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31/8/2020 (Verordnete) Emanzipation?

– Frauen im geteilten Deutschland | bpb

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5.3.2019 | Von: Anna Kaminsky

Anna Kaminsky
Dr. Anna Kaminsky, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-
Diktatur, Berlin

(Verordnete) Emanzipation? – Frauen im geteilten Deutschland


In Fragen der Gleichberechtigung gilt die Frauenpolitik der DDR als vorbildlich. Auch wenn nach 1989 kaum noch etwas von
der DDR Bestand hatte und alles kritisch hinterfragt wurde: Eines wurde gegen alle Vorwürfe verteidigt: Die Frauenpolitik der
SED-Führung. Die sei doch gut gewesen.

Der folgende Text entspricht einem leicht gekürzten Vortrag, den Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur
Aufarbeitung der SED Diktatur, auf dem Symposium der Deutschen Gesellschaft e.V. „Frauen (be-)stimmen mit! – 1918 als
gesellschaftspolitische Zeitenwende“ am 27. September 2018 gehalten hat.

Viele Frauen im Westen bewunderten das, was ihre Geschlechtsgenossinnen im Osten durch den Staat zur Verfügung gestellt
bekamen: Selbstverständliche Berufstätigkeit sowie Kinderbetreuung und das ohne die Kämpfe, die die westdeutsche
Frauenbewegung auszufechten hatte.

1968 in den Blick nehmen


Für diesen Beitrag habe ich mich entschieden, der Frage nach der Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen in Ost- und
Westdeutschland am Beispiel des Jahres 1968 nachzugehen. Das Jahr 1968 gilt als Schlüsseljahr für die politische und
gesellschaftliche Entwicklung in Ost wie West. Für Westdeutschland wird 1968 als Ausgangspunkt einer tiefgreifenden
politischen und gesellschaftlichen Umgestaltung gesehen, die gemeinhin mit „den 68ern“ verbunden wird: Mit der
Studentenbewegung sei der „Mief von 1.000 Jahren“ nicht nur an den Universitäten ausgetrieben worden. Die westdeutsche
Gesellschaft insgesamt sei gezwungen worden, sich ihrer Verantwortung für Holocaust und Vernichtungskrieg zu stellen. Dies
sei einhergegangen mit einer Modernisierung des gesamten gesellschaftlichen Lebens, die die Stellung der Frau ebenso
umfasst habe wie die Liberalisierung des öffentlichen Lebens. Während 1968 im Westen im Rückblick als Chiffre für den
Aufbruch aus einer zutiefst konservativen Gesellschaft steht, ist 1968 im Osten mit dem Untergang der Träume von einem
gesellschaftlichen Aufbruch und der Möglichkeit eines „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ verbunden. Während junge
Menschen in Westeuropa auf den Straßen die Namen kommunistischer Diktatoren wie Mao, Fidel, Che Guevara oder „Onkel
Ho“ skandierten und sie als Helden eines antiimperialistischen Befreiungskampfs feierten, landeten tausende ihrer
Altersgenossen in den Ländern des Ostblocks wegen ihres Wunsches nach Freiheit und Demokratie im Gefängnis.

Für dich im Osten versus Freundin im Westen


Wie sah es nun 1968 mit der Situation von Frauen und Frauenbildern im geteilten Deutschland aus? Für diesen Beitrag wurden
jeweils o zielle Darstellungen aus Politik und Medien in Ost (Neues Deutschland) und West (FAZ, Tagesspiegel) sowie eine
ost- und eine westdeutsche Frauenzeitschrift ausgewertet. Für die DDR el die Auswahl nicht schwer, gab es doch dort neben
verschiedenen Modezeitschriften wie Pramo oder Sibylle nur eine Frauenzeitschrift, die Für Dich. Für die damalige
Bundesrepublik el die Auswahl schon schwerer, da es dort eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Frauenzeitschriften gab. Ich
habe mich für die in München herausgegebene Freundin[1] entschieden. Dabei stand bei der Wahl der westdeutschen
Frauenzeitschrift für mich im Vordergrund, dass diese dem Pro l der DDR-Zeitschrift in etwa vergleichbar sein sollte. Das hieß,
diese sollte sich einer breiten Leserinnenschaft verp ichtet fühlen.

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Für beide gewählten Zeitschriften gilt, dass sie Themen aufgriffen, die nah an der Lebenswelt ihrer Leserinnen waren.
Westdeutsche Frauenzeitschriften sahen ihre Aufgabe vor allem darin, ihre Leserinnen (und auch Leser!) zu unterhalten und
wie es in der ersten Ausgabe der Freundin 1948 hieß, ihnen „nach all den schweren Jahren […] freudigen Herzens ein bisschen
Sonnenschein in ihr Heim (zu) bringen“. Die Zeitschrift wollte „Ihre Freundin sein und Sorgen und Freuden mit ihnen teilen“. Die
DDR-Zeitschrift hatte ebenso wie ihre Vorgängerin Die Frau von heute eine andere Aufgabe: Sie sollte die Frauen weniger
unterhalten, sondern politisch bilden und erziehen. Das hieß vor allem, sie für die Politik der SED und die Berufstätigkeit zu
gewinnen. So nden sich beispielsweise 1968 vielfältige Aufforderungen an die Frauen, sich dafür einzusetzen, dass die DDR
völkerrechtlich anerkannt wird.

Daneben gab es in der Frauenzeitschrift der DDR Für Dich ebenso wie in den Frauenzeitschriften im Westen Ratgeberseiten,
Modestrecken und Kochrezepte. Gleich war auch in den Zeitschriften, dass ost- und westdeutsche Frauen mittels
Heiratsannoncen einen Partner fürs Leben oder die Freizeit nden konnten. Dabei suchten Frauen und Männer in Ost wie West
gleichermaßen nach der „Liebe und dem Glück fürs Leben“. Während Frauen in der DDR in den Annoncen oftmals beschrieben,
dass sie nach einer „großen Enttäuschung“ für sich und ihre Kinder einen neuen verständnisvollen Partner suchten, sind
partnersuchende Frauen im Westen Ende der 1960er Jahre zumeist kinderlos. Frauen aus Ost und West beschreiben sich als
gut verträglich, adrett, reizend und attraktiv und betonen, dass sie „keine Versorgung“ suchen. Männer in Ost wie West betonen
ihre wirtschaftliche Situation: Wohnung, gutes Einkommen und Auto werden in Ost wie West als Merkmale für eine gute Partie
angegeben.

In beiden deutschen Staaten ist das über die Zeitschriften transportierte Bild der modernen Frau ähnlich. Sie wird als jung,
frisch, fröhlich, mutig, gep egt, sportlich, aktiv – im Westen auch schon mal mit Zigarette in der Hand[2], als „schlank, schön,
gesund“ dargestellt. Während man sich im Osten über den westlichen „Twiggy“-Modeltyp, der Anfang der 1960er Jahre das
Modebild bestimmte, lustig machte und DDR-Werbung seit den 1950er Jahren angewiesen war, den Typ „Arbeiter- und
Bauernfrau“ als kräftiger gebaute Frau darzustellen – „denn den wollen unsere Frauen sehen“, entdeckte auch die
westdeutsche Freundin 1968 die „mollige Frau“. Sie erklärte ihren Leserinnen, dass Männer eigentlich mollige Frauen mögen
und sie sich keine Gedanken um ihre Figur machen sollten. In beiden deutschen Staaten bleibt das Modeideal auch Ende der
1960er Jahre jedoch die schlanke, junge Frau.

Zum 8. März, der in der DDR bereits seit 1947 als Internationaler Frauentag begangen wurde, ging es 1968 um den Kampf für
Selbstbestimmung und Menschenrechte. Womit jedoch nicht die Selbstbestimmung der Frauen in der DDR gemeint war,
sondern der antikoloniale und antikapitalistische Befreiungskampf und der Kampf zur Stärkung des Sozialismus. Der achte
März als Internationaler Frauentag spielte im Westen kaum eine Rolle. Zwar berichteten die Zeitungen im Westen am 8. März
1968 darüber, dass Frauen aller Altersgruppen für das Recht auf Abtreibung demonstrierten. Ein Vorgang, der für die DDR
undenkbar war – auch wenn dort ebenfalls viele Frauen illegal abtrieben und wie sich ab 1972 zeigte, dringend auf die
Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen warteten.

Ein Blick in die Ratgeberseiten


In Ost wie West bewegten Frauen unabhängig vom politischen System, in dem sie lebten, offenbar ähnliche Fragen:

· Sie/Er hat ihn/sie verlassen für eine/n andere/n

· Er zahlt nicht nach der Scheidung

· Frauen fühlen sich zu schüchtern, beklagen ihr fehlendes Selbstbewusstsein und fragen, wie man damit umgeht

· Frauen erbitten sich Ratschläge bei der Erziehung und dem Umgang mit ihren Kindern: Wobei es in der DDR-Zeitschrift
vor allem um die Frage der Berufstätigkeit und mögliche schädliche Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung ging
(was selbstverständlich verneint wurde). Während es sich im Westen darum drehte, wie man sein Kind gut erzieht, ihm
Nestwärme und Geborgenheit geben kann und beispielsweise durch die Wahl der richtigen Puppe, den Mädchen
frühzeitig das richtige Mutterbild vermittelt.[3]

Zugleich bringt die Freundin immer wieder Artikel, in denen betont wird, dass arbeitende Mütter gut für ihre Kinder sind und
ihnen ein gutes Rollenvorbild bieten.

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In Ost wie West gab es darüber hinaus durchaus spezielle Fragen. In der westdeutschen Freundin geht es zum Beispiel auf der
Frage- und Ratgeberseite mit dem Titel „Kein Fall ist aussichtslos“ um folgende Fragen und Probleme:

· Eine Frau darf nach der Scheidung ihr Kind nicht mehr sehen.

· Eine Frau war mit einem Mann in Afghanistan verheiratet, wo ein sehr veraltetes Frauen- und Familienbild herrsche und
es Probleme in der Ehe mit einem „Orientalen“ gebe, da in Afghanistan dem Artikel zufolge, der Mann über die Frau
bestimme und alles Eigentum der Frau dem Mann gehöre.

· Die Problematik unehelicher Kinder, die für Ost und West sehr unterschiedlich war: Während in der DDR unehelich
geborene Kinder ehelich geborenen Kindern gleich gestellt waren und gesellschaftlich auch keinen Makel mehr darstellen
sollten, sahen sich unverheiratete Mütter im Westen durchaus Diskriminierungen ausgesetzt. So wurde hier erst 1968 die
gesetzliche Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern beschlossen. Bis dahin galten unehelich geborene
Kinder als in keinem Verwandtschaftsverhältnis zu ihren Vätern stehend.

Lebenswirklichkeit der Frauen nach dem Krieg


In Ost wie West stellten Frauen 1968 noch knapp eine Bevölkerungsmehrheit dar: Von 17 Millionen Einwohnern in der DDR
waren über 9 Millionen Frauen (53 Prozent). In der Bundesrepublik waren 32 der 60 Millionen Einwohner Frauen (53,3 Prozent).
Frauen, die Ende der 1960er Jahre bereits erwachsen waren, teilten in Ost wie West ähnliche Erfahrungen: Sie waren in der
Regel in der Weimarer Republik oder im Nationalsozialismus geboren worden, hatten als Kinder oder junge Erwachsene die
Kriegsjahre miterlebt und waren oft vaterlos aufgewachsen. Frauen aus Ost und West hatten während der Kriegsjahre und in
den ersten Nachkriegsjahren die Erfahrung gemacht, dass sie selbst oder ihre Mütter die Plätze der Männer einnahmen, die
Familien zusammenhielten und über die entbehrungsreichen Jahre brachten. Sie hatten das Kriegsende er- und überlebt, sie
hatten das zerstörte Land aufgebaut und gehofft, dass ihre Väter, Männer oder Söhne den Krieg und die Gefangenschaft
überleben würden. Sie hatten sich als Überlebenskünstlerinnen in Ruinen erwiesen. Frauen in der späteren DDR erlebten zudem
am Kriegsende die Massenvergewaltigungen und Übergriffe durch Soldaten der Roten Armee.
Und auch das verband die Frauen dieser Generationen in Ost und West: Sie teilten ähnliche Bilder vom Familien- und Eheleben.
Der Mann – blieb trotz jahrelanger Abwesenheit – das Familienoberhaupt, auf dessen Rückkehr man wartete, um an das Leben
vor der „Katastrophe“ wieder anzuknüpfen, auch wenn sich dies nach den Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegsjahre oft
schwieriger erwies als erhofft. Sowohl Frauen als auch Männer hatten sich verändert, und die Probleme beim erneuten
Zusammenleben und Zueinander nden waren so erheblich, dass nach Kriegsende in beiden Landesteilen Eheberatungsstellen
eingerichtet wurden.[4]

Gleichberechtigung in der Verfassung


Bereits 1949 war in beide deutsche Verfassungen die Gleichberechtigung von Mann und Frau aufgenommen worden. Jedoch
verstand man in der DDR und der Bundesrepublik sehr Unterschiedliches darunter: In beiden Fällen hieß es, dass Frauen vor
dem Gesetz gleich seien. Frauen in der DDR genossen in der Tat die gleichen Rechte wie Männer. Zahllose Gesetze vom Recht
auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit bis hin zu Erleichterungen für berufstätige Mütter sollten es Frauen erleichtern, arbeiten zu
gehen und trotz Berufstätigkeit, ihren Aufgaben als Ehefrau und Mutter nachzukommen. Trotz dieser Regelungen verdienten
Frauen auch in der DDR durchschnittlich 30 Prozent weniger als Männer. Sie erreichten weit seltener gut bezahlte
Leitungspositionen und arbeiteten zumeist in grundsätzlich schlechter bezahlten so genannten Frauenberufen. Frauen waren
deswegen auch in der DDR öfter als Männer von Altersarmut betroffen.

Im Westen hatte das 1957 verabschiedete „Gleichberechtigungsgesetz“ sowie das 1958 beschlossene Familiengesetzbuch die
Arbeitsteilung in der Ehe festgelegt: Berufstätigkeit war mit Zustimmung des Mannes möglich und soweit diese nicht die
Zuständigkeit der Frau für den Haushalt beeinträchtigte. Der Mann war für das Einkommen verantwortlich und galt als
Haushaltsvorstand. Erst 1977 wurde mit der Reform des Bürgerlichen Gesetzbuchs die so genannte Hausfrauenehe
abgeschafft und das Partnerschaftsprinzip eingeführt. Frauen wurden damit „geschäftsfähig“ und konnten selbst ihre
Arbeitsverträge abschließen oder ohne Zustimmung des Mannes ein Konto eröffnen. Interessant ist, dass die Freundin bereits
1968 immer wieder Frauen ermutigt, sich als Partnerinnen ihrer Männer zu verstehen und auf eine partnerschaftliche Ehe
hinzuarbeiten.

Frauen in der Politik

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In Ost wie West hatten Frauen das aktive und das passive Wahlrecht, wobei sie in beiden deutschen Staaten im politischen
Raum unterrepräsentiert waren. Während es in der DDR keine freien Wahlen gab und die Aufnahme in eine der „Einheitslisten“
von Parteigremien beschlossen wurde, waren es im Westen die männerdominierten Strukturen der Parteien, die den Aufstieg
von Frauen in politische Führungspositionen behinderten. In der DDR waren ca. 29,7 Prozent der Abgeordneten Frauen (die
Mehrzahl in der „Fraktion“ des Demokratischen Frauenbunds Deutschlands, kurz: DFD), im Westen nur 6,9 Prozent. Jedoch
wurde mit Annemarie Renger 1972 zum ersten Mal eine Frau Bundestagspräsidentin. In Ost wie West war Ende der 1960er
Jahre noch das Bild verbreitet, Frauen seien nicht für Leitungspositionen geeignet, da ihnen hierfür die nötigen Eigenschaften
fehlen würden. In einer Ende der 1960er Jahre von der Zeitschrift Für Dich durchgeführten Umfrage gaben Männer an, dass
„Frauen (…) zu wenig Selbstbewußtsein (hätten und) darum (…) nicht leiten" könnten. Die vor allem von Männern vorgebrachten
Argumente unterstellten Frauen, sie seien für Leitungsfunktionen nicht geeignet, weil sie nicht so leistungsfähig wie Männer
wären und neben einer Leitungsfunktion nicht auch noch in angemessener Weise den Haushalt versorgen könnten. Zudem
seien Männer zuverlässiger und würden nicht so oft „ausfallen“. Außerdem hätten Frauen weit weniger Verständnis für
komplizierte Probleme nicht nur in technischen, sondern auch in wirtschaftlichen Fragen. Diese Einschätzungen änderten sich
offenbar erst maßgeblich in den achtziger Jahren, wobei Frauen dennoch die Wege an die Spitze zumeist versperrt blieben.

Sicher dürften es nicht allzu viele Frauen wegen der anderweitigen Belastungen (Haushalt, lange Arbeitstage, Familie, Kinder,
für die die Zeit ohnehin kaum reichte) bedauert haben, dass sie zu den eigentlichen Macht- und Repressionszentren der SED-
Diktatur kaum Zugang hatten. Trotzdem war die geringe Präsenz von Frauen symptomatisch für die trotz aller
propagandistischen Beteuerungen nach wie vor voremanzipatorischen und paternalistisch geprägten Frauenbilder auch in der
DDR.

Berufstätigkeit von Frauen in den 1950er und 1960er Jahren


Frauen in der Bundesrepublik mussten ebenso wie ihre Geschlechtsgenossinnen im Osten während des Krieges und in der
Nachkriegszeit die Plätze der Männer in Wirtschaft und im öffentlichen Leben einnehmen. Nach der Rückkehr der Männer
wurden sie jedoch mehrheitlich wieder aus dem Berufsleben verdrängt. Mit der Rückkehr der Männer wurden nun diese wieder
in ihre vormaligen Arbeitsstellen integriert und die Arbeitskraft von Frauen war nicht mehr erforderlich. Dies entsprach
zumindest in den 1950er und auch 1960er Jahren noch den Vorstellungen vieler Frauen: Diese sahen ihre Berufstätigkeit als
etwas Vorübergehendes und sich selbst in der Rolle der „Zweit- oder Zuverdienerin“, die sobald der Mann zurückgekehrt wäre,
wieder etwas kürzertreten würde.
In der DDR war die Situation wegen der anhaltenden Bevölkerungsverluste durch die Fluchten in den Westen anders: Bis 1961
ohen etwa vier Millionen (das waren ca. 25 Prozent der Bevölkerung) – oft junge und gut ausgebildete – Menschen aus der
DDR. Hier waren Frauen die einzige Arbeitskräftereserve, auf die zurückgegriffen werden konnte und die unbedingt im
Berufsleben gehalten werden musste. Trotz der unterschiedlichen politischen Systeme behielten die Menschen in Ost und
West unabhängig von dem Staat, in dem sie lebten, bis Mitte/Ende der 1960er Jahre ähnliche Vorstellungen von den
Geschlechterrollen und -bildern: Eine Berufsausbildung für Mädchen wurde zwar in Ost wie West mehrheitlich befürwortet
(1970 hatten 71 Prozent der DDR-Frauen eine solche), die höhere Bildung oder ein Studium sollte jedoch den Jungen der
Familie vorbehalten bleiben.

1961 waren in Ost wie West etwa 25 Prozent der Studenten Frauen, obwohl in Ost wie West etwa 35 Prozent der Abiturienten
Frauen waren. Für die DDR ist dieser relativ geringe Anteil insofern erstaunlich, da dort seit den 1940er Jahren massiv dafür
geworben wurde, dass Frauen ebenso wie Männer studieren oder eine Ausbildung absolvieren sollten. Mütter schienen ihren
Töchtern damals in Ost wie West eher davon abgeraten zu haben, zu studieren, denn – so die damals gängige Auffassung –
angeblich würden Männer Frauen, die ihnen überlegen seien, nicht mögen. Sowohl in der Für Dich als auch in der Freundin wird
die Angst, arbeitende Frauen könnten zu wenig „fraulich“ sein und Männer sie nicht mehr attraktiv nden, aufgegriffen.[5]

Stellenwert der Berufstätigkeit von Frauen in Ost- und Westdeutschland


Im Westen konstatierte der Tagesspiegelin Berlin aber auch die Freundin, dass immer mehr (und vor allem junge) Frauen sich
zunehmend als Partnerinnen der Männer verstehen würden. Dennoch würden die „Klischees […] und Anschauung von der
elterlichen oder großelterlichen Ehe“ weiterleben und zählebig sein.[6] Nicht nur die Für Dich im Osten auch die Freundin
plädierte in ihren Ausgaben immer wieder für ein modernes Ehe- und Familienleben, zu dem selbstverständlich die

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Berufstätigkeit der Frau gehören sollte.


Während in der DDR betont wurde, dass nur die Berufstätigkeit die volle Gleichberechtigung der Frauen bringen und den Frauen
eine „sinnvolle“ Beschäftigung bieten würde, wurde im Westen anders argumentiert. In zahlreichen Ausgaben der Freundin des
Jahres 1968 werden Frauen und Mädchen ermutigt, eine Berufsausbildung zu machen und diese auch abzuschließen. Damit
wären sie unabhängig und könnten beispielsweise im Falle eines Scheiterns der Ehe, ohne Angst vor Verarmung,
selbstbewusst und selbstbestimmt entscheiden, wie sie leben wollten. So widmet sich die Freundin gleich in ihrem ersten Heft
1968 dem Thema, was moderne Ehen als „wirkliche Partnerschaften“ ausmachen.[7] Die Freundin plädierte dabei keineswegs
für eine Berufstätigkeit um jeden Preis. In vielen Artikeln nden sich 1968 unter den Stichworten „Emanzipation und Ehe“
Plädoyers für die Berufstätigkeit von Frauen, insbesondere für die Zeit, wenn die Kinder größer wären. Dabei wird auch auf das
Problem der Belastung durch Berufstätigkeit und Hausarbeit eingegangen.[8]
Auch hier zeigen sich die Unterschiede zwischen Ost und West: Während Frauen in der DDR immer wieder erklärt wird, dass die
erhöhten Belastungen durch die Hausarbeit durchaus vorhanden seien, aber durch die Maßnahmen des Staates bald verringert
sein würden, wird im Westen anders argumentiert. Hier heißt es, dass die Belastungen durch Berufstätigkeit und Hausarbeit so
hoch seien, dass – sofern die wirtschaftliche Situation der Eheleute dies zulasse – Frauen, zumal mit Kindern nur in Teilzeit
arbeiten sollten, um die Belastungen möglichst sowohl für sich selbst als auch für die Familien gering zu halten. Mit größerem
Alter und Selbständigkeit der Kinder könnten Frauen durchaus stärker ins Berufsleben zurückkehren. Als Vorbilder werden
Unternehmerinnen oder auch Frauen in politischen Positionen vorgestellt.

So werden in der 1968 von der Freundin ins Leben gerufenen Aktion „Die beste Ehefrau“ Frauen präsentiert, die nicht dem
Klischee eines „Heimchens am Herd“ entsprechen, sondern moderne und selbstbewusste Frauen, die ihren Männern
Partnerinnen sind. Auch die in der Aktion „Der beste Ehemann“ gekürten Männer sind keine Paschas, die ihre Frauen als
Putzfrauen oder Köchinnen betrachten, sondern Männer, die sich als Partner erweisen und sich „auch nicht zu schade sind“ im
Haushalt zu helfen.

In Ost wie West werden in unterschiedlichem Umfang Berufe vorgestellt, die für Frauen in Frage kommen. Im Westen
entsprechen diese dem gängigen Bild: Sekretärin, Verkäuferin, Telefonistin, Vorführdame oder Mannequin und Buchhalterin. Im
Osten hingegen wurde dafür geworben, dass Frauen auch Männerberufe ergreifen sollten: Traktoristin, Ingenieurin,
Mechanikerin sollten Berufe wie Friseurin oder Verkäuferin ergänzen beziehungsweise ersetzen, denn wie Walter Ulbricht
schon 1964 verkündet hatte, könnte man den Sozialismus ja nicht nur mit Friseusen und Verkäuferinnen aufbauen

Berufstätigkeit von Frauen im Osten


Während im Westen Frauen ermutigt wurden, arbeiten zu gehen und in ihrem Selbstbewusstsein bestärkt wurden, sie seien
eigentlich das „stärkere Geschlecht“, konstatierte die DDR-Frauenzeitschrift Für Dich 1968, dass für eine Mehrzahl der Frauen
in der DDR Berufstätigkeit mittlerweile zum modernen Frauen- und Ehebild gehöre. Frauen könnten sich mittlerweile ein Leben
ohne Berufstätigkeit gar nicht mehr vorstellen. Hier war inzwischen die erste Generation Mädchen und Jungen
herangewachsen, die die zehnklassige POS (Polytechnische Oberschule) absolviert hatte, die 1959 eingeführt worden war. 10
Jahre Schule war nun der Normalfall für alle Kinder in der DDR. Damit einherging, dass Mädchen und Jungen in dieser Zeit mit
einem neuen Frauenbild aufwuchsen: Dieses sah selbstverständlich vor, dass Mädchen einen Beruf erlernen und diesen auch
mit Familie weiter ausüben würden. Dies äußerte sich auch in dem 1968 bereits hohen Anteil berufstätiger Frauen: Hier
arbeiteten bereits über 80 Prozent der Frauen, 25 Prozent davon in Teilzeit. Bis 1989 stieg der Anteil arbeitender Frauen auf
92,4 Prozent.

Anonyme Umfragen ergaben ein durchaus differenzierteres Bild: Eine Mehrzahl der Frauen gab an, dass sie vor allem arbeiten
würden, weil ein Verdienst für die Familien nicht ausreiche oder um sich als Familien mehr leisten zu können, die
Wohnungseinrichtung zu verschönern oder in den Urlaub zu fahren. Die Zurückhaltung von Frauen, sich enthusiastischer über
ihre Berufstätigkeit zu äußern, hatte vor allem mit der hohen Belastung zu tun, der berufstätige Frauen in der DDR ausgesetzt
waren. Viele Frauen klagten darüber, dass die versprochenen Erleichterungen bei Kinderbetreuung und Hausarbeit
unzureichend seien. Zudem seien die starren Arbeitszeiten und der sehr frühe Arbeitsbeginn, der in Regel bei 6 Uhr oder 6:30
Uhr lag, kaum mit den Öffnungszeiten der Kindergärten vereinbar. Sie müssten eine „zweite Schicht“ bewältigen und fühlten
sich oft „zweigeteilt“. Schaut man sich Arbeitszeiten im Beruf und die für den Haushalt aufzuwendenden Zeiten an, so

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verbrachten Frauen in der DDR pro Woche oft mehr Zeit damit, den Haushalt zu führen als ihrem Beruf nachzugehen. Dies hing
mit den Problemen bei der Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern und Dienstleistungen ebenso zusammen, wie mit
den damit verbundenen oft langen Wartezeiten, dem Schlangestehen. Eine Mehrzahl der berufstätigen Frauen sprach sich
dafür aus, dass Frauen in Teilzeit arbeiten sollten, um allen an sie gestellten Anforderungen auch gerecht werden zu können.
Teilzeitarbeit gehörte jedoch nicht zu den politisch verfolgten Zielen in der DDR, auch wenn diese wegen der bekannten
Probleme und der begrenzten Möglichkeiten, die Probleme zu beheben, toleriert werden musste.

Frauen im Westen arbeiteten in Teilzeit


Im Westen waren 1968 36,6 Prozent der Frauen berufstätig, die Mehrheit in Teilzeit, um Familie und Beruf vereinbaren zu
können. Bis 1989 erhöhte sich dies auf 50 Prozent der Frauen. Bei Umfragen zu ihrer Motivation arbeiten zu gehen, gaben
alleinstehende Frauen an, dass sie einerseits arbeiten gehen müssten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sie andererseits
aber auch nanziell unabhängig sein wollten und Freude am Beruf hätten. Der Anteil von Frauen, die dies als Motivation für ihre
Berufstätigkeit angaben, erhöhte sich, je älter die Frauen wurden. So betrug dies bei Frauen unter 45 Jahren 28 Prozent, bei
über 45-jährigen waren es 35 Prozent. [9]Verheiratete Frauen hingegen gaben als Motivation zu arbeiten an, dass sie sowohl
zum Unterhalt der Familie beitragen wollten, als auch Freude am Beruf hätten. Nur 11 Prozent der Frauen erklärten, Frauen
gehörten ins Haus.[10]

Kinderbetreuung – ein wichtiges Thema im Osten


Ein Thema, das sich in der westdeutschen Presse in dieser Form kaum ndet, ist die Frage der Kinderbetreuung. Auch wenn
1968 die ersten Kinderläden entstehen und Frauen ermutigt werden, ihre Kinder stundenweise außer Haus betreuen zu lassen,
bleibt es 1968 im Westen ein Randthema. In der ostdeutschen Für Dich hingegen zieht sich die Frage der Kinderbetreuung
durch viele Hefte. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob eine Mutter, die ihr Kind morgens in der Krippe oder im
Kindergarten abgibt, eine gute Mutter ist und ihrem Kind genügend „Nestwärme“ gibt. Die dazu erscheinenden Artikel haben
alle den gleichen Tenor: Mütter, die lieber zu Hause bleiben bei ihren Kindern, werden als „Glucken“ abgewertet, die ihren
Kindern eher schaden, wenn sie mit ihrer „Affenliebe“ kleine Egoisten erziehen. Außerdem könne die moderne Frau Familie und
Beruf gut unter einen Hut bringen, sie müsse sich nur Mühe geben, auch wenn das nicht immer einfach sei. Schließlich würde
die Berufstätigkeit auch die „Autorität“ der Frau in der Familie und bei den Kindern erhöhen. Und auch im Westen wird Frauen in
der Freundin bescheinigt, dass sogenannte Karrierefrauen die „besseren Mütter“ seien.
Um Frauen in die Berufstätigkeit zu bringen, hatte der Staat DDR mittlerweile für 60 Prozent der Ein- bis Dreijährigen und für 80
Prozent der unter sechsjährigen Kinder Betreuungsplätze angeboten. Damit Mütter arbeiten gingen und zum Beispiel
Schichtdienste verrichteten, wurde diesen angeboten, ihre Kinder in Dauerkrippen unterzubringen, wo die Kinder von montags
bis freitags oder samstags bleiben sollten. Begründet wurde die ächendeckende Krippen- und Kindergartenbetreuung aber
nicht nur mit der Berufstätigkeit der Frauen, sondern auch damit, dass ausgebildete Erzieherinnen die Kinder viel besser
betreuen und erziehen könnten als ihre Mütter.

Das bisschen Haushalt ….


In Ost wie West ist Hausarbeit 1968 ein wichtiges Thema. Dabei geht es nicht nur um Werbung für moderne Haushaltsgeräte,
sondern auch darum, dass die damit verbundene Arbeit nicht wertgeschätzt wird. In Ost wie West beklagen viele Frauen die
mangelnde Anerkennung der Hausarbeit. Nicht nur im Westen hätten viele Männer die Zeile „Das bisschen Haushalt macht
sich von allein“ unterschrieben. In der DDR wurde dies noch durch die von der SED betriebene Missachtung und Herabsetzung
von Hausarbeit und Hausfrauen politisch befördert („Faulenzerinnen“, „Schmarotzerinnen“, „Nicht-Arbeit“). Trotz der
demonstrativen Abwertung von Hausarbeit in der DDR war das Problem der „Doppelbelastung“ bekannt und wurde als brisant
eingeschätzt. Frauen wurden immer wieder Erleichterungen bei der Hausarbeit versprochen: Sie sollten durch technische
Geräte so stark entlastet werden, dass sie quasi arbeiten gehen müssten, um sich nicht zu langweilen, hieß es beispielsweise
in den 1950er Jahren bei der Werbung für Haushaltsgeräte. Berechnungen des DDR-Instituts für Marktforschung ergaben ganz
in diesem Sinne, dass Frauen durch die Nutzung eines Kühlschranks, einer Waschmaschine oder eines Staubsaugers so viel
Zeit sparen würden, wie eine durchschnittliche Arbeitswoche besäße.

Da viele Frauen in der DDR dennoch über die Doppelbelastung – die „zweite Schicht“ – klagten, erteilte die Für Dich Rat: Es

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wurde durchaus zugegeben, dass die öffentlichen Dienstleistungen und die Ausstattung mit Haushaltsgeräten nicht
ausreichend seien, um „die Arbeitskraft von Frauen nicht zu vergeuden“. Dennoch wurde den Frauen mit auf den Weg gegeben,
dass sie ihre Ansprüche reduzieren könnten, denn man müsste nicht vom Boden essen können. Frauen wurde zudem erklärt,
dass sie an ihrer Überlastung teils selbst schuld seien, da sie zum Beispiel zu viel Zeit für über üssige Arbeiten wie die
Nutzung von Tischdecken oder das Eindecken des Tisches aufwenden würden. Auch das Selberkochen wird in die Kategorie
unnütze Hausarbeit gesteckt: Wenn die Familien die Schul- und Betriebsspeisung nutzen würden, würden Frauen sehr viel Zeit
sparen und so ihre Belastungen verringern.
Auch im Westen ist Hausarbeit ein Thema. Hier allerdings weniger, um Frauen in die Berufstätigkeit zu bringen, sondern um
den Verkauf neuer Geräte anzukurbeln und Frauen die Arbeit zu erleichtern. Während in der DDR immer wieder über die
Erleichterungen in der Hausarbeit geschrieben und diese angekündigt werden, gehören moderne Haushaltsgeräte und
Dienstleistungen im Westen 1968 zum Alltag.

In beiden Staaten wendet sich die Werbung für Haushaltsgeräte Ende der 1960er Jahre auch den Männern zu. Männern war in
der DDR seit den 1950er Jahren versprochen worden, dass die Berufstätigkeit ihrer Frauen keine Beeinträchtigung ihrer
häuslichen Bequemlichkeit bedeuten würde. Ihnen war versprochen worden, dass sie nur Vorteile haben würden, wenn ihre
Frauen mitarbeiten würden: Die Familien hätten mehr Einkommen, um sich Dinge zu kaufen. Durch die Mitarbeit (sic) der
Frauen würde zudem das Warenangebot größer werden. Und da die Frauen bei Hausarbeit und Kindererziehung entlastet
würden, hätten die Männer auch nicht zu befürchten, dass sie mehr im Haushalt helfen müssten. Für den Schnellkochtopf
wurde zum Beispiel damit geworben, dass sich in diesem das Essen quasi von allein koche, es werde geradezu veredelt, so
dass der Mann, wenn er abends nach Hause kommen würde, gar nicht bemerken würde, dass seine Frau nicht den ganzen Tag
am Herd gestanden hätte. Da die versprochenen Erleichterungen jedoch auf sich warten ließen und die Überlastung vieler
Frauen immer offensichtlicher wurde, griff man in der DDR darauf zurück, Männer stärker zu motivieren. „Meine Frau hat das
gleiche Recht auf Freizeit wie ich“, lautete eine Werbekampagne.

Scheidungen in Ost und West


Die veränderten Frauenrollen und das wachsende Selbstbewusstsein von Frauen verunsicherte viele Männer in der DDR. Ende
der 1960er Jahre ist in der DDR ein neues Phänomen zu beobachten: Die Zahl der Ehescheidungen war seit Anfang der 1960er
Jahre gestiegen und über die Jahre zunehmend normal geworden. Dazu hatte auch beigetragen, dass in der DDR bereits Mitte
der 1950er Jahre die Unterhaltsp icht von Männern für ihre Frauen bei einer Scheidung abgeschafft worden war. Damit sollten
Frauen dazu gebracht werden, arbeiten zu gehen und nicht als „Faulenzerinnen“ und „Heimchen am Herd“ das Leben
„rückständiger bourgeoiser Dämchen“ zu führen. Wurden 1960 nur 14 Prozent der Ehen geschieden, waren dies 1970 bereits
20 Prozent und 1989 38 Prozent.
Während bis Ende der 1960er Jahre überwiegend Männer die Scheidung einreichten (um ihre jüngeren Sekretärinnen zu
heiraten, wie die DDR-Zeitschrift Die Frau von heute sarkastisch Ende der 1950er Jahre anmerkte), beklagten sich 1968
ostdeutsche Männer darüber, dass ihre Frauen immer anspruchsvoller werden würden. Sie würden nun nicht mehr nur
erwarten, dass die Männer die Familien ernährten. Vielmehr würden sie in vielen Bereichen Mitsprache einfordern und
Ansprüche stellen. Für den ostdeutschen Mann besonders herausfordernd war, dass seine Frau ihn gleichberechtigt an der
Hausarbeit beteiligen wollte und ihre eigenen Entscheidungen – bis eben hin zur Scheidung – traf. „Im Gegensatz zu früher
gibt die Frau mit dem Tage der Eheschließung keinesfalls ihre Selbständigkeit auf. Sie bleibt zumeist auch ökonomisch
unabhängig. Sie hat frei gewählt, ob und wen sie heiraten will, sie ordnet sich ein, aber nicht unter“, lautete eine Einschätzung
von Ende der 1960er-Jahre.[11] 1968 kehrte sich in der DDR das Verhältnis der von Männern gegenüber der von Frauen
eingereichten Scheidungen zum ersten Mal um: Hatten Anfang der 1960er Jahre noch mehr Männer als Frauen die Scheidung
eingereicht, waren es 1968 erstmals mehr Frauen. 1968 wurden 60 Prozent der Scheidungen von Frauen eingereicht, was sich
bis in die 1980er Jahre bei ungefähr 66 Prozent einpegelte.[12] Als Hauptbegründung gab eine Mehrheit an, dass ihre Männer
nicht genug im Haushalt helfen würden und Probleme mit einer gleich berechtigten Partnerin hätten.
„Leidet die Liebe unter der Berufstätigkeit der Frau?“, fragte ein großer Artikel in der Berliner Zeitung 1973. Eine Umfrage hatte
ergeben, dass insbesondere Männer der Meinung waren, dass die Berufstätigkeit bei Frauen zu „Gefühlskälte“ führe und damit
einem harmonischen Ehe- und Familienleben abträglich sei.[13] Die Autoren des Artikels führten die bereits bekannten Gründe
an: Überforderung der Frauen durch Berufstätigkeit und Haushalt. Hinzu käme die Uneinsichtigkeit der Männer. Das neue und
moderne Familienmodell könne jedoch nur funktionieren, wenn Männer gleichberechtigt ihren Anteil an der Familienarbeit
übernehmen würden: „Eine berufstätige Frau liebt differenzierter, emp ndsamer, mit höheren Ansprüchen an die Persönlichkeit
ihres Partners und mit höherer Qualität, aber sie ist nicht weniger zur Liebe fähig“, lautete Anfang der 1970er Jahre das Fazit.

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31/8/2020 (Verordnete) Emanzipation? – Frauen im geteilten Deutschland | bpb

[14]

Auch im Westen lässt sich 1968 eine veränderte Einstellung zur Scheidung erkennen. Die Freundin ermutigte ihre Leserinnen,
eine Berufsausbildung zu beenden und diese nicht mehr nur als Überbrückung bis zu einer Eheschließung zu begreifen,
sondern sie auch im Hinblick auf das mögliche Scheitern einer Ehe und eine höhere Unabhängigkeit zu sehen. Frauen wurden
unter dem Titel „Nach der Scheidung lebt sich’s besser“ darin bestärkt, eine unerträgliche Ehe nicht aus Angst vor dem
Getuschel der Nachbarn aufrecht zu erhalten, sondern eine Ehe anzustreben, in der sie als Partnerin des Mannes anerkannt
würden. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass Männer sich partnerschaftlich verhalten sollten. Unter dem Titel
„geschiedene Frauen sind die besten“ bestärkte die Zeitschrift Frauen in ihrem Selbstbewusstsein und versuchte den Makel
„eine Geschiedene“ zu sein, zu mildern. Zugleich warnte die Freundin ihre Leserinnen vor einem zu sorglosen Umgang mit einer
Ehe. Fast ein Drittel der jungen Frauen würden bereits vor der Ehe ein Scheitern derselben einrechnen – nach dem Motto:
„Wenn es halt nicht klappt, dann lassen wir uns eben wieder scheiden.“[15]

Familienplanung in Ost und West


Ein Thema, das Frauen in Ost und West 1968 gleichermaßen bewegte, war die Familienplanung und der Umgang mit
ungewollten Schwangerschaften. In der Bundesrepublik war die „Antibabypille“ bereits 1961 zugelassen worden. Dennoch
verunsicherte die Frage der Verhütung viele Frauen auch 1968 noch, wie die entsprechenden Beiträge in der Freundin ab dem
ersten Heft 1968 zeigen. In der Freundin konnten diese Fragen aus der Anonymität einer Frauenzeitschrift heraus beantwortet
werden. Da ging es um die Unsicherheit vieler Frauen, wo und wie man die Pille erhalten könne, wie man sich beim Arzt
verhalten sollte, um die Pille verschrieben zu bekommen. Da wurde gefragt, ob man offen sagen sollte, dass man keine Kinder
mehr haben möchte oder es besser sei, gesundheitliche Gründe für den Wunsch nach der Pille anzuführen.
Die Freundin gab dabei nicht nur auf praktische Fragen Rat, sondern griff auch heikle moralische Fragen auf, mit denen sich
viele Frauen plagten.[16]

Der Berliner Tagesspiegel stellte im Sommer 1968 teils bewundernd fest, dass man junge Frauen und Männer kaum mehr
voneinander unterscheiden könne, denn „beide tragen lange Haare und lange Hosen“.[17] Im gleichen Artikel wurde konstatiert,
dass junge Frauen zunehmend zu Partnerinnen und Gefährtinnen der Männer werden würden. Dabei seien es insbesondere
zwei Faktoren, die „der jungen Frau heute das selbstbewußte Gefühl geben, Partner zu sein.“ Aufgeführt werden dabei die gute
Schul- und Ausbildung sowie die damit verbundene Möglichkeit der Berufstätigkeit und die Chance, Geld zu verdienen sowie
die Unabhängigkeit durch die Pille. Fragen der sexuellen Befreiung, wie sie oft als bestimmendes Thema der 68er West
angesehen werden, waren damals nur für eine kleine Minderheit bestimmend. Die Mehrheit der Frauen kämpfte mit der
Unsicherheit über eigene Entscheidungen: Sollten sie weitere oder überhaupt Kinder bekommen? Sollten sie arbeiten gehen?
Würden sie dazu auch von ihren Fähigkeiten her in der Lage sein?

In der DDR wurde die so genannte „Wunschkindpille“ erst 1968 o ziell zugelassen. Auch dort stellten sich Frauen ähnliche
Fragen wie Frauen im Westen. Dabei fürchteten sich DDR-Frauen bereits Ende der 1960er Jahre weniger davor, ein uneheliches
Kind zu bekommen, denn diese waren in der DDR bereits in den 1950er Jahren ehelich Geborenen gleichgestellt worden. Mit
der Liberalisierung der Familien- und Ehepolitik nahm die Zahl der Kinder zu, die von ledigen Müttern geboren wurden. Die Zeit
schrieb dazu Anfang der 1970er Jahre, dass es bei Frauen in der DDR offenbar zum guten Ton gehöre, ein uneheliches Kind zu
haben.[18] „Darüber hinaus galt jedoch, daß die junge Frau in der DDR sich ihren Kinderwunsch erfüllen konnte, unabhängig
von der Stabilität ihrer Partnerbeziehung oder auch ohne den Kindsvater in ihre Zukunft einzubeziehen. Sie konnte sich dabei
der moralischen Toleranz/Vorurteilslosigkeit durch die Öffentlichkeit und der ökonomischen Unterstützung durch den Staat
sicher sein und war nicht von Arbeitslosigkeit bedroht“.[19]
Frauen in Ost wie West waren Ende der 1960er Jahre bei der Geburt des ersten Kindes in etwa gleich alt: 22 bis 23 Jahre,
wobei Frauen in der DDR ihr erstes Kind in der Regel mit 21,4 Jahren, Frauen im Westen mit 23,1 Jahren bekamen. Dies
entsprach auch in etwa dem Unterschied beim Heiratsalter: Frauen in der DDR heirateten in der Regel anderthalb Jahre früher
als ihre westdeutschen Altersgenossinnen. Noch 1973 gaben 63 Prozent der ostdeutschen Frauen an, dass sie heiraten
würden, um in materieller Sicherheit zu leben. Die Begründung für die früheren Eheschließungen lassen sich in der
Wohnungsnot der DDR nden: Erst eine Heirat und Kinder ermöglichten es vielen Paaren in eine eigene Wohnung zu ziehen
beziehungsweise überhaupt eine Chance zu haben, eine solche zu bekommen. Für westdeutsche Frauen konstatierte eine

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Studie, aus der die Freundin 1968 zitierte, dass viele junge Frauen zu früh heiraten würden, weil sie sich der Kontrolle durch die
Eltern entziehen möchten.

Familienpolitik in der DDR


In Ost wie West machte sich seit Anfang der 1960er Jahre der Trend zur Kleinstfamilie bemerkbar. Bei einer Umfrage der
Frauenzeitschrift Für Dich gaben 1964 über die Hälfte der befragten Frauen an, dass sie lediglich ein Kind haben wollten.
Weitere 40 Prozent erklärten, dass für sie höchstens zwei Kinder in Frage kämen. Als Gründe für die Orientierung an einer
kleinen Familie mit wenigen Kindern erklärten viele Befragte, dass ihnen Familien mit mehr Kindern leid täten, weil sie neben
der Arbeit und den Kindern dann kaum noch Zeit für sich selbst hätten. Außerdem hieß es: „Ein Kind mehr nicht. Bei einem Kind
wissen wir genau, daß wir ihm alles bieten können.“[20]
Die Zahl der Kinder ging bis Ende der 1970er Jahre von 2,4 (1950er Jahre) auf 1,97 Kinder, Mitte der 1980er Jahre auf 1,70
Kinder und Ende der 1980er Jahre weiter auf 1,52 Kinder zurück.[21] Um Frauen zu motivieren mehr Kinder zu bekommen,
konzentrierte sich die SED ab Anfang der 1970er Jahre mit dem Machtwechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker auf
Maßnahmen, die Frauen mehr Zeit mit ihren Kindern bringen sollten. Berufstätigen Müttern wurde gestattet, ihre Arbeitszeit
von 43,75 auf 40 Stunden pro Woche zu reduzieren. Zudem erhielten berufstätige, verheiratete Frauen einen Haushaltstag.
Zudem wurde ab Mitte der 1970er Jahre das sogenannte „Babyjahr“ ab dem zweiten Kind eingeführt und der Mutterschutz ab
dem ersten Kind auf sechs Monate verlängert. Aber all diese Maßnahmen trugen nicht dazu bei, dass sich die Geburtenzahlen
in dem von der SED gewünschten Maß erhöhten.

„DDR-Frauen“ im vereinten Deutschland


Obwohl Frauen in der DDR immer wieder gelobt wurden für das, was sie leisteten und ihnen bescheinigt wurde, sie würden
„ihren Mann stehen“ und seien unverzichtbar für die sozialistische Produktion, verdienten Frauen auch in der DDR bis zum
Schluss im Schnitt 30 Prozent weniger als die Männer. Auch erreichten Frauen trotz des gleichen Ausbildungsgrads weit
weniger Leitungspositionen als Männer. Und auch in politischen Machtpositionen blieben die greisen Männer in der SED lieber
unter sich.

Dennoch haben es die DDR-Frauen nach 1989 wegen ihrer selbstverständlichen Art, Beruf, Kinder und Familie unter einen Hut
zu bringen zu Vorbildern einer gelungenen Emanzipation gebracht: Das Beste in der DDR seien die Frauen hieß es. Im Westen
genoss die DDR-Frau einen fast legendären Ruf: Frauen im Osten galten als quali zierter, ihre selbstverständliche
Berufstätigkeit wurde bewundert. Trotz aller Gleichberechtigung und Berufstätigkeit seien Ostfrauen aber weiblich geblieben:
Den Haushalt meisterten sie quasi nebenher, sie würden Männer nicht als ihre Feinde ansehen und seien umgänglich. Das
gelungene Bild für eine vermeintlich schmerzlose Emanzipation. Während bis 1989 im Westen Frauen aus der DDR vor allem
positiv betrachtet wurden, fanden sie sich nach 1989 plötzlich zwischen verschiedenen ideologischen Fronten wieder:
„Gegenseitige Vorurteile, Arroganz, unterschiedliche Lebensweisen, Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft,
Erfahrungen, Bildung, Wertvorstellungen, ja, schon die sehr unterschiedlich ausgeprägte Kultur des Zuhörens und Eingehens
auf den Gesprächspartner verhindern oftmals das gegenseitige Verständnis“, konstatierte Sonja Ryll im Rückblick auf das
erste Aufeinandertreffen von Frauen aus Ost und West.
Für die meisten ostdeutschen Frauen bedeutete der Untergang der DDR, dass sie sich Vorwürfen zu ihrem Selbstbild und ihrem
Rollenverständnis ausgesetzt sahen. Beides hatte mit ihren Erfahrungen und den Herausforderungen der Umbruchszeit nach
1989, die für viele mit dem Verlust des Arbeitsplatzes verbunden war, nur wenig gemein: „Zu meinem Mosaik gehört die Masse
der Frauen, die schnell und deutlich erkannt hat, daß sie mit der DDR ihren Arbeitsplatz, die gesellschaftliche Kindererziehung,
die bezahlbare Wohnung, das sichere Umfeld, ihre Stellung in Familie und Gesellschaft verliert.“[22]
Zwar wünschten sich zu DDR-Zeiten viele Frauen Erleichterungen bei der Bewältigung des täglichen Spagats zwischen voller
Berufstätigkeit, Haushalt, Kinderbetreuung und Familie. Einen vollständigen Rückzug aus dem Arbeitsleben konnten sich
jedoch die wenigsten vorstellen. Es kommt nicht von ungefähr, dass Frauen vor dem Hintergrund ihrer individuellen
Umbruchserfahrungen unmittelbar nach 1990 an der DDR vor allem die Möglichkeiten der Teilhabe und Gleichberechtigung in
ökonomischen Fragen als besonders positiv erinnerten.[23] Längerfristig meisterten Frauen die mit der Umgestaltung
einhergehenden Herausforderungen besser als viele Männer und besser, als ihnen zugetraut wurde. Umfragen zufolge gaben
1996 77 Prozent der Befragten an, dass sich mit der deutschen Einheit insbesondere die Situation für Frauen aus der DDR
verschlechtert habe. Sie galten lange als die Verliererinnen der „Wende“. Frauen selbst jedoch sahen ihre Position weit
positiver: 81 Prozent empfanden ihre Situation als besser als zu DDR-Zeiten.[24]

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31/8/2020 (Verordnete) Emanzipation? – Frauen im geteilten Deutschland | bpb

Fußnoten
1. Die „Freundin“ wurde 1948 im Burda-Verlag gegründet und war nur eine unter vielen westdeutschen Frauenzeitschriften. Die „Für Dich“ war
die Nachfolgerin der einzigen DDR-Frauenzeitschrift „Die Frau von heute“, die von 1946 – bis 1961 erschien. Ab 1962 erschien dann die
„Für Dich“ bis 1991. Neben der Für Dich als Frauenzeitschrift gab es in der DDR noch Modezeitschriften wie bspw. die PRAMO, die Sibylle
oder die Modischen Maschen. Während die Für Dich wöchentlich erschien, hatte die westdeutsche Freundin eine zweiwöchentliche
Erscheinungsweise
2. Models mit Zigarette bspw. in Freundin Heft 3/1968.
3. Freundin Nr. 21/1968
4. Vgl. Franka Schneider „Ehen in Beratung“, in: Kaminsky, „Heimkehr“ München 1998, S. 192 – 217.
5. Vgl. Freundin Heft 4/1968, S. 48 (Frau Vera antwortet);1968 legten jeweils weniger als zehn Prozent der ost- und westdeutschen Schüler
das Abitur ab, davon waren etwa 60 Prozent Jungen und 40 Prozent Mädchen. Im Westen waren etwa 40 Prozent der Studierenden. In der
DDR waren es über 45 Prozent, ein Wert der bis Anfang der 1970er Jahre auf über 50 Prozent stieg.
6. Tagesspiegel vom 4.8.1968, S. 35.
7. Freundin Heft 1/1968, S. 38
8. Freundin Heft 4/1968, S. 95.
9. Vgl. FAZ vom 02.01.1968, S. 18.
10. Ebd.
11. Sibylles Modelexikon, 1968, S. 22.
12. Statistisches Jahrbuch der DDR, Bd. 1992, S. 64, 74, 84–86.
13. Leidet die Liebe unter der Berufstätigkeit? In: Berliner Zeitung, 19.8.1973, S. 11.
14. Ebd.
15. Freundin Heft 4 vom 26.3.1968 Wenn‘s nicht mehr geht: Scheidung.
16. Freundin Nr. 5/1968 Thema „Die Pille und die Moral“.
17. Tagesspiegel vom 4.8.1968, S. 35.
18. Sex in der DDR. Das uneheliche Kind gehört zum guten Ton. In: Die Zeit vom 4.8.1972.http://www.zeit.de/1972/31/das-uneheliche-kind-
gehoert-zum-guten-ton/komplettansicht.
19. Uta Schlegel: Geschlechter- und Frauenforschung in der DDR. In: Das Zentralinstitut für Jugendforschung Leipzig 1966–1990. Geschichte,
Methoden, Erkenntnisse. Hrsg. von Walter Friedrich. Berlin 1999, S. 383.
20. Zitiert nach Gerda Weber: Moderne Frau – moderne Ehe. In SBZ-Archiv August 1964, S. 324.
21. Zwischen 1990 und 1994 sank sie sogar auf 0,77 Kinder pro Frau.
22. Sonja Ryll: Frauenbilder gestern und heute, 9.2.2002. http://www.likedeeler-online.de/Like/vor2004/ausgabe4/like_aus4_frauen.htm.
23. Uta Schlegel, Gleichberechtigung der Geschlechter in der DDR. Mythos und Realität. In: Ansichten zur Geschichte der DDR. Band 8/2., hrsg.
von Ludwig Elm, Bonn/Berlin 1997, S. 206.
24. Allensbacher Jahrbuch für Demoskopie. Bd. 10: 1993 – 1997. München 1997, S. 602.

https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/286988/verordnete-emanzipation-frauen-im-geteilten-deutschland 10/10