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AUF Kapitel 3

se des Arbeitsmarktes, seine typischen Kennzei nen z. B. im Bereich Wohnungsbau, beim Bau ge
chen, seine Unterschiede zu anderen Märkten und werblicher Einrichtungen oder im Verkehrswegebau
die Ursachen von Arbeitslosigkeit zu erklären ver einen konjunkturellen Aufschwung einleiten kön
suchen. Aus traditioneller, neoklassischer Sicht nen, indem die wirtschaftliche Erholung auf andere
funktioniert der Arbeitsmarkt genauso wie jeder an Branchen ausstrahlt. Eine höhere Nachfrage nach
dere Markt für Güter: Durch den Marktmechanis Bauleistungen bewirkt normalerweise die Schaf
mus (siehe Kapitel 2) kommen Angebot und Nach fung von Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft selbst,
frage über den Preis ins Gleichgewicht. Da sich der aber auch in vorgelagerten und in nachfolgenden
Arbeitsmarkt ständig in Bewegung befindet, kann Wirtschaftsbranchen wie in Bauzulieferbetrieben,
nach der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie jeder in Bau und Ausbauhandwerksbetrieben oder in
Arbeitnehmer, der bereit ist, zum entstandenen Unternehmen der Gebrauchsgüterindustrie.
Marktpreis für Arbeit, dem Reallohn, zu arbeiten,
auch einen Arbeitsplatz finden. Angebot und Nach Beschäftigung, die tatsächliche Auslastung
frage kommen am Arbeitsmarkt ins Gleichgewicht, der gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazität
da Arbeitslose das Angebot an Arbeit erhöhen wür durch die Faktoren Arbeit und Kapital. Bezogen auf
den, was eine Preisanpassung auf diesem Markt, ei den Produktionsfaktor Arbeit ist Beschäftigung das
ne Lohnsenkung, zur Folge hätte. Im klassischen Gegenteil von Arbeitslosigkeit. Beschäftigungser
Modell gibt es daher Arbeitslosigkeit nur, wenn der höhungen führen somit zu einem Rückgang der Ar
einzelne Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen, beitslosigkeit. Umgekehrt erhöhen Beschäftigungs
wie bei der Suche eines neuen Arbeitsplatzes, nicht rückgänge die Arbeitslosigkeit. Ein Ziel staatlicher
arbeiten will. Wirtschaftspolitik ist die Erreichung eines mög
Im Gegensatz zur neoklassischen Arbeitsmarkt lichst hohen Beschäftigungsstandes (siehe Kapi
theorie geht der britische Ökonom John Maynard tel 4).
Keynes (* 1883, † 1946) davon aus, dass Konjunk Beschäftigungsgrad, das Verhältnis von tatsäch
turflauten mit hoher Arbeitslosigkeit nicht durch licher Beschäftigung und möglicher Beschäftigung,
das bloße Zusammenwirken von Angebot und ausgedrückt in einem Prozentsatz. Die Beschäfti
Nachfrage am Markt beseitigt werden, sondern gung wird dabei in der Regel in Arbeitsstunden,
durch eine rechtzeitige Ausgabenerhöhung des Maschinenstunden oder Produktionsmengen ge
Staates. Die gestiegenen Staatsausgaben erhöhen messen.
die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Mehr Nach Für die maximal mögliche Beschäftigung in der
frage führt zu mehr Beschäftigung, zu mehr Ein Volkswirtschaft kann ein Beschäftigungsgrad von
kommen der Haushalte und folglich zu mehr Kauf 100 % angesehen werden. Unter der Berücksichti
kraft, die wiederum die gesamtwirtschaftliche gung von friktioneller Arbeitslosigkeit (siehe dort)
Nachfrage erhöht. Der Ökonom lieferte mit seinem kann aber auch schon ein niedrigerer Beschäfti
Modell des Unterbeschäftigungsgleichgewichts (sie gungsgrad von z. B. 90 % als Grad der Vollbeschäf
he dort) eine neue Erklärung für die Weltwirt tigung festgelegt werden. Die maximal mögliche Be
schaftskrise und die Massenarbeitslosigkeit der schäftigung in der Volkswirtschaft (100 %) muss
1930er Jahre. demnach nicht mit der bestmöglichen Beschäfti
Aufschwung, Expansion, Erholung, eine Kon gung (90 % Vollbeschäftigung) übereinstimmen. In
junkturphase (siehe dort) mit wachsender Produkti Anlehnung an den jeweiligen Beschäftigungsgrad
on und Kapazitätsauslastung in der Wirtschaft bei wird die Beschäftigungssituation in der Volkswirt
einem noch relativ geringen Preisanstieg. Die Be schaft als Vollbeschäftigung (siehe dort), berbe
schäftigung nimmt stetig zu, was grundsätzlich die schäftigung (siehe dort) oder Unterbeschäftigung
Schaffung neuer Arbeitsplätze bewirkt. (siehe dort) bezeichnet.
Baukonjunktur, die wirtschaftliche Situation, z. B. Beschleunigungsprinzip, Akzelerationsprinzip,
der Auftragsbestand oder die Beschäftigungslage, Bezeichnung für den Zusammenhang, dass eine
in den Unternehmen der Bauwirtschaft. Gerade die stark steigende Nachfrage der Verbraucher nach
Baubranche hat in der Volkswirtschaft eine gewisse Konsumgütern (z. B. Fernsehgeräte) normalerweise
Schlüsselstellung inne, da vermehrte Bauinvestitio zu steigenden Investitionen in der Verbrauchsgüter

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