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Die Schöpfung zu Beginn des 21.

Jahrhunderts
im Licht des Enneagramms

A. D. Müller-Gonzalez
Vorwort

Das 21. Jahrhundert. Alle paar Jahre verdoppelt sich der Wissensstand der Menschheit. Sichtlich hat sich
die Vorhersage des Propheten Daniels im Alten Testament über die Vermehrung des Wissens in den
letzten Tagen vor dem Erscheinen des Reichs Gottes (s. Dan.12:4) erfüllt.

Doch mit dem Wissen ist es ähnlich wie mit dem Geld: das meiste davon ist in den Händen einiger
weniger die immer reicher werden, während die Armen immer zahlreicher und ärmer werden.

Durch Schulpflichtgesetze erlangen Kinder zwar erzwungenermaßen ein gewisses Grundmaß an Bildung,
aber ich wage zu behaupten dass vor 50 Jahren der Durchschnitts-Jugendliche mehr von den Dingen die
ein junger Mensch tatsächlich zum Überleben braucht wusste als heute.
Das Überleben der Massen liegt den wenigen reichen Machthabern weniger am Herzen als deren
Abhängigkeit von dem System das sie für uns alle geschaffen haben.

Eines der Dinge oder Themen über das wir heutzutage am wenigsten wissen ist jenes das uns eigentlich
am meisten interessieren sollte, nämlich unsere Mitmenschen: wie sie ticken, wie sie "funktionieren," was
sie bewegt oder was ihre wirklichen Bedürfnisse sind.
Wir lernen zwar ihr Konsumverhalten zu analysieren und zu manipulieren damit sie unsere Produkte
kaufen, aber als Mitmenschen, Ehepartner oder Familienmitglieder versagen wir immer kläglicher. In der
Tat sind uns in dieser Hinsicht sogenannte "zurückgebliebene" Kulturen wie die des Islams weit
überlegen, auch wenn wir das nie zugeben würden. Muslimische Väter haben nicht die Probleme mit der
Respektlosigkeit die Eltern im Westen von ihren Teenagern hinnehmen müssen, und die Scheidungsraten
in muslimischen Ländern sind lächerlich im Vergleich zu unseren.
Vielleicht ist das auch der Grund warum unsere Machthaber uns in ihre Länder schicken um dort im
Namen der Demokratie und Freiheit mal kurz 1,3 Millionen Menschenleben auszulöschen.
Wohlfunktinierende Familien stehen nicht auf dem Plan der Neuen Weltordnung und der Architekten der
Matrix.

Ein simples Werkzeug um uns selbst und unsere Mitmenschen besser kennen zu lernen das einen
grossen Unterschied machen könnte wenn mehr Menschen sich die Zeit dafür nehmen würden es zu
studieren, ist das Enneagramm.

Zwar wurden einige Bücher über das Enneagram im deutschsprachigen Raum vor einigen Jahren recht
populär, im Großen und Ganzen geriet das Thema aber wieder aus der Mode, und wird vor allem in
christlichen Kreisen eher mit Argwohn behandelt.

Christen sind leider Gottes, ganz im Gegenteil zu ihren mutigen Vorvätern die für ihren Glauben in den
Arenen Roms als Märtyrer starben, generell ängstliche Menschen.
So haben Christen z. B. oft Angst vor der Astrologie und der Bedeutung der Sternzeichen für die
Menschheit, obwohl es klar aus der Bibel hervorgeht, dass Gott die Sterne für uns als Zeichen schuf, und
selbst das Wort „Tierkreis“ (Zodiac) biblischen Ursprungs ist (s. Hiob 38:32), und das Evangelium selbst in
den Sternen verkündet (oder besser, angekündigt) wurde, von der Jungfrau (Maria) bis zum Löwen (des
Stammes Juda), wie es schon in den Psalmen (s. Ps.19:1-4) steht, lange bevor die Magier Ägyptens
begannen, das Wissen über die Sterne und ihre Bedeutung für okkulte Zwecke zu benutzen, bzw., deren
Botschaft ihre eigene Auslegung zu schenken.

Christen hatten Jahrhunderte lang Angst vor Sexualität (und teilweise immer noch), obwohl das erste
Gebot das Gott je den Menschen erteilte lautete, „Seid fruchtbar und mehret euch,“ (1.Mose 1:28) bevor die
Sünde je auf der Bildfläche erschien, und in vielen Kirchen waren Musikinstrumente wie Klaviere noch zu
Beginn des 20. Jahrhunderts verboten, nur weil der Teufel Klaviere auch in weltlichen Bars benutzte um
die Menschen zu bezirzen.

Ebenso fürchten sich die meisten Christen (vor allem in Deutschland) davor, sich mit der Thematik des
Kreationismus auseinander zu setzen, da dieser ein politisch unkorrektes Image hat, und bekommen
somit überhaupt nicht mit, auf welch wackeligem Boden die Evolutiontheorie eigentlich steht, die ihnen
und ihren Kindern tagtäglich als Faktum eingetrichtert wird.

Genauso wie die panische Angst die der Grossteil von Christen vor dem Thema Endzeit haben, obwohl
klipp und klar aus der Schrift hervor geht dass die Welt wie wir sie kennen früher oder später vom Reich
Gottes abgelöst werden wird (z.B. Dan.2:44, 7:27, Offb.20:4, usw.).
Entweder man meint was man sagt wenn man zusammen mit all den andern in der Kirche betet "Dein
Reich komme," oder man sollte es am besten ganz sein lassen.

Und so ist es dann auch nicht sehr verwunderlich, dass das Enneagramm größtenteils von Christen
abgelehnt und als „okkult“ oder „New Age“ verworfen wird, und man es vorzieht, wie zu Zeiten Galileos
lieber ignorant und „heilig“ zu bleiben, als etwas über seine Mitmenschen zu lernen.

Dieses Buch ist also den wenigen Christen (und Nichtchristen die keinen Anstoß an christlicher
Terminologie nehmen) gewidmet, die noch den Mut besitzen, den Schöpfer, statt den Satan überall in der
Schöpfung zu sehen.

Obwohl das Enneagramm durchaus auch unsere negativen Eigenschaften in’s Visier nimmt.
Denn wie kann man bitteschön einen Feind besiegen oder ein Hindernis überwinden indem man ihn oder
es ignoriert?

Das Enneagramm ist also ein Werkzeug für jene wenigen die keine Angst vor der vollen Breite der
Realität haben, vor allem in Punkten die die menschliche Natur in ihrem gefallenen Zustand anbelangt.
Die Schwächen seiner Mitmenschen zu verstehen – sowie natürlich die eigenen – ist ein Schlüsselpunkt
und unbedingt notwendig, wenn man lernen will besser miteinander umzugehen, einander zu helfen und
zu verstehen.
Jesus bezeichnete sich unter anderem als Arzt der gekommen war die Kranken zu heilen, denn „die
Gesunden bedürfen des Arztes nicht.“ Er sagte dies nicht etwa deshalb weil es tatsächlich „gesunde“
Menschen gab die Seiner Heilung und Errettung nicht bedurften, sondern lediglich solche, die sich für
gesund hielten, wie Er den Pharisäern in Johannes 9 klar macht. Es waren gerade jene, die Ihn an’s
Kreuz brachten.

Wollen wir also in die Fußstapfen des großen Lehrers und Arztes treten und wirklich anderen helfen,
müssen wir den Mut haben, unseren Schwächen, Sünden und geistigen Krankheiten in’s Auge zu sehen,
anstatt sie den Jüngern Freuds und Nietzsches zu überlassen.

Das Enneagramm wird als ein Werkzeug zur „Unterscheidung“ dargestellt. Die Gabe der Unterscheidung
der Geister ist eine der neun Gaben des heiligen Geistes, wie man sie im Korintherbrief, Kapitel 12 von
Paulus aufgelistet findet. Leider benutzen nur die wenigsten heutigen Christen jene Gaben, was auch den
bedauerlichen Allgemeinzustand des Christentums erklärt, denn wie kann man einen Krieg gewinnen,
ohne die Waffen und die Ausrüstung zu benutzen die einem zu Verfügung steht?

Ich persönlich habe nicht sehr viel Vertrauen in das Können und Wissen von Therapeuten oder anderen
Benutzern des Enneagramms die sich nicht der Gaben des Geistes bedienen, obwohl es sicherlich auch
unter ihnen fähige Menschen gibt, die es schaffen, anhand des Wissens das uns das Enneagramm über
uns Menschen und unsere Charaktereigenschaft liefert, anderen zu helfen.

Um die Gaben des Geistes zu empfangen muss man weder Theologie studieren noch irgendwelche
anderen Kriterien erfüllen als allein die kindliche Aufgabe, Gott darum zu bitten, vorausgesetzt natürlich,
man erkennt Ihn und Sein größtes Geschenk an die Menschheit an.

Wer darauf besteht, die Welt in eigener Kraft retten oder verbessern zu wollen, möge aus seinen
Erfahrungen lernen.

Sinn des Enneagramms ist keineswegs, andere in eine Schublade zu stecken. Im Gegenteil, Vorurteile
und Diskriminierung könnten leicht eliminiert werden, wenn die Rolle jedes einzelnen Persönlichkeitstypen
in der Gesellschaft wahrgenommen und somit auch letztendlich akzeptiert würde.
Menschen die z.B. von „Achtern“ (den Leitertypen) oder „Dreiern“ (den Erfolgstypen) leicht als "Versager,"
"Schwächlinge" oder "Loser" abgestempelt werden, würden so ihre wohlverdiente Anerkennung finden,
als zur Ausgeglichenheit, dem Gleichgewicht und der Vielfalt in unserer Gesellschaft notwendige
Persönlichkeitsvarianten ohne die eine Lücke im großen Puzzle des Lebens entstehen würde.
Es ist halt nicht jeder darauf aus, die Erfolgsleiter zu erklimmen oder eine Machtposition zu ergreifen,
sonst würde ja auch noch mehr Chaos herrschen als das bereits vorhandene.
Die dominierenderen Persönlichkeitstypen täten also wohl daran, die weniger dominanten zu akzeptieren
und zu schätzen für das was sie sind, denn ohne sie würde es verdammt eng werden, da oben auf der
obersten Sprosse der Leiter.

Dieses Buch soll keineswegs eine vollständige Auflistung der Eigenschaften eines jeden
Enneagrammtypen darstellen (die man ja leicht aus vorhandenen Büchern oder gar aus dem Internet
beziehen kann), sondern lediglich eine Ergänzung, basierend auf Beobachtungen und Erfahrungen im
täglichen Leben mit dem Enneagramm über etwa ein Jahrzehnt hinweg, die vielleicht noch nicht so
offensichtlich (oder auch gar nicht) in den bereits existierenden Büchern geschildert werden.
Der Leser möge sich frei fühlen mit seiner persönlichen Meinung von der des Autors abzuweichen, wobei
dieser sich das Recht heraus nimmt, auf der Bilanz seiner persönlichen Erfahrungen zu beharren.
Da die meisten Therapeuten die sich mit dem Enneagramm befassen, die Evolutionstheorie als
Grundlage ihres Wissens ansehen, ist davon auszugehen, dass andere Beobachtungen von dem
entgegengesetzten Standpunkt eines Kreationisten gemacht werden, egal wir politisch unkorrekt, oder zu
welchem Ausmaß diese Sichtweise dem „normalen“ Weltbild zahlenmäßig unterlegen ist.

Laut Jesus ist es nicht immer unbedingt immer die Minderheit die auf dem Holzweg ist (s. Matth.7:13, 14).

Obwohl jeder Enneagrammtyp durchaus seine positiven Eigenschaften hat, sind meine Notizen zum
Enneagramm eher als Hilfestellung dazu bestimmt, den Feind in uns selbst zu erkennen und (dadurch)
überwinden zu können, und es liegt nicht in meinem Interesse, das Enneagramm durch Schmeicheleien
als Modetrend anzupreisen. Daher können meine Aussagen oft als extrem kritisch oder „negativ“ herüber
kommen, und ich sage keinesfalls dass es immer leicht ist, dem inneren Schweinehund in’s Auge zu
sehen.
Da ich diese Notizen jedoch lediglich als frei verfügbare Datei dem Leser zur Verfügung stelle, bin ich
keinem Verleger verpflichtet, mein „Buch“ dem Publikum schmackhafter zu machen.

Wie Morpheus in dem Film „Matrix“ zu Neo sagt, „Das einzige was ich anzubieten habe, ist die Wahrheit.“

Wenn einer der größten Heiligen und Märtyrer der je lebte, ohne den das Christentum nie die Verbreitung
gefunden hätte die sein Begründer vorgesehen hatte, über sich selbst schrieb, „Ich weiß dass in mir selbst
– das heißt, in meinem Fleisch – nichts Gutes wohnt“ (Römer 7:18), dann sollten wir als Christen reif genug
sein, der Wahrheit über uns selbst in’s Auge blicken zu können, und uns nicht ständig von Lob und
Komplimenten abhängig machen, auch wenn dies etwas von einer Eigenschaft erfordert die in unserer
Gesellschaft fast in Vergessenheit geriet: die Demut.

Meine Notizen möge man sehen als Anleitung für wahre Kämpfer im Krieg gegen das fast allgegenwärtige
Böse, für das Hobby- und Wochenend-Christen meinen Beobachtungen zufolge kein Auge haben,
geschweigedenn die nötige Courage auch nur irgend etwas dagegen zu tun.

Wenn es stimmt, dass das das einzige das wir aus der Geschichte lernen die Tatsache ist, dass wir nichts
aus der Geschichte lernen, dann nur noch ein letzter Gedanke dazu:

Es gab viele Christen im 3.Reich, aber nur wenige wie Bonhoeffer.


Die Eins

Der Persönlichkeitstyp Eins, eine Gruppierung von Menschen hier der Einfachheit halber „Einser“
genannt, besteht größtenteils aus denjenigen Menschen unter uns, die einen Hang zum Perfektionismus
irgendeiner Weise besitzen.
Dieser kann sich auf verschiedene Arten manifestieren: Neben den offensichtlichen, wie einem
„Sauberkeitsfimmel“ oder einer überaus sorgfältigen Arbeitsmethode, oft begleitet von innovativen Ideen
die viele Einser zu Pionieren und Erfindern gemacht haben, gibt es auch verstecktere Manifestationen
dieser Tendenz, die ich persönlich in Einserkulturen (wie zum Beispiel der Schweiz oder in Japan)
beobachtet habe.

Eine „Einserkultur“ besteht nicht ausschliesslich aus Einsern, sondern wird lediglich durch Einser geprägt.
Wer in den letzten Jahren auf die schweizerische Gastfreundschaft angewiesen war und sich mit dem
Enneagramm auskennt weiss, dass der Großteil der Bevölkerung jenes Landes vielleicht eher zu Typ
Fünf tendiert. Und doch haben es ein paar herausragende Schweizer Persönlichkeiten (sowie der Fleiss
und die Sorgfalt mit der Schweizer ihre Ländereien, Gärten und Häuser pflegen) geschafft, die Schweiz
für ihre nahezu perfektionistische Präzision berühmt zu machen.
Ähnlich ist es in Japan.

Einser sind Arbeitstiere. Eines ihrer Symboltiere ist die Ameise.

Einser können dazu tendieren mit unserer weniger als perfekten Realität unzufrieden zu sein, was unter
anderem zu den hohen Selbstmordraten in Ländern wie Japan oder der Schweiz beiträgt.
Die Homosexualität spielt auch eine Rolle bei Einsern, da die Unvollkommenheit des anderen
Geschlechts bei selbstorientierten Einsern der eigenen Sexualität gegenüber als minderwertig empfunden
wird. Meiner Meinung nach ist die Homosexualität weniger ein natürliches Phänomen der Evolution als
eine Manifestation der zunehmenden Selbstverliebtheit in unserer Kultur.

Der Weg heterosexueller Beziehungen ist in vieler Hinsicht mühsamer als die Alternativen, vergleichbar
mit der Art wie Menschen Jahrtausende lang unter mühsameren Umständen für ihr Überleben haben
kämpfen müssen als heutzutage, aber deshalb trotzdem keinesfalls unglücklicher waren.

Einser sind wahrscheinlich neben den Fünfern der Persönlichkeitstyp der am besten ganz und gar ohne
Sex auskommen kann, und ich habe Ehepartner von Einsern tatsächlich sagen hören, dass ihr
Sexualleben zu wünschen übrig ließ, weil ihr Partner den Geschlechtsverkehr als eine (buchstäblich) zu
„schmutzige“ Angelegenheit ansah.
Viele Einser finden sich daher in zölibatären Religionsorden wieder, wie in der katholischen Kirche, aber
auch unter Muslimen, die ebenso einen hohen Reinlichkeitsstandard, sowie einen ausgeprägten
Gerechtigkeitssinn aufweisen.
Vielleicht ist die Eins sogar der Typ der am besten von allen alleine, auf sich selbst gestellt, klar kommt.

Die Perfektion nach der sich die Einser sehnen ist in diesem Leben schier unerreichbar. Der Einzige der
sie in uns greifbare Nähe setzen kann ist der Perfekte Selbst, nämlich Gott, und nur durch die Beziehung
zu Ihm erlangt unser Leben einen Hauch und Vorgeschmack von der Perfektion und Vollkommenheit die
Er uns verheißen hat.

Johannes verspricht, dass wir sein werden wie Er (Christus), in anderen Worten, vollkommen (s.1.Joh.3:2).
Der einzige Weg dorthin ist durch Christus und Seinen Weg, der nicht zu irgendeiner künstlichen
Aufarbeitung der eigenen Vollkommenheit führt, sondern zu der wahren Vollkommenheit die in der
Selbstaufgabe, also dem Opfer eigener Interessen zugunsten anderer liegt.
Das klingt schwieriger als es ist wenn man lernt, dass es ohnehin Gott oder Christus in uns sein muss, der
das Gute vollbringt.
Der Weg dorthin ist eine lebendige Beziehung zu Ihm durch den Glauben, dass Er uns nahe ist und mit
uns kommunizieren möchte, was natürlich etwas fremdes für die meisten von uns ist, was sich aber
jederzeit mit kindlicher Leichtigkeit ändern lässt.

Die Alternative ist ein Leben wütender Frustration für viele Einser (wenn auch oft gut verborgen unter
einer glanzvollen Oberfläche), über die Fehlbarkeit der Menschheit und der Welt ansich wie sie ist.

Es gibt natürlich auch solche die voll und ganz an die Vollkommenheit des bestehenden Systems
glauben, aber wie realistisch das ist muss jeder nach eigenem Gewissen entscheiden.

Die Nachbartypen der Eins, auch „Flügel“ genannt, sind die Neun und die Zwei. Jeder Typ hat zwei
„Flügel,“ auch wenn einer stärker ausgeprägt ist als der andere, so wie ein Arm stets stärker ist als der
andere (ich bevorzuge die Symbolik der Arme statt der Flügel, da wir ja tatsächlich Arme statt Flügeln
haben, und das Fliegen erst noch erlernen müssen).
Ein ausgeprägter Neuner-Flügel kann für die Naturliebe vieler Einser verantwortlich sein, und auch dafür,
dass Einser Pioniere im Sozialwesen und Herstellen zwischenmenschlicher Beziehungen oder in
Friedensbewegungen sein können.
Man setzt seinen Hang und Drang nach Perfektion zugunsten des Friedens oder der Natur ein.

Ein ausgeprägter Zweier-Flügel kann z.B. einen guten Arzt aus einer Eins machen, da Zweier die Helfer-
Typen sind, die ihre Fähigkeiten zum Wohle anderer einsetzen wollen.

Neben den „Flügeln“ oder „Armen,“ gibt es auch noch „Beine,“ die in Enneagrammterminologie
„Trostpunkt“ und „Stresspunkt“ genannt werden. Auch hier finde ich die Bezeichnung „Beine“ fast
relevanter und weniger irreführend, da Trost- und Stresspunkt beide fast gleich relevant für jeden Typen
sind, so wie wir beide Beine dazu benutzen uns vorwärts zu bewegen, auch wenn wir eines vielleicht als
„Stand“- oder „Sprungbein“ mehr benutzen.

Trost- und Stresspunkt liegen jeweils in dem des eigenen Typen gegenüberliegenden
Persönlichkeitstypen. Bei der Eins ist der „Trostpunkt“ die Sieben, das sind die Genießer (auch
Hedonisten genannt) unter uns, und der Stresspunkt die Vier, die zum avant-guardistischen Künstlertypen
neigenden unserer Mitmenschen.

Man muss sich also, um die eigene Persönlichkeit besser verstehen zu können, auch mit den
Eigenschaften seiner „Arme“ und „Beine“ vertraut machen.
Der Unterschied zwischen Trost- und Stresspunkt verleiht bei dieser Symbolik der Redewendung, "Ich
bin heute mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden" eine neue und tiefere Bedeutung.
Befindet sich jemand in seinem "Stresspunkt," so ist er kaum noch als sein eigener Persönlichkeitstyp zu
erkennen, sondern wird zeitweise zu dem Typen seines Stresspunktes, wobei dann oft die negativen
Eigenschaften des Stresspunkt-Typen dominieren.
Eine ansonsten zuvorkommende Zwei kann dann zu einer dominanten, andere herumkommandierenden
Acht werden, oder eine sonst friedliebende Neun zu einer ängstlich-aggressiven Sechs.

Der eigene Typ ist vergleichbar mit dem Kopf, der Brust und dem Bauch des Menschen, und man
unterscheidet in der Tat zwischen Kopf-, Herz- und Bauch-Typen.
Achter, Neuner und Einser sind Bauchtypen. Der Bauch, Bereich des Solar Plexus, wird in der Bibel als
der Sitz des Geistes angesehen (s. Joh.7:38), und Bauchtypen sind demnach Menschen die sich mehr von
„innerer Eingebung“ leiten lassen als direkt von ihrem Verstand oder ihren Emotionen. Sie handeln oft
impulsiver, und setzen sich daher oft als „Leitertypen“ durch, wenn diese Eigenschaft sich auch so nicht
verallgemeinern lässt, oder diese sich auf verschiedene Arten manifestiert.
Begriffe wie Bauch-, Kopf- oder Herzmenschen sollen nicht bedeuten dass Kopfmenschen kein Herz
haben oder Bauchmenschen nie ihren Kopf benutzen.
Keine der Eigenschaften der Enneagrammtypen sind exklusiv.
So bedeutet es auch nicht, wenn ein Typ eine gewisse fundamentale Schwäche oder „Wurzelsünde“
besitzt, dass dieser Typ ein Exklusivrecht oder Monopol auf diese Macke hat. Es ist nicht so als ob die
Dreier die einzigen Lügner sind, oder die Neuner die einzigen Faulpelze, usw.
Man muss sich das Enneagramm oder seinen Typen als ganzen „Menschen“ ansehen, mit Bauch, Kopf
und Herz ausgestattet, nur dass der jeweilige Typ mehr von einer dieser drei Regionen beeinflusst wird
als von den anderen.
Dann kommen die Arme („Flügel“) und Beine („Trost- und Stresspunkt“), die wiederum in Finger und
Zehen übergehen, und es sind so ziemlich alle menschlichen Eigenschaften zu gewissem Maße in allen
Typen verbreitet, nur sind gewisse Eigenschaften bei jedem verschiedenen Typen stärker ausgeprägt,
und das ist es was einen Typen bestimmt.

Einser sind Leiter in dem Sinne, dass sie oft wegweisend sind.
In der Suche nach einem Ausweg aus der Unvollkommenheit ihrer gegenwärtigen Realität sind sie oft
verzweifelt genug, und somit auch erfolgreich, und finden Wege, es sich und ihren Mitmenschen leichter
zu machen.

Viele Einser waren oder sind spirituelle Pioniere und Leiter, wie Paulus, Martin Luther, oder der
amerikanische Franziskaner Richard Rohr, der dazu beitrug, das Enneagramm im deutschsprachigen
Raum bekannt zu machen.
Dieses Buch basiert auf der Lehre des Enneagrams nach Richard Rohr, auch wenn meine persönlichen
Beobachtungen und Erfahrungen teilweise in etwas andere Richtungen geführt haben, die sich
möglicherweise eines Tages durch bestätigende Erfahrungen anderer als „neue Erkenntnisse“ entpuppen
könnten, aber aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst umstritten, und von der Mehrheit der Pragmatiker
abgelehnt werden.

Als Neun mit einem ausgeprägten Einser-Flügel ist es auch mein Bestreben, neue Wege und
Erkenntnisse zu finden die uns helfen mögen, einander besser zu verstehen, und somit die Welt zu einem
besseren Ort zu machen, trotz der Tatsache, das der generelle Trend unserer Gesellschaft zur Zeit
bergab geht.

Die „Wut im Bauch“ des Einser Bauchmenschen ist auch mir nicht fremd, und wie alle neun
„Wurzelsünden“ – die prinzipielle Schwäche die jeder Typ lernen muss zu erkennen und zu überwinden –
ein Hindernis das es zu überwinden gilt, in erster Linie durch den Glauben. Denn wenn wir uns nur nach
dem richten was wir sehen, haben wir durchaus Grund und Anlass zur Wut. Erst die Erkenntnis dass Gott
größer und gewaltiger ist als die Matrix unserer Umstände, schenkt uns das Vertrauen, dass Er weiss was
Er tut (auch wenn wir es nicht immer sehr früh sehen können), und alles zu einem vollkommenen Ende
führen wird.
Die Zwei

Zweier sind der Persönlichkeitstyp den manche Menschen Jesus zuschreiben wollen, und vielleicht ist die
Zwei auch der Typ der auf der Oberfläche einem „Heiligen“ oder „Retter“ in seinem mutigen, selbstlosen
und aufopfernden Wesen am ähnlichsten ist.
Der Unterschied ist jedoch, dass bei Jesus kein Ego mit im Spiel war, und - obwohl Er von Sünde
versucht wurde - kein "innerer Schweinehund," den es zu überwinden galt, der allerdings bei Zweiern,
sowie jedem anderen Persönlichkeitstypen noch vorhanden ist.
Ich persönlich sehe Jesus nicht als einen der neun menschlichen Persönlichkeitsträger, sondern als die
Ziffer Null die die 9 Typen des Enneagramms ergänzt, und die, wenn man sie in sein Leben integriert,
deren Wert und Wirksamkeitsgrad in dem Kampf darum die Welt zu verändern verzehnfacht.
Es ist ähnlich wie bei der Auflistung der 9 Gaben des heiligen Geistes im 12. Kapitel von Paulus' Brief an
die Korinther, gleich gefolgt von, wie er sagt, einem "noch köstlicheren Weg" (1.Kor.12:31) im berühmten 13.
Kapitel, in dem er die Eigenschaften der Liebe aufzählt und sagt, ohne sie seien all die anderen Gaben
nichts.
Ohne die Liebe Gottes sind all unsere Werke nichts und nichtig, aber mit ihr und in ihr gewinnt alles was
wir tun vielfach an Bedeutung und ewigem Wert.

Eine Zwei mag sehr wohl als eine Art Jesus oder Mutter Teresa „rüberkommen,“ aber oft weiss nur der
intime Partner der Zwei, welche Motive, Beweggründe, und auch welch andere, hässlichere Seite hinter
der Persönlichkeit der Zwei stecken können (und das zu einem gewissen Grad auch immer tut, weil sie
eben noch nicht perfekt und unfehlbar ist), die der Rest der Welt so gut wie nie zu Gesicht bekommt.

Zweier finden ihre Erfüllung darin, anderen zu geben und zu dienen. Dass es dabei oft in eigenem
Interesse geschieht, und es um die Erfüllung eigener Bedürfnisse geht ist eine Tatsache die der Dreier-
Flügel der Zwei (der Typ den wir im nächsten Kapitel besprechen, dessen Hauptschwäche die Unwahrheit
oder Lüge ist) gut vor den meisten Zweien verborgen hält, und ich kenne nur weinige Zweier (oder Dreier)
die vom Enneagramm begeistert sind, obwohl es – wenn man den nötigen Mut zur Selbstkritik und
Wahrheit hat – durchaus ein wertvolles Werkzeug sein kann um anderen wirklich zu helfen.

Auch Richard Rohr hatte nicht nur Schmeichelhaftes über die Zwei zu sagen, und als jemand der seit 15
Jahren mit einen Zweier-Partner lebt, kann ich seine Beobachtungen nur bestätigen.

Richard Rohr schreibt jedem Persönlichkeitstypen „Schutzheilige“ oder biblische Leitfiguren als Beispiele
jedes Typen zu, und der Patron der Zwei ist Johannes, der geliebte Jünger von Jesus.
Johannes war auch stets mein Favorit unter den Jüngern, und ich liebe sein Evangelium und habe mich
mein Leben lang mit seiner Betonung auf die Liebe identifiziert. Schließlich gab er uns die universale und
wichtigste aller Wahrheiten in 3 Worten: „Gott ist Liebe“ (1.Joh.4:8).
Somit ist es offensichtlich, dass wir den Zweiern viel zu verdanken haben, auch wenn sie in ihrem
Bestreben nach Liebe in diesem irdischen Leben nie die Vollkommenheit erreichen können, was natürlich
für jeden mit einem Einser-Flügel (den jede Zwei ja hat) Grund zur Frustration darstellen kann.

Der Einser-Flügel kann sich in der Zwei als ein Streben nach der „perfekten Beziehung“ manifestieren. Da
aber der Partner ebenfalls immer nur menschlich und unvollkommen ist, ist auch hier die Freude nie
perfekt, und es scheint uns allen bestimmt zu sein, bis an unser Lebensende Geduld für die Schwächen
unserer Mitmenschen (sowie unsere eigenen) aufbringen zu müssen, die unsere vollkommenen Vorväter
einst in diese Welt brachten, als sie die Alternative Satans der Perfektion Gottes bevorzugten... (s. 1.Mose
3:1-6).

Johannes war der einzige der Jünger der bei der Kreuzigung von Jesus anwesend war. Er war auch der
einzige der eines natürlichen Todes starb.
Zweier sind generell weniger um das eigene Überleben und Wohlergehen bedacht als die meisten ihrer
Mitmenschen, und werden somit oft als wahre Helden gefeiert.

Der nächste Punkt den ich erörtern möchte wird vielleicht umstritten werden unter Enneagramm-Experten,
basiert aber teils auf den Enneagramm-Büchern von Rohr und Ebert, sowie auf eigenen Erfahrungen.

In der ersten Auflage ihres Buches über das Enneagramm schrieben die Autoren Rohr und Ebert, dass
ein Persönlichkeitstyp sich nicht voll entfaltet hat bis ein Mensch die Mitte der durchschnittlichen
Lebensspanne erreicht hat, also ein Alter von ca. 35 Jahren.
In der zweiten Auflage wird diese Aussage ersetzt durch ein Kapitel das erklärt dass jeder fertige
Persönlichkeitstyp sich dorthin von seinem Trostpunkt aus entwickelt. Das heisst, eine Eins war in ihrer
Kindheit und Jugend eine Sieben, Eine Zwei eine Vier, usw.
Führt man diese zwei Informationen aus den beiden verschiedenen Auflagen des Buches zusammen, so
macht man die Beobachtung, dass viele Menschen in der Mitte ihrer Dreißiger eine Veränderung
durchmachen, weil dies der Zeitpunkt ist, an dem sich ihr Enneagrammtyp voll entfaltet und ihre
Persönlichkeit sozusagen reif ist.
Bis dahin ist es oft oder meistens so, dass sich ein Mensch eher mit seinem Trostpunkt identifiziert, und
auch eher die Merkmale des Trostpunkts aufweist als die des entgültigen Persönlichkeitstypen zu dem er
noch heranreift.
Man ist als sozusagen junge „Zwei,“ „Drei,“ „Fünf“ oder „Neun,“ etc. nie eine wirkliche, ausgereifte Version
jenes Typen, sondern nur auf dem Weg der Entwicklung zu seinem entgültigem Persönlichkeitstypen, der
hier im Stresspunkt des Typen liegt, den man eher in jüngeren Jahren repräsentiert.
Vielleicht erklärt dies auch ergänzend auf eine etwas andere Art, warum Jesus uns ermahnt wie ein Kind
zu werden (s. z.B. Matth.18:3): man soll sich dann und wann an seine Kindheitseigenschaften erinnern die
man besaß als die eigene Persönlichkeit noch vom Trostpunkt dominiert wurde.
Dies soll natürlich nicht die theologische Bedeutung jener Schriftstellen ersetzen, sondern ist lediglich ein
hilfreicher Gedanke zu dem Thema.

Über die Jahre hinweg habe ich unentwegt Beobachtungen gemacht die die Theorie bestätigen, dass –
anders als die der meisten Enneagramm-Spezialisten, die behaupten dass ein Mensch sein Leben lang
nur ein einziger Typ bleibt – die volle Persönlichkeit erst heranreift, und zwar aus der Richtung des
eigenen Trostpunkts.

In der ersten Auflage des Enneagramm-Buches von Rohr und Ebert wird z.B. Mutter Teresa als Zwei
aufgeführt, was in der zweiten Auflage korrigiert wird, da sich Mutter Teresa nach genauerer Analyse als
Acht entpuppte. Das lässt sich dadurch erklären, dass Mutter Teresa in ihren jungen Jahren eher die
Eigenschaften einer Zwei aufwies, aber zu einer Acht, also einem Leiter-Typen, heranreifte.

Das selbe trifft übrigens auch auf andere Persönlichkeiten, wie z.B. Che Guevara, oder andere
„revolutionäre“ Leitertypen zu, die in jungen Jahren „Helfer“-Typen waren, die mit aufrichtigen Idealen die
Welt verbessern wollten, und als reife Erwachsene jene Ideale von der eigenen Energie oder „Macht“
dominieren ließen, bzw. die früheren Ideale zu Fleisch und Blut werden ließen, und zwar mehr oder
weniger in ihrer eigenen Person und anhand ihrer Autorität die sie auf ihrem Weg entwickelten.

Eine reife Zwei kommt jedoch von ihrem Trostpunkt, der Vier, was bedeutet, dass eine Zwei in ihrer
Jugend ein recht anderer Persönlichkeitstyp ist als der zu dem sie in ihrem Erwachsenenleben heran reift.
Ein gutes Beispiel dafür liefert der Film „In den Schuhen meiner Schwester,“ in dem eine exzentrische
junge Vier sich auf fast wundersame Weise zu einer hilfreichen und hingebenden Zwei entwickelt.

Stresspunkt der Zwei hingegen ist die Acht, und wie bei jedem Typen kann sich der Stresspunkt
manchmal so stark in einer Persönlichkeit entfalten, dass man nicht mehr sicher ist, ob man es hier mit
einer Zwei oder Acht zu tun hat. Aber die Tendenz andere zu kontrollieren, herumzukommandieren oder
zu manipulieren währt bei einer Zwei nur relativ kurz.

Eine Zwei ist manchmal schwer zu erkennen, weil sie sich oft nur innerhalb der Beziehung mit ihrem
intimen Partner als solche preisgibt.

Wurzelsünde oder Hauptschwäche der Zwei ist der Stolz, der sich auch durch seine verschiedenen
Mutationen wie z.B. die Eifersucht oder Empfindlichkeit manifestieren kann.
Die Zwei rühmt sich innerlich – und zwar meist völlig unbewusst – ihrer eigenen Güte, und reagiert daher
oft sehr empfindlich auf Kritik.

Da das Enneagramm einen Beweis dafür liefert, oder zumindest die Behauptung in den Raum stellt, dass
nichts dem Zufall entspringt, und schon gar nicht eine herangereifte Persönlichkeit, habe ich auch
begonnen, daran zu glauben dass die Zahl jedes Persönlichkeitstypen eine gewisse Symbolik birgt.

Es mag zwar für die Anhänger Fortunas wie weit hergeholt klingen, dass Gott jeden einzelnen Menschen
mitsamt seiner Persönlichkeit bis ins Detail konzipiert haben soll, und mancher Skeptiker könnte fragen,
"Und was ist mit Behinderten und Zurückgebliebenen?" Aber wer schon einmal Haustiere jeglicher Art
besaß, weiss dass sogar Kaninchen, Katzen oder Meerschweinchen eine eigene Art von "Persönlichkeit"
haben, und obwohl ich jetzt nicht so weit gehen werde zu behaupten es gebe eine Art Enneagramm für
Haustiere, würde es mich nicht überraschen wenn es sich eines Tages heraus stellen sollte, dass dem
doch so ist.
Wir schliessen oft voreilig von uns selbst auf andere, und nur weil wir großteils gleichgültige und
kaltblütige Wesen sind, gehen wir davon aus, dass Gott genau so sein muss, und Sich nicht besonders
um uns, geschweige denn kleine, unwichtige Tiere schert, wenn nichts weiter entfernt von der Wahrheit
sein könnte.
Anscheinend macht Gott Sich die Mühe, Sich die genaue (und ständig variierende) Anzahl der Haare auf
unseren Köpfen zu merken, sowie die eines jeden Spatzes der vom Himmel fällt (s.Matth.10:29, 30), und
wenn man in die galaktische Komplexität einer einzigen Zelle schaut, erkennt man, dass wir es mit einem
Schöpfer zu tun haben, der uns in jeder Hinsicht Lichtjahre voraus ist, was Details anbelangt.

Sieht man also das Enneagramm nicht als Erfindung des Menschen an, sondern als eine Institution
Gottes, die Er uns durch Eingebung mitgeteilt hat (- Ja, Gott kommuniziert mit uns Menschen!
Überrascht? -), dann entdeckt man Hinweise auf Seinen Plan in jedem Detail, und sogar Bedeutung in
den Ziffern die die einzelnen Enneagrammtypen benennen (und ich sage dies in vollem Bewusstsein der
panischen Angst die Christen vor Numerologie haben, mit der ich tröstender Weise nichts am Hut habe).

Das soll natürlich nicht heissen, dass eine Neun 9 mal soviel wert ist wie eine Eins oder eine Vier doppelt
so viel wie eine Zwei. Gott kommt es nicht auf quantitative Werte an, sondern darauf, dass jeder
Stellenwert sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort befindet und somit seinen Sinn und Zweck in der
gigantischen mathematischen Formel der Schöpfung erfüllt.

Wenn die Eins sich dadurch auszeichnet in eine Richtung und auf ein bestimmtes Ziel fixiert zu bleiben bis
sie es erreicht hat, und sich vielleicht von irdischen Versuchungen weniger ablenken lässt als andere
Typen, dann zeichnet sich die Zwei dadurch aus, dass die Zahl 2 die perfekte Anzahl von Menschen in
einer Beziehung für die Zwei darstellt. D. h., eine Zwei kann sich gut auf eine weitere Person fixieren, und
dann auf eine andere, aber enge Beziehungen mit mehr als einer Person gleichzeitig birgt meistens
Probleme und Herausforderungen, denen eine Zwei nur schwer gewachsen ist.
Zweier können daher extrem eifersüchtig werden, und wie schon Rohr und Ebert schrieben, behalten sie
ihre einzelnen Beziehungen gern für sich, und fungieren somit als Nabe eines Rades mit vielen Speichen,
aber immer darauf bedacht, dass die einzelnen Speichen ihren Abstand zu einander bewahren.
Man könnte fast sagen, die Zwei ist geneigt oder versucht, die Rolle Gottes im Leben anderer zu spielen,
was ja anscheinend auch die Versuchung Luzifers war, und somit der Stolz die Wurzel allen Übels
darstellt.
Schließlich war es ja Satans Verheißung an Adam und Eva, dass sie nicht sterben, sondern wie Götter
sein würden, wenn sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen würden (1.Mose 3:5), und wer
Sklave des Stolzes ist, wird immer den Preis der Verehrung und Anbetung der eigenen Person an seine
Dienste für die Menschheit knüpfen, Dienste, die jederzeit abrupt annulliert werden können, wenn der
Empfänger nicht bereit ist, den Preis fortwährenden Lobes und gebührender Anerkennung zu zahlen.

Was nicht heissen soll, dass Zweier schlechte Menschen sind, nur vielleicht nicht immer ganz so gute wie
sie gerne selber glauben würden.
Solange wir wissen, dass wir alle Sünder sind, und selbst auch noch zu lernen haben und Hilfe und
Vergebung benötigen, besteht Hoffnung und machen wir Fortschritt.
Verschließen wir uns allerdings jener Wahrheit, beginnt unser Leben zu stagnieren, und gewisse Dinge
kommen zum Vorschein die bewältigt werden müssen. Die hässliche Wahrheit kommt früher oder später
immer an die Oberfläche und man wird sich unweigerlich mit ihr auseinander setzen müssen. Meiner
Meinung nach lieber früher als später.

Der Dreier-Flügel (das Bedürfnis nach Erfolg, der mit allen Mitteln, einschließlich der Unwahrheit, erreicht
werden muss) zeichnet sich bei Zweiern oft nach einem Streben als „erfolgreicher“ Partner oder Elternteil
aus. Ihre Welt besteht vorrangig aus ihren Beziehungen, und dort will sie herausragen.
Das Problem mit dem Erfolg liegt jedoch bei uns oft darin, dass unsere Vorstellung von Erfolg sich sehr
von dem göttlichen Erfolgskonzept unterscheiden. Und so kann es vorkommen, dass man dem Erfolg
künstlich unter die Arme greift, indem man die eigene Situation verschönert und hässliche Eigenschaften
(und Wahrheiten) aus dem Bild weglässt, sei es bezüglich sich selbst oder seiner Schützlinge.
Es geht dann nicht länger darum was wirklich gut für uns oder andere ist, sondern darum was wir für gut
befinden. Kritik – egal wie konstruktiv – oder auch Disziplin und Zurechtweisung, gehören bei einer Zwei
selten zu ihrer mentalen Liste von guten Dingen. Dadurch kommt ein Bild oder Konzept von Liebe
zustande, das leider in mancherlei Hinsicht extrem von dem göttlichen, biblischen und wahren Bild der
Liebe abweicht.
Man gibt, was man selbst für gut befindet, an Stelle von dem was ein Mensch oft wirklich braucht.
Wir alle tendieren dazu, nach sofortigen Resultaten unserer Werke zu lechzen und den Erfolg sofort
sehen zu wollen, was bei einer Zwei bedeutet, dass die Dankbarkeit oder momentane Zufriedenheit des
Schützlings ersehnt wird, anstatt die länger währende Frucht, die manchmal notwendige Härte mit sich
bringt.
Zweier unterschätzen auch oft den Grad zu dem sie von anderen (besonders ihren Kindern) manipuliert
und ausgenutzt werden, und geben sich daher allzu leicht zufrieden mit einer Rolle als Sklave ihrer
Geliebten, in der es gilt, den anderen zufrieden zu stellen, anstatt ihm manches Mal ein größeres Wohl zu
tun, indem man ihn auch mal etwas selber machen lässt, oder ihn auch unangenehme Erfahrungen selbst
machen lässt.

Die Position zwischen ihren Flügeln ermöglicht es der Zwei, ihr Verlangen nach Perfektion (Eins) durch
mentale Verfärbung ihrer Realität (Drei) „Wirklichkeit“ werden zu lassen. Schwächen werden ausser Acht
gelassen, und geliebte Menschen (oder man selbst) werden zu temporären, vollkommenen
Unschuldslämmern die es verdienen, nicht nur bedingungslos geliebt, sondern förmlich verehrt zu werden.
Dieses Dilemma ist allerdings nicht nur Zweiern vorbehalten, sondern allen von der Drei beeinflussten
Persönlichkeitstypen.

Zweier tendieren zum Optimismus, was ihre Mitmenschen, vor allem aber ihre Angehörigen, und speziell
ihre Kinder anbelangt, was einerseits zu einem positiven Umgang mit Menschen verhelfen kann, auf der
anderen Seite jedoch auch verhängnisvoll sein kann wenn man sich schier weigert, gewisse Schwächen
in anderen zu erkennen.
Auch sind Zweier optimistisch was ihre eigenen Fähigkeiten anbelangt, und versprechen somit oft mehr
als sie wirklich halten können, was wiederum Enttäuschung von Seiten ihrer Mitmenschen auslöst für die
eine Zwei geringstes Verständnis aufweist, denn die Tatsache, dass sie nicht alle ihre Versprechen
einhalten kann entgeht ihr meist völlig.

Um anderen effektiv zu helfen muss man wissen in welchen Bereichen sie Hilfe benötigen. Wenn sich in
der Obhut einer Zwei z.B. eine Person befindet, die die Tendenz zur Faulheit besitzt (was bei Neunern
oder Typen mit Neuner-Einflüssen durch „Arme“ oder „Beine“ durchaus sein kann), dann wäre es die
falsche Art von „Hilfe,“ wenn sich die Zwei aus ihrem Drang anderen zu helfen heraus weiterhin bereit
erklärt, Dinge für diese Person zu tun, die jene zur besseren Entfaltung ihres Charakters lieber selbst tun
sollte.

Zweier-Mütter (oder –Väter) die es manchmal „zu gut“ mit ihren Kindern meinen, können eine Welt von
Unheil im Leben ihrer Schützlinge durch solches Verhalten anrichten, und dieses Phänomen erklärt ein
Problem das wir in unserer Zeit mit vielen unserer Jugendlichen und Kinder haben.
Wenn Zweier sich also nicht mit ihren eigenen Problemen und Schwächen und verborgenen Motivationen
auseinander setzen, kann aus ihrer gut gemeinten Hilfe ein größeres Problem resultieren als man ohne
solche „Hilfe“ gehabt hätte.

Die Realität definiert sich manchmal durch den schmalen Grat zwischen unseren eigenen Vorstellungen
von „Liebe“ und dem wahren Konzept Gottes von der Liebe, und zwar anhand gewisser Prüfsteine:
Falsche Liebe überlebt zum Beispiel keinerlei Kritik oder Zurechtweisung an der eigenen Person, wobei
Gottes Wort sagt dass Zurechtweisung und Züchtigung ein integrierter Teil der Liebe Gottes sind (s.
Hebräer12:6).
Erst wenn man bereit ist, eigene falsche Konzepte von der Liebe loszulassen, ist man bereit für die echte
und ewigwährende Liebe Gottes, die sämtliche Prüfungen besteht. Erst dann kann man seinen
Mitmenschen auch tatsächlich das geben was sie wirklich benötigen.

Wenn Zweier sich daran erinnern würden dass Gott Derjenige ist, der Liebe ist, und am besten weiss was
der andere baucht, anstatt auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen, die Wünsche einer Person zu
erfüllen, nur um dann kurzzeitig mit deren Liebe und Dankbarkeit belohnt zu werden, sähe vielleicht
einiges in dieser Welt anders aus.
In manchen Fällen kann es also besser sein, nicht zu helfen, auch wenn das einer Zwei ein größeres
Opfer abverlangt als alles für ihren Schützling selbst zu tun. Andere ihren eigenen Sinn für Verantwortung
entwickeln zu lassen wäre einer der größten Dienste den manche Zweier der Menschheit erweisen
könnten.

Symbolland der Zwei ist Italien, wo wir jenes Syndrom wieder finden, von Müttern die ihre Söhne
verwöhnen und verhätscheln, oft bis lange nachdem sie erwachsen sind.
Man kann wohl mit einiger Sicherheit sagen, dass Zweier-Eltern oft verwöhnte Kinder haben.

Zweier sind offensichtlich Herzmenschen. Sie sind auch das ideale Beispiel dafür, wie trügerisch das
menschliche Herz sein kann (s.Jer.17:9), und nur Gott es ist, der wirklich unsere Herzen kennt.

Relevante Schriftstellen:

Matthäus 10:37
Die Drei

Symbolland der Drei sind die USA. Das soll nicht bedeuten, dass jeder in den USA eine Drei ist, aber
dass die Kultur dieses Landes stark durch Verhaltensweisen der Dreier geprägt wird, und auch nicht nur
ausschließlich jenes Landes.
Jedes Land hat Dreier und Vertreter jeder der neun Persönlichkeitstypen, aber in manchen Ländern findet
man gewisse „typische“ Verhaltensweisen in verstärkter Form, die dann ein solches Land zu einem
Beispiel für jenen Typen machen.

Durch ihren großen Einfluss auf den Rest der Welt haben die USA viele Menschen mit dem „Dreier-Virus“
infiziert. Dreier sind die Erfolgsmenschen unter uns, und da Erfolg heutzutage in den meisten Bereichen
quasi synonym ist für Geld und Wohlstand, findet man die meisten Dreier im großen „Business,“ in den
Finanzbereichen der Gesellschaft, oder eben dort wo Wohlstand und Erfolg denen winken, die bereit sind,
dafür entsprechende Opfer zu bringen.

Auch Dreier sind Herzmenschen und haben es sich an’s Herz gelegt, erfolgreich zu sein in dieser Welt,
und – geprägt durch Hollywood wie wohl wir alle – ihrer eigenen Version des „amerikanischen Traums“
nachzujagen.

Als biblischen Patricharchen haben wir den jüdischen Stammesvater Jakob, dessen Name wortwörtlich
„Betrüger“ bedeutet. Jakob war ein Lügner, der, angestachelt von seiner Mutter (vielleicht einer etwas zu
wohlwollenden Zwei), seinem altersschwachen Vater Isaak vorgaukelte er sei sein etwas älterer
Zwillingsbruder Esau, dem eigentlich das Erbrecht und der letzte Segen Isaaks zustand, den Isaak somit
aufgrund des Betrugs Jakob zusprach, der Jakob somit an Stelle Esaus - zum Vorvater des verheißenen,
jüdischen Volkes werden ließ das Gott Abraham angekündigt hatte.

Dreier haben es nicht immer so mit der Wahrheit, auf gut deutsch gesagt. Sie benutzen Schein- und
Halbwahrheiten sowie direkte Lügen um im Leben „vorwärts“ zu kommen, oder besser gesagt, aufwärts
auf der Jakobsleiter des Erfolges.
Ob diese sich stets als Treppe zum Himmel erweist ist oft fraglich, zumal die Bibel nicht so gut von Geld
und Reichtum spricht wie manche Dreier davon denken, einschließlich vieler selbstbetrogener christlicher
Dreier, die Gottes Segen in Geldsummen interpretieren.

Wie alles andere auch, kann Gott natürlich auch Geld zu Seinem Sinn und Zwecke benutzen, aber dafür
dass Christen so viel Angst vor direkten Schöpfungen Gottes wie die Sterne, körperliche Liebe und vor
anderen Dingen haben, haben sie erstaunlich wenig Angst vor der menschlichen Erfindung Geld, von dem
die Bibel sagt dass die Liebe zu ihm die Wurzel allen Übels sei (1.Tim.6:10).
Was wiederum nur ein weiteres Beispiel dafür ist, bis zu welchem Grad Dreier bereit sind, Kompromisse
mit der Unwahrheit zu schließen, und sich selbst und der Welt etwas vorzumachen.

Das Happy End der Geschichte der Dreier (so wie jenes von Jakob, der vom „Betrüger“ zu „Israel - Prinz
bei Gott und Menschen“ wurde) ist die Bekehrung die oft eintritt nach der frustrierenden Erkenntnis wie
kläglich irdische Reichtümer versagen, das schmerzende Vakuum in unseren Herzen zu stillen, jenes
innere Verlangen nach dem einzigen wahren Reichtum der uns tatsächlich erfüllt, nämlich die Beziehung
zu unserem Schöpfer.
Junge Dreier, die sich in ihrer Jugend oftmals „nach oben“ lügen und betrügen (– wobei der Betrug sich
auch ganz und gar gegen die eigene Person richten kann, ohne jemals eine Lüge auszuspechen-),
wachsen also somit zu Neunern heran, jener Art von Menschen, die alles andere als solche Ambitionen
auf lange Sicht, oder zumindest mit ausreichender Energie verfolgen.
Junge Dreier werden oft zu spirituellen, oder zurückgezogenen Neunern, die sich anderen Dingen widmen
als dem Mammon nachzurennen, denn sie kommen zu der unausgesprochenen Einsicht, dass alles Geld
der Welt ohne Frieden nichts wert ist.

Auf der anderen Seite haben wir die wahren und endgültigen Dreier, die zu ihrer Reife von ihrem
Trostpunkt, der Sechs, heranwachsen. Der wunde Punkt der Sechs ist die Furcht, oftmals durch die
Überlebensangst ausgezeichnet, die die fast alles treibende Kraft in vielen Kulturen unserer Zeit darstellt.
Aus der Angst um’s Überleben und den daraus resultierenden Erfahrungen reifen Dreier heran zu
erfolgreichen Unternehmern und „Schaffern.“

Natürlich gibt es Dreier auch in anderen Bereichen des Lebens, wie in der Kunst (schließlich hat jede Drei
auch einen Vierer-Flügel), aber auch im religiösen Bereich der Gesellschaft, wie unsere amerikanischen
TV-Prediger, die für Millionenspenden plädieren.
Oftmals können die Absichten der Drei auch als aufrichtig idealistisch oder spirituell erscheinen, aber die
Frage ist am Ende immer, wie ehrlich ist die Drei mit sich selbst?

Klassisches und biblisches Beispiel dafür ist Judas Ischariot, der Jesus offensichtlich auf der Suche nach
gewünschtem Erfolg nachfolgte, Ihn dann aber bei den immer weniger versprechenden Aussichten auf
Erfolg um den Preis von 30 Silberstücken verriet.

Wie gesagt kenne ich wenige Dreier die jemals großes Interesse an der Lehre des Enneagramms gezeigt
hätten, da die Konfrontation mit der Wahrheit die das Enneagramm für sie birgt, oft ein zu großer Preis ist,
wenn es so viel einfacher ist, in bequemen, selbstgemachten „Wahrheiten“ zu schwelgen die einen wie
auf Wolken voran treiben.

Als „Ex-Drei“ weiss ich aus eigener Erfahrung, dass Dreier so überzeugt lügen können, dass sie ihre
eigenen Lügen glauben. Es ist alles Glaubenssache im Leben. Entweder man glaubt den hundertfachen
Lügen Satans die uns von allen Seiten bombardieren, oder man horcht auf die stille Stimme der Wahrheit
Gottes.
Je früher man erkennt wie kläglich die Versprechen des Teufels versagen auch nur annähernd das zu
halten was sie versprechen (der Teufel ist ein typischer Politiker), umso eher findet man die Wahrheit.
Die Wahrheit ist allerdings eine bittere Pille in unserer Welt und Zeit, die nicht jeder bereit ist zu
schlucken, geschweigedenn täglich.

Woher dieses krasses Weltbild einer verlogenen Realität kommt wird klar wenn man der Bibel glaubt,
dass der momentane „Gott dieser Welt“ der Teufel ist (2.Kor.4:4), den Jesus selbst den „Vater der Lüge“
nannte (Joh.8:44).
Will man tatsächlich zur Wahrheit gelangen, kommt man nicht darum herum der Tatsache in’s Auge zu
sehen, dass derjenige der diese Welt momentan in der Hand hat, und somit unaufhörlich die große
Mehrheit der Bevölkerung manupiliert, der größte Lügner aller Zeiten ist.
Um ein währendes Fundament der Wahrheit konstruieren zu können, müssen die Täuschungen erst aus
dem Weg geräumt werden, und die wenigsten Menschen in dieser Welt sind bereit zu dieser Art von
Drecksarbeit.
Ähnlich wie Zweier mit einem Dreier-Flügel, denen es um Erfolg in ihrer Beziehung geht, gibt es auch
Dreier mit Zweier-Flügeln, die es sich wiederum zu ihrem Erfolgsziel machen können, so viele
Beziehungen wie möglich im Leben zu haben (und ich spreche da aus eigener Erfahrung).

Wenn dieses Bild der Dreier das ich da liefere vielleicht ein wenig krass ausfällt, so möge es zur
Erinnerung an die Tatsache dienen, dass wir alle ausnahmslos Sünder sind, und hoffnungslos verloren
ohne einen Retter, der jedoch Gott sei Dank für jeden von uns greifbar nah ist, wenn wir Ihn nur wollen.

Da die weltliche Vorstellung von „Erfolg“ in so krassem Unterschied zu dem liegt, was Gott als Erfolg
bezeichnen würde (wie z.B. Lukas 16:15 ganz klar aussagt), ist es eher selten, Dreier auf dem Pfad
wahrer Jüngerschaft zu finden. Aber nur um zu beweisen, dass bei Gott alles möglich ist, bin ich
ausgerechnet – und das seit 30 Jahren - Mitglied einer Glaubensgemeinschaft, die vom Dreier-Wesen
sehr geprägt ist, und gemeinsam mit einer Acht von einer Drei erfolgreich geleitet wird.
Der gesamte Sprachgebrauch und Wortschatz der Drei über ihre Lieblingsthemen wie „Erfolg“ und
„Professionalismus“ werden hier angewandt um sie für die Etablierung und Förderung von Gottes Reich
auf Erden einzusetzen.
Allerdings macht sich auch hier manchmal die Eigenschaft der Drei bemerkbar, die sie mit dem
Chamäleon als Symboltier ausstattet: Dreier-Leiter richten sich oft nach dem, was in der Herde so
gemunkelt wird, und in der Politik äussert sich das in endlosen „Umfragen“ auf denen dann
Entscheidungen basieren, wobei sich in letzter Zeit jedoch bemerkbar macht, dass gewisse Leiter immer
mehr dazu tendieren, die Meinung des Volkes ausser Acht zu lassen, wenn es um Profit geht, der durch
endlose Kriege (wie z.B. den Konflikt in Afghanistan) für die wahren Machthaber hinter den Kulissen
erzielt werden kann.

Dreier kommen von der Sechs, und können daher gute Leiter sein, da sie bereits einmal gute,
verantwortungsbewusste und treue Nachfolger waren. Wenn sie ihre Augen fest auf dem Ziel von Gottes
Reich und Seinen Idealen für die Menschheit bewahren, können sie das selbe für Ihn erreichen das die
Rockefellers und Carnegies dieser Welt für das Business-Wesen bedeuten.
Aus Hollywood werden uns massenweise „Erfolgs-Stories“ dieser Art präsentiert: von High-School Losern
die letztendlich zu großen Gewinnern im Geschäftsleben werden, nur um oft herauszufinden, dass dort,
auf der Überholspur des Lebens auch nicht immer unbedingt das wahre Glück wartet, wie sie es sich
vorgestellt hatten.

Die Symbolik der Zahl 3 im Typen Drei könnte man an einem Dreieck oder einer Pyramide darstellen,
deren Spitze die Drei gern erklimmen möchte. Oft, dort oben angekommen, rutscht sie an den Seiten
wieder herunter zum Boden der Tatsache und der Realität der wahren Werte die beständiger sind als die
dünne Luft „dort oben.“

Es würde mich nicht stark wundern wenn es so manche Drei stört, dass es die Neun ist, und nicht die
Drei, die den Platz an der Spitze des Neun-Drei-Sechser Dreiecks im Enneagramm einnimmt.
Vielleicht ist die Neun auf gewisse Art schon dort, wo die Drei hin will, auch wenn es absolut nicht den
Anschein haben mag. Vielleicht ist der Himmel zu dem die Jakobstreppe führt, ja doch kein Tresorraum
gefüllt mit Gold, wie der von Dagobert Duck, und auch keine Bühne im Rampenlicht mit tosendem
Applaus, sondern ein relativ ruhiger, friedlicher Ort, ähnlich denen mit denen eine Neun bereits oft schon
in diesem Leben zufrieden ist...
Die Vier

Bei der Vier beginnen die Dinge etwas kompliziert zu werden, und wer ein Bedürfnis nach einfachen,
simplen Erklärungen für alles hat, der wird bei der Vier möglicher Weise frustriert werden, oder auch ganz
einfach herausfinden, dass Gott durchaus kein Einfaltspinsel war, als Er unsere Persönlichkeitstypen
erschuf.

Übrigens sind die menschlichen Persönlichkeitstypen nicht das Einzige das Gott in Neuner-Gruppen
unterteilte. Wir sprachen bereits über die neun Gaben des heiligen Geistes, und ebenso gibt es neun
Früchte des Selben, und es heisst auch es gebe neun verschiedene Arten von Engeln.
Zufälliger Weise besteht unser Sonnensystem aus 9 Planeten und einer Sonne (9 Ziffern oder Werte plus
die Null in der Mitte, ohne die nichts läuft), und es finden sich sicherlich noch weitere Beispiele für
Neunergrüppchen in der Schöpfung.

Die Vier ist für mich ein Symbol für die Vielfalt Gottes, so wie die bunten Farben in der Schöpfung, mit
denen die künstlerische Vier oft ihr eigenes Leben schmückt und dekoriert, so wie schon einst ihr
biblischer Vorvater Joseph mit seinem bunten Gewand, der seine Brüder zum Neid provozierte und von
ihnen als Sklave verkauft wurde, somit in Ägypten landete und einer der mächtigsten Männer der Welt
wurde.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch heute noch einige Vierer zu den wohlhabendsten und
erfolgreichsten Künstlern und Charakteren der Welt zählen, die wir all-abendlich in den Medien neben
ihren Dreier-Kollegen und vielleicht ein paar Achtern in den Nachrichten und Fernsehshows bewundern.

Vierer heben sich gerne ab vom Hintergrund der gewöhnlichen anderen und werden von Rohr und Ebert
beschrieben als ausgestattet mit dem „Bedürfnis anders zu sein“.

Vor allem unter den Jugendlichen unserer Zeit finden wir etliche bei denen das Motto „alles andere, nur
nicht normal und ordinär“ buchstäblich aus allen Poren schreit, uns einzig und allein mit der Hoffnung
hinterlassend, dass aus jenen jungen Vieren eines Tages mal eine fürsorgliche Zwei wird.

Reife Vierer (von der Eins kommend) sind oft wohlhabende Künstler, Schauspieler, oder auch ganz
einfach die leicht exzentrische ältere Person in auffälliger Kleidung die uns an die Vorzüge der Demokratie
erinnern soll.

Hier und da sticht uns jemand in’s Auge der einfach nicht umhin kann, anders zu sein, oder zumindest als
anders rüber zu kommen. Wie anders als ihre Mitmeschen man dann im Grunde des Herzens (wo die Vier
zuhause ist) dann wirklich ist, ist natürlich eine andere Frage.

Da die Wurzelsünde der Vier der Neid ist, kann man davon ausgehen, dass ihr Verhalten eine Art
Reaktion auf ihre Mitmenschen ist – auf das was sie haben oder sind. Hat man es dann mal selbst
erreicht und für unfähig befunden den innernen Hunger mit irdischen Mitteln zu stillen, dann wird ein
anderes Ziel gesucht.
Gab es früher (als Eins) nur ein Ziel, so gibt es jetzt mehrere, und in jeder der vier Windrichtungen wird
nach der ultimativen Schönheit gesucht – vielleicht die Symbolik der Zahl 4 für den Typ Vier.

Natürlich gibt es auch ausgeglichene Vierer, aber es dauert eine Weile bis die Vier reif genug ist, sich von
ihren Extremitäten weg wieder zu der Mitte ihres Kompasses zurück zu finden, und dort einfach mal lange
genug zu verweilen bis sie die Stimme hört die ihr sagt wo ihr Kurs wirklich lang gehen soll, und welcher
tatsächlich an’s Ziel führt.

Stresspunkt der Vier ist die Zwei, und Beziehungen sind in der Tat ein stressbezogener Faktor entweder
für die Vier selbst oder andere Beteiligte oder beide.
Vierer haben auch einen Fünfer-Flügel, der sie in’s Sesshafte, Häusliche oder Besitzergreifende treiben
oder leiten kann.
Die bekanntesten Vierer sind natürlich jene, deren Dreier-Flügel sie zur Spitze des Ruhmes getragen hat,
und sie sind oft die Trendschmiede unserer Zeit. Was sie heute tragen, tragen die anderen morgen.

Vierer sind demnach oft modebewusst, oft aber auch ganz einfach melancholisch oder
aufmerksamkeitsbedürftig.

Ihr Einser-Trostpunkt macht sie oft zu Perfektionisten in ihrer Kunst und Arbeit, oder – bei den
häuslicheren Typen – in ihrem Heim, sei es durch auffällige Architektur oder Inneneinrichtung... Die Vier
legt Wert auf das Äussere, denn für sie ist das Äussere der Ausdruck und die Manifestation und Symbolik
des Inneren.

Rituale, Zeremonien, Riten, Bräuche und Gestik sind wichtig für Vierer, demnach sind sicherlich auch
viele Vierer in der Welt von Ballet und Tanz zu finden, wo inneres durch äusseres ausgedrückt und zur
Geltung gebracht wird. Schönheit wird nicht länger nur gesucht, sondern vermittelt; das ist sozusagen das
Lebensziel der Vier.

Die Vierer sind in etwa die Maler des Lebens die unserer ansonsten tristen und grauen Welt ihre Farbe
verleihen – vielleicht ein weiterer Aspekt in dem die Zahl 4 hier Bedeutung gewinnt, da Wände meist 4
Seiten haben, oder die meisten Räume aus 4 Wänden bestehen.

Somit werden die Vierer vielleicht auch zu den Innenarchitekten und tragenden Mitgestaltern unserer
Gesellschaft, ohne die alles wahrscheinlich schockierend einfältiger aussähe.

Symbolland der Vierer, wie könnte es anders sein, ist Frankreich. Kultur, Kunst und Eigenwilligkeit prägen
dieses Land, und geben uns seinen Eindruck von dem was die Vierer für uns darstellen. Sie sind nicht
immer ganz einfach zu nehmen, geschweige denn zu verstehen, aber wer hat gesagt dass alles immer
unbedingt einfach sein muss?

Ob eine Vier ihre gefundene Schönheit mit der Welt um sich herum teilt oder nicht, hängt wahrscheinlich
in gewissem Maße davon ab ob der ausgeprägtere ihrer Flügel (oder Arme) die Fünf oder die Drei ist.
Vierer mit starkem Dreier-Flügel tendieren sichtlich eher dazu ihre Begabung auch zu veröffentlichen, als
eine bei der der Fünfer-Flügel dominant ist, der eher dazu tendiert, die eigene Kunst innerhalb der
eigenen vier Wände aufzubewahren.

Ihr Einser-Trostpunkt, von dem die reife Vier ja her kommt, verleiht der Vier Innovativität und Originalität in
ihrer Kunst oder Arbeit. Sie imitiert nicht nur einfach, oder ahmt nicht nur nach (wie es eher bei der
chamäleonhaften Drei der Fall sein kann, ausser sie wird stark von jenem Flügel beeinflusst), sondern
sucht und strebt nach wahrer Authentizität, was natürlich in unserer Welt, in der es kaum noch etwas
Neues unter der Sonne gibt, eine große Herausforderung sein kann.
Die Eins beeinflusst viele Vierer auch durch ihren Zorn, und viele Vierer-Künstler sind dafür bekannt oder
berüchtigt geworden, dass sie ihren Mitmenschen das Leben durch ihre Temperamentsausbrüche
schwerer gemacht haben.
Die Vier weiss meistens, dass sie sich solches Benehmen und Gehabe ja auch leisten kann, und dass die
Welt ihr vergeben wird, denn schließlich ist ja sie es, die der Welt ihre Schönheit verleiht.
Dass wahre Schönheit allerdings von innen kommt, ist den meisten Vierern zwar auch innerlich bewusst,
aber da dieses Konzept dem Großteil ihrer „Kundschaft“ gänzlich zu entgehen scheint, ist es relativ
einfach, ihr jeden möglichen Müll und Schrott als „Kunst“ zu verkaufen, was auch erklärt, warum nicht
alles was sich Kunst nennt auch schön sein muss. „Haupsache anders“ scheint auch hier oftmals die
Devise der Vier zu sein, und Schönheit wird hiermit relativ und beruht auf der eigenen Interpretation und
Sichtweise, sowie der des Betrachters.
Meiner Meinung nach wird das Metier der Kunst und Kultur von den selben zerstörerischen Mächten
manipuliert die auch alle anderen Bereiche unserer Gesellschaft wie Wirtschaft, Bildung, Medizin, Politik
und Unterhaltung, etc., kontrollieren, und somit sind die wahren Künstler – jene denen es noch am Herzen
liegt, wahre Schönheit zu vermitteln – wahrscheinlich eher eine relativ unbekannte Minderheit in unserer
heutigen Zeit, oder bekommen selten eine Chance, sich überhaupt als Künstler zu etablieren.

In einer Welt in der unfassbar höhere Beträge für Rüstung, und somit Völkermord ausgegeben werden als
für Kunst, Schönheit und Kultur, haben auch wahre Künstler nicht viel zu melden, und geben ihrem
Bedürfnis anders sein zu wollen, nur noch triftigere Gründe.
Bei dem was die meisten Leute „normal“ nennen oder als „normal“ hinnehmen, wer möchte dann,
bitteschön – wenn er etwas Gespür und Sinn für das was wahr und echt ist besitzt – noch „normal“ sein?
Die Fünf

Als Eselsbrücke oder Symbol um sich die Eigenschaften der Fünf kurz bildlich einzuprägen könnte man
sich eine ausgestreckte Hand (mit ihren 5 Fingern), bereitwillig zu empfangen, vorstellen.

Sind die Zweier die Geber des Enneagrams, so sind Fünfer die „Nehmer.“ Biblische Symbol-Charaktere
oder Beispiele sind die Mutter von Jesus, Maria (bzw. Miriam, im ursprünglichem Hebräisch), sowie der
zweifelnde Apostel Thomas.

Eine Fünf zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht unbedingt so kontaktfreudig ist wie andere Typen,
sehr häuslich, und eher zurückhaltend in ihrer Großzügigkeit. Symbolland ist England, und wer in
Großbrittannien gewesen ist, kann sich in etwa ein Bild machen von dem was man von einer Durschnitts-
Fünf erwarten kann.
Fünfer sind reserviert, Kopfmenschen und meistens eher kühl. Sie wollen ihre Ruhe haben.

Hat man als Durchschnittsverdiener eine Fünf als Kind, kann es durchaus sein dass dieses fest davon
überzeugt ist, bei der Geburt vertauscht worden zu sein, und dass seine wahren Eltern eine Königsfamilie
oder zumindest Millionäre sind.

Die Fünf nimmt was sie kriegen kann und lebt dementsprechend sparsam. Sie bewahrt auf, was man
eventuell noch gebrauchen könnte, und ist im großen und ganzen eine Sammlernatur.
Sind die Achter die Jäger im Enneagramm, dann sind Fünfer die Sammler.

Allerdings sind es nicht immer nur Gegenstände die die Fünf sammelt, sondern auch Erfahrungen oder
Erlebnisse. Stresspunkt der Fünf ist die hedonistische Sieben, zu der eine junge Fünf sich entwickelt.
Das Objekt ihrer Begierde werden nicht länger leblose Gegenstände, sondern Vergnügen bereitende
Erlebnisse.

Eines der Symboltiere der Fünf ist die Eule, und im Idealfall zeichnet sich die Fünf durch ihre Klug- oder
Weisheit aus.
Allerdings gibt es auch Fünfer die ihre Intelligenz lediglich dazu einsetzen heraus zu finden, was sie ihren
Mitmenschen ablocken können.

Die Begierde nach ständig mehr, sei es Wissen, Materielles oder Erfahrung, macht die Neugier zu einer
Schlüsseleigenschaft der Fünf oder von Typen mit starkem Fünfer Einfluss, die in einer Art Sherlock
Holmes Syndrom ausarten kann. Fünfer, sowie Sechser mit starken Fünfer Flügeln, sind ideale Detektive.
Das Bestreben nach Weisheit und Wissen der Fünf ist an und für sich lobenswert, wie wir ja vom Beispiel
Salomos wissen, den Gott für seinen Wunsch nach Weisheit auch mit allen nur denkbaren anderen
Reichtümern segnete.
Das Problem unserer heutigen Zeit ist nur, dass unsere unsichtbaren Machthaber hinter den Kulissen es
für weiser und klüger befunden haben, ein unwissendes Volk zu regieren, und es somit - wie schon in
meiner Einleitung angedeutet - einer doppelten Portion an Weisheit bedarf um zwischen tatsächlicher und
wertloser Information zu unterscheiden, die uns genauso wie die minderwertigen "Lebensmittel" aus dem
Supermarkt (auf die oft besser die Beschreibung "Junkfood" zutrifft), von allen Seiten eingetrichtert wird,
und zwar von kleinauf an.
Es gibt zwar viele in unserer Welt die sich klug und weise dünken, aber wie der weiseste Mann der Welt
der damaligen Zeit einst niederschrieb, besteht mehr Hoffnung für einen Narren, als für solche Leute (s.
Sprüche 26:12).

Fünfer bevorzugen es meistens zuzuschauen und zu beobachten, als selber im Rampenlicht zu stehen.

Die Grundschwäche die es bei den Fünfern zu überwinden gilt ist der Geiz.

Wie verblendet die menschliche Sichtweise sein kann, vor allem in Bezug auf ihre eigenen Schwächen,
zeigt die Tatsache, dass manche Leute ihre Schwächen als Stärke oder als Vorzüge betrachten, in
anderen Worten, ihren schlimmsten Feind für einen Freund halten, wie zum Beispiel aus Werbeslogans
wie „Geiz ist geil“ ersichtlich ist, die traurigerweise zum regelrechten Lebensmotto mancher irregeleiteter
Mitmenschen werden.

Ich wünschte ich hätte bessere Nachrichten und ein fröhlicheres Evangelium zu verkünden, von Friede,
Freude, Eierkuchen und Freibier für alle. Aber die Realität in die es Neo führte, nachdem er die rote Pille
schluckte, war auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Und so ist es auch leider in der Realität des
Enneagramms so, dass es unsere Macken und eher die negativen Eigenschaften sind, die uns einen
Typen am leichtesten identifizieren lassen.
Ich habe eine Fünfer Tochter die eigentlich als krasse, ausgeflippte Vier rüber kommt. Aber ihre
Wurzelsünde hat sie verraten: ihr Geiz und ihr Bedürfnis andere auszunutzen und von ihnen zu nehmen
was immer sie auch kriegen kann, ist stärker als ihr Bedürfnis, "besonders" zu sein, oder ihr Neid. Sie
kann innerhalb weiniger Monate 60.000 Euro verprassen, ohne auch nur einen Cent davon ihrer Mutter
abzugeben, während sie ihr zur selben Zeit den Kühlschrank regelrecht leer frisst.
Sie schuldet der Deutschen Bahn bestimmt tausende von Euro, weil sie schier zu geizig ist, ihr Geld für
einen Fahrschein auszugeben. Und die Bußgelder bezahlt sie natürlich auch nicht.

Im Grunde ist die Fünf nicht auf dem Holzweg, denn es zählt tatsächlich zu unseren Hauptaufgaben im
Leben, etwas zu empfangen. Allerdings fehlt den meisten Menschen der Glaube zu erkennen was, und
von Wem.
Wir haben im Kapitel über die Zwei schon angedeutet, dass Gott Derjenige ist, den die Zweier versuchen
mit ihrem ständigen Geben zu imitieren, und wenn man Ihn als Denjenigen anerkennt der tatsächlich in
der Lage ist, unsere Bedürfnisse voll und ganz auszufüllen, dann nimmt unser Leben eine völlig andere
Bedeutung und neue, unerahnte Dimensionen an.

Maria, die Mutter Jesu, war ein solcher Mensch, die sich von Gott etwas schenken ließ, das nicht nur ihr
selbst, sondern der gesamten Menschheit ein neues Universum an Möglichkeiten öffnen würde, und
dieser Schritt benötigte Bereitwilligkeit zu intimen Kontakt mit etwas oder Jemand fremden, etwas das
einer Fünf normalerweise extrem schwer fällt.

Im Gegensatz dazu steht Thomas, der Zweifler, der erst durch den Berührungskontakt mit den Wunden
Jesu zu der Erkenntnis, der Einsicht und dem Glauben kam, dass Dieser in der Tat Derjenige war, der all
Seine Versprechen halten würde, der Einzige, von dem zu empfangen es sich wirklich und ewig lohnen
würde.

Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis erlebt die Fünf Enttäuschungen wie wir alle, die uns hoffentlich in die
richtige Richtung, nämlich in Gottes Arme treiben, und im schlimmsten Fall zu Verbitterung und Isolation
führen können.
Allerdings kommt der Siebener Stresspunkt der Fünf ihr dort zugute, der nämlich auch eine humorvolle
Seite hat, auch wenn sich dieser Humor dann manchmal als Zynismus oder Sarkasmus manifestiert.

Trostpunkt der Fünf ist die Acht, von der die entwickelte Fünf herkommt, und die ihr Kraft und Stärke gibt,
und die Authorität des „Herrn im Haus.“

In ihrer Jugend waren manche Fünfer oft aktive Leiterfiguren, denen irgendwann in späteren Jahren
einfach die Energie ausging und die schließlich einfach nur noch ihre Ruhe haben wollten und sich dann
zurück zogen.

Vor allem in religiösen Bewegungen findet man dies oft. Menschen die in jungen Jahren begeisterte und
engagierte Anhänger und Leiterfiguren waren, finden sich plötzlich als Erwachsene als völlig andere
Menschen wieder, als die sie in jungen Jahren waren, mit völlig anderen Interessen.

Die Che Guevaras von gestern können dann recht schnell zu Herr und Frau Mümmelmann aus der
Ackerstraße werden, von denen man nie wieder etwas hört. Ich kenne Dutzende solcher Fälle.

Einer ausgewachsenen Fünf geht es nicht zuletzt um die eigene Sicherheit und die ihrer Familie. Mag
man gestern noch den Löwenmut eines potentiellen Märtyrers gehabt haben, so wird man als reife Fünf
bedachter und lässt sich von dem stets vorhandenen Sechser-Flügel beeinflussen, der sich durch das
Bedürfnis nach Sicherheit auszeichnet, das speziell in der deutschen Gesellschaft (Symbolland der
Sechs) die alles-treibende Macht hinter der Maschine des Systems ist.
Auch in dieser Hinsicht tut die Fünf gut daran, sich an Den zu wenden, der alleine ewige Sicheheit
garantieren kann.

Wer sich als Herz- oder Bauchmensch, dem intime Beziehungen sehr wichtig sind, in jüngeren Jahren an
eine Fünf gebunden hat, kann sich in einer Situation wiederfinden in der der Partner nicht mehr bereit
oder fähig ist, das zu geben was sich ein Mensch mit solchen Bedürfnissen erhofft, da die Fünf ja ohnehin
schon Schwierigkeiten mit dem Geben hat, und so kann eine Ehe mit einer Person die sich als Fünf
entpuppt, rapide in die Brüche gehen.
Menschen, die in jüngeren Jahren eher die Merkmale einer sexuell aktiven Sieben, Acht oder Neun
aufweisen, sich aber eigentlich zur Eins, Fünf und Sechs bewegen und entwickeln, können – je näher sie
ihren Vierzigern kommen – drastische Veränderungen in ihrem Sexualleben entwickeln, denen es ihrem
Partner of schwer fällt sich anzupassen.
Weiß man als Partner, dass es sich hier um einen natürlichen und normalen Prozess handelt, ist es
leichter, damit umzugehen, als wenn man annehmen muss, dass sich der aufkommende Mangel an
sexuellem Interesse gegen die eigene Person richtet.

Weiss man allerdings mit was man es zu tun hat, und dass die Veränderung die da statt findet ein
natürlicher Entwicklungsvorgang ist, entschärft das die Situation ungemein, und an Stelle von Vorwürfen
kann Verständnis aufgebracht werden, was auch der eigentliche Sinn der Studie des Enneagramms und
dieses Buches sein sollte: das durch Fehler in zwischenmenschlichen Beziehungen entstandene Leiden
zu verhindern und zu vermindern.
Die Sechs

Die Zahl 6 gilt als „die Zahl des Menschen,“ da der Mensch am sechsten Tage erschaffen wurde. Es ist
somit nicht allzu verwunderlich, dass der am meisten verbreitete Perönlichkeitstyp die Sechs ist.
Positive Eigenschaften der Sechs sind ihr Verantwortungsbewusstsein sowie ihr soziales Wesen. Sie
„können gut mit Leuten,“ denn Leute sind das, wonach sie sich am meisten orientieren. Sechser – wie die
meisten Menschen – sind Herdentiere, die dem Beispiel der großen Masse meistens brav und gehorsam
folgen, und somit helfen, den Status Quo aufzurichten, an dem sich eine Gesellschaft orientiert.
Das ist natürlich auch völlig in Ordnung, so lange jene Gesellschaft sich an Werten misst und orientiert,
die man tatsächlich als gut befinden kann, und die mit den Maßstäben Gottes harmonisieren. Es kann
allerdings auch so sein, dass das nicht der Fall ist, wie das bisher wohl größte „Sechser-Drama“ der
Geschichte zeigt: das 3.Reich.

Es gibt allerdings 2 verschiedene – und so ziemlich grundlegend verschiedene – Arten von Sechsern, und
zwar unterscheidet man zwischen „phobischen“ und „kontraphobischen“ Sechsern, was auf deutsch
heisst, die einen lassen sich von ihren Ängsten dirigieren, während die anderen dagegen angehen.
Natürlich tendieren die meisten Sechser eher zur phobischen Sechs, da die waghalsigen,
kontraphobischen Sechser offensichtlich eher die Ausnahme darstellen, was vielleicht auch gar nicht so
schlecht ist, da kontraphobische Sechser statistisch gesehen wahrscheinlich eine kürzere Lebensspanne
aufweisen (zum Teil aufgrund ihres waghalsigen Fahrstils und ähnlichem Verhalten in anderen Aspekten
des Lebens) und natürlich somit auch die Sicherheit ihrer Mitmenschen potenziell gefährden, abgesehen
davon, dass sie schlicht und einfach mühsamer zu nehmen sind, als ihre sicherheitsbewussteren
Mitsechser.

Sechser kommen von der Neun, (ihrem Trostpunkt), d. h., sie sind als Kinder oder Jugendliche oft faul,
und entwickeln durch die Erfahrung, dass die Faulheit sie in’s Nichts führen wird, ihren
Verantwortungssinn und ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein.
In unserer heutigen Zeit scheint es so viele Achter- und Neuner-Kinder zu geben (wobei die Achter sich
dadurch auszeichnen, dass sie gerne versuchen, ihre Eltern herumzukommandieren, oder wen auch
immer sie können), dass ich als notorischer Verschwörungstheoritiker manchmal den Eindruck bekomme,
dass unsere Machthaber (die sich durchaus des Wissens um das Enneagramm bemächtigen) dabei sind,
eine ganze Generation von Fünfern und Sechsern zu züchten, da dies die zwei Persönlichkeitstypen sind,
die am leichtesten manipulierbar und somit „regierbar“ sind, und sich am besten für eine „Neue
Weltordnung“ eignen in der jeder Widerstand als offensichtlich zwecklos erscheinen soll.
Sechser sind die gefundenen Batterien und Zahnräder die die Matrix in Gang halten, und phobische
Sechser sind nur selten begeistert von der Idee, sich von der Matrix abzukapseln, es sei denn, sie finden
ein bereits funktionierendes Alternativ-System, das ausserhalb der Matrix existiert und funktioniert (in
„Matrix-Lingo“ würde das bedeuten: es gibt auch Sechser in der Widerstandsbewegung).

Sechser sind zwar – dank ihres analytischen Fünfer-Flügels – oft kritisch, und sich sogar der
Schwachpunkte ihres regierenden Systems bewusst, aber ihre Überlegensangst hält sie dermaßen in
Schach und Zaum, dass ihre Widerstandsgefühle selten über das übliche Meckern über die Regierung
hinaus gehen, es sei denn, es findet sich eine bereits organisierte Bewegung der man sich anschließen
kann.

Sechser sind treue Nachfolger, und wenn sie einer guten Leiterschaft nachfolgen, dann ist das durchaus
empfehlenswert. Das Problem ist nur, dass gute Leiterschaft in dieser Welt sehr karg ist, und diese sich
meist völlig bewusst der Tatsache ist, dass das große, breite Volk meistens bereit ist, alles zu tun um sein
eigenes Wohlergehen und Überleben zu erhalten.
Die Sechs wäre die ideale Bestätigung für die Evolutionstheorie, wenn diese wahr wäre, und erklärt auch,
warum so viele Menschen sie so bedingungslos hinnehmen. Die Sechs weiß, dass es innere Triebe und
Ängste sind, die sie manipulieren, und wenn diese tierischer Natur und Herkunft sein sollen, dann kann es
ihr nur recht sein, denn schließlich muss sie sich so nicht den Kopf über ihre eigene Verantwortung
zerbrechen, oder sich mit dem Gewissen auseinander setzen; Dinge, die dem Kopfmenschen Sechs nur
Kopfschmerzen bereiten.

Sechser schauen auf den Menschen, und nicht so leicht auf Gott. Wenn der Papst sagt, „Bete und
arbeite,“ dann fällt es der Sechs viel leichter, diesem simplen Dogma zu glauben und zu gehorchen, als
zum Beispiel der Rede von Jesus über die Vögel und Lilien auf dem Felde, die nicht sähen, nicht ernten,
und ihr himmlischer Vater ernährt sie doch, und dass man entweder Gott dient oder dem Mammon
(Matth.6).

Der Glaube – oder zumindest wahrer Glaube – geht der Sechs von Natur aus eher gegen den Strich, und
somit ist der Glaube auch das große Antiserum gegen das weit verbreitete Sechsertum. Wenn eine Sechs
ihre Furcht durch Glauben ersetzen lässt wird sie ein loyaler, treuerer und sozialerer Freund als man sich
vorstellen kann, aber es ist oft ein langer Weg dorthin für die Sechs.

Hinzukommmt, dass die wenigsten Sechser sich mit Glaubensfragen auseinandersetzen solange sie noch
erfolgreich abgelenkt werden von den schier allgegenwärtigen Versuchungen die an ihren Siebener-Flügel
appelieren und sie die ernsteren Themen des Lebens verdrängen lassen, sowie den ebenso
allgegenwärtigen Trug und Schein, der an ihren Dreier-Stresspunkt appeliert. Was die Wahrheit ist, ist
nicht so wichtig wie das was die Mehrheit glaubt und als „Wahrheit“ akzeptiert.

Dies mag zwar ein allgemein düstereres Bild von der Menschheit sein als die meisten bereit sein werden
zu akzeptieren, aber es stimmt mit der Ermahnung Jesu überein, die enge Pforte und den schmalen Weg
zu gehen, da die breite Pforte und der Weg der Mehrheit zur Verdammnis führt.

Das Bild ist nur so lange düster wie man keine Alternative hat. Die gute Nachricht ist, dass wir alle die
freie Wahl haben, selbst zu entscheiden zwischen Wahrheit und Lüge, und dass es einen engen,
schmalen Pfad gibt, der zum wahren Leben führt.
Schwierig ist nur, die eigenen Ängste zu überwinden, und jenen relativ einsamen Pfad zu wählen, und
sein Vertrauen auf Gott, statt auf den Rest der Herde zu setzen.
Sechser werden – wie die meisten anderen Persönlichkeitstypen auch - in dieser Gesellschaft dazu
trainiert, sich alles „im Schweiße ihres Angesichts“ selbst zu erarbeiten, und sich ihre Position verdienen
zu müssen. Im Gegensatz dazu steht das Geschenk Gottes - einschließlich des Glaubens - für das man
nichts weiter tun muss, als Ihn darum zu bitten und es anzunehmen. Trifft man einmal die Entscheidung
für Gott, anstatt weiterhin auf dem Trampelpfad der Verheissung Satans, „Ihr werdet sein wie Götter“ mit
zu latschen, dann ist man auf dem Weg nach Oben, und findet dort meistens heraus, dass Gott uns den
Großteil der Arbeit abnimmt, und dass der Teil den wir tun müssen, relativ klein ist, sowie dass, wie Er
versprach, Sein Joch tatsächlich leicht und sanft ist, im Vergleich zu dem Mühlstein um den Hals mit dem
wir geboren werden.
Die Sechs hat einige Symboltiere, wie die Ratte (der Überlebenkünstler), den (Angst-)Hasen u.ä.; ihr
Symbolland ist (wohl vor allem aufgrund seiner Geschichte) Deutschland.

An dieser Stelle wäre es wohl an der Zeit zu erwähnen, dass es einen Faktor gibt, der das Enneagramm
noch etwas komplizierter und vielleicht weniger durchschaubar macht – obwohl es meiner Meinung nach
immer noch ein simpleres System zur Persönlichkeitsanalyse ist als die Astrologie – und das sind die
Subtypen.

Jeder der Neun Typen wird nochmal in drei Subtypen unterteilt: die sexuellen, selbsterhaltenden und
sozialen. Wobei es sich auch hier nicht um exklusive Eigenschaften handelt, sondern es eher der Fall ist,
dass eine dieser Eigenschaften bei jeder Person im Großen und Ganzen ausgeprägter ist, als die
anderen.
Die Subtypen können dabei hilfreich sein, seinen eigenen Persönlichkeitstyp herauszufinden, wenn man
sich noch nicht ganz sicher ist. Eine selbsterhaltende Neun kann z.B. ähnliche Verhaltensmerkmale
aufweisen wie eine Fünf, und ohne von den Subtypen zu wissen, könnte sich eine solche Neun für eine
Fünf halten.

Mehr über die Subtypen findet man auf den Webseiten über das Enneagramm, in Foren oder in den
entsprechenden Büchern. Wie gesagt soll mein Beitrag zum Thema Enneagramm kein allumfassendes
Werk werden, sondern lediglich eine (auf eigenen Beobachtungen basierende) Ergänzung, und somit
Gedanken und Entdeckungen zu dem Thema, die in bisherigen Veröffentlichungen enweder noch gar
nicht oder weniger betont zum Ausdruck kamen.

Wenn man seinen Enneagrammtypen kennt, und somit sich auch seiner Wurzelsünde bewusst ist, kann
dies sehr hilfreich in unserem täglichen geistigen Kampf gegen die „Mächte der Bosheit“ gegen die wir
laut Paulus (Epheser 6:12) zu kämpfen haben, denn wir wissen dann, welcher Schwäche sich unser
geistiger Feind am meisten bemächtigen wird um uns zu besiegen.
Bei den Sechsern hat unser Widersacher ganze Feldzüge der Eroberung auf breiter Flur geleistet indem
er sich ihrer prinzipiellen Schwäche bediente, so dass man fast sagen kann, dass ein Großteil seiner
Macht die er in der Welt ausübt in der Furcht liegt.
Nicht nur der Druck, sich aus Angst davor „anders“ zu sein, dem Status Quo anpassen zu wollen, kommt
ihm zugute um uns zu manipulieren, sondern auch sein Wissen um den hohen Respekt der Sechs vor
jeglicher Autorität nutzt er aus. Eine seiner bevorzugten Taktiken bei Sechern die ich beobachtet habe, ist
die, Angst bei seinen Opfern zu schüren, und bei gläubigen Sechsern, speziell die Angst vor Gott.
Zwar heisst es in den Sprüchen Salomos dass die Furcht des Herrn der Anfang der Weisheit sei, und das
mag auch in mancher Hinsicht zutreffen, aber das soll nicht bedeuten, dass unsere Beziehung zu Gott nur
auf diser Furcht vor Ihm basieren sollte. Wenn wir Ihm nur aus Angst vor möglicher Bestrafung
gehorchen, resultiert das meist in einer Beziehung zu Gott, die alles andere als wünschenswert für beide
Parteien ist. Zwar mag Gott es vorziehen, gefürchtet als ignoriert zu werden, jedoch zieht Er es auf jeden
Fall auch vor, geliebt statt nur gefürchtet zu werden.
Was viele Sechser oft vergessen, ist die Tatsache, dass Gott Liebe ist, dass Er sie liebt, und dass die
völlige Liebe alle Furcht austreibt. Wenn Gott Liebe ist, dann ist es unvorstellbar, dass Er Gefallen daran
hätte, dass Seine Kinder Ihn lediglich fürchten, statt Ihn zu lieben, genausso wie wir wahrscheinlich als
Eltern nicht glücklich wären, wenn unsere Kinder Angst vor uns hätten.

Als Sechs sollte man bedenken, dass die meisten Ängste die man hat, künstliche Produkte unseres
geistigen Widersachers sind, die uns eine falsche Realität vorgaukeln, und dazu gehört oftmals auch ein
falsches Bild von Gott.
Zwar stimmt es, dass der Gott des Alten Testaments Züge zeigt, die es einem manchmal schwer machen,
sich vorzustellen dass dieser Gott die Liebe Selbst darstellen soll, aber man darf nie die Tatsache ausser
Acht lassen, dass alles Werken des Alten Testaments in gewisser Hinsicht nur eine Vorbereitung war, auf
einen neuen, besseren Bund zwischen Gott und Menschen, und dass dieser neue Bund ein Bund der
Liebe ist, in der die Liebe regiert.
Man kann es sich vielleicht so vorstellen, dass die Menschheit, als sie noch „jung“ war, mehr Disziplin
brauchte, ähnlich wie ein Kind, dem mit gewisser Strenge beigebracht werden muss, wie gefährlich es ist,
ohne Vorsicht über eine Straße zu rennen, oder ähnliches. Die Regeln die man als junges Kind einhalten
muss (um 7 in’s Bett, usw.) fallen mit zunehmender Reife weg, und werden durch einen etwas
toleranteren Erziehungsstil ersetzt, je mehr Verantwortung der Heranwachsende auf sich nimmt.
Die Kriege, die z.B. im Alten Testament geführt wurden um das Überleben des fleischlichen Volks Gottes
zu sichern, fallen weg unter dem Aspekt, dass Gottes neues Volk ein geistiges ist, und somit einen
geistigen Kampf führt. Ein Punkt den viele Christen leider völlig zu übersehen scheinen.
„Auge um Auge und Zahn um Zahn“ wurden ersetzt durch „liebet eure Feinde.“ Und wenn wir nun einen
Gott haben, der möchte, dass wir sogar unsere Feinde lieben, dann können wir wohl auch mit Gewissheit
davon ausgehen, dass Er uns allemal liebt.
Kurz gesagt, mag die Furcht des Herrn zwar der Beginn der Weisheit sein, aber sie ist gewiss nicht das
Ende. Das ersehnte Endresultat das Gott Sich aus unserer Beziehung wünscht und erhofft, ist Liebe die
alle Furcht austreibt: eine Beziehung, in der Furcht nicht mehr notwendig ist, weil sie durch etwas viel
besseres ersetzt wurde, nämlich die Liebe.
Eine Beziehung zu Gott die von Angst geprägt wird, könnte man als eine unreife, „alttestamentarische“
Beziehung bezeichnen, wogegen eine liebevolle Beziehung zu Ihm eine reife Beziehung darstellt,
gegründet auf den Werten und Erkenntnissen die uns der Sohn Gottes Selbst vermittelte, als Er den
größten Beweis von Gottes Liebe brachte indem Er Sich uns gleich stellte und für uns starb.
Darin liegt die Essenz unseres Glaubens. Wer diese verkennt, hat eigentlich so gut wie gar nichts
begriffen.
Die Sieben

Wenn die Sechs ihren Symbolismus im Tag der Schöpfung des Menschen findet, so findet die Sieben den
ihren im siebten Tag an dem Gott von Seinen Werken ruhte. Siebener sind sozusagen die
„Sonntagskinder“ des Enneagramms, die Partylöwen und Genießer.
Wenn Sechser für ihren Ruhestand und ihre Sicherheit arbeiten, dann schaffen Siebener für ihr
Vergnügen das sie sich am Wochenende gönnen.
Tendieren Fünfer eher zur Sparsamkeit, so liebt es die Sieben, auch einmal zu verprassen was sie sich so
mühsam erarbeitet hat. Es ist ja auch kein Wunder. Da die Sieben von ihrem Trostpunkt, der Fünf, aus
ihrer Kindheit und Jugend her kommt, hat sie die Erfahrung gemacht, dass Geiz und Sparsamkeit weniger
Befriedigung bringen als das Gegenteil.
Allerdings kann das auch in’s Auge gehen, da der Drang, seine eigene Befriedigung im Vergnügen zu
finden, auch leicht in Abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder anderen simulierenden „Glücklichmachern“
enden kann.
Meiner Meinung nach ist auch dies eine Frage und Entscheidung des Glaubens, da ein egozentrischer
Mensch wahrscheinlich weniger Chancen hat herauszufinden, dass sich wahre Erfüllung nicht durch das
Jagen nach eigener Befiedigung findet, sondern darin, andere glücklich zu machen, als jemand der die
Natur Gottes kennen gelernt hat.

Junge Siebener werden im Erwachsenenleben (also ab Mitte 30) zu Einsern. Sie finden etwas das ihnen
so viel Spaß macht, dass sie es bis zur Perfektion hin verfolgen und Meister auf ihrem Gebiet werden.

Symbolland der Sieben ist Irland, wo man ihre Devise, „Wein, Weib und Gesang“ landesweit wiederfindet,
die auch in anderen Teilen der Welt Anklang findet, wo auch immer man ein Irish Pub oder eine Sieben
findet.
Eines ihrer Symboltiere ist der Schmetterling.

Eine der Schattenseiten der lebensfrohen und generell leicht umgänglichen Siebener ist ihre Neigung,
alles unangenehme das unsere Realität in sich birgt, zu verdrängen. So zum Beispiel das Elend das
Zehntausende von hungernden Menschen täglich in anderen Teilen der Welt über sich ergehen lassen
müssen, während wir im Westen vergleichbar in Saus und Braus leben.
Das Gewissen wird bei der Sieben oft regelrecht in Wein und Lebensfreude ertränkt, was natürlich zu
einer makaberen Persiflage wahrer Freude, von Zynismus und Sarkasmus markiert, führen kann.
Viele Siebener sind Komiker, und wer in letzter Zeit einmal einen populären Komiker gesehen oder gehört
hat, der weiß, dass diese eine Sprache benutzen, die Christen und gläubige Menschen oft zusammen
zucken lässt. Die Obszönität in ihrer Sprache verrät den Mangel der Echtheit in der angeblichen
Fröhlichkeit vieler Siebener. In Wirklichkeit wissen wie, dass etwas mit unserer Welt fundamental nicht
stimmt, sie weigern sich oft nur, sich ernsthaft damit auseinander zu setzen.

Eines der Themen das von Siebenern und Typen mit Siebener-Einflüssen häufig vermieden wird, ist der
Tod. Menschen, die im Glauben an die Bibel aufwachsen, wissen dass der Tod genauso Teil des Lebens
ist wie alles andere, und vor allem, dass der Tod nicht das Ende ist. Für erdgebundene Siebener
(Kopfmenschen) gilt jedoch oft die Regel oder der Irrglaube, dass mit dem Tod alles endet, und somit die
einzige Gelegenheit zu genießen das hier und jetzt sei.
"Erlöste" oder wahrhaftig reife Siebener können hingegen das Leben auch in vollen Zügen unter
Darbringung großer Opfer und Entbehrung genießen, wofür der heilige Franz von Assisi das wohl
berühmteste Beispiel ist. Er gilt als der "Schutzheilige" oder ein spirituelles Vorbild für wahrlich reife
Siebener, weil er trotz - oder vielleicht sogar gerade wegen - seiner extremen, freiwilligen Armut die er auf
sich nahm, ein überaus fröhlicher und glücklicher Mensch war.

Franziskus weist den Weg dahin, dass wahre Freude und Erfüllung weder in materiellen Besitztümern,
noch im Schwelgen weltlicher Freuden zu finden sind, sondern in der Freiheit die man findet, wenn man
bereit ist, dies alles loszulassen.

Die Sieben ist ein Kopfmensch, und als solcher eher dazu geneigt, die rationalen Erkärungen für ihr
Dasein zu akzeptieren, als sich auf oft komplexere, spirituelle Antworten einzulassen. Siebener wie der
heilige Franziskus sind daher eher die Ausnahmen unter den Siebenern, weil sie es normalerweise
bevorzugen, in irdischen Dingen ihre Erfüllung und Freude zu finden, als dort, wo sie erst wahrhaftig wird,
nämlich in der Welt aus der die unsere stammt.
Der Versuch, eine Sieben zu bekehren, kann also oft frustrierend sein. Sie sieht sich selbst als „glücklich.“
Wozu sollte sie also einen Gott brauchen? Hinzu kommt dass ausgewachsene Siebener von ihrem
Trostpunk, der Fünf aus ihrer Jugend kommen, in der sie bereits mit „Kopfarbeit“ versucht haben, Fragen
zu lösen, und die Antworten in den Weisheiten der Welt nicht zu finden waren. Also widmet sie ihr Leben
dem Genuss irdischer Gelüste und Freuden.
Ausnahme sind solche, die entweder in Glaubensgemeinschaften aufgewachsen sind, oder jene die an
die Grenzen stoßen die früher oder später entlarven wie sinnlos die Suche nach Erfüllung in irdischen
Dingen sein kann, zumal die negativen Aspekte unserer Welt in vielen Bereichen die Überhand nehmen,
und man sie immer seltener verleugnen kann.
Manche Siebener werden natürlich auch von ihrem Sechser-Flügel in die Arme des Allmächtigen
getrieben, und in ihnen bestätigt sich Salomos Ausspruch, „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der
Weisheit.“

Der Vorteil vieler Siebener uns „normalen“ Sterblichen gegenüber ist ihr Optimismus und positive
Einstellung. Ohne den Humor und die schiere Weigerung vieler unserer Siebener Mitmenschen,
griesgrämig zu sein, wäre unser Planet sicherlich nicht derselbe, und das Leben wahrscheinlich noch
schwieriger für viele von uns.
Solange es noch Siebener gibt, die trotz allem Übel der Welt irgendwo noch einen Grund finden, weiter zu
lachen, finden auch wir anderen um sie herum noch Hoffnung.
Die Sieben ist der perfekte Beweis dafür, dass Gott – der uns ja nach Seinem Abbild schuf – einen Sinn
für Humor besitzt, offensichtlich auch lacht (Psalm 2:4), und somit irgendwo Hoffnung besteht, dass – wie
Bob Marley einst sang – alles wieder gut werden wird (Everything’s gonna be alright!)
Die Acht

Achter sind Leittiere und Führer. Die Präsidenten, Vorsitzenden und Machtausübenden in der Welt, die
nicht nur die Leiter des Erfolgs erklimmen, sondern auch die notwendige Autorität besitzen um andere
erfolgreich (oder auch nicht) zu leiten.

Den Achtern geht es in diesem Spiel des Lebens weniger um Geld und Ruhm als um die Macht.
Um diese zu bekommen lassen sie entweder ihre Muskeln oder ihre Beziehungen spielen. Allerdings gibt
es nicht nur Achter auf den Ebenen von Präsidenten und Königen, sondern auch im gemeinen Volk.
Vielleicht die Familienmutter die in ihrem Haushalt die Hosen anhat, oder der Vater, der auf den Tisch
klopft und sagt, "Solange du deine Füße unter meinem Tisch hast, wird nach meinen Regeln gespielt"
(Wenn er diesen Spruch nicht gerade lediglich von seinem eigenen Vater kopiert hat)...

Um Macht zu bekommen, manipulieren Achter. Manche versuchen andere durch äußerliche


Manifestationen von Stärke einzuschüchtern, wiederum andere benutzen subtilere Waffen.

Eine der beliebtesten Waffen der Manipulation die heutzutage in Beziehungen, aber auch auf
internationaler Ebene benutzt wird, ist die Opferrolle.
Frauen (auch Zweier im Achter Stresspunkt) spielen gerne die Rolle des Opfers um die Oberhand, den
Vorteil und somit die Macht in einer Situation zu erlangen.

Da es der Acht um Macht geht, stehen viele Achter auf Machtspielchen. Es wird manipuliert was das Zeug
hält, um zu versuchen, irgendwie zu beweisen wer hier das Sagen hat, auch wenn dieser Prozess völlig
unbewusst von Statten geht, was der Acht auch nocht verhilft, von der eigenen Unschuld überzeugt zu
sein.
Zwar spielen Dreier und andere Typen diese Spielchen auch, aber bei der Drei geht es mehr um den
eigenen Vorteil und Gewinn: die Position die erstrebt wird, dient zum eigenen Nutzen und Gewinn; bei der
Acht geht es oft um nichts anderes als Macht über andere auszuüben, was ihr eine gewisse Befriedigung
verschafft.

Die Wurzelsünde der Acht wird als die traditionelle Sünde der Lust (oder „Wollust“) angesetzt, und obwohl
die Sexualität gewiss eine große Rolle im Leben der meisten Achter spielen mag, so geht jene Lust, die
den Achtern am meisten zu schaffen macht allerdings eher in den Bereich des Machthungers.
Natürlich ist die Sexualität leider Gottes auch ein Instrument zur Ausübung von Machtspielchen geworden,
aber Achtern sind alle Mittel recht um ihre Ideale durchzusetzen, oftmals mit viel besseren Absichten als
bloßem Hunger nach Macht. Dann aber wiederum ist das menschliche Herz ein tückisch Ding das man
oftmals selbst am wenigsten kennt, und so mancher Kämpfer für Gerechtigkeit, wenn einmal selbst auf
dem Thron gelandet, hat sich als Götze mit Tonfüßen entpuppt, wie selbst der gerechte König David
herausfinden musste, der nach jahrelanger Verfolgung seiner Person durch den vorherigen König Saul,
sich selbst dabei ertappen ließ wie er seine Macht missbrauchte um an die Frau eines anderen zu
kommen...
Eine typische Achter-Story.

Sexuelle Manipulation und Machtspielchen werden dem einen oder anderen Leser nicht unbekannt sein:
Man muss sich auf eine gewisse Weise verhalten um von seinem Ehepartner zu bekommen was man
möchte, bzw. braucht, ansonsten kann man leicht "auf die Couch" verbannt werden, was zwar auf der
einen Seite ein Mechanismus sein mag der westlichen Frauen zu einer den Männern gleichgestellten
(wenn nicht überlegenen) Position verholfen hat, aber meiner Ansicht nach nur eine weitere Erfüllung der
Prophezeiung Jesu bezüglich er letzten Tage vor Seinem Zweiten Kommen darstellt, dass die Liebe in
vielen erkalten würde (Matth.24:12).

Achter, sowie andere Typen mit Achter-Einflüssen und starken Ambitionen, versuchen den Thron der
höchsten Priorität im Leben anderer zu erklimmen, was für einen Christen bedeutet, den Platz der
eigentlich Gott in unserem Leben zusteht. Das wird offensichtlich aus den Beispielen vergangener
Monarchen von Ägypten bis Rom, die sich als Götter verehren ließen; und die Bibel prophezeit das
Kommen des ultimativen Antichristen, eines vom Teufel besessenen Weltherrschers, der sich selbst als
Gottheit anbeten lassen wird (2.Thessalonicher 2:1-10).

Die Acht kommt von ihrem Trostpunkt, der Zwei, und manche Acht ist im Grunde ihres Herzens ein
verkappter Don Juan, der zu dem Entschluss gekommen ist, dass Liebe doch nicht alles ist in dieser Welt,
sondern man mit eigener Kraft nachhelfen muss, um die Welt zum besseren zu verändern.
Obgleich sie dabei auch zum Teil recht haben mögen, so wäre es jedoch töricht, die Liebe als höchstes
Ideal aus den Augen zu verlieren, handelt es sich doch hier um das eine Attribut mit dem sich der
Schöpfer und Herrscher des Universum Selbst beschreiben ließ (s. 1.Joh.4:8).

Könige und Machthaber kommen und gehen; nur die Liebe bleibt bestehen.
So kindisch und naiv das auch in den Ohren jener Mächtigen klingen mag, die auf dem Weg zu ihrem
Sieg Blut vergossen haben und so manche Greueltat begangen haben mögen, so bleibt es dennoch eine
unumstößliche Wahrheit, und wie Christus verhieß – und Sein Wort kann nicht gebrochen werden –
werden die Sanftmütigen das Erdreich besitzen.

Wie in jedem anderen Persönlichkeitstypen finden wir aber natürlich auch bei der Acht nicht nur noble
Ritter und holde Kämpfer. Wie Rohr über die Fünfer schrieb, dass sie nicht allesamt intelligent sein
müssten, sondern es auch strohdumme Fünfer gibt, so ist es natürlich auch bei allen anderen Typen der
Fall, und die meisten Achter die wir kennen sind jene, die es uns sanftmütiger gestimmten Lebensformen
manchmal einfach etwas schwerer machen als es ohnehin schon ist.
Es liegt in der Natur der Acht, bestimmen zu müssen, oder auch, entspechend ihrem Fünfer Stresspunkt,
ihr Revier verteidigen zu müssen. Primitive Achter können also manchmal als Grobiane daher kommen
die einen ohne sichtlichen Grund anpöbeln, und ich sage dies bewusst, auch wenn es negativ klingt, da
meinen Beobachtungen zufolge die Intelligenz des Menschen keinesfalls zunimmt, wie die Evolution
behauptet, sondern das Gegenteil der Fall ist, und man wahrscheinlich wohl daran tut, sich seelisch auf
manch unangenehme Auseinandersetzung im Leben vorzubereiten, wenn auch lediglich durch Gebet um
Schutz.

Gab es schon vor 3000 Jahren Achter die ihre Macht missbrauchten, so haben wir diese Fälle umso
häufiger heute, und das ohne Propheten die unsere Könige und Diktatoren im Großen wie im Kleinen auf
ihre Missetaten hinweisen wie es Nathan einst mit König David tat.
Nicht umsonst ist der Teil des Vaterunsers der dem Typen Acht von Rohr und Ebert zugeschrieben wird
jener der sagt, „Denn DEIN ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“ Nur Achter die die
Demut besitzen anzuerkennen, dass es einen höheren Regenten gibt als sie selbst (und das sind
Eigenschaften die Tyrannen wie Hitler, Stalin und Mao dank Darwin gleichsam fehlten), haben auch nur
annähernd eine Chance, wahrlich gerecht über andere zu walten.

Symbolland der Acht ist Spanien. Eines ihrer Symboltiere ist der Tiger. Auch im chinesischen
Sternzeichen des Drachen findet sich manche Acht.

Die Symbolik der Zahl 8 in Bezug auf diesen Persönlichkeitstypen findet man darin, dass Jesus – dem
König der Könige – die Zahl 8 zugeschrieben wird. Die Bibel spricht von sieben Weltreichen (Ägypten,
Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom, sowie das letzte Weltreich des Antichristen), auf
welches das ewige Reich Gottes unter der Herrschaft von Jesus Christus folgen wird, somit ist das Reich
des Herrschers aller Herrscher – die ultimative Manifestation aller Macht schlechthin - das achte.
Die Neun

Die Wurzelsünde der Neun ist die Faulheit, eine Schwäche die vielleicht auf der Oberfläche harmlos oder
irgendwie niedlich aussieht, im Vergleich zu manchen der anderen acht, aber der Hang sie zu
unterschätzen macht sie nur umso gefährlicher.
In ihrem Buch über das Enneagramm schrieben Andreas Ebert und Richard Rohr recht positiv über die
Neun, und jeder identifiziert sich gern mit Delphinen, und irgendwie gab es der Neun ein Image vom
„ruhigen Helden,“ und als Neun die damals gerade das Enneagramm entdeckte, war ich überaus
erleichtert, festzustellen, dass es eine ganze Sorte von Leuten wie mich auf der Welt gab.

Die Neun kann nämlich dazu tendieren, sich selbst schlechter zu sehen als sie wirklich ist. Das Problem
für jene allerdings, die das Enneagramm kennen, ist, den Feind zu unterschätzen, wenn er einmal
definiert worden ist: „Na wenn mein größtes Problem bloß die Faulheit ist, dann ist ja alles gar nicht so
schlimm, und ich steh’ immer noch besser da als andere...“

Der Haken an der Sache liegt daran, dass wir nicht vom Affen abstammen, und auch nicht den Lenden
des Zufalls entsprungen sind, wie uns über ein Jahrhundert lang fast ununterbrochen eingetrichtert wurde,
sondern wir wurden tatsächlich von Gott erschaffen und jeder mit speziellen Gaben, und somit auch
Verantwortungen ausgestattet; und die Neun läuft wahrscheinlich am ehesten in die Gefahr, sich dieser
Verantwortung bewusst zu entziehen, und trägt somit vielleicht größere Schuld am Dilemma der Welt, als
so mancher der seine Verantwortung verkennt oder sich ihrer nicht bewusst ist.

Einer der Schlüsselverse aus der Schrift für Neuner ist Jakobus 4:17: „Wer aber weiß gutes zu tun und tut
es nicht, dem ist es Sünde.“
Oder wie es jemand einmal etwas anders definierte: Schlimmer als das Böse das schlechte Menschen
tun, ist wenn die Guten nichts tun.

Die Neun findet immense Schwierigkeiten darin, ihre guten Vorsätze und Erkenntnisse in die Tat
umzusetzen. Neuner sind auf dem richtigen Dampfer, aber sie kriegen oft den Motor nicht in Gang, und
bevor das Schiff in Bewegung ist, ist das Ruder nutzlos.
Die Gefahr, dass die von Gott gegebenen Talente verbuddelt bleiben bis zu dem Tag an dem der Herr
wiederkehrt und sehen möchte was wir aus dem gemacht haben was Er uns gab ist realer, größer und
krasser als es uns manchmal klar ist.

Schließlich sind die Aussichten darauf, erkennen zu müssen was man alles hätte erreichen, und
verändern, und zum Guten hätte wenden können wenn man nur seinen Hintern dazu bewegt hätte, auch
nicht gerade sehr rosig.
Was wir alle vom Herrn hören möchten wenn wir einst vor Ihm stehen, ist Sein „Gut gemacht, du guter
und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde Ich dich setzen; gehe ein in die Freude
deines Herrn“ (Matth.25:21). Die Neun ist jedoch der Typ den es wohl am meisten Überwindung kostet, zu
dem ersehnten Status des „guten und getreuen Knechts“ zu gelangen.

In einem zweiten Buch über das Enneagramm, das meines Wissens nach noch nicht in deutscher
Sprache erschienen ist (“Enneagramm II – Advancing Spiritual Discernment“), spricht Richard Rohr nicht
mehr in so hohen Tönen von der Neun, sondern er meint an einer Stelle, er hätte besser den Esel zum
Symboltier der Neun machen sollen (wie es bei anderen Ennegrammautoren auch geschehen ist).

Allerdings ist es in diesem Falle nicht der demütige und gehorsame Esel, der den Messiahs nach
Jerusalem trägt, der die Neun darstellt, sondern der störrische Esel, der nicht will wenn er soll.

Sicherlich haben viele Menschen solche Erfahrungen mit Neunern gemacht.

Symbolik der Zahl 9 im Sinne des Persönlichkeitstypen Neun liegt meines Erachtens nach in der
Tatsache, dass die 9 die höchste Ziffer unseres Zahlensystems ist (abgesehen von der Null, dem ewigen
Kreis Gottes, der zwar unsichtbar ist, aber dessen Präsenz in unserem Leben unseren Wert
verzehnfacht). Wenn die Eins so effizient ist durch ihre Fähigkeit, sich auf eine einzige Sache zu
konzentrieren und diese Sache bis zum Ende durchzuziehen, dann liegt das Dilemma der Neun darin,
dass sie zu viele Dinge auf einmal sieht, und immer „das große Bild“ vor Augen hat, in dessen Anbetracht
jede Anstrengung als mühsam und überflüssig erscheint, und darin, dass sie sich ständig von etwas
anderem ablenken lässt, bevor sie das gegenwärtige Projekt beendet. Ich spreche hier aus eigener
Erfahrung.

Natürlich wird es auch Neuner geben, die dieses Problem völlig im Griff haben mögen, nur ist mir bisher
noch keine begegnet.

Sowohl Stresspunkt Sechs als auch Trostpunkt Drei dienen der Neun, ihrem Dilemma des nichts-auf-die-
Reihe-kriegens zu entfliehen, da die Neun in ihrem Sechser-Stresspunkt schnell ein
Verantwortungsbewusstsein entwickeln kann, das ihr in Ruhephasen oft fremd ist, und der Dreier-
Trostpunkt sie zum vorwärts gehen und Fortschritt machen anspornt.

Da die Neun ja aus ihrer Jugend her von der Drei kommt, ist ihr das Konzept des Erfolgs durchaus nicht
fremd, aber sie hat es bereits durchschaut, und hat nur noch wenig Reiz dafür. Oft muss die Neun etwas
völlig neues finden in dem sie Sinn findet und dem sie ihre (begrenzte) Energie widmen kann, als die
üblichen Erfolgsziele der anderen Sterblichen, wie Geld oder zeitlich begrenzter Ruhm.

Der Rest der Welt hat wenig Verständnis für den Boykott der Neun ihres Spiels, was wiederum zu
geradezu feindseligen Gefühlen in der Neun führt die sie abkapseln kann und sie immer weiter in ihre
eigene Welt treiben kann, es sei denn sie hat Menschen um sich herum die sich mit ihrem Neunertum
abgefunden haben.

Der Einser-Flügel der Neun kann gewiss verschiedene Einflüsse auf sie haben, aber je nach religiöser
Gesinnung oder Intensität des Glaubenslebens kann sie oft in der Frustration Salomons ausarten, der im
Prediger seufzte, „alles ist eitel,“ oder in anderen Worten, nutzlos.

Der Mangel an Perfektion in unserer Welt, speziell in den Mitmenschen, kann einer religiösen Neun mehr
zu schaffen machen als der Eins selbst, da diese sich zumindest mit dem nötigen Elan aus ihrer
misslichen Lage herausbefördern kann, während die Neun manchmal nur macht- und tatenlos mit
zusehen kann wie sich die Welt zugrunde richtet.

Der Zorn, Wurzelsünde der Eins, kann einer Neun mit ausgeprägtem Einser-Flügel schwer zu schaffen
machen, auch wenn sie die Wut für lange Zeit in sich hineinfrisst, bis sie – ähnlich wie bei einem
tollwütigen Elefanten – ausbricht und die Landschaft in Stücken hinterlässt.

Der Achter-Flügel kann speziell junge Neuner zu faulen Herumkommandierern machen, und sich auch auf
den Sexualtrieb der Neun auswirken. Wahrliche Kämpfer um Machtpositionen sind Neuner jedoch so gut
wie nie, was natürlich von den ambitionierteren Typen um sie herum gnadenlos ausgenutzt wird.
Laufen Zweier Gefahr, dass sie aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft ausgenutzt werden, so erkennen
machtorientierte Typen schnell, dass sie in Neunern keine potenziell gefährlichen Gegner haben, und
somit werden Neuner oft in den Machtkämpfen der Welt links liegen gelassen, was den Neunern
wiederum auch recht ist.

Hin und wieder stößt der eine oder andere jedoch auch mal auf eine zähe Neun, an der er sich die Zähne
ausbeisst. Wie die Symboltiere Wal und Elefant zeigen sollen, können Neuner durchaus zäh sein.
Wie bei Elefanten funktioniert ihr Langzeitgedächtnis oft ausgezeichnet, und eine Neun kann sich an
Dinge erinnern, die Leute bei denen „die Zeit verfliegt“ schon längst vergessen haben, auch wenn es mit
dem Kurzzeitgedächtnis manchmal etwas hapert.

Manchmal bekommt man den Eindruck, dass Neuner ähnlich wie die Wale vom Aussterben bedroht sind,
da in unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft immer weniger Platz herrscht für Denker und
Philosophen statt Schaffern und Konsumenten.
Sicherlich stehen Neuner – vor allem solche mit starken christlichen Überzeugungen – ganz oben auf der
Abschussliste derer die versuchen, eine Gesellschaft von Arbeitssklaven zu züchten die ihre Matrix weiter
funktionieren lassen sollen. Neuner sind schlechte Batterien für die Matrix, und besonders wenn sie
einmal aus der Matrix entstöpselt wurde, kann sich eine Neun in einen „Neo“ verwandeln an dem sich so
mancher „Mr. Smith“ die Zähne ausbeisst.
Niemand erkennt so schnell wie eine Neun dass es nicht auf die eigene Muskelkraft ankommt, in diesem
Krieg gegen das Böse zu gewinnen. Wer eine Neun einmal dazu bewegt, den Weg nicht nur zu kennen,
sondern ihn auch zu gehen, hat in ihr eine potenzielle Nemesis zur Matrix ausgelöst, deren Explosion
durch den schieren Glauben daran dass nichts unmöglich ist, seine Wellen schlagen kann die auch an
fremden Küsten wahrgenommen werden.

Nachwort

Mancher Leser wird fragen, "'Ey, Alter, auf welchem Planeten lebst du eigentlich?" Nun, ich lebe auf
einem Planeten der meines Erachtens nach vor nicht viel mehr als 6000 Jahren innerhalb von weniger als
6 Tagen erschaffen wurde, dessen Bewohner jedoch davon überzeugt sind, dass sie über einen Zeitraum
von Milliarden von Jahren von selbst zustande kamen.
Das sollte einiges erklären waraum meine Beobachtungen von denen anderer abweichen mögen, egal
wie "weltfremd" sie auch klingen.
Für den Evolutionisten gibt es nichts das ein paar Millionen Jahre nicht hinkriegen würden. Für
Kreationisten gibt es nichts, das Gott nicht innerhalb eines Bruchteils dieser Zeitspanne hinkriegen würde.
Welcher dieser zwei Gesichtspunkte der Realität entspricht wird sich am Ende der Geschichte
herausstellen, so wie die Tatsache ob sie sich selber erzählt oder von Jemandem erzählt oder verfasst
wird, oder zu welchem Maß beides der Fall sein mag.
Die Frage, "Und wer soll dann Gott erschaffen haben?" ist dabei so naiv wie die Frage, "Und wer hat den
Architekten gebaut?" Ebenso wenig wie der Architekt aus Stein und Mörtel besteht ist unser Schöpfer den
Gesetzen der Physik untertan.
Für einen Geist (s. Joh.4:24) spielen Details wie Zeit und Raum einfach nicht die selbe Rolle wie für uns,
auch wenn die meisten von uns Zeit- und Raum-Gebundenen das schlicht und einfach nicht begreifen
mögen.
Referenzen:

1. Daniel 12:4: „Und du, Daniel, verschließe die Worte und versiegele das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden es
durchforschen, und die Erkenntnis wird sich mehren.“ (Schlachter)

2. Hiob 38:32: „Kannst du die Bilder des Tierkreises hervortreten lassen zu ihrer Zeit, und den großen Bären leiten samt
seinen Kindern?“ (Schlachter) Das englische Wort für Tierkreis, „Zodiac“ kommt aus dem Hebräischen (Zodi o. Sodi) und
bedeutet „der Pfad“ oder „der Weg.“

3. Psalm 19:1-4: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk. Ein Tag
berichtet es dem anderen, und eine Nacht meldet der anderen die Kunde davon. Keine Rede und keine Worte, doch
gehört wird ihre Stimme. Ihre Meßschnur geht aus über die ganze Erde, und bis an das Ende des Erdkreises ihre
Sprache; er hat der Sonne in ihnen ein Zelt gesetzt.“ (Schlachter)

4. Dan.2:44: „Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, welches ewiglich nicht
zerstört, und dessen Herrschaft keinem anderen Volke überlassen werden wird; es wird alle jene Königreiche zermalmen
und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen“ (Schlachter)

5. Dan.7:27: „Und das Reich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volke
der Heiligen der höchsten Örter gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Herrschaften werden ihm
dienen und gehorchen.“ (Schlachter)

6. Offb.20:4: „Und ich sah Throne, und sie saßen darauf, und es wurde ihnen gegeben, Gericht zu halten; und die Seelen
derer, welche um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet waren, und die, welche das Tier nicht
angebetet hatten, noch sein Bild, und das Malzeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und an ihre Hand, und sie
lebten und herrschten mit dem Christus tausend Jahre.“ (Schlachter)

7. 1.Joh.3:2: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden,was wir sein werden; wir wissen,
daß, wenn Er offenbar werden wird wir Ihm gleich sein werden.“ (Schlachter)

8. Joh. 7:38: „Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe (King James Version: „Bauch“) werden
Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Schlachter)

9. Lukas 16:15b: „Denn was unter den Menschen hoch ist, ist ein Greuel vor Gott.“ (Schlachter)

10. Sprüche 26:12: „Siehst du einen Mann, der in seinen Augen weise ist? Für einen Toren beseht mehr Hoffnung als für ihn.“