder. Dem Bund bleiben nur noch gesetzliche Kompetenzen im Bereich Hochschulzulassung und Hochschulabschlüsse. 38 In Ru- mänien wird die Autonomie der Einrichtungen des Tertiärbereichs gesetzlich garantiert. Die Au- tonomie der Einrichtungen des Hochschulwesen bezieht sich auf die Bereich Struktur und Funk- tion,Verwaltung und Finanzen, Lehren und Forschung. Das Hochschulwesen wird von dem ru- mänischen Ministerium für Bildung, Forschung, Jugend und Sport mit der Berücksichtigung der Autonomie einzelner Institutionen koordiniert. 39

Universitäten und gleichgestellte Hochschulen, (wie technische Universitäten, pädagogische Universitäten, theologische Universitäten usw.) Kunst- und Musikhochschulen und deren kor- respondierende rumänische Einrichtungen gelten als Teil des Tertiärbereichs. Gemäß der interna- tionalem Standardklassifikation für das Bildungswesen (ISCED) gelten die deutschen Fachhoch- schulen sowie Berufsakademien, Fachschulen, Fachakademien und Schulen des Gesundheitswe- sens zur Tertiärbereich. 40 In Rumänien gibt es keine vergleichbaren Einrichtungen, die berufs- qualifizierende Abschlüsse anbieten.

In Rahmen des Bologna-Prozesses wurden in beiden Länder (1998- Deutschland; 2005- Rumänien) Bachelor- und Masterabschlüsse eingeführt. Zweck der Bachelorstudiengänge ist es,

38 Eurydice, Strukturen der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa: Deutschland, Ausgabe 2009/2010,

S.

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39 Eurydice, Organizarea sistemului educaţional: România, 2008/2009, S. 173

40 Eurydice, Strukturen der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa: Deutschland, Ausgabe 2009/2010,

S.

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als Studiengänge wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsbezogene Qua- lifikationen zu vermitteln, um zu berufsqualifizierende Abschlüssen zu führen . Der wesentliche Unterschied zu den Masterstudiengängen besteht darin, dass die Masterstudiengänge stärker for- schungsorientierte und stärker anwendungsorientierte Schwerpunkte anbieten. 41 Die beiden Hochschulwesen sind mit Leistungspunktsystemen ausgestatet. Zugang zu den Promotionsstu- diengängen ist in beiden Länder nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährleistet.

Bei einem ersten Überblick auf den Strukturen der Tertiärbereiche in Deutschland und Ru- mänien kommt man zu der Schlussfolgerung dass beide Systeme des Hochschulwesens typische Systeme für moderne Industrieländer sind. Trotzdem hat Deutschland eine vielfältigere und bes- ser an den Arbeitsmarkt angepasstes Angebot an Studiumsmöglichkeiten als Rumänien.

2.2

Zugang

Sowohl in Deutschland als auch in Rumänien ist für den Zugang zum Studium an einer Uni- versität oder einer gleichgestellte Hochschuledas Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife oder der Fachgebundenen Hochschulreife bzw. Bakkalaureatdiplom (Diplomă de Bacalaureat) erfor- derlich. In Deutschland gelten die Abiturprüfung (für Nichtschüler) und die Prüfung für den Hochschulzugang für besonders befähigte Personen als zusätzliche Alternativen für den Hoch- schulzugang. 42 Korrespondierende Varianten dieser Alternativen sind nicht im rumänischen Bil- dungssystem aufzufinden.

Weitere Auswahlverfahren sind in Deutschland nur für bestimmte einzelne Studiengänge vorhanden, wobei der Bewerber seine Eignung (z.B. künstlerischer Art) in einem fachbezogenen Feststellungsverfahren nachweisen muss. Bei Fachhochschulen muss man neben der Fachhoch- schulreife auch eine Allgemeine Hochschulreife die nachweisen. 43 In Rumänien darf jede einzel- ne Institution des Tertiärbereichs die Zulassungsverfahren durch den Senat der Universität auto- nom gemäß den gesetzlichen Rahmenbedingungen regeln. Sie können Gebrauch von 3 Kriterien zum Auswahlverfahren machen: Die Noten bei der Bakkalaureatprüffung; die Noten im Matri-

41 Eurydice, Strukturen der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa: Deutschland, Ausgabe 2009/2010,

S.

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42 Eurydice, Strukturen der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa: Deutschland, Ausgabe 2009/2010,

S.

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43 Ebd.

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

kelblatt und die Noten in der unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen von den Universitäten selbst organisierten Aufnahmeprüfung . 44

Beide Systeme gewährleisten einen auf objektiven Leistungen basierten Zugang zu dem Hochschulwesen. Das deutsche System weist doch eine breiteres und vielfältigeres Angebot an Möglickeiten für den Erwerb eines Hochschulstudiums auf .

2.3

Finanzierung

Nachdem in 2005 das Bundesverfassungsgericht die Aufhebung des Studiengebührenver- bots im Hochschulrahmengesetz frei gemacht hat, müssen die Länder selbst ermessen, ob Stu- dienbeiträge oder Studiengebühren erhoben werden. Um die Gleichheit der Bildungschancen zu wahren, dürfen Studiengebühren nicht höher als 500 Euro sein. In einigen Länder wird auch eine geringe Verwaltungsgebühr, so wie in allen Länder eine Gebühr bzw. ein Beitrag für die Inans- pruchnahme der sozialen Einrichtungen erhoben wird. In den meisten Ländern werden auch Ge- bühren für Langzeitstudierende und Zweitstudien erhoben.

In Rumänien werden eine gewisse Anzahl von Studienplätzen pro öffentliche Universität vomStaatshaushalt fianziell gedeckt. Für diese Plätze fallen keine andere Gebühren bzw. Beiträ- ge an. Die Anzahl von Studienplätze kann grösser sein als die budgetierten Plätze aber die Kos- ten dieser nichtbudgetierte Studienplätze müssen von den Studierenden selbst gedekt werden. Der gesamte Anteil an Studienplätze wird von den Senaten der Universitäten mit dem Ministe- rium für Bildung, Forschung, Jugend und Sport verhandelt. Jeder Bürger darf nur einmal für eine normale Studiumsdauer auf einem budgetierten Studienplatz studieren. 45

Deutschen Studierenden, denen die Mittel für Lebenshaltung und Studium nicht genügen, können die Finanzierung ihres Studiums durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ermöglichen. Studierende könne eine finanzielle Unterstützung von bis zu 648 Euro monatlich erhalten. 46 In Rumänien müssen Studierende, die eine Unterkunft auf demuniversitären Campus in Anspruch nehmen , nur teilweise die Lebenskosten selbst bezahlen. Einige soziale Kategorien

44 Eurydice, Organizarea sistemului educaţional: România, 2008/2009, S. 185

45 Eurydice, Organizarea sistemului educaţional: România, 2008/2009, S. 188

46 Eurydice, Strukturen der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa: Deutschland, Ausgabe 2009/2010,

S. 52

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

erhalten Ermässigung oder finanzielle Unterstützung die in vielen Fällen die Lebenskosten de- cken. 47

Sowohl in Rumänien als auch in Deutschland trifft der Staat erhebliche Maßnahmen zur Wahrung der Chancengleichheit unter finanziellen Gesichtspunkten imBildungswesen.

47 Eurydice, Organizarea sistemului educaţional: România, 2008/2009, S. 188

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3 Empirische Befunde im Vergleich

Unter die Förderung der Europäischen Kommision ist das Projekt „Equnetals vergleichen- de Studie auf die Chancengleichheit für den Zugang zum Tertiärbereich in der EU-Länder, im Rahmen des Eurostudent Projektes entstanden. 48 Die Studie bietet die Möglichkeit, verschiedene Länder im Bezug auf die bestehenden soziale Ungleichheiten in dem Hochschulwesen, anhand empirischer Befunde zu vergleichen.

Je richtiger sind die soziale Schichten proporzionell an dem Hochschulwesen vertretten, des- to besser stellt das die Kapazität eines Staates dar, sein Potential voll auszunutzen, um Human- kapital zu generieren. Damit ist die Chancengleichheit für den Zugang zur Hochschule nicht nur eine Sache des ethischen Gleichheitsprinzips, sondern auch eine Sache des Bestrebens eine leis- tungsbasierten Ansammlung zu schaffen, die eine Rekrutierung in hochspezialisierte Positionen ermöglich und eine allgemeine Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet. 49

Die im vorliegenden Kapitel in Betracht gezogenen Statistiken gehen davon aus, dass eine aufgrund materieller und kultureller Bedingungen in den Familien bestehende soziale Differen- zierung zwischen Kindern verschiedener sozioökonomischen Hintergründe entsteht. Es werden empirische Befunde im Bezug auf die berufliche Stellung der Eltern und ihr höchstes erreichtes Bildungsniveau betrachtet. Stellung im Beruf

Die folgenden Statistiken werden den Anteil der Studenten, deren Vater bzw. Mutter als Ar- beiterIn berufstätig ist und der Anteil der „blue collar“-Studentenväter bzw. mütter vom Ge- samtanteil der Arbeiter bzw. Arbeiterinnen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren darstellen.

Der blaue Punkt weist auf das Zahlenverhältnis zwischen Arbeitervätern bzw. -müttern von Studenten und die gesamte Bevölkerungsanteil die als Arbeiter berufstätig sind. Der blaue Punkt weist darauf hin, inwiefern der Zugang zum Hochschulwesen aufgrund einer niedrigeren Stel- lung im Beruf ungerecht ist. Mit einen Kennziffer von 1.0 ist das ideale Zahlenverhältnis ge- kennzeichnet. 50

48 Bohonnek, Andreas u.a. : Evolving Diversity An overview of equitable access to HE in Europe, Copyright Menon Network, 2010 S. 2

49 Ebd. S. 46

50 Ebd. S. 47

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

3.1.1 Stellung des Vaters im Beruf

Deutschland und Rumänien 3.1.1 Stellung des Vaters im Beruf Quelle 5 1 Vergleich man die Werte

Quelle 51

Vergleich man die Werte Deutschland und Rumäniens ist der hohe Unterschied zwischen Anzahl der Arbeiterväter der Studierende auffällig. Während fast 50% der Studierende in Rumä- nien Arbeiterfamilien kommen ausher, ist das nur bei ungefähr 20% der deutschen Studierenden der Fall.

Der Vergleich der Zahlenverhältnisse zwischen Arbeitervätern von Studierenden im Ver- gleich zum gesamten männliche Bevölkerungsanteil, welche als Arbeiter berufstätig sind, weist auf ein höheres Niveau an Arbeiterkindern, der Zugang zu Hochschulwesen hat, in Rumänien, hin (Kennziffer zirka 0,7). Im Unterschied zu Deutschland , in welchem die Arbeiterklasse in Relation schlechter in das Hochschulwesen integriert ist (Kennziffer zirka 0.6). Zusammenge- fasst ist die rumänische Arbeiterklasse also besser im Hochschulwesen repräsentiert.

51 Bohonnek, Andreas u.a. : Evolving Diversity An overview of equitable access to HE in Europe, Copyright Menon Network, 2010, S. 48

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

3.1.2 Stellung der Mutter im Beruf

Die Zahlen sehen bei der mutterbezogenen Statistik relativ ähnlich wie bei der vaterbezoge- nen aus. Ein deutliche Unterschied zwischen den Beiden ist, dass dieAnzahl der Studierenden, deren Mutter als Arbeiterin berufstätig ist, in beiden Länder deutlich geringer ist. (RO: 32%; DE: 14%) 52

3.2 Höchstes erworbenes Bildungsniveau

Die folgenden Statistiken werden das höchste Bildungsniveau der Eltern von Studenten und den Anteil auf einem bestimmten Niveau ausgebildeten Studentenväter bzw. mütter von auf dem gleichen Niveau ausgebildeten Bürger im Alter zwischen 40 und 60 Jahren der Gesamtan- teil der Bevölkerung darstellen.

Um die Analyse der Statistiken zu ermöglichen wurden die Bildungsniveaus in drei Berei- che gruppiert: Erstens, mit einem Abschluss bis zum unteren Sekundärbereich des Bildungswe- sens (ISCED 0-2); zweitens, mit einem Sekundarabschluss oder andere Nicht-tertiäre post- sekundare Abschlüsse (ISCED 3-4); drittensmit einem Abschluss von des Tertiärbereichs (IS- CED 5-6).

Die blaue Linie weist auf die Kennziffer „1“ hin, welche die ideale Repräsentation des Be- völkerungsanteils gemäß dem höchsten erworbene Bildungsniveau an der Hochschulwesens kennzeichnet. Insofern weist sie darauf hin, inwiefern der Zugang zum Hochschulwesen auf- grund des Bildungsniveaus der Eltern im Beruf gerecht ist.

52 Bohonnek, Andreas u.a. : Evolving Diversity An overview of equitable access to HE in Europe, Copyright Menon Network, 2010, S. 49

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

3.2.1 Höchstes erworbenes Bildungsniveau des Vaters

3.2.1 Höchstes erworbenes Bildungsniveau des Vaters Quelle 5 3 Sowohl in Deutschland, als auch in Rumänien

Quelle 53

Sowohl in Deutschland, als auch in Rumänien sind beide Bevölkerungsanteile der Väter mit einem Abschluss im Tertiärbereich stark überrepräsentiert. Aber während in Deutschland die Kennziffer bei zirka 2.0 liegt, liegt sie in Rumänien bei 3. Demzufolge tritt das Phänomen der sozialen Ungleichheit (sogar gemäß der Zahlen 33% Prozent mehr) in größerem Ausmaß in Rumänien auf als in Deutschland und ist stärker ausgeprägt.

Auffällig ist außerdem, dass in beiden Ländern die Bevölkerungsanteile mit einem sehr niedrigen Bildungsniveau (ISCED 0-2) ganz stark unterrepräsentiert sind, wobei dieses Phäno- men diesmal stärker in Rumänien als in Deutschland ausgeprägt ist . (Kennziffer: RO - 0.2; DE -

0.4).

Wichtig an dieser Statistik ist die Tatsache, dass der Bevölkerungsanteil mit einen durch- schnittlichen Bildungsniveau (ISCED 3-4) in Rumänien deutlich besser als in Deutschland reprä- sentiert ist. Der Unterschied in diesem Bereich zwischen den beiden Länder liegt bei zirka 0.5

53 Bohonnek, Andreas u.a. : Evolving Diversity An overview of equitable access to HE in Europe, Copyright Menon Network, 2010, S. 50

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

Punkten. (Kennziffer: RO - 1.1; DE 0.6) Dass heißt, dass der Zugang zum Tertiärbereich für- Kinder, deren Vater ein etwa durschnittliches Bildungsniveau hat, gerechter in Rumänien ist als in Deutschland.

3.2.2 Höchstes erworbenes Bildungsniveau der Mutter

Die Zahlen in der mutterbezogenen Statistik weisen darauf hin, dass die gleichen Repräsen- tationsverhältnisse auch bei den weiblichen Bevölkerungsanteilen entstehen. Während die Zah- len für Deutschland in der männlichen Statistik sehr ähneln, sind die Zahlen für die Bildungsni- veaugruppen ISCED 3-4, und ISCED 5-6 in Rumänien mit zirka 5 Punkte höher als bei der

männlichen Statistik. Das heißt im Prinzip dass die Kinder, deren Mütter ein durchschnittliches oder überdurchschnittliches Bildungsniveau haben, haben gößere Chancen auf den Zugang zum Tertiärbereich. 54

3.3 Fazit und Kritik

Die oben dargestellten Statistiken bedürfen einer Zusammenfassung um einen besseren, ver- gleichenden Überblick auf die Situation der sozialen Ungleichheiten in der Tertiärbereiche des Bildungswesens in Rumänien und Deutschland zu ermöglichen.

Die Statistiken haben gezeigt, dass es in Rumänien eine deutlich höhere Proportion (zirka 30% mehr) von aus der Arbeiterklasse stammenden Studenten als in Deutschland gibt. Obwohl das als Argument für ein gerechtes Bildungssystem in Rumänien betrachtet werden könnte, sind diese Zahlen vielmehr dem kommunistischen Erbe geschuldet, das sich in der hohen Dichte an Arbeiterfamilien ausdrückt (zirka 70% der Bevölkerung). Diese Zahlen sind eigentlich spezifisch für den Kontext eines Transformationslandes. Die starke Bildungsexpansion, die in den 90er Jah- ren in Rumänien stattgefunden hat, stellt einen weiteren Faktor für das geschilderte Phänomen dar.

Obwohl die Arbeiterklasse in Rumänien besser als in Deutschland im Hochschulwesen rep- räsentiert ist, berücksichtigen die angeführten Statistiken die vorhandenden Qualitätsunterschie- de in der Tertiärbildung nicht. In Rumänien gibt es nur einige zentale Universitäten (in Iaşi, Cluj- Napoca, Bucureşti) die mit den deutschen Hochschulen vergleichbar sind. Wegen der Bildungs-

54 Bohonnek, Andreas u.a. : Evolving Diversity An overview of equitable access to HE in Europe, Copyright Menon Network, 2010, S. 51

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

expansion sind zahlreiche Universităţi entstanden, die höchstens das Niveau der deutschen Be- rufsakademien oder Fachschulen im Bezug auf die beruflichen Perspektiven, vorweisen.

Die Statistiken zur Repräsentation der Bevölkerung im Hochschulwesen nach dem höchsten erworbenen Bildungsniveau der Eltern der Studenten bekräftigen die Theorien von Bourdieu und Hartmann, die im ersten Kapitel dargestellt wurden. Es besteht eine Überrepräsentation der Pro- portion der Studenten, deren Eltern auch einen Tertiärabschluss haben, und dieses Phänomen ist prägnanter in Rumänien als in Deutschland. Diese Überrepräsentation weist auf eine starke so- ziale Reproduktion hin. Diesbezügliche Unterschiede zwischen den Ländern lassen sich mögli- cherweise durch die geringere gesellschaftliche Proportion der Eliten, die als Folge der ehemals starken Selektion in der kommunistischen Bildungspolitik auftrat, erklären.

Der geringe Anteil aus Studenten, deren Eltern ein niedriges Bildungsniveau haben, ist in beiden Länder zu bemerken, wobei in Rumänien das Phänomen stärker ausgeprägt ist. Das weist auf ein geringes oder fehlerhaftes Angebot an Mitteln für einen erleichterten Zugang zur Bildung in Rumänien hin.

Überraschend scheint es, dass der Anteil an Studenten, deren Eltern ein durchschittliches Bildungsniveau haben, in Rumänien besser als in Deutschland repräsentiert ist. Das ist jedoch im Kontext der oben genannten Bildungsexpansion (und dem damit verbundenen hohen Anstieg an Studienplätzen) und der sozialen Schichtung, als typischen Transformationsmerkmalen, zu erklä- ren.

Die Unterschiede zwischen den vaterbezogenen bzw. den mutterbezogenen Statistiken in Rumänien führen zu brisanten Ergebnissen. Es scheint, dass die Mutter in der rumänischen Ge- sellschaft einen deutlich größeren Einfluss auf den Bildungswerdegang des Kindes hat. Das heißt, dass wenn die Mutter einen durchschnittlichen bis hohen Bildungsstand hat, vergrössern sich die Chancen für das Kind auch Zugang zum Hochschulwesen zu bekommen, deutlich. Eine psychosoziale Analyse mit einem derartigen Schwerpunkt erscheint vielversprechend.

Die Statistiken, die in der vorliegenden Arbeit analysiert worden sind, weisen darauf hin, dass die, sich in dem ersten Kapitel befindenden, soziologischen Theorien bestätigt worden sind. Dies erschließt sich aus der Tatsache, dass eine Koppelung aus kulturellem (besonders in der in-

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

stitutionalisierte Form) und ökonomischen Kapital in modernen industriellen Gesellschaften auf- tritt.

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

Schlussfolgerung

Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel durch einen wissenschaftlichen vergleichenden An- satz die Frage zu beantworten, ob Arbeiterkinder geringere Chancen als Kinder der Mittel- und Oberschicht haben, Zugang zum Tertiärbereich bzw. zu dem damit verbundenen sozialen Auf- stieg, zu bekommen.

Die Materiallage zum Thema sozialen Ungleichheiten in der Bildungswesen ist vielfältig und zahlreich. Für diese Arbeit wurden theoretische Ansätze verwendet, die sich insbesondere auf die schichtspezifischen Ungleichheiten, kulturelles Kapital, Ungleichheiten im Hochschul- wesen, soziale Reproduktion und Elitenbildung beziehen. Es wurden auch Bildungssystembe- schreibungen, Statistiken und Artikel von Zeitschriften verwendet.

Die in den Theorien von Bourdieu und Hartmann verwendeten Argumente zur sozialen Reproduktion der Chancenungleichheit im Bildungswesen weisen auf die Rolle des sozialen Hintergrunds auf dem nachfolgen Werdegang hin. Es besteht sowohl eine Koppellung zwischen der sozioökonomische Herkunft der Kinder und ihren Aufstiegschancen, als auch eine Koppel- lung zwischen dem vererbten Kapital (in allen drei Ausprägungen nach Bourdieu) und dem Auf- stieg in die oberen Schichten.

Das deutsche und rumänische Hochschulwesen lässt sich als typisches Bildungssystem moderner, industrielle Sozialstaaten charakterisieren. Dies zeigt sich anhand der vergleichenden Analyse der für das Thema wesentlichen, strukturbezogenen Aspekte. Trotzdem ist das deutsche Hochschulwesen im Vergleich zu dem rumänischen besser ausgestattet und besser auf die Be- dingungen des europäischen Arbeitsmarktes angepasst. Darüber hinaus bietet das deutsche Bil- dungswesen breitere und vielfältigere Möglichkeiten für den Zugang zum Tertiärbereich.

Dadurch dass das Problem der sozialen Ungleichheiten und der gerechten Repräsentation aller sozialen Schichten im Hochschulwesen durch die in Betracht gezogenen Statistiken nicht widerlegt, sondern vielmehr bestärkt wird, sollte man davon ausgehen, dass soziologischen theo- retische Ansätze verifiziert worden sind. Trotzdem sind die deutsche und die rumänische Gesell- schaft von diesen Problemen unterschiedlich geprägt und beeinflusst. Wichtig zu erwähnen bleibt die Tatsache, dass sich die divergierenden gesellschaftlichen Bedingungen unterschiedlich

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Bildung in Tertiärbereich Deutschland und Rumänien

auf diese Probleme auswirken. In Deutschland gibt es insgesamt eine größere, soziale Chancen- gleichheit im Bezug auf den Zugang zum Tertiärbereich des Bildungswesens. Es lässt sich schlussfolgern, dass eine Tendenz in der Gesellschaft entstanden ist, die Mechanismen der sozia- len Reproduktion weiter zu entwickeln.

Wenn man alle Schlussfolgerungen zusammengefasst überblickt, und zudem die aktuellen Entwicklungstendendenzen der gegenwärtigen Gesellschaften betrachtet, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Ängste der protestierenden Studenten vor einer Verbreiterung der Kluft zwi- schen den sozialen Schichten auch nach soziologischen Gesichtspunkten zumindest gerechtfer- tigt ist.

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Literaturverzeichnis

1. Primärliteratur

1.1. Bourdieu, Pierre: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital in Kreckel, Rein-

hard : Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983

1.2. Hartman, Michael: Der Mythos von den Leistungseliten Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik, Justiz und Wissenschaft, Verlag Campus, Frankfurt/Main, 2002

1.3. Hartman Michael, Leistungseliten Soziale Selektion duch Herkunft und Hochschule in Eca- rius, Jutta: Elitebildung Bildungselite Erziehungswissenschaftliche Diskussionen und Be- funde über Bildung und soziale Ungleihheit, Verlag Barbara Budrich, 1.Band, Opladen, 2006

1.4. Krais, Beate: Bildung als Kapital in Kreckel, Reinhard : Soziale Ungleichheiten, Verlag Otto Schwartz & Co., Göttingen, 1983

2. Sekundärliteratur:

2.1. Bohonnek, Andreas u.a. : Evolving Diversity An overview of equitable access to HE in

Europe, Copyright Menon Network, 2010

2.2. Eurydice, Organizarea sistemului educaţional: România, Ausgabe 2008/2009

2.3. Eurydice, Organizarea sistemului educaţional: România, Ausgabe 2008/2009

3. Internetquellen

3.1. Hoppe Nicole. „Studieren – ein Traum?“ Audimax online, 1. Ausgabe 2010,

3.2. Tillman, Steffen. “Bildungsstreik: "Reiche Eltern – für alle" | Studium | ZEIT ONLINE.” Zeit.de, July 11, 2009. http://www.zeit.de/studium/hochschule/2009-11/bildungsstreik-berlin-