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Versichert bei der VBG

Informationen für Sportvereine


VBG – Ihre gesetzliche Unfallversicherung
Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit rund 34 Mio. Versicherungsverhält-
nissen in Deutschland. Versicherte der VBG sind Arbeitnehmer, freiwillig versicherte
Unternehmer, Patienten in stationärer Behandlung und Rehabilitanden, Lernende in
berufsbildenden Einrichtungen und bürgerschaftlich Engagierte. Zur VBG zählen über
eine Million Unternehmen aus mehr als 100 Branchen – vom Architekturbüro bis zum
Zeitarbeitsunternehmen.

Weitere Informationen: www.vbg.de

In dieser Publikation wird auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise geachtet. Wo dieses


nicht möglich ist, wird zugunsten der besseren Lesbarkeit das ursprüngliche grammatische
Geschlecht verwendet. Es wird hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass damit auch
jeweils das andere Geschlecht angesprochen ist.

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Versichert bei der VBG
Informationen für Sportvereine

Foto: Kzenon - Fotolia.com

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort 6

1. Zuständigkeit 7
1.1 Die Zuständigkeit der VBG für Sportvereine 7
1.2 Rechtliche Grundlagen 7
1.3 Standort der Unfallversicherung im System der Sozialen Sicherheit 8
1.4 Bescheid über die Zuständigkeit 9
1.5 Rechte und Pflichten der Unternehmer 9
1.6 Die Zuständigkeit bei Bauarbeiten im Verein 10
1.7 Die Zuständigkeit bei Einsätzen/ beim Training von Sportlern in 10
Auswahlmannschaften für einen Verband
1.8 Die Zuständigkeit bei ehrenamtlich Tätigen im Auftrag oder mit
Zustimmung von Kommunen 11

2. Versicherungsfälle 12
2.1 Arbeitsunfälle 12
2.2 Berufskrankheiten 12

3. Kreis der versicherten Personen 13


3.1 Beschäftigungsverhältnis 13
3.2 Selbstständige Tätigkeit 13
3.3 Arbeitnehmerähnliche Tätigkeit 14
3.4 Typische Personenkreise im Sport 15

4. Versicherte Tätigkeiten 22
4.1 Tätigkeit eines Arbeitnehmers 22
4.2 Selbstständige Tätigkeit eines Sportlers 22
4.3 Tätigkeit eines Vereinsmitglieds 23
4.4 Typische versicherte Tätigkeiten im Sport 23
4.5 Umfang und Grenzen des Versicherungsschutzes 25

4
4.6 Wegeunfall 26
4.7 Unfall bei der Durchführung einer Heilbehandlung, 26
berufsfördernder Leistungen zur Rehabilitation oder beim
Entgegenwirken der Gefahr einer Berufskrankheit
4.8 Eltern-Fahrdienste 27

5. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit im Sportverein 28


5.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen der Vorstandsverantwortung 29
5.2 Unterstützung des Vorstands 31
5.3 Präventionsaufgaben und -maßnahmen der VBG 35

6. Leistungen 42
6.1 Leistungen zur Rehabilitation der Verletzten 42
und der Berufserkrankten
6.2 Entschädigung durch Geldleistungen an den Verletzten 45
6.3 Feststellungsverfahren 48

7. Beiträge 49
7.1 Bemessung 49
7.2 Ausgaben 49
7.3 Einnahmen 50
7.4 Rücklage 50
7.5 Betriebsmittel 50
7.6 Beitragserhebung 51
7.7 Mindestbeitrag 56
7.8 Beitrag für Ehrenamtsträger 56
7.9 Lastenausgleich und Lastenverteilung 56
7.10 Beitragsbescheid 57
7.11 Rechtsfolgen nicht rechtzeitiger Zahlung 57

Anlagen 1-5 58-65

5
Vorwort

Verbands- und Vereinsarbeit durch Verwal-


tungen und Politik gewinnt mit immer kom-
plizierter werdenden rechtlichen Rahmenbe-
dingungen zunehmend an Bedeutung.
Ich begrüße es deshalb außerordentlich,
dass sich die Verwaltungs-Berufsgenos-
senschaft dieser Aufgabe annimmt, nicht
zuletzt durch die erneute Neuauflage dieser
Informationsbroschüre für Sportvereine.
Sie bietet ganz praktische Informationen
und Handlungsanleitungen rund um die
gesetzliche Unfallversicherung für Vorstän-
de, gewählte Ehrenamtsträger, Kassen-oder
Sportwarte und natürlich Aktive in den Ver-
einen, um sie gegen die Folgen von Unfällen
abzusichern.

Die beste Unfallversicherung ist aber immer


noch die Unfallverhütung. Den Vereinen ste-
hen die Beratungsleistungen der Aufsichts-
personen der VBG für Fragen der Sicherheit
Dagmar Freitag, MdB, Vorsitzende des Sportaus- und des Gesundheitsschutzes kostenlos zur
schusses des Deutschen Bundestages Verfügung. Ich empfehle, sie zu nutzen!
© Dagmar Freitag/Frank Ossenbrink
Ihre Dagmar Freitag

Der Sportausschuss des Deutschen Bun-


destages hat sich der Förderung des Sports
in seiner ganzen Vielfalt verschrieben. Dazu
gehören vernünftige Rahmenbedingungen
für den Spitzen-, Breiten- und Freizeitsport.
Die Unterstützung für die vielen Ehren- und
Hauptamtlichen in allen Belangen der

6
1. Zuständigkeit

1.1 Die Zuständigkeit der VBG für Sportvereine

Für viele Sportvereine stellen sich immer Diese Fragen soll im Folgenden eine Be-
wieder folgende Fragen: trachtung der „Rechtlichen Grundlagen“,
Was will die VBG von uns? Warum müssen des „Standorts der Unfallversicherung im
wir ihr angehören – wir sind doch schon System der sozialen Sicherheit“, des „Be-
privat versichert! Welche Vorteile haben wir scheides über die Zuständigkeit“ und eine
davon? Darstellung der „Rechte und Pflichten der
Unternehmer“ beantworten.

1.2 Rechtliche Grundlagen

Die gesetzliche Unfallversicherung wurde langwieriger Prozesse für eine zügige und
1884 als Ablösung der Unternehmerhaft- umfassende Entschädigung der Betroffenen
pflicht geschaffen, von 1912 bis 1996 ge- direkt nach Eintritt eines Schadensfalles.
regelt in der Reichsversicherungsordnung Die soziale Ausgewogenheit im Hinblick auf
(RVO), seit 01.01.1997 im Siebten Buch So- den Entschädigungsumfang wird durch die
zialgesetzbuch (SGB VII). Sie befreit den Un- gesetzliche Festlegung der Regelleistungen
ternehmer von Schadenersatzansprüchen und der dazugehörigen Bemessungsgrößen
der in seinem Unternehmen beschäftigten für Geldleistungen erreicht. Zur wirtschaft-
und/oder tätigen Personen, die aufgrund lichen Ausgewogenheit dieser gesetzgebe-
ihrer Tätigkeit zu Schaden gekommen sind. rischen Maßnahme trug die Entscheidung
Neben diesen Unfällen aus rechtswidrigem bei, die Beitragspflicht wegen des Wegfalls
und schuldhaftem Verhalten gibt es auch der unternehmerischen Haftung allein den
einen Entschädigungsanspruch für solche Unternehmern zu übertragen. Dazu war es
Schäden, die durch eine zwar rechtmäßige, allerdings notwendig, alle Unternehmen
aber für andere mit Gefahren verbundene zu erfassen und unter Berücksichtigung
Beschäftigung (Gefährdungshaftung) ent- fachlicher Gesichtspunkte nach Solidarge-
standen sind. meinschaften (Berufsgenossenschaften und
Gewerbezweige) zu ordnen (§§ 120, 121
Die Einführung der gesetzlichen Unfallversi- SGB VII).
cherung befreite sowohl den Unternehmer
als auch den Beschäftigten vom Nachweis Die berufsgenossenschaftliche Zuständig-
des Verschuldens oder der Gefährdung und keit kann durch eine private Versicherung
sorgt seitdem ohne die Notwendigkeit ggf. nicht ersetzt werden.

7
1.3 Standort der Unfallversicherung im System der sozialen Sicherheit

Die gesetzliche Unfallversicherung ist Be- zu den fünf Säulen der Sozialversicherung
standteil des im Grundgesetz verankerten und ist nach fachlichen Gesichtspunkten
Systems der „Sozialen Sicherheit“ in der gegliedert.
Bundesrepublik Deutschland. Sie gehört

Soziale Sicherung
(Art. 20, 28 GG)

Sozialhilfe Sozialversicherung Versorgung

Krankenversicherung
Pflegeversicherung
Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Unfallversicherung

Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Unfallversicherungsträger) sind nach § 114 SGB VII:
1. die gewerblichen Berufsgenossenschaften
2. die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
3. die Unfallkasse des Bundes
4. die Eisenbahn-Unfallkasse
5. die Unfallkasse Post und Telekom
6. die Unfallkassen der Länder
7. die Gemeindeunfallversicherungsverbände und Unfallkassen der Gemeinden
8. die Feuerwehr-Unfallkassen
9. die gemeinsamen Unfallkassen für den Landes- und den kommunalen Bereich

Im Gegensatz zu den anderen Sozialversicherungsträgern werden die Beiträge zur Unfallver-


sicherung allein von den Unternehmern aufgebracht. Diese Entscheidung beruht auf dem
Gründungsgedanken der Ablösung der Unternehmerhaftung (s. „Rechtliche Grundlagen“).

8
1.4 Bescheid über die Zuständigkeit

Die Berufsgenossenschaft hat durch Der Unfallversicherungsträger stellt Beginn


schriftlichen Bescheid gemäß § 136 SGB VII und Ende seiner Zuständigkeit für ein Unter-
für denjenigen, auf dessen Rechnung (Un- nehmen mit schriftlichem Bescheid gegen-
ternehmerrisiko) das Unternehmen (Betrieb, über dem Unternehmer fest. Ein Unterneh-
Verwaltung, Einrichtung, Tätigkeit) geht, men beginnt bereits mit den vorbereitenden
die Zuständigkeit festzustellen. Danach ist Arbeiten für das Unternehmen (§ 136 Abs. 1
auch ein Sportverein ein Unternehmen im Satz 1 und 2 SGB VII).
rechtlichen Sinne mit der Folge, dass für
den Verein als selbstständige juristische Da in jedem Sportverein nach unterschied-
Person die Zuständigkeit festzustellen lichen Rechtsvorschriften versicherte Perso-
ist. Klarstellend sei erwähnt, dass nicht nen tätig sind (z.B. Übungsleiter, wobei es
eingetragene Vereine in der gesetzlichen unerheblich ist, ob diese Tätigkeit aufgrund
Unfallversicherung wie eingetragene Verei- eines Arbeitsvertrages erfolgt), wird für alle
ne behandelt werden. Sportvereine die Zuständigkeit der VBG
festgestellt.

1.5 Rechte und Pflichten der Unternehmer

Die Zugehörigkeit zur Berufsgenossenschaft und die daran anschließende kurze Erläute-
ist mit einer Reihe von Rechten und Pflich- rung sollen einen ersten Eindruck über die
ten verbunden. Die nachfolgende Übersicht wesentlichen Inhalte vermitteln.

Rechte des Unternehmers Pflichten des Unternehmers

Freistellung von der Haftpflicht gegenüber Beachtung der berufsgenossenschaftlichen


den im Unternehmen tätigen Versicherten Vorschriften

Recht auf Beratung in allen Fragen der Unfall- Unterrichtung der Versicherten über die
versicherung, insbesondere der Unfallver- Zuständigkeit und berufsgenossenschaftliche
hütung Vorschriften

Wahlberechtigung zur Vertreterversammlung Meldepflicht von Versicherungsfällen

Wählbarkeit zu den Organen (Vertreterver- Beitragspflicht


sammlung, Vorstand) der VBG

9
Die Unternehmer haben Unfälle von Inhalt und Form der Anzeige werden durch
Ver-sicherten in ihren Unternehmen dem die Rechtsverordnung des Bundesministeri-
Unfallversicherungsträger anzuzeigen, ums für Arbeit und Sozialordnung bestimmt
wenn Versicherte getötet wurden oder so (§ 193 SGB VII). Die Unternehmer haben fer-
verletzt sind, dass sie mehr als drei Tage ner auf Verlangen des Unfallversicherungs-
arbeitsunfähig werden. Die Anzeige ist bin- trägers die Auskünfte zu geben und die Be-
nen drei Tagen zu erstatten, nachdem die weisurkunden vorzulegen, die zur Erfüllung
Unternehmer von dem Unfall (oder von den der gesetzlichen Aufgaben erforderlich sind
Anhaltspunkten für eine Berufskrankheit) (§ 192 Abs. 3 SGB VII).
Kenntnis erlangt haben.

1.6 Die Zuständigkeit bei Bauarbeiten im Verein

Bei der Durchführung von nicht gewerbs- eigenständige Bedeutung. Dies hat zur Fol-
mäßigen Bauarbeiten in Vereinen ist die ge, dass Hilfsunternehmen nicht gesondert
Zuständigkeit der VBG gegeben. erfasst werden, da sie über das Hauptun-
ternehmen Sportverein mit abgedeckt sind.
Die nicht gewerbsmäßig durchgeführten Dies gilt zurzeit auch für die sich aus dem
Baumaßnahmen sind als Hilfsunternehmen SGB VII ergebende Beitragspflicht der Sport-
von Sportvereinen anzusehen. Hilfsun- vereine (§ 168 SGB VII). Zum Versicherungs-
ternehmen sind nach der Begriffsdefinition schutz von Personen, die für den Verein im
des SGB VII alle Unternehmensteile, welche Rahmen nicht gewerbsmäßiger Bauarbeiten
ausschließlich oder überwiegend keine tätig werden, hat die VBG in Abstimmung mit
eigenen wirtschaftlichen Interessen verfol- den Vertretern des Sports ein Merkblatt
gen. Hilfsunternehmen haben daher keine herausgebracht (Anlage 1). 

1.7 Die Zuständigkeit bei Einsätzen/beim Training von Sportlern in Auswahl-


mannschaften für einen Verband

Sofern ein abstellender Verein aufgrund sehen. Somit kann diese Rechtsfolge nur
entsprechender nationaler und/oder inter- eintreten, wenn die Sportler bereits in ihrem
nationaler Regelungen zur Abstellung von Stammverein als pflichtversicherte Personen
Spielern verpflichtet ist, sind die Spieler gelten und dort zum Kreis der versicherten
während ihres Einsatzes bei ihren jeweili- Personen gehören. Nur so wird der Status
gen Nationalmannschaften der einzelnen einer versicherten Person in die jeweilige
Sportfachverbände dann als über ihren Nationalmannschaft übertragen.
Verein pflichtversicherte Personen anzu-

10
Solche Regelungen stellen § 34 der Spiel- Deutsche Spieler hingegen, die bei einem
ordnung des DFB für die nationale Abstel- ausländischen Verein beschäftigt sind,
lungspflicht der Vereine und Anhang 1 des sind bei einem Einsatz in der deutschen
FIFA-Reglements (Stand 10/2010) für die Nationalmannschaft nicht über die deutsche
internationale Abstellungsverpflichtung im gesetzliche Unfallversicherung versichert.
Bereich der deutschen Fußball-National-
mannschaft dar.

1.8 Die Zuständigkeit bei ehrenamtlichen Tätigkeiten im Auftrag oder mit


Zustimmung von Kommunen

Ehrenamtliche Tätigkeiten in Sportvereinen Abs. 3 Nr. 5 SGB VII) und nicht die VBG.
im Auftrag oder mit Zustimmung von Kom-
munen sind nach § 2 Abs. 1 Nr. 10 a SGB VII Beispiel
versichert. Zuständig für Versicherte nach § Ein Sportverein betreibt ein öffentliches
2 Abs. 1 Nr. 10 a SGB VII ist der Unfallversi- Freibad im Auftrag der Kommune.
cherungsträger der öffentlichen Hand (§ 136

11
2. Versicherungsfälle

2.1 Arbeitsunfälle

Arbeitsunfälle sind Unfälle, die ein Versi- 3. das Zurücklegen des von einem unmit-
cherter in ursächlichem Zusammenhang mit telbaren Weg nach und von dem Ort der
seiner versicherten Tätigkeit erleidet. Versi- Tätigkeit abweichenden Weges der
cherte Tätigkeiten sind auch Kinder von Personen, die mit ihnen in
einem gemeinsamen Haushalt leben,
1. das Zurücklegen des mit der versicherten wenn die Abweichung darauf beruht,
Tätigkeit zusammenhängenden unmittel- dass die Kinder wegen der beruflichen Tä-
baren Weges nach und von dem Ort der tigkeit dieser Personen oder deren Ehe-
Tätigkeit, gatten fremder Obhut anvertraut werden,

2. das Zurücklegen des von einem unmit- 4. das Zurücklegen des mit der versicherten
telbaren Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit zusammenhängenden Weges
Tätigkeit abweichenden Weges, um von und nach der ständigen Familien
a) Kinder von Versicherten, die mit ihnen wohnung, wenn die Versicherten wegen
in einem gemeinsamen Haushalt leben, der Entfernung ihrer Familienwohnung
wegen ihrer oder ihrer Ehegatten berufli- von dem Ort der Tätigkeit an diesem oder
chen Tätigkeit fremder Obhut anzuver- in dessen Nähe eine Unterkunft haben,
trauen oder
b) mit anderen Berufstätigen oder 5. das mit einer versicherten Tätigkeit zu-
Versicherten gemeinsam ein Fahrzeug zu sammenhängende Verwahren, Befördern,
benutzen, Instandhalten und Erneuern eines Arbeits-
geräts oder einer Schutzausrüstung sowie
deren Erstbeschaffung, wenn diese auf
Veranlassung der Unternehmer erfolgt.

2.2 Berufskrankheiten

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die in und die sich der Versicherte durch seine
der der Berufskrankheitenverordnung an- versicherte Tätigkeit zuzieht.
liegenden Liste als solche bezeichnet sind,

12
3. Kreis der versicherten Personen

3.1 Beschäftigungsverhältnis

Voraussetzung für den Versicherungsschutz • Zeit, Art, Ort und Dauer der Tätigkeit vor-
nach § 2 Abs.1 Nr.1 SGB VII ist, dass jemand geschrieben werden,
beschäftigt wird. • Urlaubsregelungen,
Der Begriff des Beschäftigungsverhältnisses • Kündigungsvereinbarungen,
wird in § 7 Sozialgesetzbuch IV (SGB IV) • die Verpflichtung zur Berichterstattung
näher definiert: gegeben sind.

§ 7 Beschäftigung Daneben wird auch auf eine wirtschaftliche


(1) Beschäftigung ist die nicht selbstständi- Abhängigkeit abgestellt, die regelmäßig eine
ge Arbeit, insbesondere in einem Arbeits- persönliche Abhängigkeit bedingt.
verhältnis.
(2) Als Beschäftigung gilt auch der Erwerb Nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII stehen somit
beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten oder Er- unter Versicherungsschutz z.B. Angestellte,
fahrungen im Rahmen betrieblicher Berufs- Arbeiter und Auszubildende im Bereich des
bildung. Büros und der Verwaltung.

Der Begriff der nichtselbstständigen Arbeit Hierzu zählen ebenfalls die aufgrund eines
wurde von der Rechtsprechung dahin- Arbeits- oder Dienstvertrages tätigen Ge-
gehend definiert, dass eine persönliche schäftsführer oder Manager eines Sportver-
Abhängigkeit von einem Dritten besteht, die eins. Hiervon abzugrenzen ist die vereins-
sich in einer Weisungsgebundenheit und rechtliche Bindung durch die Mitgliedschaft
Eingliederung in den Betrieb zeigt. Persön- (s. dazu 3.3).
liche Abhängigkeit liegt vor, wenn

3.2 Selbstständige Tätigkeit

Kein Beschäftigungsverhältnis ist gegeben, vereinbarten Vergütung verpflichtet.


wenn jemand aufgrund einer werkvertrag- Bei einem unabhängigen Dienstverhältnis
lichen Vereinbarung gemäß § 631 BGB tätig verpflichtet sich ein Selbstständiger einem
wird oder im Rahmen eines unabhängigen Dritten gegenüber zur Leistung einer im
Dienstverhältnisses. Wesentlichen selbst bestimmten Arbeit. Er
Durch den Werkvertrag wird der Unterneh- überlässt es also nicht dem Dritten, über die
mer zur Herstellung des versprochenen Durchführung seiner Arbeit zu bestimmen.
Werks, der Besteller zur Entrichtung der

13
Kriterien für einen Unternehmer sind Zur Entscheidung sind alle Umstände des
• freie Bestimmung der Tätigkeit, Einzelfalls heranzuziehen, und es ist nach
• freie Bestimmung der Arbeitszeit, dem Gesamtbild der Tätigkeit zu entschei-
• freie Bestimmung des Ortes, den. Maßgebend sind allein die tatsächli-
• keine Urlaubs- oder Entgeltfortzahlungs- chen Verhältnisse, nicht aber die von den
regelung, Beteiligten gewählte rechtliche Bezeichnung
• Tragen eines Unternehmerrisikos (Bezah- oder eine evtl. im Bereich der Kranken-,
lung nach Ergebnis, Stellung des Arbeits- Renten- und Arbeitslosenversicherung oder
materials und -geräts). im Steuerrecht getroffene Entscheidung.

3.3 Arbeitnehmerähnliche Tätigkeit

Nach § 2 Abs. 2 SGB VII sind gegen Arbeits- gliedes aufgrund mitgliedschaftsrechtlicher
unfall ferner Personen versichert, die wie Verpflichtungen ausgeübt wird.
ein nach Abs. 1 Nr. 1 Versicherter, d.h. wie
ein Beschäftigter, tätig werden. Eine mitgliedschaftsrechtliche Verpflichtung
liegt dann vor, wenn die Tätigkeit
Die Rechtsprechung hat hierzu folgende
Voraussetzungen entwickelt, die sämtlich • aufgrund der Satzung,
erfüllt werden müssen:
• Es muss sich um eine ernstliche, • aufgrund des Vorstandsbeschlusses,
• einem fremden Unternehmen (in diesem
Fall: dem Sportverein) dienende Tätigkeit • aufgrund des Beschlusses der Mitglieder-
handeln, versammlung oder
• die dem mutmaßlichen oder ausdrück-
lichen Willen des Unternehmers ent- • aufgrund der allgemeinen Übung ausge-
spricht, übt wird und vom Umfang her nicht
• dem allgemeinen Arbeitsmarkt (Erwerbs- über das hinausgeht, was der Verein
leben) zugänglich ist und im Allgemeinen von seinen Vereinsmit
• im konkreten Einzelfall arbeitnehmerähn- gliedern erwartet.
lich, d.h. nicht aufgrund mitgliedschafts
rechtlicher, gesellschaftsrechtlicher Für die Beurteilung, ob eine Tätigkeit der
Verpflichtung, verwandtschaftlicher oder Mitgliedschaftspflicht entspringt, ist zu
nachbarschaftlicher Gefälligkeitsleistung beachten, wie viele aktive Mitglieder ein
oder die unternehmerähnlich ausgeübt Verein hat und wie viele dort eine ehrenamt-
wird. liche Tätigkeit ausüben. Zu berücksichtigen
ist ferner, inwieweit die ausgeübte Tätigkeit
Zu prüfen ist im Sportbereich insbesondere, dem Vereinszweck entspricht. Ein Ausfluss
ob im Einzelfall die Tätigkeit des Vereinsmit- aus der Vereinsmitgliedschaft ist dann als

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gegeben anzusehen, wenn die Tätigkeit im Gesichtspunkt der besonderen Gefährlich-
Rahmen von Pflichtarbeitsstunden durchge- keit der übernommenen Aufgabe und die
führt wird. Frage, ob eine etwaige Verweigerung der
Unerheblich für die Beurteilung des gesetz- Mithilfe zu vereinsrechtlichen Sanktionen
lichen Unfallversicherungsschutzes ist der führen könnte.

3.4 Typische Personenkreise im Sport

Die nachfolgenden Ausführungen geben setzungen bestimmte Personenkreise des


Aufschluss darüber, unter welchen Voraus- Sports versichert sein können.

3.4.1 Sportler

Der Unfallversicherungsschutz für die von monatlich über 200 Euro geleistet
Sportausübung setzt voraus, dass Sportler werden), müssen unregelmäßige Geld-
Geld- oder / Sachleistungen erhalten, oder Sachleistungen zusätzlich zu den
die individuell („Lohnsteuerkarte“) oder regelmäßigen Geld- oder Sachleistungen
pauschal („Minijob“) der Einkommensteuer im Entgeltnachweis angegeben werden.
und den Sozialversicherungsbeiträgen un-
terworfen werden und in jedem Monat der ∙ Erstattung von durch Belege nachgewie-
Vertragslaufzeit die Grenze von 200 Euro senen tatsächlichen Auslagen durch das
netto übersteigen (netto=ausgezahlte Geld- Sportunternehmen/den Sportverein z.B.
beträge und erbrachte Sachleistungen). für Fahrkarten, Sportgeräte, Reinigung
Bei der Prüfung, ob die Grenze von 200 Euro der vom Sportunternehmen/Sportverein
netto im Monat überschritten ist, bleiben zur Verfügung gestellten Sportbekleidung.
folgende Leistungen unberücksichtigt:
∙ Geld- oder Sachleistungen, die kein bei-
∙ unregelmäßige Geld- oder Sachleistungen tragspflichtiges Entgelt in der gesetzli-
z.B. Sieg-, Auflauf-, Leistungs-, Punkt- oder chen Unfallversicherung sind z.B. Fahrtko-
Bleibeprämien, einmalige Zuwendungen. stenzuschüsse, Mahlzeiten, Getränke.

Achtung! Unregelmäßige Geld- oder Eine Auflistung der beitrags- und nach-
Sachleistungen blieben nur bei der Klä- weispflichtigen Entgelte in der gesetzlichen
rung der Frage, ob überhaupt Unfallver- Unfallversicherung (Arbeitsentgeltkatalog)
sicherungsschutz besteht, unberücksichtigt findet sich unter www.vbg.de Suchwort
(200- Euro-Grenze). Besteht Unfall- „Arbeitsentgeltkatalog“.
versicherungsschutz (weil Zahlungen

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Die VBG führt ein Statusfeststellungsver- die Beitragspflicht für die außerhalb einer
fahren durch, um den Beteiligten frühzeitig Hauptbeschäftigung bezahlten Sportlerin-
Klarheit über den Versicherungsschutz und nen und Sportler zu verschaffen.

3.4.2 Kaderathleten

Kaderathleten des Deutschen Spitzensports Das Vorliegen eines Beschäftigungsverhält-


in den Individualsportarten sind häufig als nisses gegenüber einem Verein oder Dritten
selbstständige Dienstleister anzusehen. muss in jedem Einzelfall geprüft werden.
Indiz dafür wäre u. a. die Anmeldung eines Liegt ein solches zweifelsfrei vor und ist
Gewerbes als Sportler oder die steuer- der Athlet über das Verhältnis zum Verein
rechtliche Behandlung seiner Einkünfte als oder Dritten als Arbeitgeber zur Tätigkeit ge-
Selbstständiger. Dies hat zur Folge, dass die genüber dem Verband verpflichtet, besteht
Athleten nicht unter dem Schutz der gesetz- Versicherungsschutz nur, wenn er zusätzlich
lichen Unfallversicherung stehen. Die Kade- die unter 3.4.1 genannten Voraussetzungen
rathleten haben jedoch die Möglichkeit des erfüllt.
Abschlusses einer freiwilligen Versicherung.

3.4.3 Sponsor-Leistungen

Leistungen eines Sponsors an einen Sport- zu qualifizieren sind und quasi nur im Wege
ler werden bei der Prüfung des Versiche- der abgekürzten Zahlungen direkt vom
rungsschutzes nur in den Fällen berücksich- Sponsor an den Sportler erfolgen. In allen
tigt, in denen sie aufgrund entsprechend anderen Fällen sind solche Sponsor-Zah-
gestalteter Verträge rechtlich als Arbeitsent- lungen dem Sportverein/Sportunternehmen
gelt des Sportvereins/Sportunternehmens nicht zurechenbar und daher nicht relevant.

3.4.4 Vereinsmitglieder bei nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten

Häufig werden im Verein Bauarbeiten durch- ob die Tätigkeit der Vereinsmitglieder als
geführt, bei denen Vereinsmitglieder mitwir- versicherte arbeitnehmerähnliche Tätigkeit
ken. Die Bauarbeiten können dabei einen anzusehen ist (siehe 3.3). Die Fallgestal-
unterschiedlichen Umfang einnehmen, sie tungen sind hier so vielschichtig, dass die
reichen von kleineren Ausbesserungsarbei- VBG die verschiedenen Möglichkeiten und
ten bis hin zu einem Neubau des Vereinsge- deren rechtliche Wertung in einem Merkblatt
bäudes. Die Frage des Versicherungsschut- ausführlich dargestellt hat (Anlage 1).
zes richtet sich im Wesentlichen danach,

16
3.4.5 Übungsleiter

Übungsleiter, die in einem Beschäfti- Übungsleiter, die für den Sportverein un-
gungsverhältnis zum Verein stehen, sind entgeltlich tätig werden und bei denen der
versichert gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII Verein eine derartige Tätigkeit nicht auch
(dazu 3.1). von den sonstigen geeigneten Vereinsmit-
Neben der in 3.1 genannten persönlichen gliedern erwartet, stehen unter Versiche-
Abhängigkeit ist ein weiteres Indiz die rungsschutz gemäß § 2 Abs. 2 SGB VII nach
wirtschaftliche Abhängigkeit des Übungs- den unter 3.3 aufgeführten Kriterien.
leiters, ohne dass diese jedoch für einen Hintergrund ist, dass sich finanzstarke Verei-
Versicherungsschutz nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 ne bezahlte Übungsleiter leisten können; bei
SGB VII vorhanden sein muss. kleinen Vereinen können solche Personen,
Im Regelfall wird ein Übungsleiter mit Lizenz die eine dem allgemeinen Arbeitsmarkt
einen Vertrag mit seinem Verein abschlie- zugängliche Tätigkeit ausüben, wie Be-
ßen, der als Grundlage für die Zuschussge- schäftigte tätig werden. Gleiches gilt für
währung durch den jeweiligen Landessport- regelmäßig tätige Kotrainer, Gruppenhelfer
bund oder Landessportverband gilt. und Sportassistenten.
Steuerfreie Einnahmen gemäß §14 Abs. 1
Satz 3 SGB IV in Verbindung mit § 3 Nr. 26
EStG in Höhe von 2.400,00 Euro jährlich
sind kein Arbeitsentgelt (siehe 7.6.2).

3.4.6 Vereinsmanager

Die Ausbildung zum Vereinsmanager ist Den Abschluss bildet eine Prüfung mit an-
in den einzelnen Landessportbünden des schließender DOSB-Lizenzierung, wie im
Deutschen Olympischen Sportbundes Übungsleiter-Bereich.
(DOSB) unterschiedlich strukturiert.
Der Organisationsleiter/Vereinsmanager
Nach dem Modell der Ausbildung in Rhein- schließt in der Regel einen Vertrag mit
land-Pfalz umfasst diese 120 Unterrichts- seinem Verein, in dem Arbeitsbereich und
einheiten und ist in einzelne Seminarblöcke Tätigkeiten festgelegt und beschrieben sind.
gegliedert. Sie vermittelt Vereinsmitarbei-
tern einen grundlegenden Einblick in die Zum Teil wird auch in anderen Landessport-
Sportorganisation und -verwaltung. bünden eine Stufenausbildung angeboten,
die dann bis zur letzten Stufe 270 Unter-
richtseinheiten umfasst.

17
Bei der Beurteilung des Versicherungsschut- • Aus diesem Vertrag muss sich eine Ab-
zes für einen Vereinsmanager sind neben grenzung der Tätigkeiten ergeben, wo-
den üblichen Kriterien eines abhängigen Be- nach eine Trennung zwischen unver-
schäftigungsverhältnisses folgende Punkte sichertem (siehe 3.4.7) Vorstandsamt
zu prüfen: (Aufgaben gemäß Satzung) und Vereins-
manageraufgaben (gemäß Vertrag) vorge-
• Es muss ein Vertrag zwischen dem Ver- nommen werden kann.
einsmanager und dem Verein vorliegen.

3.4.7 Trainer/Honorartrainer/Spielertrainer

Trainer
Der Trainer in einem Verein (Mannschafts- 1. Der Honorartrainer übt seine Tätigkeit
sportarten oder Individualsportarten), der selbstständig und eigenverantwortlich
im Rahmen eines Beschäftigungsverhält- aus.
nisses tätig wird, ist grundsätzlich nach § 2 2. Er unterliegt keinem Direktionsrecht des
Abs.1 Nr. 1 SGB VII versichert. Vereins-Vorstands, d.h. der Zeitaufwand
seiner Tätigkeit sowie Art und Umfang
Honorartrainer werden vom Trainer selbst bestimmt und
Der selbstständige Honorartrainer (z.B. festgelegt. Er erhält diesbezüglich keiner-
im Bereich des Golfsports, Tennis, Reiten) lei Weisungen von Dritten.
steht nicht in einem abhängigen Beschäfti- 3. Der Honorartrainer sorgt im Falle seines
gungsverhältnis. Er steht deshalb nicht kraft Ausfalls selbstständig für eine Vertretung.
Gesetzes unter Versicherungsschutz. Für 4. Die Bezeichnung des Honorars bzw.
diesen Personenkreis besteht die Möglich- die sozialversicherungsrechtliche und
keit der freiwilligen Unternehmerversiche- steuerliche Behandlung der Vergütung
rung gemäß § 6 Abs.1 Nr. 1 SGB VII. durch Verein und Trainer ist für die Beur-
teilung der selbstständigen Tätigkeit nicht
Beschäftigung nach § 7 SGB IV ist die nicht- maßgeblich.
selbstständige Arbeit, insbesondere in
einem Arbeitsverhältnis. Der Begriff des Honorartrainers wird aller-
dings in der Praxis unterschiedlich und
Hiervon unterscheidet sich der Honorartrai- nicht einheitlich verwandt, für die Frage des
ner durch nachfolgende Kriterien: Versicherungsschutzes gelten daher die
allgemeinen Grundsätze (siehe 3.1 und 3.2).

18
Er kann also unter Berücksichtigung der (mündliche oder schriftliche Vereinbarung
maßgebenden Kriterien im Einzelfall abhän- mit dem Verein) auch als Spieler vertraglich
gig beschäftigt sein oder nicht. verpflichtet ist und zusätzlich die unter 3.4.1
genannten Voraussetzung erfüllt. Gehört die
Spielertrainer Teilnahme am Spiel nicht zur vertraglichen
Spielertrainer ist derjenige, der vertraglich Verpflichtung, muss geprüft werden, ob die
nicht nur zum Training, sondern auch zur unfallbedingte Tätigkeit Ausfluss bzw. Be-
Teilnahme am Spiel verpflichtet ist. Nimmt standteil der Trainertätigkeit oder Teilnahme
der Trainer als Spieler am Wettkampf/Spiel am sportlichen Geschehen ist. Im letzteren
teil, besteht Versicherungsschutz, wenn er Fall besteht kein Versicherungsschutz.
nach Art und Ausgestaltung seines Vertrages

3.4.8 Platzwart, Zeugwart und dergleichen

Hier gilt das bereits unter 3.1 bis 3.3 Gesagte.

3.4.9 Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten

Schiedsrichter, Schiedsrichterassistenten nicht zugänglich und damit nicht arbeitneh-


und andere Personen, die Sportentschei- merähnlich.
dungen treffen, sind nicht versichert. Das Für die Personen kann die freiwillige Versi-
gilt jedenfalls, solange diese Tätigkeit cherung beantragt werden (siehe 3.4.10),
eine Vereinsmitgliedschaft voraussetzt sofern deren Tätigkeit ehrenamtlich erfolgt.
und die Verbandsstatuten die Gestellung Erhält der Schiedsrichter pauschale Ein-
von Schiedsrichtern vorsehen. Eine solche nahmen, die über 720,00 Euro jährlich (§ 3
Tätigkeit ist damit Ausfluss einer, wenn Nr. 26a EStG) liegen, kommt eine freiwillige
auch besonderen Vereinsmitgliedschaft und Versicherung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII in
im Übrigen dem allgemeinen Arbeitsmarkt Betracht.

19
3.4.10 Vorstand/Gewählte und beauftragte Ehrenamtsträger

Gewählte und beauftragte Ehrenamtsträger den Sammelantrag freiwillig versichern.


in gemeinnützigenEinrichtungen, zu denen Der Versicherungsschutz umfasst dabei die
auch Sportvereine gehören, können auf Tätigkeiten, die mit den Aufgaben des ein-
freiwilliger Basis den Unfallversicherungs- zelnen Ehrenamtes verbunden sind. Diese
schutz bei der VBG vertraglich begründen (§ ergeben sich insbesondere aus den jewei-
6 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII). Die Gemeinnützigkeit ligen Satzungsbestimmungen des Vereins
im Sinne des Gesetzes orientiert sich am bzw. den ergänzenden Vereins- und/oder
Steuerrecht, nach dem private Aktivitäten Abteilungsordnungen bei Mehrspartenver-
zur selbstlosen Förderung der Allgemeinheit einen. Das entsprechende Anmeldeformular
steuerlich begünstigt werden. Ist ein Sport- finden Sie im Internet unter www.vbg.de.
verein als gemeinnützig anerkannt, können
daher alle Personen, die durch ihre Wahl Mit einigen Landessportbünden* und der
ein durch Satzung vorgesehenes offizielles VBG besteht ein vereinfachtes Verfahren:
Amt bekleiden und daher in besonderer Die Meldung der gewählten und/oder
Weise Verantwortung übernehmen, sich auf beauftragten Ehrenamtsträger erfolgt nicht
freiwilliger Basis absichern. über den einzelnen Sportverein, sondern der
Diese Möglichkeit steht nicht nur dem Landessportbund meldet die Gesamtzahl
Vorstand offen, sondern auch den Inhabern für seinen Bereich an die VBG. Dadurch ent-
anderer Wahlämter. Auch berufene Stellver- fällt die Einzelmeldung durch die Vereine.
treter des Vorstandes haben die Möglichkeit Nähere Auskünfte erteilt der zuständige
der freiwilligen Versicherung, wenn die Landessportbund.
Satzung die Berufung vorsieht. In einem
Mehrspartenverein können so viele Amts- Sofern weder der Landessportbund noch
inhaber (z.B. der Abteilungsvorstand) von der Sportverein für seine gewählten bzw.
der Regelung profitieren. Zum berechtigten beauftragten Ehrenamtsträger eine freiwil-
Personenkreis gehören auch Personen, lige Versicherung beantragt haben, besteht
die im Auftrag oder mit Einwilligung des aber auch die Möglichkeit des einzelnen
Vorstandes herausgehobene Aufgaben Ehrenamtsträgers, die freiwillige Versiche-
wahrnehmen, die nicht in der Satzung rung zu beantragen (Anmeldeformular unter
verankert sein müssen. Dazu zählen z.B. www.vbg.de).
ehrenamtlich tätige Schieds-, Wettkampf-
und Linienrichter. Sofern eine freiwillige Versicherung nicht
Jeder Sportverein kann seine gewählten abgeschlossen wurde, scheidet Versiche-
Ehrenamtsträger durch einen entsprechen- rungsschutz grundsätzlich aus.

*Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thü-


ringen. Der LSB Württemberg und der badische Sportbund Nord haben für alle Ehrenamtsträger die
freiwillige Versicherung abgeschlossen.

20
3.4.11 Vereinsmitglieder bei Tätigkeiten im Auftrag von Gebietskörperschaften
oder öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften

Wird der Verein im Auftrag oder mit Zustim- Beispiel:


mung einer Gebietskörperschaft oder einer Eine Kommune beauftragt einen Sportverein,
öffentlich-rechtlichen Religionsgemein- die Betreuung von Schülern einer öffentli-
schaft tätig, besteht für die ehrenamtliche chen Schule am Nachmittag zu übernehmen
Tätigkeit des Vereinsmitgliedes Versiche- (Sicherstellung der Ganztagsbetreuung).
rungsschutz (siehe auch 1.8).

21
4. Versicherte Tätigkeiten
Wird nach den oben beschriebenen Voraus- allgemeinen Erfahrungswerte und Gepflo-
setzungen festgestellt, dass es sich um eine genheiten aus dem Bereich des Sports unter
versicherte Person im Sportbereich handelt, Berücksichtigung der besonderen Aufgabe
ist sodann zu prüfen, ob diese Person, der des Versicherten heranzuziehen.
ein Unfall zugestoßen ist, den Unfall auch
infolge einer versicherten Tätigkeit erlitten Erleidet ein gewählter oder beauftragter
hat. Ehrenamtsträger einen Unfall, so soll bei der
Unfallmeldung immer die Vertragsnummer
Der Umfang und Inhalt der versicherten der freiwilligen Versicherung bei der VBG
Tätigkeit ergibt sich in der Regel aus einem angegeben werden. Sofern der zuständige
zwischen den Parteien geschlossenen Landessportbund einen Vertrag mit der VBG
Vertrag. Sollte ein schriftlicher Vertrag nicht geschlossen hat, ist diese Vertragsnummer
vorliegen, so sind die mündlichen Abspra- anzugeben; hat der Verein selbst den Ver-
chen maßgeblich. Sofern keine besonderen trag geschlossen, so gilt die Nummer dieses
Absprachen getroffen wurden, sind zur Vertrages.
Beurteilung der versicherten Tätigkeiten die

4.1 Tätigkeit eines Arbeitnehmers

Bei der Bearbeitung von Unfällen der Arbeit- der Feststellung der versicherten Tätigkeit
nehmer im nicht Sport ausübenden Bereich, keine von den üblichen Unfällen abweichen-
wie Büro und Verwaltung, ergeben sich bei den Probleme.

4.2 Selbstständige Tätigkeit eines Sportlers

Die freiwillig versicherten Sportunter- cherte Personen. Haben sie keine freiwillige
nehmer sind bezüglich der versicherten Versicherung abgeschlossen, besteht kein
Tätigkeit nach den gleichen Grundsätzen Versicherungsschutz.
zu behandeln wie sonstige freiwillig versi-

22
4.3 Tätigkeit eines Vereinsmitglieds

Die Tätigkeiten eines Vereinsmitglieds sind Vereinsmitglied, das kurzfristig die Aufgabe
grundsätzlich unversichert. Bestimmte eines hauptamtlich beschäftigten Trainers,
Tätigkeiten werden von den Mitgliedern aus Platzwartes oder Hausmeisters übernimmt,
besonderem Engagement oder aus einer übt in dem Moment eine versicherte Tätig-
moralischen Verpflichtung heraus übernom- keit aus.
men. Wenn also z.B. die Eltern ihr Kind zum
Sportverein fahren, so tun sie dies aufgrund Jugendspieler, die sich aufgrund eines
ihrer elterlichen Verpflichtung, auch wenn „Ausbildungsvertrages“ auf ihren späte-
sie dabei andere Kinder mitnehmen (siehe ren Einsatz als Nachwuchsprofisportler
auch 4.10). Gleiches gilt, wenn die Mütter re- vorbereiten, werden häufig als Amateure
gelmäßig die Trikots der ganzen Mannschaft bezeichnet, sind aber bereits an den Verein
waschen und nicht nur das des eigenen wie Profis gebunden. Hier ist im Einzelfall
Kindes. Diese Tätigkeiten sind regelmäßig zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen
unversichert. Wird das Waschen regelmäßig Amateur handelt oder ob er nur als solcher
von einer Person ausgeführt, etwa gegen bezeichnet wird. Aufgrund der vertraglichen
ein Waschgeld pro Trikot, wird es sich um Bindung kann er als abhängig beschäftigter
eine versicherte Tätigkeit handeln, die bei Sportler unter Versicherungsschutz stehen,
größeren Vereinen auch von bezahlten sofern die unter 3.4.1 dargestellten Kriterien
Kräften (Zeugwart) ausgeführt wird. Das erfüllt sind.

4.4 Typische versicherte Tätigkeiten im Sport

4.4.1 Gegen Entgelt tätige Sportler

Die versicherte Tätigkeit eines Sportlers erbringen. Im Übrigen gehört zur versicher-
(s. auch 3.4.1) besteht grundsätzlich ten Tätigkeit des Sportlers die Teilnahme an
darin, dass er im Training seine körperliche allen vom Verein vereinbarten Veranstaltun-
Leistungsfähigkeit herstellt, erhält und stei- gen (z.B. Wettkämpfe, Freundschaftsspiele,
gert, um die von ihm erwarteten Leistungen Teambesprechungen).
zugunsten seines Vereins im Wettkampf zu

23
Probetraining

In der Rechtsprechung wird hier in der Regel zuzuordnen ist. Eine Ausnahme wurde nur
kein Versicherungsschutz angenommen, gemacht bei einer Anstellung mit anschlie-
da die Suche nach einem Arbeitsplatz dem ßender sofortiger Arbeitsaufnahme.
privaten, eigenwirtschaftlichen Bereich

4.4.2 Trainer/Übungsleiter

Zur versicherten Tätigkeit eines Trainers/ Es kann aber auch, meist in Einzelsportar-
Übungsleiters gehört die Planung und ten (Tennis, Pferdesport, Golf), Trainer auf
Durchführung des Trainings, einschließlich Honorarbasis geben, die freiberuflich tätig
der Gestaltung der Trainingsstätte sowie und damit unversichert sind. Hier kommt es
die Betreuung vor, während und nach dem auf die Vertragsgestaltung an, die mit den
Wettkampf. Ferner zählt dazu die Teilnahme tatsächlichen Verhältnissen übereinstim-
an Maßnahmen der Aus- und Fortbildung men muss.
und an Trainerbesprechungen im Verein.
Zur Beurteilung der versicherten Tätigkeit
Diese Merkmale sprechen für eine wei- von Spielertrainern siehe unter 3.4.6.
sungsgebundene Einordnung des Trainers/
Übungsleiters als Beschäftigten in den
Verein.

4.4.3 Platzwart, Zeugwart und dergleichen

In diesem Bereich ist zunächst festzustel- Sind es Pflege- und Wartungsarbeiten, die
len, ob der Wart seine Aufgaben als Organ- erheblich über das hinausgehen, was von
mitglied gemäß der Satzung ausübt. Dann einem aus Mitgliedspflichten tätigen Wart
besteht kein Versicherungsschutz, wenn erwartet werden kann, besteht Versiche-
keine freiwillige Versicherung abgeschlos- rungsschutz nach § 2 Abs. 1 oder 2 SGB VII.
sen wurde.

24
4.4.4 Teilnehmer an Übungsleiterlehrgängen

Versicherte Tätigkeit ist die Anreise zum Unterricht sowie an Gemeinschaftsveran-


und die Abreise vom Lehrgangsort, die Teil- staltungen.
nahme am theoretischen und praktischen

4.4.5 Sportfeste

Das ganze Jahr über werden Sportfeste aller mitwirkenden Vereinsangehörigen verfolgen
Art veranstaltet. Mitgliedschaftsinteressen und sind deshalb
Sie lassen sich einteilen in Veranstaltungen, unversichert.
die vereins-, ggf. verbandsinterne Bedeu- Werden Fremdaufträge an Firmen oder an-
tung haben (Jahrespokal, Weihnachtsfeier, dere Dritte vergeben (Werkverträge zwecks
Jubiläumsfest) und solche, die Vorführun- Zeltauf- und -abbau, Kioske, Würstchenstän-
gen für die Öffentlichkeit sind mit dem de), so sind die eingesetzten Personen nicht
Ziel, sowohl für den Sport zu werben als über den veranstaltenden Verein bei der
auch Einnahmen zu erzielen. VBG, sondern ggf. bei der für das Fremdun-
Bei vereinsbezogenen Veranstaltungen ternehmen zuständigen Berufsgenossen-
wird die Regel sein, dass ein Vorstandsbe- schaft, z. B. der BG Nahrungsmittel und Gast-
schluss oder ein Beschluss der Mitglieder- gewerbe versichert. Nachweise gegenüber
versammlung zur Mithilfe bei der Ausge- der VBG kommen also nicht in Betracht.
staltung auffordert. Die auf diese Weise

4.5 Umfang und Grenzen des Versicherungsschutzes

4.5.1 Eigenwirtschaftliche Tätigkeit

Tätigkeiten, die dem privaten Bereich zu- von ihm privat ausgeübt werden (z. B. ein
zuordnen sind, müssen von den versicher- Fußballspieler gibt Autogrammstunden im
ten Tätigkeiten abgegrenzt (sogenannte Rahmen der Vorstellung des von ihm über
eigenwirtschaftliche Tätigkeiten) werden. seinen Sport verfassten Buches, Jogging
Hier geht es vor allem um Tätigkeiten, die während seiner Freizeit, Aufenthalt in einem
z. B. der Sportler in seiner Eigenschaft als Fitnessstudio), sofern sie nicht im Rahmen
Mitglied des Vereins ausübt, oder aber um eines vom Verein durchgeführten Trainings-
Tätigkeiten, die zwar mit seiner Tätigkeit programms stattfinden.
als Sportler in Zusammenhang stehen, aber

25
4.6 Wegeunfall

Versicherte Tätigkeit ist auch das Zurückle- außerhalb der Arbeitsstätte zurücklegt, ste-
gen des mit dieser Tätigkeit zusammenhän- hen unter Versicherungsschutz (Dienstwege
genden unmittelbaren Weges nach und von und Dienstreisen). Hierzu gehören insbe-
dem Ort der Tätigkeit, sodass auch hier sondere die Wege, die erforderlich sind,
Versicherungsschutz besteht. Versichert ist um Pflege und Wartung des Trainingsgeräts
nur der kürzeste oder zweckmäßigste Weg, sicherzustellen oder die zur Organisation
nicht aber Um- oder Abwege. Da der Arbeits- von Training und Wettkampf dienen oder die
ort wechseln kann, ändert sich auch der aus einem anderen Grund im vereinseigenen
versicherte Weg, was jeweils im Einzelfall zu Interesse durchgeführt werden.
prüfen ist.
Alle Reisen zu auswärtigen Spielen, die vom
Sämtliche Wege, die nicht zu oder von der Verein organisiert werden, sind als Dienst-
Wohnung führen, die der Sportler aber im reisen mitversichert.
Rahmen seiner versicherten Tätigkeit auch

4.7 Unfall bei der Durchführung einer Heilbehandlung, berufsfördernder


Leistungen zur Rehabilitation oder beim Entgegenwirken der Gefahr
einer Berufskrankheit

Nach einem Arbeitsunfall ist der Sportler nahme eines bestimmten Arztes allein auf
auch bei einer der vorher genannten Maß- einem besonderen persönlichen Bedürfnis
nahmen ebenso wie andere Unfallverletzte des Sportlers beruht.
versichert. Eine Ausnahme ist allerdings bei Versicherungsschutz besteht in jedem Fall
den Arztbesuchen zu machen, die der Sport- auf dem Weg zu/von der sportmedizinischen
ler aus eigenem Antrieb tätigt und die in der Nachbehandlung wegen eines Arbeitsunfalls
Regel mit langen Anfahrtswegen verbunden und während des Aufenthalts in der Behand-
sind. Solche Spezialistenbesuche bedürfen lungsstätte.
zur Begründung des Unfallversicherungs-
schutzes der Anordnung bzw. Genehmigung Für alle anderen Arztbesuche gilt, dass die
der VBG. Ansonsten sind sie dem privaten Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederher-
Bereich des Sportlers zuzurechnen, weil stellung der Gesundheit grundsätzlich zum
objektiv gesehen eine optimale medizini- unversicherten Lebensbereich gehören. In
sche Versorgung auch im näheren Umkreis Ausnahmefällen kann der Weg zum Arzt
geleistet werden kann und die Inanspruch- unter Versicherungsschutz stehen, wenn

26
vom Arbeitgeber die Konsultation des Arztes oder zwecks Beseitigung eines schlechten
ausdrücklich angeordnet wird. Trainingszustandes besteht kein Versiche-
Bei Inanspruchnahme der besonderen rungsschutz, es sei denn, die Maßnahme
Therapieeinrichtungen wegen anderer Er- wird vom Verein als besonderes Training
krankungen, der Folgen von Freizeitunfällen angeordnet und finanziert.

4.8 Eltern-Fahrdienste

Die Hin- und Rückfahrt der Kinder durch den Sportstätte sind unabhängig von ihrer
die Eltern zur eigenen Sportstätte ist immer Entfernung für die Eltern dann versichert,
unversichert, auch wenn fremde Kinder wenn auch andere Kinder als die eigenen
mitgenommen werden (zu vergleichen mit mitfahren bzw. die Mitfahrt anderer Kinder
der Bringpflicht zur Schule im Rahmen der vorgesehen war. Im Übrigen gilt das unter
elterlichen Fürsorge). Die Fahrten zur frem- 4.3 Gesagte entsprechend.

27
5. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der
Arbeit im Sportverein
Der Vorstand eines Sportvereins ist als gehört nicht nur die Streu- und Räum-
Vertreter der juristischen Person Sportverein pflicht auf vereisten Gehwegen im Winter,
e.V. für den sicheren und gesundheitsge- sondern beispielsweise auch die Pflicht,
rechten Vereinsbetrieb verantwortlich: die Qualifikation der im Vereinsbetrieb
eingesetzten Trainer/Übungsleiter sicher-
• Beschäftigte und beschäftigtenähnlich zustellen.
tätige Mitglieder haben gegenüber dem
Vorstand Anspruch darauf, dass der Die Verantwortung für den sicheren und
Vorstand die staatlichen und berufsge- gesundheitsgerechten Vereinsbetrieb gilt für
nossenschaftlichen Arbeitsschutzbestim- beide Personengruppen; sie hat jeweils nur
mungen, aus denen sich für den Vorstand eine andere Rechtsgrundlage.
eine Reihe von Pflichten ergeben, einhält.
Hierzu gehört beispielsweise die Pflicht, Während die Ausführungen zur Verkehrssi-
den Trainern/Übungsleitern sicherheits- cherungspflicht entweder nur sehr allgemein
technisch einwandfreie Sportstätten und oder einzelfallbezogen sind, enthalten die
-geräte zur Verfügung zu stellen. staatlichen und berufsgenossenschaftlichen
Arbeitsschutzbestimmungen konkrete und
• „Normale“ Vereinsmitglieder (weder be- detaillierte Pflichtenbeschreibungen, die
schäftigt noch beschäftigtenähnlich tätig) auch viele Aspekte der Verkehrssicherungs-
und Dritte (zum Beispiel Passanten und pflicht berücksichtigen.
Zuschauer) haben gegenüber dem
Vorstand Anspruch darauf, dass sie nicht Für die Vereinspraxis bedeutet das:
durch den Vereinsbetrieb gefährdet wer- Die Einhaltung der staatlichen und berufs-
den. Ihnen gegenüber hat der Vorstand genossenschaftlichen Arbeitsschutzbestim-
die in der Rechtsprechung zu § 823 „Scha- mungen gewährleistet, dass der Vorstand
densersatzpflicht“ des Bürgerlichen auch seiner Verantwortung gegenüber den
Gesetzbuchs (BGB) beschriebene Ver- „normalen“ Vereinsmitgliedern und Dritten
kehrssicherungspflicht zu erfüllen. Hierzu in weiten Teilen gerecht wird.

28
5.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen der Vorstandsverantwortung

5.1.1 Staatliche Arbeitsschutzbestimmungen

In Sportvereinen mit Beschäftigten gilt – wie weitere Arbeitsschutzvorschriften (Gesetze


in jedem anderen Unternehmen auch – für und Verordnungen), die der Vorstand in
die Sicherheit und den Gesundheitsschutz Vereinen mit Beschäftigten zu beachten hat.
dieses Personenkreises bei der Arbeit Von grundsätzlicher Bedeutung für Sportver-
das staatliche Arbeitsschutzrecht. Dieser eine sind u.a.:
Rechtsbereich ist aufgrund der Verpflich-
tung der Bundesrepublik Deutschland zur • Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
Umsetzung von EG-Richtlinien in den letzten • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
Jahren kontinuierlich überarbeitet worden. • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

Mit dem „Gesetz zur Umsetzung der EG-Rah- Andere Arbeitsschutzvorschriften kommen
menrichtlinie Arbeitsschutz und weiterer nur bei bestimmten Tätigkeiten zum Tragen,
Arbeitsschutzrichtlinien“ vom 07.08.96 z. B.:
ist insbesondere die Gewerbeordnung,
die nicht für Sportvereine galt, weitgehend • Bildschirmarbeitsverordung (BildscharbV)
durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) • PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV)
abgelöst worden. Da dieses Gesetz aus- (PSA = Persönliche Schutzausrüstung)
drücklich für den Schutz der Beschäftigten • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
bei der Arbeit in allen Tätigkeitsbereichen
gilt (§ 1 Abs.1 ArbSchG), sind die in ihm ent- Wieder andere Arbeitsschutzvorschriften
haltenen Bestimmungen auch in Sportverei- gelten nur für bestimmte Personengruppen,
nen mit Beschäftigten zu beachten. z. B.:

Die Verantwortung für die Umsetzung der • Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)


Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes • Mutterschutzgesetz (MuSchG)
trägt der Vorstand des Vereins als Vertreter
des Arbeitgebers Sportverein e.V. (§ 13 Zur Konkretisierung der Verordnungen
Abs.1 ArbSchG). Er hat durch eine Beurtei- erarbeiten Ausschüsse ein technisches Re-
lung der für die Beschäftigten mit ihrer Ar- gelwerk, das Maßstäbe für die Erfüllung der
beit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, Bestimmungen der Verordnungen setzt, z. B.:
welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes
erforderlich sind (§ 5 ArbSchG). • Arbeitsstättenrichtlinien (ASR)
• Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
Neben dem Arbeitsschutzgesetz enthalten • Technische Regeln für Betriebssicherheit
die staatlichen Arbeitsschutzbestimmungen (TRBS)

29
Zur Vermeidung von Doppelregelungen hat Für beschäftigtenähnlich tätige Personen
der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit gelten die staatlichen Arbeitsschutzvor-
den Trägern der gesetzlichen Unfallversi- schriften nicht unmittelbar. Hinsichtlich der
cherung die Möglichkeit eröffnet, in den von Gewährleistung der Sicherheit und des Ge-
ihnen erlassenen Unfallverhütungsvorschrif- sundheitsschutzes dieses Personenkreises
ten auf Inhalte der staatlichen Arbeits- sind ihre Bestimmungen jedoch als Maßstab
schutzvorschriften zu verweisen (s. 5.1.2). zu betrachten.

5.1.2 Berufsgenossenschaftliche Arbeitsschutzbestimmungen

Die Verantwortung für die Sicherheit und • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkenn-


den Gesundheitsschutz gesetzlich unfall- zeichnung am Arbeitsplatz (BGV A8)
versicherter Personen bei der Arbeit hat der
Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch VII (SGB Bei der Durchführung handwerklicher
VII) den Unternehmern übertragen (§ 21 Abs. Arbeiten durch gesetzlich unfallversicherte
1 SGB VII). Gleichzeitig können die Träger Personen sind auch in Sportvereinen die
der gesetzlichen Unfallversicherung Unfall- für diese Arbeiten von der VBG erlassenen
verhütungsvorschriften (UVVen) erlassen (§ BGVen zu beachten, u.a. die Bestimmungen
15 Abs. 1 SGB VII), soweit es das Gesetz vor- der BGV „Bauarbeiten“ (BGV C22).
sieht. Die UVVen beschreiben das Ausmaß
der Unternehmerverantwortung insofern, als In der BG-Vorschrift „Grundsätze der Prä-
sie konkrete Unternehmerpflichten enthal- vention“ (BGV A1) wird der Vorstand zu Maß-
ten; ihre Einhaltung ist für den Unternehmer nahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen,
verbindlich. Berufskrankheiten und arbeitsbedingten
Im Sportverein trägt der Vorstand als Vertre- Gesundheitsgefahren verpflichtet. Diese
ter der juristischen Person Sportverein e.V. Maßnahmen sind insbesondere in staatli-
die Verantwortung für die Sicherheit und chen Arbeitsschutzvorschriften und weiteren
Gesundheit bei der Arbeit der Versicherten BGVen näher bestimmt (§ 1 Abs. 1 BGV A1).
der VBG, also der Beschäftigten des Vereins Darüber hinaus hat der Vorstand bei den
und der für den Verein beschäftigtenähn- Maßnahmen auch das staatliche (s. 5.1.1)
lich tätigen Personen. Für ihn sind u.a. die und berufsgenossenschaftliche Regelwerk
folgenden von der VBG erlassenen BGVen heranzuziehen.
von grundsätzlicher Bedeutung:
Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk be-
• Grundsätze der Prävention (BGV A1) steht aus Berufsgenossenschaftlichen Regeln
• Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeits- für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
sicherheit (DGUV Vorschrift 2) (BG-Regel, BGR) und Berufsgenossenschaftli-
• Elektrische Anlagen und Betriebsmittel chen Informationen (BG-Information, BGI):
(BGV A3) • BG-Regeln sind Zusammenstellungen

30
und Konkretisierungen von Inhalten aus Tipps und Hilfen für Vorstandsmitglieder“
Gesetzen und Verordnungen, Unfallverhü- und die VBG – Fachinformation BGI 5142
tungsvorschriften, technischen Spezifika- „Training und Übungen sicher leiten – Tipps
tionen und Erfahrungen berufsgenossen- und Hinweise für Übungsleiter und Trainer“
schaftlicher Präventionsarbeit. Hilfen, den Verein entsprechend den An-
forderungen der Arbeitssicherheit und des
• BG-Informationen enthalten Hinweise und Gesundheitsschutzes zu organisieren und zu
Empfehlungen, die die praktische Anwen- leiten. Sie sind praktische Handlungshilfen
dung von Regelungen zu einem bestimm- zur Umsetzung wesentlicher Anforderungen
ten Sachgebiet oder Sachverhalt erleich- aus Gesetzen, Verordnungen, BGVen und den
tern sollen. dazugehörigen Regelwerken. Berücksichtigt
werden u.a. auch sportbezogene DIN-Normen
Für Sportvereine geben die Info-Map „Sport- und sicherheitsbezogene Regelungen der
verein - sicher organisieren – Informationen, Sportverbände.

5.2 Unterstützung des Vorstands

5.2.1 Sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung

Das 1973 in Kraft getretene Arbeitssicher- Schwellenwertkonzept für die sicherheits-


heitsgesetz (ASiG) verpflichtet die Arbeit- technische Betreuung entfiel am 01.01.1997,
geber, Betriebsärzte und Fachkräfte für Ar- das für die betriebsärztliche Betreuung am
beitssicherheit zu bestellen, die sie bei der 01.10.2004. Seit dem 01.01.2004 müssen also
Gewährleistung der Arbeitssicherheit und alle Sportvereine mit Arbeitnehmern sowohl
des Gesundheitsschutzes in ihren Betrieben sicherheitstechnisch als auch betriebsärzt-
unterstützen. Die Träger der gesetzlichen lich betreut werden.
Unfallversicherung haben dieses Gesetz für
die von ihnen zu betreuenden Unternehmen Mit dem Ziel, die unterschiedlichen Regelun-
durch UVVen umgesetzt. gen der einzelnen Träger der gesetzlichen
Die VBG erließ 1974 für ihre Unternehmen Unfallversicherung zu vereinheitlichen und
die erste Fassung der UVV „Sicherheitsinge- – hinsichtlich der Betreuung von kleinen
nieure und andere Fachkräfte für Arbeits- Unternehmen – zu vereinfachen, wurden die
sicherheit“ (VBG 122); die UVV „Betriebs- beiden Unfallverhütungsvorschriften 2004
ärzte“ (VBG 123) folgte 1975. Sportvereine zusammengeführt und 2011 neu gefasst.
mussten aufgrund der branchenspezifischen
Schwellenwertkonzepte dieser Fassungen Für die Unternehmen der VBG – und damit
nur dann Fachkräfte für Arbeitssicherheit auch für die Sportvereine – trat die zusam-
bzw. Betriebsärzte bestellen, wenn sie 250 mengeführte BG-Vorschrift am 01.01.2011
oder mehr Arbeitnehmer aufwiesen. Das unter dem Titel „Betriebsärzte und Fachkräfte

31
für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2) in Sofern der Verein nicht über einen eigenen
Kraft. Betriebsarzt und eine eigene Fachkraft für
Arbeitssicherheit verfügt, besteht in jedem
Für Sportvereine bestehen hinsichtlich der der drei Betreuungsmodelle früher oder spä-
Umsetzung der betriebsärztlichen und sicher- ter die Notwendigkeit der Kontaktaufnahme
heitstechnischen Betreuung nach der DGUV zu einem externen Betriebsarzt und/oder ei-
Vorschrift 2 folgende Wahlmöglichkeiten: ner externen Fachkraft für Arbeitssicherheit.
• Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten
können zwischen der „Regelbetreuung für Regelbetreuung für Betriebe mit bis zu 10
Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten“ und Beschäftigten (DGUV Vorschrift 2):
dem „Unternehmermodell“ wählen. • Die Regelbetreuung für Betriebe mit bis zu
• Betriebe mit 11 bis 50 Beschäftigten 10 Beschäftigten besteht aus Grundbetreu-
können zwischen der „Regelbetreuung für ungen und anlassbezogenen Betreuungen.
Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten“
und dem „Unternehmermodell“ wählen. • Grundbetreuungen beinhalten die Unter-
• Für Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten stützung des Vorstands bei der Erstellung
gilt die „Regelbetreuung für Betriebe mit bzw. Aktualisierung der Gefährdungsbe-
mehr als 10 Beschäftigten“. urteilung durch Einbeziehen des Sachver-
Die Berücksichtigung von Teilzeitbeschäf- standes von Betriebsärzten und Fachkräf-
tigten wird in Anlage 1 der DGUV Vorschrift 2 ten für Arbeitssicherheit; der Erstbera-
erläutert. tende kann den Sachverstand des jeweils
anderen Sachgebietes hinzuziehen. Die
Aufgrund der Besonderheiten der Beschäfti- Grundbetreuung ist bei maßgeblicher Än-
gungsstrukturen in Sportvereinen ist für die derung der Arbeitsverhältnisse, späte
Modellauswahl eine Klarstellung hinsicht- stens jedoch nach 5 Jahren, zu wieder-
lich des Begriffs „Beschäftigte“ erforderlich: holen.

Die folgenden im Verein tätigen Personen • Bei besonderen Anlässen lässt sich der
werden nicht zu den Beschäftigten gezählt: Vorstand durch einen Betriebsarzt und/
oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit
1. Personen, die für ihre Tätigkeit im Verein mit branchenbezogener Fachkunde be-
keine finanzielle Vergütung erhalten, treuen.

2. Personen, die für ihre Tätigkeit im Verein Einzelheiten zur Regelbetreuung für Betriebe
ausschließlich Auslagenersatz erhalten, mit bis zu 10 Beschäftigten sind in der Anla-
ge 1 zur DGUV Vorschrift 2 beschrieben.
3. Übungsleiter und Betreuer, die für ihre
Tätigkeit im Verein steuerfreie Einnahmen Regelbetreuung für Betriebe mit mehr als 10
von bis zu 2.400,00 Euro (§ 3 Nr.26 Ein- Beschäftigten (DGUV Vorschrift 2):
kommenssteuergesetz) erhalten.

32
• Die betriebsärztliche und sicherheitstech- • Ein Vorstandsmitglied, das aktiv in das
nische Gesamtbetreuung besteht aus der Betriebsgeschehen eingebunden ist,
Grundbetreuung und dem betriebsspezi- nimmt an von der VBG durchgeführten
fischen Teil der Betreuung. Motivations- und Informationsmaßnah-
men teil (Umfang: 12 Lehreinheiten).
• Die erforderliche Einsatzzeit der Grund-
betreuung des Betriebsarztes und der • Das Vorstandsmitglied hält seinen Kennt-
Fachkraft für Arbeitssicherheit beträgt nisstand aktuell, indem es mindestens
zusammen 0,5 Stunden pro Jahr und alle 5 Jahre an von der VBG durchgeführ-
Arbeitnehmer. ten Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt
(Umfang: 4 Lehreinheiten).
• Bei der Aufteilung der Grundbetreuungs-
zeiten ist ein Mindestanteil von 0,2 Stun- • Ausgehend von den durchgeführten
den pro Jahr und Arbeitnehmer, sowohl für Gefährdungsbeurteilungen entscheidet
den Betriebsarzt als auch die Fachkraft für das Vorstandsmitglied über die Notwen-
Arbeitssicherheit anzusetzen. digkeit und das Ausmaß einer externen
Betreuung. Die sachgerechte und bedarfs-
• Der Bedarf an betriebsspezifischer Betreu- orientierte betriebsärztliche und sicher-
ung wird vom Unternehmer in einem heitstechnische Betreuung erfolgt auf der
Verfahren ermittelt, das besondere Aufga- Grundlage der Gefährdungsbeurteilung.
benfelder sowie Auslöse- und Aufwands-
kriterien berücksichtigt. Einzelheiten sind • Bei besonderen Anlässen lässt sich das
in der Anlage 2, Abschnitt 3 und Anhang 4 Vorstandsmitglied durch einen Betriebs-
der DGUV Vorschrift 2 erläutert. arzt und/oder eine Fachkraft für Arbeits-
sicherheit mit branchenbezogener Fach-
Einzelheiten zur Regelbetreuung für Betrie- kunde betreuen.
be mit mehr als 10 Beschäftigten sind in der
Anlage 2 zur DGUV Vorschrift 2 beschrieben. Einzelheiten zum Unternehmermodell sind
Unternehmermodell für Betriebe mit bis zu in der Anlage zur DGUV Vorschrift 2 beschrie-
50 Beschäftigten (DGUV Vorschrift 2): ben.

5.2.2 Sicherheitsbeauftragte

Gerade in kleinen Vereinen hat der Vorstand übertragen. Der Vorstand hat aber die
häufig keine bzw. nur sehr eingeschränkte Möglichkeit, sich von Beschäftigten oder
Möglichkeiten, seine Pflichten hinsichtlich Vereinsmitgliedern unterstützen zu lassen.
der Sicherheit und des Gesundheitsschut- Hilfe und Unterstützung bieten Sicher-
zes der Beschäftigten und beschäftigten- heitsbeauftragte oder Präventionsberater
ähnlich tätigen Personen auf andere zu Sport. Setzt der Verein geeignete Personen

33
(Beschäftigte oder Vereinsmitglieder) ein, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten
so kann ein Teil der Aufgaben von diesen Erkrankungen der Beschäftigten und der
Personen übernommen werden. beschäftigtenähnlich tätigen Personen zu
unterstützen. Dies setzt eine entsprechende
Für Sportvereine hat die VBG die Erforder- Ausbildung voraus.
lichkeit von Sicherheitsbeauftragten in der
BGV A1 geregelt (§ 20 BGV A1 in Verbindung Der Sicherheitsbeauftragte ist weder
mit der Anlage 2 zur BGV A1). Sind an einer weisungsbefugt noch tritt er, was die
räumlich zusammenhängenden Betriebs- Verantwortlichkeit betrifft, an die Stelle des
stätte gleichzeitig 21 bis 150 Personen be- Vorstands. Er trägt nicht mehr Verantwor-
schäftigt, so ist mindestens ein Sicherheits- tung als jeder andere im Verein, der kein
beauftragter zu bestellen. Mit zunehmender Sicherheitsbeauftragter ist, d. h. er ist weder
Personenzahl wächst auch die Anzahl der zivil- noch strafrechtlich für die Nichterfül-
mindestens erforderlichen Sicherheitsbe- lung seiner Aufgaben belangbar.
auftragten. Die Ernennung kann formlos
erfolgen, setzt jedoch – soweit vorhanden – Für die Erfüllung dieser Aufgaben muss der
die Mitwirkung des Betriebsrates voraus. Vorstand die notwendige Zeit und Gelegen-
heit zur Verfügung stellen. Sicherheitsbe-
Die Sicherheitsbeauftragten haben den auftragte dürfen wegen der Erfüllung ihrer
Vorstand bei der Durchführung der Maß- Aufgaben nicht benachteiligt werden (§ 22
nahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, SGB VII).

5.2.3 Präventionsberater Sport

In Vereinen, in denen kein Sicherheitsbe- dem Bereich „Sicherheit im Sport-/Vereins-


auftragter erforderlich ist, kann ein Präven- betrieb“ auswählen, zusätzlich ein weiteres
tionsberater die Vereinsführung bei ihren aus dem Bereich „Gesundheitskompetenzen
Aufgaben unterstützen. Der Präventionsbe- fördern“. Den Abschluss der Fortbildungsrei-
rater ist ein ausgewiesener Ansprechpartner he bildet das Seminar „Prävention im Verein
für den Arbeitsschutz zur Sicherstellung umsetzen“. Nach dem Besuch aller drei
eines sicheren und gesundheitsgerechten Seminare innerhalb von zwei Jahren erhalten
Vereinsbetriebes. Er bietet kompetente die Teilnehmer die Urkunde „Präventionsbe-
Unterstützung bei der Verhütung von Unfall- rater Sport“.
und Gesundheitsgefahren und propagiert
den Arbeitsschutz im Verein. Ideal für die Aufgaben eines Präventions-
Die Fortbildung zum „Präventionsberater beraters Sport sind Trainer, Übungsleiter
Sport“ umfasst den Besuch von mindestens und andere mit Vereinsaufgaben betraute
drei VBG-Seminaren innerhalb von zwei Jah- Personen.
ren. Die Teilnehmer können ein Seminar aus

34
5.3 Präventionsaufgaben und -maßnahmen der VBG

Die gesetzlichen Unfallversicherungsträger Falls erforderlich, können sie im Rahmen


haben ihre Unternehmen hinsichtlich der ihres Überwachungsauftrags, zu dem auch
Durchführung von Maßnahmen zur Verhü- die Untersuchung von Arbeitsunfällen
tung von Arbeitsunfällen, Berufskrankhei- hinsichtlich der Unfallursachen und der
ten, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren Ableitung präventiver Maßnahmen gehört,
und zur Sicherstellung einer wirksamen anordnen, welche Maßnahmen Unternehmer
Ersten Hilfe in den Unternehmen zu betreu- oder Versicherte zur Gewährleistung der
en, d.h. zu beraten und zu überwachen (§§ Sicherheit und der Gesundheit bei der Arbeit
17, 19 SGB VII). zu treffen haben.

5.3.1 Beratung der Sportvereine

Die Beratung der Unternehmen der VBG – Die Beratungen zur Sicherheit und zum Ge-
und somit auch der Sportvereine – hin- sundheitsschutz bei der Arbeit erfolgen im
sichtlich der Sicherheit und des Gesund- Rahmen des gesetzlichen Auftrags der VBG
heitsschutzes bei der Arbeit im Verein und sind daher für die Vereine kostenlos.
erfolgt durch Aufsichtspersonen (§ 18 Abs.1
SGB VII; frühere Bezeichnung: Technische Anfordern können Sportvereine eine Be-
Aufsichtsbeamte). Aufsichtspersonen sind ratung durch eine Aufsichtsperson bei der
hinsichtlich der Sicherheit und des Gesund- regional zuständigen Bezirksverwaltung der
heitsschutzes bei der Arbeit besonders VBG. Insbesondere vor Bau- und umfangrei-
ausgebildet. Im Rahmen von arbeitsme- chen Renovierungsarbeiten in Eigenleistung
dizinischen Fragestellungen werden die des Vereins ist eine Beratung durch eine
Aufsichtspersonen der VBG von Arbeitsme- Aufsichtsperson angebracht.
dizinern unterstützt.

5.3.2 Information durch den „Sicherheitsreport“

Zur Information ihrer Unternehmen gibt die Sportvereinen zugesandt, die von der VBG
VBG viermal jährlich den „Sicherheitsre- einen Bescheid über die Zuständig-
port“ heraus. Darüber hinaus beinhaltet die keit erhalten haben. Ein Verein, der
Herbstausgabe jeweils das Seminarangebot seine Beiträge an die VBG im Rahmen
für das folgende Jahr. des Pauschalabkommens über seinen
Der „Sicherheitsreport“ wird jedoch nur den Landessportbund/-verband entrichtet, kann

35
den „Sicherheitsreport“ bei der regional Unternehmens eingeben. Die Adressen und
zuständigen Bezirksverwaltung anfordern. Telefonnummern entnehmen Sie bitte der
Sie finden diese, in dem Sie www.vbg.de/ Umschlagrückseite.
standorte aufrufen und die Postleitzahl Ihres

5.3.3 Seminare

Schulungsmaßnahmen gehören ebenfalls Akademie Storkau


zu den gesetzlichen Aufgaben der VBG. Sie Im Park 1
hat für die erforderliche Ausbildung der 39590 Tangermünde/ OT Storkau
Personen zu sorgen, die mit der Verhütung Telefon: 039321 531-0
von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und Telefax: 039321 531-23
arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in E-Mail: akademie.storkau@vbg.de
Unternehmen der VBG betraut sind (§ 23
SGB VII). Akademie Dresden
Die Seminare zum Themenbereich „Sport“ Königsbrücker Landstr. 4c
werden in den Akademien für Arbeitssicher- 01109 Dresden
heit und Gesundheitsschutz der VBG an Telefon: 0351 88923-0
folgenden Standorten durchgeführt: Telefax: 0351 88349-34
E-Mail: akademie.dresden@vbg.de
Akademie Gevelinghausen
Schlossstr. 1 Akademie Untermerzbach
59939 Olsberg Schlossweg 2
Telefon: 02904 9716-0 96190 Untermerzbach
Telefax: 02904 9716-30 Telefon: 09533 7194-0
E-Mail: akademie.olsberg@vbg.de Telefax: 09533 7194- 499
E-Mail: akademie.untermerzbach@vbg.de
Akademie Lautrach
Schlossstr. 1
87763 Lautrach
Telefon: 08394 92613
Telefax: 08394 1689
E-Mail: akademie.lautrach@vbg.de

36
Die Seminare für Sportvereine und -ein- Das Seminar wird als Motivations- und
richtungen sind Wochenendseminare. Sie Informationsmaßnahme gemäß der Unfall-
beginnen im Regelfall samstags um 08.30 verhütungsvorschrift „Betriebsärzte und
Uhr und enden sonntags um 12.00 Uhr. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV
Seminare richten sich an unterschiedliche Vorschrift 2 Anlage 3) anerkannt.
Zielgruppen und sind darüber hinaus den
Themenschwerpunkten „Sicherer und Sicherer und gesunder Vereinsbetrieb
gesunder Vereinsbetrieb/Sportbetrieb“
und „Gesundheitskompetenzen fördern“ Veranstaltungen im Sportverein sicher
zugeordnet: planen und durchführen – Grundlagen der
Versammlungsstättenverordnung (AGV S)
Grundlagenseminar Vorstände und Geschäftsführer sowie Perso-
nen, die mit der Planung und Durchführung
Der Schutz der gesetzlichen Unfallver- von Veranstaltungen, die in den Geltungsbe-
sicherung (SPV S) reich der Versammlungsstättenverordnung
Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und fallen, beauftragt sind.
Personen, denen Aufgaben des Arbeits- Veranstaltungen des Sportvereins in Ver-
schutzes im Sportbereich übertragen werden sammlungsstätten: die Verantwortung
sollen (z. B. Trainer, Übungsleiter, Sozialwar- des Betreibers und die Verantwortung des
te, Sportwarte). Veranstalters; die Versammlungsstättenver-
Mitgliedschaft bei der VBG; der berufsgenos- ordnung: wann sie gilt und was sie fordert;
senschaftliche Versicherungsschutz: versi- Gefährdungen rechtzeitig erkennen und
cherte Personen, der Versicherungsfall; die vermeiden: worauf es bei der Planung und
Leistungen der VBG beim Versicherungsfall; Durchführung der Veranstaltung ankommt;
Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung. Notfallorganisation – für den Fall der Fälle
vorbereitet sein: Erste Hilfe, Brandschutz,
„Unternehmermodell-Seminar“ Flucht- und Rettungswege; spezielle Anfor-
derungen an die Veranstaltungstechnik:
Prävention als Führungsaufgabe – Sicher Elektrotechnik, Lärm, Dekoration, Pyrotech-
und gesund zum Erfolg (SPF S) nik usw.
Vorstandsmitglieder, satzungsgemäße
besondere Vertreter des Vereins nach § Sicheres und gesundes Bauen und Renovie-
30 BGB für den Geschäftskreis „VBG“ und ren (SPB S)
Geschäftsführer. Sportvereine, Vorstandsmitglieder,
Wer ist im Sportverein gesetzlich unfallver- Geschäftsführer aus Sportvereinen und
sichert?; Wer trägt die Verantwortung für -einrichtungen, Liegenschaftsverwalter und
den sicheren Vereinsbetrieb (im Sportbe- sonstige Personen, die mit der Planung,
trieb, in der Vereinsverwaltung, bei Bauar- Koordinierung und/oder Leitung von Bau-
beiten)?; Wie kann ein sicherer Vereinsbe- maßnahmen im Verein betraut sind.
trieb umgesetzt werden? Aufgaben und Leistungen von Landes-

37
sportbund und VBG; Bauordnungs- und Sicherer und gesunder Sportbetrieb
Bauplanungsrecht; ökologische Aspekte in
der Bauplanung: Nachhaltigkeit, bewusster Sportvereine – Sicher und gesund trainieren
Umgang mit Landschaft, Wasser, Energie; (SPT S)
gesundheitsbewusste Auswahl von Bau- Übungsleiter, Jugendleiter, Trainer.
stoffen; Eigenleistungen von Vereinsmitglie- Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im
dern: Versicherungsschutz, Verantwortung Sportverein; rechtliche Grundlagen; Vermei-
und Haftung von Verein und Vorstand, dung von Sportverletzungen und Sport-
Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen schäden; Maßnahmen für die Sicherheit bei
und Gesundheitsschäden in der Bauphase Training und Wettkampf; Sicherheitsaspekte
und der Nutzungsphase. von Sportstätten, Sportgeräten und persön-
lichen Sportausrüstungen/Schutzausrüstun-
Prävention im Sportverein umsetzen (PBS S) gen.
Trainer, Übungsleiter und andere Personen,
die sich im Verein aktiv um den sicheren Fairplay: Gewaltprävention für den Fußball
und gesunden Sport- und Vereinsbetrieb (GWLTS)
kümmern. C-Trainer und Fachübungsleiter Fußball.
Das Seminar ist das Abschlussseminar der Rote Karte für Gewalt auf dem Fußballplatz!
Fortbildung zum Präventionsberater Sport. Was ist „normal“ und ab wann ist der
Dieses Seminar richtet sich nicht an Ver- Trainer/Übungsleiter gefordert, einzugrei-
einsvorstände, für sie empfehlen wir das fen? Wie kann der Trainer/Übungsleiter vor,
Seminar „Prävention als Führungsaufgabe – während und nach dem Training und Spiel
Sicher und gesund zum Erfolg“ (SPF S). dazu beitragen, Gewalt zu verhindern? Was
Der Sportverein als Unternehmen und dar- kann der Trainer/Übungsleiter tun, um in
aus resultierende Pflichten des Vorstands, kritischen Situationen eine Deeskalation
z. B. die (Arbeits-)Bedingungen beim Ver- von Gewalt zu bewirken? Welche Partner
eins- und Sportbetrieb beurteilen, Organisa- hat der Trainer/Übungsleiter in Sachen
tion der Ersten Hilfe und des Brandschutzes, Gewaltprävention innerhalb und außerhalb
Meldepflicht, Aufsichtspflicht, Verkehrssi- des Vereins?
cherungspflicht; Verantwortung und Dele-
gation von Verantwortung; Vorgehensweise Schießsport (SSP1S/SSP2S)
bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen; Vorstandsmitglieder, Übungsleiter, Trainer,
Kollegen für den sicheren und gesunden Sportwarte, verantwortliche Aufsichtsper-
Sport- und Vereinsbetrieb sensibilisieren; sonen und Personen mit ähnlicher Funktion
Nutzen des sicheren und gesunden Vereins- aus Schießsportvereinen sowie Schieß-
und Sportbetriebs. standsachverständige.

38
Teil 1: Aufgaben und Leistungen der VBG; verkehr; Ausbildung der Fahrer und Beifah-
Prävention: Maßnahmen zur Unfallverhü- rer; Sicherheit im Stall; Versicherungsschutz
tung und ihre Anwendung im Verein; Erste und Haftung; die gesetzliche Unfallversi-
Hilfe, Lärmschutz; Brandschutz, Brände in cherung; Unfallverhütungsvorschriften und
Raumschießanlagen, Reinigung von Schieß- Grundlagen des Gewerberechts.
ständen.
Teil 2: Der Sport-Schießstand als Arbeits- Reitsport: Sicherer Betrieb von Reitanlagen
platz; Bau und Ausrüstung von Schießstät- (RSPTS)
ten; bauliche Besonderheiten bezüglich Vorstandsmitglieder, Reitlehrer, Reitwarte,
der Art des Schießstandes; Rettungswege Übungsleiter und Personen mit ähnlichen
und Notausgänge; Be- und Entlüftung; Funktionen aus Reitvereinen.
elektrische Anlagen und Betriebsmittel; Be- Prävention als Leistung der Berufsgenos-
leuchtung; Waffenerwerb; Beschussprüfung; senschaft; Verantwortung für Sicherheit
Sicherung von Waffen gegen unberechtigten und Gesundheitsschutz; Schritte zur
Zugriff; Gesetz über explosionsgefährliche Gewährleistung eines sicheren Reitbetriebs;
Stoffe; Wiederladen von Patronen; Benut- Gefährdungen erkennen und Maßnahmen
zung von Schießständen; verantwortliche entwickeln; Erste Hilfe und Brandschutz
Aufsichtspersonen. organisieren (inkl. praktischer Brandschutz-
übung); technische Einrichtungen prüfen;
Reitsport: Gespannfahren (SPGES) Reitanlagen planen und betreiben; Unter-
In der Fahrausbildung Tätige (Helfer, Fahr- stützung der VBG nutzen.
warte, Fahrlehrer, Fahrrichter) aus Reit- und
Fahrvereinen sowie Verbänden; Inhaber Reitsport: Unfallverhütung im Reitsport
gewerblicher Reit- und Fahrställe, Inhaber durch sicheres Verhalten (RSPVS)
gewerblicher Kutschbetriebe. Reitausbilder mit oder ohne DSB-Lizenz,
Besondere Zugangsvoraussetzungen: Das Helfer im Bereich Ausbildung, Vorstandsmit-
Seminar richtet sich an Teilnehmer, die be- glieder, Personen mit ähnlicher Funktion aus
reits über ein Deutsches Fahrabzeichen (FN) Reitvereinen.
oder ein gleichwertiges Fahrabzeichen (DDR Richtiges Verhalten im Straßenverkehr;
ÜL Stufe-Fahren, Kremserschein) erworben Pferde richtig transportieren und verladen;
haben oder mehrjährige Erfahrungen im Haftung und Versicherung für Ausbilder;
Führen von Gespannen durch die schriftliche Tierhalterhaftung; Schutzausrüstung für
Bescheinigung eines Reit- und Fahrvereins Reiter und Pferd.
oder eines gewerblichen Unternehmers
nachweisen können. Gesundheitskompetenzen fördern
Rechtsgrundlagen für die Teilnahme am
Straßenverkehr; Ausrüstung von Gespannen Erste Hilfe im Sportverein: Wenn es um
(Checklisten für Geschirre und Fahrzeuge); Minuten geht
Sachkunde- und Gebrauchsprüfung ein- Übungsleiter, Trainer oder sonstige Beschäf-
schließlich einer Kolonnenfahrt im Straßen- tigte aus Sportvereinen, die zum Ersthelfer

39
qualifiziert werden sollen. Wechselwirkung zwischen den drei für die
Arbeitsschutz im Sportverein? Wie wichtig Leistungsfähigkeit wichtigen Einflussfak-
ist die Erste Hilfe? Informationen und Tipps toren; Techniken und Tipps für Gesundheits-
für eine wirksame Organisation der Ersten simpulse bei der Arbeit im Sportverein/-
Hilfe im Verein; Versicherungsschutz von verband.
Übungsleitern; Ausbildung in Erster Hilfe.
Bei erfolgreicher Teilnahme wird die Aus- Die genaue Beschreibung der Seminarinhal-
bildung zum Ersthelfer nach § 26 BGV A1 te, der Zielgruppen, der Akademien und der
bescheinigt. Seminartermine ist in der vierten Ausgabe
des „Sicherheitsreport“, des Magazins
Sicher und gesund trainieren: Sportmedizi- der VBG, enthalten, die jährlich im Herbst
nische Grundlagen herausgegeben wird und bei der regional
zuständigen Bezirksverwaltung angefordert
Fußball (SMGFS) werden kann. Weiterhin befinden sich diese
Handball, Basketball, Volleyball (SMGBS) Informationen im Internet unter www.vbg.de
Leichtathletik, Ausdauersport (SMGLS) und im Flyer „Seminare für Sportvereine und
Turnen, Gymnastik (SMGTS) Sporteinrichtungen“.
Schießsport (SMGSS) Die Anmeldung zu den angebotenen Semi-
Reitsport (SMGRS) naren kann telefonisch, per Internet unter
Trainer und Übungsleiter. www.vbg.de, Suchwort „Seminare“ oder
Sportarttypische Belastungen beim Training schriftlich in den Bezirksverwaltungen der
und im Wettkampf aus sportmedizinischer VBG oder direkt in den Akademien erfolgen.
Sicht; gesundheitliche Beanspruchungen
und typische Verletzungsmuster; Ursa-
chen für Fehlbelastungen/Verletzungen;
praktische Übungen zur Vermeidung von
Verletzungen und Fehlbeanspruchungen
beim Training und im Wettkampf.

Verhütung arbeitsbedingter Gesundheits-


gefahren – Fit for Work
Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer, Abtei-
lungsleiter, Organisationsleiter, Übungsleiter,
Trainer und Personen mit ähnlichen Funktio-
nen, die mit Fragen des Gesundheitsschutzes
betraut sind.
Gesundheitsschutz, eine Aufgabe des Sport-
vereins/-verbands; Ansatzpunkte zur Redu-
zierung der arbeitsbedingten Gesundheits-
gefahren: Bewegung, Ernährung, Denken;

40
5.3.4 Unterstützung der Vereine durch Kostenübernahmen

5.3.4.1 Fahrsicherheitstraining

Für gesetzlich unfallversicherte Personen Richtlinien des Deutschen Verkehrssicher-


im Sportverein, die mit einem Kraftfahrzeug heitsrates.
(Pkw, Motorrad, Lkw) zur versicherten Tätig-
keit fahren oder in deren Rahmen unterwegs Termine und Orte können unter
sind, finanziert die VBG die Kosten für ein www.vbg-fahrtraining.de aufgerufen werden.
eintägiges Fahrsicherheitstraining nach den

5.3.4.2 Ausbildung in Erster Hilfe

Die BG-Vorschrift „Grundsätze der Präven- führen; sie besteht aus einem Erste-Hilfe-
tion“ (BGV A1) verpflichtet den Vorstand, Training im Umfang von vier Doppelstunden.
dafür zu sorgen, dass bei 2 bis zu 20 Ist die Zweijahres-Frist überschritten, kommt
anwesenden Versicherten mindestens ein für die Fortbildung nur noch der Erste-Hilfe-
Ersthelfer zur Verfügung steht (§ 26 BGV A1). Lehrgang in Frage.
Um die (wechselseitige) Erste Hilfe für die
Übungsleiter sicherzustellen und zugleich Die Lehrgangsgebühren für die Ausbildung
den Vereinen die Planung des Übungsleiter- und Fortbildung der Ersthelfer werden von
einsatzes zu vereinfachen, sind die VBG der VBG übernommen (§ 23 Abs. 1 und 2 SGB
und der Deutsche Olympische Sportbund VII). Sie rechnet direkt mit den ermächtigten
(DOSB) der Auffassung, dass jeder Übungs- Ausbildungsträgern ab, nicht jedoch mit
leiter in der Ersten Hilfe aus- und fortgebil- einzelnen Vereinen oder Teilnehmern.
det sein muss.
Die Qualifikation zum Ersthelfer für Sport-
Die Ausbildung erfolgt in einem acht Dop- vereine kann auch über das VBG-Seminar
pelstunden umfassenden Erste-Hilfe-Lehr- „Erste Hilfe im Sportverein: Wenn es um
gang bei einem berufsgenossenschaftlich Minuten geht“ erfolgen (s. 5.3.3).
ermächtigten Ausbildungsträger (Liste der
Träger: www.bg-qseh.de). Die Fortbildung Weitere Auskünfte erteilen die Bereiche
ist in der Regel alle zwei Jahre durchzu- Prävention der Bezirksverwaltungen.

41
6. Leistungen
Das Wichtigste nach Eintritt eines Versi- dereingliederung in Arbeit und Gesellschaft.
cherungsfalls ist die Wiederherstellung der Hierfür erbringt die VBG die nachstehend
Gesundheit des Versicherten und die Wie- beschriebenen Leistungen.

6.1 Leistungen zur Rehabilitation der Verletzten und der Berufserkrankten

6.1.1 Medizinische Leistungen zur Rehabilitation (Heilbehandlung)

Bei Verletzungen durch Arbeitsunfälle und • Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil-
bei Berufskrankheiten gewährt der Unfall- und Hilfsmitteln,
versicherungsträger Heilbehandlung. Die • häusliche Krankenpflege,
Heilbehandlung umfasst insbesondere • Behandlung in Krankenhäusern und Reha-
• Erstversorgung, bilitationseinrichtungen,
Ausnahme: Die Kosten der Ersten Hilfe • Leistungen zur medizinischen Rehabi-
(z. B. Pflaster, Tape-Verbände, Eis- litation einschließlich Belastungserpro-
Spray) gehen zu Lasten des Vereins als bung und Arbeitstherapie.
Unternehmer. Hierzu gehören auch die
Leistungen, die man von medizinischen Heilbehandlung wird auch dann gewährt,
Laien (Ersthelfer) im Rahmen der Ersten wenn für den Versicherten die Gefahr be-
Hilfe erwarten kann. steht, dass eine Berufskrankheit entsteht,
• Ärztliche Behandlung, wieder auflebt oder sich verschlimmert.
• zahnärztliche Behandlung einschließlich
der Versorgung mit Zahnersatz,

6.1.2 Ärztliche Behandlung

Grundsätzlich sind versicherte Personen im befreit ist. D- und H-Ärzte werden als solche
Verein bei Arbeitsunfällen in der freien Arzt- von den Berufsgenossenschaften zugelas-
wahl eingeschränkt. Bei Arbeitsunfähigkeit, sen. Sie müssen Facharzt für Chirurgie oder
Behandlungsbedürftigkeit von mehr als ei- Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
ner Woche oder in Fällen der Wiedererkran- sein, über besondere Kenntnisse und Erfah-
kung an Unfallfolgen besteht für den behan- rungen auf dem Gebiet der Behandlung von
delnden Arzt eine Vorstellungspflicht bei Unfallverletzten verfügen sowie hinsichtlich
einem Durchgangsarzt (D-Arzt), von der nur Praxiseinrichtung und Personal bestimmte
ein an der – berufsgenossenschaftlichen Mindestanforderungen erfüllen.
– Heilbehandlung beteiligter Arzt (H-Arzt)

42
6.1.3 Erweiterte Ambulante Physiotherapie (EAP)

Die EAP gehört zu den Leistungen der einrichtung erbracht werden können. Die
Heilbehandlung. Sie wird von speziellen Lei- EAP darf nur von besonders qualifizierten
stungsanbietern erbracht, mit denen beson- Therapeuten durchgeführt werden und ist
dere Verträge bestehen. Das Ziel der EAP ist von einem fachlich hierzu befähigten Arzt,
es, bei bestimmten Verletzungsarten eine der Erfahrung auf dem Gebiet der Sportmedi-
umfassende, zeitnahe und den individuel- zin haben muss, regelmäßig zu überwachen.
len Bedürfnissen angepasste Nachbehand- Voraussetzung für die Durchführung der EAP
lung zu gewähren, bei der die Krankengym- ist die Verordnung durch einen Durch-
nastik, die physikalische Therapie und die gangsarzt und die vorherige Genehmigung
medizinische Trainingstherapie aufeinander (Kostenübernahmeerklärung) durch die VBG
abgestimmt sind und in einer Therapie- an den Leistungserbringer.

6.1.4 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeits- und bisherigen Tätigkeit möglichst auf Dauer
leben haben das Ziel, den Verletzten beruflich einzugliedern, wenn er wegen
nach seiner Leistungsfähigkeit und unter Unfallfolgen seinen bisherigen Beruf nicht
Berücksichtigung seiner Eignung, Neigung mehr ausüben kann.

43
6.1.5 Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und ergänzende
Leistungen

Zu dem Verletztengeld bei Heilbehandlung 7. Übernahme der Kosten, die mit den
und dem Übergangsgeld bei Leistungen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
zur Teilhabe am Arbeitsleben können er- in unmittelbarem Zusammenhang stehen,
gänzend u.a. folgende Leistungen gewährt insbesondere Lehrgangskosten, Prü-
werden: fungsgebühren, Lernmittel, Arbeitsklei-
dung und Arbeitsgeräte,
1. Kraftfahrzeughilfe, 8. sonstige Leistungen zur Erreichung und
2. Wohnungshilfe, zur Sicherstellung des Rehabilitations-
3. Beratung sowie sozialpädagogische und erfolges.
psychosoziale Betreuung,
4. Haushaltshilfe, Während der Durchführung von Heilbehand-
5. Reisekosten, lung und den Leistungen zur Teilhabe am
6. ärztlich verordneter Rehabilitationssport Arbeitsleben ist der Verletzte unter bestimm-
in Gruppen unter ärztlicher Betreuung, ten Voraussetzungen in der Kranken-, Pfle-
ge-, Unfall- und Rentenversicherung sowie
bei der Bundesagentur für Arbeit versichert.

6.1.6 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Sportler

Die Gewährung von Leistungen zur Teilhabe nicht auszuschließen ist, dass auch aus
am Arbeitsleben nach Maßgabe des § 35 diesen Gründen Ansprüche gegen die VBG
SGB VII i.V.m. §§ 33 bis 38 sowie §§ 40 und geltend gemacht werden, bedarf es einer
41 SGB IX für Sportler kann nach bisherigen sorgfältigen Abwägung und Prüfung bei
Erfahrungen im Einzelfall Besonderheiten der Gewährung von berufsfördernden Lei-
aufweisen. Berufssportler verfügen häufig stungen. Hierbei sollten die Laufbahn und
nicht über eine abgeschlossene Schul- Lebenssituation des versicherten Sportlers
und Berufsausbildung. Erfahrungen im in einer Gesamtschau betrachtet werden. Zu
Erwerbsleben liegen nicht vor. Wandlungen berücksichtigen ist, ob sich der Arbeitsunfall
im Tätigkeitsfeld eines ursprünglich erlern- während des aktiven Sportlerlebens oder an
ten Berufes können die Wiederaufnahme dessen voraussichtlichem Ende ereignete.
desselben erschweren. Die Zeit, in welcher Im ersten Fall dürfte der Gewährung von
der Leistungs- oder Berufssport ausgeübt Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in
werden kann, ist naturgemäß begrenzt und vollem Umfang meist nichts im Wege ste-
reicht in der Regel nicht aus, um einschlä- hen. Zeichnete sich jedoch zum Zeitpunkt
gige Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Weil des Arbeitsunfalls das Ende der Karriere

44
bereits ab, können Leistungen der berufli- situation. Eine fehlende Berufsausbildung
chen Rehabilitation allenfalls eingeschränkt kann in diesen Fällen nicht zu Lasten der
gewährt werden. Anhaltspunkte hierfür sind VBG nachgeholt werden. Denkbar wären
beispielsweise das Alter des Versicherten, allenfalls Maßnahmen zur Fortführung einer
die Verletzungsanfälligkeit, der Vorerkran- eventuellen Ursprungsausbildung oder zur
kungsstatus sowie die gesamte Lebens- Auffrischung des Grundwissens.

6.1.7 Pflege

Solange Versicherte infolge des Versiche- täglichen Lebens in erheblichem Umfang der
rungsfalles so hilflos sind, dass sie für die Hilfe bedürfen, wird Pflegegeld gezahlt, eine
gewöhnlichen und regelmäßig wieder- Pflegekraft gestellt oder Heimpflege gewährt
kehrenden Verrichtungen im Ablauf des (§ 44 Abs. 1 SGB VII).

6.2 Entschädigung durch Geldleistungen an den Verletzten

6.2.1 Verletztengeld bei Arbeitsunfähigkeit und Übergangsgeld während der


Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit im stes gezahlt. Jedoch besteht grundsätzlich
Sinne der Krankenversicherung erhalten für die Dauer von drei Wochen nach Eintritt
unfallverletzte Versicherte Verletztengeld, der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit kein
soweit sie Arbeitsentgelt nicht erhalten. Be- Anspruch auf Verletztengeld (Karenzzeit)
rechnung und Zahlung des Verletztengeldes gemäß § 46 Abs.2 SGB VII i. V. m. § 20 Abs. 7
entsprechen derjenigen des Krankengeldes, der Satzung der VBG.
jedoch ohne die in der Krankenversicherung Bezieher von Kurzarbeiter- oder Schlecht-
geltende Beschränkung durch die Höchst- wettergeld sowie Bezieher von Arbeitslosen-
grenze; es gelten jedoch die Höchstgrenzen geld, Arbeitslosenhilfe oder Unterhaltsgeld
der gesetzlichen Unfallversicherung gemäß erhalten Verletztengeld in der nach den
§ 85 SGB VII. Bestimmungen des Arbeitsförderungsgeset-
Verletzte, die nicht Arbeitnehmer sind (z. B. zes vorgesehenen Höhe.
versicherte Unternehmer) und die bei Be- Während der Leistungen zur Teilhabe am
ginn der Arbeitsunfähigkeit Arbeitseinkom- Arbeitsleben erhält der Verletzte Übergangs-
men erzielt haben, erhalten ebenfalls Ver- geld. Für die Berechnung gelten besondere
letztengeld. Es wird kalendertäglich in Höhe Vorschriften.
des 450. Teiles des Jahresarbeitsverdien-

45
6.2.2 Verletztenrente

Der Verletzte erhält eine Rente, wenn er Sie beträgt zwei Drittel des Jahresarbeitsver-
durch den Arbeitsunfall länger als 26 Wo- dienstes. Als Jahresarbeitsverdienst gilt das
chen in seiner Erwerbsfähigkeit gemindert Arbeitsentgelt und das Arbeitseinkommen
ist und wenn die Minderung der Erwerbs- des Verletzten in den zwölf Kalendermona-
fähigkeit mindestens 20 v. H. beträgt. Die ten vor dem Monat, in dem der Arbeitsunfall
Erwerbsfähigkeit ist ein in der gesetzlichen eingetreten ist. Berücksichtigt wird Arbeits-
Unfallversicherung versichertes Rechtsgut. entgelt und Arbeitseinkommen auch aus
Sie ist die Fähigkeit der Versicherten, ihre anderen Bereichen als dem des Sports. Bei
Arbeitskraft unter Nutzung der Arbeitsgele- teilweiser Minderung der Erwerbsfähigkeit
genheiten, die sich ihnen nach ihren Kennt- erhält der Verletzte den Teil der Vollrente,
nissen und ihren körperlichen und geistigen der dem Grad der Minderung der Erwerbsfä-
Fähigkeiten bieten, auf dem „allgemeinen higkeit entspricht. Ist die Erwerbsfähigkeit
Arbeitsmarkt“, d. h. auf dem gesamten eines Verletzten infolge mehrerer Arbeitsun-
Gebiet des Arbeitslebens, wirtschaftlich zu fälle gemindert und erreichen die Hundert-
verwerten. sätze der durch die einzelnen Arbeitsunfälle
Die Minderung der Erwerbsfähigkeit ist verursachten Minderung zusammen we-
die Herabsetzung dieser so definierten nigstens die Zahl 20, so ist für jeden, auch
Erwerbsfähigkeit. Es handelt sich hierbei einen früheren Arbeitsunfall, Verletztenrente
um eine abstrakte Schadensbemessung, zu gewähren. Die Folgen eines Arbeitsun-
die unabhängig davon ist, ob der Versicher- falles werden nur berücksichtigt, wenn sie
te seine vor dem Unfall ausgeübte Tätigkeit die Erwerbsfähigkeit um wenigstens 10 v. H.
wieder aufnehmen kann oder nicht. mindern. Den Arbeitsunfällen stehen gleich
Die Rente beginnt in der Regel mit dem Tag Unfälle oder Entschädigungen nach einer
nach dem Wegfall der Arbeitsunfähigkeit Reihe weiterer Gesetze, die Entschädigung
im Sinne der Krankenversicherung (bis für Unfälle oder Beschädigungen gewähren
dahin wird Verletzten- oder Übergangsgeld (z. B. Beamtengesetze, Bundesversorgungs-
gezahlt). Hat der Verletzte seine Erwerbsfä- gesetz, Soldatenversorgungsgesetz, Gesetz
higkeit verloren, so erhält er die Vollrente. über den zivilen Ersatzdienst).

46
6.2.3 Leistungen bei Tod durch Arbeitsunfall

• Ein Sterbegeld in Höhe von einem Siebtel 24 Monate begrenzt (analog der gesetz-
der im Zeitpunkt des Todes geltenden lichen Rentenversicherung). Sofern ein
Bezugsgröße. eigenes Einkommen bestimmte Beträge
übersteigt, erfolgt eine Anrechnung auf
• Unter bestimmten gesetzlichen Voraus- die Witwen-/Witwerrente.
setzungen die Kosten der Überführung des
Verstorbenen an den Ort der Bestattung. • Waisenrente: Jedes Kind des Verstorbe-
nen erhält bis zur Vollendung des 18.
• Rente an die Hinterbliebenen: Anspruch Lebensjahres eine Waisenrente von
auf Hinterbliebenenrente haben die 30 v.H. des Jahresarbeitsverdienstes,
Witwe, der Witwer, eingetragene Lebens- wenn es Vollwaise ist; Halbwaisen er-
partner ,die Waisen und unter bestimm- halten eine Rente von 20 v. H. des Jahres-
ten Voraussetzungen der frühere Ehe- arbeitsverdienstes. Waisenrente erhalten
gatte, die Verwandten der aufsteigen- bei Erfüllung bestimmter Voraussetzun-
den Linie, Stief- und Pflegeeltern. gen auch Pflegekinder, Enkel und Ge-
schwister. In Sonderfällen (z. B. bei Schul-
• Witwen- und Witwerrente: Bis zum Ablauf und Berufsausbildung) wird Waisenrente
des dritten Kalendermonats nach Ablauf längstens bis zur Vollendung des 27. Le-
des Sterbemonats beträgt die Rente bensjahres gewährt, ausnahmsweise auch
zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes. darüber hinaus. Einkommen von über 18
Danach beträgt sie 30 v. H. oder 40 v. H. Jahre alten Waisen wird ähnlich wie bei der
des Jahresarbeitsverdienstes. Bei unter Witwen- und Witwerrente angerechnet.
45-Jährigen ist der Bezug in der Regel auf

47
6.2.4 Abfindung von Renten

Versicherte, die Anspruch auf eine Rente können ebenfalls auf ihren Antrag durch
wegen einer Minderung der Erwerbsfä- einen Geldbetrag abgefunden werden. In
higkeit von weniger als 40 v. H. haben, diesen Fällen kann die Rente bis zur Hälfte
können auf ihren Antrag unter bestimmten für einen Zeitraum von zehn Jahren abgefun-
gesetzlichen Voraussetzungen mit einem den werden.
dem Kapitalwert der Rente entsprechenden
Betrag auf Lebenszeit abgefunden werden. Heiratet eine Witwe oder ein Witwer, so wird
Versicherte, die einen Anspruch auf eine die Rente mit dem 24fachen Monatsbetrag
Rente wegen einer Minderung der Erwerbs- abgefunden.
fähigkeit von 40 v. H. oder mehr haben,

6.2.5 Rentenanpassung

Die vom Jahresarbeitsverdienst abhängigen durch Rechtsverordnung angepasst.


Geldleistungen und das Pflegegeld werden

6.3 Feststellungsverfahren

Der Unternehmer, bei Vereinen ist das der gen. Im Feststellungsverfahren bestehen
Vereinsvorstand, hat jeden Unfall anzuzei- Mitwirkungspflichten des Leistungsbe-
gen, wenn durch den Unfall ein Versicherter rechtigten und des Unternehmers. Gegen
getötet wurde oder so verletzt ist, dass er Entscheidungen der Unfallversicherungsträ-
mehr als drei Tage arbeitsunfähig wird. ger sind Rechtsbehelfe (Widerspruch, Klage)
Der Unfall ist binnen drei Tagen mit der möglich. Über ihre Rechte und Pflichten in
gesetzlich vorgeschriebenen Unfallanzeige* Einzelfällen erhalten die Versicherten und
anzuzeigen, nachdem der Unternehmer Unternehmer durch ihre zuständige Bezirks-
davon erfahren hat. Todesfälle sind auch verwaltung der VBG Auskunft und Rat.
fernmündlich oder telegrafisch anzuzei-

* Die Unfallanzeige steht unter www.vbg.de bereit. Ein Unfall kann auch unter www.vbg.de gemeldet
werden.

48
7. Beiträge
7.1 Bemessung

Die VBG erhebt die Beiträge von den Unter- um die im gleichen Jahr erzielten Einnahmen
nehmern. Sie muss sie so bemessen, dass (vgl. 7.3). Hinzu kommt die Zuführung zur
sie den Bedarf des abgelaufenen Kalender- Rücklage (vgl. 7.4) und zu den Betriebsmit-
jahres decken. teln (vgl. 7.5).
In der gesetzlichen Unfallversicherung Das Verfahren zur Aufbringung der Mittel,
wird dieser Bedarf, im Unterschied zur bei dem die Feststellung der Ausgaben für
Kranken- und Rentenversicherung, jährlich das vorangegangene Geschäftsjahr (Kalen-
nachträglich festgestellt und in einer Um- derjahr) Voraussetzung für den festzustel-
lage erhoben (§§152 ff. SGB VII). Die Höhe lenden Bedarf (Höhe des Beitragsaufkom-
der Umlage, das Umlagesoll, ist abhängig mens) ist, bezeichnet man als „Umlagever-
von dem Gesamtbetrag der Ausgaben (vgl. fahren der nachträglichen Bedarfsdeckung“.
7.2) des abgelaufenen Jahres, vermindert

7.2 Ausgaben

Alle Kosten, die durch Erfüllung der gesetz- • sächlicher Verwaltungsaufwand


lichen Aufgaben entstehen, sind Ausgaben (z. B. Geschäftsbedarf, Unterhaltung der
(echte Ausgaben). Sie können ihrer Art nach Verwaltungsgebäude, Telefon- und Porto-
wie folgt zusammengefasst sein: gebühren),

• Unfallentschädigungen • Verfahrenskosten
(z. B. Heilbehandlung, Berufshilfe, Renten, (z. B. Rechtsverfolgung, Unfalluntersuch-
Abfindungen), ungen, Vergütungen für die Auszahlung
der Renten).
• Unfallverhütung und Erste Hilfe
(z. B. Überwachung und Beratung des Darüber hinaus sind Beitragsausfälle aus
Betriebes), der Umlage des Vorjahres, die durch Zah-
lungssäumigkeit oder Zahlungsunfähigkeit
• persönlicher Verwaltungsaufwand entstehen, wie Ausgaben zu behandeln.
(z. B. Gehälter, Versorgungsleistungen,
Beihilfen),

49
7.3 Einnahmen

Von den Ausgaben sind die Einnahmen • Mahngebühren,


abzusetzen, die den Bedarf der Berufsge-
nossenschaft mindern. Im Wesentlichen • Säumniszuschläge (§ 24 SGB IV),
handelt es sich hierbei um Einnahmen
folgender Art: • Beitragszuschläge (§ 162 SGB VII),

• Ersatzansprüche gegen Drittschädiger • Beitragsabfindungen,


(§§ 116 SGB X, 110, 111 SGB VII),
• Nachtragsbeiträge,
• Geldbußen (§ 209 SGB VII),
• Eingänge auf Beitragsausfälle aus früheren
• Vermögenserträge (Zinsen), Umlagen.

7.4 Rücklage

Der Gesetzgeber hat in § 82 SGB IV den Ver- eine Rücklage bereitzuhalten. Diese Rück-
sicherungsträgern zur Sicherstellung ihrer lage ist bei den gewerblichen Berufsgenos-
Leistungsfähigkeit vorgeschrieben, für den senschaften bis zur Höhe des vierfachen der
Fall, dass Einnahme- und Ausgabeschwan- durchschnittlichen monatlichen Ausgaben
kungen durch Einsatz der Betriebsmittel des abgelaufenen Kalenderjahres anzusam-
nicht mehr ausgeglichen werden können, meln (§ 172a Abs. 2 Satz 1 SGB VII).

7.5 Betriebsmittel

Neben der Zuführung zur Rücklage haben Ausgaben zu bestreiten, aber auch, um die
die Berufsgenossenschaften beim Feststel- unvermeidbaren und die im Allgemeinen
len des Umlagesolls auch die Einlage in die nicht vorausschätzbaren Einnahme- und
Betriebsmittel zu beachten. Die Betriebs- Ausgabeschwankungen abzudecken (§ 81
mittel werden benötigt, um die laufenden SGB IV).

50
7.6 Beitragserhebung

7.6.1 Entgeltnachweis

Die Unternehmer haben der Berufsgenos- zeige“ zurückzusenden. Wegen der Nach-
senschaft innerhalb von sechs Wochen weispflicht für Übungsleiter s. 7.6.2.1.
nach Ablauf des Kalenderjahres einen Ab dem Entgeltnachweisjahr 2015 wird die
Entgeltnachweis einzureichen, in dem die Abgabe des Entgeltnachweises in seiner
von dem Unternehmen im abgelaufenen bisherigen Form voraussichtlich nicht mehr
Kalenderjahr gezahlten Arbeitsentgelte auf- erfolgen. Die Entgeltmeldung erfolgt dann
zuführen sind. Den Sportvereinen wird, wie nur noch über den Datenbaustein Unfall-
allen anderen Unternehmern der VBG, zum versicherung (DBUV) des Lohnprogramms.
Ende eines jeden Jahres ein entsprechender Schon ab 2009 sind alle Beschäftigten mit
Vordruck zum Ausfüllen übersandt (Anlage den Angaben: Kundennummer, Gefahrta-
2: Entgeltnachweis). Sofern ein Verein keine rifstelle (bei der VBG entspricht dies dem
Personen gegen Arbeitsentgelt beschäftigt, Strukturschlüssel) und Betriebsnummer der
ist der Entgeltnachweis mit einer „Fehlan- VBG (15250094) zu verschlüsseln.

Erhebungsbogen

Die eingereichten Entgeltnachweise werden die im Sportverein gezahlten Entgelte für


von der VBG der Berechnung des Beitrages jede Sportart getrennt zu melden, während
zugrunde gelegt. Um differenzierte Auswer- im Entgeltnachweis die gesamten Entgelte,
tungen der Belastung und der Entgelte für getrennt nach Gefahrtarifstellen (vgl. 7.6.3),
einzelne Sportarten vornehmen zu können, zu melden sind.
wurden gemeinsam mit dem DSB und dem Bitte achten Sie darauf, dass die Gesamt-
DFB zusätzlich Erhebungsbogen (Anlage 3: lohnsumme auf dem Erhebungsbogen der
Erhebungsbogen) ausgearbeitet. Darin sind auf dem Entgeltnachweis entspricht.

7.6.2 Arbeitsentgelt

Der Rechtsbegriff ist in § 14 SGB IV definiert: sie unmittelbar aus der Beschäftigung
oder im Zusammenhang mit ihr erzielt
(1) Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder werden. Steuerfreie Aufwandssentschä-
einmaligen Einnahmen aus einer Be- digungen und die in § 3 Nr. 26 und 26 a
schäftigung, gleichgültig, ob ein Rechts- des Einkommenssteuergesetzes genann-
anspruch auf die Einnahmen besteht, ten steuerfreien Einnahmen gelten nicht
unter welcher Bezeichnung oder in wel- als Arbeitsentgelt.
cher Form sie geleistet werden, und ob

51
(2) Ist ein Nettoarbeitsentgelt vereinbart, stigen Einnahmen, die in Verbindung zu der
gelten als Arbeitsentgelt die Einnahmen Beschäftigung stehen, wie z.B. Provisionen,
des Beschäftigten einschließlich der Erfolgsprämien, Urlaubs- und Sponsoren-
darauf entfallenden Steuern und der sei- gelder sowie Sachbezüge wie freie Kost und
nem gesetzlichen Anteil entsprechenden Wohnung.
Beiträge zur Sozialversicherung und zur
Arbeitsförderung. Im Entgeltnachweis sind alle Beschäftigten
eines Sportvereins zu berücksichtigen, die
Die Entgelte sind bis zu dem in § 24 Abs. 3 Entgelte wie oben aufgeführt erhalten. Dazu
der Satzung der VBG genannten Höchst- gehören in der Verwaltung tätige Mitarbeiter
betrag je beschäftigter Person (zurzeit sowie Trainer, Übungsleiter, Platzwarte,
84.000,00 Euro) nachzuweisen. Die gemäß Gerätewarte, Kleiderwarte, Masseure,
§ 40 a Einkommensteuergesetz pauschal- Hausmeister, Reinigungspersonal, Kassen-
besteuerten Bezüge für Aushilfen und dienste, Ordner und versicherte Sportler.
Teilzeitbeschäftigte gehören ebenso zum Hinsichtlich der versicherten Sportler verwei-
nachweispflichtigen Entgelt, wie alle son- sen wir insbesondere auf 3.4.1.

7.6.2.1 Nachweispflicht für Sponsor-Zahlungen

Sponsor-Zahlungen an einen Sportler sind des Sportvereins/Sportunternehmens zu


in den Fällen nachzuweisen, in denen sie qualifizieren sind und quasi nur im Wege der
aufgrund entsprechend gestalteter dreisei- abgekürzten Zahlung direkt vom Sponsor an
tiger Verträge rechtlich als Arbeitsentgelt den Sportler erfolgen.

7.6.2.2 Nachweispflicht für Übungsleiter

Arbeitsentgelt für Übungsleiter: Bis auf Beitragsberechnung nachzuweisen. Erhält


wenige Ausnahmen gilt der Grundsatz, dass der Übungsleiter mehr, ist der den Betrag
steuerpflichtiges Entgelt auch in der gesetz- von 2.400,00 Euro übersteigende Anteil der
lichen Unfallversicherung nachweispflichti- Entschädigung beitragspflichtiges Entgelt.
ges Arbeitsentgelt ist. Einnahmen aus einer Sportvereine brauchen also ihre Übungslei-
nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter ter, die nicht mehr als 2.400,00 Euro im Ka-
nach § 3 Nr. 26 EStG sind bis zu einem lenderjahr erhalten, im jährlichen Nachweis
Betrag von 2.400,00 Euro jährlich nicht zur nicht anzugeben (siehe auch 3.4.4).

52
7.6.3 Gefahrtarif und Veranlagungsbescheid

Neben dem Arbeitsentgelt ist der Grad der Entschädigungsleistungen und der gemelde-
Unfallgefahr ein Faktor für die Beitrags- ten Entgelte der jeweiligen Gefahrengemein-
berechnung. Zu diesem Zweck haben die schaft in einem bestimmten Zeitraum (Be-
Berufsgenossenschaften einen Gefahrtarif obachtungszeitraum). Der Sport ist in in drei
aufzustellen, in dem Gefahrengemein- Gefahrtarifstellen und in drei Gefahrklassen
schaften nach Gefährdungsrisiken gebildet aufgegliedert, um dem unterschiedlichen
werden. Die für die einzelnen Gefahren- Gefährdungsrisiko innerhalb des Sports
gemeinschaften geltenden Gefahrklassen Rechnung zu tragen. Der Gefahrtarif sieht für
ergeben sich aus der Gegenüberstellung der den Sport ab 2011 folgende Regelung vor:

Gefahrtarif- Sportunternehmen Gefahrklasse


stelle 16


16.1 2011 und 2012
- bezahlte Sportler aus den oberen
drei Fußball-Ligen Männer 57,81
ab 2013
- Fußballsportlerinnen und -sportler
nur für „bezahlte Sportler aus den
oberen drei Fußball-Ligen Männer“ ab 2013 54,05

nur für „sonstige bezahlte Fußball-
sportlerinnen und -sportler“ 2013 47,29
2014 49,54
2015 51,80
2016 54,05

16.2 - sonstige bezahlte Sportlerinnen


und Sportler 2011/2012 45,04
2013 46,84
2014 48,64
2015 50,44
2016 52,25

16.3 - übrige Versicherte 2011/2012 2,42


ab 2013 2,52

53
Im Vergleich zum vorhergehenden Gefahr- Die VBG trägt durch diese Regelung den Be-
tarif 2010 zeigt sich, dass für die Jahre 2011 lastungsverhältnissen in jedem Sportverein
und 2012 noch die Gefahrklassen des Jahres differenziert Rechnung.
2010 gelten. Erst ab dem Umlagejahr 2013 So werden z. B. auch die Angestellten in Brei-
gelten die neuen Gefahrklassen. tensportabteilungen in Bundesligavereinen
risikogerecht verteilt. Über die Veranlagung
Jedes Sportunternehmen wird dabei zu zu den im Gefahrtarif der VBG festgesetzten
allen drei Gefahrtarifstellen veranlagt. Das Gefahrklassen erhalten die Sportvereine
Entgelt einer Sekretärin ist der Gefahrta- Veranlagungsbescheide (Anlage 4: Veranla-
rifstelle 16.3 nachzuweisen, der bezahlte gungsbescheid).
Eishockeyprofi der Gefahrtarifstelle 16.2.

7.6.4 Beitragseinheiten/Beitragsfuß

Die Beitragseinheiten sind das Ergebnis ergeben sich die Gesamtbeitragseinheiten.


der Multiplikation der beiden Berechnungs- Diese werden den umzulegenden Aufwen-
faktoren Arbeitsentgelt und Gefahrklasse. dungen der Berufsgenossenschaft (Umla-
Mithilfe der Ermittlung der Beitragseinhei- gesoll) gegenübergestellt und ergeben den
ten stellen wir sicher, dass die Gefah- Beitragsfuß, der sich auf 1.000 Beitragsein-
rengemeinschaften in dem Verhältnis an heiten bezieht. Der Beitragsfuß ist also der
den jährlichen Gesamtaufwendungen der Anteil des Umlagesolls, der auf 1.000 Bei-
Berufsgenossenschaft beteiligt werden, tragseinheiten entfällt. Der Beitragsfuß wird
in dem sie Aufwand verursachen. Aus der jedes Jahr neu berechnet und vom Vorstand
Addition der Beitragseinheiten sämtlicher der VBG festgesetzt.
Unternehmen einer Berufsgenossenschaft

54
7.6.5 Berechnung des Einzelbeitrags

Werden die Beitragseinheiten des einzel- multipliziert, ergibt sich daraus der vom
nen Unternehmens mit dem Beitragsfuß Unternehmer zu zahlende Beitrag:

Entgeltsumme x Gefahrklasse x Beitragsfuß


= Beitrag
1.000

Der BG-Beitragsfuß wird aufgegliedert in und freiwillig Versicherte beträgt 2012: 4,80
einen Anteil für die Rentenaltlasten aus dem Euro (2011: 4,80 Euro). Der Beitragssatz
Beitrittsgebiet und die „normale“ VBG-Um- Rentenaltlast für das Jahr 2012 beträgt 0,1914
lage. Der Beitragsfuß der Umlage für Pflicht- Euro je 1.000,00 Euro Entgeltsumme.

Entgeltsumme x Beitragsfuß
= Beitrag Rentenaltlast
1.000

Der Vorteil dieser Regelung ist eine gleich- aus dem Beitrittsgebiet auf die Mitgliedsun-
mäßigere Verteilung der Rentenaltlasten ternehmen der VBG.

7.6.6 Beitragszuschlag

Neben der zuvor dargestellten Beitrags- Die VBG bewertet beim Beitragszuschlags-
erhebung ist die VBG kraft Gesetzes dazu verfahren Arbeitsunfälle sowie Renten und
verpflichtet, Beitragszuschläge aufzuer- Todesfälle von Arbeitnehmern bzw. freiwillig
legen. Ein Unternehmen bekommt einen versicherten Unternehmern mit Punkten. Ein
Beitragszuschlag auferlegt, wenn die Zuschlag beträgt je nach Unfallbelastung 5,
Unfallbelastung des Unternehmens über- 7,5 oder 10 Prozent des zu zahlenden Beitra-
durchschnittlich hoch ist. Diese zusätzli- ges. Weitere Informationen hierzu finden Sie
chen Einnahmen wirken sich im Folgejahr in der Satzung der VBG.
umlagemindernd aus.

55
7.7 Mindestbeitrag

Die VBG kann einen einheitlichen Mindest- Sportvereine, die keine Beschäftigten mit
beitrag erheben, dessen Höhe der Vorstand nachweispflichtigen Entgelten haben,
festsetzt (§§ 161 SGB VII, 24 der Satzung zahlen keinen Mindestbeitrag. Für die arbeit-
der VBG, derzeit 50,00 Euro). Dieser Min- nehmerähnlich tätigen Personen (siehe 3.3)
destbeitrag tritt an die Stelle des regulär haben die Landessportbünde mit der VBG
berechneten Beitrags, wenn dieser niedriger Beitragspauschalabkommen abgeschlos-
als der Mindestbeitrag ist. sen.

7.8 Beitrag für Ehrenamtsträger

Pro freiwillig versichertem Ehrenamtsträger der jährlichen Feststellung der Kosten, die
wird ein Kopfbeitrag erhoben. Der Beitrag sich aus den Aufwendungen des vergan-
der freiwilligen Versicherung im Ehrenamt genen Jahres errechnen. Sofern ein Vertrag
beträgt für das Jahr 2013 2,73 Euro. Der zwischen der VBG und einem Landessport-
Beitrag für das Jahr 2014 wird im April 2014 bund besteht (siehe 3.4.7), zahlt dieser die
von der VBG-Selbstverwaltung festgesetzt. Beiträge und erhebt sie dann in der Regel
Dabei richtet sich die Beitragshöhe nach beim jeweiligen Sportverein.

7.9 Lastenausgleich und Lastenverteilung

Neben den eigenen Beiträgen haben die den gewerblichen Berufsgenossenschaften


Berufsgenossenschaften auch noch Bei- stattfinden (§§ 176 bis 181 SGB VII).
träge, die nicht für ihre eigenen Aufgaben Sportvereine sind in der Regel gemein-
bestimmt sind, festzusetzen, einzuziehen nützige Unternehmen und damit von dem
und weiterzuleiten. Dies sind die Beiträge Lastenausgleich und der Lastenverteilung
für den Lastenausgleich und die Lastenver- nach Entgelten befreit (§ 180 Abs.2 SGB VII).
teilung nach Neurenten und die Lasten- Entsprechende aktuelle Freistellungsbe-
verteilung nach Entgelten, die zwischen scheide der Finanzämter sind einzureichen.

56
7.10 Beitragsbescheid

Über die Höhe und die Berechnung der zur Vermeidung der Zwangsbeitreibung bis
Beiträge erhalten die Unternehmen einen zum Fälligkeitstermin zu zahlen (Anlage 5).
Bescheid mit der Aufforderung, den Beitrag

7.11 Rechtsfolgen nicht rechtzeitiger Zahlung

Wird der Beitrag nicht bis zum Ablauf des Beginn mit einer Zahlungsfrist von einer
Fälligkeitstages (15. des Monats, der dem Woche gemahnt wird (§ 31 der Satzung der
Monat folgt, in dem der Beitragsbescheid VBG).
bekannt gegeben worden ist – § 23 Abs.
3 SGB IV –) gezahlt, ist für jeden angefan- Bei Sportvereinen, die aufgrund ihrer
genen Monat der Säumnis ein Säumniszu- wirtschaftlichen Verhältnisse nicht in der
schlag von eins von Hundert des rückstän- Lage sind, ihren Beitrag zu zahlen, kann die
digen Betrages zu entrichten (§ 24 Abs.1 Berufsgenossenschaft im Einzelfall Beitrags-
SGB IV in Verbindung mit § 32 der Satzung forderungen stunden. Dies setzt allerdings
der VBG). einen Antrag des Vereins voraus, der
unter Berücksichtigung der maßgeblichen
Bei weiterem Zahlungsverzug wird die Vorschriften von der Berufsgenossenschaft
Zwangsvollstreckung eingeleitet, vor deren geprüft wird.

57
Anlage 1
VBG
¥
Hauptverwaltung - Beitrag - Verwaltungs-
Berufsgenossenschaft

Kundennummer, bitte stets angeben

Merkblatt

Gesetzliche Unfallversicherung bei Eigenbaumaßnahmen von Vereinen


(nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten von Vereinen)

1. Bauarbeit
Bauarbeiten im Verein sind alle Tätigkeiten, die auf eine bauliche Veränderung gerichtet sind, unabhängig
von dem Umfang der Tätigkeit. Dazu zählen also der Neubau, Umbau eines Vereinsheimes sowie der Anbau.

.
Auch bauliche Veränderungen innerhalb des Vereinsheimes gehören zu den Bauarbeiten, wie z. B. die
Erneuerung der sanitären Anlagen, das Versetzen von Wänden, eine Neukachelung, die Ausbesserungs-
arbeiten an Elektro- oder Heizungsanlagen oder der Ein- und Umbau von Fenstern und Türen. Die Bau-
genehmigungspflicht der Arbeiten spielt keine Rolle.

2. Gewerbsmäßige Bauarbeit
Werden auf dem Vereinsgelände Bauarbeiten durch Baufirmen und die dort beschäftigten Personen
gewerbsmäßig durchgeführt, ist die Baufirma als Mitglied der zuständigen Bau-Berufsgenossenschaft
anmelde- und beitragspflichtig.

3. Nicht gewerbsmäßige Bauarbeit


Nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten sind Bauarbeiten, die vom Verein in Eigenarbeit durchgeführt werden.

4. Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz der Vereinsmitglieder bei nicht gewerbsmäßiger Bauarbeit


Von Vereinen, die Bauarbeiten in eigener Regie durch Vereinsmitglieder ausführen lassen, ist zu beachten,
dass für diese Personen unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht.
Die gesetzliche Grundlage bilden die entsprechenden Bestimmungen im Siebten Sozialgesetzbuch - SGB VII -
(§ 2 Abs. 1 Nr. 1 oder Abs. 2 SGB VII).

Ob gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für die von Vereinsmitgliedern verrichteten Arbeitsleistungen


bei Eigenbaumaßnahmen eines Vereins bestehen, hängt von folgenden Voraussetzungen ab:
a) Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz besteht für alle von Vereinsmitgliedern verrichteten Arbeits-
leistungen, die auf der Grundlage eines Beschäftigungsverhältnisses erbracht werden. Dieses ist gekenn-
zeichnet durch eine persönliche Abhängigkeit, die sich durch Weisungsgebundenheit hinsichtlich Zeit,
Dauer und Ort der Tätigkeit auszeichnet. Die wirtschaftliche Abhängigkeit, also das Zahlen von Entgelt,
ist nicht maßgeblich, kann jedoch als Indiz für eine persönliche Abhängigkeit gewertet werden

. (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII).


b) Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz kann aber auch für alle von Vereinsmitgliedern freiwillig und ohne
Entgeltzahlung verrichteten Arbeitsleistungen grundsätzlich bestehen (§ 2 Abs. 2 SGB VII). Ausgenommen
vom gesetzlichen Unfallversicherungsschutz sind nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes
unentgeltliche Arbeitsleistungen von Vereinsmitgliedern, soweit sie zu den ausdrücklichen satzungs-
mäßigen Pflichten der Vereinsmitglieder gehören oder sie auf einem entsprechenden Beschluss der
Mitgliederversammlung oder des Vorstandes beruhen. Ferner sind Vereinsmitglieder bei Tätigkeiten
unversichert, die kraft allgemeiner Übung im Verein erbracht werden.

b. w.
(S) MuB 130 b/12 – 01.09 – 1/0/E

Berufsgenossenschaft der Banken, Versicherungen, Verwaltungen, freien Berufe, besonderen Unternehmen sowie Unter-
nehmen der keramischen und Glas-Industrie (VBG)
Gesetzliche Hausanschrift: Telefon: 040 5146-2940 Servicezeit: Commerzbank AG Hamburg
Unfallversicherung Deelbögenkamp 4 Telefax: 040 5146-2771 Mo. - Do. 8:00 - 17:00 Uhr (BLZ 200 400 00) Kto. 1 310 291
Körperschaft des Hamburg 040 5146-2772 Fr. 8:00 - 15:00 Uhr IBAN
Postanschrift: www.vbg.de Betriebsnummer VBG: DE66 2004 0000 0131 0291 00
öffentlichen Rechts 22281 Hamburg 15250094 BIC COBADEFFXXX

58
-2-

Ausgehend von diesen Grundsätzen zählen geringfügige Tätigkeiten oder Hilfeleistungen, die vom Ver-
ein von seinen Mitgliedern erwartet werden, zu den unversicherten Arbeiten, denn sie sind Ausfluss
mitgliedschaftrechtlicher Verpflichtung bzw. werden aufgrund allgemeiner Vereinsübung erbracht.
Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zu diesem Bereich gilt ein geringer zeitlicher Aufwand (bis
zu 2 Stunden) bei baulichen Instandhaltungs- und Ausbesserungsarbeiten als unversichert. Die Erforder-
lichkeit von Fachkompetenz für bestimmte Tätigkeiten oder bei der Ausführung von Tätigkeiten bestehen-
de erhöhte Gefahrenmomente sind für die Beurteilung des Versicherungsschutzes irrelevant.

Umfangreichere Tätigkeiten sind grundsätzlich versichert, sofern sie nicht auf Satzungsregelung oder
Beschluss eines Vereinsorgans (Vorstand oder Mitgliederversammlung) beruhen.

Sieht die Satzung solch eine entsprechende Regelung vor, so führt ein Beschluss eines Vereinsorgans,
wonach Arbeitsleistungen von Mitgliedern zu erbringen sind, dazu, dass Versicherungsschutz nicht
gegeben ist. In diesem Fall werden die Tätigkeiten aufgrund mitgliedschaftlicher Verpflichtung erbracht.
Allerdings ist bei Beschlüssen, die es gestatten, Arbeitspflichten für die Mitglieder zu begründen, darauf zu
achten, dass sich diese innerhalb des Vereinszweckes und der vereinsrechtlichen Prinzipien halten.

Die das Vereinsleben bestimmenden Grundentscheidungen müssen also als „Verfassung“ des Vereins in
die Satzung aufgenommen werden. Sofern es um solche Grundentscheidungen geht, können Beschlüsse
von Vereinsorganen, die keine entsprechende satzungsrechtliche Grundlage haben, die Mitglieder nicht
verpflichten. Der Versicherungsschutz für das Mitglied wäre dann trotz vorliegenden Beschlusses zu be-
jahen.

Das gilt aber nur in dem Umfang, wie der Beschluss der Mitgliederversammlung oder des Vorstandes die
Verpflichtung der Mitglieder vorsieht. Wird im Einzelfall der durch Beschluss festgelegte Umfang oder
Aufwand der Arbeitsleistung überschritten, so stehen die nicht vom Beschluss gedeckten Tätigkeiten unter
Versicherungsschutz.

Die Beurteilung der Frage, was von den Mitgliedern gefordert werden kann, hängt bei umfangreichen
Bauarbeiten von den Umständen des Einzelfalles ab und liegt in der Gestaltungsfreiheit des Vereins.

Die genannten Ausführungen sollen durch die folgenden Beispiele noch verständlicher werden:

Erstes Beispiel:
Mehrere Vereinsmitglieder eines Fußballvereins helfen freiwillig bei Dachreparaturarbeiten am Vereins-
heim. Diese Baumaßnahmen sind an einem Vormittag in einem zeitlichen Rahmen von 4 - 5 Stunden ab-
geschlossen.

• Die Mitglieder sind während dieser Ausbesserungsarbeiten am Dach des Vereinsheims über die VBG
in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert.

• Es handelt sich hierbei um Arbeitsleistungen von Vereinsmitgliedern, die mehr als 2 Stunden erfordern
und daher nicht mehr als geringfügige Tätigkeiten angesehen werden können.

59
-3-

Zweites Beispiel:
Ein Vereinsmitglied eines Schützenvereins hilft beim Neubau eines Schießstandes auf dem Vereinsgelände.
Zweck des Vereins gemäß § 2 der Vereinssatzung ist u.a. die Errichtung und der Erhalt von Sportanlagen.
Jedes Mitglied ist verpflichtet, eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden unentgeltlich für den Verein abzu-
leisten. Wer die verpflichtenden Arbeitsstunden nicht ableistet, muss ersatzweise einen Geldbetrag zahlen.
Gemäß rechtmäßigem Beschluss der Mitgliederversammlung müssen alle volljährigen Vereinsmitglieder
sechs Pflichtarbeitsstunden (ersatzweise 60,00 EURO) für den Neubau des Schießstandes ableisten.

• Aufgrund der satzungsgemäßen und dem Vereinszweck dienenden Arbeitsstunden ist das Vereinsmitglied
innerhalb der sechs Pflichtarbeitsstunden nicht über die VBG in der gesetzlichen Unfallversicherung versi-
chert.

• Die Arbeitsleistung des Vereinsmitgliedes ist nicht versichert, da sich Art und Umfang der Tätigkeit aus der
Satzung ergeben und somit zu seinen Pflichten aus der Mitgliedschaft im Schützenverein gehören.

• Werden die sechs Pflichtarbeitsstunden im Einzelfall überschritten, besteht Versicherungsschutz.

5. Beiträge
Soweit gesetzlicher Unfallversicherungsschutz besteht, ist der Verein als Unternehmer i. S. der gesetzlichen
Unfallversicherung bei nicht gewerbsmäßigen Bauarbeiten zur Entrichtung von Beiträgen verpflichtet. Wegen
der neuen Zuständigkeitsregelung im SGB VII ist das Ausmaß der Leistungen der VBG im Rahmen dieser
Bauarbeiten nicht bekannt und wird daher gesondert beobachtet. Das bedeutet für die Vereine, dass bei der
VBG zunächst keine Beiträge zu entrichten sind, bis aufgrund der Beobachtungen die Höhe des Beitrages
festgesetzt wird. Sofern es sich allerdings um versicherte Vereinsmitglieder handelt, die aufgrund eines
Beschäftigungsverhältnisses für den Verein tätig werden und dafür Entgelt erhalten, ist der VBG dieses
Entgelt im jährlichen Entgeltnachweis mit zu melden.

6. Informationen
Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie uns bitte an.
(S) MuB 130 b/12 – 01.09 – 1/0/E

60
Anlage 2
F01

Hauptverwaltung - Beitrag -

Kundennummer, bitte stets angeben Beleg-Nr.

Bitte beachten Sie, dass wir trotz der


Erweiterung Ihrer Meldepflichten zur
Sozialversicherung diesen Entgelt-
nachweis noch benötigen!

Dieser Entgeltnachweis wird maschinell verarbeitet. Bitte beachten Sie hierzu


unsere Hinweise auf der Anleitung zum Ausfüllen des Entgeltnachweises.

R
Entgeltnachweis 2012
Bitte bis 25.01.2013 einsenden!
(gesetzliche Frist bis 11. Februar 2013)
2012
 Fehlanzeige Wenn keine Versicherten - auch nicht aushilfsweise oder gelegentlich - beschäftigt wurden, bitte ankreuzen.

Unternehmensart
E
 Anzahl der
Versicherten
 Nachweispflichtiges Arbeitsentgelt Struktur-
- Jahresbruttoentgelt - in Euro ohne Cent schlüssel

siehe Veranlagungsbescheid ,-
,-
T
,-
,-
,-
S

,-
,-
U

Stets angeben!  Gesamtsumme EUR ,-

 Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden

 Anzahl der ehrenamtlich Tätigen nach § 2 Abs. 1 Nr. 10a SGB VII
M

o Anzahl der ehrenamtlich Tätigen nach § 2 Abs. 1 Nr. 10b SGB VII

p Anzahl Versicherte nach § 2 Abs. 1 Nr. 14b SGB VII


F01

Die Richtigkeit und Vollständigkeit


der Angaben wird bestätigt.
MuB 054 C/2 a – 09.12 – 1/0

intern

Datum, Stempel und Unterschrift

61
Anlage 3
F05

Hauptverwaltung - Beitrag -

Kundennummer, bitte stets angeben Beleg-Nr.

R
Dieser Erhebungsbogen wird maschinell verarbeitet.
Bitte beachten Sie hierzu unsere Hinweise auf der Rückseite.

Sport-Erhebungsbogen 2012 2012


Bitte bis 25.01.2013 einsenden!

 Fehlanzeige
Tätigkeitsbereiche *)
E  Anzahl der
Versicherten
Sportart-Schlüssel-Nr.

Wenn keine Versicherten - auch nicht aushilfsweise oder gelegentlich - beschäftigt wurden, bitte ankreuzen.

 Nachweispflichtiges Arbeitsentgelt
- Jahresbruttoentgelt - in EUR
T
1. Gegen Entgelt tätige Sportler **) ,-

2. Trainer ,-
S

3. Übungsleiter (mehr als EUR 2.100,- jährlich) ,-

4. Medizinische und therapeutische Betreuer (z.B. Masseure) ,-

5. Zeug-, Platzwart, Hausmeister ,-


U

6. Reinigungspersonal ,-

7. Personen in Geschäftsstelle u. Büro (auch Manager) ,-

8. Sonstige Personen ,-
M

9. Verwaltungspersonal, das nicht eindeutig einer bestimmten ,-


Sportart zuarbeitet (z. B. in der Geschäftsstelle,
Buchhaltung, Haus- und Sportplatzverwaltung) ***)

*) Bei Tätigkeiten für mehrere Sportarten sollten die


Daten dem Haupttätigkeitsfeld zugeordnet werden.
**) siehe Anschreiben
***) Falls Ihr Unternehmen ein Sportverein mit mehreren Sparten ist, ist diese Zeile nur auf einem Bogen auszufüllen.
Eine Sportart-Schlüssel-Nr. werden wir diesem Arbeitsentgelt nicht zuordnen.
F05

Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird bestätigt.


MuB 054SV/2 a – 09.12 – 5/0/E

Datum, Stempel und Unterschrift b. w.

VBG Hausanschrift: Telefon: 040 5146-2940 Servicezeit: Commerzbank AG Hamburg


Körperschaft des Deelbögenkamp 4 Telefax: 040 5146-882199 Mo. - Do. 8:00 - 17:00 Uhr (BLZ 200 400 00) Kto. 1 310 291
öffentlichen Rechts Hamburg www.vbg.de Fr. 8:00 - 15:00 Uhr IBAN
Postanschrift: Betriebsnummer VBG: DE66 2004 0000 0131 0291 00
22281 Hamburg 15250094 BIC COBADEFFXXX

62
BELEGLESEFÄHIGER ERHEBUNGSBOGEN
Bitte helfen Sie uns, den wirtschaftlichen Vorteil für Sie voll zu
nutzen, indem Sie die folgenden Hinweise beachten:
Bitte dieses Blatt zurück an: Maschinell lesbar ist Handblockschrift mit schwarzem oder
blauem Kugelschreiber.
Bitte schreiben Sie
- rechtsbündig, keine Striche oder führende Nullen
- nicht mehr als eine Ziffer je Kästchen und halten Sie die
Begrenzung des Lesefeldes ein.
Wir bitten Sie, Mitteilungen über Adressänderungen,
Unternehmensveränderungen oder Ähnliches nicht auf
diesem Erhebungsbogen zu vermerken oder an diesen
VBG zu klammern. Bitte verwenden Sie dafür ein separates
Schreiben unter Angabe Ihrer Kundennummer. Alle zu-
20747 Hamburg sätzlichen Mitteilungen, die Sie auf den Flächen dieses
Formulars vornehmen, finden aufgrund maschineller
Verarbeitung keine Berücksichtigung!

R
Sportart-Schlüssel-Nummern

01 Automobilsport 17 Fechten 32 Kanu-Sport 48 Segeln


02 American Football 18 Flugsport 33 Karate 49 Skibob
03 Boxen 19 Fußball: Bundesliga 34 Kegeln 50 Ski
04 Badminton 20 Fußball: 2. Bundesliga 35 Leichtathletik 51 Sportakrobatik
05
06
07
08
09
10
Bahnengolf
Baseball/Softball
Basketball
Behindertensport
Billard
Bob- und Schlittensport
21
22
23

24
25
Fußball: 3. Liga
Fußball: Regionalliga
E
Fußball: Oberliga u. Spiel-
klassen unterhalb d. Oberliga
Gehörlosensport
Gewichtheben
36
37
38
39
40
41
Moderner Fünfkampf
Motoryachtsport
Rad fahren
Rasenkraftsport, Tauziehen
Reiten
Ringen
52
53
54
55
56
57
Sportfischen
Sporttauchen
Squash
Taekwondo
Tanzsport
Tennis
11 Boccia, Boule, Petanque 26 Golf 42 Rollsport 58 Tischtennis
T
12 Curling 27 Gymnastik 43 Rudern 59 Triathlon
13 Eishockey 28 Handball 44 Rugby 60 Turnen
14 Eislauf 29 Hockey 45 Schach 61 Volleyball
15 Eisschnelllauf 30 Judo 46 Schützensport 62 Wasserski
16 Eisschützensport 31 Ju-Jutsu 47 Schwimmen 63 Sonstiges
S
U
M

63
Anlage 4

Hauptverwaltung - Beitrag -

Ihr Zeichen:
Ihre Nachricht vom:
Ihre Ansprechperson:
Telefon:
Telefax:
E-Mail:
DOK-Nr.:
Datum:

R
Bescheid über die Veranlagung zu den Gefahrklassen gem. § 159 Abs. 1 SGB VII
Ab dem 01.01.2011 gilt zur Berechnung der Beiträge der Gefahrtarif 2011, jetzt in der Fassung des 3. Nachtrages.
Der Gefahrtarif als Rechtsgrundlage dieser Veranlagung ist autonomes Recht der VBG; jedes Unternehmen wird
für die Tarifzeit zu den Gefahrklassen veranlagt. Ihr Unternehmen wird daher ab wie folgt veranlagt:
E
Gefahr- Für die Gefahr- An- *) Struktur-
tarifstelle Unternehmensart Jahre klasse merkung schlüssel
16.3 Sportunternehmen - übrige Versicherte 2011/2012 2,42 1) 0003
ab 2013 2,52
16.1 Sportuntern. - bez. Sportler obere drei Fußball-Ligen Männer 2011/2012 57,81 1) 0001
T
ab 2013 54,05
16.2 Sportunternehmen - sonstige bezahlte Sportler/-innen 2011/2012 45,04 1) 0002
2013 46,84
2014 48,64
2015 50,44
S

2016 52,25
16.1 Sportunternehmen - sonstige bezahlte Fußballsportler/-innen 2013 47,29 1) 0010
2014 49,54
2015 51,80
2016 54,05
U

*) Anmerkung zum Teil II des Gefahrtarifs:


1) als Unternehmen mit mehreren Unternehmensteilen
M

Die Veranlagung eines Unternehmens ist durch die Zugehörigkeit zu einer Unternehmensart bestimmt.
Die jeweiligen Unternehmensarten stellen eine Sammelbezeichnung dar, in der alle Unternehmen mit gleich-
artigen Merkmalen zugeordnet sind. Den Gefahrtarif können Sie unter www.vbg.de unter dem Stichwort
"Gefahrtarif 2011" einsehen.
Freundliche Grüße
VBG - Ihre gesetzliche Unfallversicherung

Rechtsbehelfsbelehrung und Hinweise zum DEÜV-Meldeverfahren auf der Rückseite


MuB 116 sm/5 – 12.12 – 1/0/E

b. w.

VBG Hausanschrift: Telefon: 040 5146-2940 Servicezeit: Commerzbank AG Hamburg


Körperschaft des Deelbögenkamp 4 Telefax: 040 5146-2771 Mo. - Do. 8:00 - 17:00 Uhr (BLZ 200 400 00) Kto. 1 310 291
öffentlichen Rechts Hamburg 040 5146-2772 Fr. 8:00 - 15:00 Uhr IBAN
Postanschrift: www.vbg.de Betriebsnummer VBG: DE66 2004 0000 0131 0291 00
22281 Hamburg 15250094 BIC COBADEFFXXX

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Ihre Rechte
Gegen diesen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch erheben
(§§ 77 ff. des Sozialgerichtsgesetzes - SGG). Sie können den Widerspruch bei der VBG in schriftlicher
Form einreichen oder mündlich zur Niederschrift vortragen.
Der Widerspruch ist ebenfalls rechtzeitig erhoben, wenn Ihr Widerspruch innerhalb der Frist bei einem
anderen Sozialversicherungsträger oder einer anderen inländischen Behörde oder bei einer deutschen
Konsularbehörde eingegangen ist.

DEÜV-Meldeverfahren

R
Jeder Arbeitgeber/Jede Arbeitgeberin muss für jeden Arbeitnehmer/jede Arbeitnehmerin die Daten zur
Unfallversicherung im Rahmen der Meldeverfahren zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag mitteilen.
Mit der Jahresentgeltmeldung oder Abmeldung übermittelt der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin die Daten
dann an die jeweilige Einzugsstelle.

Die Betriebsnummer der VBG: 15250094

Ihre Veranlagung zum Gefahrtarif 2011 ab dem


E
Ihre Mitgliedsnummer/Kundennummer: Ihre Mitgliedsnummer bei der VBG ist die Kundennummer
(siehe Vorderseite über der Anschrift) ohne Schrägstriche.

:
T
(Eventuelle hier auftretende Leerzeilen/Zwischenräume sind technisch bedingt)

Strukturschlüssel Unternehmensart

0003 Sportunternehmen - übrige Versicherte


S

0001 Sportuntern. - bez. Sportler obere drei Fußball-Ligen Männer

0002 Sportunternehmen - sonstige bezahlte Sportler/-innen


U

0010 ab 2013 Sportunternehmen - sonstige bezahlte Fußballsportler/-innen


M

Den Strukturschlüssel geben Sie bitte für Ihre Arbeitnehmer/-innen unter der Rubrik „Gefahrtarifstelle“ an.
Haben Sie mehrere Strukturschlüssel, ordnen Sie Ihre Arbeitnehmer/-innen bitte dem Schlüssel zu, für den
sie tätig werden. Wird ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin innerhalb eines Jahres in mehreren unter-
schiedlich veranlagten Unternehmensteilen tätig, ordnen Sie das Arbeitsentgelt bitte – je nach Einsatz –
anteilig den einzelnen Strukturschlüsseln zu.
MuB 116 sm/5 – 12.12 – 1/0/E

65
Anlage 5

Hauptverwaltung - Beitrag -

Kundennummer, bitte stets angeben Beleg-Nr.

Datum:

Beitragsbescheid für 2012 gemäß § 168 Sozialgesetzbuch 7. Buch (SGB VII)


Bruttoarbeitsentgelt EUR 1) x Gefahrklasse 2) = Beitragseinheiten 3) x Beitragsfuß EUR 4) : 1.000 = Beitrag EUR 5)

Anzahl x Beitragsfuß EUR

Beitrag zur VBG 9)

Berufsgenossenschaftliches Ausgleichsverfahren

Gesamtbeitrag 2012
Ihr Kontostand zur Fälligkeit inkl. evtl. weiterer
Forderungen bzw. anzurechnender Guthaben

14)
Rechnungsnummer :
Freundliche Grüße Fällig am:
MuB 183/2 – 03.13 – 1/0/E

VBG - Ihre gesetzliche Unfallversicherung Erläuterungen und Rechtsbehelf auf der Rückseite

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66
Herausgeber

VBG – Ihre gesetzliche Unfallversicherung


Deelbögenkamp 4
22297 Hamburg
Postanschrift: 22281 Hamburg

Artikelnummer: 62-13-0003-2

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der VBG

Ausgabe 2013-05

Der Bezug dieser Informationsschrift ist für Mitgliedsunternehmen


der VBG im Mitgliedsbeitrag enthalten.

67
Wir sind für Sie da!
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Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 8.00 – 17.00 Uhr,
freitags von 8.00 – 15.00 Uhr
Bezirksverwaltung Bergisch ­Gladbach Bezirksverwaltung Hamburg Bezirksverwaltung München
Kölner Straße 20 Friesenstraße 22, 20097 Hamburg Barthstr. 20, 80339 München
51429 Bergisch Gladbach Fontenay 1a, 20354 Hamburg Tel.: 089 50095-444
Tel.: 02204 407-444, Fax: 02204 407-217 Tel.: 040 23656-444, Fax: 040 23656-418 Fax: 089 50095-324
E-Mail: BV.BergischGladbach@vbg.de E-Mail: BV.Hamburg@vbg.de E-Mail: BV.Muenchen@vbg.de

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Bezirksverwaltung Ludwigsburg
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Martin-Luther-Straße 79 97072 Würzburg
Tel.: 030 77003-444, Fax: 030 77003-233 71636 Ludwigsburg
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