Sie sind auf Seite 1von 10
Campus Essen Fachbereich Bildungswissenschaften Professur für Klinische Psychologie Dr. Ulrich Kobbé Telefon (02 01)

Campus Essen

Fachbereich Bildungswissenschaften Professur für Klinische Psychologie

Dr. Ulrich Kobbé

Telefon

(02 01) 1 83 – 2232

Fax

(02 01) 1 83 – 3141

E-Mail

ulrich.kobbe@uni-essen.de

ulrich@kobbe.de

Gebäude

Universitätsstr. 12, Raum R11 T03 C32

Datum

im Februar 2006

Zur Klinik des homo delinquens:

Das verrechtlichte Subjekt

Vorarbeit zum forensisch-psychoanalytischen Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nes- soshemd – Zur Klinik des forensischen Subjekts im institutionellen Diskurs‹ 2005-2007

Das forensische Subjekt als Rechtssubjekt

Die der juristischen Perspektive des

Strafrechts eigene Verkürzung des Subjekts auf eine nur »kümmerliche zeitliche Dimen- sion« hat in »dieser Reduzierung für das konkrete Subjekt, den Angeklagten, mitun- ter ebenso entlastenden wie belastenden Effekt«. Denn »er entsteht mit dem Tatbe-

ginn [

len Nichts und verschwindet darin nach Ablauf des strafbaren Verhaltens. Für die- sen Moment, notfalls nur für Sekunden, braucht das Strafrecht einen Täter als Sub- jekt und fragt nach Vorsatz, Fahrlässigkeit und Schuld. Mehr als ein Schatten auf der Maßfläche der Normen kommt dabei nicht heraus« (Jakobs 1983, 22). In dieser ratio- nalen Logik werden Subjekt und sein Han- deln in linearen Wenn-dann-Beziehungen interpretiert. Dem gegenüber ist die psy- chologische Sicht auf Tat und Täter kom- plexer, differenzierter und ist eine ›Tat an sich‹ – und werde sie als noch so ich- dyston 1 erlebt – nicht vorstellbar, denn: Die Tat gehört zum Täter und ist nur »im Kon- text der ganzen bewussten wie unbewuss-

aus dem individuellen und sozia-

]

1 »Der Begriff der Persönlichkeitsfremdheit ist psycholo- gisch unrichtig. Auch ein Handeln, das in den Organisatio- nen des Unbewussten wurzelt, gehört – wie eben auch das Unbewusste selbst – zur Persönlichkeit eines Menschen. Die forensische Psychologie spricht – den gleichen Sach- verhalt meinend – von einer ›Fremdheit der Verhaltenssti- le‹« (Schumacher, 1983, 71 Fn 19).

ten Lebensgeschichte verstehbar« (Muck 1984, 15). In den forensisch-gutachterlichen und -psychotherapeutischen Diskursen sind demzufolge die Herleitung oder Verknüp- fung lebensgeschichtlicher Erfahrungen, Ereignisse und/oder Erinnerungen als ent- sprechend kontinuierliche Dimension des Selben, des zwar gleichen und dennoch in dieser Zeitlichkeit, Prozesshaftigkeit und Nachträglichkeit mitnichten mehr selbst- identischen Subjekts wesentliche Aspekte einer rekonstruktiven Objektivierung unbe- wusster Sinnzusammenhänge.

Dem gegenüber konstituiert das Strafrecht ein im Zeitkontinuum selbstidenti- sches Rechtssubjekt, um dessen Subjekti- vität »die Rechtsinstanz als Teil der gesell- schaftlichen Superstruktur zentriert ist« (La- deur 1978, 73).

Hinsichtlich der Anwendung psycho- logischer Theorie(n), psychodynamischer Mo- delle und psychopathologischer Kriterien gilt daher die Forderung, »dass in foro al- les psychologische Tun, Verstehen, Deu- ten, Übermitteln, Aufzeigen und Veran- schaulichen nur innerhalb gewisser Breiten tragbar ist, in denen die praktische Ver- wirklichung des Rechtes und insofern prak- tisches Umgehen mit Menschen möglich

2

2 Zur Konvergenz und Divergenz psychologisch-psycho- analytischer und juristischer Paradigmen und zur Dynamik von Begutachtung und Gutachtenerstattung vgl. Muck (1984), Goldschmidt (1984) und Becker-Toussaint (1984).

2/10

sein muss« (Bürger-Prinz 1950). Dem ent- sprechend formuliert Rasch (1983, 51-55) zehn Thesen als praxisbezogenen Leitfa- den der gutachterlichen Handlungsanaly- se:

»Theoretisch gesehen kann jedes menschliche Handeln das Attribut kriminell erhalten. Was Kri- minalität ist, wird von Definitionen bestimmt, die epochal und kulturabhängig wechseln.«

»Menschliches Verhalten lässt sich ganz allge- mein – also nicht nur das als kriminell definierte – unter verschiedenen wissenschaftlichen Perspek- tiven erklären. Die Entwicklung einer allumfassen- den Theorie ist nicht zu erwarten und wäre auch nicht gegenstandsangemessen.«

»Aus psychologisch-psychiatrischer Sicht ist für die Beurteilung der Schuldfähigkeit nicht entschei- dend, in welchem Ausmaß sich der Täter der An- triebe, Motive und bestimmenden Bedingungen seines Handelns ›bewusst‹ war.«

»Das Tatverhalten erlaubt isoliert betrachtet keine verbindlichen Rückschlüsse auf die psychische Verfassung des Täters oder seiner Motive. Glei- ches Handeln kann durch verschiedene psychi- sche Ausgangslagen bedingt sein, unterschiedli- ches Handeln durch die gleiche Motivation.«

»Details des Tatverhaltens geben weder Auskunft über das Vorliegen von Krankheit noch über eine andere Art von psychischer Störung, die die Schuldfähigkeit beeinträchtigt.«

»Um so größer die lebensgeschichtliche Bedeu- tung einer Tat ist, desto mehr Aufmerksamkeit verdienen Persönlichkeit und Entwicklung des Tä- ters gegenüber dem Tatgeschehen selbst.«

»Taten, die durch ihre Einlagerung in eine be- stimmte aktuelle Situation eine periphere Stellung in der Persönlichkeit und ihrer Entwicklung haben, lassen sich eher durch eine Analyse des Tatver- haltens und eben dieser Situation beurteilen.«

»Die Beurteilung des Tatverhaltens wird oft da- durch erschwert, dass die Details der Handlung nicht erkennen lassen, was der Täter ›eigentlich‹ will.»

Kriminelle Karrieren wie auch die Entstehung ein- zelner schwerer Taten beruhen auf Persönlich- keitsentwicklungen, die überindividuelle Muster

ist

leichter, wenn man in der Lage ist, die individuelle Problematik vom Verlauf abzutrennen.«

»Die Benutzung einer angemessenen Analyse der Tat und Tatvorgeschichte machen es dem Täter selbst leichter, sich mit dem Geschehen ausei- nanderzusetzen, es zu verarbeiten.«

Als Subjekt der Aussage erweist sich dieses bei eingehenderer Analyse als ein »leerer determinierter Platz«, der von unterschiedlichen konkreten Individuen ein- genommen werden kann und dessen dis- kursive (Rechts-)Struktur sein ›Recht‹ und sein Vermögen zu sprechen bestimmt.

aufweisen. Die angemessene Beurteilung [

]

»Der Status des Individuums ist damit nicht als dem Diskurs äußerlicher Gegenstand der Psy- chologie oder anderer ›Human‹-Wissenschaften aus einer Wissenschaft von der diskursiven Praxis aus- gegliedert, sondern als Paradigma der Bestimmung der Verkopplung der diskursiven mit den nicht-dis- kursiven Praxisformen postuliert», das heißt, »der Status des Individuums, das die ›Leerstelle‹ der Subjektivität besetzt, wird durch eine nicht-diskursive Instanz fixiert« (Ladeur 1978, 91) und hat als Refe- renten »ein ›multiples Subjekt‹, ein sprachliches Subjekt, ein begehrendes Subjekt, ein Subjekt der Wertsysteme, die je verschiedene Formen und Ver- bindungen von Subjektivität als Effekt produzieren« (Ladeur 1978, 81).

Dabei wird die Realität dieses hie- rarchischen, unterwerfenden Herren- oder Meisterdiskurses durch den scheinbar kre- ativ-autonomen Charakter der konkreten Sprachpraxis verhüllt, indem Subjektivität »nicht nur als ›Ich‹-Form in die Sprach- struktur eingeschrieben« ist (Ladeur 1978, 98), sondern das konkrete Subjekt zugleich durch sein selbstreflexives Sprechen als – il- lusionär einheitlich-kontinuierliches – ›Ich‹ im Sinne eines unteilbaren Individuums konstituiert wird. Hingegen stellt die ›hin- ter‹ diesem Simulakrum verborgene Dis- kontinuität der Diskurse »ideologischen Staatsapparate« (Althusser) und Multiplizi- tät des Subjekts einen epistemologischen Einschnitt dar, der das Subjekt • • als ebenso gespalten wie dezentriert erkennen lässt. Dabei kommt den Sprechakten inso- fern ein besonderer Charakter zu, als sie dazu dienen, sich als Subjekt »in die insti- tutionell konstituierten Bedingungen des Diskurses ein[zu]schreiben« (Ladeur 1978, 94). Diese institutionalisierte Auseinander- setzung mit der Tat bleibt eingebettet in ei- ne gesamtgesellschaftlich begründende Ge- sellschaftskultur:

»Spätestens seit dem Mittelalter haben die abendländischen Gesellschaften das Geständnis unter die Hauptrituale eingereiht, von denen man sich die Produktion der Wahrheit verspricht« (Fou- cault 1977b, 75).

Geständniszwang als diskursive Kontextualisierung des Subjekts

Hierzu sind nicht nur religiöse Prak- tiken des Geständniszwangs in Form von Regelungen des Bußsakraments im 13. Jahr- hundert und der Entwicklung der Beichttech- niken zuzurechnen, sondern parallel auch das Verschwinden der ursprünglichen Schuld- beweise des Eides, des Gottesbeweises,

3/10

des Duells zugunsten einer geständnisori- entierten Entwicklung von Ermittlungs- und Vernehmungsmethoden vor Gericht. Der- artige Praktiken implizieren eine aktive und öffentlich bekundete Unterordnung – kon- kreter noch: Unterwerfung – unter instituti- onelle Macht und unter den gesellschaftli- chen Kanon. Diesbezüglich greift Legendre auf das Leitmotiv »vitam instituere« des römischen Rechts der Antike zurück, nach dem – ganz im Sinne analytischer Sozial- psychologie – der Mensch erst durch die Akkulturation, durch die Einordnung in kul- turelle Institutionen und Unterwerfung un- ter deren Normen zum Menschen wird, dies allerdings um den Preis der Entfrem- dung von seiner menschlichen Natur. Le- gendre kommentiert dies mit der lapidaren Feststellung: »Wir kommen nicht umhin, das, was uns instituiert, was uns kastriert, zu lieben«, wobei ›Kastration‹ den symbo- lischen Mangel eines imaginären Objekts durch Verzicht auf ein Genießen dieses Objekts bedeutet. Hinsichtlich der erzwun- genen Wahl, die Kastration anzunehmen oder sie zu leugnen, weist Lacan (1957, 255-273) darauf hin, dass das Subjekt nur durch das Annehmen der Kastration einen Grad der psychischen Normalität und geni- talen Reife erreichen kann, indem es hier- über Zugang zur Dialektik der Aggressivi- tät, Dialektik der Identifizierung und Dialek- tik der Idealisierung erhält. Mit dieser ›normalisierenden Wirkung‹ manifestieren sich die gesellschaftliche Institution und ihr Agent, der reale Vater, als nicht bloß ima- ginärer Rahmen, sondern als eine diskur- sive Existenzbedingung, die sich ›unbedingt‹ und primär durch das Innere des – so ge- spaltenen – Subjekts • • zieht. Mithin er- weist sich dieses Subjekt als Rechtssub- jekt nicht (mehr) identisch mit dem – kon- kret-autonomen – Subjekt der Menschen- rechte, die den Wert des Menschen als Mensch affirmieren (Margalit 1999, 88-91) … und gerade dadurch pervertieren: Indem diese formalen Rechte den Wert jedes Menschen ›an sich‹ definieren und dessen Achtung einfordern, wird das empirische

3

3 Die ›Kastration‹ • - • bezieht sich demzufolge keines- wegs auf den Penis als reales Organ, sondern auf den Phallus • • als imaginäres Objekt. Die zur Ordnung des Symbolischen gehörende Kastration stellt eine der drei RSI-Formen des Objektmangels dar: Anders als die Kast- ration ist die ›Frustration‹ als zweite weitere Form der ima- ginäre Mangel eines realen Objekts mit der symbolischen Mutter als Agens, mithin Element der Ordnung des Imagi- nären. Die ›Privation‹ als dritte mögliche Form betrifft den realen Mangel eines symbolischen Objekts mit dem imagi- nären Vater als Agens und gehört der Ordnung des Realen an.

Subjekt entindividualisiert und aus Prinzip, um eines humanistischen Ideals – und kei- neswegs um seiner selbst willen – geach- tet.

Auf der Ebene des Gesetzes be- deutet dies, dass »diese Herabwürdigung der Menschenrechte […] bereits ihrem Begriff eingeschrieben« ist und »ihren ei- genen Exzess« hervorbringt (Žižek 2001,

199).

Auf der Ebene des konkreten fo- rensischen Subjekts bedeutet dies, dass der Täter mit seiner Tat aus der ge- sellschaftlichen Ordnung quasi heraus- fällt, dass erlebte Scham- und Schuldgefühle diesen Bezug zur Gesellschaft als imagi- närer Institution wieder herstellen und dass dieses erzwungene Geständnis mit- samt der Verbüßung der verhängten Stra-

fe die Reintegration in die soziale Ge- meinschaft gewährleistet.

»Unverkennbar ist, dass der ›Geständnis- zwang‹, der vormals als Teil von Erziehung und Cha- rakterbildung in Beichtstühlen und assoziierten Exer- zitien geübt wurde, mittlerweile als ›Geständnis- drang‹ oder ›Geständnisarbeit‹ in verschiedenste pädagogische und therapeutische Bereiche trans- portiert wurde und an Bedeutung beileibe nicht ab- nahm« (Foucault 1977a, 42).

Denn mit den Auftauchen von Me- dizin, Psychologie und Sozialwissenschaf- ten im Strafvollzug entstand eine »Verzah- nung von Machtwirklichkeit und Wissens- gegenstand«, die nicht nur »Psyche, Sub- jektivität, Persönlichkeit, Bewusstsein, Ge- wissen usw.« als Begriffe und Untersu- chungsbereiche schuf, sondern es wurden »darauf wissenschaftliche Techniken und Diskurse erbaut«.

»Dennoch täusche man sich nicht: man hat an die Stelle der Seele, der Illusion der Theologen, nicht einen wirklichen Menschen, einen Gegenstand des Wissens, der philosophischen Reflexion oder technischen Intervention, gesetzt. Der Mensch, von dem man uns spricht und zu dessen Befreiung man uns einlädt, ist bereits in sich das Resultat einer Un- terwerfung, die viel tiefer ist als er. Eine ›Seele‹ wohnt in ihm und verschafft ihm eine Existenz, die selber ein Stück der Herrschaft ist, welche die Macht über den Körper ausübt. Die Seele: Effekt und In- strument einer politischen Anatomie. Die Seele: Ge- fängnis des Körpers« (Foucault 1977a, 42).

Die in den letzten Jahren reaktuali- sierte Besserungsidee löst also die huma- nistischen Grundlagen des Freiheitsent- zugs nicht auf, sondern sie löst als von dem Simulakrum einer therapeutischen »Tech- nologie der ›Seele‹« lediglich kaschierte »Technologie der Macht über den Körper«

4/10

(Foucault, 1977a, 42) lediglich das ein, was als negativ-dialektische Umstülpung bereits historisch in der Reform der Straf- systeme angelegt ist. Insofern »sind die modernen Kriminalisierungen oder die ›Mo- dernisierungen der strafrechtlichen Kontrol- le‹ in einem durchaus kritischen Sinne mo- dern. Das postmoderne Kontrollkonzept be- ginnt sich in Form verschiedenster Konflikt- schlichtungsmodelle zu behaupten, das mo- derne Experiment Strafrecht jedoch zeigt sich davon unbeeindruckt« (Bussmann, 1989,

16).

Generell – »anders gewendet« – aber bleibt für die Psychologie des Sub- jekts festzuhalten, dass dieses erst »eine psychologisierbare Gattung« ist, »seit sein Verhältnis zum Wahnsinn eine Psychologie ermöglicht hat, d.h. seit sein Verhältnis zum Wahnsinn äußerlich durch Ausschluss und Bestrafung und innerlich durch Ein- ordnung in die Moral und durch Schuld de- finiert« sei (Foucault 1968, 113).

Der Akt der Aussage als Handlung

Das bedeutet, in der als psycholo- gische Anamneseerhebung, als therapeu- tischer Zwang zur Introspektion institutiona- lisierten Praxis einer Geständniskultur sind die Sprechakte des ›Ich gestehe …‹ wie des ›Ich bekenne …‹, des ›Ich schwöre …‹ oder des ›Ich verspreche …‹ sowohl Aus- sage wie Handlung zugleich (Ladeur 1978, 94), das heißt, als Aussage nicht nur die Beschreibung einer real oder gedanklich (imaginär) vollzogenen Handlung, sondern als Akt der Aussage bereits diese Hand- lung selbst. Nicht durch ›stumme‹ Unter- werfung unter das ›Wort Gottes‹, das Urteil des Strafgerichts, die Diagnose des Arztes oder Psychologen als jeweilige Herren- oder Meisterdiskurse, sondern durch aktive ›Einschreibung‹ in diese Diskurse und durch aktive Reproduktion deren Normen konstituiert sich das Subjekt als autono- mes Ich. In einer stichwortartigen Zusam- menfassung dient konkret gerade auch die Deliktverarbeitung als Imperativ und Praxis der forensischen Psychotherapie, speziell der manualisiert und modularisiert durch- strukturierten strategischen Diskurse so- genannter ›deliktorientierter Gruppen‹, einer Reaktivierung der im Vorfeld und während der Tat erlebten Affekte und Phantasien,

einer Auseinandersetzung mit aggressi- ven Affekten, devianten Phantasien, ge- walttätig-mörderischen Impulsen, einer Verarbeitung und Modifikation ab- gewehrter (abgespaltener) Affektivität und Handlungsdisposition, einer Korrektur so genannter Wahrneh- mungsverzerrungen, einem rekonstruktiven Verstehen – der af- fektiven Logik, des subjektiven Sinns – der Tat, einer Bearbeitung – der Abwehr – von Scham und Schuld, einer Behandlung eventueller psychoso- matischer Konfliktverarbeitung, einem Selbst-Verständnis der eigenen de- vianten Anteile, einer Verantwortungsübernahme als selbst- bewusstes – aktiv entscheidendes und han- delndes – Subjekt eigenen Tuns gegen- über dem sich als passiv erlebenden Ob- jekt rollenhaft ablaufender, ihm ›passie- render‹ Delinquenz.

Damit ist der Prozess der Delikt- verarbeitung zwar ein sprachlich vermittel- ter Erinnerungs- und Durcharbeitungspro- zess und dient er auf dieser Ebene der kognitiven Integration, also der Rationali- sierung von Affekten, doch ist er wesent- lich ein Imaginierungs- und Erinnerungs- prozess sinnlicher Erfahrung, dies auch im Sinne einer Freilegung neuer – verschütteter – Sinnlichkeit und Phantasie. Anders aus- gedrückt: Deliktverarbeitung ist keine Ges- tändnispraxis in der Tradition der kirchli- chen Beichtrituals oder des gerichtlichen Geständnisverlangens (Kröber 1993, 140), und diese Auseinandersetzung mit der Tat ist mehr als – beziehungsweise ist nicht – die ›Versprachlichung des Nicht-Versprach- lichbaren‹ und damit mehr als die ›Verwör- terung‹ von Bildern in ›ödipaler‹ Sprache, als die (Re-)Symbolisierung von Imaginä- rem: An dieser induzierten diskursiven fo- rensisch-therapeutischen Praxis lässt sich exemplifizieren, wie sich das Subjekt als Ursprung seiner Handlungen (wieder-)er- kennt, indem es »zugleich einen vorgege- benen Sinn reproduziert, dessen Kohärenz aber andererseits nur darin vermittelt« ist, dass es ihn »aktiv paraphrasiert und re- formuliert« (Ladeur 1978, 228).

Dezentrierung des Subjekts

Insgesamt lässt sich bezüglich der intrapsychischen Dynamik also angeben,

5/10

dass diese im Freiheitsentzug keineswegs eine andere oder pathologische(re) ist, sondern lediglich reaktualisiert – und hier- durch akzentuiert – wird: Das Subjekt ist mit sich in unterschiedlicher Form konfron- tiert und muss sich – wie an der Topologie des Torus ersichtlich – auf die ihm eigene Art und Weise konstituieren. Es erscheint ebenso dezentriert und in eine außenstän- dige oder abseitige Seinsweise (»ex-sisten- ce«) gezwungen wie es einer temporalen Logik ohne Anfang und Ende unterliegt. Sowohl anhand des Möbiusbandes als auch des Torus wird deutlich, dass die ihm eigene Zeitschleife einer intersubjektiven, dialektischen Zeit eine subjektive Logik (als abrupte Wechsel von einer Struktur zur anderen) mit synchronem Charakter hat und in Eigenschaften der Nachträglich- keit und Vorwegnahme zu verstehen ist. Angesichts dieser nicht-lineare Zeitkonzep- tion beeinflusst die Gegenwart nachträglich die Vergangenheit ebenso, wie die vorweg- genommene Zukunft auf die Gegenwart Einfluss hat. Entsprechend problematisch, ja, traumatisierend wirkt sich der Ausfall der Zukunft auf das aktuelle Selbsterleben des forensischen Subjekts im Straf- oder Maßregelvollzug Alter aus. Um der zu wer- den, den das Delikt aus ihm gemacht hat, bedarf es der Vorwegnahme einer antizi- patorischen Gewissheit durch die projekti- ve Herstellung einer zukünftig vollendeten Vorstellung des Selbstbildes inklusive sei- ner eigenen Bedeutungslosigkeit und Nich- tigkeit innerhalb des Freiheitsentzugs.

Gerade weil das Zentrum des Sub- jekts außerhalb seiner selbst liegt, ist es dezentriert: Da periphere und zentrale Seg- mente des Psychischen ein und dieselbe

Fläche bilden, ist das Unbewusste nicht als rein intrapsychische, sondern als eine auch intersubjektive Struktur aufzufassen. Lacan (1957, 276) bezeichnet diese Ei- genschaften des ex-zentrischen Subjekts mit dem Neologismus ›extim‹, als außen liegend (Lacan 1969, 434). Es handelt sich folglich um einen zentralen Ort intimer Äu-

einer ›Extimität‹ 4 des Subjekts

ßerlichkeit,

(Lacan 1960, 167). In diesem Sinne kommt der Intersubjektivität eine wesentliche Rol- le zu, wenn es darum geht, die Krise der Infragestellung durch Freiheitsentzug und oktroyierte Behandlung zu bewältigen und sich und seine Geschichte zu historisieren. Da es für das Subjekt »keine prä- diskursive Wirklichkeit« gibt und sich jede

4 »cette extériorité estime, cette extimité«

Realität »vermittels eines Diskurses be- gründet und definiert« (Lacan 1975, 43), da also nur das existiert, was in die symbo- lische Ordnung integriert ist, bedarf es speziell im Freiheitsentzug der sprachli- chen Realisierung eigener Präsenz vermit- tels einer nachträglichen Narration der – delinquenten wie nicht-delinquenten – Vergangenheit und eines vorwegnehmen- den Sprechens über die inner- und außer- halb des Freiheitsentzugs zu vollendende Zukunft. Damit wird die Zeitform der voll- endeten Vergangenheit in ihrem die eigene Zukunft einholenden Rückgriff auf Vergan- genes zur Möglichkeit, sich – sein bis dato unbewusstes Ich – zu vergegenwärtigen, sprachlich zu artikulieren und in den Kon- text intersubjektiver Diskurse zu integrie- ren.

Assertionsprozesse

Dem gegenüber könnte man ein- wenden, im Grunde bestehe dennoch eine offensichtliche Selbstwertproblematik, indem im forensischen Subjekt eine ausgeprägte narzisstische Störung vorliege und diese die Krise des Inhaftierungsschocks wie der so genannten ›Vollzugsmüdigkeit‹ einschließ- lich suizidaler Reaktionstendenzen ausma- che. Analysiert man die zuvor skizzierte psychische Struktur, so ist das unbewusste Subjekt dadurch gekennzeichnet, dass dieses zeitlebens auf Bestätigung durch seine Objekte, auf narzisstische Spie- gelung in anderen, angewiesen ist, dass ihm eine Selbsterkenntnis nur in über dieses Erkennen im Gegenüber, das immer auch ein Verkennen sein muss, mög- lich ist, dass die Instanz des ›Ich‹ als eine pro- jektiv selbst produzierte Illusion aufge- fasst werden muss, während sich das Subjekt sich immer als ein Subjekt des Unbewussten erweist, dass das Ich demzufolge keineswegs de- finitiv autonom und zeitüberdauernd sta- bil sein kann, wenn es seinen Mangel im- mer nur provisorisch kompensieren, emo- tionalen Halt immer nur vorübergehende finden kann, dass die hierfür benötigten Objekte für das Subjekt somit lediglich Partialobjekt- status haben, da von ihnen im Unbe- wussten nur die bedeutungsrelevanten, den Mangel an Sein kompensierenden Eigenschaften repräsentiert werden,

6/10

dass es seine Einzigartigkeit nur durch »subjektive Assertion« (Lacan), durch Akte der Selbstbehauptung innerhalb intersub- jektiver Beziehung konstituieren kann, in denen ihm und anderen abverlangt wird, einander – lies: ›ein-ander‹ – anzuerken- nen, sprich, einen anderen in seiner Alte- rität zu erkennen und anzuerkennen.

Verinnerlichung als Wiederaneignung

Zieht man diese – hier nur kompri- miert und verkürzt wiedergegebenen – Charakteristika in Betracht, so erscheint die zuvor detaillierter aufgezeigte existen- tielle Problematik des forensischen Sub- jekts keineswegs mehr als eine besondere oder gar psychopathologisch auffällige Dy- namik: Vielmehr findet sich eine narzissti- sche Problematik, die im Freiheitsentzug nicht in ihren grundsätzlichen Eigenschaf- ten des Selbst(v)erkennens, der Abhängig- keit, der Intersubjektivität, der Diskursivität, sondern allein in ihrer Ausprägung und existentiellen Bedeutung auf vollzugsspezi- fische Art und Weise akzentuiert – und im Einzelfall dramatisiert – ist. Deutlich wird, dass nicht nur alles lebensgeschichtlich vor dem Hier-und-Jetzt situierte (Er-)Le- ben nachträglich im Sinne einer Konjek- tur transformiert wird und (andere) Be- deutung erhält, sondern dass subjektives Erleben – und konkrete Existenz – nur durch die eigene Delin- quenz bedeutungsvoll und sinnhaft in die Endlichkeit des Lebens integriert wird.

Dass menschliche Existenz inso- fern immer auch ein »Sein-zum-Tode« ist, stellt folglich einerseits Grundbedingung, andererseits Krisenpotential dieses Lebens dar und verschärft sich zwangsläufig vor dem Hintergrund, dass diese Ausweglo- sigkeit in deliktspezifischer Selbstversicherung von Männlichkeit, Selbstwahrnehmung von (All-)Macht, Selbstversicherung von Selbstwirksam- keit, Bewältigung von Scham und/oder Schuld, Kompensation innerer Leere und Nich- tigkeit zu leugnen versucht und der damit antizi- patorisch verbundene Ausfall oder Verlust von Zukunft abzuwehren gesucht wurde. Die Bewältigung der narzisstischen Krise setzt demzufolge einen – vermutlich immer unabgeschlossenen – Prozess des Anneh- mens der eigenen Bezogenheit, Abhängig-

keit, Endlichkeit und Vergänglichkeit, eine weitmögliche Verarbeitung dieser narziss- tischen Kränkung voraus. In dieser Hin- sicht kann der ›tote Punkt‹ perspektive- und sinnlosen Lebens nur überschritten werden, wenn das Subjekt selbst ›Sinn‹ entwickelt, wenn das forensische Subjekt sich seinen Lebenssinn selbst verschafft und sich mit diesem Sinn im Leben eine Wendung gibt bzw. ein Leitmotiv für ein (Über-)Leben in einer eigenen Zukunft entwickelt (Lacan 1955, 318).

Verwirklichen lässt sich diese Arbeit am Nichts gegen derart vollzugsbedingte Verluste an Selbstbestimmung und Sinn- haftigkeit, den Lacan als mit dem Neolo- gismus »désêtre« als ›Seinsentzug‹ cha- rakterisiert, nur dadurch, dass sich das Subjekt in seinem Wesenskern selbstver- wirklicht: Weil das Unbewusste ein ›unbe- kanntes‹ Wissen darstellt, das nur und erst als (aus-)gesprochenes den Wesenskern des Menschen ausmacht und den Men- schen in seiner Eigenschaft als Sprachwe- sen – als »parlêtre« – konstituiert, bedarf es hierfür des Sprechens, eines erinnernden, eines sich-verinnerlichenden, sich-wieder- aneignenden Wiederholens im Sprechen. Im konkreten Sprechen erweist sich die Geschichte des Subjekts nicht nur als be- reits latent präsent, sondern auch als das, was ihm dieses Zur-Sprache-Kommen »als sein Unbewusstes« präsentiert (Lacan 1953, 148). In dieser Hinsicht ist jedes re- flexive Sprechen über sich selbst immer auch eine Deutungsarbeit, die dem Subjekt nicht nur ›Bedeutung‹ vermittels eines aktualisierten Selbstbildes, einer Vorstellung als imaginäre Selbstre- präsentanz verschafft, sondern auch ›Sinn‹ dadurch zu er- schließen sucht, dass sie »im Subjekt, wie Freud sagt, einen Kern von non-sen- se« in der Bedeutung »irreduzibler signi- fikanter Elemente« isoliert (Lacan 1973,

278),

indem jede Reflexion als Spiegelung auch eine Umkehrung impliziert, einem Gesetz des ›ordo inversus‹ (Frank & Kurz 1977) folgt, das die Selbstnegation des Denkens und die Verortung des Seins von Subjektivität im Nichtsein zur Folge hat (Frank 1978, 24).

7/10

Konkrete Utopie:

Zeitigung aus der Zukunft

Voraussetzung hierfür ist eine Form von Selbstentwurf, in dem sich das Subjekt differenziert: Nur durch die aktive Selbst- konfrontation und durch Arbeit am künfti- gen Noch-Nicht als einer konkreten Utopie kann das Subjekt der Abwesenheit dieser Zukunft zuvorkommen und die quasi unle- bendige Starre seines sonst inerten Frei- heitsentzugs aufheben. Wer »nicht unter dem Kot seiner ihn homogenisierenden Ge- schichte versteinern« (Groenewald 1985, 89), wer nicht selbst zum Exkrement seiner eigenen – delinquenten – Lebensgeschich- te werden will, der darf innerhalb der frei- heitsentziehenden Institutionen nicht dem Konformitätsdruck zu selbstobjektivieren- der Passivität und Integration in das Ab- seits der sozialen Ausgrenzung nachge- ben, sondern muss sich alternativ mit ver- passten Chancen, mit delinquent vermie- denen Lebensthemen und mit abwesen- den Perspektiven auseinandersetzen.

Dabei nötigen die ethischen Fragen der forensisch-psychotherapeutischen Pra- xis zur Überprüfung vermeintlich (end-)gül- tiger Standards und Prämissen. Hierbei

zeigt sich, dass die eigenen Ausarbeitun- gen zur Ethik der forensischen Psychotherapie 5 , des psychagogischen Handelns , der forensischen Behandlung 7 und der forensisch-(sozial-)politischen Prämis- sen 8 keineswegs zeitüberdauernd sind: Weder die in Anspruch genommene aristotelische Ethik des Guten noch die Kantische Ethik des moralischen Gesetzes 9 noch die Anti- Ethik des Genießens bei de Sade 10 erwei- sen sich als hinreichende Paradigmen zur Entwicklung eines ethischen, forensisch- therapeutischen Begründungsdiskurses.

Die zu entwickelnde theoretisch- ethische Begründung subjektzentrierender Praxis konterkariert aktuell favorisierte Be- handlungsansätze der Psychiatrie wie des Strafvollzugs, die durch Effekt- und Effekti- vitätsorientierung, Deliktfixierung, »Manua- lisierung« (Legewie) und ›Modul‹-Strukturen charakterisiert sind. Hierfür die psychologi- schen Prozesse innerhalb forensischer Behandlungen nachvollzogen werden, um den Möglichkeiten zur »Instituierung« (Le- gendre) des forensischen Subjekts nach- zugehen.

6

5 Kobbé (1992a; 1992b; 1992c; 2003)
6

7 Kobbé (1997; 1998a; 1998b; 2004)

8 Kobbé (1998c; 1999a; 1999b; Kobbé & Pollähne 1999)

Kobbé (1998c) 10 Kobbé (2002)

9

Kobbé (2001)

8/10

Anmerkungen

(1)

Dieser Übersichtsbeitrag beruht unter anderem auf einer Reihe eigener Veröffentlichungen und greift die- se teilweise wieder auf, ohne dass – sofern es sich nicht um Zitate handelt – die Literaturstelle jeweils ausgewiesen wird. Die bibliografischen Angaben der hier rezipierten, mit einem Asterix (*) versehenen Beiträge finden sich in der nachfolgenden Literaturliste.

(2)

Andere Arbeiten aus dem forensisch-psychoanalytischen Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd – Zur Klinik des forensischen Subjekts im institutionellen Diskurs‹: Kobbé 2005; 2006a-j.

(3)

Die Lacan-Zitate sind, wie auch alle weiteren französischen Referenztexte, eine (Neu-)Übersetzung des Verfassers (UK) ins Deutsche. Die lacanianischen Sonderzeichen wurden von Siboni (1997) zur Verfü- gung gestellt und können als Font ›EcritSym‹ kostenfrei aus dem Internet heruntergeladen werden.

Literatur 11

Becker-Toussaint, Hildegard. 1984. Der Angeklagte vor seinem Gutacher. Zur Psychodynamik und rechtlichen Problematik psychiatrischer und psychoanalytischer Gutachten in der Hauptverhandlung. In: Menne, K. (1984) a.a.O., 41-54 Bürger-Prinz, H. 1950. Motiv und Motivation. Hamburg: Holler Foucault, Michel. 1968. Psychologie und Geisteskrankheit. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Foucault, Michel. 1977a. Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Foucault, Michel. 1977b. Sexualität und Wahrheit, Band 1: Der Wille zum Wissen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Frank, Manfred. 1978. Das ›wahre Subjekt‹ und sein Doppel. Jacques Lacans Hermeneutik. In: Wunderblock, SH 1, 12-37 Frank, Manfred & Kurz, G. 1977. Ordo inversus. Zu einer Reflexionsfigur bei Novalis, Hölderlin, Kleist und Kafka. In: Geist und Zeichen, Festschrift für Arthur Henkel (S. 75-97). Heidelberg [zitiert nach Frank, M. (1978) a.a.O., 35 Fn 62] Gerchow, Joachim. 1983. Zur Handlungsanalyse einer Tat. Beiträge zur Psychopathologie, Band 4. Berlin, Heidelberg: Springer Goldschmidt, Otto. 1984. Der Stellenwert des psychoanalytischen Gutachtens innerhalb der Psychodynamik des Strafprozesses. In: Menne, K. (1984) a.a.O., 23-39 Groenewold, Gabriele. 1985. Ich und kein Ende. Der Mythos von Oedipus und der Sphinx. Frankfurt a.M.:

Syndikat Jakobs, G. 1983. Die juristische Perspektive zum Aussagewert der Handlungsanalyse einer Tat. In: Gerchow, J. (Hrsg.). Zur Handlungsanalyse einer Tat. Beiträge zur Psychopathologie, Band 4 (21-34). Berlin, Hei- delberg, New York, Tokyo: Springer Kobbé, Ulrich. 1992a. Psychotherapie im Maßregelvollzug – Eine ethische Springprozession. In: Wege zum Menschen, 44 (4), 213-226. Open-access-Publ.: http://www.scribd.com/doc/29564819 Kobbé, Ulrich. 1992b. Psychotherapie im Maßregelvollzug: Diskursive Bemühungen zwischen Einschluß, Zwang, (Wieder)Anpassung, Emanzipation und Selbstbestimmung. In: Hermer, M. (Hrsg.). Wege zu einer klinischen Psychotherapie (148-172). Münster: LWL Kobbé, Ulrich. 1992c. Lockerungen im Maßregelvollzug am Beispiel des Westf. Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt. Ergebnisse eines Forschungsprojekts aus therapeutischer Sicht. In: Albrecht, P.-A.

& Schumann, V. (Hrsg.). Das Risiko kalkulieren

implizite Gefährlichkeitsprognose. Werkstattschriften zur Forensischen Psychiatrie Bd. 4 (39-61). Lipp-

stadt: Westfälisches Zentrum für Forensische Psychiatrie. Open-access-Publ.: http://www.scribd.com/doc/

28714982

Patientenbeurteilung und Lockerungsentscheidung als

Kobbé, Ulrich. 1997›ágrafos nómos‹ oder das Gesetz des Handelns. Behandlungsethik zwischen palavern- dem Anspruch und zynischer Wirklichkeit. In: Psychologie & Gesellschaftskritik, 21 (2) / 82, 103-120. Open-access-Publ.: http://www.scribd.com/doc/26338175 Kobbé, Ulrich. 1998a. Apolitische Praxis – politische Apraxie? Be-Handlungsethik zwischen palaverndem An- spruch und zynischer Wirklichkeit. In: Zeitschrift für Politische Psychologie, 6 (1/2), 41-55. Open-access- Publ.: http://www.scribd.com/doc/27679837 Kobbé, Ulrich. 1998b. ›noli me tangere‹ – Die Anwendung unmittelbarer Gewalt: Eine meta-ethische Diskussi- on. In: Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, 5 (1), 139-161. Open-access-Publ.: http://www.

scribd.com/doc/26855197

Kobbé, Ulrich. 1998c. Zwischen Kant und de Sade: Die Ethik des Begehrens als politische Haltung. In: Eb- recht, A. & Wöll, A. (Hrsg.). Psychoanalyse, Politik und Moral (223-237). Tübingen: Diskord. Open- access-Publ.: http://www.scribd.com/doc/31819477 Kobbé, Ulrich. 1999a. ›Besserung und Sicherung‹: Auftrag, Praxis, Ethik der Behandlung schwerstgestörter Rechtsbrecher im Maßregelvollzug. In: Vögele, W. (Hrsg.). Wohin mit den Tätern? Strafvollzug - Psychiat- rie – Führungsaufsicht. Loccumer Protokolle, nº 72/98, 113-132. Open-access-Publ.: http://www.scribd.

com/doc/25935754

Kobbé, Ulrich. 1999b›Bad vibrations‹ – Zur politischen Ethik forensischer Psychotherapie. In: Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, 6 (1), 119-132. Open-access-Publ.: http://www.scribd.com/doc/26856206 Kobbé, Ulrich. 2001. Zwang zwischen Zorn, Zweck und Zweifel. Zur Dialektik der Praktiken des Selbst – ein ethisch-philosophischer Diskurs. Vortragsmanuskript. Landes-Jugendwohlfahrtstag 2001 ›Jugendwohl-

11 aktualisiert 1/2012

Diskurs . Vortragsmanuskript. Landes-Jugendwohlfahrtstag 2001 ›Jugendwohl- 1 1 aktualisiert 1/2012

9/10

fahrt zwang-los?! Vom Los der Arbeit mit Zwang, Druck und unmotivierten KlientInnen‹. Schlins: ASAV, 29.03.2001. Online-Publ.: http://www.scribd. com/doc/25868456 Kobbé, Ulrich. 2002. Kant & de Sade: Paradigmen intersubjektiven Begehrens des Selben im Anderen. Eine psychoanalytisch-sozialpsychologische Diskussion. In: Kriminologisches Journal 34 (3), 163-177. Open- access-Publ.: http://www.scribd.com/doc/27618457 Kobbé, Ulrich. 2003. Subjektivität, Nachträglichkeit und Mangel. Zur Ethik des Subjekts der Forensischen Psychotherapie. In: Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, 10 (2), 63-86. Open-access-Publ.:

http://www.scribd.com/doc/26965243

Kobbé, Ulrich. 2004. Achtung & Ächtung: Aspekte einer forensischen Handlungs- und Behandlungsethik. In:

Körner, W. & Lenz, A. (Hrsg.). Sexueller Missbrauch, Band 1 (485-495). Göttingen: Hogrefe *Kobbé, Ulrich. 2005. … im institutionellen Nessoshemd. Epistemologische Eingangs- und Ausgangsbedin- gungen forensisch-psy*wissenschaftlicher Forschung. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/doc/76438192 *Kobbé, Ulrich. 2006a. Täter – Techne – Temperamente. Soziale Repräsentanzen des Umgangs mit dem Bö- sen. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://

www.scribd.com/doc/32225294

*Kobbé, Ulrich. 2006b. ›tournicoti, tournicota …‹ Die phantasmatische Seite forensischer Behandlung – Relek- türe forensisch-sozialpsychologischer Fakt(or)en. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Uni- versität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/doc/33193201 *Kobbé, Ulrich. 2006c. S x: Subjektivierung Signifizierung. Determinanten, Dynamiken, Direktiven der Deliktverarbeitung. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online- Publ.: http://www.scribd.com/doc/ 76176130 *Kobbé, Ulrich. 2006d. Abjekt : Injekt : Adjekt . Symptomatik, Dynamik, Repräsentanz, Funktion von Körper- subjekt und Körperobjekt. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/ doc/76681374 *Kobbé, Ulrich. 2006e. Zur Klinik des homo delinquens: Ein ›psychopathischer‹ Prototyp … Lehrfor- schungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.

com/doc/76879992

*Kobbé, Ulrich. 2006f. Zur Klinik des homo delinquens: Das psychosomatische Subjekt. Lehrforschungspro- jekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/doc/

77166217

*Kobbé, Ulrich. 2006g. Zur Klinik des homo delinquens: Das (v)erkennende Subjekt. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/doc/77537075 *Kobbé, Ulrich. 2006h. Zur Klinik des homo delinquens: Das temporale Subjekt. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/doc/77820808

*Kobbé, Ulrich. 2006i. Zur Klinik des homo delinquens: Das begehrende Subjekt. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen. Online-Publ.: http://www.scribd.com/doc/77492

939.

*Kobbé, Ulrich. 2006j. Zur Klinik des homo delinquens: Das ›behandelte‹ Subjekt. Lehrforschungsprojekt ›Subjekt im Nessoshemd‹. Universität Duisburg-Essen Kobbé, Ulrich & Pollähne, Helmut. 1999. RechtsSicherheit oder Die Neuordnung des Sozialen. Gesellschafts- politische Aspekte des Sexualstrafrechts. Eine Disputation. In: Moser, H. (Hrsg.). Sozialisation und Identi- täten - Politische Kultur im Umbruch? (237-256). Bonn: Deutscher Psychologen Verlag Kröber, Hans-Ludwig. 1993: Die prognostische Bedeutung der ›Auseinandersetzung mit der Tat‹ bei der be- dingten Entlassung. In: Recht & Psychiatrie, 11 (3), 140-143 Lacan, Jacques. 1953. Fonction et champ de la parole et du langage en psychanalyse. In: Lacan, J. (1966) a.a.O., 111-208 Lacan, Jacques. 1955. Le désir, la vie et la mort. In: Lacan, Jacques (1978) a.a.O., 303-321 Lacan, Jacques. 1957. L’instance de la lettre dans l’inconscient ou la raison depuis Freud. In: Lacan, J. (1966) a.a.O., 249-289 Lacan, Jacques. 1960. La convention courtoise et le faire de l’art. In: Lacan, J. (1986) a.a.O., 167-184 Lacan, Jacques. 1966. Ecrits I. Paris: Seuil Lacan, Jacques. 1969. Le Séminaire, Livre XVI: D’un Autre à l’autre (430-456). [Transkript vom 26.03.69] Web-Publ.: http://www.ecole-lacanienne.net Lacan, Jacques. 1973. Le Séminaire. Livre XI: Les quatre concepts fondamentaux de la psychanalyse. Paris:

Seuil Lacan, Jacques. 1975. Le Séminaire. Livre I: Les écrits techniques de Freud. Paris: Seuil Lacan, Jacques. 1978. Le Séminaire. Livre II: Le Moi dans la théorie de Freud et dans la technique de la psy- chanalyse. Paris: Seuil Lacan, Jacques. 1986. Le Séminaire. Livre VII: L’éthique de la psychanalyse. Paris: Seuil Ladeur, Karl-Heinz. 1978. Rechtssubjekt und Rechtsstruktur. Versuch über die Funktionsweise der Rechts- subjektivität. Gießen: Focus Legewie, H. 2000: Psychotherapie unter Rationalisierungsdruck. In: psychomed, 12 (2), 108-116 Margalit, Avishai. 1999. Politik der Würde. Über Achtung und Verachtung. Frankfurt a.M.: Fischer Menne, Klaus (Hrsg.). 1984. Psychoanalyse und Justiz. Zur Begutachtung und Rehabilitation von Straftätern. Baden-Baden: Nomos Muck, Mario. 1984. Berührungspunkte und Divergenzen der Denkstrukturen von Psychoanalyse und Justiz. Der Psychoanalytiker als Gutachter vor Gericht. In: Menne, K. (1984) a.a.O., 11-22 Rasch, Wilfried. 1983. Der Stellenwert des Tatverhaltens bei der psychologisch-psychiatrischen Untersu- chung. In: Gerchow, J. (1983) a.a.O., 46-60

10/10

Siboni, Jacques. 1997. Les Mathèmes de Lacan. Anthologie des assertions entièrement transmissibles et de leurs relations dans les écrits de Jacques Lacan. Online-Publikation: http://sites.google.com/site/mathe Žižek, Slavoj. 2001. Die Furcht vor echten Tränen. Krzysztof Kieslowski und die ›Nahtstelle‹. Berlin: Volk & Welt

Dr. Ulrich Kobbé Universität Duisburg-Essen - Campus Essen - D-45117 Essen ulrich@kobbe.de