TGI1 - SoSe 2025 - Kapitel 3
TGI1 - SoSe 2025 - Kapitel 3
Kapitel 3
Technologische Realisierung (Gatter)
3-2
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Kirchhoffsche Gesetze
• Beschreiben die Strom- und Spannungsverhältnisse in elektrischen Schaltungen.
I1+I2-I3-I4-I5 = 0 Knoten
Knoten
I4
I2
I3
3-3
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
$
I1
' 𝑈% = 0
%"# U1 R1 Zweig
Zweig
U
I2 I3
• Eine Masche ist ein geschlossener Umlauf
• Spannungen mit einem Richtungspfeil U2 R2 R3 U3
in Umlaufrichtung zählen positiv,
entgegen negativ
Masche
Masche
3-4
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
U1 U2 Un
I
𝑈 = 𝑈# + 𝑈) + ⋯ + 𝑈$
R1 R2 Rn
U
• Gesamtwiderstand 𝑅&'(
– Einzelwiderstand, der denselben ohmschen Widerstand besitzt wie die betrachtete Schaltung.
U
$ I
𝑅&'( = ' 𝑅% Rges
%"#
– Im unverzweigten Stromkreis (Reihenschaltung) ist der Gesamtwiderstand gleich der Summe der
Teilwiderstände.
– Bei Reihenschaltung ist der Gesamtwiderstand größer als der größte Einzelwiderstand.
3-5
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Spannungsteilerregel I
U1 U2 Un
R1 R2 Rn
• Da alle Widerstände vom selben Strom durchflossen werden, gilt:
U
𝑈# 𝑈) 𝑈$ 𝑈
𝐼= = =⋯= =
𝑅# 𝑅) 𝑅$ 𝑅&'(
𝑈# 𝑅# 𝑅#
⇒ = =
𝑈 𝑅&'( 𝑅# + 𝑅) + ⋯ + 𝑅$
• Beispiel
R1
Uges 𝑈# 𝑅# 𝑈) 𝑅)
= beziehungsweise =
?U 𝑈) 𝑅) 𝑈 𝑅# + 𝑅)
R2 2
3-6
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
$
1 1
='
𝑅&'( 𝑅%
%"#
• Gesamtwiderstand 𝑅&'(
I
– Bei einer Parallelschaltung ist der Gesamtwiderstand kleiner als der kleinste
I1 I2
Einzelwiderstand.
𝑅# ⋅ 𝑅) U R1 U R2 U
𝑅*+, = = 𝑅# -𝑅)
𝑅# + 𝑅)
3-7
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Stromteilerregel
I
• Da alle Widerstände an derselben Spannung anliegen, gilt
I1 I2 In
𝑈 = 𝐼# ⋅ 𝑅# = 𝐼) ⋅ 𝑅) = ⋯ = 𝐼$ ⋅ 𝑅$ U R1 U1 R2 U2 Rn Un
𝐼# 𝑅&'(
=
𝐼 𝑅#
• Beispiel I
I1 ? I2
𝐼# 𝑅) 𝐼# 𝑅)
U R1 U R2 U = beziehungsweise =
𝐼) 𝑅# 𝐼 𝑅# + 𝑅)
𝑅$ ⋅ 𝑅%
𝑅!"# =
𝑅$ + 𝑅%
3-8
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
+Ub +Ub
• Positive Versorgungsspannung,
Ra Ra erforderlich, die an +Ub (+) und
C
Masse (-) angeschlossen
werden muss.
B
C IC
E
IB
• IB=0 => Schalter offen
Symbol
Symboleines
eines UCE= Ua Ua
• IB>0 => Schalter geschlossen
B T
bipolaren
bipolaren npn-
npn-Transistors UBE= Ue Ue
Transistors E IE
Masse Masse
• Fließt ein Strom IB>0 in die Basis B, ist der Widerstand zwischen Kollektor C und Emitter E klein.
• Ist der Basisstrom IB gleich 0, ist der Widerstand zwischen Kollektor C und Emitter E sehr groß.
3-9
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
n Schnittbild:
p
n: n-Dotierung
n p: p-Dotierung
Si Quelle: Wikipedia
C
• Reines Halbleitermaterial (Silizium, Germanium) hat einen temperaturabhängigen Widerstand, der für technische Nutzung
wenig geeignet ist. Brechen Valenzelektronen bei der Temperaturerhöhung aus ihrer Bindung, entstehen bewegliche
Ladungen in Form von
– Elektronen (negative Ladungsträger)
– Defektelektronen oder ‘Löcher‘ (positive Ladungsträger)
• Durch „Dotierung“, d. h. Einbau von Störstellenatomen, kann man erreichen, dass temperaturunabhängig entweder
Elektronenleitung (n-Dotierung) oder Löcherleitung (p-Dotierung) dominiert. Die dominierenden Ladungsträger werden auch
als Majoritätsträger, die anderen als Minoritätsträger bezeichnet.
• Weitere Variante: pnp-Transistor (Spannungen umpolen!)
3 - 10
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
• Fließt ein Basisstrom (IB > 0), fließt auch ein Emitter-Kollektor-Strom (Transistor öffnet). Transistor kann als Verstärker und/oder
Schalter betrieben werden. Der Basisstrom IB ist viel kleiner als der Kollektorstrom IC! Das Verhältnis B=IC/IB heißt auch
Gleichstromverstärkung.
[Link]
3 - 11
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
3 - 12
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Inverter IC
+U
+Ubb +U
+Ubb
Ra Ra
» Ub » Ub
C
IB Re IB = 0
B
UCE= UUaCE=Ua » Ub Ua » UUba
UU
e e=0V UBE E UU
e e=0V
0V Masse 0V Masse
𝑈" 𝑈# 𝐸 𝐴
→ 0V 𝑈! 0 1
E 1 A
1=
3 𝑈!
1 0=
3 0V
3 - 13
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Inverter IC
+U
+Ubb +U
+Ubb
Ra Ra
0V 0V
C
IB Re
B
UCE= UUaCE=Ua=0V Ua » 0V
Ua
UUe e= Ub UBE E UU
e e = Ub
0V Masse 0V Masse
𝑈" 𝑈# 𝐸 𝐴
0V 𝑈! 0 1
1=
3 𝑈!
E 1 A
→ 𝑈! 0V 1 0 0=
3 0V
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Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
ideales Eingangssignal
t
Ua(t)
U reales Ausgangssignal
0.9 U
tr : Anstiegszeit
ts : Speicherzeit
0.1 U tf : Abfallzeit
tr ts tf t
U
1 High
UH
?
UL
0 Low
0 t
1
0
undef.
• Da die realen Signale gestört sind und schwanken, müssen für 0 und 1 Bereiche mit Hilfe von Schwellspannungen UL und UH
definiert werden:
– UH ≤ Ua ≤ U entspricht 1 (High-Pegel)
– 0 ≤ Ua ≤ UL entspricht 0 (Low-Pegel)
• Dazwischen (UL<Ua<UH) entstehen undefinierte Zustände durch die Anstiegs- und Abfallzeiten, die nicht eindeutig 0 oder 1
zugeordnet werden können.
3 - 16
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Spannungspegel
• In realen Schaltungen müssen abhängig von der Schaltkreisfamilie den logischen Werten Spannungsbereiche zugeordnet werden (High-Pegel
bzw. Low-Pegel). Beispiel: TTL-Pegel (Transistor-Transistor-Logik, siehe später)
Ue Ua
5V 5V
TTL-
1 INVERTER 1 High
1
2.4 V
2V
nicht definiert nicht definiert
Ue Ua
0.8 V 0.4 V
0 0 Low
0V
• Unterschiedliche Bereiche für Ein- und Ausgabe.
• Störabstand
Gibt an, wie stark das Ausgangssignal abweichen darf, bevor in einem nachgeschalteten Eingang der nicht definierte Bereich erreicht wird , d. h.
eine Störung auftritt.
• Beispiel TTL-Inverter: H-Pegel 2.4V – 2V = 0.4V, L-Pegel 0.8V – 0.4V = 0.4V
3 - 17
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Fan-Out
IeH ìêIa ú êIa ú ü
1 Fan - Out = Miníê L ú, ê H ú ý
= 10 îëIeL û ëIeH û þ
IeL IaH IeH
1 1 IeH:
IeL:
Max. Eingangsstrom bei High-Pegel
Max. Eingangsstrom bei Low-Pegel
.. IaH: Max. Ausgangsstrom bei High-Pegel
. IaL: Max. Ausgangsstrom bei Low-Pegel
Fan-In IeH
=1
1
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Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
NOR-Gatter in RTL-Technik (Resistor-Transistor-Logic) 0=
1 0V =
1 Low
Ub
𝐸$ 𝐸% 𝐴 𝑈$ 𝑈% 𝑈#
Ub
→ 0 0 1 L L H
R2 0 1 L H
R2 1 0 H L
A
1 1 H H
R11 R12 Ua
E1 E2 U1 U2 1
Ua
Ue2 0 0
Ue1
≥1
3 - 19
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
NOR-Gatter in RTL-Technik (Resistor-Transistor-Logic) 0=
1 0V =
1 Low
Ub
𝐸$ 𝐸% 𝐴 𝑈$ 𝑈% 𝑈#
Ub 0 0 1 L L H
R2 → 0 1 0 L H L
R2 1 0 0 H L L
A
1 1 0 H H L
R11 R12 Ua
E1 E2 U1 U2 0
Ua
Ue2 0 1
Ue1
≥1
• Ausgang L, wenn mindestens ein Transistor leitet, d. h. am Eingang H anliegt
- „Parallelschaltung“
• Hinweise
- RTL war eine der ersten Logikfamilien, die als integrierte Schaltung mit kompletten Gattern auf einem Chip realisiert wurde. Bei integrierten
Schaltungen wird der Kreis um das Transistorsymbol in der Regel weggelassen.
- Kann auch mit diskreten Bauelementen realisiert werden.
- Auch mit mehr als zwei Eingängen möglich.
- ODER-Schaltung mittels nachgeschaltetem Inverter.
3 - 20
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
NAND-Gatter in RTL-Technik 0=
1 0V =
1 Low
Ub
𝐸$ 𝐸% 𝐴 𝑈$ 𝑈% 𝑈#
Ub → 0 0 1 L L H
R2 0 1 1 L H H
1 0 1 H L H
A 1 1
R2 H H
R11
E1 Ua
1
Ue1 U1
Ua 0
R12
E2 U2 &
Ue2 0
3 - 21
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
NAND-Gatter in RTL-Technik 0=
1 0V =
1 Low
Ub
𝐸$ 𝐸% 𝐴 𝑈$ 𝑈% 𝑈#
0 0 1 L L H
Ub
R2 0 1 1 L H H
1 0 1 H L H
R11
A
R2 → 1 1 0 H H L
E1 Ua
0
Ue1 U1
Ua 1
R12
E2 U2 &
Ue2 1
3 - 22
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
NMOS-Technologie
• n-Kanal MOS-FET (Metal-Oxide-Semiconductor Field-Effect Transistor) vom Anreicherungstyp (NMOS, N-Type, N-Kanal)
Gate
Source S G D Drain
SiO2 Gate aus Metall
(z. B. Aluminium)
n n
Substrat
Quelle: Conrad p Si
• In p-dotiertes Silizium-Substrat sind zwei n-dotierte Wannen eingelassen die mit den Anschlüssen Source (S) bzw. Drain (D)
verbunden sind.
• Oberhalb des Substrats befindet sich durch eine Oxidschicht (SiO2) getrennt eine Metallplatte (z. B. Aluminium), die mit dem
Anschluss Gate (G) verbunden ist (Metal-Oxide).
• Die Oxidschicht wirkt als Isolator, d. h. es kann kein Strom vom Gate G in das Substrat fließen.
• Wird eine positive Spannung an G angelegt, entsteht allerdings ein elektrisches Feld (vgl. Kondensator), welches das Substrat
beeinflusst.
3 - 23
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
n n n -- -- -- -- -- -- n
+ + + + +
Substrat Substrat
p Si p Si
• Liegt am Gate G keine Spannung an (UGS=0), fließt kein Strom von Source S zu Drain D (Transistor sperrt).
• Wird an G eine positive Spannung angelegt, die größer als eine Schwellenspannung ist (UGS>UTH), werden negative
Ladungsträger (Elektronen) dicht unter dem Gate angezogen (Enhancement), positive Ladungsträger „Löcher“ verdrängt.
• Wichtig – Es fließt dabei kein Strom in das Gate, d.h. reine Spannungssteuerung!
• Es bildet sich ein leitender n-Kanal, über den Strom zwischen S und D fließt (Transistor leitet).
3 - 24
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Schaltsymbole
D D
D D
G
G G
G
S
S SS
n-Kanal Enhancement-MOS-FET p-Kanal Enhancement-MOS-FET
• Beide MOS-FETs können als (Spannungs-)Verstärker oder als Schalter betrieben werden. Als diskrete Bauelemente verfügbar,
aber auf Grund ihres einfachen Aufbaus besonders gut für integrierte Schaltungen (ICs) geeignet.
• Es gibt noch weitere MOS-FET-Typen, insbesondere n-Kanal bzw. p-Kanal Depletion – MOS-FETs. Diese leiten bei der Gate-
Spannung 0 über einen Kanal zwischen Source und Drain (selbstleitend).
• Wird eine positive bzw. negative Gate-Spannung angelegt, wird der Kanal zunehmend durch Verarmung (Depletion) an
Ladungsträgern abgeschnürt, bis der Transistor im Extremfall ganz sperrt. Er kann damit auch als Schalter betrieben werden, ist
aber mehr für Verstärker gebräuchlich.
3 - 25
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Inverter in NMOS-Technologie
Ub +Ub
𝐸$ 𝐴
T2 = R
Ra 0 1
1 0
A
T1 IG≈0
Ua Ua
E Ue
Ue E 1 A
NAND-Gatter in NMOS-Technologie
Ub Ub
𝐸$ 𝐸% 𝐴
T3 = R
0 0 1
R2
A 0 1 1
Ua 1 0 1
T2
U1 1 1 0
E1
Ua U2
Ue1
E2
T1
&
Ue2 Serienschaltung von Transistoren T1
und T2 (vgl. RTL-NAND).
3 - 27
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
CMOS-Technologie
• CMOS (Complementary metal-oxide-semiconductor)
• Kombination aus n-Kanal und p-Kanal-MOS-Transistoren, die stets komplementär arbeiten (Komplementärschaltungen).
• Ein Transistor sperrt immer, wenn der andere leitet und umgekehrt.
• Stromverbrauch daher nur beim Pegelwechsel, nicht im Ruhezustand, d. h. insgesamt niedriger Stromverbrauch.
Ub Ub
0 1
A A 1
1 0
0 1
3 - 28
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
CMOS-Inverter 0=
1 0V =
1 Low
Ub Ub E=0
– Negative Spannung UGS = -Ub am Gate von p-
T1 S
G Kanal-Transistor T1
A – Þ T1 leitet
– Nullpotential am Gate von n-Kanal-Transistor T2
0 D 1 00 11 – Þ T2 sperrt
E A – Ausgang A = 1
1 D 0
E=1
Ub
– Positive Spannung UGS = Ub am Gate von n-Kanal-
G S Transistor T2
T2 – Þ T2 leitet
A
– UGS = 0 für p-Kanal-Transistor T1
11 00 – Þ T1 sperrt
– Ausgang A = 0
1
3 - 29
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
CMOS-NAND-Gatter 0=
1 0V =
1 Low
Ub Ub
T1 T2
Ub Ub 𝐸$ 𝐸% 𝐴
→ 0 0 1
A 0 1 1
1 0 1
1 1
E1 0 1
T3
0
E2
&
T4
3 - 30
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
CMOS-NAND-Gatter 0=
1 0V =
1 Low
Ub Ub
T1 T2
Ub Ub 𝐸$ 𝐸% 𝐴
0 0 1
A 0 1 1
1 0 1
0 → 1 1 0
E1 1
T3
1
E2
&
T4
3 - 31
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
CMOS-NOR-Gatter 0=
1 0V =
1 Low
Ub
E1
Ub
T1 𝐸$ 𝐸% 𝐴
E2
→ 0 0 1
0 1
T2 1 0
1 1
A
1
0 0
T3 T4 ≥1
3 - 32
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
1=
1 𝑈) =
1 High
CMOS-NOR-Gatter 0=
1 0V =
1 Low
Ub
E1
Ub
T1 𝐸$ 𝐸% 𝐴
0 0 1
E2
T2
→ 0 1 0
1 0 0
1 1 0
A
0
0 1
T3 T4 ≥1
3 - 33
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Anwender-
Standard
spezifisch
Anwender- Anwender
programmierbar Teilentwicklung
• Standardschaltungen
– Entwickler sucht sich aus einem Spektrum angebotener Bausteine die passenden aus.
– fest vorgegeben oder programmierbar (einmal oder mehrmals)
• Anwenderspezifische Schaltungen (ASICs = Application Specific Integrated Circuits)
– Entwickler trägt einen Teil oder alles zur Entwicklung der Schaltung bei.
– Gate Arrays: Hersteller fertigt Gatterstruktur, Entwickler legt Verbindungsstruktur fest.
– Standardzellen: Bibliothek von Zellen, die der Entwickler mittels CAD-System zum Entwurf kombiniert.
– voll anwenderspezifisch: Anwender entwickelt vollständige Schaltung.
3 - 34
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
14 13 12 11 10 9 8
• z. B. 7400 – 4 NAND-Gatter
Quelle: Wikipedia
DIL (Dual In Line) Package
1 2 3 4 5 6 7
GND Masse
• Bipolare Schaltungen heute meist in sog. Low-Power • TTL (Transistor-Transistor-Logik) verwendet spezielle
Schottky (74LSx) Technologie. Auch in CMOS-Technologie bipolare Transistoren, um die elektrischen Eigenschaften zu
erhältlich (74HCx). verbessern.
• 74er-Reihe – Praktisch alle Gatter und Grundschaltungen in
niedriger bis mittlerer Integrationsdichte verfügbar.
3 - 35
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3 – Technologische Realisierung (Gatter)
Zusammenfassung
• Technologische Realisierung von logischen Gattern mittels Transistoren, die als Schalter betrieben werden. Wirken gleichzeitig
auch als Verstärker.
• Bipolare Transistoren (z. B. npn-Transistoren) steuern mittels eines kleinen Basisstroms einen größeren Emitter-Kollektorstrom.
Daher ist neben dem Arbeitswiderstand ein Basiswiderstand zur Pegelanpassung erforderlich (RTL – Resistor-Transistor Logik).
• MOS-Feldeffekttransistoren (FET) steuern mittels einer Spannung am Gate den Strom zwischen Source und Drain. Kein Gate-
Widerstand erforderlich. Arbeitswiderstand wird meist ebenfalls mittels MOS-FET realisiert.
• CMOS-Schaltungen verwenden ein komplementäres Pärchen aus p- und n-Kanal MOS-FETs, als Schalter bzw. aktiven
Arbeitswiderstand. Damit fließt nur beim Umschalten ein Strom.
• Inverter als Grundschaltung, NOR-Gatter durch Parallelschaltung von Transistoren, NAND-Gatter durch Serienschaltung. Damit
alle Schaltfunktionen realisierbar. Gilt für alle drei Technologien.
• Gatter aus diskreten Bauelementen heute kaum noch üblich, sondern Integrierte Schaltkreise (ICs) mit bis zu Milliarden von
Gattern (vor allem CMOS).
• ICs gibt es als Standardschaltungen oder ASICs. Wichtiges Beispiel für Standardschaltungen: 74er Serie (u. a. TTL oder CMOS-
Technologie).
• Weitere Technologien und ICs in TGI 2.
3 - 36
Technische Grundlagen der Informatik 1
Kapitel 3
Technologische Realisierung (Gatter)