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Philosophisches Tagebuch
Gedanken eines kleinen Ketzers

23./24.09.16, Amsterdam
Vom Flugzeug aus sieht man, dass Holland quasi im Wasser steht. Überall
Gräben, Kanäle, Teiche. Im Flughafengebäude riesige Fotos vom Afsluitdijk
(Abschlussdeich), einem Bauwerk das die grossflächige Urbanisierung dieser
Region überhaupt erst möglich gemacht hat und deshalb in eine Liste der
modernen Weltwunder aufgenommen werden müsste. Bei der Fahrt in die
Stadt alles sauber, alles ordentlich; Wohn- und Geschäftshäuser dicht bei
dicht, Altes und Neues harmonisch nebeneinander; keine Villen, kein einziges
Einfamilienhaus. Wahrlich, hier hat der Mensch die Natur bezwungen: Erst
das Wasser, dann die übrigen Elemente.

Im Cruise-Terminal zahlreiche Holländerinnen mittleren Alters. Ihr freies,


ungezwungenes Lachen möchte sagen: Ja, ja, unsere Männer haben die
Natur bezwungen, aber wir haben es geschafft unsere Männer zu bezwingen!
Und damit wären sie die eigentlichen Herrinnen der Welt, oder?

Ich frage mich, ob unser Guru einen ausreichend klaren Begriff davon hatte,
was der Mensch in und mit solch modernen Großstädten erreicht hat. Oder,
ob seine Sicht der Dinge nicht all zu sehr von den Verhältnissen der Dritten
Welt geprägt war? Dann sollten wir uns aber auch fragen, ob unsere
Lebensweise überhaupt nachhaltig sein kann, ob wir vielleicht nur deshalb so
gut leben, weil wir den Süden ausbeuten und missbrauchen - oder, nicht
weniger schlimm, unsere eigene Zukunft verspielen, was letzten Endes
bedeuten würde, dass weder unsere Männer, noch unsere Frauen die Welt
jemals wirklich „beherrscht“ hätten.

Letztendlich aber glaube ich, dass der Mensch in der Lage ist jedes Problem,
ob gross oder klein, zu lösen, vorausgesetzt er kann seine Leidenschaften in
Zaum halten. Eine unserer ärgsten Leidenschaften ist die Überheblichkeit mit
Steigerungsmöglichkeiten bis zum Grössenwahn (weshalb Superbia zu den
sieben Todsünden zählt). Um sie in Zaum zu halten ist es besser dem
Gedanken an die Gottebenbildlichkeit des Menschen nicht all zu viel Raum
zu lassen. Im Gegenteil: Gegen Hybris und Superbia hilft nur die Gewissheit,
dass es eine Instanz über uns gibt.

Darüber hinaus aber scheint es für menschliche Gesellschaften unerlässlich


zu sein, an ein Heilsversprechen glauben zu können: Der Glaube stirbt
zuletzt - will sagen erst dann, wenn alles andere tatsächlich verloren ist.
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Solches Heil wurde früher im Jenseits erwartet. Vor 400 Jahren glaubten
dann viele, das Glück in Amerika finden zu können - 250 Jahre später waren
es nur noch die pazifische lnseln. Und heute wird es von vielen kurzer Hand
im Hier und Jetzt erwartet. Es ist noch nicht lange her, dass unsere
Bundeskanzlerin ein früher implizites Wohlstandsversprechen gegenüber
allen EU-Bürgern explizit bekräftigt hat. Es wird also bis auf weiteres
unmöglich sein, den erreichten Lebensstandard zum Wohl der Menschheit
oder gar des gesamten Planeten zurückzuschrauben. Damit bleibt nur die
Flucht nach vorn: Wir müssen Unmögliches vollbringen, ohne uns von Hybris
überwältigen zu lassen.

Was also hat der Mensch mit dem Bau solcher Metropolen erreicht? Er hat
ein früher auf das Jenseits gerichtetes Heilsversprechen auf das Diesseits
übertragen und dann schrittweise eingelöst. Es stellt sich also die Frage:
Wozu noch "liberation", wenn wir das Heil doch in unseren urbanen
Komfortzonen erlangen können? Müssten wir nicht statt "those who perform
Sadhana twice a day invariably, the thought of Paramapurusha will certainly
arise in their mind at the time of death. Their liberation is a sure guaranty",
besser sagen: "Jeder der regelmässig zur Arbeit geht wird im Laufe der Zeit
genug verdienen, und damit nicht nur der umfassenden Daseinsfürsorge
unserer Wohlfahrtsstaaten, sondern auch aller nur denkbaren leiblichen
Freuden teilhaftig werden". Bei guter Führung wird man sich auch ab und an
eine Luxusreise leisten können, in deren Verlauf sich dann ein Zustand
vollkommenen Glücks einzustellen pflegt.
Und auch für die Zeit nach dem Tod ist gesorgt: Langeweile dürfte kaum
aufkommen, statt dessen wird man in den allerbesten Erinnerungen
schwelgen können. Und wem wegen der Unberechenbarkeit menschlicher
Leidenschaften dennoch Zweifel aufkommen, dem sei versichert, dass in der
von unserem Guru begründeten Microvitologie mit Hochdruck daran
gearbeitet wird, alle menschlichen Leidenschaften unter Kontrolle zu bringen.
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25.09.16: Hamburg
In der Hamburger Kunsthalle wurde ich am stärksten von Salvador Dalis
"Geburt der flüssigen Ängste" (1932) angesprochen. Danach machten wir
uns auf einen Rundgang durch die Innenstadt. Links vom Rathaus die
Hanseatische Wertpapierbörse, an der Rückseite die Allgemeine Börse sowie
die Handelskammer. Letztere wurden im Krieg zerstört und 1949-1961 wieder
aufgebaut. Hoch über dem Portal zwei moderne Skulpturen von Waldemar
Otto (2005). Die eine zeigt Diana wie sie die Repräsentanten von Kunst,
Kultur und Wissenschaft um sich versammelt. Als Symbol der Fülle und des
Überflusses steht sie für die Wirtschaft, welche alle anderen Gesellschafts-
bereiche ernährt; als Göttin der Jagt verkörpert sie den wirtschaftlichen
Konkurrenzkampf. Die andere Skulptur zeigt Hammonia, die Stadtgöttin
Hamburgs, wie sie einen Theoretiker und drei praktisch schaffende
Menschen umarmt, womit sie das Geheimnis der Marktwirtschaft offenbart:
Beruht doch die Handelsordnung der Praktiker auf einer theoretischen
Rechtsordnung, die wiederum auf freiheitlichen und abstrakten Regeln
gründet.
Ganz anders "Die Geburt der flüssigen Ängste": Das Bild zeigt eine Art
Kaktus in der Wüste; der Stamm ist angeschnitten und Wasser fliesst aus
ihm heraus. Natürlich fragt man sich, was das mit Ängsten zu tun haben soll?
Ich denke, dass der Kaktus hier für ein Individuum steht: Es befindet sich in
einer menschlichen Wüste und akkumuliert aus der umgebenden Atmosphäre
sein Lebenselixier. Für den Kaktus ist es die Feuchtigkeit der Luft, für den
Menschen sind es Bruchstücke vitaler Kommunikation. Sie kondensieren zu
halbwegs konkreten Ängsten, welche bei bestimmten Verletzungen
herausfliessen können - deshalb Dalis Zuordnung zum zweiten Element. Bei
gasförmigen Ängsten könnte man an den Gaskrieg in Flandern 1915 oder die
radioaktive Wolke nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 denken. Sie
waren unsichtbar, formlos, allgegenwärtig. Flüssige Ängste dagegen nehmen
Formen an; sie fliessen und folgen der Schwerkraft, so wie zum Beispiel die
Eifersucht oder, ganz aktuell, die Angst vor Überfremdung und sozialem
Abstieg. Solche Emotionen ziehen nach unten.
Im Gegensatz dazu weisen die Sinnbilder Ottos den Weg nach oben. Beides
gehört aber zusammen - Hoffnungen und Ängste, ebenso wie Gewissheit und
Zweifel, stehen nicht gegensätzlich, sondern komplementär zueinander - und
unser Leben entwickelt sich in solchen Spannungsbögen: Sinnbilder des Auf-
und Abstiegs geben Halt und Orientierung in einer immer undurchschaubarer
werdenden Welt.
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26.09.16: Seetag
Unser Guru sprach häufig von Universalismus, Neo-Humanismus und der
One-Human-Society. Umgesetzt sehe ich solche Ideen aber eher bei so
unspirituellen Veranstaltungen wie z.B. Kreuzfahrten. Unterschiedlichste
Menschen aus allen möglichen Ländern verbringen ein oder zwei Wochen
miteinander auf See. Es gibt klare Regeln, an die sich alle wie von selbst
halten. Die meiste Zeit verbringt man mit essen, trinken und schlafen. Bei den
Landausflügen folgt man einem einfachen Schema: Die zu besichtigenden
Sehenswürdigkeiten sind allgemein bekannt, An- und Abfahrtszeiten werden
strikt eingehalten, das Sight-Seeing-Programm routiniert absolviert. Alle sind
bemüht gut miteinander auszukommen, niemand will Streit oder Unfrieden.
Um auch dem Gebot der Fürsorge für die Tierwelt zu entsprechen müsste die
Ausgabe von Fleisch-, Fisch- und Eiergerichten noch ausgesetzt werden,
was bei entsprechendem vegetarischem Ersatz problemlos akzeptiert werden
sollte. Weiterhin sollte die Verbrennung von Schweröl durch umweltfreund-
lichere Energieträger ersetzt werden, bei längeren Strecken könnten auch
wieder Windsegel zum Einsatz kommen.

Ein schier unüberwindliches Problem scheint allerdings darin zu bestehen,


dass das alte Motto der Materialisten - eat, drink and enjoy - hier zu besseren
Resultaten führt als die Konzepte der Idealisten und Spiritualisten. Diese
sind, wegen ihrer anspruchsvollen Voraussetzungen, recht anfällig für
Meinungsverschiedenheiten und Streit, bis hin zu ideologischen Auseinander-
setzungen oder kleinen Glaubenskriegen, was das Zusammenleben natürlich
erheblich beeinträchtigt.
Quantitativ spielt das Problem allerdings eine untergeordnete Rolle, da selbst
die eingefleischtesten Idealisten und Spiritualisten sich an Bord solcher
Schiffe erfahrungsgemäß eine Auszeit von ihren anspruchsvollen
Geisteshaltungen genehmigen. Bei längeren Unternehmungen dürfte ihre
Toleranz allerdings an Grenzen stossen, weshalb das materialistische Modell
dann doch zum Scheitern verurteilt sein könnte.
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27.09.16: Mont Saint Michel


Die Landschaften der Normandie sind mit wenigen Ausnahmen flach und
vom Winde zerzaust - noch flacher und kahler als die anderen Landesteile ist
aber das Mündungsgebiet des Couesnon. Deshalb kann man hier schon von
weitem zwei felsige Inseln erkennen, die eine klein und flach, die andere
deutlich grösser und pyramidenförmig. Sie wurden früher Mont Tombelaine
und Mont Tombe genannt.
Nach üblicher Lesart begann ihre Geschichte Anno Domini 708, als der
Bischoff von Avranches, einer göttlichen Eingebung folgend, auf der Spitze
der grösseren Insel eine Kapelle errichten liess. Sie wurde schnell zu einem
bedeutenden Wallfahrtsort, so dass umfangreiche Erweiterungen vorge-
nommen werden mussten. Daraus entwickelte sich eine Abtei und ein kleines
Dorf, welche von burgartigen Befestigungsanlagen umgeben werden
mussten. Im Hundertjährigen Krieg war der Ort ständigen Angriffen
ausgesetzt, hielt aber allen Attacken der Engländer stand und wurde nicht ein
einziges mal besetzt, wodurch er sich zu einem Symbol der nationalen
Identität entwickelte. Nach der Französischen Revolution musste die
Klostergemeinschaft dann aber doch aufgelöst werden; die Gebäude wurden
entweiht und bis 1863 als Gefängnis genutzt.
Trotz anschließend ununterbrochener Restaurierungsarbeiten kann der
einstige Glanz heute nur noch zu erahnt werden. Im Mittelalter sah man in
der Abtei die Verkörperung des Himmlischen Jerusalems auf Erden. Sie muss
also überfüllt gewesen sein mit sakralen Schätzen aller Art. Davon sind jetzt
nur noch die architektonisch zwar beeindruckenden, aber absolut kahlen
Mauern, Säulen und Deckengewölbe zu sehen. Wo mögen die Reichtümer
geblieben sein?
Ein weiteres Fragezeichen ergibt sich aus dem angeblichen Beginn im Jahre
708. West-Europa war zu dieser Zeit seit vielen Jahrtausenden besiedelt, und
die Insel muss den Kelten genauso aufgefallen sein, wie allen anderen
Völkern die in diese Gegend kamen. In heidnischen Zeiten war es aber üblich
an solch markanten Orten ein Heiligtum zu errichten. Was ist davon, außer
dem Namen Mont Tombe, überliefert worden? Könnte es sein, dass hier das
sagenumwobene Avalon zu finden war?
Und weiter: Welche Gräueltaten mögen damals begangen worden sein, dass
die Erinnerungen daran so vollständig ausgelöscht werden mussten?
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28.09.16: Windsor
Windsor Castle ist der Sitz des Hosenband-Ordens, der hier im Jahre 1348
von König Eduard III. gegründet wurde. Er knüpft an die Ritter der Tafelrunde
an und ist heute der mit Abstand bedeutendste Orden Großbritanniens.

Eines der Highlights von Windsor Castle ist die Waterloo-Chamber. Die dort
angebrachten grossformatigen Gemälde zeigen die wichtigsten der bei der
damaligen Neuordnung Europas beteiligten Persönlichkeiten: Papst Pius VII.,
Franz I. - Kaiser von Österreich, Alexander I. - Zar von Russland, Georg III.
und Friedrich Wilhelm III. - Könige von England und Preussen, ausserdem
den Duke von Wellington und Marschall Blücher, die Fürsten Metternich,
Humboldt und Hardenberg sowie weitere Diplomaten, die alle entscheiden-
den Einfluss auf die Ausgestaltung der Verträge hatten.
Interessanterweise wurden die Arbeiten an dem Saal bereits Jahre vor der
Schlacht von Waterloo in Auftrag gegeben. Es muss für den englischen
Hochadel also im voraus klar gewesen sein, dass Napoleons Pläne zum
Scheitern verurteilt sein würden. Die Details der Neuordnung wurden 1815
auf dem Wiener Kongress unter englischer Regie ausgehandelt.

29.09.16: Flandern
Flandern gehörte früher zu den Niederlanden. Man spricht niederländisch, die
Städte ähneln anderen Hansestädten. Durch den Handel mit Ostindien und
der Karibik wurde die Gegend wohlhabend.
"Stadtluft macht frei" - das kann man hier deutlich spüren. Klerus und Adel
hatten in diesen Städten nicht so viel zu sagen. Um so wichtiger war es, dass
sich die Bürger gut organisierten. Dies geschah früher in Gilden, heute in
Verbänden und Parteien.
Wenn ich die Lebensstile in Windsor und Brügge miteinander vergleiche, wird
mir klar, dass ich, vor die Wahl gestellt, die republikanischen Freiheiten
jederzeit dem Glanz der Krone jederzeit vorziehen würde.
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30.09.16: Amsterdam
Was also haben wir gesehen?
Drei Hansestädte, einen königlichen Palast und ein katholisches Heiligtum.
Sie stehen für drei verschiedene Lebensstile: Dem bürgerlichen, dem adligen
und dem klerikalen "way of life". Bürgerliche Gesellschaften wurden und
werden natürlich von ihren einflussreichsten, sprich reichsten Mitgliedern
regiert. Im adligen Regime ging es um Rang und Namen, Prestige und
Tradition. Der Klerus wiederum regierte mit Klugheit, List und Tücke. Er
nutzte die Unwissenheit und Leichtgläubigkeit der anderen aus, machte sich
deren Aberglaube zu Nutze.
Insgesamt handelt sich um verschiedene Phasen der Dominanz jeweils eines
der drei Stände. Sie lassen sich unschwer den vedischen Varnas, d.h. dem
Stand der Vaishyas, Ksatriyas und Vipras zuordnen. Das vierte Varna
entspricht dann den Shudras, dem gemeinen Volk.
In Brügge sahen wir ein Ensemble mit Skulpturen der vier apokalyptischen
Reiter. Sie stellen die Pest, den Hunger, den Aufstand und den Krieg dar. Sie
heissen apokalyptisch, da sie das Ende der Welt - einer Welt - ankündigen.
Ich meine, dass wir, so lange nicht eine dieser Plagen über uns hereinbricht,
den Übergang in eine andere Gesellschaftsform kaum in Erwägung ziehen
müssen. Ein baldiges Ende der jetzigen, bürgerlich-kapitalistischen
Gesellschaftsordnung herbeizureden wäre also ziemlich verantwortungslos.
Besser ist es n.m.E. die bestehenden Rahmenbedingungen so gut wie
möglich zu erforschen und für unsere Zwecke zu nutzen.

05.10.16: Berlin
Und worum drehten sich meine Gedanken?
Vor allem kamen mir Zweifel an unserem Guru. Ich fragte mich, ob Er den
Westen überhaupt verstanden, seine Errungenschaften richtig eingeschätzt
hat - ja, ob sein Spiritualismus die richtige Antwort auf die Herausforderungen
unserer Zeit ist. Weiterhin bemerkte ich, dass das friedliche Zusammenleben
der Menschen durch die anspruchsvollen Konzepte von Idealisten und
Spiritualisten eher gestört als gefördert wird. Schließlich kam ich zu dem
Schluss, dass Seine Zurückweisung der „kapitalistischen“ Gesellschafts-
ordnung eigentlich unbegründet ist.
Das Thema Microvita wurde nur gestreift, und zwar zum einen im
Zusammenhang mit der Komplementarität von Hoffnungen und Ängsten,
welche paarweise jeweils ein Oxymoron ergeben, und dann mit der
ironischen Bemerkung, dass in der von Ihm begründeten Microvitologie mit
Hochdruck daran gearbeitet werde, alle menschlichen Leidenschaften unter
Kontrolle zu bringen - was durch interne Glaubenskämpfe allerdings leicht ad
absurdum geführt werden kann.
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Anhang
Von dem flämischen Maler Hieronymus Bosch stammt eine sehr schöne
Darstellung der sieben Todsünden (1480). Sie sind um „das Auge Gottes“
herum angeordnet, in dessen Pupille Jesus Christus zu sehen ist, der seine
Wundmale zeigt. Untertitelt ist die Abbildung mit dem lateinischen Text: „Cave
cave dominus videt“ („Hüte dich, hüte dich, der Herr sieht [es]“).

Die Bilder sind mit lateinischen Bezeichnungen versehen. Diese sind


(beginnend mit der am Fuße der Jesusdarstellung):
„ira“ (Zorn), „superbia“ (Hochmut), „luxuria“ (Wollust), „acedia“ (griechisch
Trägheit), „gula“ (Völlerei), „avaritia“ (Habgier) und „invidia“ (Neid).

Weitere Dichotomien
Spiritualismus - Materialismus
Asketismus - Hedonismus
Sozialismus - Kapitalismus
Glaube - Zweifel

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