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Sitzen in den Übergängen oder:


Richtlinien quo vadis?
Wenn Ausbilder im Reitunterricht Lektionen vermitteln,
dann stehen Übergänge oftmals an erster Stelle. Sie seien
„das Herzstück“ der Reiterei. Doch wenn sich ein Reiter –
ganz gleich ob er in der Freizeit oder beruflich mit Pferden
umgeht – in den Richtlinien für Reiten und Fahren der Deut-
schen Reiterlichen Vereinigung schlau machen will, wird er
enttäuscht: Weder in Band 1 noch in Band 2 findet sich ein ei-
genständiges Kapitel über die Übergänge.

Die Autoren der Reitlehre sahen anscheinend keine Notwendig-


keit, dieses Thema in den Mittelpunkt zu rücken. Sollten Über-
gänge eine reine Selbstverständlichkeit sein, die jeder automa-
tisch lernt? Dass dies nicht der Fall ist, weiß jeder, der in eine be-
liebige Reithalle schaut.

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Übergänge und Richtlinien

Auch in den höheren Klassen sieht man Sitzfehler.


Foto: Bärbel Schnell.

Übergänge und Funktionsabläufe bei Mensch und Pferd


Dabei sind Übergänge ein wichtiges Thema - auch weil sie unter bestimmten Kriterien
der Bewegungslehre dringend nötig sind, damit sich Mensch oder Pferd gemäß ihrem
System sachgerecht bewegen können.
Wenn der Mensch mit ruckartigen Bewegungen vom Stuhl aufsteht, um eine andere Tä-
tigkeit zu beginnen, dann wird der Fluss seiner Bewegungen durch die Eckigkeit des Auf-
stehens gestört. Durch das ruckartige Aufstehen entstehen keine kontinuierlich fortlau-
fenden Bewegungsabläufe. Die Muskeln werden nicht korrekt benutzt, Verspannungen
entstehen und es können dadurch sogar Verletzungen auftreten. Dieses Problem lässt
sich auch auf viele andere menschliche Bewegungen übertragen: abrupt aus dem Bett
aufstehen oder schnell schwere Lasten anheben. Um solche Probleme zu verhindern,
gibt es heute eine Vielzahl von Büchern über körperkonformes Bewegungsverhalten des
Menschen in Alltags- und Arbeitssituationen. Doch nicht nur in diesen alltäglichen Situ-
ationen des Menschen sind Übergänge von Bedeutung, sondern ebenso im Sport. Bei
der heutigen Funktionsgymnastik wird vermehrt Wert auf langsame Ausführung gelegt,
damit alle an den Bewegungen beteiligten Muskelfasern beansprucht werden und nicht
– wie bei schwunghaften Bewegungen – ausschließlich der mittlere Teil des Muskels, der
so genannte Muskelbauch.

Beim Reiten sind diese Funktionen für das Pferd ebenso relevant. Generell wird ein Pferd
stärker belastet als nötig, wenn z.B. der Übergang vom Galopp zum Trab so geritten wird,
dass das Pferd auf die Vorhand fällt, die Geschlossenheit des Pferdes also nicht aufrecht
erhalten wird. Die Hinterhand muss beim Übergang aktiv sein, sie muss nach vorne un-
ter den Schwerpunkt treten, um das Pferd nicht „auseinanderfallen“ zu lassen.

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Übergänge und Richtlinien

Der Pferdekörper wird negativ belastet, wenn ein Pferd von Gangart zu Gangart, bei
Übergängen innerhalb einer Gangart, durch Veränderung des Gangmaßes oder auch
von Lektion zu Lektion vorrangig durch zu starke Zügelhilfen zu Übergängen veranlasst
wird, anstatt durch das feinfühlige Zusammenwirken aller Hilfen.

Korrekte Übergänge müssen aus der Sicht der Bewegungslehre daher folgende Krite-
rien erfüllen: Das Gleichgewicht, also die Bewegungsübertragung innerhalb des Pferdes
von hinten nach vorne und zurück, muss ebenso erhalten bleiben wie der Bewegungs-
rhythmus und der Bewegungsfluss. Dazu gehört auch, dass die weiche, kontinuierliche
Abfolge der Pferdebewegungen erhalten bleibt, ohne „eckige“ Teilbewegungen. Für den
Betrachter ergibt sich dann ein harmonisches Bild, die Bewegungen sind weich und flie-
ßend. Das dient auch der Pferdegesundheit, denn so werden Bewegungsprobleme oder
Krankheiten verhindert.

Muss man Übergänge nicht mehr erklären?


Es fällt insgesamt beim Suchen nach dem Thema „Übergänge“ in den Richtlinien auf,
dass der Begriff „Übergänge“ zwar mehrmals genannt, er aber insgesamt nicht vertie-
fend analysiert oder dargestellt wird. Gerade die koordinativen Abläufe innerhalb des
Reiterkörpers scheinen etwas Nebulöses darzustellen, wenn man einmal die Bewe-
gungsbeschreibungen der Hilfen des Reiters genauer betrachtet. Natürlich könnte es
Übergänge und Richtlinien

sein, dass „Übergänge“ für den Reiter und Ausbilder etwas Selbstverständliches sind, das
man nicht mehr erklären muss. Doch wenn man die Beschreibungen der reiterlichen Be-
wegungsabläufe genauer unter die Lupe nimmt, so scheinen die muskulären Vorgänge
beim Reiter nicht genügend in das Bewusstsein der Ausbilder geraten zu sein.

An dieser Stelle zeigt sich eine Lücke. Sie verdeutlicht, dass das Pferd zu stark im Fokus
der Ausbildung steht. Die Richtlinien tun so, als ob der Reiter ohne Probleme seine Be-
wegungsabläufe auf das Pferd übertragen könne, um es zu den in der Reitlehre gefor-
derten Lektionen zu veranlassen.

Es fehlen grundlegende Bewegungsmuster!


Die Autoren vergessen, dass viele Reiter ihren Körper nicht optimal koordinieren kön-
nen, weil sie es im täglichen Leben und im Sport nicht erfahren haben. Dies ist eine Tat-
sache in der heutigen Zeit, die durch Bewegungsmangel geprägt ist. Für alle Sportarten
gilt heute, dass Sportler nicht mehr über eine breite Basis von Bewegungsmustern ver-
fügen, die es ihnen ermöglichen würde, relativ schnell Transferleistungen von Technik zu
Technik oder von Situation zu Situation zu erbringen.

Beim Reiten ist dieser Transfer noch schwieriger, weil es keine strukturell identischen
Techniken oder Situationen im täglichen Leben und Sport gibt, die es dem Reiter ermög-
lichen, auf diese Bewegungsmuster zurückzugreifen. Reitbewegungen sind einmalig.

Die fehlende Bewegungslehre des Reiters ist das Problem!


Das Hauptproblem: Die heutigen Ausbilder sind in Bezug auf die Bewegungsabläufe des
Reiters nicht genügend geschult. Die Ausbilder und Trainer wählten diese Berufe, weil
sie selbst meistens kompetente Reiter sind. Da sie alles beherrschen, was sie weiterge-
ben wollten, können sie sich teilweise gar nicht in die Schwierigkeiten hineinversetzen,
die ihre Reitschüler haben.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle die Passagen aus den Richtlinien, in denen es um
Übergänge geht, aus der Sicht der Bewegungslehre einmal genauer unter die Lupe neh-
men.

Übergänge in der Reitlehre


Es ist kaum zu glauben, aber auf den ersten 189 Seiten von Band 1 der Richtlinien für
Reiten und Fahren sind nur an fünf Stellen Äußerungen zum „Herzstück der Reiterei“ zu
finden: zu den Übergängen. Wenn die Passagen über die Ausbildungsskala hier nicht be-
rücksichtigt werden - sie betreffen die Bewegungslehre des Pferdes und nicht die des
Reiters -, heißt es dort:

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Übergänge und Richtlinien

Fotos sind immer nur Momentaufnahmen - und zeigen manchmal ein ungünstigeres Bild als die Realität.
Der ausgeprägte Unterhals und die tiefe Hand sprechen hier jedoch nicht nur für einen ungünstigen Moment...
Foto: Bärbel Schnell.

Fundstelle 1: Gewichtshilfen
„Die beidseitig belastenden Gewichtshilfen müssen immer dann eingesetzt werden,
wenn es gilt, die Hinterbeine des Pferdes besonders zu aktivieren, z.B. bei allen halben
und ganzen Paraden und somit auch bei allen Übergängen….
Dazu ist ein verstärktes „Kreuzanspannen“ notwendig. Dies bedeutet, dass der Reiter für
einen kurzen Moment die Phase des Anspannens der Bauch- und tiefen Rückenmusku-
latur verstärkt, wenn nötig auch für einige hintereinander folgende Schritte, Tritte oder
Sprünge“ (S. 71/72).
„Ohne die kurzen Impulse dieser intensiven Gewichtshilfe würden zum Beispiel Paraden,
also die Vorbereitungen zu Übergängen und Lektionen, zu sehr über die Zügelhilfen er-
folgen“ (S. 72).

Es werden Gewichtshilfen thematisiert, die mit halben und ganzen Paraden in einen Kon-
text gebracht werden, ohne jedoch an dieser Stelle zu erläutern, wie Gewichts-, Schen-
kel- und Zügelhilfen koordiniert werden sollen. Diese unterschiedlichen Hilfen stehen
zwar als isolierte Elemente im „Band 1 der Richtlinien für Reiten und Fahren“, doch dem
Leser werden sie nicht in ihren Abläufen erklärt. In diesem Kapitel wird lediglich der Be-
zug zu den Zügelhilfen hergestellt, die ein Problem bei Übergängen des Pferdes werden
können, wenn sie zu dominant sind.

Die Bewegungsabläufe der Gewichtshilfen werden so erklärt, dass der Reiter ein
„Kreuzanspannen“ erzeugen soll. Das heißt im Sinne der Richtlinien, dass er das Be-

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Übergänge und Richtlinien

cken für einen kleinen Augenblick fixie-


ren muss, was durch ein Anspannen der
Bauch- und tiefen Rückenmuskulatur ge-
schehen soll.

Diese Erklärung ist aber irreführend: Der


Reiter kann gar nicht beide Muskelgrup-
pen auf einmal anspannen. Entweder
spannt er die Bauchmuskeln an, dann
kippt sein Becken nach hinten, oder er
spannt die tiefen Rückenmuskeln an und
sitzt im Hohlkreuz.
Der Einsatz der Bauchmuskulatur ist für
den kurzfristigen Impuls korrekt. Es be-
steht jedoch leicht die Neigung, dass sie
zu stark angespannt und nicht schnell
genug losgelassen wird, sodass der Rei-
ter das Pferd im Rücken blockiert. Rich-
tig hingegen wäre folgendes: Das kurz-
Sitzfehler beim fliegenden Wechsel.
Foto: Bärbel Schnell. zeitige Feststellen des Beckens ist eher
durch ein Einziehen des Bauchnabels zu
erreichen, weil mit dieser Aktion das Becken ebenfalls kurzzeitig fixiert wird, jedoch nie-
mals so stark, dass es das Pferd im Rücken stört.

Generell muss der Reiter aufrecht sitzen, um die Gewichtshilfen ständig anwenden
zu können. Durch einen aufrechten Sitz überträgt der Reiter das Gewicht seines Ober-
körpers über die Sitzbeinhöcker in den Sattel und somit auf den Pferderücken.
Diese grundsätzliche Haltung (Position des Oberkörpers) ist wichtiger als das kurz-
fristige Kreuzanspannen, weil durch die optimale Stellung des Oberkörpers das
Gewicht des Reiters ständig treibend wirkt. Der Reiter muss jedoch wissen, wie er sich
aufzurichten hat.

Falsch sind folgende Anweisungen, die immer noch während des Unterrichts zu hören
sind: Schulterblätter zurück und Brustkorb raus. Denn so wird der Reiter vom Oberkör-
per bis zu den Fußspitzen hin fest und kann nicht mehr in den Bewegungen des Pferdes
mitgehen.

Richtig ist das folgende Vorgehen: Aufrichten darf sich der Reiter ausschließlich dadurch,
dass er die Stellung seines Beckens verändert. Es muss in die so genannte neutrale Stel-
lung gebracht werden, sodass es leicht nach vorne geneigt ist. Dadurch entsteht inner-
halb der gesamten Wirbelsäule die doppelt geschwungene S-Form. Damit können die
schwingenden Bewegungen durch den gesamten Reiterkörper fließen. Das Becken darf
also niemals starr in einer Position verharren, sondern muss sich den Pferdebewegungen
anpassen, sich flexibel dreidimensional bewegen können.

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Übergänge und Richtlinien

Fundstelle 2: Zügelhilfen
„Nachgebende und annehmende Zügelhilfen finden ihre Anwendung immer in Verbin-
dung mit entsprechenden Gewichts- und Schenkelhilfen, z.B.:
– bei allen halben Paraden, also Übergängen von einer Gangart in die andere oder
innerhalb einer Gangart,
- bei ganzen Paraden,…“ (S. 78)
An dieser Stelle erfolgen Verbindungen der Hilfen untereinander, ohne dass jedoch der
Zusammenhang genau formuliert würde. Es fehlen eindeutige Hinweise für die Bewe-
gungsabläufe des Reiters. In der täglichen Praxis ist immer wieder zu erkennen, dass die
Zügelhilfen hart und dominant erfolgen, weil die Reiter sie nicht fein genug aus dem
Handgelenk heraus geben können. Viele Reiter ziehen die Zügel aus dem Unterarm he-
raus in Richtung Becken und wirken so kräftig und rückwärts mit den Zügeln ein.
Grundsätzlich muss der Reiter seine Daumen dachförmig auf dem Zeigefinger platzieren
können. Liegt der Daumen flach auf und wird zusätzlich auf den Zeigefinger gepresst,
damit die Zügel nicht durchrutschen, dann wird das gesamte Handgelenk fixiert und die
Hilfen kommen im Pferdemaul hart an.
Wenn der Daumen aber dachförmig auf den Zeigefinger gelegt wird, kann das Handge-
lenk ein- und ausgedreht werden, das heißt die Knöchel der Hand können rhythmisch in
Richtung Innenseite oder Außenseite des Unterarmes fließend bewegt werden.

Fundstelle 3: Reiten der Gangarten


„Bei Übergängen – Zulegen und Rückführung des Tempos – muss das Pferd durchlässig
auf die verhaltenden und treibenden Hilfen reagieren. Beim Zulegen veranlasst der Rei-
ter das Pferd nach einer oder mehreren halben Paraden durch die bestimmte, gleichzei-
tige und gleichmäßige Einwirkung von Gewicht und beiden Schenkeln zu einem größe-
ren Raumgriff. Die Hand des Reiters gibt soviel nach, wie es die Dehnung des Halses zur
Rahmenerweiterung erfordert. Die Verbindung zum Pferdemaul und die korrekte Selbst-
haltung des Pferdes bleiben erhalten. Die Rückführung des Tempos wird ebenfalls mit
einer oder mehreren halben Paraden vorbereitet. Gerade in diesem Moment wird das
Übergänge und Richtlinien

Pferd vermehrt getrieben, da es sonst, anstatt mit der Hinterhand unterzutreten, auf die
Vorhand kommt und sich möglicherweise auf den Zügel legt.“ (S. 101)

Diese Ausführungen versuchen den komplexen Zusammenhang von treibenden und


verhaltenden Hilfen zu verdeutlichen. Das Tempo zu legen wird mit dem Einsatz von hal-
ben Paraden und „durch die bestimmte, gleichzeitige und gleichmäßige Einwirkung von
Gewicht und beiden Schenkeln zu einem größeren Raumgriff“ erklärt. Dabei müsse die
Hand des Reiters die Dehnung des Pferdehalses ermöglichen.

Dieser Funktionsablauf mag ja korrekt beschrieben sein, doch wer von den Reitern kann
diese Bewegungszusammenhänge so einfach koordiniert umsetzen? Der Reiter muss
sich also aufrichten, wie es im Kapitel zu den Gewichtshilfen beschrieben wurde. Die-
se Aufrichtung ist ebenfalls für die Schenkeleinwirkung wichtig, weil die Beckenstellung
gleichzeitig die Lage der Schenkel beeinflusst.

Die Fußspitzen müssen leicht nach außen zeigen, damit die Treibemuskulatur (hinterer
Teil der Oberschenkelmuskeln – Kniebeuger) wirken kann. Wenn diese Muskeln nicht
korrekt eingesetzt werden, der Reiter durch nach innen geneigte Fußspitzen mehr mit
den Adduktoren treibt, dann blockiert er sich im Becken und das Pferd im Rücken. Damit
kann er den Bewegungen des Pferdes nicht mehr folgen. Durch ein blockiertes Becken
entstehen automatisch Handfehler, die das Pferd im Maul stören und eben nicht zu einer
Dehnung und Rahmenerweiterung führen.

Fundstelle 4: Halbe und ganze Paraden


Halbe Parade:
„In Verbindung mit einer belastenden Gewichtshilfe durch vermehrtes Kreuzanspannen
und einer treibenden Schenkelhilfe gibt der Reiter eine wohlbemessene, annehmende
oder durchhaltende Zügelhilfe, jeweils gefolgt von einem rechtzeitigen Nachgeben.
Man sagt auch: Paraden sind das Zusammenwirken aller Hilfen und ermöglichen kon-
trolliertes Reiten.“ (S. 104)
Ganze Parade:
„Die Hilfengebung erfolgt wie bei halben Paraden, nur dass zum eigentlichen Halten das
Pferd für einen kurzen Moment mit Gewichts- und Schenkelhilfen an die anstehende
Hand getrieben wird.“ (S. 105)

Bei der Erklärung der Parade tauchen ähnliche defizitäre Beschreibungen wie bei den
bereits beschriebenen Passagen zu den Übergängen auf, nur dass an dieser Stelle im po-
sitiven Sinne das Zusammenwirken aller Hilfen (Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen)
betont wird. Doch nur durch ihre Beschreibung ist eine Umsetzung noch nicht gewähr-
leistet.

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Fazit:
Insgesamt fällt auf, dass in den Richtli-
nien nur äußere Abläufe genannt, die
funktionalen Zusammenhänge beim
Reiter jedoch weitestgehend nicht be-
schrieben werden. Die entsprechende
Hilfengebung und ihre Koordination
sind mehr zu erahnen als zu erfassen. Es
entsteht also kein Gesamtbild dessen,
was der Reiter mit seinem Körper in Ko-
ordination mit den Pferdebewegungen
zu vollziehen hat. Durch die Darstel-
lung in den einzelnen voneinander ge-
trennten Kapiteln wird weder die funda-
mentale Bedeutung der Hilfen noch die
Komplexität ihrer Anwendung transpa-
rent. Vielleicht mag darin ein Grund lie-
gen, dass Übergänge oft schlecht gerit-
ten werden und somit viele Pferde we-
der losgelassen noch durchlässig ge-
hen.

Zur Zeit werden die bestehenden Richt-


linien überarbeitet. Mögen die Verfas-
ser der neuen Ausgabe des „Band 1 der
Richtlinien für Reiten und Fahren“ sich
dieser Problematik bewusst werden
und sie entsprechend umfassend auf-
nehmen.

Der Autor Eckart Meyners ist Bewegungswissenschaftler,


im Fachbeirat der Dressur-Studien und beschäftigt sich seit über 30 Jahren
mit den Bewegungsabläufen von Reiter und Pferd.
Lesetipp:
Eckart Meyners: „Aufwärmprogramm für Reiter“, Kosmos Verlag

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