Sie sind auf Seite 1von 2

Terminologie und Dokumentation

Dokumentation:
- der Prozess des Dokumentierens (Be- und Verarbeitung von Dokumenten und Daten)
- das Ergebnis dieses Prozesses (Speicherung von Dokumenten)

Information und Dokumentation:


- der Bereich praktischer Tätigkeit, durch die versucht wird, mit Hilfe von Dokumentations- und
Informationssystemen in der fachlichen Kommunikation , die Informationssituation zu verbessern

Verbindungen zwischen Terminologie und Dokumentation:

1. Dokumentation ist, wie z.B. Chemie oder Recht, ein Fachgebiet mit einer Terminologie

2. Dokumentation wendet Terminologie an: Wichtige Werkzeuge der Dokumentationsarbeit sind


Thesaurus und Klassifikation, für beide spielt die Terminologie eine wichtige Rolle.

2.1 Terminologie beim Aufbau von Thesauri

Wenn ein Dokumentationsbestand zu umfangreich ist (z.B. Zeitschriftenaufsätze, Normen, Patentschriften,


etc.), dann ist es sehr schwierig, die Dokumente zu finden, die die benötigte Information enthalten.
Deswegen muss man die für den Inhalt besonders charakteristischen Termini ausfiltern und in übersichtlicher
Form darstellen. Diese Termini werden Deskriptoren genannt, nämlich weil sie die Aufgabe haben, den
Inhalt zu beschreiben. Deskriptoren werden z.B. in den Abstracts angewandt. Abstracts sind
Zusammenfassungen einer vollständigen wissenschaftlichen Arbeit.
Allerdings können Deskriptoren ihre Funktion nur dann erfüllen, wenn der Verfasser der Deskriptoren und
der Benutzer des Dokumentes sich der gleichen Fachsprache bedienen. Diese Einheitlichkeit im
Sprachgebrauch wird durch den Tresaurus erzielt.

Ein Thesaurus ist eine Sammlung von Fachwörtern eines bestimmten Gebietes, in der die
Begriffsbeziehungen angegeben sind und bei der insbesondere sichergestellt ist, dass eine Benennung jeweils
einen Begriff eindeutig repräsentiert. Das wird dadurch erreicht, dass man neben dem Deskriptor, d.h. die
Vorzugsbenennung, auch die abgelehnte/n Benennung/en, den Nichtdeskriptor (in erster Linie Synonyme
des Deskriptors und Abkürzungen), angibt. Die semantische Beziehung zwischen Deskriptor und
Nichtdeskriptor wird als Äquivalenzbeziehung bezeichnet. Für die Thesauriarbeit sind auch die
Hierarchiebeziehung und Assoziationsbeziehung (sie ist nicht hierarchisch, sondern thematisch) wichtig.

2.2 Terminologie beim Aufbau von Klassifikationssystemen

Es ist kaum möglich, mit Hilfe eines Thesaurus Dokumente zu ordnen. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt
man eine Klassifikation.

„Eine Klassifikation ist ein Ordnungsmittel, das sich aus wiederholten Unterteilung von Klasseneinteilungen
ergibt, mehrere Klassen und deren Klassenbegriffe umfasst und die (überwiegend hierarchischen) Relationen
zwischen Klassen und Klassenbegriffen aufweist.“

Das wichtigste Klassifikationssystem der Welt ist die Universelle Dezimalklassifikation (DK), die das
gesamte menschliche Wissen ordnet und in vielen Bibliotheken zur Katalogisierung von Buchbeständen
angewandt wird.

3. Dokumentation macht terminologisches Wissen zugänglich (Terminologiedokumentation)

Terminologische Dokumente können in unterschiedlicher Form auftreten, z.B. als Bücher, Zeitschriften,
Mikrofiches, aber auch als maschinenlesbare Datenträger. Im einzelnen sind zu unterscheiden:
- terminologische Datendokumentation
- terminologische Faktendokumentation
- terminologische Literaturdokumentation
3.1 Terminologische Datendokumentation

Hier stehen die Informationen zu einem Begriff im Vordergrund. Man kann unterscheiden zwischen:
– der primären terminologischen Datendokumentation: die Angaben, die in einer terminologischen
Einheit zu finden sind.
– und der sekundären Datendokumentation: die Bibliographien der Fachwörterbücher.

3.2 Terminologische Faktendokumentation

Hier geht es um die Sammlung und Verbreitung von Informationen über


- Institutionen/Organisationen und ihre terminologischen Tätigkeiten
- Experten von terminologischer Erfahrung auf bestimmten Fachgebieten
- Sammlungen von Themen, deren Bearbeitung wünschenswert erscheint.

3.3 Terminologische Literaturdokumentation

Hier geht es um die Beschreibung von Dokumenten, die sprachliche bzw. sachliche Informationen enthalten,
welche für die Ermittlung und Weiterentwicklung von Terminologen erforderlich sind. Man unterscheidet
zwischen:
– der primären Literaturdokumentation, die zum Ziel hat, ein bestimmtes Dokument, im vollen
Wortlaut bereitzustellen. In der Praxis geschieht dies meistens durch eine Bibliothek oder durch einen
Informationsdienst.
– der sekundären Literaturdokumentation, d.h. Bibliographien und vergleichbare Werke, die dem
Benutzer Hinweise auf Dokumente bieten, in denen ein bestimmtes Thema behandelt wird.
– der tertiäre Literaturdokumentation, die die Bibliographien über Bibliographien umfasst. Sie gibt
auch Auskunft darüber, welche Bibliographien zugänglich sind und wo eine Suche angesetzt werden kann.