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Der Hexenhammer

[Name] | Religion | 7 Mai 2018


1. Definition des Begriffs Hexe
Bei dem Begriff „Hexe“ denken viele an das in Kindertagen übermittelte
Bild der Märchenhexe. Die Frau mit Triefaugen, Buckel, Warze, schwarzer
Katze und auf einem Stock gestützt. Sie leben im Wald, reden mit Tieren
und hat magische Kräfte.
In den realen Erzählungen handelt es sich bei Hexen jedoch um Frauen,
die ihre Macht und ihre Fähigkeiten dem Bündnis mit dem Satan
verdanken. Trotz ihrer Bindung zu Satan handeln die Hexen meist aus
persönlichen Gründen, zum Beispiel auf Grund des Strebens nach
irdischen Gütern, wie Geld. Der Begriff Hexe ist eine Art Sammelbegriff
für unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Eigenschaften, wie
zum Beispiel vertraut sein mit Tieren und der Natur, Kindermord und
Kannibalismus. Einflüsse für dieses Bild kommen aus den
unterschiedlichsten Kulturbereichen, zum Teil aus Persien, Ägypten,
Indien oder aus keltischen oder germanischen Glaubensrichtungen.

2. Die Entstehung des Hexenwahns


Entgegen der meisten Vorstellungen entstand der Hexenglaube nicht
unter dem Einfluss der katholischen Kirche, die Entwicklung verlief
entgegengesetzt. In den ersten Jahrhunderten leugnete die katholische
Kirche den Hexenglauben und sie ging noch weiter.
Unter Karl dem Großen sollten all diejenigen die an teuflische Magie und
den nächtlichen Flug der Hexen glauben aus der Gemeinschaft der
Christen ausgeschlossen werden. Die große Anzahl an dadurch
entstehenden Sekte lies die katholische Kirche die Existenz von Hexen
anerkennen und begann den Kampf gegen Ketzerei und Zauberei. Es
kam jedoch nicht zu einer Welle an Hexenverbrennungen, denn
Personen, die der Hexerei bezichtigt wurden, wurden nicht gefoltert, Sie
konnten sich durch Gottesurteil oder durch einen Reinigungseid
befreien.
Die sehr erträglichen Inquisitionen durch die bischöflichen Gerichte
hatten ihre Aufgabe, nämlich die Ketzergruppen zu vernichten, erfüllt
dadurch musste eine neue Aufgabe gefunden werden. Somit verbreitete
die Kirche die Behauptung, dass Hexen in ein Komplott mit dem Teufel
verwickelt sind um das Königreich Gottes auf Erden zu stürzen, die

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Geschichten vom Stattfinden schwarzer Messen verstärkten diese
Vorstellungen noch. Nachdem Papst Johannes XXII die Verfolgung aller
Magietreibenden erlaubte, entwickelte sich die Inquisition weiter.
Die Hexenjagd finanzierte sich selbst, weil sie zu einem bedeutenden
Gewerbe wurden. Durch den Nachlass der hingerichteten Hexen wurden
viele Einkommen gesichert, wie zum Beispiel, des Adels, der Bischöfe,
Könige, Richter und Gemeinden.

3. Hexenbulle und Hexenhammer


Die „Hexenbulle“ wurde 1484 von Papst Innozenz VIII. auf ein
Hilfeersuchen eines deutschen Inquisitors veröffentlicht. Darin schrieb er,
dass die Hexensekte eine große Gefahr für Deutschland und den
christlichen Glauben sei und rief jeden dazu auf diese Gefahr durch
Unterstützen der Inquisitoren zu bekämpfen. Da die Kirche zu dieser Zeit
die totale Kontrolle über das geschriebene Wort hatte, wurde die
„Hexenbulle“ von den Inquisitoren an die dicke Ausgabe des
Hexentraktes angeheftet. Dieses Buch wurde 1487 und dem Namen
„Malleus maleficarum“, in Deutsch „Der Hexenhammer“ veröffentlicht.

Dieses Buch enthielt in 42 Kapiteln und 35 Fragen alles was durch


Gelehrsamkeit und praktischer Erfahrung bis zu dieser Zeit über die
Hexerei festgestellt wurde.

Doch in dieser „Bibel des Hexenwahns“, wie das Buch genannt wurde,
wurde nicht nur Methoden verbreitet, sondern der allgemeine
Frauenhass publiziert, diese wurden als unvollkommene, dumme und
glaubensschwache Tiere bezeichnet, wodurch Sie eine Leichte Beute für
den Teufel sind.

4. Durchführung der Hexenverfolgung

4.1 Die Carolina


Als Carolina (Constitutio Criminalis Carolina) galt als allgemeines
Gesetzbuch der Strafprozesse und legte fest, wie ein Verdacht zu

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bewerten war, welche Anforderungen die Zeugen erfüllen mussten aber
auch wie schwer und wie lange gefoltert werden durfte.

4.2 Erkennung von Hexen


Personen wurden einfach angezeigt bei einem Inquisitor oder
Hexenrichter und dadurch wurde eine Untersuchung gegen die
beschuldigte Person eingeleitet. Nach einer Solchen Anzeige war es die
Pflicht der Hexenrichter dem Vorwurf nachzugehen, für dieses Vorgehen
war die Carolina die Grundlage, jedoch war diese so allgemein gehalten,
dass es ein Leichtes war gegen jeden Anklage zu erheben. Es sollte zum
Beispiel überprüft werden ob die Kläger aus niederen Beweggründen wie
Neid oder Hass den Beschuldigten angezeigt hatten, jedoch wurde der
Pakt mit dem Teufel als Ausnahmeverbrechen geahndet und somit
reichte ein Gerücht als Grundlage für einen Prozess aus.

Da sich die einzelnen Hexen untereinander durch den Hexentanz kennen


mussten, wurde jeder Angeklagter gefoltert und verhört bis er wiederrum
Namen von anderen vermeintlichen Sektenmitgliedern nannte.
Inquisitoren wiesen die Kritiker ab, dass die genannten Personen schuldig
sein müssen, da Gott nicht zulassen würde, dass ein Unschuldiger durch
eine Hexe beschuldigt wird.

Weiterhin wurden die bekannten Hexenproben wie das Hexenbad, das


Suchen eines Hexenmals oder die Tränenprobe durchgeführt um Hexen
zu identifizieren.

5. Das Ende des Hexenwahns


Die Hexenverfolgung fand erst im Zeitalter der Aufklärung ein Ende, da
durch die Naturwissenschaften viele göttliche Gegebenheiten als
physikalische Eigenschaften entlarvt wurden. Die Vernunft im Mensch
wuchs und die Menschen glaubten einander nicht mehr blind Sie wollten
sich eine eigene Meinung bilden. Daraus resultierten wichtige Reformen
des Zeitalters, welche zum Ende der Hexenprozesse beitrugen, wie zum

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Beispiel die Freiheit des Menschen, die Abschaffung der Folter und der
langen Quälereien bei Hinrichtungen.

Nach und nach erkannte die Kirche ebenso das Ende des Hexenwahns
und schuf die Inquisitionsbehörde ab.

6. Hexen heute
Keineswegs hat der Glaube an Hexen mit dem offiziellen Ende der
Hexenverfolgung aufgehört auch heutzutage gibt es vermehrt den
Glauben an Hexen. Es gibt neue Glaubensrichtungen, selbsternannte
Hexen und Hexenzirkel die den Glauben an diese Personen
aufrechterhalten.

Hexen gelten heutzutage weniger als Angsteinflößend, sondern mehr als


Antwort auf bestimmte Ereignissen. Hexen sind die Lösung auf Fragen
die man sich nicht selbst beantworten kann, Sie dienen als
Orientierungs- und Erklärungshilfen um sich der Eigenverantwortung zu
entziehen.

Diese Vorstellung von Hexen mag heutzutage durch zwei


entgegengesetzte Denkweisen verwirklicht werden, zum einen die
vermeintliche „Faulheit“ des Menschen, der sich nicht alles Wissen
aneignen will oder die Verantwortung bei sich selbst für bestimmte
Ereignisse sucht. Zum anderen wirkt die Vorstellung von einer Frau mit
einer schwarzen Katze die auf einem Besen zum Hexentanz reitet um ein
Pakt mit dem Teufel einzugehen zu absurd um wahr Zusein und der
Mensch flüchtet sich in den Gedanken, dass er die Existenz von Hexen
nicht feststellen kann ohne selbst ein Pakt mit dem Teufel einzugehen.

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