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Ankaras Aktionsplan gegen die armenische


Diaspora
Von RK | Veröffentlicht am:5. Mai 2010

Seit einigen Wochen kursiert in den türkischen Medien ein 10-Punkte-Plan des türkischen
Außenministeriums, mit denen die Aktivitäten der sog. armenischen Diaspora eingedämmt
werden sollen. Wir beziehen uns auf die Version, die die türkische Zeitung Hürriyet publiziert
hat. Adressaten sind die türkischen Diplomaten im Ausland. Hier die deutsche Fassung:

• Kontaktiert die armenische Diaspora an euren Einsatzorten. Öffnet die Türen der
türkischen Missionen für die Armenier, setzt sie auf eure Einladungslisten.
• Nehmt an Einladungen und Versammlungen teil, an deren Organisation die Armenier eine
führende Rolle spielen, tragt ihnen die Position der Türkei vor.
• In der armenischen Diaspora gibt es drei unterschiedliche Gruppen: Jene, die von den
Genozid-Beauptungen profitieren; jene, die aus der Türkei eingewandert sind, aber noch
Bindungen dorthin haben; jene, die was die Behauptungen anbetrifft, gemäßigter sind.
Kontaktiert vor allem die Gemäßigteren, vernachlässigt allerdings auch jene nicht, die
anti-türkisch eingestellt sind. Ladet besonders die Letztgenannten sowohl zu den
Veranstaltungen in den Botschaften und den Konsulaten als auch in die Türkei ein.
• Vernachlässigt nicht, auch die armenischen Diplomaten vor Ort zu kontaktieren. Nehmt
unbedingt an deren Einladungen und Versammlungen teil.
• Kontaktiert die Universitäten und die Nichtregierungsorganisationen an euren
Einsatzorten. Nehmt als Referenten an deren Aktivitäten teil. Tragt bei jeder Gelegenheit
die Haltung der Türkei bezüglich den armenischen Genozid-Behauptungen vor.
• Kontaktiert ganz besonders die Akademiker an euren Einsatzorten. Tragt denen die
türkische Position vor.

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Ankaras Aktionsplan gegen die armenische Diaspora
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• Baut eure Beziehungen zu den Diplomaten der Länder des Balkans, des Mittleren Ostens
und den Nachbarländern, zu denen die Türkei enge Beziehungen unterhält, aus,
thematisiert die armenischen Behauptungen auch bei Konferenzen mit den Diplomaten
dieser Länder. Sorgt dafür, dass Diplomaten von Drittstaaten, besonders jene die der
Türkei wohl gesonnen sind, die türkischen Positionen bezüglich der Genozid-
Behauptungen erfahren.
• Wenn ihr an euren Einsatzorten die türkische Position erzählt, thematisiert die
„gemeinsame Historikerkommission“, die ein Vorschlag Ankaras und Teil der mit
Armenien unterzeichneten Protokolle ist. Als Hauptbotschaft konzentriert euch darauf,
dass die Geschichte den Historikern überlassen bleiben muss.
• Unterstreicht die Wichtigkeit der türkisch-armenischen Beziehungen. Legt besonderen
Wert darauf, dass die Entspannung in den türkisch-armenischen Beziehungen
möglicherweise zum Wohlstand der Menschen in den beiden Ländern beitragen kann.
• Konzentriert euch auch auf den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der türkisch-
armenischen Beziehungen und der Entwicklung der Stabilität in Kaukasien. Erzählt in
diesem Kontext, dass für die Stabilität in der ganzen Region nicht nur die Annäherung
zwischen Ankara und Jerewan, sondern auch die Lösung des Berg-Karabach-Problems
bedeutsam ist.

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