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Grusswort

In Hebräer 13,24 lesen wir: «Es grüssen euch die Brüder aus Italien.» Der Schreiber die-
ses Briefes an die Hebräer spricht diesen besonderen Gruss aus, bevor er ihn beendet mit:
«Die Gnade sei mit euch allen! Amen.» Es wird vielfach angenommen, dass Paulus der Ver-
fasser dieses Briefes ist. Und gerade dieser besondere Gruss bekräftigt meines Erachtens,
dass es Paulus war, der während seiner Gefangenschaft in Rom dieses Schreiben verfasste.
Wie in kaum einem anderen Brief wird hier geschildert, welch erhabene herrliche Stellung
Jesus Christus hat. Er, der ein ewig gültiges Opfer durch die Hingabe Seiner selbst brachte,
hat nun das hohepriesterliche Amt des Menschensohnes in der Herrlichkeit inne.
Die Brüder in Italien waren offensichtlich Zeugen dieses Briefes. Zumindest mussten sie
davon gewusst haben, sonst hätten sie nicht einen Gruss mitgeben können. So können wir
sicherlich annehmen, dass zu jener Zeit in Italien die Botschaft von dem Werk Jesu Chris-
ti und die ewig herrliche Stellung des Sohnes Gottes in den Herzen jener Menschen, jener
Inhalt Brüder, sehr lebendig war.
Damit nimmt Italien in der weltweiten Verbreitung des Evangeliums Jesu Christi eine
wichtige Brückenfunktion ein. Die Jahrhunderte hindurch hat sich die römisch-katholische
Kirche diese Tatsache zu eigen gemacht und sich Italien sozusagen als Heimterritorium an-
Biblische Botschaft geeignet. Auch wenn es unter den Katholiken sicherlich echte Kinder Gottes gibt, die ihren
4 Ein Leben im Sieg Herrn Jesus Christus als Erlöser kennen, so haben sich doch durch dunkle Zeiten des ers-
ten und zweiten Jahrtausends in der römisch-katholischen Kirche viele Irrtümer und Abwe-
ge entwickelt. Von Jesus Christus allein – dem Zentrum der Botschaft in den Evangelien und
Im Blickfeld Lehrbriefen – ist längst keine Rede mehr. Stattdessen werden absonderliche Dinge voran-
8 «Sie kamen um zu schlachten, nicht, gestellt. Und vor allem: Es gibt keine lebendige Hoffnung. Von einem zukünftigen Herrn ist
um zu verhandeln» nicht die Rede; es wird nichts davon gesagt, dass Jesus wiederkommt, obwohl diese Tatsa-
11 Es lohnt sich! che in manchen Stellen der Bibel beschrieben wird.
11 Der kleine Mann von der George Street Genau hier sehen wir als Missionswerk Mitternachtsruf unsere Aufgabe: Die Verbreitung
der Botschaft: Jesus kommt wieder! Wir haben das prophetische Wort zu verkündigen und
Der Siegespreis den Ruf erschallen zu lassen: Macht euch bereit, unserem Herrn zu begegnen!
14 Das grosse Ziel verpasst oder doch Durch die Gnade des Herrn werden im nächsten Jahr 50 Jahre seit der Gründung des
noch erreichbar? Missionswerkes Mitternachtsruf im deutschsprachigen Raum vollendet werden. Im Laufe
der Jahre breitete sich die Arbeit weltweit und in zahlreichen weiteren Sprachen aus; so pub-
Fragen – Antworten lizieren wir unsere Zeitschrift «Mitternachtsruf» heute in zehn Sprachen.
In den letzten Monaten haben sich durch Gottes Gnade besonders Türen in Italien zu
20 Spricht die Bibel vom Vorgang des Ster-
bens oder vom Tod?
öffnen begonnen. In den kommenden Wochen wird der Mitternachtsruf als selbständiger
Verein in Italien gegründet und durch italienische Brüder mitverantwortlich getragen wer-
20 Patientenverfügung ratsam?
den. Allen voran steht hier Nino Trimigno in Turin. Er ist es auch, der in diesen Tagen die ge-
21 Wie sollte evangelisiert werden?
samte italienischsprachige Administration des Mitternachtsruf übernimmt und in und von
Italien aus das prophetische Wort, die Botschaft unseres Herrn, verbreiten wird: «Siehe,
3 Grusswort ich komme wieder.»
11 Aufgegriffen In Anlehnung an den Gruss des Hebräerbriefes sagen wir: «Wir grüssen unsere Brüder in
22 Dir kann nur Jesus helfen Italien! Ja, wir grüssen unsere Geschwister weltweit!»
22 Impressum
In unserem bald wiederkommenden
Herrn herzlich verbunden

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis


Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

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Biblische Botschaft

Ein Leben
im Sieg
Für einen Sportler gibt es nichts Grösseres, als einen
Sieg. So ist es auch im Leben eines Christen. Sein
grösster Wunsch ist es, Sieg zu haben über die Sünde,
die Welt und in allen Lebenslagen.
Sieg? Gibt es eine Methode um ein Le-
ben im Sieg zu erlernen?
gegenseitig aus. Der Herr Jesus hat diese
Tatsache so formuliert: «Niemand kann Der Wettkampf
zwei Herren dienen: entweder er wird
Samuel Rindlisbacher den einen hassen und den andern lie- Millionen von Menschen sitzen ge-

D
ben, oder er wird an dem einen hängen spannt vor ihren Fernsehapparaten und
ieser Siegeswunsch ist ein und den andern verachten» (Mt 6,24). Tausende in den Stadien. Sie fiebern mit,
Kennzeichen echter Wie- Halten wir Folgendes fest: Ein Christ, freuen sich am Erfolg der Sportler und
dergeburt, sagt doch Psalm der wirklich wiedergeboren ist, hat den sind enttäuscht, wenn nichts aus ihren
118,15: «Man singt mit tiefen Wunsch, Jesus ähnlicher zu wer- Erwartungen wird. Für einen Sportler
Freuden vom Sieg in den den. Es ist ihm ein inniges Anliegen, in ist die Teilnahme an einem Wettkampf,
Hütten der Gerechten: Die Rechte des der Heiligung zu leben. Er möchte Jesus ja vielleicht sogar an einer Olympiade,
Herrn behält den Sieg!» Leider kommt in Gedanken, Worten und Werken ver- das grösste Ereignis in seiner sportlichen
es vor, dass Menschen sich als Christen herrlichen. Dass es nicht immer klappt, Karriere.
ausgeben, geistlich reden, aktiv in der steht auf einem anderen Blatt. Leider Auch wir Christen sind solche «Sport-
Gemeinde mitmachen und sogar schö- gehört es dazu, dass man manchmal auf ler» und laufen in einer Rennbahn. Wir
ne Gebete sprechen – doch ein Leben die Nase fällt, weil die Versuchung zu kämpfen im härtesten und längsten
im Sieg führen sie nicht. Über solche gross wird und man in Sünde fällt. Doch Wettkampf, dem Kampf des Lebens.
Menschen sagt die Bibel: «… sie haben das gleicht mehr einem Unfall, und ist Paulus sagt darüber Folgendes: «Ihr
den Schein der Frömmigkeit, aber deren nicht die Normalität. Der tiefe Wunsch wisst doch, die Wettläufer im Stadion
Kraft verleugnen sie; solche Menschen bleibt: «Herr Jesus, ich möchte ein Sie- laufen alle, aber nur einer gewinnt den
meide!» (2.Tim 3,5). Sie halten bewusst gesleben führen, ein Leben in Deinem Siegespreis. Also lauft so, dass ihr ihn
und willentlich an der Sünde fest. Trotz Sieg.» Es ist wie mit einem Kunstturner, gewinnt! Jeder Wettkämpfer aber übt völ-
Ermahnung und Zurechtweisung wollen der bei einem wichtigen Wettkampf, lige Enthaltsamkeit, und dabei laufen sie
sie die Sünde weiter tun. Im Blick auf bei dem es um eine Goldmedaille geht, doch nur um eines vergänglichen Kran-
solche Leute sagt der Apostel Johannes, den Halt am Reck verliert. Er stürzt zu zes willen, während es sich bei uns doch
auch «Apostel der Liebe», genannt: Boden. Doch was tut er? Er steht sofort um einen unvergänglichen handelt. Ich
«Liebt nicht die Welt noch was in der wieder auf, ordnet seine Kleider und jedenfalls laufe nicht wie einer, der ‹ins
Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, turnt, wie wenn nichts gewesen wäre, Blaue› läuft; ich will kein Faustkämpfer
ist die Liebe des Vaters nicht in ihm» sein Programm zu Ende. Denn er hat sein, der Lufthiebe macht; nein, ich
(1.Joh.2,15). Die Bibel stellt damit die das Ziel vor Augen, eine möglichst gute bin hart gegen meinen Leib und mache
Echtheit ihrer Wiedergeburt in Frage, Platzierung. ihn mir dienstbar, nur damit ich nicht
denn die Liebe zu Gott und das willent- Da kommen wir zu der überaus wich- anderen die Frohe Botschaft sage und
liche Festhalten an Sünde schliessen sich tigen Frage: Wie führe ich ein Leben im selbst als unbrauchbar dastehe» (1.Kor

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9,24-27). Zur Zeit des Paulus war es so, genug damit. Auch der Jordan – die der einen solchen Widerspruch von den
dass tatsächlich nur der Erste den Sie- Umstände – stemmte sich gegen das Sündern gegen sich erduldet hat, damit
gespreis erhielt; die anderen gingen leer Volk Israel, das mit all den alten Leuten, ihr in eurer Seele nicht müde werdet
aus. Der Apostel sagt auch, dass jeder Kindern und Tieren die Wasser dieses und ermattet» (Hebr 12,3). Was hat Er
Sportler, egal in welcher Disziplin, sich Flusses zu überqueren suchte, steht doch für uns Menschen nicht alles getan!
an gewisse Regeln halten muss. Tut er doch geschrieben: «… der Jordan aber Er liess sich für uns zur Sünde machen,
es nicht, wird er disqualifiziert. Auch war die ganze Zeit der Ernte über alle damit wir «in ihm Gottes Gerechtigkeit
für uns Christen gibt es gewisse «Spiel- seine Ufer getreten» (Jos 3,15). würden» (2.Kor 5,21). In 1. Petrus 2,21-
regeln», an die wir uns halten müssen, Wenn Sie Christ sind und Ihre Gren- 24 lesen wir über Ihn: «Christus hat für
wenn wir den Sieg erringen wollen. zen überschreiten wollen, um im Siege euch gelitten und euch ein Beispiel hin-
Jesu zu leben, wird die Hölle anfangen terlassen, damit ihr seinen Fussspuren
Die Spielregeln zu brüllen und alles versuchen, damit nachfolgt: der keine Sünde getan hat,
Sie das ja nicht tun. Sie wird Ihnen auch ist kein Trug in seinem Mund ge-
Im Buch Josua finden wir in Bezug einen «Joint« anbieten, um Ihnen Ihre funden worden, der, geschmäht, nicht
auf die «Spielregeln» interessante Hin- Sinne zu benebeln. Sie wird Sie in eine wieder schmähte, leidend, nicht drohte,
weise. Sieg erlangt nur der, welcher «Diskothek» einladen, um Sie von Gott sondern sich dem übergab, der gerecht
die Anweisungen des «Trainers» Jesus abzuhalten. Sie wird Ihnen mit «Musik» richtet; der unsere Sünden an seinem
Christus genau befolgt. Es geht um die die Ohren zuhämmern, damit Sie nicht Leib selbst an das Holz hinaufgetragen
Überwindung diverser Hindernisse. Wir mehr hören können, was Gott Ihnen hat, damit wir, den Sünden abgestorben,
sagten bereits, dass wir uns als Christen sagen will. Oder die Hölle wird Sie mit der Gerechtigkeit leben, durch dessen
in einem Wettkampf befinden. Das Buch Arbeit überlastet, mit Geld
Josua zeigt uns, wie wir diesen Wett- überhäufen – nur damit Sie
kampf siegreich bestreiten können. keine Zeit mehr finden, mit
Gott zu reden, die Gottes-
Die Grenze überschreiten dienste zu besuchen und
die Bibel zu lesen. Ja, die
Jeder Sportler weiss um die Grenze, Hölle wird Sie regelrecht
die er überschreiten muss, wenn er Er- mit Sorgen jeglicher Art
folg haben will. Dabei geht es nicht um beschäftigen und ummau-
die Grenze der Legalität, sondern um die ern, damit Sie Jesus nicht
Grenze, das innere Nein zu überwinden mehr sehen können.
und dem Körper mehr abzuverlangen, Als Israel den über die
als er eigentlich leisten will. Diese Gren- Ufer getretenen Jordan vor
ze musste auch Israel überwinden. Augen hatte, befahl Gott Sind Sie mit Arbeit überlastet und haben deswegen keine Zeit mehr
Der Jordan bildete die natürliche durch die Vorsteher der für Gott?
Grenze zwischen der Wüste und dem zwölf Stämme: «Wenn ihr
von Gott verheissenen Land. Diese die Bundeslade des Herrn, eures Got- Striemen (bzw. Wunden) ihr geheilt
Grenze galt es zu überwinden. Auch tes, sehen werdet und die Priester, die worden seid.» In den Kämpfen des All-
wir Christen müssen, wenn wir ein Leviten, die sie tragen, so brechet auf tags sollen wir «aufsehen auf Jesus, den
Siegesleben führen wollen, gewisse von eurem Ort und folget ihr nach!» (Jos Anfänger und Vollender des Glaubens,
Grenzen überwinden, die uns von 3,3). Die Bundeslade ist das Bild für die welcher um der Freude willen, die vor
einer ganzen Hingabe an Jesus Chris- Gegenwart Gottes. Sie signalisiert: «Gott ihm lag, das Kreuz erduldete und die
tus abhalten. Diese Grenzen können ist hier!» Gott will damit die Perspektive Schande nicht achtete und sich gesetzt
individuell verschieden sein. Vielleicht wieder zurechtrücken. Denn nicht die hat zur Rechten des Thrones Gottes»
sind es Freunde, sündige Gewohnheiten brüllende Hölle soll unsere Sorge sein. (Hebr 12,2). Ja, Jesus ist nach Seinem
oder andere Dinge, die uns von einem Auch nicht die unüberwindlich schei- Kreuzestod nicht im Grab geblieben,
Siegesleben abhalten. Wollen wir nenden Riesen oder der über die Ufer sondern auferstanden, nach 40 Tagen
Sieg haben, müssen wir diese Grenze getretene Jordan – unsere Lebensum- in den Himmel aufgefahren und hat
überschreiten. Dabei sollte uns jedoch stände. Vielmehr sollen unsere Augen sich zur Rechten Gottes gesetzt. Von
eines bewusst sein: die Hölle wird nicht stets auf das Eine gerichtet sein: die Bun- dort wird Er als der König der Juden
tatenlos zusehen! deslade, das Sinnbild für die Gegenwart wiederkommen und von Jerusalem
Als Israel dabei war, den Jordan als Gottes. Machen wir Christen hier nicht aus die weltweite Herrschaft in Sei-
Grenze zu überschreiten, machte die einen Fehler? Wir beschäftigen uns zu nem Tausendjährigen Friedensreich
Hölle mobil. In 5. Mose 9,2 heisst es oft mit der Macht der Hölle, lassen uns antreten. Er ist für die Seinen alles ge-
von den Feinden im verheissenen Land: bestimmen von Problemen und Nöten, worden: «Christus Jesus, welcher uns
«… ein grosses und hochgewachsenes drehen uns immer wieder um die Sünde gemacht ist von Gott zur Weisheit und
Volk, die Kinder Enak, die du kennst, und sehen unüberwindliche Hindernis- zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und
von denen du auch sagen gehört hast: se. Doch wenn uns das alles bedrücken zur Erlösung» (1.Kor 1,30). Über Ihn sol-
Wer kann den Kindern Enak wider- und gefangen nehmen will, ergeht die len wir nachdenken, der uns vor dem
stehen?» Das waren Riesen, gewaltige biblische Aufforderung an uns, dass himmlischen Vater vertritt (Röm 8,34)
Kerle, furchteinflössende Typen, deren wir uns mit dem Sohn Gottes, Jesus und von Dem geschrieben steht: «Dieser
Anblick allein einem schon das Blut in Christus, beschäftigen und über Ihn ist der wahrhaftige Gott und das ewige
den Adern gefrieren liess. Doch nicht nachdenken sollen: «Gedenket an den, Leben» (1.Joh 5,20). Jesus ist der Herr

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gebest, zu tun nach allem, was darin
Biblische Botschaft geschrieben steht; denn alsdann wird
dir dein Weg gelingen, und dann wirst
du weislich handeln!» (Jos 1,8). Durch
der ewigen Herrlichkeit, der sich für uns zu Josua: Ziehe deine Schuhe aus von das betende Lesen, das Studieren der
kreuzigen liess (1.Kor 2,8). Denken wir deinen Füssen; denn der Ort, darauf Bibel und das Umsetzen dessen, was sie
daran, dass Er am Kreuz jede Feindes- du stehst, ist heilig! Und Josua tat also» lehrt, würde er Sieg haben. Auch Jesus
macht entwaffnet hat und dass Ihm alle (Jos 5,13-15). Das war eine so genannte Christus bezeugte diese Tatsache, indem
Macht gegeben ist im Himmel und auf Theophanie, eine Gotteserscheinung. Er sprach: «Ihr sucht in der Schrift, denn
Erden (Mt 28,18). Von Mose heisst es: Bevor es zum eigentlichen Kampf ihr meint, ihr habt das ewige Leben da-
«Durch den Glauben verliess er Ägypten kam, hatte Josua eine Begegnung mit rin; und sie ist’s, die von mir zeugt» (Joh
und fürchtete nicht den Grimm des Kö- Jesus Christus, dem «Fürst über das 5,39). Nur durch die Bibel kann ich dem
nigs; denn er hielt sich an den, den er Heer des Herrn». Diese Erscheinung Sieger Jesus Christus begegnen und
nicht sah, als sähe er ihn» (Hebr 11,27). war so gewaltig, dass Josua «auf sein durch Ihn den Weg zum Sieg kennen
Das war auch das Geheimnis von David, Angesicht zur Erde» fiel und den Herrn lernen. Daher ist es für ein Leben im
der viele Nöte, Anfechtungen, Feinde anbetete. Als Dieser ihm befahl, wegen Sieg von grundlegender Bedeutung, dass
und familiäre Probleme hatte. Doch der Heiligkeit des Ortes seine Schuhe ich Jesus Christus durch ein intensives
Er sah in dem allen auf Den, der Ihm auszuziehen, tat Josua das in ehrerbie- Bibelstudium und aktives Gebetsleben
beistehen konnte: «Ich habe den Herrn tigem Gehorsam. immer besser kennen lerne!
allezeit vor Augen; weil er mir zur Rech- Als Christen stehen wir in einem täg-
ten ist, wanke ich nicht» (Ps 16,8). Auch lichen Kampf gegen die Sünde, gegen Der vorprogrammierte Sieg
für uns sollen nicht die Probleme, Nöte Anfechtungen und Versuchungen jegli-
und Lebensumstände massgebend sein, cher Art. Doch, so möchte ich Sie fragen: Noch gibt es im Sport keine hun-
sondern der Herr Jesus Christus. Halten Wie sieht es mit Ihrer stillen Zeit aus? dertprozentige Trainingsmethode, die
wir uns Ihn vor Augen! Haben Sie jeden Tag eine Begegnung zum Sieg führt. Ja, es wird sie auch
REUTERS niemals geben. Ganz anders ist es bei
Der beste Trainer wiedergeborenen Christen: Wir haben
diese Trainingsmethode – doch sie wird
Wenn ein guter Sport- leider nur selten angewandt.
ler an der Spitze bleiben, Als Josua sich mit dem Volk Israel
Olympiasieger oder Welt- aufmachte, das verheissene Land zu
meister werden will, geht erobern, versprach ihm Gott: «Jeden
er an keinen Wettkampf Ort, darauf eure Fusssohlen treten,
ohne seinen Trainer. Und habe ich euch gegeben, wie ich Mose
ein guter Trainer über- versprochen habe» (Jos 1,3). Damit stand
wacht jeden Schritt seines der Sieg von vornherein fest. Überall da,
Schützlings, gibt ihm gute wo die Israeliten hinkommen würden,
Ratschläge, begleitet ihn in Plötzlich fängt er an zu straucheln, reisst ein Hindernis zu Boden und war ihnen der Sieg schon sicher. Um uns
jeder Phase des Trainings fällt hin das vor Augen zu führen, berichtet uns
und selbstverständlich die Bibel von einer Schlacht, in deren
beim Wettkampf. Echte Christen haben mit Jesus Christus? Lesen Sie so oft es Verlauf sich fünf feindliche Könige vor
einen noch viel besseren Trainer, Jesus geht betend in Ihrer Bibel? Danken Sie Josua aus dem Staub machten und sich
Christus, der alles für sie getan hat, der dem Herrn für alle Ermahnungen, jeden in einer Höhle versteckten. Doch das
immer bei ihnen ist, der sie bewahrt, Zuspruch und jede Verheissung? Bringen Versteck wurde entdeckt, und er befahl
mit allem Nötigen versorgt und ihnen Sie Jesus stets alle Ihre Anliegen, Sorgen, den Israeliten: «Öffnet den Eingang der
stets mit Rat und Tat beisteht. Ängste und Freuden im Gebet? Bitten Höhle und führet diese fünf Könige aus
Als Israel dabei war, seine Grenzen Sie Ihn auch immer wieder um Verge- der Höhle heraus zu mir! Sie taten also
zu überschreiten, indem es die starke bung, wenn Sie gesündigt haben? (vgl. und brachten diese fünf Könige aus der
Festung Jericho einnehmen sollte, lesen 1.Joh 1,7.9; 2,1). Kennen Sie das noch, Höhle heraus zu ihm: den König von
wir vom Führer dieses Volkes: «Es begab dass Sie ab und zu nicht mehr anders Jerusalem, den König von Hebron, den
sich aber, als Josua bei Jericho war, dass können als staunend vor Jesus Christus König von Jarmut, den König von Lachis
er seine Augen erhob und sich umsah; niederzufallen und Ihn anzubeten? und den König von Eglon. Als sie aber
und siehe, ein Mann stand ihm gegen- Wenn wir in unserem Leben Sieg ha- diese Könige zu Josua herausgeführt
über, der hatte ein blosses Schwert in ben wollen, brauchen wir immer wieder hatten, rief Josua allen Männern Isra-
seiner Hand. Und Josua ging zu ihm eine Begegnung mit dem Sieger von Gol- els und sprach zu den Obersten des
und sprach zu ihm: Gehörst du uns an gatha. Doch das geschieht nicht durch Kriegsvolkes, die mit ihm gezogen
oder unsern Feinden? Er sprach: Nein, einen Traum, eine Vision oder derglei- waren: Kommt herzu und setzet euren
sondern ich bin der Fürst über das Heer chen mehr. Vielmehr begegnet uns Jesus Fuss auf den Nacken dieser Könige! Und
des Herrn; jetzt bin ich gekommen! Da Christus durch das Wort Gottes, das wir sie kamen herzu und setzten ihnen den
fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde in der Bibel finden. Zu Josua sagte Gott: Fuss auf den Nacken. Da sprach Josua
und betete an und sprach zu ihm: Was «Dieses Gesetzbuch soll nicht von dei- zu ihnen: Fürchtet euch nicht und las-
sagt mein Herr seinem Knechte? Und nem Munde weichen, sondern forsche set euch nicht grauen; seid stark; denn
der Fürst über das Herr des Herrn sprach darin Tag und Nacht, auf dass du Acht also wird der Herr allen euren Feinden

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tun, wider die ihr streitet!» (Jos 10,22- benen Anweisung hatten die Israeliten Sie den Weg wieder ganz entschieden
25). Damit veranschaulichte Josua den Jericho siegreich erobert. Doch schon mit dem Herrn Jesus und Sie werden
Obersten des Kriegsvolkes in der für die beim nächsten Angriff auf die kleine erfahren, dass Sie im Alltag Sieg haben
damalige Zeit üblichen Form, dass der Stadt Ai wurden sie von einer Nieder- werden. Die Freude im Herrn (Phil 4,4)
Feind besiegt ist. lage überrascht: «Also zogen vom Volke wird bei Ihnen zurückkehren und eben-
Auch in unserem geistlichen Kampf bei dreitausend Mann hinauf; sie flohen so auch die Heilssicherheit.
ist das so: Der Feind ist besiegt. Am aber vor den Männern zu Ai. Und die
Kreuz von Golgatha wurde ihm von Männer von Ai erschlugen ihrer bei Auf der Zielgeraden
Jesus Christus der Kopf zertreten. Jesus sechsunddreissig Mann …» (Jos 7,4-5).
ist Sieger! Die Hölle mag toben wie sie Warum hatte Israel auf einmal keinen Eingangs haben wir festgestellt, dass
will, dennoch bleibt Er Sieger! Für alle, Sieg mehr? Weil ein Mann dem Wort es der Wunsch eines wiedergeborenen
die ihr Leben Jesus Christus anvertraut Gottes ungehorsam war und mit der Christen ist, ein Leben im Sieg zu füh-
haben, gehört damit Sein Sieg automa- Sünde spielte: Achan (vgl. Jos 7,1ff.). ren. Ist das auch Ihr Wunsch? Wenn ja,
tisch auch ihnen. Was Paulus damals den Manchmal sagt man sich selbst oder hört möchte ich Ihnen abschliessend ein paar
Christen zu Korinth zurief, gilt auch für es von anderen: «Ach, nimm es doch Ratschläge geben:
uns heute: «Gott aber sei Dank, der uns
den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus
Christus!» (1.Kor 15,57). Seien wir uns
dieser Tatsache zutiefst bewusst und
rufen wir sie uns immer wieder in Er-
innerung! Satan mit all seinen Dämonen
ist ein entwaffneter, besiegter Feind (vgl.
Kol 2,15). Jesus ist und bleibt Sieger, und
wir stehen auf Seiner Seite!

Die Hindernisse auf dem Weg


Olympia 2004, Athen. Der Start-
schuss zum Final der Herren über
110 m Hürden ist gefallen. Einer der Haben Sie einen Weg
aussichtsreichsten Kandidaten auf den nicht so schwer!» eingeschlagen, auf dem Wagen Sie den
Sieg erwischt einen guten Start. Doch «Was soll’s, es war Schritt über die
plötzlich kommt er aus dem Rhythmus, ja nur eine kleine der Sohn Gottes nicht Grenze, das heisst,
fängt an zu straucheln, reisst ein Hinder- Notlüge.» Aber mitkommen kann? unternehmen Sie
nis zu Boden und fällt schliesslich hin. Gott toleriert keine in der Nachfolge
Plötzlich ist der Traum vom olympischen Sünde und sei sie in Jesu ganz konkrete
Gold zerplatzt! Menschenaugen noch so klein! Durch Schritte! Zuschauer in der «Arena» gibt
Ist es in unserem Christenleben nicht die «kleine» Sünde Achans wurden rund es genug. Seien Sie ein zielstrebiger
auch so? Sind wir nicht schon oft aus 36 Männer getötet. «Sportler» bzw. «Sportlerin» in der
dem Rhythmus gekommen, gestrau- Wundern Sie sich, dass Sie keinen Sache Jesu und klammern Sie keinen
chelt, über ein Hindernis gefallen und Sieg über die Sünde haben, dass Ih- noch so kleinen Punkt in Ihrer Hingabe
der Traum vom Sieg ist wieder in weite nen die Freude fehlt, ja dass Sie keine an Jesus Christus aus! Leben Sie in einer
Ferne gerückt? Wenn da nur die Hinder- Heilsgewissheit mehr haben? Wenn ja, tiefen Beziehung zum Sohn Gottes, dem
nisse nicht wären, die Nöte, Probleme sollten Sie sich folgende Fragen stellen: allerbesten «Trainer»! Wie geht das? Le-
und Anfechtungen. Gerade hier gibt uns Könnte es sein, dass Sie angefangen ha- sen Sie intensiv und betend Ihre Bibel!
das Buch Josua eine gute Hilfestellung. ben, Sünde in Ihrem Leben zu dulden, Führen Sie ein aktives Gebetsleben! Und
Denn obwohl es viel von Sieg erzählt, Dinge zu tun, von denen Sie wissen, dass seien Sie sich immer der Tatsache be-
zeigt es auf, dass zu einem Sieg auch Jesus Christus Nein dazu sagen würde? wusst, dass Jesus Christus Sieger ist. Er
Niederlagen gehören. Haben Sie einen Weg eingeschlagen, auf hat den Sieg am Kreuz von Golgatha ein
Jede Niederlage könnte eigentlich dem der Sohn Gottes nicht mitkommen für allemal errungen. «Es ist vollbracht!»
vermieden werden, doch Fehltritte kann? Haben Sie sich mit «Freunden» (Joh 19,30). Rechnen Sie jeden Augen-
passieren immer wieder. Allerdings oder «Freundinnen» umgeben, die Sie blick Ihres Leben mit Seinem Sieg, und
muss eine Niederlage noch lange keinen zur Sünde verführen? Dann müssen Sie fangen Sie an, jedes auch noch so kleine
Weltuntergang bedeuten. In der Welt des sich nicht wundern, wenn Sie vor der Hindernis, jede noch so kleine Sünde aus
Sports haben wir guten Anschauungsun- Sünde kapitulieren müssen! Ihrem Leben auszuräumen! Wenn Sie
terricht: Was tut ein Sportler nach einer Wenn Sie wieder ein Leben im Sieg mit der Hilfe des Herrn all das umzuset-
Niederlage? Hängt er einfach alles an führen wollen, müssen Sie jedes Hinder- zen versuchen, werden Sie mit der Zeit
den Nagel? Oder wird er aus seinem nis aus Ihrem Leben wegräumen! Beken- erfahren, was das Wort in Psalm 118,15
Fehler lernen, noch härter trainieren nen Sie Jesus Ihre Schuld und nehmen bedeutet: «Man singt mit Freuden vom
und so seine Niederlage als Chance für Sie ganz neu die reinigende Kraft Seines Sieg in den Hütten der Gerechten: Die
einen künftigen Sieg sehen? teuren Blutes in Anspruch (1.Joh 1,7.9). Rechte des Herrn behält den Sieg!» Gott
Ein solches Verhalten sehen wir auch Trennen Sie sich von Ihren falschen helfe Ihnen, einen Leben im Sieg zu füh-
bei Josua. Unter seiner von Gott gege- Freunden und Freundinnen! Gehen ren! 

MNR > November 2004 7


Im Blickfeld
REUTERS

«Sie kamen um zu
schlachten, nicht,
um zu verhandeln»
Am Tag nach dem Massaker in Beslan wurde in der linken
Londoner Zeitung «Guardian» auf die wahren Schuldigen
hingewiesen: Bush, Putin und Sharon. Dabei handle
es sich um drei Staatsmänner, die bei ihrem Verhalten
gegenüber der muslimischen Welt nur die Sprache der
Gewalt verstünden, nicht die Sprache der Manieren. Sie
drängten den Islam in die Ecke und dieser habe keine
andere Wahl, als gewaltsam zu reagieren. Wenn sie sich
einfühlsamer und rücksichtsvoller verhalten würden, wäre
dieses Massaker verhindert oder zumindest verschoben
worden.

D
arauf erwiderte der Kommenta- ausbrechen. Die
tor einer renommierten Zeitung Fanatiker machen
Folgendes: die Reibungsstelle In den grauen Plastiksäcken liegen, zerbrochen und geschlagen, die Leichen
«Diese Auslegung ist keine Selten- ausfindig, rekru- der ermordeten Kinder
heit. Die europäische Presse ist voll tieren einen Kern
davon. Einfache Worte wie Mord und entschlossener Gläubiger und werden nicht, um zu verhandeln. Zwischen den
Hilflosigkeit werden dort kastriert, in kurzer Zeit zu einer Kraft, die den Toten in Beslan und den Forderungen
verlieren Farbe und Ton, werden in ein Terror anführt. Einen Terror, der keinen der Tschetschenen an Russland gibt es
postmodernes und verwirrendes Ge- Kompromiss kennt, der keinen Kompro- keinen Zusammenhang. Nach Auflösung
schwätz eingehüllt. So kann eine mora- miss will. Der Jihad-Terror macht sich der UdSSR wurde dem tschetschenischen
lische Wertgleichheit zwischen Mörder an eine ‹nationale Befreiungsbewegung› Volk immer wieder Autonomie angebo-
und Ermordeten, zwischen Terroristen heran, oder an eine ‹anti-amerikanische ten, was von einem Grossteil des Volkes
und ihren Opfern hergestellt werden, Untergrundbewegung› und erklärt ihren befürwortet wurde. Die radikale islami-
zwischen einer wahnsinnigen religiösen Kampf zu dem seinen. Aber das ist nur sche Minderheit schlug jeden Kompro-
Bewegung und einer Demokratie. Papier taktische Täuschung. Der Schlachtruf ist miss aus. Russland reagierte mit Gewalt,
duldet alles. klar und eindeutig: die verhasste nicht- zu starker, zu grausamer Gewalt. Aber
Aber in den grauen Plastiksäcken muslimische Zivilisation zu vernichten. machen wir uns keine Illusionen: auch
liegen, zerbrochen und geschlagen, die Deshalb verfehlen die Vorwürfe be- wenn Jelzin damals und Putin heute ei-
Leichen der ermordeten Kinder. Opfer züglich einer gescheiterten russischen ner Abtrennung Tschetscheniens zustim-
des grausamen heiligen Krieges, den Rettungsaktion das Wesentliche: Die men würde, würde der islamische Terror
der fanatische Islam Terroristen haben gegen Russland nicht aufhören. Tschet-
gegen den Rest der die Schule aus- schenien ist wie ein Bügel, auf dem man
Welt führt, wobei Der Schlachtruf ist schliesslich deshalb den Hass aufhängen kann. Der Hass ist
ethnische, geograph-
ische, nationale und
klar und eindeutig: die eingenommen, das Grundsätzliche. Bin Laden hat den
um Hunderte von USA 1988 den Krieg erklärt und schon
politische Konflikte verhasste nicht-musli- Kindern zu töten, 1999 begonnen, die Anschläge vom 11.
ausgenützt werden,
die immer wieder an
mische Zivilisation zu und nicht, um September 2001 vorzubereiten, als der
Verhandlungen zu gemässigte Clinton im Amt war und die
der Naht zwischen vernichten führen. Sie kamen Beziehungen zwischen Israel und den
den zwei Seiten um zu schlachten, Palästinensern eine Blütezeit hatten.

8 MNR > November 2004


Im Gegensatz zum äusseren Eindruck im Nahen Osten allein auf Israel liegt»? mordete man insgesamt 6,5 Millionen
sind Bush und Putin keine Politiker Israel müsse sich bedingungslos von al- Juden und behandelte sie schlimmer
einfacher Struktur. Ihre Reden sind len «besetzten Gebieten» zurückziehen. als Tiere, obschon sie niemandem et-
entschlossen formuliert, aber ihr Inhalt Die Palästinensische Autonomiebehörde was zuleide getan hatten, ihre Steuern
ist komplex und tiefgehend. Der Krieg trage keinerlei Verantwortung. Der Herr bezahlten und sich zu integrieren ver-
gegen den fanatischen Islam, sagen sie, Jesus hat gesagt, dass die Ungerechtig- suchten?
kann noch Jahre andauern und zahlrei- keit am Ende der Tage überhand neh- • Warum kämpfte eine islamische
che Opfer fordern. Er kann verschiedene men und die Liebe in vielen erkalten Übermacht im Jahr 1948 gegen einen
Formen annehmen und viele täuschen. wird (Mt 24,12). gerade geborenen Staat, wofür die
Aber es gibt in diesem Krieg Gute und Es müssten uns doch gewisse ge- Vereinten Nationen demokratisch ab-
Böse, und man sollte bitte die Mörder schichtliche Daten bewegen, die deut- gestimmt hatten? Die Juden hatten die-
nicht mit den Opfern verwechseln. Die lich aufzeigen, dass das jüdische Volk sen Staat nicht kriegerisch erobert, sie
Welt ist nicht immer schwarz-weiss, am Terror in der Welt keine Schuld hat haben sich das Land nicht terroristisch
manchmal schon. und dass Israel keine Gefahr für die Welt angeeignet. Sie kamen lediglich auf-
Es gibt keinerlei Rechtfertigung, darstellt, sondern einzig und allein ter- grund unzähliger Verheissungen Got-
keinerlei Verständnis und keinerlei roristische islamische Fanatiker, die sich tes in ihre Heimat zurück und waren
«Erklärung» für den Mord an Hunderten bei ihrem grausamen Tun auch noch auf bereit, ihren Nachbarn die Hand des
Kindern in einer entlegenen russischen den Koran berufen. Die islamische Zei- Friedens entgegenzustrecken, die man
Kleinstadt im Osten von Ossetia. Genau tung «Asharq al-Awsat» (London) bringt jedoch mehr als ausschlug. Ausserdem
wie es keine «Erklärung» und kein «ver- es auf den Punkt, wenn sie in Bezug auf gab es während allen Zeiten eine un-
ständliches Motiv» für den Angriff der El das Geiseldrama in Beslan bemerkt: «Die unterbrochene Ansässigkeit von Juden
Kaida auf New York oder die Anschläge schmerzhafte Wahrheit: Alle Terroristen in «Palästina». Die Zweistaaten-Lösung
in Bali, Madrid oder Netanja gibt. Die der Welt sind Muslime.»2 Nun aber zu wurde 1947 angeboten: Israel ging da-
Terroristen haben ein Ziel: normale den geschichtlichen Fakten: rauf ein, von der arabischen Welt aber
Menschen zu töten, und zwar so viele REUTERS

wie möglich.
Sie sind keine Freiheitskämpfer
und keine Gottesgläubige. Sie sind
Wahnsinnige, sie sind Mörder, sie sind
Sadisten. Sie werden so lange töten, bis
sie vernichtet werden. Es stehen uns
noch viele Mega-Anschläge und viele
Opfer bevor.»1

Als sich der islamische Terrorismus


jahrzehntelang innerhalb der Grenzen
Israels austobte, schwieg man. Jetzt, wo
er die Grenzen dieses Landes überschrit-
ten hat, schreit die ganze Welt. Es ist als
wenn der allmächtige Gott hierdurch zu
einer Israel gegenüber immun gewor-
denen Welt reden würde: «Ihr habt
den Terrorismus während vieler Jahre
toleriert und dem jüdischen Volk nicht
zur Seite gestanden, ihr habt euch nicht
darin vereinigt, ihn in die Schranken zu
weisen und einmütig die Stimme dage- 11. März 2004: Terroranschlag in Madrid
gen zu erheben; die Frucht davon ist,
dass der Terror nun auch euch trifft.» • Im russischen Zarenreich kamen wurde sie abgelehnt. Nach dem Sechs-
Der Prophet Jesaja schreibt: «Denn der über eine Million Juden ums Leben; tagekrieg 1967 bot Israel an, das im
Herr hat einen Zorn auf alle Nationen, man verfolgte sie nur deshalb, weil sie Krieg gewonnene Land zurückzugeben
und sein Grimm richtet sich auf ihr Juden waren. um dafür Frieden und sichere Grenzen
ganzes Heer. Er hat an ihnen den Bann • Als man den Holocaust gegen Israel zu erhalten. Statt den Felsendom auf
vollstreckt, sie zur Schlachtung dahin- vollzog, besassen die Juden noch kein dem eroberten Tempelplatz in die Luft
gegeben» (Jes 34,2). eigenes Land; doch wurden sie auch zu sprengen, stellten ihn die Israelis
Die Nationen scheinen bereits derart schon in der Diaspora terrorisiert. unter die Oberaufsicht des islamischen
verblendet zu sein, dass sie mit sehen- Warum verbrannte man ihre Synago- Waqf. Was hätten wohl umgekehrt
den Augen nicht mehr sehen und mit gen, obwohl von dort nie etwas Staats- die Feinde mit jüdisch religiösen Ein-
hörenden Ohren nicht mehr hören. Wie feindliches ausgegangen war? Warum richtungen getan? Doch statt auf das
ist es zum Beispiel möglich, dass die Kir- kamen 1,5 Millionen vollkommen un- Angebot einzugehen, antwortete die
chen Grossbritanniens («Churches Toge- schuldiger Kinder in den Gaskammern arabische Konferenz von Khartoum
ther») schriftlich darin übereinkommen, ums Leben, die für Staat und Volk nie mit einem dreifachen Nein: Kein Frie-
«dass die Verantwortung für den Frieden eine Gefahr darstellten? Warum er- de, keine Verhandlungen und keine

MNR > November 2004 9


im Parlament. … Ich danke Gott, dass
Im Blickfeld mein Vater 1948 Israel nicht verliess.
Ich danke Gott, dass meine Kinder hier
aufwachsen konnten, im einzigen freien
Anerkennung Israels! Ob in Camp Land im Nahen Osten.»3
David, dem Osloabkommen oder dem Will man es denn nicht wahrhaben?
Entschluss zur so genannten Road Map, Es geht im Grunde genommen gar nicht
Israel kam den Palästinensern immer um den jüdischen Staat, sondern um die
wieder entgegen; doch Arafat hielt sich Existenz der Juden an sich, egal, wo sie
nie an die Bedingung, den Terrorismus sich aufhalten. Sie sind immer verfolgt
und die Hetze gegen Israel zu stoppen. und getötet worden, und das wird sich
Der Versuch eines Abkommens mit nicht ändern, bis der Herr wiederkommt
Barak im Sommer 2000 in «Camp Da- und Recht spricht. Trösten können wir
vid 2» führte zur zweiten Intifada. Seit uns deshalb mit dem Wort Gottes und
Israel sich aus dem Libanon zurückzog, der Verheissung der Wiederkunft Jesu.
haben die Hamas, die Fatah (der mili- Bin Laden hat den USA 1988 den Krieg erklärt Keine Macht der Welt wird den Herrn
tante Arme der PLO) und die Hisbollah daran hindern können, Seine Verheis-
das nur genutzt, um vermehrt gegen ten, der unzählige Menschenleben auf sungen zu erfüllen. «Forscht im Buch
Israel zu kämpfen und Zivilisten umzu- dem Gewissen hat, als vielmehr deshalb, des Herrn nach und lest! Es fehlt nicht
bringen. weil sie zudem noch hinter Israel ste- eins von diesen, keins vermisst das
• Weshalb töteten PLO-Terroristen hen. Merken wir denn nicht, dass jeder, andere. Denn der Mund des Herrn, er
bei der Olympiade in München (1972) der noch christlich geprägt ist und sich hat es befohlen; und sein Geist, er hat
unschuldige jüdische Sportler? zum Judentum stellt, in die Schusslinie sie zusammengebracht. Und er selbst
• Warum richten sich gewalttätige des Feindes Gottes gerät? hat ihnen das Los geworfen, und seine
Terroristen in der Intifada gegen eine Israel ist ein demokratisches Land, Hand hat es ihnen mit der Messschnur
wehrlose Zivilbevölkerung? in welchem sich arabische Menschen zugeteilt. Ewig werden sie es besitzen,
• Weshalb flogen zwei Flugzeuge in frei bewegen können, Arbeit finden, von Generation zu Generation darin
die New Yorker Zwillingstürme (2001) ihr Auskommen haben und als Bürger wohnen» (Jes 34,16-17).  N.L.
und brachten Tausende von Zivilisten Israels gelten. Ein alter Araber, der in
um? Israel wohnt, schreibt dazu: «Ich wohne
• Warum sprengte man einen Zug in in Haifa in Israel. … Heute lebe ich mit 1
Sever Plotzker, Jediot Acharonot v. 6.9.04
Spanien in die Luft? Waren es Juden, meiner Frau und dem jüngsten unse- Übersetzung: Nahostfocus.de
die das taten? rer acht Kinder noch immer im alten 2
Idea Spektrum, Nr. 38/04
• Weshalb geschah das Massaker in Steinhaus meines Vaters. Meine älteren 3
Lema Zion, Hashiwah, Nr. 47/04
Beslan an Hunderten von Kindern, Kinder und die vielen Enkel wohnen in
Frauen und Männern? der Nähe. Wir wurden niemals schlecht
behandelt. … Ich wurde Apotheker und
arbeitete in einer grossen Apotheke in
Haifa. Ich erhielt das gleiche Gehalt und
die gleichen Zuschüsse wie meine jüdi-
schen Mitarbeiter. Jetzt bin ich Rentner.
Es werden mir zwei Renten gezahlt. …
Ich habe acht Kinder. Jeden Monat,
bis zum 18. Lebensjahr jedes Kindes,
erhielt ich von der Regierung Kinder-
geld. Unsere ganze Familie ist durch
Als sich der islamische Terrorismus nur in Israel die staatliche Krankenversicherung ab-
austobte, schwieg man gedeckt, die gute ärztliche Behandlung
gewährleistet. … Meine Kinder gingen
• Warum werden Männer und Frauen gemeinsam mit jüdischen Kindern
im Irak entführt und vor laufenden Ka- zur Schule, sie waren Mitglieder der
meras brutal ermordet? gleichen Sportvereine und im gleichen
Es ist ein terroristischer, feiger und Gemeinschaftszentrum. Sie haben alle
dämonisch inspirierter Kampf, der sich studiert, einige mit einem staatlichen
vor allem gegen den «zionistischen Stipendium. Ich bete in einer Moschee,
Feind» richtet. Doch statt hier Gerech- die auf Land gebaut wurde, welches vom
tigkeit walten zu lassen, bläst man noch jüdischen Nationalfond bereitgestellt
ins gleiche Horn und spricht vor allem wurde. Ich bin Bürger des Staates Israel, Wollen Sie mehr zum Thema wissen, dann
Israel und den USA die Schuld zu. Von habe einen israelischen Reisepass und bestellen Sie das Buch von Norbert Lieth
der Europäischen Union (EU) ist gleich- kann reisen, wann ich will und wohin «Der Judenstaat, vom Weltärgernis zum
sam auch die USA zum Feind erhoben ich will. Ich gebe meine Stimme bei lo- Weltbedürfnis», Best.-Nr. 18738. Benutzen
worden, weniger weil sie ein Volk von kalen und landesweiten Wahlen ab und Sie bitte den Bestellschein in der Mitte dieser
Zeitschrift.
einem unberechenbaren Diktator befrei- wir haben einige arabische Abgeordnete

10 MNR > November 2004


Es lohnt sich! Aufgegriffen
«Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du In den vergangenen vier Jahren haben
bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu Terroranschläge und Militäreinsätze mehr
deines Herrn Freude!» (Mt 25,21). israelische Todesopfer gefordert als der
Sechstagekrieg im Jahr 1967. Das teilte
der Inlandsgeheimdienst Shin Beit mit.

E
s gibt eine Reihe von Schriftenmis- sus gekommen sind. Abgesehen davon
sionen allein im deutschsprachi- wird ein Arbeiter im «Weinberg Got-
gen Raum. Viele Glaubensfreunde tes» nicht danach beurteilt, wie viele Seit Anfang August sollen 40 000
machen auch von unserem Angebot Menschen sich bekehrt haben, sondern Christen den Irak verlassen haben. Wäh-
Gebrauch, bestellen und verteilen ob er in der Arbeit und Erfüllung der
rend der Herrschaft Saddam Husseins
Traktate, Gratisbücher, Kassetten und Aufgabe Treue bewiesen hat. Ausser-
Zeitschriften. Meist sehen sie keinen dem müssen wir uns immer wieder lebten rund 2,5 Millionen Christen im
Erfolg ihrer missionarischen Tätigkeit. vor Augen halten, dass wir niemanden Land; ihre Zahl sei jetzt auf 750 000,
Da könnte so manch einer entmutigt bekehren können. Gott allein ist es, der möglicherweise sogar auf nur 300 000
sein und hat vielleicht schon mit dem das Herz erwecken und zum Glauben gesunken. Die Übergriffe, Attentate und
Gedanken gespielt: «Lohnt sich das al- an Seinen Sohn Jesus Christus führt. Diskriminierungen von Christen durch
les überhaupt? Sollte ich nicht besser Dass Er das immer wieder tut und Muslime nähmen zu. So würden die Chris-
damit aufhören?» dabei durch viel oder wenig wirken
ten unter anderem als «Alliierte» der ame-
Wir erhalten immer wieder Nach- kann, zeigt folgendes Beispiel, das zur
richten, in denen Menschen bezeugen, Ermutigung dienen soll für alle, die rikanischen Besatzungstruppen gesehen.
dass sie durch ein Traktat, ein Büchlein die Verteilung von Schriften auf dem
oder eine Kassette zum Glauben an Je- Herzen tragen.  N.L.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Na-
tionen hat Syrien mit knapper Mehrheit
aufgefordert, seine Truppen aus dem Li-
banon zurückzuziehen. Es ist die erste

Der kleine Mann von der


UN-Resolution, die deutlich gegen einen
arabischen Staat gerichtet ist.

George Street Die künftige U-Bahn in Tel Aviv soll


auch als riesiger Schutzraum gegen che-
mische oder biologische Angriffe genutzt
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was das Verteilen von Traktaten werden können. Ihre zehn Stationen, in
bewirken kann? Der folgende Bericht von Pastor Dave Smethurst (London) denen bis zu 30 000 Menschen Unter-
gibt eine zeugnishafte Antwort darauf. schlupf finden, sollen mit entsprechen-
den Luftfiltern ausgestattet werden.

E
s ist eine sehr aussergewöhnliche sich vom Geschäftsviertel von Sydney
Geschichte, von der ich Ihnen bis hin zu den Wohnvierteln, dem so
jetzt erzähle. All das begann vor genannten Rock. Ein etwas seltsam Syrische Sondereinheiten haben im
ein paar Jahren in einer Baptistenge- wirkender, kleiner, weisshaariger Mann Juni dieses Jahres chemische Waffen
meinde im Kristallpalast im Süden von trat aus einem Ladeneingang heraus. Er gegen die schwarzafrikanische Bevölke-
London. Wir waren schon am Ende drückte mir ein Traktat in die Hand und rung von Dafur eingesetzt. Die Aktion,
des Sonntagsgottesdienstes angelangt, fragte: ‹Entschuldigung, mein Herr, sind bei der Dutzende von Menschen umka-
da stand ein Mann in den hinteren Sie gerettet? Kommen Sie in den Him-
men, erfolgte in Absprache mit der suda-
Reihen auf, hob seine Hand und fragte: mel, wenn Sie heute Nacht sterben?›
«Entschuldigen Sie, Herr Pastor, darf – Ich war verblüfft über diese Worte, nesischen Regierung. Zu diesem Schluss
ich noch ein kurzes Zeugnis geben?» denn noch nie hatte mich jemand so et- kommen westliche Geheimdienste. Sie
Ich schaute auf meine Uhr und willigte was gefragt. Ich dankte ihm höflich, aber werden durch Berichte von Augenzeugen
einschränkend ein: «Ich gebe Ihnen drei während der langen Heimreise nach Lon- gestützt, die in verschiedenen arabischen
Minuten.» don war ich darüber ziemlich verwirrt. Medien veröffentlicht wurden.
Sogleich begann der Mann mit seiner Ich nahm daraufhin Kontakt mit einem
Geschichte: Freund auf, der Gott sei Dank Christ ist,
«Ich bin erst vor kurzem hierher gezo- und er führte mich zu Christus.» Die USA werfen China, Kuba, Birma,
gen. Vorher lebte ich in Sydney in Austra- Alle applaudierten und begrüssten Laos, Nordkorea und Vietnam Verletzun-
lien. Vor ein paar Monaten besuchte ich ihn herzlich in ihrer Gemeinschaft, gen der Religionsfreiheit vor.
dort einige Verwandte und spazierte auf denn die Baptisten mögen Zeugnisse
der George Street entlang. Sie erstreckt dieser Art.

MNR > November 2004 11


Die islamische Zeitung «Asharq al- Im Blickfeld
Awsat» (London) bemerkte nach dem
Geiseldrama in Beslan: «Die schmerzhaf-
Eine Woche darauf flog ich nach – Ich versuchte ihm zu erklären, dass
te Wahrheit: Alle Terroristen der Welt sind Adelaide im Süden Australiens. Zehn ich ein Ältester bei den Baptisten sei.
Muslime.» Tage später, es war gerade in der Mitte Er aber wollte mir gar nicht zuhören.
einer dreitägigen Vortragsreihe in einer Den ganzen Weg nach Hause von Sydney
der dortigen Baptistengemeinden, kam nach Perth kochte ich vor Zorn. Auf sein
«Bis zu 50 000 Kinder und Jugendli- eine Frau auf mich zu und ersuchte mich Mitgefühl hoffend, erzählte ich meinem
che in Deutschland haben ihre Elternhäu- wegen einiger Ratschläge. Ich fragte sie Pastor von dieser merkwürdigen Bege-
ser verlassen und ziehen ein Leben auf zunächst nach ihrer Stellung zu Christus. benheit. Doch dieser wollte mir nicht
der Strasse vor. Auch christliche Eltern Sie antwortete darauf wie folgt: zustimmen. Er hatte mich schon vor
sind davon betroffen.» So die Verhaltens- «Ich habe einmal in Sydney gewohnt Jahren damit beunruhigt, dass ich keine
forscherin Ute Bäsa, die ein Forschungs- und vor ein paar Monaten besuchte ich Beziehung zu Jesus haben könnte, und
dort einige Freunde. Auf der George er hatte Recht damit. So führte mich
projekt darüber betreute.
Street erledigte ich noch einige Einkäufe, mein Pastor vor drei Jahren zu Jesus.»
als ein seltsamer, kleiner, weisshaariger Ich flog wieder zurück nach London
«Der vierte Weltkrieg hat begonnen Mann aus einem Geschäftseingang auf und bald darauf sprach ich auf der Kes-
mich zukam und mir ein Traktat anbot wick-Versammlung im Lake-District.
(der dritte war der kalte Krieg zwischen
mit den Worten: ‹Entschuldigung, meine Dort berichtete ich von diesen drei
Ost und West). Wir stehen lebensmüden Dame, sind sie gerettet? Kommen Sie in sonderbaren Zeugnissen. Am Ende
Terroristen gegenüber, die uns mit nukle- den Himmel, wenn Sie heute Nacht ster- dieser Vortragsreihe kamen vier ältere
aren, chemischen oder biologischen Waf- ben?› – Ich war durch diese Worte beun- Pastoren nach vorn und erzählten, dass
fen in unserer Heimat treffen können, ruhigt. Wieder zu Hause in Adelaide, wo auch sie, inzwischen 25 bis 30 Jahre
ohne dass wir geeignete Gegenmittel hät- ich von einer Baptistengemeinde ganz zurückliegend, durch dieselbe Frage bei
ten. Deshalb ist der islamische Terroris- in meiner Nähe wusste, suchte ich den gleichzeitiger Übergabe einer kleinen
dortigen Pastor auf. Nach dem Gespräch Schrift auf der George Street gerettet
mus die grösste Gefahr.» Der amerikani-
führte er mich zu Christus. So kann ich wurden.
sche Publizist Norman Podhoretz. Ihnen sagen, dass ich jetzt Christ bin.» In der folgenden Woche flog ich zu
Ich war jetzt doch sehr erstaunt. Zwei- einer ähnlichen Versammlung wie jener
mal innerhalb von nur zwei Wochen und in Keswick und sprach vor Missionaren
In Deutschland nimmt sich alle 47
in so weit voneinander entfernten Orten in der Karibik. Auch dort erzählte ich
Minuten ein Mensch das Leben. Der An- hatte ich dasselbe Zeugnis gehört. Dann dieselben Zeugnisse. Am Ende meines
teil älterer Menschen an den Suiziden hat flog ich zu einem weiteren Dienst in der Vortrags kamen drei Missionare nach
sich unverhältnismässig stark erhöht. Mount Pleasant Church nach Perth im vorn und erklärten, dass auch sie 15 bis
Westen von Australien. Als meine Vor- 25 Jahre zuvor durch das Zeugnis und
träge dort beendet waren, lud mich der genau diese Frage eben jenes kleinen
Bundesverteidigungsminister Peter Gemeindeälteste zum Essen ein. Dabei Mannes auf der George Street in Sydney
Struck (SPD) schafft für eine halbe Milli- erkundigte ich mich, wie er denn Christ gerettet wurden.
on Euro neue Gebets- und Gesangbücher geworden sei. Er erklärte mir: Meine nächste Vortragsreise führte
für die Bundeswehr an. «Mit 15 Jahren kam ich in diese mich nach Atlanta, Georgia (USA).
Gemeinde, ohne Dort hatte ich auf
jedoch eine wirk- einer Versammlung
Saudi-Arabien ist erstmals in die Lis- liche Beziehung «Entschuldigung, mein von Schiffskaplanen
te der «besonders Besorgnis erregenden zu Jesus zu haben.
Ich machte einfach
Herr, sind sie gerettet? zu reden. Drei Tage
lang referierte ich
Staaten» aufgenommen worden. Religi-
onsfreiheit existiert in dem islamischen alles nur so mit, wie Kommen Sie in den hier zu über 1 000
Königreich überhaupt nicht.
alle anderen auch.
Aufgrund meiner
Himmel, wenn Sie heute Schiffskaplanen.
Danach lud mich
geschäftlichen Fä- Nacht sterben?» der Hauptkaplan zu
Ugandas Informationsminister Nsa- higkeiten und Erfol- einem Essen ein.
ge wuchs auch mein Bei der Gelegenheit
ba Buturo betonte bei einem Besuch in
Einfluss in der Gemeinde. Vor drei Jahren fragte ich ihn, wie er einmal Christ ge-
der Schweiz die Dreifachstrategie (ABC) war ich dann auf einer Geschäftsreise worden sei.
zur Aids-Bekämpfung seines Staates. A in Sydney. Ein widerlich und geradezu «Es war wie ein Wunder. Ich war Mat-
wie Enthaltsamkeit (abstinence); B wie boshaft aussehender kleiner Mann trat rose auf einem Kriegsschiff und führte
Treue (be faithful) und C als lediglich drit- aus einem Ladeneingang heraus und hielt ein verwerfliches Leben. Wir führten
te und unsichere Möglichkeit wie Condo- mir eine religiöse Schrift hin – billiger Flottenübungen im Südpazifik durch und
me. Die Aids-Infektionsrate wurde von 30 Ramsch – und konfrontierte mich mit erneuerten im Hafen von Sydney unsere
der Frage: ‹Entschuldigung, mein Herr, Vorräte. Wir liessen uns total gehen. Ich
auf unter 5,5 Prozent gesenkt. sind sie gerettet? Kommen Sie in den war völlig betrunken, stieg in einen fal-
Himmel, wenn Sie heute Nacht sterben?› schen Bus ein und in der George Street

12 MNR > November 2004


wieder aus. Beim Aussteigen dachte ich, in den Himmel, wenn Sie heute Nacht «Ich war Matrose auf einem austra-
ein Gespenst zu sehen, als da ein Mann sterben?› – Ich bedankte mich sehr, aber lischen Kriegsschiff. Ich führte ein ver-
vor mir auftauchte, mir ein Traktat in diese Sache liess mir keine Ruhe. Zurück werfliches Leben. In einer Krise kam
die Hand drückte und sagte: ‹Seemann, in meiner Heimatstadt, suchte ich un- es zum Zusammenbruch. Einer meiner
bist du gerettet? Kommst du in den Him- seren Hindupriester auf. Er konnte mir Kollegen, dem ich übel mitgespielt hat-
mel, wenn du heute Nacht stirbst?› – Die nicht helfen, aber er gab mir den Rat, te, liess mich nicht allein und half mir
Furcht vor Gott ergriff mich unmittelbar. zu einem Missionar im Missionshaus am wieder auf. Er führte mich zu Jesus, und
Ich war sofort nüchtern, rannte zurück Ende der Strasse zu gehen, um meine mein Leben änderte sich von heute auf
zum Schiff und suchte den Kaplan auf. Neugier zu befriedigen. Das war ein morgen vollständig. Ich war Gott so
Er führte mich zu Christus. Bald begann guter Rat, denn an diesem Tag führte dankbar, dass ich Ihm versprach, jeden
ich mich unter seiner Anleitung für den mich der Missionar zu Christus. Ich gab Tag mindestens zehn Menschen ein
Dienst vorzubereiten. Nun habe ich die den Hinduismus sofort auf und begann, einfaches Zeugnis von Jesus zu geben.
Verantwortung über 1 000 Schiffsgeist- mich für den Missionsdienst vorzube- Als Gott mir wieder Kraft gab, fing ich
liche, die heute Seelen zu gewinnen reiten. Ich verliess den diplomatischen damit an. Manchmal war ich krank und
suchen.» Dienst und bin nun heute durch Gottes konnte den Dienst nicht tun, doch holte
KEYSTONE ich all meinen Rückstand auf, wenn es
mir wieder gut ging. Nach meiner Pen-
sionierung war dann mein Stammplatz
auf der George Street, wo ich jeden Tag
Hunderten Menschen begegnete. Ich er-
fuhr dort zwar eine Menge Ablehnung,
aber es gab auch viele Leute, die meine
Traktate höflich annahmen. In den vier-
zig Jahren seitdem ich dies tue, habe ich
bis zum heutigen Tag noch von keinem
einzigen Menschen gehört, der dadurch
zu Jesus gekommen wäre.»
Wir sehen hier, was wirkliche Hin-
gabe ist: 40 Jahre Dankbarkeit und
Liebe für Jesus zu zeigen, ohne je von
irgendeinem Erfolg zu hören. Dieser
einfache, kleine Mann ohne besondere
Gaben hat sein Zeugnis an etwa 150 000
40 Jahre lang verteilte der Missionar Mr. Genor an der George Street in Sydney Traktate Menschen gegeben. Ich denke, was Gott
dem Pastor aus London gezeigt hat, war
Sechs Monate später flog ich zu einer Gnade in der Verantwortung über all nur die Spitze von der Spitze von der
Konferenz, zu der sich 5 000 indische diese Missionare, die zusammen schon Spitze des «Eisbergs».
Missionare in einem abgelegenen Teil 100 000 Menschen zu Christus geführt Allein Gott weiss, wie viele Menschen
im Nordosten Indiens eingefunden haben.» sonst noch für Christus gewonnen wur-
hatten. Am Ende lud mich der Missions- Acht Monate später predigte ich in den. Mr. Genor, der eine riesige Arbeit
leiter zu einem einfachen Essen in sein Sydney. Ich erkundigte mich bei dem auf den Missionsfeldern geleistet hatte,
kleines, bescheidenes Haus ein. Auch dortigen Baptistenpastor, ob er wohl ist zwei Wochen nach diesem Besuch
ihn fragte ich, wie er denn als Hindu zu einen kleinen, älteren, weisshaarigen gestorben. Können Sie sich den Lohn
Christus gekommen sei. Mann kenne, der Traktate auf der vorstellen, den er im Himmel emp-
«Ich wuchs in einer sehr privilegier- George Street verteilt. Er bestätigte fangen wird? Ich bezweifle, dass sein
ten Position auf. Im Auftrag der diplo- mir: «Ja, ich kenne ihn, sein Name ist Gesicht jemals in einer christlichen
matischen Vertretung Indiens bereiste Mr. Genor, aber ich glaube nicht, dass er Zeitschrift erschienen wäre. Ich be-
ich die Welt. Ich bin sehr froh über die immer noch diesen Dienst tut, denn er zweifle auch, dass jemals sein Foto mit
Vergebung und dass meinen Sünden ist schon ziemlich alt und gebrechlich.» Text in Billy Grahams «Entscheidung»
durch das Blut Christi abgewaschen Zwei Tage später machten wir uns auf aufgetaucht wäre. Niemand ausser einer
wurden. Ich müsste mich sehr schä- den Weg zu seiner kleinen Wohnung. kleinen Gruppe von Baptisten in Sydney
men, wenn man herausfinden würde, Wir klopften an die Tür, und ein winzi- kannte Mr.Genor, aber ich sage Ihnen,
was ich so alles getrieben habe. Eine ger, gebrechlicher, alter Mann begrüsste im Himmel ist sein Name berühmt.
Zeitlang führte mich der diplomatische uns. Er bat uns, Platz zu nehmen und Der Himmel kennt Mr. Genor und Sie
Dienst nach Sydney. Ich erledigte noch bereitete uns einen Tee zu. Er war schon können sich das Willkommen und den
ein paar Einkäufe und war beladen mit so gebrechlich und die Hände zitterten roten Teppich und die Fanfaren für sei-
Spielzeug und Kleidung für meine Kin- ihm derartig, dass er ständig Tee in die nen Empfang vorstellen, als er heimging
der. Ich ging gerade die George Street hi- Untertasse verschüttete. Ich erzählte in die Herrlichkeit. 
nunter, als ein höflicher, weisshaariger, ihm von all den Zeugnissen der vergan-
kleiner Mann vor mich hintrat, mir ein genen drei Jahre. Dem kleinen Mann
Traktat anbot und mir eine persönliche rollten die Tränen über die Wangen. Quelle: www.worldmissions.com
Frage stellte: ‹Entschuldigung, mein Dann begann er mit seiner eigenen Übersetzung: Daniel Peukert
Herr, sind sie gerettet? Kommen Sie Geschichte: Redaktionelle Bearbeitung: Werner Gitt

MNR > November 2004 13


Der Siegespreis

Das grosse Ziel


verpasst oder
doch noch
erreichbar?
Viele Christen begnügen sich mit
der Bekehrung und Wiedergeburt.
Dass es aber für wiedergeborene
Menschen noch viel mehr gibt,
als «nur» gerettet zu sein, führt
uns der Autor in diesem Beitrag
ganz plastisch vor Augen.

Hermann Schmälzle

I
n einem Sportbericht stand von ei-
nem Olympioniken zu lesen: «Es
wäre mir ein Gräuel, wenn ich bei
Olympia nur dabei gewesen wäre.
Ich wollte unbedingt die Goldme-
daille.» Darauf kann ich nur erwidern:
Ich möchte nicht nur dabei sein, ich
möchte nicht nur die «Goldmedaille»
erhalten. Warum? Weil es im Glaubens-
leben eines Kindes Gottes mehr als eine
Goldmedaille zu gewinnen gibt, nämlich
beim Preisgericht Christi einmal den
«unvergänglichen Siegeskranz» (1.Kor
9,25) bzw. den «vollen Lohn» zu emp-
fangen (vgl. 2.Joh 8)! Dieses höchste Ziel
hatte auch der Apostel Paulus vor Augen,
als er schrieb: «Aber was mir Gewinn
war, das habe ich um Christi willen für
Schaden erachtet. Ja, ich erachte es
noch alles für Schaden gegenüber der
überschwänglichen Erkenntnis Christi
Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist

14 MNR > November 2004


mir das alles ein Schaden gewor- durfte er bei Jesus abladen, der am
den, und ich erachte es für Dreck, Kreuz von Golgatha auch für ihn den
damit ich Christus gewinne und vollen Preis bezahlt hatte. Diesen Jesus,
in ihm gefunden werde, dass ich den Sohn des lebendigen Gottes, wollte
nicht habe meine Gerechtigkeit, die Paulus nun um jeden Preis immer besser
aus dem Gesetz kommt, sondern kennen lernen. Das wurde sein ganzes
die durch den Glauben an Christus Denken, ja sein ganzer Lebensinhalt.
kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die Immer mächtiger wurde ihm die
von Gott dem Glauben zugerechnet alles «überragende Erkenntnis
wird. Ihn möchte ich erkennen und die Jesu Christi», dieses Sohnes
Kraft seiner Auferstehung und die Ge- Gottes, der die unauslotbaren
meinschaft seiner Leiden und so seinem Sternenwelten und unseren
Tode gleichgestaltet werden, damit Planeten Erde mit allem darin,
ich gelange zur Auferstehung darauf und darum geschaffen
von den Toten. Nicht, dass hat (Hebr 1,2), der um unseret-
ich’s schon ergriffen habe willen Mensch geworden ist und am
oder schon vollkommen Kreuzesstamm
sei; ich jage ihm aber stellvertretend für
nach, ob ich’s wohl er- «Es wäre mir ein Gräuel, unsere Sünden
greifen könnte, weil ich
von Christus Jesus ergrif-
wenn ich bei der Olympi- blutend starb, aus
dem Tod auferstand
fen bin. Meine Brüder, ich ade nur dabei gewesen und sich zur Rech-
schätze mich selbst noch nicht
so ein, dass ich’s ergriffen habe.
wäre. Ich wollte unbe- ten der Majestät in
der Höhe gesetzt
Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dingt die Goldmaille» hat (V 3). Diesen
dahinten ist, und strecke mich aus nach Erniedrigten,
dem, was da vorne ist, und jage nach Ohnmächtigen,
dem vorgesteckten Ziel, dem Sieges- am achten Tag beschnitten bin, aus Gekreuzigten, zur Sünde gemachten
preis der himmlischen Berufung Gottes dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, Heiland (2.Kor 5,21), der sich in die
in Christus Jesus» (Phil 3,7-14). ein Hebräer von Hebräer, nach dem Hände Seiner eigenen Kreaturen bege-
In Kreisen wiedergeborener Christen Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ben hatte, wollte Paulus immer besser
wird oft von der Entrückung und von ein Verfolger der Gemeinde, nach der und tiefer erkennen.
unserem Sein in der ewigen Herrlich- Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert,
keit im Himmel gesprochen. Auch untadelig gewesen» (Phil 3,5-6). Doch Freiwillig von der höchsten Höhe in
Paulus erwähnte diese Wahrheit in diese äusseren Vorzüge waren für ihn
seinen Briefen. Aber was meinte er im Vergleich mit dem Heil in Christus
die tiefste Tiefe
mit diesem: «Nicht, dass ich’s schon ein Schaden, ja Dreck: «Ja, ich erachte Von dem, wie wir als Christen gesinnt
ergriffen habe oder schon vollkommen es noch alles für Schaden gegenüber der sein sollten, spricht Paulus im zweiten
(oder: vollendet, schon am Ziel) sei; ich überschwänglichen Erkenntnis Christi Kapitel des Briefes an die Philipper in
jage ihm aber nach, ob ich’s wohl er- Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist ganz eindringlicher Weise. «Solche
greifen könnte …»? Wie ein Wettläufer mir das alles ein Schaden geworden, und Gesinnung wohne in euch allen, wie
stürmte Paulus voran, damit er dieses ich erachte es für Dreck, damit ich Chris- sie auch in Christus Jesus vorhanden
Ziel erreichen könnte. Das drückt er tus gewinne und in ihm gefunden werde, war; denn obgleich er Gottes Gestalt
so aus: «Ich vergesse, was dahinten ist, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, besass, sah er doch das Gleichsein mit
und strecke mich aus nach dem, was die aus dem Gesetz kommt, sondern die Gott nicht als einen gewaltsam festzu-
da vorne ist, und jage nach dem vorge- durch den Glauben an Christus kommt, haltenden Raub an; nein, er entäusserte
steckten Ziel …» nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott sich selbst (seiner Herrlichkeit), indem
dem Glauben zugerechnet wird.» er Knechtsgestalt an-
Was ist mit dem «vorgesteckten Als Saulus (später: Paulus) auf seinem
Weg nach Damaskus von einem Licht
Ziel» gemeint? aus dem Himmel umstrahlt wurde und
Die meisten gläubigen Menschen die Stimme des Herrn Jesus hörte:
haben das Ziel, einmal in den Himmel «Saul, Saul, was verfolgst du mich?»
zu kommen und für immer bei Jesus (Apg 9,4), wurde sein ganzes Leben
zu sein. Das genügt ihnen. Aber davon umgekrempelt. Von einem Verfol-
redet Paulus in der eingangs zitierten ger der Gemeinde wurde er zu
Bibelstelle gar nicht. Er spricht vielmehr einem Jünger Jesu. All sein
vom «vorgesteckten Ziel», dem beson- Versagen, alle seine Sün-
deren «Siegespreis der himmlischen den («… der ich früher
Berufung Gottes in Christus Jesus», das ein Lästerer und ein
er noch nicht erreicht hat. Verfolger und ein
Paulus hatte sehr grosse Vorzüge Frevler war …»,
aufzuweisen. Er schreibt: «… der ich 1.Tim 1,13)

MNR > November 2004 15


erfasst. Aber obwohl er im wahrsten
Der Siegespreis Sinne des Wortes viele Leidens- und
Sterbenswege gegangen war, wusste er
im tiefsten Inneren, dass er die Gleich-
nahm, ganz in menschliches Wesen glaubte felsenfest daran, war aber noch gestaltung mit dem Tode Jesu noch nicht
einging und in seiner leiblichen Be- in keiner Weise zufrieden. Vielmehr erreicht hatte. Wie müde und matt sind
schaffenheit als ein Mensch erfunden wollte er diesen Jesus noch viel besser doch viele von uns auf dem Weg der
wurde; er erniedrigte sich selbst und erkennen, als er Ihn bis dahin erkannt wahren Heiligung, in der fortwährenden
wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum hatte: «Ihn möchte ich erkennen und Zunahme des Sterbensweges geworden.
Tode am Kreuz» (Phil 2,5-8).
An diesen Jesus glaubte Paulus von
ganzem Herzen und er wollte Ihm um
jeden Preis treu nachfolgen: «Aus die-
sem Grund leide ich dies alles; aber ich
schäme mich dessen nicht; denn ich
weiss, an wen ich glaube …» (2.Tim
1,12). Weil der Herr Jesus in unzählba-
ren Schmerzen am Kreuz stellvertretend
für Paulus und uns litt, war er sich der
Liebe Jesu und des Heils in Ihm absolut
gewiss und triumphierte: «Wer will uns
scheiden von der Liebe Christi? … ich
bin gewiss, dass weder Tod noch Le-
ben, weder Engel noch Mächte noch
Gewalten, weder Gegenwärtiges noch
Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes
noch eine andere Kreatur uns schei-
den kann von der Liebe Gottes, die in
Christus Jesus ist, unserm Herrn» (Röm Die meisten gläubigen Menschen haben das Ziel, einmal in den Himmel zu kommen. Das genügt ihnen
8,35.38-39).
Als ehemaliger Pharisäer kannte Pau- die Kraft seiner Auferstehung und die Dass der Herr Jesus als Sohn Gottes die
lus das Alte Testament und es war ihm ab- Gemeinschaft seiner Leiden und so sei- Herrlichkeit verliess, um Mensch zu
solut bewusst, dass es keinen Menschen nem Tode gleichgestaltet werden, damit werden und die Gestalt eines Knechtes
gibt, der nicht sündigt (1.Kön 8,46). Da- ich gelange zur Auferstehung von den anzunehmen, wissen wir zwar. Aber es
rum schrieb er an die Christen in Rom: Toten» (Phil 3,10-11). Dieses Ziel kann scheint viele von uns überhaupt nicht
«Denn es ist hier kein Unterschied: sie man so schnell verpassen! gross zu berühren, was Ihn das alles
sind allesamt Sünder und ermangeln des gekostet hat. Er hat das Gottsein in
Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, Welches hohe Ziel gilt es zu tiefster Erniedrigung ausgezogen, ist
und werden ohne Verdienst gerecht aus Mensch geworden und verhielt sich wie
seiner Gnade durch die Erlösung, die
erreichen? ein dienender Sklave. Er hatte keinen
durch Christus Jesus geschehen ist. Den Paulus hat es so ausgedrückt: «… sei- Stolz, keinen Titel, keinen Namen mehr
hat Gott für den Glauben hingestellt als nem Tode gleichgestaltet (zu) wer- und nie eigene Ehre gesucht.
Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner den …» Es ist hier nicht die Rede von Es gibt nur sehr wenige Gläubige, de-
Gerechtigkeit, indem er die Sünden ver- Bekehrung und Wiedergeburt, sondern nen eigene Titel und Namen nichts be-
gibt, die früher begangen wurden in der von wahrer Heiligung. Damit ist das lei- deuten. Solch einen Mann lernte ich an
Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit denschaftliche Verlangen gemeint, den einer Missionskonferenz kennen. Nach
seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er Sterbensweg mit Jesus stündlich und einer seiner sehr gesegneten Reden trat
selbst gerecht ist und gerecht macht den, täglich zu gehen. Er, der Sohn Gottes, ich auf ihn zu und fragte ihn: «Ich kenne
der da ist aus dem Glauben an Jesus» ging von der höchsten Höhe in die Ge- Sie leider nicht: Wer sind Sie denn?» Er
(Röm 3,22-27). Und Paulus fährt fort: stalt eines Menschen, eines Knechtes sagte: «Ich bin ein Missionar.» Später
«Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist hinab, in die Leidensgestalt des Mannes habe ich erfahren, dass dieser Mann sehr
ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? von Golgatha. bekannt ist. In seinen Vorträgen aber hat
Durch das Gesetz der Werke? Nein, son- Jeder Mensch ist entweder voller er mit keinem Wort erwähnt, dass er
dern durch das Gesetz des Glaubens. So Stolz und Selbstherrlichkeit oder voller Missionsdirektor ist. Er wollte lediglich
halten wir nun dafür, dass der Mensch Minderwertigkeitsgefühle, weil er im ein schlichter Missionar sein.
gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, Grunde genommen mehr sein will, Der Herr Jesus musste den überheb-
allein durch den Glauben» (V 27-28). als er ist. Aber bei beiden ist das Ich lichen Pharisäern und Schriftgelehrten
Wenn Sie heute sterben sollten, dann allermeist riesengross. Der Stolz und einst sagen: «Ich nehme nicht Ehre von
ist es für die anschliessende Ewigkeit die eigene Ehre stehen vielen von uns Menschen; aber ich kenne euch, dass
allein wichtig, ob Sie an das von Jesus im Weg, «seinem Tode gleichgestaltet ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. …
Christus auch für Sie am Kreuz von (zu) werden». Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre
Golgatha stellvertretend vollbrach- Paulus hat die überschwängliche voneinander annehmt, und die Ehre,
te Werk glauben oder nicht. Paulus Erkenntnis Christi Jesu, seines Herrn, die von dem alleinigen Gott ist, sucht

16 MNR > November 2004


ihr nicht?» (Joh 5,41.44). Warum stehen aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten» gehasst hat» (Joh 15,18). Hat man uns
viele Kinder Gottes noch nicht völlig in (Spr 13,24). Selbstredend soll eine solche schon jemals gehasst, weil wir Christus
Seiner Liebe? Weil sie noch immer in Züchtigung massvoll geschehen, nicht im angehören? Der Herr will uns mit dem
ihrem eigenen Ich daheim sind und Affekt, nicht aus blinder Wut heraus. Wort aus Matthäus 5,11-12 tief treffen:
sich damit brüsten, was sie doch alles Der Herr Jesus lernte an dem, was «Glückselig seid ihr, wenn sie euch
schon getan haben in ihrem Beruf, im er litt, den Gehorsam (Hebr 5,8), und schmähen und verfolgen und lügnerisch
Geschäft, und welche Titel ihnen schon Er «wurde gehorsam bis zum Tode, ja jegliches böse Wort gegen euch reden um
verliehen wurden. Sie alle wollen hoch zum Tode am Kreuz» (Phil 2,8). Er war meinetwillen! Freut euch und frohlockt,
hinaus, ganz anders, als der Herr Jesus, beständig am Verzichten, und da hatte denn euer Lohn ist gross im Himmel;
von dem es heisst: «… er erniedrigte Paulus noch einiges zu lernen. denn ebenso haben sie die Propheten
sich selbst …» Seinen Jüngern, die sich verfolgt, die vor euch gewesen sind.»
fragten, wer wohl der Grösste unter ih- Immer mehr dem Lamme Gottes Wie war der Herr Jesus? «… sanft-
nen sei, sagte Er: «Die Könige herrschen mütig und von Herzen demütig …» (Mt
über ihre Völker, und ihre Machthaber
ähnlich 11,29). Paulus schreibt in seinen Briefen
lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber Auch an der völligen Umsetzung der oft von der Demut, aber an diesem «von
nicht so! Sondern der Grösste unter folgenden Worte des Herrn Jesus in den Herzen demütig» sein, wie es Jesus war,
euch soll sein wie der Jüngste, und der Evangelien, die Paulus sehr gut kannte, hatte selbst der Apostel mit der Hilfe des
Vornehmste wie ein Diener. Denn wer war er immer noch am Üben: Herrn noch zu arbeiten.
ist grösser: der zu Tisch sitzt oder der «Der Jünger steht nicht über dem
dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt? Meister und der Knecht nicht über Das grösste Geheimnis der ganzen
Ich aber bin unter euch wie ein Diener» seinem Herrn» (Mt 10,24).
(Lk 22,25-27). Mit diesem Dienen hatte «Es ist für den Jünger genug, dass er
Bibel
Paulus wohl angefangen, aber er merk- ist wie sein Meister und der Knecht wie Paulus wollte, wie erwähnt, den
te, dass er darin noch nicht völlig war: sein Herr. Haben sie den Hausherrn Herrn Jesus immer besser kennen ler-
«Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe
oder schon vollkommen sei, ich jage
ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen
könnte …»

Verzicht und Gehorsam, damit der


Wille Gottes geschieht
Wie wenig kennen wir es, freiwillig Paulus wollte mehr als
auf etwas zu verzichten. Nicht so der
Herr Jesus. Er musste einem, der Ihm
einen «vergänglichen
nachfolgen wollte, sagen: «Die Füchse Siegeskranz»: Er setzte
haben Gruben, und die Vögel des Him-
mels haben Nester; aber der Sohn des
alles daran, um einmal
Menschen hat nichts, wo er sein Haupt die unvergängliche
hinlegen kann» (Lk 9,58). Im Verzichten
um Jesu willen liegt das Geheimnis.
himmlische Siegeskrone
Der erwähnte Missionsdirektor sag- zu erlangen
te in seinem Vortrag: «Wenn früher ein
Missionar eingestellt wurde, dann hat er
sich verpflichtet, viele Jahre draussen zu Beelzebul genannt, wie viel mehr wer- nen, aber es lag ihm auch sehr daran,
bleiben – ohne Heimaturlaub. Wir sind den sie seine Hausgenossen so nennen!» «die Kraft seiner Auferstehung» zu
alle durchgekommen. Doch jetzt werden (V 25). erkennen.
Forderungen gestellt, die in etwa so lau- Beelzebul wurde der oberste der Wenn wir uns im Leiden befinden,
ten: ‹Ich will zuerst eine Probezeit und Dämonen genannt; es war ein anderer verspottet werden, wenn man uns
schauen, ob mir das gefällt. Wenn nicht, Name für den Teufel. Das hatte Paulus hasst; wenn Gott uns alles genommen
bin ich wieder frei und kann gehen, wo- vielleicht noch nicht erlebt, dass man ihn hat, wenn wir nur noch wie ein Hau-
hin ich will.›» Wo ist heute der Verzicht? «Teufel» nannte. Wie steht es da bei uns? fen Scherben daliegen und wir diesen
Dieser Mann hat auch erwähnt, dass in Müssen wir alles haben oder können wir Sterbensweg einmal gehen wollen, dann
Europa, wo es den Leuten allgemein um des Reiches Gottes willen auch ver- ist es gut, wenn wir «die Kraft seiner
gut geht, die wenigsten Menschen zum zichten? Und: Wurden wir schon jemals Auferstehung» haben. Durch diese
Glauben kommen, und dass von Euro- «Teufel» genannt? Dem Herrn Jesus, der gleiche Kraft hat Gott Seinen Sohn aus
pa aus die wenigsten Gläubigen in die eben durch Dämonenaustreibung einem dem Tode auferweckt, und diese Kraft
Weltmission gehen. Stummen die Stimme wieder gegeben hilft uns, Stolz und Ehre aufzugeben
Wie steht es mit dem Gehorsam? hatte, warfen die Pharisäer vor: «Durch und nicht um uns zu schlagen, wenn
Heute ist es nicht mehr «in», ein unge- den Obersten der Dämonen treibt er die wir abgelehnt, erniedrigt, ja um Jesu
horsames Kind zu strafen, obwohl die Dämonen aus!» (Mt 9,34). Zu Seinen Jün- willen gehasst werden. Der Herr Jesus
Bibel zu Recht sagt: «Wer seine Rute gern sagte der Herr: «Wenn euch die Welt hat gesagt: «Wer mir nachfolgen will, der
schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn hasst, so wisst, dass sie mich vor euch verleugne sich selbst und nehme sein

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werde an unserm sterblichen Fleisch»
Der Siegespreis (2.Kor 4,11). Wie ein Wettkämpfer in
der Arena hatte Paulus dieses Ziel stets
vor Augen: «Nicht, dass ich’s schon
Kreuz auf sich täglich und folge mir noch nicht so in das Bild des Lammes ergriffen habe oder schon vollkommen
nach» (Lk 9,23). Und: «So kann auch Gottes umgewandelt war, wie es sein sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s
keiner von euch mein Jünger sein, der sollte. Denn obgleich Jesus auf die wohl ergreifen könnte …» (Phil 3,12).
nicht allem entsagt, was er hat» (Lk schlimmste Weise verspottet, misshan- Er wollte mehr als die «Goldmedaille»,
14,33). Wir können nur in der «Kraft delt und gequält worden war, lesen wir einen «vergänglichen Siegeskranz»: Er
Seiner Auferstehung», das heisst in der über Ihn: «Er hat keine Sünde getan, es setzte alles daran, um einmal die un-
Kraft des Heiligen Geistes, allem entsa- ist auch kein Betrug in seinem Munde vergängliche himmlische Siegeskrone zu
gen, was wir haben. erfunden worden; er schalt nicht, da erlangen, was bedeutete, dass er dem
Der Herr Jesus hat nie an Seinem er gescholten ward, er drohte nicht, Tode Jesu gleichgestaltet würde. Paulus
Recht festgehalten. Darum lag es Paulus da er litt, sondern übergab es dem, wusste: Gottes höchstes Ziel darf und
sehr daran, Ihn noch besser «zu erken- der gerecht richtet» (1.Petr 2,22-23). will ich nicht verpassen!
nen und die Kraft seiner Auferstehung Den Korinthern schrieb Paulus: «… ich
und die Gemeinschaft seiner Leiden denke, Gott hat uns Apostel als die Al- Der erste Märtyrer war wie sein
und so seinem Tode gleichgestaltet lergeringsten hingestellt, wie zum Tode
(zu) werden.» O wie tief muss Gott uns Verurteilte. Denn wir sind ein Schauspiel
Meister
manchmal in den Glutofen stecken, geworden der Welt und den Menschen. Stephanus bedeutet «Kranz, Krone».
damit die Schlacken unseres eigenen Wir sind Narren um Christi Er war einer der Diakone der ersten
Wesens gleichsam verbrennen willen …» (1.Kor 4,9-10). Gemeinde und ein junger, begnadeter,
bzw. ausgeschieden werden. Doch noch immer feuriger Evangelist, voll Heiligen Geis-
In einem Vers heisst es: «So war das Bild tes. Nachdem er der jüdischen Obrigkeit
folge ich mit Freuden, dem Jesu in Paulus in allem Ernst die Meinung gesagt hatte
Weg dem Lamme nach.» Wir nicht fer- (Apg 7,1-53), schleppten sie ihn hinaus
singen manchmal so schnell, dass tig. und steinigten ihn (V 54-57). Wie wir
wir den Weg dem Lamme nach Im seinen letzten Worten entnehmen,
gehen. Ja, gesungen haben wir zweiten hat er das von Paulus angestrebte Ziel
es wohl, aber sind wir den Brief an die Ko- gewiss erreicht, denn wir lesen vom
Weg dem Lamme nach rinther schreibt sterbenden Stephanus: «Er fiel auf die
wirklich gegangen? Es Paulus: «Wir haben Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen
gilt auch für uns, den aber diesen Schatz diese Sünde nicht an! Und als er das
Herrn Jesus immer in irdenen Gefäs- gesagt hatte, verschied er» (Apg 7,60).
besser zu erkennen sen, damit die Der Herr Jesus hatte im Leben des Ste-
und die Kraft Seiner überschwängli- phanus Gestalt annehmen können, denn
Auferstehung und die che Kraft von Er selbst hat den himmlischen Vater
Gemeinschaft Seiner Gott sei und wegen Seiner Peiniger um Vergebung
Leiden. nicht von uns. gebeten: «Vater, vergib ihnen; denn sie
Wie sehen denn die Wir sind von wissen nicht, was sie tun!» (Lk 23,34).
Leiden Jesu aus? Er hat allen Seiten Mit einem verklärten, verwandelten
«Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde
von den Menschen, die Er fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es bedrängt, aber Christussinn ging Stephanus hinüber
selbst erschaffen hat, Spott aber erstirbt, bringt es viel Frucht» wir ängstigen in die ewige Herrlichkeit. Er war wie
und Hohn erduldet. Er uns nicht. Uns Paulus diesem vorgesteckten Ziel nach-
wurde angespeit, geschlagen, mit ist bange, aber wir verzagen gejagt und hatte den unvergänglichen
einer Dornenkrone gekrönt, gegeisselt nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir «Siegespreis der himmlischen Berufung
und letztlich ans Kreuz geschlagen. Dort werden nicht verlassen. Wir werden Gottes in Christus Jesus» erreicht.
erlitt Er unsägliche Schmerzen des Lei- unterdrückt, aber wir kommen nicht Stephanus war, wie Elia, ein Mensch
bes, der Seele und des Geistes. Er wurde um. Wir tragen allezeit das Sterben wie wir (vgl. Jak 5,17). Darum dürfen
durch den Pöbel und die Pharisäer und Jesu an unserm Leibe, damit auch das wir voller Zuversicht sagen:
Schriftgelehrten derart provoziert, dass Leben Jesu an unserm Leibe offenbar
ihm schliesslich das Herz brach. Er kam werde» (2.Kor 4,7-10). Diese «Gemein- Das höchste Ziel ist auch für uns
sich wie ein Wurm vor, dem man den schaft seiner Leiden und so seinem Tode
Garaus macht: «Ich aber bin ein Wurm gleichgestaltet werden» ist das grösste
noch erreichbar
und kein Mensch, ein Spott der Leute Geheimnis der ganzen Bibel. Erst durch Aber es ist nur für diejenigen Gläu-
und verachtet vom Volke. Alle, die mich das Sterben Jesu erwuchs viel Frucht: bigen zu erlangen, die nicht auf ihren
sehen, verspotten mich …» (Ps 22,7-8; «Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde echten oder vermeintlich gesegneten
Mt 27,39-44). fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn Erfahrungen ausruhen und sich mit dem
Obwohl Paulus um Jesu willen Schlä- es aber erstirbt, bringt es viel Frucht» Erreichten zufrieden geben, sondern die
ge, Steinigung, Schiffbruch, Gefängnis (Joh 12,24). Paulus fährt weiter: «Denn diesem «vorgesteckten Ziel» nachjagen
und vieles mehr erlitt und sogar bereit wir, die wir leben, werden immerdar wie Paulus und Stephanus. Der Herr Je-
war, für Seinen Namen zu sterben (Apg in den Tod gegeben um Jesu willen, sus hat alles getan, um sich die Brautge-
21,13), merkte er schmerzlich, dass er damit auch das Leben Jesu offenbar meinde zu erwerben: «Darum hat auch

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Jesus, damit er das Volk heilige durch und zu feinem Mehl gemacht werden borene Christen sind, die das höchste
sein eigenes Blut, gelitten draussen vor müssen, so wird auch unser Leben erst Ziel des Glaubens erreichen wollen, er-
dem Tor» (Hebr 13,12). Und wir wieder- im Zerbrechen und bitten wir von Gott
geborenen Christen sind dazu da, Seinen in den Scherben ein leidenschaft-
Fussspuren zu folgen: «Denn dazu seid des eigenen Ichs Das höchste Ziel nicht liches Verlangen
ihr berufen, da auch Christus gelitten
hat für euch und euch ein Vorbild hinter-
seinen Wohlgeruch
und seine beleben-
zu verpassen bedeutet, des Herzens,
den Herrn Jesus,
lassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen de Macht, allen nicht unter Leistungs- diesen leidenden
Fussstapfen» (1.Petr 2,21).
Was für Werkzeuge der himmlische
Widerständen zum
Trotz, hervorströ-
druck zu stehen, son- Siegeshelden von
Golgatha, der das
Vater auch immer gebrauchen mag men lassen. Was dern auf der felsenfesten Heil vollbracht hat
(Krankheiten, Schmerzen, unsympathi-
sche Leute, die über uns zu bestimmen
nicht aus Gott ist,
soll verderben.
Grundlage der vollbrach- und uns beschen-
ken kann und will,
haben usw.), um immer mehr das Bild Je rascher, desto ten Heilstatsache von immer besser zu
Seines Sohnes in uns zu prägen – wir
sollten Ihm dafür dankbar sein. Sind wir
besser!
Alle wahrhaft
Golgatha zu leben «erkennen und
die Kraft seiner
bereit, um Jesu willen gehasst zu wer- Wiedergeborenen Auferstehung und
den? Wer bei dem kleinsten «Stich» noch werden entrückt (vgl. 1.Thess 4,14- die Gemeinschaft seiner Leiden und
empfindlich und mimosenhaft reagiert, 18). Anschliessend gibt es für die treu- so seinem Tode gleichgestaltet (zu)
hat die «Gemeinschaft seiner Leiden», en Gotteskinder beim so genannten werden». Dieses höchste Glück, diese
um «so seinem Tode gleichgestaltet» zu Preisgericht Christi den «Lohn» bzw. unverwelkliche Auszeichnung, wünsche
werden, noch nicht erreicht. die «Kronen». Aber nicht alle werden ich uns allen. 
den «vollen Lohn» erhalten wie bei-
spielsweise Stephanus und Paulus, die Mein Ich soll ganz verschwinden,
das «vorgesteckte Ziel, den Siegespreis mein Name soll vergehn,
der himmlischen Berufung Gottes in dass Jesus nur zu finden,
Christus Jesus» erlangten, weil sie in dass Er in mir zu sehn.
der «Kraft seiner Auferstehung» sieg-
reich überwunden haben, in «die Ge- Mein Leben ich verliere,
meinschaft seiner Leiden» eingedrungen um zu gewinnen Ihn,
und «so seinem Tode gleichgestaltet» dass völlig triumphiere
worden sind. in mir Sein Lammessinn.1
Beim Preisgericht Christi wird es
aber auch Kinder Gottes geben, die 1
aus dem Lied: Ich habe Ihn gefunden
gar keinen «Lohn» empfangen werden,
weil ihr «Werk verbrennen» wird. Sie
werden «Schaden leiden», aber «gerettet
werden, doch so wie durch Feuer» (vgl.
1.Kor 3,11-15). Korrigenda
Das höchste Ziel, den «vollen Lohn» In der Oktoberausgabe sind uns
zu erlangen, ist jedoch auch für Sie im Interview mit Prof. Dr. Werner
noch erreichbar, wenn Sie mit der Hilfe Gitt leider zwei Fehler unterlaufen,
des Herrn zielstrebig vorwärts eilen, und zwar auf Seite 15, Spalte ganz
dem vorgesteckten Ziel nachjagen, um rechts. Da muss es zu «König aller
«Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des den unvergänglichen «Siegespreis der Könige und Herr aller Herren» heis-
Himmels haben Nester; aber der Sohn des himmlischen Berufung Gottes in Chris-
Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen sen: (Offb 19,16) nicht: 19,20, und
tus Jesus» zu erlangen. etwas weiter unten: «... was der
kann»
Eines müssen wir dabei aber un- Prophet Maleachi (Kap 3,20) …»
Nicht wenige haben die Botschaft bedingt beachten: Dieses freudige, nicht: 4,2.
des Kreuzes abgeschwächt und ver- zielbewusste Vorwärtseilen beginnt im Auch bei der Frage «Hat sich die
sucht, seine Sprache dem Gefühl des Glauben an die überwältigende Gnade Prophezeiung über Damaskus schon
20. Jahrhunderts anzupassen. Damit Jesu und kann nicht in eigener Kraft erfüllt?» hat sich ein Schreibfehler
muss endlich einmal Schluss sein! zustande gebracht werden. Das höchste eingeschlichen, und zwar in der
Wenn wir treu dem Herrn und Sei- Ziel nicht zu verpassen bedeutet, nicht mittleren Spalte (S. 21). Es muss
nem Wort verpflichtet bleiben, gibt es unter Leistungsdruck zu stehen, sondern heissen: «Damaskus war schon
für uns im Familien- und Berufsleben auf der felsenfesten Grundlage der voll- damals die Hauptstadt von Aram
genug Möglichkeiten wie Ungerechtig- brachten Heilstatsache von Golgatha zu (Syrien) und wurde im Jahr 732
keiten, falsche Urteile und vieles andere leben. Nur wer aus Gnaden gerettet, ge- v.Chr. (nicht: 1732 v.Chr.) durch
mehr, damit wir nicht gleich ausrasten, recht- und freigesprochen ist durch das die Assyrer zerstört.»
sondern durch die «Kraft seiner Aufer- sieghafte Blut des Lammes Gottes, hat Wir bitten Sie, diese Versehen zu
stehung» siegreich überwinden und so völlige Gewissheit des ewigen Lebens entschuldigen.
«seinem Tode ähnlich werden». Aber und die frohe Gotteskindschaft (Röm 8; Redaktion Mitternachtsruf
wie die Weizenkörner erst zerrieben 1.Joh 5). Wenn wir wahrhaft wiederge-

MNR > November 2004 19


Fragen – Antworten
Spricht die Bibel
vom Vorgang des
Sterbens oder
vom Tod?
Wir sind uns als bibeltreue Christen darüber
einig, dass der Tod der Zustand des Getrennt-
seins von Gott ist, die Gottverlassenheit in
Ewigkeit. Der Sünde Sold ist der Tod (Röm
6,23). Wenn es nun im Grusswort vom August
2004 heisst: «Der Tod ereilte ihn vorher»,
dann ist damit nicht der Tod im biblischen
Sinn gemeint, sondern der Vorgang des Ster-
bens. Dieser Vorgang oder dieses Ereignis
im Leben eines Christenmenschen sollte
nicht furchtbesetzt sein (Hebr 2,14), sondern
«ernste» Freude. Denn der Tod ist verschlun- Anlässlich einer Trauung die Formulierung «bis dass der Tod euch scheidet» zu verwenden, hat durchaus
gen vom Sieg des Herrn Jesus am Kreuz seine Berechtigung. Dies ist sogar nötiger denn je, weil es auch unter Gläubigen immer mehr zu
(1. Kor 15,54). Man sollte streng zwischen Ehescheidungen kommt!
«Tod» und dem «Geschehen des Sterbens»
unterscheiden. Wenn es heisst: «Denn dieser,
mein Sohn, war tot und ist wieder lebendig
Kinder von Fleisch und Blut sind, hat
auch er’s gleichermassen angenommen, Patientenver-
geworden», dann ist doch klar, dass dieser
Sohn lebte, aber vorher geistlich tot gewe-
damit er durch seinen Tod die Macht
nähme dem, der Gewalt über den Tod fügung ratsam?
hatte, nämlich dem Teufel» (Hebr 2,14).
sen war. Als ich vor geraumer Zeit bei einer Ich möchte gerne mal wissen, was Sie von
Es gibt sogar Stellen, wo der Tod fast
Trauung die Worte: «Bis dass der Tod euch Patientenverfügungen halten.
personifiziert wird (1.Kor 15,55; Hos
scheidet» hörte, blieb mir das Herz fast ste- 13,14; Offb 20,14). Und darüber hinaus
hen. Dieser Satz ist menschengemacht und
nicht von Gott.
lehrt die Bibel auch klar, dass der Tod
der letzte Feind ist, der weggetan wird
(1.Kor 15,26). Wenn Peter Malgo also
U nter dem Begriff «Patientenverfü-
gung» versteht man die Möglich-
keit, schriftlich eine Vorsorge zu treffen

I hre Überlegungen sind bedenkens-


wert. Dennoch müssen wir darauf
hinweisen, dass die Bibel selbst den
schrieb: «Der Tod ereilte ihn vorher»,
ist das keineswegs abwegig, auch wenn
der Zeitpunkt des Todes stets unter der
für den Fall, dass man durch Krankheit
oder Unfall nicht mehr in der Lage sein
sollte, seine eigenen Angelegenheiten
Ausdruck «Tod» für den Übergang vom Zulassung Gottes eintritt (Ps 139,16; Ps im medizinischen Bereich selber zu
diesseitigen Leben in die Ewigkeit ver- 31,16). Man kann somit sagen, dass ein regeln. Anders gesagt, für den Fall, dass
wendet, das heisst für Lebensende bzw. Mensch weder an einer Krankheit noch man in einer aussichtslosen Situation
Verscheiden (Mt 10,21; Phil 1,20; Phil an einem Unfall stirbt, sondern weil der nicht mehr über die Fähigkeit verfügt,
2,8 usw. usf.). Sie spricht also nicht in Zeitpunkt Gottes gekommen ist. Wohl selber zu entscheiden, was man an
dem Sinne von einem physischen Ster- dem, der dann bereit ist, seinem Gott Behandlung(en) noch über sich ergehen
bensprozess, sondern eben vom Tod. zu begegnen, weil er Vergebung seiner lassen will und was nicht.
Den gleichen deutschen Ausdruck Sünden empfangen hat! Grundsätzlich ist es gut, sich rechtzei-
verwendet die Bibel aber auch, wenn Anlässlich einer Trauung die Formu- tig über das eigene Sterben Gedanken zu
es um den geistlichen Tod geht (Joh lierung «bis dass der Tod euch scheidet» machen. Denn für jeden von uns kommt
5,24; 1Jo 3,14). zu verwenden, hat durchaus seine Be- der Moment (sofern die Entrückung
Und schliesslich benützt sie ihn für rechtigung, vergleichen Sie bitte Römer nicht vorher stattfindet!), wo es gilt,
den ewigen Tod (Joh 8,51; Röm 6,21.23; 7,2 und 1. Korinther 7,39. Dies ist sogar sich von der Erde zu verabschieden. In
Jak 5,20; 1.Joh 5,16f). nötiger denn je, weil es auch unter Gläu- 2. Könige 20,1 lesen wir: «Zu dieser Zeit
Die Bibel sieht den Tod in enger Be- bigen immer mehr zu Ehescheidungen wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet
ziehung mit dem Teufel: «Weil nun die kommt!  E.V. Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm

20 MNR > November 2004


und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Ich schreibe dies aus freiem Antrieb
Bestelle dein Haus, denn du wirst ster- Heute sehen wir uns in geistiger Frische und darüber hinaus
ben und nicht am Leben bleiben.» Auch in der Gewissheit, dass mein Leben ein
für uns gilt: Bestelle dein Haus, und das
zwei Extremen gegen- Ziel hat (Joh 17,24).
betrifft jeden Bereich unseres Lebens, über. Auf der einen Seite Datum: …, Unterschrift: …
sowohl in geistlicher wie auch in prakti-
scher Hinsicht. Zum praktischen Aspekt
einer medizinischen Wis- Die Gesetze in den verschiedenen
einige Stichworte: Testament, Adress- senschaft und Technik, Ländern, in denen unsere Monatszeit-
liste, wer im Todesfall benachrichtigt schrift gelesen wird, sind unterschied-
werden soll, und andere nötige Infor-
die immer grössere Fort- lich. Es empfiehlt sich daher, eine
mationen für die Angehörigen. Ebenso schritte macht. Auf der allfällige Patientenverfügung noch mit
sollte eine Anweisung verfasst werden, dem Hausarzt zu besprechen.
dass man Erdbestattung wünscht (also
anderen Seite haben wir  E.V.

keine Kremation). Und, je nach persön- die aktive Sterbehilfe,


licher Überzeugung, eben auch eine
Patientenverfügung. Bei all dem haben
die immer populärer wird
Kinder Gottes die feste Zuversicht, dass
das düstere Kapitel Tod durch Jesu Ster- schäft geworden!), sodass einerseits zum Wie sollte evan-
ben und Auferstehung seinen Stachel Beispiel hoffnungslos kranke Menschen
verloren hat. Denn der physische Tod künstlich, also mittels Maschinen, am gelisiert werden?
ist nie das Letzte! Vielmehr steht über Leben erhalten werden. Auf der anderen
der Zeit nach diesem dunklen Tal die Seite haben wir die aktive Sterbehilfe, Ich bin römisch-katholisch aufgewachsen
grandiose Verheissung Jesu: «Vater, ich die immer populärer wird. Dement- und habe vor über zwanzig Jahren erkennen
will, dass, wo ich bin, auch die bei mir sprechend gibt es Organisationen, die dürfen, dass uns Jesus Christus allein rettet.
seien, die du mir gegeben hast, damit Anleitung zum Selbstmord liefern und Dafür bin ich von Herzen dankbar. Ich lebe in
sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir dabei behilflich sind. Und der Mensch, einem mehrheitlich katholischen Land und im
gegeben hast …» (Joh 17,24). der Gott aus seinem Leben ausklammert, Blick auf Evangelisationen bewegt mich die
Heute sehen wir uns zwei Extremen greift begierig danach. Christen, die sich
folgende Frage: Sollte bei solchen Anlässen
gegenüber. Auf der einen Seite einer an Gottes Wort orientieren, lehnen jede
medizinischen Wissenschaft und Tech- Form aktiver Sterbehilfe entschieden ab,
vorrangig Jesus Christus präsentiert und
nik, die immer grössere Fortschritte denn das Gebot «Du sollst nicht töten» Sein vollkommenes Erlösungswerk verkün-
macht. Diese geht aber leider längst gilt nicht nur für fremdes, sondern auch digt werden, oder sollte es eher eine Auf-
nicht immer nur in positive Richtung für das eigene Leben! klärung über die Irrtümer der katholischen
(Medizin ist auch ein sehr grosses Ge- Es gibt sehr unterschiedliche Patien- Lehre bzw. des Systems sein?
tenverfügungen und niemand sollte ein
solches Papier unterschreiben, ohne es
genau zu prüfen
Was wir aus ethischer Sicht als ver-
W ir glauben, dass es richtig und
wichtig ist, bei Evangelisationen
in erster Linie Jesus Christus und Sein
tretbar erachten, ist die passive Ster- Erlösungswerk zu verkündigen und
behilfe. Darunter verstehen wir, dass gleichzeitig auch die Verlorenheit des
Leben nicht um jeden Preis erhalten Menschen ohne Jesus aufzuzeigen.
werden muss. Wenn wir das als Patien- Denn wer sich nicht als erlösungsbe-
tenverfügung formulieren sollten, würde dürftiger Sünder erkennt, wird nicht
diese in etwa so aussehen: einsehen, dass er Jesus braucht. Zudem
müssen wir versuchen, die Menschen
Patientenverfügung dort abzuholen, wo sie sind, ohne dabei
Kompromisse zu machen. Fällt man bei
Wenn eine Zeit kommen sollte, in Andersgläubigen mit der «Tür ins Haus»,
der ich durch Krankheit oder Unfall dann erreicht man oftmals genau das Ge-
urteilsunfähig geworden bin, bitte ich genteil von dem, was man möchte: der
Folgendes als meinen Letzten Willen Angesprochene lehnt sich auf und wen-
und Wunsch anzuerkennen: det sich ab. Aber ein weiser Evangelist
Schmerzen sind im Rahmen des wird wahrscheinlich immer versuchen,
Möglichen zu lindern. Wenn keine indirekt auch «heisse Eisen» anzufassen,
Hoffnung mehr besteht, dass ich von indem er zum Beispiel betont, welch ein
meinem schweren Leiden geheilt wer- Vorrecht es ist, mit allen Fragen, Sorgen
den kann und ich geistig nicht mehr in und Nöten direkt zu Jesus zu eilen (also
der Lage bin, meinen Willen zum Aus- nicht zu Maria oder den Heiligen) und
druck zu bringen, dann verlange ich, von Ihm Hilfe zu erwarten usw.
dass man mich in Würde sterben lässt. Nebenbei bemerkt: Gläubige sollten
Es gibt sehr unterschiedliche Patientenverfügun- Es sollen daher keine künstlichen Mittel Evangelisationen nicht nur betend vor-
gen und niemand sollte ein solches Papier unter- eingesetzt werden, um mein Leben zu bereiten, sondern auch betend daran
schreiben, ohne es genau zu prüfen verlängern. teilnehmen!  E.V.

MNR > November 2004 21


Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am
02.12.2004, mit u.a. diesem Thema*:
«Der Himmel auf Erden»
Und wie geht es weiter?
Gewiss kennen Sie diese immer wieder gestellte Kinderfrage, wenn Geschichten erzählt
*Änderungen vorbehalten
werden. Der gesunde Wissensdurst will gestillt werden. Ein abrupter Abbruch einer Geschich-
te erzeugt Spannung, unter Umständen sogar Hochspannung. Der jähe Abbruch drängt nach
Impressum einer Fortsetzung. So ist es immer im Leben. Der ungeduldige Mensch möchte die Fortset-
zung und den Ausgang erfahren, oder: wo und wie stirbt der Held, aber möglichst ein Happy
End.
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf Wissensdurst, Entdeckerfreude und Experimentierlust sind schöpfungsgemässe Eigen-
www.mitternachtsruf.ch schaften, die sich unmöglich evolutionär aus sich selbst entwickelt haben können, sondern
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992) der Spezies Mensch als Wesensart von Gott gegeben wurden. Seien Sie froh und dankbar für
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, Jonathan
Malgo die Talente, die der Schöpfer für Sie plante und in Sie legte! Er hat Sie mit Vernunft, Intel-
SCHWEIZ Mitternachtsruf, Eichholzstr. 38, 8330 Pfäffikon ZH, Tel.: ligenz und Willenskraft ausgestattet, wodurch Sie imstande sind, Neues zu entdecken und
(0041) 044 952 14 14 Geschaffenes weiterzuentwickeln. Das ist wunderbar! Setzen Sie diese Gaben zum Wohl der
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001 Menschheit oder nur zu Ihrem Eigennutz ein? Bestimmt werden aber auch Sie an Grenzen
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist geführt, wo Sie nicht wissen, wie es weitergehen soll.
ausserdem in englischer, französischer, holländischer, italienischer,
portugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und
Die wissenschaftliche Welt steht heute in Forschung und Entwicklung vor der Frage: Wo
ungarischer Sprache erhältlich. wollen wir mit unseren Projekten und unserem Planeten hin? Wie geht es weiter? Geht es
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16, überhaupt weiter oder kommt es zum Kollaps? Mit beschleunigtem Tempo nähern wir uns
Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch,
Mitarbeiter: Brigitte Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke dem Ende dieser Ära. Fachleute erklären uns unumwunden, dass sich keine neuen Energi-
Lieth, Norbert Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Fredy Peter, Elsbeth Vetsch en erschliessen lassen, sondern dass unsere natürlichen Ressourcen zur Neige gehen, dass
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter:
Walter Dürr, Daniel Malgo, Gabriel Malgo, Jonathan Malgo sich die Klimakatastrophen mehren und kosmische Kräfte aus dem Gleichgewicht zu gera-
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 ten drohen.
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber, Diese Signale müssten uns aufschrecken. Der Zeiger an der Weltenuhr nähert sich unauf-
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch,
ADMINISTRATION, VERLAG UND ABONNEMENTE (Adressen haltsam dem Tag X, an dem die Zeit abläuft. Und wo stehen wir dann? Und wo stehen Sie
Schweiz und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 044 952 14 dann? Keiner unserer Philosophen wird Ihnen das schlüssig beantworten können, am aller-
15, Fax Schweiz: 044 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001,
Fax Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 44 wenigsten können es Horoskope oder Wahrsager. Aber der allwissende Gott weiss es und
952 14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 44 952 14 11, E-Mail:
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Martina lässt es uns in Seinem Wort wissen. Und Sein Plan führt auf ein unbeschreiblich herrliches
Lang, Thomas Lieth, Elishevah Malgo, Marianne Malgo, Peter
Malgo, Wanda Malgo, Stephan Nabulon, Susanne Peter, Beatrice
Ziel hin. Doch da stecken viele Menschen gleich den Kopf in den Sand. Das ist eine merk-
Rindlisbacher, Esther Roos, Nathanael Winkler würdige Abwehrhaltung der Menschen, die doch aufgeklärt sein wollen. Aber das kommt da-
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 044 952 14 18, her, weil der Widersacher Gottes es nicht zulassen will, dass wir uns Gott und Seinem Sohne
Fax: (0041) 044 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch,
Mitarbeiter: Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel) Jesus zuwenden. Darum setzt er alles daran, die Menschen in seinem Fangnetz zu sichern,
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch, wo sie dem Verderben nicht entgehen werden.
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon
Bitte nehmen Sie die Bibel zur Hand! Darin enthüllt uns Gott in Seiner Güte Seinen Plan
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter:
Govert Roos, Stephan Rindlisbacher für unser Leben und unsere ewige Bestimmung, und darüber hinaus auch Seinen Plan für das
SENIORENZENTRUM ZION Ringwiesenstr. 14, 8600 Dübendorf, ganze Universum. Am Anfang war nicht der Urknall. Das ist lediglich eine Hypothese, aber
Tel: (0041) 044 802 18 18, Fax: (0041) 044 802 18 19, E-Mail: leider wird sie geglaubt. Gott schuf das Universum und ist auch Ihr Schöpfer. Er allein weiss,
post@seniorenzentrum-zion.ch, Heimleitung: Walid und Astrid El
Khouri, Heimleitung Stv.: Ursula Dürr, Walter Dürr wie es weitergeht! In Gottes Rettungsplan für uns Menschen gibt es keine Ausweglosigkeit.
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Israel,
Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E-Mail:
In Seinem einzigen und geliebten Sohn sah Er die Rettungsmöglichkeit für uns. Jesus muss-
beth-shalom-israel@mnr.ch, Leitung: Fredi und Beate Winkler te Mensch werden und an unserer Stelle auf Golgatha für alles büssen, was uns als Schuld
EINZAHLUNGEN Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich, zugerechnet werden müsste. Denn Schuld hat immer Gericht zur Folge. Ein Entrinnen gibt es
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152-
0472.519, BC-Nr. 752. nur durch Jesu stellvertretendes Sterben am Kreuz! Durch Seinen Tod und Seine Auferste-
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90, hung erwirkte Er den Durchbruch zu einem verheissungsvollen neuen Leben. Und nur darin
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart,
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig liegt die einzigartige Voraussetzung für ein Leben, das Sinn macht. Hier offenbart sich die
Deutschland e.V., Geschäftsstelle D-79807 Lottstetten
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse Linz, Wahrheit selbst, denn in 1. Timotheus 2,4 steht geschrieben: «Gott will, dass alle Menschen
«Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf»
gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.»
DRUCK EKM-Nyomda, Palóc utca 2, H-1135 Budapest
Mit diesem Wort meint Gott auch Sie! In Seinem Wort erfahren Sie Seinen Plan mit Ihrem
ABONNEMENTSPREIS JÄHRLICH Schweiz CHF 18.–, Deutschland
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR Leben, das Er durch Jesus Christus zur Rettung und zur ewigen Herrlichkeit führen will. Len-
24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) ken Sie ein und übergeben Sie Ihm Ihr Leben! Sie können nur gewinnen! Tun Sie dasselbe wie
und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie
nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden. König David, der in Psalm 17,6-7 betete: «Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören;
ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede! Erweise deine wunderbare Gnade, du Retter derer,
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten!» So wird Gott Sie Schritt für
N.L. > Norbert Lieth, B.V. > Burkhard Vetsch,
E.V. > Elsbeth Vetsch Schritt zum ewigen Heil führen!  B.V.

22 MNR > November 2004