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DAS ZUSAMMENLEBEN DER DEUTSCHEN

UND DER TSCHECHEN VOR UND NACH


DEM ZWEITEN WELTKRIEG

Henrika Kačiaková, Jana Nováková


Němčina pro manažerskou praxi, Fakulta humanitních studií,
Univerzita Tomáše Bati
DER INHALT

1. Deutsche in der Tschechoslowakei


2. Sudetendeutsche und SdP
3. Deutsches Protektorat Böhmen und Mähren
4. Das Ankommen der Deutschen
5. Henker von Prag
6. Beneš-Dekrete
7. Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei
8. Phasen der Vertreibung
9. Brünner Todesmarsch
10.Deutsch-tschechische Beziehungen nach der Vertreibung
DEUTSCHE IN TSCHECHOSLOWAKEI (1918-1938)

• Seit dem Mittelalter leben Deutsche in den Grenzregionen von Böhmen, Mähren und
Schlesien. Ihr Siedlungsgebiet wird als Sudetenland bezeichnet; die Einwohner heißen
Sudetendeutsche.

• 1918-1938: Erste Tschechoslowakische Republik

• Gegen ihren Willen werden die Sudetendeutschen 1918 Teil der ersten
Tschechoslowakischen Republik.
• Sudetendeutsche wird als nationale
Minderheit behandelt.
• Nationalsozialisten = ihre Retter
und Befreier
Konrad Henlein – Begründer der
Sudetendeutschen Heimatfront (1933)
Ziel: alle Deutschen in der
Tschechoslowakei zu vertreten

1935
• in Sudetendeutsche Partei (SdP)
umbenannt.
• Bei der Parlamentswahl erhält die
SdP die Mehrheit der
sudetendeutschen Wählerstimmen

Die SdP beginnt immer enger mit


den Nationalsozialisten im
Deutschen Reich zusammen zu
arbeiten.
DEUTSCHES PROTEKTORAT BÖHMEN UND MÄHREN
(1939- 1945)

• 29.-30. September 1938  die Unterzeichnung


des sogenannten Münchner Abkommens
• Annektierung des Sudetenlandes
(Vertrag, der festlegte, dass die
Tschechoslowakei das Sudetenland an
Deutschland abtreten muss.)
• Die Tschechoslowakei, die nur als
Gegenstand, nicht aber als Subjekt des
Völkerrechts behandelt wurde, musste
sich dem Abkommen fügen.
• Hitler setzte im März 1939 seine aggressive Politik fort.
• Hácha unterschrieb einen Vertrag, mit dem er die Tschechoslowakei unter den Schutz des
Deutschen Reiches stellte.

• am 15. März matschierten deutsche Truppen in die tschechoslowakische Hauptstadt Prag ein
und die Stadt besetzten.
!!! Bruch des Münchner Abkommens
• Im Münchner Abkommen hatte Hitler versprochen, außer dem Sudetenland keine weiteren
Gebietsansprüche auf die Tschechoslowakei zu erheben. Aber die ganze Zeit, wollte er die so
genannte "Rest-Tschechei" zerschlagen und setzte dies im März 1939 dann auch um.

• 1939 – Deutschland besetzt den Rest des tschechischen Gebiets/ Verfall der ersten
Tschechoslowakischen Republik
= Entstehung des Protektorats Böhmen und Mähren
MIT DEM ANKOMMEN DER
DIE FOLGERUGEN DAFÜR…
DEUTSCHEN ...

 Das Zuteilungssystem, die Zwangsarbeit  Alles Deutsches wird


im Reich, die Denunziation, die Gewalt, boykottiert.
die Zensur  Tschechischer Nationalismus
 Alle Institutionen unter Aufsicht der im Vordergrund
Deutschen, an deren Spitze der
Reichsprotektor stand ( der erste
Reichsprotektor: Konstantin von
Neurath)
 Alle Schilder an Straßen, Läden,
Restaurants usw. zweisprachig sein
mussten.
HENKER VON PRAG

1941 - wird Reinhard Heydrich zum Reichsprotektor


des Protektorats Böhmen und Mähren ernannt
• einer der führenden Köpfe des NS-Regimes
Seine Aufgabe: der tschechoslowakische Widerstand gegen
den Nationalsozialismus mit aller Härte zu bekämpfen

!!! maßgeblicher Organisator des Massenmords an den


europäischen Juden
OPERATION ANTHROPOID

• Jozef Gabčík und Jan Kubiš (zwei tschechische


Widerstandskämpfer)

"Gabčík und Kubiš hatten sich am 27. Mai 1942 an einer


Straßenbahnhaltestelle in Prag versteckt. Ihr Komplize Josef Valčík sollte
sie warnen, wenn Heydrich vorbeifuhr. Der 38-Jährige ließ sich gern in
einem offenen Mercedes zur Arbeit auf der Prager Burg chauffieren. Als
sein Auto durch eine Kurve fuhr, schoss Gabčík. Doch die Pistole
versagte. Ladehemmung. Kubiš warf eine Handgranate, die das Auto
beschädigte und Heydrich, aber auch ihn selbst, verwundete "

• Heydrich starb acht Tage später an seinen Verletzungen im


Krankenhaus
(27. Mai 1942)
LIDICE

• kleines Dorf in der Nähe von Prag


Die Bewohner des Dorfes hätten angeblich den Attentätern
Unterschlupf gewährt = grausame Rache

Alle Männer, die älter als 15 Jahre alt waren, wurden


erschossen. Die Frauen in Konzentrationslager gebracht und
die Kinder zur "Umerziehung" verschleppt. Viele starben in
den Gaskammern der Konzentrationslager.

nach der Zerstörung


• 1945 – das Ende des Zweiten Weltkriegs  die Wiedergründung der
Tschechoslowakischen Republik
• Edvard Beneš – tschechoslowakischer Präsident, der während der 2. WK übte
Exilregierung aus
• Mai 1945 – Erlassung der ersten Dekreten: Dekrete des Präsidenten der
Republik

Allen Bürgern deutscher Nationalität wird der gesamte Besitz entzogen (Dekrete Nr. 5, 12 und
108) und die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft aberkannt (Dekret Nr. 33). Außerdem
werden sie dazu verpflichtet, am Wiederaufbau des tschechoslowakischen Staates
mitzuarbeiten

• rechtliche Grundlage für die Vertreibung der Deutschen


VERTREIBUNG DER DEUTSCHEN • Mehr als drei Millionen Deutsche
AUS DER TSCHECHOSLOWAKEI
wurden nach dem Zweiten Weltkrieg
aus der Tschechoslowakei vertrieben

• Grund: Der Hass der Tschechen


gegen die Deutschen häufte sich
während den Jahrzenten als sie unter
der deutschen Regierung waren und
alles Deutsches bevorzugt wurde

• „Kollektivschuld“
II: Phase der Vertreibung, 1946
„ Wilde“ Vetreibung der Deutschen
 etwa 650 000 Deutsche wurden von bewaffnete, aggressive Freiwillige zu Fuß
vertreibt

„ Geordnete“ Vetreibung der Deutschen

• Ungefähr 250 000 Deutsche durften bleiben


Ein Massengrab für exekutierte Deutsche in der Region Prag. (Foto: SZ Photo)
fast als Sklaven dienen mussten
Ein riesiges Eisenkreuz mit der Dornenkrone in Pohrlitz als
DIE QUELLE

• https://gfx.sueddeutsche.de/apps/55239b61a5cb12a658042aaf/mobile/#/0
• https://www.welt.de/iphone_app/historyapp/article6846653/Der-Bruenner-Todesmarsch.html
• https://www.deutschlandfunkkultur.de/vor-70-jahren-die-organisierte-vertreibung-
der.932.de.html?dram:article_id=343481
• https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21963826.html
• http://www.czech.cz/de/Noticias/Deutsch-Tschechische-Erklarung-Versohnung-mit-jew
• https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1939/einmarsch-in-die-tschechoslowakei/
• https://www.stern.de/politik/ausland/reinhard-heydrich--attentat-auf-den--henker-von-prag--vor-75-jahren-7470102.html
• http://www.hagalil.com/archiv/2005/12/heydrich.htm
• https://www.zeitklicks.de/top-menu/zeitstrahl/navigation/topnav/jahr/1942/was-passiert-in-lidice/
• https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/das-deutsche-protektorat-boehmen-und-maehren-1939-1945-und-seine-
tschechischen-kollaborateure/
VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!
Am 15. März vor 75 Jahren besetzte die Wehrmacht Tschechien und errichtete kurz darauf das Protektorat Böhmen und Mähren. Was
wie ein schneller Triumph Hitlers aussah, ebnete den Weg in den Zweiten Weltkrieg.

Im Oktober 1938, schon wenige Tage nach dem Münchner Abkommen, befiehlt Hitler den Spitzen der Wehrmacht eine
Invasion vorzubereiten.

"Hitler war über das Münchner Abkommen nicht sehr erfreut", sagt der Historiker Detlef Brandes. Statt die gesamte
Tschechoslowakei besetzen zu können, wie er es wollte, habe sich Hitler mit dem Sudetenland bescheiden müssen. "Die
Nationalsozialisten haben dann die Tschechoslowakei stark unter Druck gesetzt. In einigen Politikbereichen, auch gegenüber
den Juden, hat sie nicht so agiert, wie Hitler das forderte. "

Schon ein halbes Jahr später, am 14. März 1939, sitzt der Präsident der Tschechoslowakei (Hácha) im Zug nach Berlin. Er
lege sein Amt "vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches", heißt es in der Urkunde.
Am 15. März ist es eisig in Prag, viel zu kalt für einen Frühlingstag. Gegen 9 Uhr erreichen deutsche Truppen die Stadt.
Lisa Miková ist damals 17 Jahre alt, sie ist Tschechin, Jüdin und bis dahin zweisprachig aufgewachsen – Tschechisch und
Deutsch. "Wir sind damals nicht auf die Straße gegangen. Wir haben den Einmarsch aus dem Fenster beobachtet", erinnert sie
sich heute.

"Viele Menschen haben geweint, viele haben die Fäuste geballt. Es war damals eine schreckliche Depression.„

Fragen:
1. Warum war Hitler über das Münchner Abkommen nicht erfreut?
2. Was hat sich nach dem Einmarsch der Deutschen in Prag nach ihrer Meinung verändert?
3. Können Sie sich vorstellen, dass etwas Ähnliches in der heutigen Zeit geschehen wäre? Wurden die Folgen größer als vorher
sein? Warum?

Quelle : https://www.dw.com/de/hitlers-krieg-in-der-tschechoslowakei/a-17492609
BEZIEHUNG IM WANDEL:TSCHECHEN HABEN MEIST KEINE PROBLEME MEHR MIT DEUTSCHEN
Vor 20 Jahren haben tschechische und deutsche Politiker vorausschauend gehandelt:Trotz vieler Differenzen unterschrieben sie
einen gemeinsamen Abkommen. Diese „Deutsch-Tschechische Erklärung“ von 1997 ist seitdem die Basis für eine Politik der
Versöhnung und für eine Annäherung der Menschen beiderseits der Grenze. Die Frage ist: Konnten die Gräben der Vergangenheit
tatsächlich überwunden werden? Wir haben uns informiert, wie Tschechen heute Deutschland und die Deutschen sehen. Der
Beitrag ist der Auftakt zu einer fünfteiligen Serie über die tschechisch-deutschen Beziehungen bei Radio Prag.
Wer wissen will, wie es um die Tschechen und Deutschen steht, der kann zum Beispiel einfach mal in Prag auf der Straße
nachfragen. Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber ein erstes Bild ergibt sich dadurch trotzdem. Wie also sehen Tschechen
Deutschland und die Deutschen?
Eine junge Frau ist offensichtlich überrascht, dass es in dem Bereich ein Problem geben könnte: „Ich habe eine deutsche
Mitbewohnerin, und wir kommen gut miteinander aus. Ich denke nichts Schlechtes, ganz normal halt. Deutschland ist vielleicht
wirtschaftlich besser als wir gestellt, aber das ist auch alles.“
[...]
Jana wiederum denkt bei der Frage gar nicht an Politik: „Ich mag die deutsche Sprache sehr gerne, lerne auch schon länger Deutsch.
Und ich habe deutsche Freunde. Ich sehe da keine Barrieren, etwa kulturell.“
Aber auch Rentner Jaroslav zeigt sich offen: „Das Verhältnis ist viel besser als früher. Meine Generation hat nicht mehr solch einen
Hass wie die meiner Eltern. Ich habe Deutsch gelernt, spreche also die Sprache ein wenig. Meine Frau und ich fahren auch ab und zu
dorthin. Meine Generation hat die Kriegsfolgen nicht mehr so erlebt, ich bin im Krieg geboren, aber leider zu bolschewistischen
Zeiten aufgewachsen.“
1. Was ist die erste Sache, die Jana einfällt, wenn sie über Deutsche gefragt wird?
2. Welches Verhältnis hat der Rentner Jaroslav zu den Deutschen? Ist es gleich wie das Verhältnis, das seine Eltern hatten? Wenn
nicht, worin liegt der Unterschied?
3. Laut den Antworten der Befragten, wie kann man die im ersten Absatz gestellte Frage „Konnten die Gräben der Vergangenheit
tatsächlich überwunden werden?“ beantworten?
Quelle: https://www.radio.cz/de/rubrik/schauplatz/beziehung-im-wandel-tschechen-haben-meist-keine-probleme-mehr-mit-
deutschen
DISKUSSION

• Was denken Sie über die Vertreibung der Deutschen? Verstehen Sie das Benehmen der
Tschechen?

• Warum gab es so viele Deutsche auf dem tschechischen Gebiet? Woher sind die Deutsche
eigentlich gekommen?

• Was ist Ihr Verhältnis zu den Deutschen?

• Sind Sie der Meinung, dass es für Tschechien wichtig ist, gute Beziehungen mit den
Deutschen zu haben?

• In welchen Bereichen können wir bis heute den Einfluss der Deutschen in Tschechien sehen?