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1.

Erläutern Sie

Der Vollkommene Markt


Angebot und Nachfrage regeln in einem vollkommenen Markt den Preis für Güter und
Dienstleistungen. Folgende Voraussetzungen müssen für die Vollkommenheit eines Marktes
gegeben sein:
• sachliche Gleichheit aller Güter
• vollständige Markttransparenz
• keine räumlichen Differenzierungen zwischen den einzelnen Anbietern und Nachfragern
• keine persönlichen Präferenzen der Käufer für einen bestimmten Verkäufer
• keine zeitliche Differenzierung zwischen einzelnen Anbietern und Nachfragern

Außerdem muss die Marktform des Polypols vorliegen. Das heißt, dass einzelne Anbieter
und/oder Nachfrager keinen entscheidenden Einfluss auf das Geschehen am Markt und die
Preisbildung ausüben können.

Typischer Angebotsverlauf
Ein Unternehmen strebt einen möglichst hohen Preis für ein angebotenes Produkt an, somit
weist die Angebotsfunktion eine positive Steigung auf:
p

Typischer Nachfrageverlauf
Konsumenten sind in der Regel nicht bereit, übermäßig hohe Preise für Produkte zu zahlen.
Deshalb ist die Nachfrage bei niedrigem Preis höher als bei einem hohen Preis. Daraus
resultiert eine negative Steigung der Nachfragefunktion:

Preis-Mengen-Diagramm
Das Zusammenfügen beider Graphen führt zu dem Preis-Mengen-Diagramm (von Alfred
Marshall [1842 – 1924]):

x
x

Bei x befindet sich die Gleichgewichtsmenge und bei p der Gleichgewichtspreis. Wird ein
Produkt zum Preis p angeboten, so werden alle Produkte zu dem Preis vom Nachfrager
aufgekauft. Es herrscht also ein Gleichgewicht zwischen Käufer und Verkäufer.

Da es zu Schwankungen an einem dynamischen Markt kommen kann, ist darauf hinzuweisen,


dass sich sowohl die Gleichgewichtsmenge als auch der –preis ändern kann. Dabei sind
folgende Veränderungen möglich:
• Steigt das Angebot, so steigt die Menge und der Preis sinkt!
• Sinkt das Angebot, so sinkt die Menge und der Preis steigt!
• Steigt die Nachfrage, so steigen Menge und Preis!
• Sinkt die Nachfrage, so sinken Menge und Preis!

Untypischer Nachfrageverlauf
Giffen-Effekt:
Steigt der Preis für ein Gut (z.B. Brot) aus irgendeinem Grund, so kann mit dem vorhandenen
Geld weniger von diesem Produkt angeschafft werden. Ärmere Bevölkerungen würden
daraufhin den Konsum von anderen Lebensmitteln wie beispielsweise Fleisch reduzieren. Das
Resultat ist ein noch höherer Brotkonsum, da mehr Brot in Höhe des eingesparten
Fleischkonsums verzerrt wird. Die Nachfragekurve sieht dabei wie folgt aus:

2. Welche Bedingungen lassen sich für atypische Verläufe von Nachfragefunktionen


finden?
Atypische Nachfrageverläufe beruhen auf:
• dem Giffen Effekt
Beispiel: Brotpreis in Entwicklungsländer.
Brotpreis steigt durch Wegfall von vorherigen Subventionen, Volk kann sich kein
„höherwertiges Essen“ wie z.B. Fleisch mehr leisten, kauft deshalb mehr Brot (da dies
immer noch günstiger ist als Fleisch)
Der Endeffekt: Durch die Preiserhöhung von Brot wird noch mehr Brot gekauft.

• dem Veblen Effekt (Prestige Effekt)


Nach dem Motto „Je teurer, desto besser“ wird in diesem Fall munter gekauft, koste es,
was es wolle. Dieses Phänomen wird oft bei Luxusgütern beobachtet. Hierbei geht die
Nachfrage nicht zurück, da die Ware eine geringe Auflage hat, also gewissermaßen
„exklusiv“ ist.

• dem Snob Effekt


Ähnlich dem Veblen Effekt, mit der Einschränkung, dass ab einem gewissen
Preismaximum die Nachfragemenge wieder rückgehend ist. „Auch Snobs kennen einen
Maximalpreis“

3. Welche Prognosetechniken werden in der Volkswirtschaftslehre unterschieden?


Beschreiben Sie die wesentlichen Elemente der einzelnen Verfahren.

• Konzept der Konjunkturindikatoren


Aus Frühindikatoren (z.B. Auftragseingang) wird ein Gesamtindikator gebildet.
Beispiel: Handelsblattindikator

Ein Gesamtindikator im großen Stil ist der Ifo-Geschäftsklimaindex, bei dem ca. 7000
Unternehmen über ihre aktuelle Geschäftlage und ihre geschäftlichen Erwartungen befragt
werden.
Prognosehorizont: 6 bis 12 Monate.

• Ökonometrische Prognose
Mit statistischen und mathematischen Verfahren werden in der Vergangenheit bestehende
Zusammenhänge auf die Zukunft übertragen. Das Verfahren wird in Deutschland
beispielsweise von der Bundesbank benutzt.
Prognosehorizont: zirka 1 bis 2 Jahre.

• Iterativ analytisches Verfahren


Dieses Verfahren ist gewissermaßen ein Mix aus dem Konzept der Konjunkturindikatoren
(z.B. Gesamtindikator aus Auftragseingang) und der ökonometrischen Prognose
(statistische Rechnerei).
Die Qualität solcher Prognosen kann stark variieren, da für einige Indikatoren auf
„Experten“ zurückgegriffen wird, die teils subjektiv entscheiden.

Da diese Prognosen hauptsächlich auf den Annahmen bestehen, dass keine


weltbewegenden Ereignisse wie
• Kriege, Terror, Naturkatastrophen
• Starke Emotionale Bewegungen (Unerwartete Verhaltensenderungen der
Bevölkerung)
• politische Strukturbrüche (Deutsche Vereinigung, Plötzliche EU-Erweiterung)
geschehen können, kann sich eine solche Prognose als Fehlprognose herrausstellen.

Siehe dazu: "Ceteris paribus" - Bedeutet so viel wie: „Unter der Annahme, dass alle
außer den (vorher) genannten Rahmenbedingungen (Prämissen) gleich bleiben.“
(Kurzformel: "Unter sonst gleichen Bedingungen")

Weitere Gründe für Fehlprognosen können sein:


• Falsche Einschätzung von Wirtschaftsmechanismen (aufgrund von veralteten Theorien
• Verwendung von veralteten Daten / unvollständige, schwankende Datengrunlagen
• strategische, politische „publicity“-Prognosen: Prognosen, um Aufmerksamkeit zu
erregen – „Gefälligkeitsprognose“: Tolles Beispiel: „Ab morgen gibt es Freibier für
alle.“

4. Nennen Sie die wesentlichen Elemente der Bedürfnispyramide von Maslow.

Die Bedürfnispyramide von Maslow zeigt die verschiedenen Ebenen der


Bedürfnisbefriedigung an, welche sich in der Wirschaft durch den Waren- und
Dienstleistungskonsum äußern / widerspiegeln.
Die Grundlage der Pyramide sind Grundbedürfnisse, es folgen auf der zweiten Stufe
Sicherheit der Grundbedürfnisse (Langzeitliche Sicherung der Grundbedürfnisse, auf der
dritten Stufe finden sich soziale Bedürfnisse (Soziale Kontakte und Beziehungen), auf der
vierten Stufe Wertschätzungsbedürfnisse wie Anerkennung und auf der fünften und höchsten
Ebene die Selbstverwirklichung als Entwicklungsbedürfnis.
Anbei die Maslowsche Bedürfnispyramide vervollständigt nach Wikipedia:

5. Selbstverwirklichung
Individualität, Talententfaltung,
Altruismus, Güte, Kunst, Philosophie
und Glaube (Welterklärung und
Leitlinien Ethik).
4. Soziale Anerkennung
Status, Wohlstand, Geld, Macht, Karriere,
Sportliche Siege, Auszeichnungen,
Statussymbole und Rangerfolge.
3. Soziale Beziehungen
Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Nächstenliebe,
Kommunikation und Fürsorge.
2. Sicherheit ( + Grundbedürfnisse)
Wohnung, fester Arbeitsplatz, Gesetze, Versicherungen, Gesundheit,
Ordnung, Religion (Ritual und Handlungshilfen (Moral) und
Lebensplanung (vor allem Planung der Befriedigung körperlicher
Grundbedürfnisse und auch Geburtenkontrolle).
1. Körperliche Grundbedürfnisse
Atmung, Wärme, Trinken, Essen, Schlaf und Sexualität.

Selbstverwirklichung: Individualität, Talententfaltung, Altruismus, Güte, Kunst, Philosophie


und Glaube (Welterklärung und Leitlinien Ethik).
Soziale Anerkennung: Status, Wohlstand, Geld, Macht, Karriere, Sportliche Siege,
Auszeichnungen, Statussymbole und Rangerfolge.
Soziale Beziehungen: Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Nächstenliebe, Kommunikation
und Fürsorge.
Sicherheit: Wohnung, fester Arbeitsplatz, Gesetze, Versicherungen, Gesundheit, Ordnung,
Religion (Ritual und Handlungshilfen (Moral)) und Lebensplanung (vor allem Planung der
Befriedigung körperlicher Grundbedürfnisse und auch Geburtenkontrolle).
Körperliche Grundbedürfnisse: Atmung, Wärme, Trinken, Essen, Schlaf und Sexualität.

5. Erläutern Sie den Begriff „Opportunitätskosten“.

Wikipedia: Unter Opportunitätskosten (selten auch Alternativkosten, Verzichtskosten oder


Schattenpreis) versteht man in der Wirtschaftswissenschaft Erlöse, die nicht entstehen, weil
Möglichkeiten (Opportunitäten) zur Nutzung von Ressourcen nicht wahrgenommen
werden. Allgemeiner: Opportunitätskosten sind der Nutzenentgang, der bei mehreren
Alternativen durch die Entscheidung für die eine und gegen die andere Möglichkeit entsteht.
Umgangssprachlich kann man auch von Kosten der Reue oder Kosten entgangener Gewinne
sprechen. Opportunitätskosten sind somit keine Kosten im Sinne der Kosten- und
Leistungsrechnung, sondern ein ökonomisches Konstrukt zur Quantifizierung entgangener
Alternativen. Den Gegensatz zu den Opportunitätskosten als entgangene Erlöse bilden die
nicht zusätzlich entstehenden (Mehr-)Kosten, die auch als Opportunitätserlös bezeichnet
werden.

Beispiel
Wenn z. B. ein Unternehmen seine Ressourcen nicht so steuert, dass der maximale Gewinn
daraus resultiert, so sind die Opportunitätskosten diejenigen Erlöse, die dem
Unternehmen dadurch entgehen, dass es sich nicht für die ergebnisoptimale Lösung
entschieden hat. Man betrachte beispielsweise ein Unternehmen, das ein Bürogebäude besitzt,
das nicht genutzt wird: Durch eine Vermietung dieses Gebäudes hätte das Unternehmen
Erträge erzielen können. Diese entgangenen Einnahmen werden als Opportunitätskosten
bezeichnet.

6. Wie lauten die Ziele des so genannten Magischen Vierecks und mit welchen
Indikatoren wird die jeweilige Zielerreichung gemessen?

Ziele des Magischen Vierecks


Das Magische Viereck ist eine Sammlung von gesamtwirtschaftlichen Zielvorstellungen und
besteht aus folgenden Eckpunkten:

• Angemessenes Wirtschaftwachstum
o Messung mit Hilfe des BIP (Bruttoinlandsprodukt)

• Hohe Beschäftigungsrate
o Messung mit Hilfe der Arbeitslosenquote

• Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
o Messung bla

• Stabilität des Preisniveaus


o Messung mit Hilfe der Inflationsrate

Diese Punkte finden Sich in Paragraph 1 des Stabilitätsgesetztes von 1967.

Wikipedia sagt: Unter Opportunitätskosten (selten auch Alternativkosten, Verzichtskosten


oder Schattenpreis) versteht man in der Wirtschaftswissenschaft Erlöse, die nicht entstehen,
weil Möglichkeiten (Opportunitäten) zur Nutzung von Ressourcen nicht wahrgenommen
werden. Allgemeiner: Opportunitätskosten sind der Nutzenentgang, der bei mehreren
Alternativen durch die Entscheidung für die eine und gegen die andere Möglichkeit entsteht.
Umgangssprachlich kann man auch von Kosten der Reue oder Kosten entgangener Gewinne
sprechen. Opportunitätskosten sind somit keine Kosten im Sinne der Kosten- und
Leistungsrechnung, sondern ein ökonomisches Konstrukt zur Quantifizierung entgangener
Alternativen. Den Gegensatz zu den Opportunitätskosten als entgangene Erlöse bilden die
nicht zusätzlich entstehenden (Mehr-)Kosten, die auch als Opportunitätserlös bezeichnet
werden. – und wer jetzt noch sagt: „Hää, rall ich nisch!?“ der bekommt ein tolles

Beispiel
Wenn z. B. ein Unternehmen seine Ressourcen nicht so steuert, dass der maximale Gewinn
daraus resultiert, so sind die Opportunitätskosten diejenigen Erlöse, die dem
Unternehmen dadurch entgehen, dass es sich nicht für die ergebnisoptimale Lösung
entschieden hat. Man betrachte beispielsweise ein Unternehmen, das ein Bürogebäude besitzt,
das nicht genutzt wird: Durch eine Vermietung dieses Gebäudes hätte das Unternehmen
Erträge erzielen können. Diese entgangenen Einnahmen werden als Opportunitätskosten
bezeichnet.

7. Die Inflationsrate für die Entwicklung nach dem VPI wird mit der Formel nach
Laspeyres berechnet. Wie lautet diese Formel?

Die Laspeyres Formel zur Ermittlung der Inflationsrate lautet:

p1 = Preis im Berichtsjahr

∑ p1 * q0
q0 = Menge im Basisjahr
Inflationsrate = ∑ p0 * q0

p0 = Preis im Basisjahr

8. Was versteht man im Rahmen der Preismessung unter dem Substitutionseffekt?

Wikipedia: Substitutionseffekt
Der Substitutionseffekt bezeichnet einen Effekt in der Mikroökonomie. Wenn bei einem
Güterbündel, das aus zwei Gütern besteht, ein Produkt billiger wird und der Käufer dieses
Produkt nun überproportional häufiger kauft, er also das (nun relativ teurere) Produkt, durch
das billiger gewordene substituiert, spricht man von Substitutionseffekt.

Kauft er von beiden Gütern mehr, handelt es sich um den Einkommenseffekt.

Beispiel
Jemand ernährt sich nur von Pizza und Pommes. Auf einmal sinkt der Preis für Pizza. Mit
jeder Portion Pommes auf die er verzichtet, kann er sich nun mehr Pizzen leisten. Wenn er
jetzt denkt, dass er nun weniger Pommes und mehr Pizza kaufen sollte, da die Pommes nun
relativ gesehen teurer geworden sind, dann liegt der Substitutionseffekt vor.

9. Aus welchen Komponenten setzt sich die amtliche Berechnung der Arbeitslosenquote
zusammen und wo liegen dabei die Probleme?

Die amtliche Berechnung der arbeitslosen Quote setzt sich im Zähler aus der aktuelle
registrierten Zahl der arbeitslosen (AL) und im Nenner aus der Zahl der registrierten
Arbeitslosen zu einem festen Zeitpunkt (ALt) plus die Anzahl der Erwerbstätigen
insgesamt (ETinsg.), zusammen.

Es ergibt sich die Formel: Seite 21

Probleme können auftreten, weil sämtliche Angaben im Nenner (ALt) und (ETinsg.) nur
einmal im Jahr verändert werden. Im Durchschnitt sind die Daten der Bezugsbasis rund 2
Jahre alt.
Außerdem werden nur beim Arbeitsamt als registrierte Arbeitslose als AL erkannt, Leute, die
eine Arbeit suchen (z.B. Hausfrauen, die sich nicht arbeitslos melden).
10. Zeigen Sie die wesentlichen Bestandteile zur Erfassung der Arbeitslosenquote
zusammen und wo liegen dabei die Probleme?

Ein markanter Unterschied zur deutschen Berechnungsweise liegt bei der ILO- Methode in
der Definition der Erwerbstätigkeit. Während in der deutschen Arbeitslosenstatistik auch
Personen erfasst werden können, die einer Arbeit mit weniger als 15 Stunden pro Woche
nachgehen, fallen bei der ILO-Methode die Erwerbstätigen heraus, die mindestens eine
Wochenstunde Arbeiten. Das heißt im Endeffekt, dass nach der deutschen Rechnung /
Definition „mehr“ Menschen Arbeitslos sind, weil die Anforderungen an Erwerbstätige höher
sind als nach der ILO-Definition. (Aus Weebers Büchlein für nur 26 Euro)

Alle Lösungen sind ohne Gewähr und nur nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt,
quasi. – Robert Kitzmann 5. März ´07