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Literatur Weiterhin erschienen aus der Reihe

“StichwortLiberal”
Eucken, Walter: Grundsätze der Wirtschafts­politik,
Kap. XVI, UTB, 2008. Arbeitsmarkt
Friedman, David D.: Price Theory, Chapter 9-14, 2. Bürgerrechte und Rechtsstaat
Edition, 1990 (http://www.daviddfriedman.com/ Europa
Academic/Price_Theory/PThy_ToC.html). Freiheit
Gerken, Lüder / Lambsdorff, Otto Graf (Hrsg.): Ord- Gesundheitspolitik
nungspolitik in der Weltwirtschaft, Nomos, 2001. Individualismus
Hazlitt, Henry: Economics! Über Wirtschaft und Liberale und Religion
Misswirtschaft, Olzog, 2009. Liberales Bürgergeld
Kasper, Wolfgang: Competition, in: Henderson, Liberalismus
David D.: The Concise Encyclopedia of Economics, Markt und Staat
2. Edition, 2008 (http://www.econlib.org/library/
Marktwirtschaft
Enc/Competition.html).
Privatisierung
Kronberger Kreis: Globalisierter Wettbewerb, Frank-
Soziale Gerechtigkeit
furter Institut, 1998.
Steuern
O’Rourke, Patrick Jake / Smith, Adam: Vom Wohl-
Umweltschutz
stand der Nationen, Bücher die die Welt verän-
Verantwortung
derten, DTV, 2008.
Schumpeter, Joseph: Kapitalismus, Sozialismus,
Demokratie, UTB, 2005.
Smith, Adam: Der Wohlstand der Nationen: Eine
Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, StichwortLiberal
DTV, 1999.
v. Hayek, Friedrich August: Freiburger Studien,
Mohr-Siebeck, 1969.

Kontakt Wettbewerb
Liberales Institut der
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Tel.: 03 31.70 19-2 10
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Wettbewerb ist das konstituierende Prinzip der Marktwirt- mer profitieren von einem intensiven Wettbewerb der Unter- ausgelösten Veränderungen in den Weg stellt, führt dagegen
schaft. Anbieter von Gütern und Dienstleistungen wetteifern nehmen, da diese mit höheren Löhnen und besseren Arbeits- unweigerlich zur Stagnation.
um die Gunst der Kunden, die wiederum mit ihrer Zahlungs- bedingungen um motivierte und hochqualifizierte Fachkräf-
bereitschaft um die am Markt angebotenen Produkte konkur- te konkurrieren. Wettbewerb bändigt die Konzen­tration wirt-
rieren. Im Ergebnis vereinbaren Verkäufer und Käufer freiwil- schaftlicher Macht und trägt damit zu einer Umverteilung der Wettbewerbsordnung und Freiheit
lige Tauschgeschäfte, die beide Marktseiten besser stellt. Sie Erträge wirtschaftlicher Entwicklung bei. Wettbewerb stärkt
sind kein Nullsummenspiel, bei dem der Gewinn des einen der also auch die Schwachen der Gesellschaft. Die Ordnung des Wettbewerbs mit vielen Anbietern auf
Verlust des anderen ist: Handelseinig wird man sich nur, wenn offenen Märkten muss so ge­staltet werden, dass Anreize die
der Verkäufer einen Gewinn macht und der Käufer mehr Nut- schöpferische Kraft freier Menschen dazu ermutigen, stets
zen erwartet, als er durch den Kaufpreis an Konsumalterna- Die Angst vor dem Wettbewerb unbequemen Wettbewerb bei ungewissem Erfolg auf sich
tiven aufgibt. Gewinne bieten stets Ansporn, den Wettbewerb zu nehmen. Vor allem gilt es zu verhindern, dass Versuche
aufzunehmen. Verluste sind dagegen ein Signal, den Markt Auch wenn die Summe aller von Partikularinteressen, den Wettbewerb durch staatliche
besser schnell zu verlassen. „Handel erscheint uns Marktteilnehmer durch Wett- Restriktionen zu untergraben, nicht erfolgreich sind.
als Konkurrenzkampf. bewerb gewinnt, lassen sich
Diese von den Marktpreisen übertragenen Signale koordi- Tatsächlich gibt es eine Vielzahl offener und indirekter Wett-
Doch in Wirklichkeit die Verlierer der „schöpfe-
nieren mit „unsichtbarer Hand“ das Verhalten von Milliarden bewerbsbeschränkungen, die nur durch ihre staatliche Legi-
ist es eine Form der rischen Zerstörung“ nicht
von Produzenten und Konsumenten auf den Märkten. Daher timierung erfolgreich sind. Hierzu zählen nicht nur staatli-
Kooperation.“ ignorieren: Vom wirtschaft-
müssen die Marktteilnehmer auch nicht über alle am Markt che Konzessionen, sondern auch eine Vielzahl von Standards
Russell Roberts lichen Wandel betroffene
verfügbaren Gütermengen Bescheid wissen. Auch muss nicht und Auflagen für Unternehmen im Wettbewerb, deren vor-
jeder die zukünftige Entwicklung prognostizieren. Allein die Menschen müssen oft schwe-
re Umstellungen auf sich nehmen, verbunden mit der Angst, dergründige Funktion als Verbraucherschutzinstrument oft
Kenntnis der Preise reicht aus, die Marktteilnehmer zu Verän- unerwünschte, die Konkurrenz erheblich einschränkende Fol-
derungen des Angebots oder der Nachfrage zu bewegen. auch weiterhin zu den Verlierern im Anpassungsprozess zu
gehören. gen verschleiert. Hier beschreitet die Wirtschafts- und Wett-
bewerbspolitik oft eine gefährliche Gratwanderung zwischen
Diese Angst ist jedoch häufig unbegründet, weil die im Wett- Förderung und Untergrabung der Konkurrenz am Markt.
Die Funktionen des Wettbewerbs bewerb freigesetzten innovativen Ideen und Ressourcen
stets mehr Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen als verlo- Die Leistung der Bürger genießt vor jeder Verteilung Priorität,
Wettbewerber konkurrieren mit Preisen, der Qualität ihrer ren gehen: Neue Arbeitsplätze gibt es vor allem im Dienstlei- sei es durch die Teilhabe aller an Leistungs­gewinnen einzelner
Produkte oder über die Informationsfunktion ihrer Wer- stungssektor. Hier sind in Deutschland allein seit 2000 mehr infolge des Zustroms neuer Wettbewerber auf offenen Mär-
bung. Durch Kostensenkungen, Produktverbesserungen oder als 2,3 Mio. Arbeitsplätze neu entstanden. In den übrigen Sek- kten, sei es durch staatliche Umverteilung über die Besteue-
eine optimierte Kundeninformation erstreiten sie sich einen toren gingen zwar gut 1,1 Mio. Arbeitsplätze verloren, doch in rung von Leistungserträgen.
Marktvorteil. Wettbewerb erzeugt einen stetigen Innovations- der Summe hat die vom internationalen Wettbewerb getrie- Der Staat muss daher freien Zugang zu offenen Märkten,
prozess, den F. A. von Hayek auch als "Entdeckungsverfahren" bene Wirtschaftsentwicklung den Menschen mehr Chancen Wettbewerb zur Kontrolle von Macht, geeignete Rahmenbe-
der Märkte bezeichnete und Joseph Schumpeter als Prozess eröffnet. Vor allem kommende Generationen werden hiervon dingungen für Geldwertstabilität und Schutz privater Eigen-
der „schöpferischen Zerstörung“ umschrieb. Lassen sich auf profitieren. tumsrechte gewährleisten. Das sind die „konstituierenden
einem Markt zunächst hohe Gewinne erwirtschaften, ist das
Unter den sich immer wieder wandelnden Wettbewerbsbedin- Prinzipien“ der Marktwirtschaft als „Wettbewerbsordnung“,
ein Signal für profitorientierte Unternehmen, das Güterange-
gungen erweist eine starre Arbeitsmarktpolitik den Menschen als Verfassung der Freiheit. Je besser diese Grundsätze ver-
bot auszuweiten und die Produktionskosten weiter zu senken.
einen Bärendienst. Sie raubt Unternehmen und Beschäftigten wirklicht werden, heute vor allem durch flexible Arbeitsmär-
Das führt im Zeitverlauf zu höherer Qualität, sinkenden Prei- gleichermaßen den Anreiz, sich mit Investitionen, hoher Fle- kte und eine widerspruchsfreie Wettbewerbspolitik, um so
sen und immer wieder neuen Produkten. Altes wird durch xibilität und ständiger Qualifikation an unvermeidbare Markt- wirk­samer kann soziale Abfe-
Neues, das den Wünschen der Konsumenten zu geringeren veränderungen anzupassen. Menschen, die vom Wettbewerb derung durch gezielte Subjekt- „Es kann bei der
Kosten eher entgegenkommt, verdrängt. Die materielle und unter Anpassungsdruck gesetzt werden, kann aber in der hilfen die Anpassungslast des Sicherung der Freiheit
technologische Entwicklung der industriellen Revolution, aber Marktwirtschaft geholfen werden. Struktur­wandels für den Ein- des Wettbewerbs nur
auch die stürmische Dynamik des heutigen Internetzeitalters zelnen tragbar machen: Damit um die Prinzipien,
zeigen, welche beeindruckende Kraft dem Wettbewerb ent- Hier ist eine Sozialpolitik, die den Willen der Menschen zur Wettbewerb mit Marktpreisen nicht aber um die
springt. Wettbewerb nutzt vor allem den Konsumenten. Sie Veränderung finanziell fördert und durch geeignete Rahmen- funktio­nieren kann, muss der Ergebnisse gehen.“
sind es, die von langfristig sinkenden Preisen, höherer Qualität bedingungen unterstützt, hilfreich (Stichwort Liberal: Libe- Bereich sozialer Transfers vom Michael von Prollius
und innovativen Produkten profitieren. Aber auch Arbeitneh- rales Bürgergeld). Eine Politik, die sich den vom Wettbewerb Marktbereich getrennt werden.