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Sonntag, 12.

März 2017

Seite 29

WISSENSCHAFT

Was bedeuten Roboter in der Produktion

Die International Federation of Robotics


(IFR), Verband der Industrien und Orga-
nisationen, der die Entwicklung und von
Robotiksystemen fördert, präsentiert
nur die positiven Aspekte der Einführung
von Robotern in der Produktion, und
kommt sogar dazu zu argumentieren,
dass "Roboter Arbeitsplätze schaffen"!
Er spricht von einer Million "hochqualifi-
zierter" Arbeitsplätze, die aufgrund der
weiteren Einführung von Robotern in die
Produktion geschaffen werden, ohne auf
die "niedrigqualifizierten" Arbeitsplätze
einzugehen, die verlorengehen werden.
Das Weltwirtschaftsforum in Davos, war
in seiner Studie mit dem Thema "Die Zu-
kunft der Arbeit", ein wenig klarer: Bis Androide Industrieroboter (ohne Beine) in der
zum Jahr 2020 werden durch die Einfüh- Produktionsstraße zusammen mit Menschen.
rung von Robotern in der Industrie und
im Dienstleistungssektor 2,1 Millionen Arbeitsplätze entstehen und 7,1 Millionen Arbeitsplätze
verlorengehen.
Die Wahrheit ist, dass die Einführung neuer Technologien und besonders der Robotik den Bedarf an
menschlicher Arbeit reduziert und den Zeiger in Richtung spezialisierterer Arbeit ausschlagen lässt.
In Richtung Arbeiter - Kontrolleur der Roboter, der Ingenieure und Produktionsplaner, derjeniger,
die die "Ausbildung" der Roboter in den jeweiligen Arbeiten übernehmen und natürlich jener, die mit
der Planung und Konstruktion der Roboter zu tun haben. Das gilt sowohl für den Kapitalismus, als
auch für den Sozialismus und Kommunismus. Der Unterschied ist der, dass im Sozialismus das Motiv
für die Einführung neuer Technologien nicht der Gewinn ist, wie im Kapitalismus, sondern die wach-
sende Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen. Die Reduzierung des Bedarfs an menschlicher
Arbeitskraft führt zu einer Reduzierung der Arbeitszeit, was für die Arbeiterkontrolle, die Verwaltung
des sozialistischen Staates durch die den Reichtum produzierenden Arbeiter selbst führen kann. Sie
führt zu einer Anhebung des geistigen und kulturellen Niveaus jedes Werktätigen, zu Erleichterungen
für die Arbeiterinnen, die die zusätzliche Belastung durch die Mutterschaft mit sich bringt und zu
einer Verkürzung der Lebensarbeitszeit. Die Einführung von Robotern in die Produktion führt zu einer
Verbesserung der Basis der Produktion, deren Nutznießer die sozialistische Macht ist.

Im Kapitalismus

Im ausbeuterischen System jedoch, liegen die Dinge völlig anders. Schauen wir uns zwei typische
Fälle an, die zeigen, was im Kapitalismus wirklich geschieht, wenn in die Produktion in großem Aus-
maß revolutionäre Technologie eingeführt wird: Im Juli 2015 reduzierte die chinesische Firma "Chan-
gying Precision Technology Company" in der Fabrik in der Stadt Dongguan, nach einer umfangreichen
Einführung von Roboter-Technologie in die Produktion, ihr Personal um 90%. Von den 650 Werktä-
tigen blieben 60 mit einer Perspektive übrig, die, laut dem allgemeinen Direktor des Unternehmens,
auf schließlich nur 20 reduziert werden. Sicher sanken die Ausfälle in der Produktion um 80% und
der Ausstoß an produzierten Produkten pro Zeiteinheit erhöhte sich um 250 %, mit einer entspre-
chenden Zunahme der Gewinne. Im Mai 2016 reduzierte das chinesische Monopol "Foxconn" dank
der Einführung von Robotern, das Personal in den Fabriken von 110.000 auf 50.000 Arbeitnehmer.
Beide Unternehmen betonten die Bedeutung der Begrenzung an wiederholter langweiliger Arbeit für
die Arbeitnehmer durch den Einsatz von Robotern, aber sie gaben nur vage Hinweise darauf, was
mit den zehntausenden Arbeitern geschah, die ihre Arbeit verloren.
Der Einsatz neuer Technologien ist, mit den begleitenden Veränderungen in der Organisation der
Produktion, der Faktor, der mehr als jeder andere die Produktivität der Arbeit erhöhen und folglich
den Umsatz und die Gewinne steigern kann. Aber die Ersetzung der Arbeiter durch Maschinen erhöht
die organische Zusammensetzung des Kapitals (das Verhältnis von fixem und variablem Kapital oder
einfachster Maschinen und Arbeiter). Weil der Wert von den Arbeitnehmern produziert wird und nicht
von den Maschinen. Wenn der technologische Vorteil (die vergleichsweise höhere Produktivität) für
das investierende Kapital verlorengeht, wenn also der Einsatz dieser speziellen revolutionären Tech-
nologie generalisiert wird, sinkt insgesamt der produzierte Mehrwert, den die Kapitalisten der jewei-
ligen Branche ernten können, weil die gesellschaftlich notwendige Arbeit für die Herstellung der Pro-
dukteinheit aufgrund der Maschinen jetzt kleiner ist (rückläufige Tendenz der Rendite). Das treibt im
weiteren Verlauf die neuerliche Einführung an noch entwickelteren Technologien voran, indem es
einen neuen Zyklus eröffnet, der schließlich zu einer noch größeren Reduzierung des Mehrwerts füh-
ren wird, der angeeignet werden kann.
Bis zu einem Grad wird die rückläufige Tendenz der Rendite durch die Verringerung des Werts der
Maschinen ausgeglichen, die aufgrund der Automatisierung ihrer Produktion mit einem geringeren
Maß an eingesetzter Arbeitskraft, herbeigeführt wird. Zum Ausgleich erhöht das Kapital die Rate des
Mehrwerts noch mehr, indem es die Arbeit intensiviert, die Löhne unter Androhung steigender Ar-
beitslosigkeit senkt und die Schutzmaßnahmen begrenzt. Das Gesetz von der fallenden Rate der
Rendite zeigt Merkmale des historisch begrenzten Charakters der kapitalistischen Produktionsweise,
die in ihrer imperialistischen Phase ein Hindernis für die weitere Entwicklung der Produktivkräfte
geworden ist.
Die intensive Automatisierung mit Robotersystemen und künstlicher Intelligenz kann des Weiteren
ernsthafte Auswirkung sowohl auf die Schicht der Selbstständigen als auch auf die Handwerker ha-
ben. In anderen Fällen wird sie Berufe begrenzen oder abschaffen, und in wieder anderen wird es
die Fortführung der Produktion mit intensiveren Arbeitsmethoden oder mit älteren Automatisierungs-
technologien komplett unrentabel machen.

In der neuen Welt, im Sozialismus

Die Arbeitslosigkeit ist weder ein natürliches Phänomen, noch das Ergebnis der Anwen-
dung der Technologie in der Produktion. Sie ist ausschließlich die Konsequenz der kapita-
listischen Produktionsverhältnisse. Ihre endgültige Auslöschung kann nur im Rahmen die
sozialistischen Produktionsverhältnisse geschehen, dann, wenn für die wirklich volksfreundliche
Neuordnung der Produktion des Landes die Hände der Arbeiter nicht nur nicht überflüssig sind, son-
dern nicht ausreichen. Nur im Verlauf des Aufbaus der kommunistischen Verhältnisse können die
großen Produktionsmöglichkeiten Griechenlands befreit und der heutige Bedarf im Einklang mit den
wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften befriedigt werden.
In diesem Prozess wird die Roboter-Technologie eine entscheidende Rolle spielen. Die Industriero-
boter sind ein Produktionsmittel, die nicht nur direkt als Verbrauchsprodukte oder für die Produktion
von Konsumgütern verwendet werden können, sondern - noch wichtiger - für die Herstellung an-
derer Produktionsmittel. Das Programm der KKE priorisiert die Produktion von Produktionsmitteln,
von der die Entwicklung der gesamten Produktionskapazität, der gesamten technologischen Ausrüs-
tung, der sozialen Dienste, und letztendlich die Fähigkeit zur erweiterten Reproduktion und Steige-
rung des gesellschaftlichen Wohlstands abhängen.
Im Kapitalismus geschieht die Automatisierung ausschließlich im Interesse der kleinen Minderheit
der Eigentümer der Produktionsmittel, der Kapitalisten. Die KKE spricht ganz klar für den einzig
möglichen volksfreundlichen Übergang zur ausgedehnten Automatisierung der Produktion, sie unter-
stellt sie dem gesellschaftlichen Interesse, sie integriert sie organisch in den Plan zur Erreichung von
Wohlstand für das Volk:
"Die Zentralplanung zielt mittel- und langfristig auf die allgemeine Entwicklung der Fähigkeit zur
spezialisierten Arbeit, aber auch auf Änderungen bei der technischen Verteilung der Arbeit, einer
allgemeinen Steigerung der Produktivität der Arbeit und Senkung der Arbeitszeit, einer Abschaffung
der Unterscheidung zwischen ausführender und stabsmäßiger, sowie zwischen manueller und geisti-
ger Arbeit.
Die planmäßige Entwicklung der Produktivkräfte in der kommunistischen Produktionsweise befreit
immer mehr Zeit von der Arbeit, die zur Anhebung des Bildungs- und kulturellen Niveaus des Werk-
tätigen, zur Beteiligung an den Aufgaben der Machtausübung und der Leitung der Produktion...".
https://www.rizospastis.gr/story.do?id=9268655