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Liebe Redaktion,

mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag zum Thema „Neugier“ gehört. Das
Thema hat mich sehr angesprochen, weil es einen zweifelhaften Ruf hat.
Deswegen würde ich gerne zu einigen dort geäußerten Ansichten Stellung nehmen.

Es ist allgemein bekannt, dass Neugier eine der wichtigsten persönlichen


Eigenschaften ist. Das ständige Streben nach neuen Erkenntnissen und das
Hinterfragen von Etabliertem gewährleistet im Grunde jahrtausendlang unsere
Existenz. Alle Neuerungen und Fortschritten, die jemals gemacht wurden, basieren
auf dem menschlichen Bedarf, etwas Neues zu erkennen.

Außerdem gilt heutzutage Neugier als Konkurrenzvorteil in der Arbeitswelt. In der


Öffentlichkeit herrscht die Meinung, wem Informationen gehören würden, würde
die Welt gehören. In der heutigen Welt der enormen Informationsflut ist es
wichtig, sich am auf dem Laufenden zu halten, sonst ist man zwei Schritte hinter
seinen Konkurrenten. In diesem Fall ist Neugier von besonderer Bedeutung.

Nicht nur bei Neuerungen, sondern auch bei der Problemlösung ist Neugier
gefragt. Dazu lässt sich ein Bespiel anführen: Psychologen haben herausgefunden,
dass wer mit Problemen schneller und effizienter umgehen möchte, sollte die
übliche Frage „Was?“ mit derdurch die neuen „Wie?“ umformuliert werdenen
ersetzen. Meinen Erfahrungen nach hilft diese Erkennung alle Probleme vernünftig
und schrittweise zu lösen.

Es muss aber ein Gegenargument gezogen werden. Und zwar, Neugier hat in der
Gesellschaft auch einen fragwürdigen Ruf. Als neugierig gilt meistens die Person,
die die Grenzen des Erlaubten überschreitet und zu viel fragt. Demzufolge
betrachtet eine Menge Menschen diese Eigenschaft als negativ. Ich würde
einerseits diesem Standpunkt zustimmen. Jeder hat in seinem Leben eine
intolerante Frage über Aussehen, Gewicht, Familienstand und sonstiges
bekommen. In diesem Fall handelt es sich um reine menschliche Neugierde, etwas
Interessantes über seine Mitmenschen zu bekommenerfahren.

Man muss andererseits nicht außer Acht lassen, dass man mit dieser Einstellung
sich und seinen Kindern den Weg der Erkenntnisse blockiert. Die Kinder sind
beispielsweise sehr neugierig. In der ersten Klasse bekommt man in einer Stunde
etwa 20 Zwischenfragen, in der fünften sind es im besten Fall zwei. Daraus ergibt
sich, dass wenn die Eltern ihren Kindern Neugierde als negative Eigenschaft
vorwerfen?/präsentieren, führt es zu deren Abstumpfung. Von welchem kritischen
Denken könnte denn die Rede in diesem Fall die Rede sein?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Neugierde eine führende
ausschlaggebende Eigenschaft in unserer Gesellschaft ist. Man muss aber lernen,
sie richtig einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Franka Müller