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HealtH & Sport

Marcus Karallus

Daniela Katzenbergers Lieblings-Bodyguard

T V-Star Daniela Katzenberger ist mittler- weile wohl Deutschlands bekannteste Blondie. Wer aber ist der Mann im Hin- tergrund, den sie selbst als ihren Lieblings- Bodyguard bezeichnet und dem auch Stars

wie Halle Berry, Heidi Klum oder Johny Deep bereits ihre Sicherheit anvertraut haben?

BLACK! sprach mit „Mr. Bodyguard“ Marcus Karallus, der vor seiner Karriere als Personenschützer ein Jurastudium begann, sich aber für die Praxis entschied, um Menschen an Ort und Stelle verteidigen zu können. Neben seiner Tätigkeit als Personenschützer, ist er unter anderem Be- gründer des Thaikido Kampfsports, Dozent und Coach im Bereich Kampfkunst und Selbstverteidigung sowie Inha- ber einer Sicherheitsagentur.

nien unter der OHR (*Office of the High Representative, dt. Amt des Hohen Repräsentanten, das seit 1995 die Umsetzung der zivilen Aspekte des Dayton-Vertrages – Abkommen zur Beendigung des Krieges in Bosnien und Herzegowina überwacht).

Bodyguards kennen die meisten nur aus dem Fern- sehen, wissen aber oft nicht was wirklich hinter diesem Beruf steckt. Was macht für Dich einen pro- fessionellen Bodyguard aus?

Marcus: Ein Profi muss immer jemand sein, der Leiden- schaft und Kompetenz miteinander zu verbinden versteht. Nur wollen, ohne Kompetenz, ist zwecklos. Nur können, ohne Leidenschaft, ist sinnlos. Der Bodyguard muss tat- sächlich in der Lage sein, einen Angriff mit den mildesten

„Ein Profi muss immer jemand sein, der Leidenschaft und Kompetenz miteinander zu verbinden versteht.“

Marcus, Du bist nun seit 20 Jahren als Personen- schützer tätig. Eine lange Zeit, in der Du sämtliche Qualifikationen und Fachwissen erlangt hast. Erzähl uns bitte, wie Deine Laufbahn als Bodyguard begon- nen hat?

ihm zur Verfügung stehenden Mitteln abzuwehren bzw. seine Schutzperson zu evakuieren. Für mich muss der Profi einfach die Einstellung haben, dass nichts passiert. Dass auch der Angreifer, im besten Fall, vor sich selbst geschützt wird.

Marcus: Ich wurde von einem mir bekannten Türsteher in Hamburg angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte als Bodyguard zu arbeiten. Ich war zu dem Zeitpunkt 22 Jahre alt und glaubte nicht daran, dass es tatsächlich zu- stande kommen würde. Nach einiger Zeit meldete sich der Bekannte doch bei mir. Ich habe dann im Prinzip, gleich nach einer kleinen Personenschutzausbildung, mit VIP Schutz angefangen. Es waren Film- und Showstars aus dem Ausland, die nach Deutschland kamen. Dann habe ich auch Acts/Bands aus Deutschland begleitet. Aber ich habe auch für verschiedene Aufträge im Ausland gearbei- tet. Ein Highlight war mein einjähriger Aufenthalt in Bos-

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Kann jeder Bodyguard werden oder gibt es beson- dere Anforderungen, die Interessierte erfüllen müs- sen?

Marcus: Da gibt es viele verschiedene Ansichten. Gesetz- lich muss ein Personenschützer, wenn er Angestellter ei- ner Sicherheitsfirma ist, nur an einer 40 Stundenschulung bei der Handelskammer oder IHK teilnehmen. Wenn er direkt von der Schutzperson angestellt ist, braucht er gar keine Anforderungen erfüllen. In der Praxis wollen die Kunden aber meist Personenschützer, mit militärischer oder polizeilicher Ausbildung. „Zivilisten“ wie ich, mit

einer privatrechtlich organisierten Ausbildung, haben es da schwieriger.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein Bodyguard Deiner Meinung nach haben sollte?

Marcus: Nur drei? Das ist nicht einfach. Handlungsorien- tierte Rechtssicherheit, dezidiertes Durchsetzungsvermö- gen und eine reichhaltige Portion „Galgen-Humor“.

Für den Beruf als Bodyguard sollte man sicherlich über eine gute Fitness und Ausgeglichenheit verfü- gen. Wie bereitest Du Dich auf Deine Einsätze vor - mental wie körperlich?

Marcus: Mental - Meine Frau erdet mich. Ohne sie wür- de ich nicht mehr die Kraft haben, den Spagat, den der Job emotional und geistig von mir abverlangt, immer wieder hinzulegen. Die Kunden erwarten, dass man ein lieber, netter Kerl ist, vor dem sich aber die potentiellen Angreifer fürchten. Das ist eigentlich das Schwierigste an dem Job. Ein rechtskonformer Wolf im Schafspelz zu sein. Wenn es dann einem mal passiert, dass das Fell im fal- schen Augenblick verrutscht, ist man fast immer gefeuert. Körperlich - das körperliche Training stagniert. In meinem Alter geht es nicht mehr um höher, schneller, weiter! So halte ich mich mit Thaikido & Close Protection Combat - Training im Siamstore, so fit es geht.

Wie der berufliche Alltag eines Bodyguards aus- sieht, kann man als Laie nur erahnen. Wie sieht Dein Tagesablauf tatsächlich aus, wenn Du als Bo- dyguard unterwegs bist?

Marcus: Das ist immer sehr unterschiedlich. Meist reist man morgens an, zieht den Job durch und ist abends wie- der weg. Bei tage- oder wochenweisen Jobs reist man vor- her an. Eigentlich wie in jedem anderen Job, nur das man keine geregelten Arbeitszeiten hat, sondern eher Schicht- dienst. Es liegt allein am Kundenauftrag.

Als Bodyguard lebt es sich ja nicht ganz ungefähr- lich, anderseits stellen sich Laien den Job oft aben- teuerlich vor, zum Beispiel wegen der Prominenz oder brenzlicher Situationen. Was war bisher Dein Spannendster Auftrag?

Marcus: Mal überlegen. Spannend? Die meisten Men- schen stehen auf Spektakel, dass was passiert, aber ich persönlich treffe lieber auf interessante Menschen, bei de- nen ich das Gefühl habe viel Positives aus der Begegnung mitzunehmen. Und dieses Gefühl hatte ich zum Beispiel beim Dalai Lama.

Bodyguards werden oft klischeehaft als muskelbe- packte und schießwütige Personen dargestellt. Wie entkräftigst Du solche Klischees?

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Marcus: Dass es nicht viele Kunden gibt, die diesen Typus von Personen beschäftigen möchten. In Wirtschaft und Po- litik wollen die Auftraggeber unauffällige Personenschüt- zer, die im besten Fall alles unauffällig regeln. Eigentlich ist der „Frank Farmer“(gespielt von Kevin Costner) aus dem Film „The Bodyguard“ der „perfekte“ Bodyguard, bis er sich in seine Schutzperson (gespielt von Whitney Hous- ton) verliebt.

Der Beruf des Bodyguards ist eher eine Männerdo- mäne, dass sollte Frauen aber nicht davon abschre- cken diesen Beruf auch auszuüben. Welche Vorteile siehst Du eher bei weiblichen Personenschützern?

Auftrag überhaupt für den US-Schauspieler Mickey Rourke. Welche Tipps kannst Du abschließend ge- ben, für alle die den Beruf des Bodyguards auch aus- üben möchten?

Marcus: Vorteilhaft ist eine Ausbildung zum Feldjäger bei der Bundeswehr und dort zum Personenschutzkom- mand, oder Sonderkommandos(KSK/Kampfschwimmer/ Fernspäher). Oder Bundes- oder Landespolizei. Dort muss das Ziel auch SEK/MEK/GSG9 oder Personenschutz- kommando heißen. Das ist immer noch die beste Refe- renz für dauerhafte und gut bezahlte Jobs. In der privaten Sicherheitswirtschaft gibt es auch Ausbildungsberufe, wie

„Ich halte mich mit Thaikido und Close Protection Combat-Training im Siamstore so fit es geht.“

Marcus: Eine schwierige Frage. Es gibt nicht sehr viele Jobs in denen ich gearbeitet habe, von denen ich sagen kann, dass eine Frau einen Vorteil gehabt hätte, oder der Job dann besser verlaufen wäre. Es gab einmal einen sehr eifersüchtigen Kunden. Der wollte, dass auch seine Freun- din geschützt wird. Da wäre es besser gewesen eine Frau mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Du hast in Deinem Job als Bodyguard schon eini- ges erleben können. Zum Beispiel war Dein erster

die Servicekraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit, die aber noch lange nicht die gleiche Reputation besitzen. Daher ist das Ziel als Personenschützer zu arbeiten, über eine privatrechtliche Ausbildung sehr schwierig zu errei- chen.

Mehr über Marcus erfährst auf der Webseite:

www.thaikido.de Interview: Heike Kankam-Boadu

Marcus: Dass es nicht viele Kunden gibt, die diesen Typus von Personen beschäftigen möchten. In Wirtschaft

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