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Gymnasium Birkenfeld

Lucas Schneider

Biologie Bi1

Laura Schneider

Frau Wernitz

25.10.2012

„Altern, Sterben und Tod“

Altern (Biogerontologie):

Wenn man sich mit dem Thema Altern beschäftigt, wird man ganz schnell auf eine unübersichtliche Terminologie treffen. Die Begriffe Altern, Entwicklung, Seneszenz und programmiertes Altern werden oft synonym verwendet, obwohl sie sich deutlich voneinander unterscheiden.

Den innerhalb der Organismen sehr heterogenen Prozess des Alterns beschreibt man am besten als irreversible, zeitabhängige Veränderung von Struktur und Funktion lebender Systeme. Generell zeichnet sich das Altern durch die Abnahme der Adaptionsfähigkeit des Organismus gegenüber seiner Umwelt aus. Die Homöostase wird durch die Abnahme von Schnelligkeit und Präzision der physiologischen Mechanismen im Alter gestört, womit die Mortalitätsrate des Organismus steigt und seine Vitalität sinkt.

Der Begriff der Entwicklung ist nicht mit dem des Alterns gleichzusetzen, sie muss eher als eine Form des Alterns bzw. das Altern als die Fortsetzung und den Abschluss der Entwicklung gesehen werden, wobei die Grenze undefinierbar ist.

Durch die breit gefasste Definition des Alterns, lässt sich der Begriff genau von dem der Seneszenz unterscheiden. Die Seneszenz beschreibt nur den Prozess einer langsamen und graduellen Anhäufung schädlicher Effekte, der mit dem Altern, wie bei Säugetieren üblich, einhergeht.

Das programmierte Altern stellt, in Übereinstimmung mit eben genannter Definition für Altern, schlicht und ergreifend die genetisch gesteuerte Differenzierung und Entwicklung des Organismus dar.

Alternstheorien:

Derzeit existieren mehr als 300 verschiedene Alternstheorien, die sich in grob in fünf Gruppen zusammenfassen lassen.

1. Beschreibung von Alternsveränderungen

Beschreibung der Veränderungen, die ein Organismus von seiner Jugend bis zu seinem Tod erfährt

2. Schadenstheorien

Beobachtete Veränderungen im Alter wären Folge von Schädigungen durch endogene/exogene Faktoren (z.B. free radical theory)

3. Genetisches Alternsprogram

Beispiele für streng genetisch kontrollierte Lebensabläufe: annuelle Gewächse, Fortpflanzungstod

4. Mathematische Theorien

Modelle, die Mortalitätskurven simulieren und Einfluss endogener/exogener Faktoren auf Populationen beschreiben und prognostizieren

5. Evolutionstheorien

Versuchen das „warum“ anstatt das „wie“ zu erklären (r- & K-Strategien, etc.)

free radical theory

Freie Radikale entstehen bei Stoffwechselprozessen mit molekularem Sauerstoff (z.B. Zellatmung) in den Zellen. Die Radikale sind sehr reaktionsfreudige Molekülfragmente und spielen im zellbiologischen Alterungsprozess eine große Rolle. Sie schädigen, für die Zellfunktion unerlässliche, Moleküle, wie die DNA und die RNA. Darüber hinaus werden eine Vielzahl von Proteinen und Lipiden beschädigt oder zerstört. Laut der These bewirkt die Ansammlung von, durch diese Prozesse geschädigten, Zellkomponenten den komplexen Alterungsprozess. Doch die Zellen können die freien Radikale, mit von ihnen selbst produzierten Substanzen, die als „Radikalfänger“ dienen, unschädlich machen (z.B. Enzym Katalase). Auch die Nahrung liefert uns verschiedene Antioxidantien, wie z.B. Ascorbinsäure (Aspirin) oder beta-Carotin. Trotz der zellbasierten Maßnahmen findet die Schädigung durch die Radikale kontinuierlich statt.

Sterben:

Das Sterben ist nüchtern betrachtet das Erlöschen der Organfunktionen des Körpers, das zu seinem Tod führt. Diesen Prozess kann man beim Menschen in verschiedene Phasen aufteilen:

1. Einschränkung der Wahrnehmung durch verringerte Hirnaktivität

2. Die Atmung wird flacher

3. Das Sehvermögen wird schlechter

4. Das Hörvermögen funktioniert nur noch teilweise

5. Die Sehfähigkeit geht völlig verloren

6. Tritt der Herzstillstand ein, folgt unmittelbar, innerhalb weniger Minuten, der Hirntod.

7. Hirntod der Funktionsverlust der Hirnzellen

Durch die ausbleibenden Stoffwechselprozesse sterben die Zellen ab und dadurch beginnt, anschließend an den Herzstillstand und den Hirntod, die Zersetzung des Körpers. Zuerst sterben die Hirnzellen ab, zehn bis zwanzig Minuten später viele Zellen des Herzgewebes. Darauf folgt der Zelltod von Leber und Lunge und erst ein bis zwei Stunden später hören auch die Zellen der Nieren auf zu arbeiten. Somit ist der biologische Sterbensprozess der Verlust von immer mehr Organfunktionen.

Tod:

Wie auch schon für das Altern wird die biologische Begründung des natürlichen Todes im Mechanismus der Evolution vermutet. Wenn die Nachkommen eines Lebewesens überlebensfähig sind und somit das Erbgut erfolgreich weitergegeben wurde, existiert das Erbgut in den Nachkommen fort. Ereignisse, die nach der letzten Weitergabe des Erbguts auf das Lebewesen wirken haben keine (direkte) Auswirkung auf den Genpool der Art und sind somit nicht dem Selektionsdruck ausgesetzt. Folglich können sich im Erbgut Faktoren ansammeln, die das Leben nach der erfolgreichen Weitergabe des Erbguts bestimmen und, nach der Theorie, den Alterstod verursachen. Zu diesen Faktoren zählen, unter anderem, auch Erbkrankheiten, die erst im fortgeschrittenen Alter ausbrechen, wie z.B. die degenerative Nervenkrankheit Chorea Huntington.