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„Incredible India“ - Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Ausarbeitung eines Trainings-Konzepts für die Zertifizierung als Interkulturelle Trainerin durch die Deutsche Gesellschaft für Interkulturelle Trainingsqualität e.V. (dgikt)

Verfasserin: Lyn Egen

Datum der Abgabe: 25.06.2010

Ausbildendes Institut: IKUD® Seminare, Göttingen

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Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Inhalt

Einleitung

 

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1. Das Training im Überblick: Typologisierung, Ort und Dauer

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2. Zielgruppenanalyse

 

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3. Im Training angewandte Kulturmodelle

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4. Ablauf des Trainings

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Literatur

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Anhang

1.

Simulation “Bharats und Ferengis”

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1.1 Trainerleitfaden “Bharats und Ferengis”

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1.2 Spielanleitung für die Bharats

 

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1.3 Spielanleitung für die Ferengis

23

2.

Critical Incidents

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2.1 Das lange Interview

 

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2.2 Die unnütze Übersetzung

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2.3 Hindi Guru

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3.

Trainerleitfaden

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Einleitung

Aufgrund eines raschen wirtschaflichen Wachstums in den zurückliegenden drei Dekaden wird Indien zu den sogenannten ´Emerging Markets´ (FTSE Group, 2009; Jain, 2006) gezählt. Neben China stellt Indien z. Z. den größten Emerging Market dar (Jain, 2006). Die politisch in den 1990ern herbeigeführte Liberalisierung der indischen Wirtschaft legte den Grundstein für die wirtschaftliche Öffnung des Landes und führte zu einem Aufschwung der bis heute anhält. Niedrigste Löhne für Arbeiter machen Indien als Industriestandort interessant. Gleichzeitig nimmt Indiens Stellung als Absatzmarkt aufgrund steigender Einkommensverhältnisse einer wachsenden Mittelschicht zu (business.mapsofindia, o. J.).

Indien wird somit als internationaler Handelspartner immer interessanter. Um Handlungsbeziehungen erfolgreich zu gestalten mangelt es jedoch laut des Deutschen Auslands Austausch Dienstes (DAAD) – an der „Indien-Kompetenz“ des deutschen Nachwuchses (Kuntz-Brunner, 2009). Ein Zustand dem durch die 2009 gestartete, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte, DAAD Initiative „A new Passage to India: Indien - Land und Wirtschaft“ Abhilfe geschaffen werden soll. Hierbei wird es Graduierten ermöglicht für 6 bzw. 12 Monate ein Praktikum in Indien, unter der finanziellen Schirmherrschaft des DAAD, zu machen. Die Initiative wird als Ergänzung zu bereits bestehenden Stipendienprogrammen für in Indien studierende deutsche Studenten gesehen (DAAD, o. J.).

Das vorliegende Konzept für ein Interkulturelles Training ist auf die Bedürfnisse der DAAD- Stipendiaten, insbesondere des Graduiertenprogrammes, zugeschnitten worden. Durch zielgruppenbezogene konzeptionelle Änderungen kann es jedoch sowohl für Austauschstudenten als auch Personen die als Freiwillige in ortsansässigen Non-govermental Organizations (NGOs) arbeiten möchten, zur Anwendung kommen.

1. Das Training im Überblick: Typologisierung, Ort und Dauer

„Incredible India“ ist ein kulturspezifisches Training, das als Inhouse-Training bei der in Indien ansässigen Firma inter.connect buchbar sein wird. Im Rahmen des DAAD-Programmes „Passage to India: Indien - Land und Wirtschaft“ soll es in den einmonatigen Einführungskurs „Understanding India“ integriert werden. Eine zeitlich nahe Durchführung des Trainings zum Einreisetermin (bevorzugt in den ersten zwei Wochen) sieht die Autorin als ratsam an. Dies

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beugt Problemen in den Gastfamilien vor, ermöglicht eine intensive individuelle Auseinandersetzung mit dem Erlernten vor dem Praktikumsbeginn und gestattet gleichzeitig die Klärung von Fragen, die während des weiteren Einführungskurses aufgekommen sind.

Grobziel des Trainings ist die gezielte Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt in Indien. Die Teilnehmer des Trainings sollen Handlungskompetenz erwerben um sowohl den Arbeitsalltag als auch Privates in Indien erfolgreich zu meistern. Das Training umfasst sowohl affektive als auch kognitive Lernziele (vgl. Wendorff, 2009). Hierbei bestehen die affektiven Lernziele aus einer Sensibilisierung der Teilnehmer für kulturelle Unterschiede und der Bewusstseinsmachung der individuellen kulturellen Prägung. Die Teilnehmer sollen motiviert werden sich - wenn nicht wertfrei - so doch wertneutraler für die indische Kultur und „indische Verhaltensweisen“ zu öffnen. Aufbauend auf die affektiven Lernziele sollen in dem Training situationsgebundene adäquate Verhaltensweisen vermittelt werden. Die Teilnehmer sollen die Definition von Kultur erlernen und erkennen wie Kultur das Verhalten beeinflusst. Es sollen kulturelle Besonderheiten Indiens vermittelt werden und die Teilnehmer sollen Techniken und Interventionen im Umgang mit kulturellen Besonderheiten (Kommunikationsstil, Umgang mit Hierarchien, Umgang mit Zeit, etc.) kennen lernen (vgl. Schillinger, 2008). Das Erreichen dieser kognitiven Lernziele soll den Teilnehmern ermöglichen, an der Praktikumsstelle und im Alltag kulturgerecht zu agieren, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden und das eigene Verhalten im Bezug auf kulturelle Aspekte sowohl analysieren als auch adaptieren zu können. Kurz, durch das Erlernen von Kenntnissen über die Fremdkultur sollen kulturspezifische Differenzen reduziert werden.

Da es sich um eine äußerst heterogene Zielgruppe handelt (siehe 2.) empfindet die Autorin die Fokussierung auf eine bestimmten Handlungsraum (Wirtschaft, NGOs, Universitäten) als kontraproduktiv. Das Training soll allen Teilnehmern die Möglichkeit bieten Handlungsoptionen zu entwickeln. Dabei sieht die Autorin es als wichtig an, auch Themen anzusprechen, die wenig Möglichkeiten für Verhaltensänderungen oder adaptation bieten (Bsp.: Armut, Territoriale Diskriminierung, Unterdrückung aufgrund von Kasten- oder Geschlechtszugehörigkeit). Hier wird das Ziel verfolgt, für kritische Punkte im indischen Alltag zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten zu suchen, die fernab von ethnozentristischer Einflussnahme sind.

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Das Training umfasst zwei Tage (16,5 Stunden, incl. Pausen). Die Teilnehmerzahl richtet sich nach der Stipendiatenzahl des DAADs, sollte jedoch 15 nicht überschreiten. Die Durchführung erfolgt im „International House“ der University of Puna.

2. Zielgruppenanalyse

Die Zielgruppe des Interkulturellen Trainings „Incredible India“ sind die Stipendiaten der DAAD-Initiative „A New Passage to India: Indien - Land und Wirtschaft“. DAAD vergibt jährlich Stipendien, um Graduierten einen 6- bzw. 12-monatigen Aufenthalt in Indien zu ermöglichen. Die Stipendiaten sind hierbei dazu angehalten, sich selbst eine Praktikumsstelle im Land zu suchen; Lebenshaltungskosten sowie Flug und Krankenversicherung werden vom DAAD übernommen. Die Auswahl der Stipendiaten berücksichtigt Studiendauer, Studiennote und Motivationsschreiben. Die endgültige Auswahl wird durch ein Expertengremium nach Absolvierung eines sog. Stress-Interviews (viomax, o. J.) getroffen. In der Vergangenheit so die Vermutung der Autorin 1 wurden Kandidaten, die bereits Auslandserfahrung hatten, bevorzugt.

Daraus ergibt sich, dass die Zielgruppe aus Hochschulabsolventen (Bachelor, Master, Diplom) besteht, die i. d. R. bereits intensivere Auslandserfahrungen, z.T. in Indien haben. Aufgrund der Bewerbungsvoraussetzungen des DAAD handelt es sich v. a. um Graduierte der

Wirtschaftswissenschaften sowie der Rechts-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Teilnehmer

sind im Alter von 24 bis 35 Jahren, es besteht ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis.

Der DAAD stellt den Stipendiaten frei, in welchem Praxisfeld sie ihr Praktikum machen. Hieraus ergibt sich, dass die Teilnehmer in NGOs, lokalen indischen Firmen, aber auch in multinationalen Firmen und an Lehrinstituten arbeiten werden. Aufgabe des Interkulturelle Trainings ist es, dieses heterogene Interessensfeld bestmöglich abzudecken. Um zu verhindern, dass ein Praxisfeld intensiver bzw. weniger intensiv behandelt wird hat sich die Autorin entschieden das Training eher generell zu gestalten: Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Kenntnisse über Kulturstandards und einer Entwicklung der individuellen Handlungskompetenzen.

Das Training ist Bestandteil des einmonatigen Einführungskurses „Understanding India“ der vom DAAD an der University of Puna vor der Entsendung in die jeweiligen Praktikumsorte

1 Die Autorin ist selbst ehemalige Stipendiatin des DAAD-Programmes.

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durchgeführt wird. Die Teilnahme an dem Einführungskurs, und somit dem Interkulturellen Training, ist Pflicht.

Zu Beginn des Trainings kennen sich die Teilnehmer bereits aufgrund (intensiven) Kontakts vor der Ausreise, gemeinsame Wohn-Arrangements während des Einführungskurses und/oder des Besuchs diverser Module des Einführungskurses.

3. Im Training angewandte Kulturmodelle

Bei der Vermittlung der kulturellen Unterschiede zwischen Indien und Deutschland wird den Kulturstandards nach Thomas (2005; Holzinger, 2006) besondere Bedeutung beigemessen. Im Unterschied zu den Kulturdimensionen nach Hofstede (2003) und den Ergebnissen der Globe Study (House et. al., 2004) sieht die Autorin hier den Vorteil, dass Besonderheiten der verschiedenen Kulturen präziser und differenzierter dargestellt werden können. Schließlich gibt es Kulturstandards, die nicht in die Kulturvergleichsansätze integrierbar sind, jedoch für den Aufenthalt in Indien durchaus eine Rolle spielen und durch Thomas´ Ansatz erklärbar gemacht werden (Bsp.: Beat the System (Eidam & Partner, o. J.), Fatalismus, Rollenkonformität [Mitterer, Mimler & Thomas, 2006]). Für diverse Ausarbeitungen durch die TN werden jedoch auch die Kulturdimensionen Hofstedes bzw. der Globe Study hinzugezogen um den statistischen Vergleich zuzulassen.

Desweiteren wird das Modell der Linear-aktiven und Multiaktiven Kulturen von Lewis (in Derboven & Kumbruck, 2009) bzw. das der Mono- und Polychronen Kulturen (Hall, 1989) behandelt.

4. Ablauf des Trainings

- Tag 1 -

Am ersten Tag des Trainings liegt der Fokus auf der Sensibilisierung der Teilnehmer (TN) für ihre eigene Herkunftskultur, sowie auf der Darstellung des Subkontinents Indiens und der dortigen Kulturstandards. Durch eine Kontrastierung mit den deutschen Kulturstandards soll versucht werden, Konfliktpotentiale hervorzuheben.

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Modul 1: Beziehungsaufbau, Information & Orientierung (65 min)

10.00 10.05 Begrüßung durch Trainer (5 min)

Die Teilnehmer werden von der Trainerin (TR) empfangen. Ziel ist es gleich zu Anfang eine freundliche und offene Atmosphäre zu schaffen.

10.05 – 10.30 Vorstellungsrunde: „Gesichter Indiens“ (25 min)

Die TN stellen sich gegenseitig und der TR gegenüber vor. Den TN werden Ausdrucke von verschiedenen Fotos von Indern präsentiert. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Fotos Inder mit offensichtlich unterschiedlicher Herkunft (Ethnie, Kaste, Religion, etc.) zeigen. Die TN werden gebeten jeweils ein Foto auszusuchen, welches sie besonders anspricht. Anschließend stellen sich die TN namentlich vor, dabei sollen sie auch erwähnen, warum sie

sich für das jeweilige Foto entschieden haben. Abschließend kann die TR kurz auf die Diversität Indiens eingehen (nach Trainingsmaterial der Fachhochschule für angewandtes Management, in Schillinger, 2008).

10.30 10.35 Überblick über Kursinhalte und ziele (5 min)

Anhand einer vorbereiteten Flipchart, auf der der Ablauf des Trainings abgebildet ist werden die TN über die Kursinhalte informiert. Danach werden die von der TR formulierten Lernziele auf einer Flipchart (FC) präsentiert und gut sichtbar im Raum aufgehängt. Außerdem werden für alle verbindliche Regeln bezüglich Pünktlichkeit, Handy-Nutzung und Pausengestaltung

getroffen.

10.35 – 11.05 Erwartungsabfrage: „Kartenfrage“ (30 min)

Durch die Methode „Kartenfrage“ werden die Lernziele und Trainings-Erwartungen der TN eruiert. Die TR verteilt jeweils zwei blaue und zwei grüne Moderationskarten an die TN und bittet sie auf den blauen Moderationskarten die Frage zu beantworten, was sie in dem Training lernen möchten. Auf den grünen Moderationskarten sollen die TN festhalten, wie sich das Training auf ihren Alltag in Indien auswirken soll. Die Fragen beschäftigen sich also sowohl mit der kognitiven, als auch mit der behavioralen Komponente des Trainings. Die Antworten der TN werden gesammelt und von der TR vorgelesen. Hierbei befestigt die TR

die Moderationskarten an einer Pinnwand (PW) und versucht die Trainingsziele der TN verschiedenen Lebensbereichen (Bsp.: Arbeitswelt, Privates) zuzuordnen. Im Anschluss fasst

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sie die Lernziel-Prioritäten der TN zusammen. Gegebenenfalls versucht sie den Trainingsablauf den Wünschen der TN anzupassen, sofern deutlich wird, dass diese sich sehr unterscheiden.

Modul 2: Was ist Kultur? (95 min, incl. 15 min Pause)

11.05 11.45 Erarbeitung einer Definition von Kultur in Kleingruppen (40 min)

Die TN werden gebeten, sich in Gruppen bestehend aus vier Personen zusammen zu finden. Ihr Arbeitsauftrag besteht aus der Erstellung einer Definition des Begriffes Kultur. Das

Ergebnis sollen sie auf einem FC-Bogen im Plenum präsentieren. Im Anschluss werden die verschiedenen Definitionen diskutiert. Hierbei sollen folgende Fragen bearbeitet werden (Kumbruck & Derboven, 2009):

Wozu dient Kultur?

Wie entwickelt sich Kultur?

Wie verändern sich Kulturen?

Welche Arten von Kulturen gibt es?

Was sind sichtbare und was sind unsichtbare Elemente von Kultur?

Die Übung dient als Hinführung zu dem folgenden Kultur-Input. Sie soll den TN verdeutlichen, wie umfangreich Kultur ist und auf welchen Ebenen Kultur wirkt.

11.45

12.00 Pause

12.00

12.20 Input: Kulturdefinitionen & Eisbergmodell (20 min)

Die TR erläutert mit Hilfe einer vorbereiteten FC verschiedene Definitionen von Kultur. Dann erklärt sie das Eisberg-Modell der Kultur und verdeutlicht es an einer weiteren FC. Im Anschluss wird den TN die Möglichkeit zur Diskussion gegeben. Ziel dieser Einheit ist die Wissensvermittlung. Den TN soll anschaulich gemacht werden, dass kulturelle Konflikte zumeist auf unterschiedliche Werte, Glauben, Annahmen etc. zurückzuführen sind. Gleichzeitig sollen sie sich am Ende dieser Einheit bewusst sein, dass Kultur zum großen Teil unbewusst wirkt und interkulturelle Kompetenz von der Bewusstmachung der eigenen Kultur abhängig ist.

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12.20 12.40 Erstellung eines Deutschland-Eisberges im Plenum (20 min)

Um eine Sensibilisierung für die eigenen kulturellen Artefakte zu erzielen, werden die TN gebeten sich über den „deutschen Eisberg“ Gedanken zu machen und jeweils drei Kulturbestandteile auf bereitgestellte Moderationskarten zu schreiben. Die Moderationskarten werden eingesammelt und auf einer PW wird ein Deutschland Eisberg erstellt. Unterschiedliche bzw. überraschende Ergebnisse werden zur Diskussion freigegeben.

12.40 14.00 Mittagspause (80 min)

Modul 3: Kleine Länderkunde Indien (85 min, incl. 10 min Pause) 2

14.00 14.15 Pausenspiel: Atom-Spiel (15 min)

Um die TN nach dem Mittagessen zu aktivieren wird das Pausenspiel „Atom-Spiel“ eingesetzt. Hierbei werden die TN gebeten sich zur Musik wie Atome frei im Raum zu bewegen. Sobald die Musik ausgeht bleiben alle stehen. Die TR nennt eine Zahl und die TN

finden sich in Gruppen dieser Größe zusammen. Sie bekommen dann bestimmte Aufgaben, die sie gemeinsam erledigen müssen (Rachow, 2002).

14.15 14.35 Input: Länderkunde Indien I (20 min)

Die TR hält einen PPT-unterstützten Vortrag über Geographie, Geschichte, Wirtschaft und Politik Indiens. Den TN soll hierbei nötiges Grund- und Hintergrundwissen über Indien vermittelt werden. Der Vortrag wird durch häufige Miteinbeziehung der TN interaktiv gestaltet.

2 Sofern es beim Abschluss der Länderkunde noch Fragen bzw. Diskussionsbedarf gibt kann entweder auf den Folgetag hingewiesen werden: Sowohl am Morgen nach dem Critical Incident Quiz, als auch während der Bearbeitung von „indischen“ Konfliktthemen mit der Methode Vernissage und bei der offenen Diskussion am Abend besteht die Möglichkeit Themen der Länderkunde zu vertiefen. Außerdem kann auf die folgende Einheit „Quiz: Länderkunde Indien I & II“ verzichtet werden, um so etwaige Fragen zu klären und Diskussionen zu führen.

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14.35 14.55 Input: Länderkunde Indien II (20 min)

Die TR hält einen PPT-unterstützten Vortrag über Demographie und Kastensystem Indiens. Den TN soll hierbei nötiges Grund- und Hintergrundwissen über Indien vermittelt werden. Der Vortrag wird durch häufige Miteinbeziehung der TN interaktiv gestaltet.

14.55 15.15 Quiz: Länderkunde Indien I & II (20 min)

TN werden Fragen zum „Input: Länderkunde Indiens I“ und „Input: Länderkunde Indiens II“ gestellt. Die Fragen sind hierbei in Themenkomplexe unterteilt und im Schwierigkeitsgrad

aufeinander aufbauend. Hierdurch soll auf spielerische Art Grundkenntnisse über den Subkontinent überprüft werden. Fokussiert werden bei dieser Übung - neben der bloßen Wissensüberprüfung - Informationen die im Alltag im Umgang mit Indern hilfreich sein könnten (Sprachenvielfalt, Religiöse Feste etc.). Ein Hand-Out mit der Beantwortung der einzelnen Fragen wird nach Abschluss des Quiz´ ausgeteilt.

15.15 15.25 Pause (10 min)

Modul 4: Kulturstandards I (165 min, incl. 10 min Pause)

15.25 16.45 Simulation: Bharats und Ferengis 3 (80 min)

In der Simulation „Bharats und Ferengis“ sollen zwei unterschiedliche kulturelle Gruppen über einen Produktionsstandort verhandeln. Die TN werden zufällig in die zwei Gruppen aufgeteilt. Sie werden räumlich voneinander getrennt und erhalten Kulturelle Skripts. Die Kulturellen Skripts beinhalten hierbei deutsche bzw. indische Verhaltensweisen. Sie wurden in Anlehnung an Thomas (2005) und Hofstede (in Holzinger, 2006) entwickelt. In der Vorbereitungsphase machen sich die TN mit den Kulturellen Skripts bekannt und planen ihre jeweiligen Verhandlungsstrategien. In der Spielphase treffen die beiden Gruppen aufeinander. In der Auswertungsrunde spricht die TR sowohl die direkten Erlebnisse der TN in der Simulation, als auch Transfer-Überlegungen an (siehe Anhang 1).

16.45 16.55 Pause (10 min)

3 Arbeitstitel

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16.55 17.05 Input: Kulturstandards (10 min)

Um die TN auf die folgende Gruppenarbeit vorzubereiten, wird ihnen ein kurzer Überblick über die Hintergründe und Methode der Kulturstandards nach Thomas (2005) gegeben.

17.05 17.55 Erarbeitung der indischen Kulturstandards in Kleingruppen (50 min)

Um die Erfahrungen aus dem Simulationsspiel zu konkretisieren werden in dieser Einheit die indischen Kulturstandards tiefergehend behandelt. Die TN werden in Kleingruppen (2 4 Personen pro Gruppe) aufgeteilt. Jede Kleingruppe erhält Informationsmaterialien bezüglich

eines Kulturstandards, und zwar aus indischer und deutscher Sicht. Die Gruppen werden gebeten die Kulturstandards zu bearbeiten und Unterschiede herauszustellen, um diese später im Plenum darzustellen. Die Darstellungsform wird den Gruppen freigestellt.

17.55 18.00 Tagesabschluss: Blitzlicht (5 min)

Der Trainingstag wird mit einer Blitzlicht-Runde abgeschlossen. Die TN werden gebeten ihren ersten Eindruck über das Training mit drei Schlagworten zu geben.

- 2. Tag -

Nachdem am Vortag durch die Vermittlung der verschiedenen Kulturstandards der Grundstein für die interkulturelle Begegnung gelegt wurde, soll an diesem Tag die Entwicklung von Handlungsstrategien und alternativen im Mittelpunkt stehen.

Modul 1: Kulturstandards II (165 min, incl. 15 min Pause)

10.00 10.05 Begrüßung durch die Trainerin (5 min)

Die TN werden zum zweiten Seminartag willkommen geheißen. Die TR skizziert kurz den

weiteren Seminarverlauf.

10.05 11.35 Erarbeitung von Handlungsstrategien mit Hilfe psychodynamischer Rollenspiele (90 min) In dieser Einheit sollen die TN selbstständig Handlungsstrategien für das Aufeinandertreffen mit Indern am Arbeitsplatz und im Privaten entwickeln. Die TN werden in drei Gruppen aufgeteilt. Jede der Gruppen erhält ein Rollenspiel-Szenario (Critical Incident, siehe Anhang 2) und wird gebeten diese für den Rest der Gruppe auszuarbeiten. Die aus dem

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Psychodrama stammenden Methoden des Inneren Monologes und des Rollentauschs kommen zum Einsatz. Konkret bedeutet dies, dass neben den jeweils zwei Besetzungen für die Rollen jedes Szenario zwei weitere Personen benötigt, die die Gefühle und Gedanken der Protagonisten darstellen. Die Gefühle und Gedanken darstellenden Personen werden angewiesen, am Anfang des Rollenspiels die Situation und ihre Empfindungen zu beschreiben. Anschließend wird das Rollenspiel durchgeführt. Sofern die TR es als hilfreich erachtet, bittet sie die „Gefühle und Gedanken“ sich während des Rollenspiels zu äußern. Am Ende des Rollenspiels werden die „Gefühle und Gedanken“ gebeten ihre Empfindungen zusammenzufassen. Diese Methode soll es den TN ermöglichen, fremde Gedankengänge deutlicher zu erleben. Um es den TN zu gestatten, in mehr als nur eine Rolle zu schlüpfen, steht der TR desweiteren die Methode des Rollentauschs zur Verfügung. Hierbei werden auf ein bestimmtes Signal hin die Rollen der Protagonisten getauscht (vgl. Schmidt, 2006). Danach wird im Plenum diskutiert, welche Kulturstandards in dem Rollenspiel enthalten waren. Es werden Handlungsoptionen gesammelt, die der deutsche Protagonist gehabt hätte, um die Situation zu deeskalieren. Die Ergebnisse werden auf FC festgehalten. Um die zusammengetragenen Handlungsoptionen auf Alltagstauglichkeit zu überprüfen, werden die Rollenspieler gebeten, die Situation noch einmal mit den Handlungsalternativen durchzuspielen. Die TR achtet hierbei darauf, dass die Handlungsalternativen lebensnah sind.

11.35

11.50 Pause (15 min)

11.50

12.00 Input: Frauen in Indien (10 min)

Im Anschluss an das Rollenspiel „Hindi Guru“, das sich u. a. mit den Geschlechterdifferenzen in Indien beschäftigt, wird ein grober Überblick über die Rolle(n) der Frau in Indien gegeben. Der Vortrag soll Wissen vermitteln und etwaige wirksame Verhaltensweisen im Umgang der Geschlechter aufweisen.

12.00 12.45 Critical Incident Quiz (45 min)

Um das erlernte Wissen über die Kulturstandards Indiens zu verfestigen und zu überprüfen, wird ein Critical Incident Quiz gemacht. Den TN werden in einer PPT Critical Incidents mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten präsentiert. Via Handzeichen geben die TN ihre

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Lösungsentscheidung an. Die richtigen Lösungen werden von der TR erläutert. Im Anschluss bietet die Trainerin den TN an, eigene in Indien erlebte Critical Incidents zu schildern.

12.45 14.00 Mittagessen (75 min)

Modul 2: Zeitverständnis (45 min)

14.00 14.05 Pausenspiel: Innere Uhr (5 min)

Das Pausenspiel „Innere Uhr“ dient als Einführung in die Thematik des Zeitverständnisses.

Durch die Übung sollen die TN für ihr individuelles Zeitgefühl sensibilisiert werden (Weidenmann, 2008).

14.05 14.25 Zeitverständnis: Kulturtypentest (20 min)

Um den TN ihre eigene kulturelle Prägung bezüglich des Themas Zeit zu verdeutlichen, machen die TN den Kulturtypentest (nach Lewis, in Derboven & Kumbruck, 2009). Die individuellen Ergebnisse werden im Plenum durch die TR auf FC festgehalten und diskutiert.

14.25 14.45 Zeitverständnis: Input Mono- vs. Polychrones Zeitverständnis (20 min)

In Anlehnung an die Ergebnisse des Kulturtypentests wird der Unterschied zwischen Linear- aktiven und Multiaktiven (vgl. Derboven & Kumbruck, 2009) bzw. Mono- und Polychronen Kulturen (Hall, 1989) verdeutlicht. Indien und Deutschland werden via PPT-Vortrag in Rangreihen miteinander verglichen. Den TN wird die Möglichkeit gegeben, mögliche Handlungsoptionen in spezifischen Situationen zu diskutieren. Die Ergebnisse werden auf FC festgehalten.

Modul 3: Indische Realitäten und der Umgang mit ihnen (100 min, incl. 15 min Pause) 14.45 16.00 Erarbeitung von Konflikthemen im indischen Kontext in Kleingruppen [Methode: Vernissage] (75 min) Eines der Ziele des Trainings ist das Wissen um existierende Konflikte innerhalb der indischen Gesellschaft. Die TN sollen für politische und sozio-ökonomische Probleme des Landes sensibilisiert werden (Bsp.: Armut, Territorialer Diskriminierung, Kastenwesen, Religionskonflikte, Geschlechtsunterschiede) und sich gleichzeitig ihrer (eingeschränkten) Handlungsoptionen bewusst werden. Die TN werden in bis zu 5 Gruppen unterteilt. Jeder

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Gruppe werden Infomaterialien zu einem Konfliktthema ausgeteilt. Die Infomaterialien stellen sich zusammen aus Zeitungsartikeln, Buchauszügen, Anekdoten, historischen Fakten, etc. Neben den Informationen zu Indien wird auch zu jedem Thema eine Verbindung zu Deutschland gezogen (Bsp.: Abhängigkeit der Wahl des Ehepartners von der Kastenzugehörigkeit in Indien und Abhängigkeit der Wahl des Ehepartners von der Schichtzugehörigkeit in Deutschland). Die Gruppen werden gebeten, diese Konfliktthemen auf FC auszuarbeiten um sie später im Plenum zu präsentieren zu können. Wenn sich die Gruppen wieder im Plenum einfinden, werden die FCs im Raum verteilt aufgehangen. Nacheinander stellen die Gruppen ihre Themen vor. Im Anschluss zieht die TR Verbindungen zu dem Eisbergmodell, und betont, dass bei den besprochenen Konflikten Werte und Einstellungen aufeinandertreffen und hier die Nachvollziehbarkeit von Verhalten sich äußerst schwierig gestaltet. Im Plenum werden individuelle Handlungsoptionen gesammelt, wie man mit extremen Werteunterschieden umgehen kann (Bsp.: ignorieren, keine Zeitung mehr lesen, einer NGO Geld spenden, etc.). Das Ergebnis wird auf FC festgehalten.

16.00 16.15 Pause (15 min)

Modul 4: Ergebnisfesthaltung, Diskussion & Evaluation (75 min)

16.15 16.40 Erarbeitung von Do´s & Don´ts in EA (25 min)

Um das Erlernte festzuhalten und den TN klare Handlungshinweise zu geben, werden Do´s &

Don´ts gesammelt. Hierzu werden den TN jeweils zwei grüne und zwei rote Moderationskarten gegeben. Sie werden dazu aufgefordert, jeweils ein Don´t auf eine der roten Moderationskarten und ein Do auf eine der grünen Moderationskarten zu schreiben. Die eingesammelten Moderationskarten werden von der TR auf einer vorbereiteten PW aufbereitet. Weitere Do´s & Don´ts werden im Plenum gesammelt. Ein Hand-Out zum Thema wird ausgeteilt.

16.40 17.05 Offene Diskussion (25 min)

Den TN wird die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen, die bisher nicht im Training beantwortet werden konnten. Ggf. werden hier die Anregungen aufgegriffen, die am Vortag in der Zielabsprache mit den TN wichtig erschienen und bis dahin nicht Teil des Trainings waren.

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17.05 17.25 Evaluation (20 min)

Die TN werden gebeten, sich die PW „Meine Trainingsziele“ vom Vortag noch einmal anzuschauen. Sie werden aufgefordert, einzeln nach vorne zu kommen und die Ziele, die sie erreicht haben auf eine, die die sie nicht erreicht haben auf die andere Seite zu pinnen. Dann sollen sie ihren Gesamteindruck vom Training schildern. Abschließend teilt die TR Evaluationsbögen aus und bittet die TN diese auszufüllen.

17.25 17.30 Verabschiedung durch TR (5 min)

Die TR verabschiedet sich von den TN und verteilt Visitenkarten mit Kontaktdaten, so dass die TN sie bei etwaigen Problemen kontaktieren können.

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Bücher

Literatur

Derboven, W. & Kumbruck, C (2009). Interkulturelles Training. Trainingsmaterial zur Förderung interkultureller Kompetenzen in der Arbeit. Springer: Heidelberg.

Holzinger, B. (2006). Vergleich der deutschen Geschäftskultur mit der Indiens und Chinas. Darstellung des interkulturellen Indien-Trainings der MAN Nutzfahrzeuge AG als Anwendungsbeispiel für die Vorbereitung auf fremde Geschäftskulturen. Diplomarbeit an der Universität Passau.

Hall, E. T. (1989). Beyond Culture. Anchor Books: New York.

House, R. J., Hanges, P. J., Javidan, M., Dorfman, P. W. & Gupta, V. (2004) (Hrsg.). Culture, Leadership and Organizations. The Globe Study of 62 societies. Sage Publications: Thousand Oaks.

Jain, Subhash C., (2006). Emerging Economies and the Transformation of International Business. Edward Elgar Publishing: New York.

Mitterer, K., Mimler, R. & Thomas, A. (2006). Beruflich in Indien Trainingsprogramm für Manager, Fach- und Führungskräfte. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen.

Rachow, Axel (2002) (Hrsg.). Spielbar II - 66 Trainer präsentieren 88 Top-Spiele aus ihrer Seminarpraxis. ManagerSeminare: Bonn.

Schillinger, Stefanie, 2008. Interkulturelles Training für einen beruflichen Auslandsaufenthalt in Indien. Grin-Verlag: n.a.

Schmidt, T.

ManagerSeminare: Bonn.

(2006).

Kommunikationstrainings

erfolgreich leiten

Der Seminarfahrplan.

Thomas, A. Kultur und Kulturstandards. In: Thomas, A., Kinast , E.-U. & Schroll-Machl, S. (Hrsg.), 2005. Handbuch interkultureller Kommunikation und Kooperation. Band 1:

Grundlagen und Praxisfelder. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen.

Weidenmann, B. (2008). Handbuch: Active Training Die besten Methoden für lebendige Seminare. Beltz Verlag: Weinheim, Basel.

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Wendorff,

ManagerSeminare: Bonn.

Jörg

A.

(2009).

Internetquellen

Das

LEHRbuch

-

Trainerwissen

auf

den

Punkt

gebracht.

Buisness.mapsofindie (o. J.). Emerging Market India.

(Zugriff: 12. Mai 2010)

DAAD (o. J.). Deutschland braucht mehr Nachwuchs mit Indien Kompetenz.

(Zugriff: 12. Mai 2010)

Eidam & Partner (2009). Interkulturelles E-Learning Modul: Indien.

(Zugriff: 16.06.2010)

FTSE Group (2009). FTSE Global Equity Index Series Country Classification.

(Zugriff: 12. Mai 2010)

Hofstede, G. (2003). Intercultural Dimensions. auf: http://www.geert-hofstede.com/hofstede_dimensions.php (Zugriff: 10. Mai 2010)

Kuntz-Brunner, R. (2009). Der Tiger ist los und keiner schaut hin. duzMAGAZIN. RAABE Fachverlag.

viomax (o. J.). Das Stressinterview. auf: http://www.viomax.de/Bewerbung/AC-Stressinterview.php (Zugriff: 20. Juni 2010)

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Anhang 1

1. Simulation „Bharats und Ferengis“ 1.1 Trainerleitfaden zum Simulationsspiel „Bharats und Ferengis“

Hintergründe

Ziele des Simulationsspiels Das Ziel dieses Simulationstrainings ist eine erste Sensibilisierung der Teilnehmer für die verschiedenen Kulturstandards von Indern und Deutschen. Hierfür wurden besonders wichtige und offensichtliche kulturelle Merkmale der beiden Nationen in die Verhaltensskripts der Simulation eingebaut. Eine gemeinsame Aufgabenbewältigung mit Mitgliedern einer Kultur, die der indischen ähnlich ist, soll des Weiteren die spezifischen Herausforderungen einer Kontakt-Situation verdeutlichen und deren effektive Bewältigung fördern.

Szenario Bharats und Ferengis leben in verschiedenen Städten im Kali-Tal. Obwohl Bharats und Ferengis im selben Tal leben, haben sie kaum Kontakt. Die Ferengis suchen seit längerem nach einem Vertragspartner für die Produktion ihres selbst-entwickelten Autotyps FaRiLa. Sie haben gehört, dass die Bharats sowohl genügend Produktionsfläche haben als auch genügend Arbeitskräfte. Per Brief bitten sie um eine Unterredung mit den Stadtobersten der Bharats um einen Vorschlag unterbreiten zu können. Das Spiel beginnt nach entsprechender Vorbereitung innerhalb der beiden Gruppen mit dem ersten Treffen von Delegationen beider Gruppen, die in Verhandlungen über die Produktionsstätte treten.

Material

Folgendes Material wird für die Simulation benötigt:

Spielanleitungen bzw. Kulturskripte für Bharats und Ferengis

Flipchartpapier, Stifte

Namensschilder

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Spielablauf und Aufgaben der Spielleitung

Die folgende Tabelle zeigt den Ablauf der Simulation und die Aufgaben der Spielleitung.

Zeit

Spielphase

Aufgabe der Spielleitung

10

min

Gruppenaufteilung Spieleinführung und Instruktion

 

Aufteilung der Teilnehmer in zwei Gruppen von je 3-7 Personen

   

Austeilen der Spielunterlagen

Einführung in die Simulation

20

30 min

Lesen der

Instruktionen

in

den

Räumliche Trennung und Instruieren der beiden Gruppen

Sicherstellen, dass die Gruppen vor den Verhandlungen nicht kommunizieren

 

Kleingruppen, Aneignung der kulturellen Skripte und

Strategiebesprechung

30

min

Spielphase:

Aufeinandertreffen

der

Einleiten der Interaktionsphase

 

Kulturen und Verhandlung

 

Sicherstellen, dass sich die Gruppen entsprechend ihrer Kulturskripte verhalten

 

Abbruch der Verhandlungen nach 30 min, falls diese zu keinem Ergebnis führen

20

min

Auswertungsdiskussion

 

Moderation der Diskussion

   

Festhalten der Ergebnisse

Hinweise zur Auswertung

In einer Diskussion, an der sich alle Teilnehmer beteiligen sollen, werden die Gefühle und

Erfahrungen ausgewertet. Gleichzeitig sollen die konkreten Unterschiede der beiden

Gruppen herausgearbeitet werden und so ein fließender Übergang zu der anschließenden

Präsentation der Kulturstandards erfolgen.

Folgende Punkte sollen dabei besprochen werden:

Die eigene Kultur und die Kultur der anderen

War es schwierig, sich in die jeweilige Rolle einzufinden/ sich mit ihr zu identifizieren?

Welche Gefühle lösten die einzelnen Rollen aus?

Was haben Sie über die Kultur der anderen gelernt

Gelang es Ihnen, die andere Kultur zu entschlüsseln?

Interaktions- und Konflikterfahrungen

Wie verlief der Interaktionsprozess?

Gab es im Verlauf des Spiels einen Anpassungsprozess?

Wodurch ergaben sich welche Konflikte?

Wie könnten Konflikte bearbeitet werden?

20

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Übertragung der Simulationserfahrung auf die Realität

Inwieweit wurden durch die beiden Gruppen deutsche bzw. indische Verhaltensweisen dargestellt?

Welche konkreten Unterschiede im Verhalten gab es?

Welche dieser Verhaltensweisen sind bereits aus Vorerfahrungen bekannt?

21

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

1.2 Spielanleitung für die Bharats

Hintergrund

Die Bharats leben in einer größeren Stadt im Kali-Tal. Die Bharats verfügen über viel brachliegeende Fläche und eine hohe Einwohnerzahl bei gleichzeitiger geringer Arbeitsauslastung. Sie haben einen Brief von den Ferengis erhalten, die nicht weit entfernt in einer kleineren Stadt leben. In diesem steht, dass die Ferengis nach einem Vertragspartner für die Produktion ihres selbstentwickelten Autotyps FaRiLa suchen und den Bau einer Produktionshalle in Bharat in Erwägung ziehen. Sie bitten um ein Treffen mit den Stadtobersten. Der Besuch der Ferengis steht bevor.

Kulturelle Skripte der Bharats

Kommunikationsstil: Das Bemühen um Höflichkeit und Freundlichkeit bestimmt den Kommunikationsstil der Bharats. Wichtiger als eine schnelle Zielerreichung ist ihnen die Erzeugung eines angenehmen Gesprächsklimas. Mit großem Interesse fragen sie nach dem Wohlergehen ihrer Gesprächspartner und erfragen familiäre Hintergründe, bevor sie das eigentliche Sachthema diskutieren. Ohne einen zufriedenstellenden Beziehungsaufbau ist ein sachliches Gespräch nicht möglich. Die Wichtigkeit eines Diskussionspunktes wird durch ständiges Nachhaken und Erinnern herausgestellt.

Konfliktverhalten: Die Bharats streben Harmonie an - Konflikte werden vermieden. Bei Ablehnung einer Idee äußern die Bharats Kritik nicht direkt, sondern indirekt durch Herauszögern oder vagen Umschreibungen.

Ausdruck von Bejahung und Zustimmung: Wenn Bharats „Ja“ sagen, bedeutet dies lediglich:

„Ich habe verstanden“, nicht aber „ich stimme dem zu“.

Ausdruck von Verneinung und Ablehnung: Bharats benutzen nie das Wort „nein“, sondern drücken Ablehnung indirekt aus

22

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Planungsverhalten: Bharats empfinden Pläne als nicht so wichtig. Daher werden Pläne ständig geändert. Auch Vorhaben und Vorgehensweisen, die bereits beschlossen wurden, werden häufig verändert. Planung erfolgt unsystematisch.

Einstellung zur Zeit: Bharats erledigen Aufgaben und Arbeiten generell gleichzeitig. Es ist nicht selten dass Besprechungen durch Telefonate, die Beantwortung von E-Mails oder Familienbesuchen unterbrochen werden. Zeit ist für sie eine unbegrenzte Ressource. Zeitangaben sehen sie eher als Orientierungshilfen. Pünktlichkeit ist ihnen nicht so wichtig.

Interne Sozialbeziehungen und Hierarchien: Der soziale Rang ist sehr wichtig für die Bharats. Autoritäten wird Gehorsam entgegengebracht. Männer haben einen höheren Rang als Frauen, ältere Personen haben einen höheren Rang als jüngere. In Ihrer Delegation ist daher der Älteste das Delegationsoberhaupt. Das Gespräch wird von ihm geleitet und bestimmt. Die anderen Delegationsmitglieder unterstützen immer seine Position, eigene Meinungen werden nur sehr vorsichtig geäußert, sofern das Delegationsoberhaupt ausdrücklich darum bittet. Diese Meinungsäußerungen müssen dabei der Rangfolge folgen (d.h. der Rangunterste muss selbst bei Konsultation durch den Ranghöchsten seine Meinung der Person um einen Rang höher mitteilen, diese gibt die Nachricht dann an den Nächsthöheren im Rang weiter usw.). Positionen in der Rangfolge werden durch Titel nach außen hin deutlich gemacht. Die Titel werden dem Vornamen angehängt: der Titel des Delegationsführers ist „Liri“, die Titel der zwei folgenden Personen in der Rangordnung sind „Tam“ und die restlichen Delegationsmitglieder werden nur bei ihren Vornamen genannt.

23

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

1.3 Spielanleitung für die Ferengis

Hintergrund

Die Ferengis leben in einer kleinen Stadt im Kali-Tal. Die Ferengis haben kaum noch brachliegendes Land, so dass sie die Produktion für ihr selbst-entwickeltes Auto den FaRiLa schwer auf eigenem Land verwirklichen können. Sie suchen nach Alternativen. Da sie wissen, dass die Bharats, die in einer nicht weit entfernten Stadt im selben Tal leben viel Fläche brach liegen haben und auch über genügend Arbeitskräfte verfügen, haben sie dem Stadtrat der Bharats einen Brief geschrieben mit der Bitte um ein Gespräch, in dem sie den Bharats einen Geschäftsvorschlag unterbreiten möchten.

Kulturelle Skripte der Ferengis

Kommunikationsstil: Das Bemühen um Direktheit, Eindeutigkeit, Klarheit und Kürze bestimmt den Kommunikationsstil der Ferengis. Ihnen ist eine schnelle und konkrete Zielerreichung wichtig. Sowohl negative als auch positive Aspekte werden artikuliert. Hierbei geht es den Ferengis lediglich um die Nachrichten-Übermittlung, die Gefühle des Gesprächspartners sind zweitrangig. Es zählen Fakten, Zahlen und Referenzen. Die Wichtigkeit eines Diskussionspunktes wird verbal betont. Außerdem üben die Ferengis eine strikte Trennung zwischen Persönlichem und Geschäftlichen.

Konfliktverhalten: Ferengis äußern Kritik direkt und unumwunden. Bei Ablehnung einer Idee äußern sie dies klar und offen, ohne Rücksicht auf die Gefühle des Gegenübers.

Ausdruck von Bejahung und Zustimmung: Wenn Ferengis „Ja“ sagen, bedeutet dies „ich stimme dem zu“.

Ausdruck von Verneinung und Ablehnung: Ferengis benutzen das Wort „nein“ oder eine andere deutlich ablehnende Aussage, um Ablehnung auszudrücken.

Planungsverhalten: Ferengis halten Planung für sehr wichtig, besonders in Geschäftsverhandlungen. Sie planen im Voraus und nehmen Änderungen an einmal feststehenden Plänen nur ungern vor. Planung erfolgt sequenziell.

24

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Einstellung zur Zeit: Ferengis reihen ihre Handlungen aneinander und beginnen erst eine neue Aktion, wenn die vorhergehende beendet ist. Ihrer Auffassung nach ist Zeit eine begrenzte Ressource. Ferengis ist Pünktlichkeit und zeitliche Genauigkeit sehr wichtig. Werden Termine nicht eingehalten führt dies zu vermindertem Respekt dem Gesprächspartner gegenüber und zu der Vermutung, dieser sei unorganisiert. Ziel ist das Einhalten von Terminen, Plänen und Ergebnissen.

Interne Sozialbeziehungen und Hierarchien: Für die Ferengis spielt Sachkenntnis eine große Rolle. Sachkompetenz entscheidet wer das Sagen hat. Dabei sind Männer und Frauen gleichberechtigt, auch Altersunterschiede sind unerheblich. Ferengis haben dennoch normalerweise einen Verhandlungsführer, dessen Entscheidungen akzeptiert werden. Wählen Sie einen ihrer Mitspieler als Verhandlungsführer. Seine/ihre Aufgabe wird es sein die Diskussion zu lenken und ggf. Rat von den Sachexperten einzuholen. Hierzu bestimmen Sie welcher Mitspieler für welchen Sachbereich zuständig ist. Zuständigkeitsbereiche werden von den Ferengis sehr Ernst genommen: Einmischung durch einen Kollegen sehen sie als Beleidigung. Ferengis benutzen bei der Anrede die Vorsilbe „Pat“.

25

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2. Critical Incidents 2.1 Das lange Interview

Situation:

Jana, 27, möchte ein Praktikum in Indien ableisten. Obwohl sie unzählige E-Mails an indische Unternehmen versandt hat, hat sie bisher noch kaum eine Antwort, geschweige denn eine Praktikumsstelle. Endlich meldet sich Herr Langi bei ihr und bietet ein Skype-Interview an.

Jana:

Jana freut sich. Nach wochenlanger, vergeblicher Suche hat sie endlich einen Interview- Termin. Die Website von Herrn Langis Unternehmen ist vielversprechend und sie kann sich gut vorstellen dort zu arbeiten. Da sie bereits in wenigen Wochen nach Indien fliegen wird ist es ihr wichtig, schnellstmöglich einen Praktikumsvertrag zu erhalten. Sie hat sich gut auf das Interview vorbereitet. Sie ist aufgeregt wegen des bevorstehenden Interviews doch guter Hoffnung, dass Herr Langi schnell zu einer Entscheidung kommen wird.

Herr Langi:

Herr Langi, 32, ist der Gründer einer kleinen Personalentwicklungs-Firma. Sein Mitarbeiterstab beläuft sich auf sieben Personen. Ihm ist wichtig, dass die deutsche Praktikantin in sein Team passt. Außerdem ist er neugierig, aus welchen Gründen sie nach Indien möchte, wo sie unterkommen wird etc.

Kulturstandard: Sach- vs. Beziehungs-Orientierung

Arbeitsauftrag

1. Bitte bereiten Sie ein Rollenspiel anhand der Situationsbeschreibung vor. Beachten

Sie dabei die indischen und deutschen Kulturstandards. Lassen Sie den indischen Rollenspieler strikt „indisch“ und den deutschen Rollenspieler strikt „deutsch“ agieren. Finden Sie ein passendes Ende für das Rollenspiel.

26

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Anweisungen zum Rollenspiel:

Wählen Sie zwei Personen aus Ihrer Gruppe aus, die die beiden Rollen spielen.

Zwei weitere Personen stellen die Gefühle und Gedanken der Rollen dar.

Zu Anfang des Rollenspiels erläutern die „Gefühle und Gedanken“ die Ausgangsposition der Rollen. Anschließend wird das Rollenspiel präsentiert.

Die „Gefühle und Gedanken“ fassen am Ende des Rollenspiels zusammen, wie es ihnen nun geht und wie sie ihren Gesprächspartner sehen.

27

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

2.2 Die unnütze Übersetzung

Situation:

Tim, 24, arbeitet als Praktikant seit ein paar Wochen in einer NGO in Neu Delhi. Die NGO arbeitet eng mit einer deutschen Regierungsorganisation zusammen. Vor ein paar Tagen hat Tims Chef, Herr Patel, einen Brief von der Partnerorganisation erhalten. U.a. befanden sich hierin Prospekte auf Deutsch. Er bittet Tim diese zu übersetzen.

Tim:

Tim ist zufrieden mit seiner Praktikums-Wahl. Die Kollegen sind nett und sein Arbeitsgebiet gefällt ihm. Die Prospekte die Herr Patel ihm gegeben hat, hält Tim für unwichtig. Er überfliegt sie kurz und beschließt sie nicht zu übersetzen schließlich hat er Besseres zu tun, und die Übersetzungen wären von keinem Wert für die NGO. Er hat vor dies seinem Chef mitzuteilen.

Herr Patel:

Herr Patel, 36, ist seit einigen Jahren Leiter einer NGO. Tim ist in seinen Augen engagiert und qualifiziert. Er freut sich, einen Deutschen als Praktikanten zu haben. Dies erleichtert in seinen Augen die Kommunikation mit der deutschen Partnerorganisation ungemein. Herr Patel hofft, dass die Informationen, die in den deutschen Prospekten enthalten sind, ein paar neue Impulse für seine eigene Arbeit geben können.

Kulturstandards: Gleichheit vs. Hierarchie (Vorgesetzter-Untergebener), Direkte vs. Indirekte Kommunikation

Arbeitsauftrag

1. Bitte bereiten Sie ein Rollenspiel anhand der Situationsbeschreibung vor. Beachten Sie dabei die indischen und deutschen Kulturstandards. Lassen Sie den indischen Rollenspieler strikt „indisch“ und den deutschen Rollenspieler strikt „deutsch“ agieren. Finden Sie ein passendes Ende für das Rollenspiel.

28

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

Anweisungen zum Rollenspiel:

Wählen Sie zwei Personen aus Ihrer Gruppe aus, die die beiden Rollen spielen.

Zwei weitere Personen stellen die Gefühle und Gedanken der Rollen dar.

Zu Anfang des Rollenspiels erläutern die „Gefühle und Gedanken“ die Ausgangsposition der Rollen. Anschließend wird das Rollenspiel präsentiert.

Die „Gefühle und Gedanken“ fassen am Ende des Rollenspiels zusammen, wie es ihnen nun geht und wie sie ihren Gesprächspartner sehen.

29

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

2.3 Hindi Guru

Situation:

Susanne, 26, ist seit mehreren Monaten als Austauschstudentin in Indien. Sie hat sich im Eigenstudium ein wenig Hindi beigebracht und möchte ihr Wissen gerne vertiefen. Sie meldet sich bei einer Hindi-Sprachschule an und beginnt ihren Unterricht.

Susanne:

Ihren Lehrer, Herrn Ram, empfindet Susanne als wenig Praxis-orientiert: Anstatt mit ihr das Sprechen zu üben, reiht er Grammatik-Stunde an Grammatik-Stunde. Außerdem hat sie das Gefühl kaum zu Wort zu kommen, ihre Fragen werden kaum oder gar nicht beantwortet. Nach ein paar Tagen Unterricht bittet sie ihren Lehrer um ein Gespräch. Sie möchte ihm mitteilen, dass sie gerne Praxis-orientierter lernen möchte, und dass sie erst einmal eine Grammatik-Regel beherrschen möchte bevor sie die nächste lernt. Außerdem wünscht sie sich ausführlicheres Informationsmaterial.

Herr Ram:

Herr Ram, 42, ist seit längerem Sprachlehrer, er hat schon mehrere Ausländer unterrichtet und hatte bisher nie Probleme. Susanne empfindet er als fordernd und unhöflich. Sie folgt seinen Anweisungen nur zögernd und zeigt offen ihren Unwillen. Für ihn scheint es nicht verwunderlich, dass ihr Lernfortschritt nur schleppend voran geht. Nun hat Susanne ihn um ein Gespräch gebeten.

Kulturstandards: Gleichheit vs. Hierarchien (Senioritätsprinzip, Schüler-Lehrer, Ausländer- Inländer), Direkte vs. Indirekte Kommunikation Außerdem: Geschlechterrollen

Arbeitsauftrag

1. Bitte bereiten Sie ein Rollenspiel anhand der Situationsbeschreibung vor. Beachten Sie dabei die indischen und deutschen Kulturstandards. Lassen Sie den indischen Rollenspieler strikt „indisch“ und den deutschen Rollenspieler strikt „deutsch“

agieren. Finden Sie ein passendes Ende für das Rollenspiel.

30

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

2. Überlegen sie sich was sowohl Herr Ram als auch Susanne in der Situation denken und fühlen.

Anweisungen zum Rollenspiel:

Wählen Sie zwei Personen aus Ihrer Gruppe aus, die die beiden Rollen spielen.

Zwei weitere Personen stellen die Gefühle und Gedanken der Rollen dar.

Zu Anfang des Rollenspiels erläutern die „Gefühle und Gedanken“ die Ausgangsposition der Rollen. Anschließend wird das Rollenspiel präsentiert.

Die „Gefühle und Gedanken“ fassen am Ende des Rollenspiels zusammen, wie es ihnen nun geht und wie sie ihren Gesprächspartner sehen.

31

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

3. Trainerleitfaden

1. Tag

Endzeit

Gesamt-

Zeit-

Lernziele

Unterrichtseinheit/

Unterrichtsphasen

Lerneraktivitäten

Traineraktivitäten

 

Sozialformen

Materialien

 

zeit

schritt

Thematik

   

10:00

           

Willkommens-Chart schreiben und neben den Raumeingang stellen

   

Flipchart (FC)

10:05

5

5

 

Orientierung & Information Begrüßung durch die Trainerin

Begrüßung, Allgemeine, Hinführung zum Thema Interkulturelles Training:

   

Kurzvortrag

 

Plenum (P)

 
     
 

Indien

10:30

25

5

TN lernen sich kennen. TN werden für

die

Orientierung & Information Vorstellungsrunde:

Einführung in Übung durch den Trainer

Passiv (p)

Materialausteilung, Erklärung von Übung

 

P

Fotos von Indern der verschiedenen Staaten, Religionen, Kasten etc.

5

gesellschaftliche Diversität Indiens sensibilisiert.

„Gesichter Indiens“

Individuelle Entscheidung für Foto

Materialsichtung

Materialsichtung

 

Einzelarbeit (EA)

10

Vorstellung der TN: Name, evt. Interkulturelle Vorerfahrung, Praktikumsplatz, Entscheidung für Foto/erster Gedanke bei Sichtung des Fotos

Individuelle Vorstellung

 

P

 

5

1

10:35

5

5

 

Orientierung & Information Überblick über Kursinhalte und ziele

Vorstellung des Inhaltes der Veranstaltung, Aufstellen von Regeln (Pausen, Zuspät- Kommen; Handy)

p

Input

der

P

FC: Programmablauf

 

Themenübersicht

und

FC: Lernziele

Lernziele

11:05

30

5

 

Orientierung & Information Erwartungsabfrage mit der Methode „Kartenfrage“

Erklärung von Übung, Bitte um Beantwortung der Frage „Was möchte ich in diesem Training lernen“ (blau) „Wie soll sich das Training auf meinen Alltag in Indien auswirken?“ (grün)

p

Erklärung

von

Übung,

P

Moderationskarten (rot & grün) Marker

von Moderationskarten je TN

Austeilen

4

   

Pinnwand

(PW):

Meine

Trainingsziele

Pins

5

Ausfüllen

der

Ausfüllen

der

Achtet auf Zeit

 

EA

Moderationskarten

Moderationskarten

 

15

Auswertung der Antworten nach Bereichen (beruflich,

p

Ordnet Antworten auf Pinnwand, stellt bei Bedarf

P

5

1 Angaben von Zeitpuffern werden durch rot gekennzeichnet. Sie werden zu der Gesamtzeit dazugerechnet.

32

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

         

privat, etc.)

   

Klärungsfragen

     

Ggf.

Abstimmung

über

 

bestimmte Trainingsinhalte

11:45

40

3

TN wissen wie vielfältig

Was ist Kultur?

Vergabe von Arbeitsauftrag

p

Erklärung

von

Übung,

Gruppenarbeit

(GA)

[4

FC-Papier

 

2

der Kulturbegriff ist.

Erarbeitung einer Definition von Kultur in Kleingruppen

Ausgabe

der

Gruppen]

Marker

TN verstehen auf welchen Ebenen Kultur wirkt.

Arbeitsmaterialien

 

15

 

Gruppenarbeit

 

Austausch in Kleingruppen, Ergebnisfesthaltung auf

Achtet auf Zeit, steht für

   

etwaige Fragen

zur

FC-Papier

Verfügung

 

15

Ergebnisdarstellung

 

p

p

P

Pinnwand

 

5

 

Vorstellung der Ergebnisse der Kleingruppen

Pinns

12:00

15

PAUSE

PAUSE

PAUSE

 

PAUSE

PAUSE

 

PAUSE

PAUSE

   

PAUSE

12:20

20

10

TN kennen

das

Was ist Kultur? Input: Kulturdefinitionen & Eisbergmodell

Input: Kulturdefinitionen und

p

Input an FC

P

FC: Kulturdefinitionen FC: Das Eisbergmodell der Kultur

Eisbergmodell von Kultur. TN wissen, dass kulturelle

Darstellung Eisbergmodells der Kultur

des

10

Konflikte zumeist auf den Teil zurückzuführen sind,

 

Diskussion

 

Diskussionsbeteiligung

Moderation der Diskussion

 
   

die sich unter Wasser befinden.

12:40

20

3

TN sind sensibilisiert für

Was ist Kultur?

Erklärung

der

Übung:

TN

p

Erklärung der Übung, Austeilen der Materialien

P

PW:

Deutschlands

Kultur-

2

ihre eigene kulturelle Prägung.

Erstellung

eines

werden

gebeten

die

drei

Eisberg Moderationskarten (3 pro TN) Marker

Deutschland-Eisberges im Plenum

Begriffe

auf

 
 

Moderationskarten

 

festzuhalten,

die

ihnen

bei

dem

Gedanken

an

 

Deutschland kommen.

5

Einzelarbeit

 

Beschriftung

der

p

EA

 

Moderationskarten

10

Ergebnisdarstellung

 

Diskussionsbeiträge

Zuordnung der Ergebnisse im Eisbergmodell, Moderation der Diskussion

P

14:00

80

80

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

 

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

   

MITTAGSPAUSE

14:15

15

3

TN sind aktiviert.

Pausenspiel: Atomspiel

Erklärung der Übung: TN werden gebeten sich im Raum zu bewegen bis die Musik ausgeht, sich dann in Gruppen zusammenzufinden, vom Trainer gegebene Aufgaben zu lösen

p

Erklärung von Übung

 

P

Musik

2

 

33

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

   

7

   

Durchführung

Teilnahme an Übung

Gibt Anweisungen, kümmert sich um Musik

   

3

14:35

20

20

TN

haben

Kleine Länderkunde: Indien

Input: Länderkunde Indien I

p

Input: Länderkunde Indien

P

PPT

Grundkenntnisse bezüglich

ggf. FC

Geografie, Geschichte,

Wirtschaft

und

Politik

Indiens.

 

14:55

20

20

TN

haben

Kleine Länderkunde: Indien

Input: Länderkunde Indien II

p

Input: Länderkunde Indien

P

PPT

Grundkenntnisse bezüglich

Demographie

und

Kastensystems Indiens.

15:15

20

3

TN überprüfen ihr Wissen

Kleine Länderkunde: Indien

Quiz: Länderkunde I & II 2

p

Gruppenaufteilung,

P (Gruppen von 3 - 4)

PW: Indien-Quiz Hand-Out: Indien Quiz

2

über die Geografie, Geschichte, Wirtschaft und

Instruktionen

15

         

Politik Indiens.

   

Beteiligung am Quiz

Moderation des Quiz´

15:25

10

10

 

PAUSE

   

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

16:45

80

10

TN

erleben

eine

Kulturstandards I

 

Gruppenaufteilung

p

Gruppenaufteilung,

P

Spielanleitungen

interkulturelle Interaktion.

Simulation:

Bharats

und

Spieleinführung

und

Spieleinführung

und

Namensschilder

TN

sind

für

kulturelle

Ferengis 3

Instruktion

Instruktion

20

Unterschiede

und

Vorbereitungsphase

Lesen der Instruktionen in den Kleingruppen Aneignung der kulturellen

Räumliche Trennung der Gruppen, Instruieren der Gruppen

GA

Konfliktpotentiale

innerhalb

interkultureller

Begegnungen

 

Skripte

und

 

sensibilisiert.

 

Strategiebesprechung

20

TN

haben

einen

ersten

Spielphase:

Interaktion

Einleiten

der

Aufeinandertreffen

der

10

Eindruck

bezüglich

Aufeinandertreffen der Kulturen und Verhandlung

Interaktionsphase Sicherstellen, dass sich die Gruppen entsprechend ihrer Kulturskripte verhalten

Kleingruppen

deutscher

und

indischer

Kulturstandards.

   

15

 

Auswertungsdiskussion

Diskussionsteilnahme

Moderation der Diskussion Festhalten der Ergebnisse

P

Flipchart

5

Marker

16:55

10

10

 

PAUSE

   

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

2 Optional - sofern es Fragen/Anmerkungen/Diskussionsbedarf bezüglich der im Input: Landeskunde I & II vorgestellten Themen gibt, kann auf das Quiz verzichtet und eine Diskussionsrunde eröffnet werden. 3 Arbeitstitel

34

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

17:05

10

10

TN

wissen

was

Kulturstandards I

 

Input: Kulturstandards

p

PPT-unterstützter Vortrag

P

PPT

Kulturstandards sind.

Input: Kulturstandards

17:55

50

5

TN

kennen

die

Kulturstandards I

 

Gruppenaufteilung,

p

Erklären der Übung,

P

 

unterschiedlichen

 

Arbeitsaufträge

Gruppenaufteilung,

Kulturstandards

von

Erarbeitung

der

indischen

Austeilen der Materialien

15

Deutschland

und

Indien.

Kulturstandards

in

Gruppenarbeit

Ausarbeitung

des

p

GA

FC-Papier

5

TN

wissen

welche

Kleingruppen

Infomaterials

   

Marker

zu Konflikten führen können.

Unterschiede

konkret

PW

Moderationskarten

20

 

Präsentation

Präsentation

Moderiert

P

FC: Das Eisbergmodell der Kultur

5

Ergebnispräsentation

18:00

5

5

 

Tagesabschluss: Blitzlicht

 

TN werden aufgefordert ihre bisherige Meinung über das Training in 3 Worten zu umschreiben.

Teilnahme

Erklärung der Übung

P

 
 

2. Tag

 

Endzeit

Gesamt-

Zeit-

Lernziele

Unterrichtseinheit/

 

Unterrichtsphasen

Lerneraktivitäten

Traineraktivitäten

Sozialformen

Materialien

zeit

schritt

Thematik

10:05

5

5

 

Kulturstandards II Begrüßung durch Trainerin

Begrüßung,

Darstellung

des

p

Begrüßung, Darstellung

P

FC: Programmablauf

Seminarplans

des Seminarplans

11:35

90

5

TN

kennen

Kulturstandards II

 

Gruppenaufteilung,

p

Erklärung von Übung,

P

Rollenspiel-Handouts

Handlungsstrategien im

Erarbeitung

von

Instruktion

Gruppenaufteilung,

Umgang

mit

indischen

Handlungsstrategien

mit

 

Ausgabe des Materials

15

Kulturstandards.

Hilfe

psychodynamischer

Ausarbeitung

der

Vorbereitungsphase

Gibt Hilfestellungen, achtet auf Zeit

GA [3]

Rollenspiele

Rollenspiele

5

Präsentation

eines

Präsentationsphase

Gibt Anweisungen für

P

Rollenspiels

Rollenspieler

10

Sammlung

von

Sammlung

von

Sammelt Vorschläge auf FC

FC

Handlungsoptionen auf FC

Vorschlägen

 

Marker

5

Erneuter Durchgang von Rollenspiel mit erarbeiteten Handlungsoptionen

Präsentationsphase

Gibt Anweisungen für

Rollenspieler

40

Wiederholung des Prozesses

s.o.

s.o.

 

10

mit

zwei

weiteren

Rollenspielen

11:50

15

PAUSE

PAUSE

PAUSE

 

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

12:00

10

10

TN

kennen

die

Kulturstandards II Input: Frauen in Indien

 

Input: Frauen in Indien

p

PPT-gestützter Vortrag

P

PPT

verschiedenen

Rollen

die

Frauen

in

der

indischen

 

35

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

     

Gesellschaft einnehmen.

           

12:45

45

20

TN verfestigen ihr Wissen

Kulturstandards II

Critical Incident Quiz

Teilnahme an Quiz

Erläuterung der Übung, Vorlesen der Critical Incidents &

Antwortmöglichkeiten,

P

PPT

5

über die Kulturstandards.

Critical Incident Quiz

Festhalten der Ergebnisse

20

Möglichkeit der Darstellung von eigenen Erfahrungen der TN

Teilnahme an Diskussion

Moderation der Diskussion, ggf. Aufklärung von Situationen

14:00

75

75

 

MITTAGSPAUSE

 

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

MITTAGSPAUSE

14:05

5

5

TN sind für das Thema Zeitverständnis sensibilisiert. TN sind aktiviert.

Zeitverständnis Pausenspiel: Innere Uhr

Pausenspiel: Innere Uhr

Teilnahme an Übung

Erklärung der Übung,

P

Tape

Vorbereitung

des

Stopp-Uhr

 

Übungsortes,

kurze

einführende Worte zum

 

Thema

14:25

20

2

TN

identifizieren

zu

Zeitverständnis

Instruktion

p

Erklärung der Übung

P

Hand-Out: Kulturtypentest

3

welchem Zeitverständnis

Kulturtypentest

     

5

sie neigen.

 

Ausfüllen des Tests

Ausfüllen des Tests

p

EA

10

 

Auswertungsdiskussion

Beteiligung an Diskussion

Moderation der Auswertung, Festhalten der Auswertung auf FC

P

FC: Kulturtypentest

14.45

20

5

TN

kennen

den

Zeitverständnis

Input: Mono- vs. Polychrones Zeitverständnis

p

PPT-gestützter Vortrag

P

PPT

5

Unterschied

zwischen

Input: Mono- vs. Polychrones Zeitverständnis

 

Mono-

und

Polychronem

Sammlung

Handlungsoptionen

 

Beteiligung an Diskussion

 

10

Zeitverständnis

   

von

Moderation der

Diskussion,

16:00

75

5

TN

kennen

die

Indische Realitäten und der Umgang mit ihnen

Einführung in Übung

p

Einführung in Übung, Austeilen der Materialien

P

FC-Papier,

Marker,

Konfliktherde

innerhalb

Moderationskarten

25

der indischen Gesellschaft.

Erarbeitung

von

Bearbeitung

der

Ausarbeitung des Themas

p

Gruppenarbeit

5

TN

sind

sich

ihrer

Konfliktherden im indischen

Konflikthemen

20

persönlichen

 

Kontext in Kleingruppen

Darstellung der Ergebnisse an einem Beispiel

Ergebnisdarstellung

Moderation von

P

 

5

Handlungsoptionen

im

Ergebnisdarstellung

Umgang

mit

selbigen

 

15

Konfliktherden bewußt.

Transfer, Diskussionsrunde

Teilnahme an Diskussion

Moderation von

FC: Das Eisbergmodell der Kultur

Diskussion

16:15

15

15

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

PAUSE

16:40

25

5

TN wissen

welche

Ergebnisfesthaltung, Diskussion & Evaluation

Einführung in Übung

p

Einführung in Übung, Austeilen der Materialien

P

Moderationskarten (4 pro Person, 2 rot, 2 grün)

Verhaltensweisen von

5

Indern positiv bzw. negativ

Erarbeitung von Do´s &

Beschriftung

der

Beschriftung

der

p

EA

Marker

5

aufgefasst werden.

 

Don´ts in EA

Moderationskarten

Moderationskarten

     

10

 

Ergebnisdarstellung

Beteiligung an Diskussion

Moderation der Diskussion, Festhalten der Ergebnisse auf PW, ggf. Erläuterungen, Austeilen der Hand-Outs

P

 
 

PW: Do´s & Don´ts Hand-Out: Do´s & Don´ts

36

Incredible India Ein Interkulturelles Training für Graduierte

17:05

20

20

TN

werden

Fragen

Ergebnisfesthaltung,

Offene Diskussion

Fragen, Diskussionbeiträge

Moderation der Diskussion

P

 

beantwortet.

Diskussion

&

Evaluation

 

Offene Diskussion

17:25

20

5

 

Ergebnisfesthaltung,

Einführung in Übung

p

Erklärung von Übung

P

PW: Meine Trainingsziele

 

Diskussion

&

Evaluation

     

10

Evaluation

 

Erklären anhand ihrer Trainingsziele ihren Lernerfolg bzw. -misserfolg

p

 

5

Evaluationsbogen

Ausfüllen

von

p

Hand-Out:

5

Evaluationsbogen

Evaluationsbogen

17:30

5

5

 

Ergebnisfesthaltung,

Verabschiedung

p

Verabschiedung, Austeilen von Kontaktinformationen

P

Visitenkarten

Diskussion

&

Evaluation

 

Verabschiedung

durch

 

Trainerin