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Guten Tag werte Leser, 

aus aktuellem Anlass möchte ich mich heute mit der Problematik der „Killerspiele“ beschäftigen. Das 
Problem was sofort ins Auge sticht ist folgendes: Wer legt fest, was unter diesem Begriff zu verstehen 
ist? Warum ist es auf einmal so wichtig diese Problematik zu diskutieren? 

Das lässt sich an einem kleinem Beispiel gelegen, warum die „Medien“ es relevant finden darüber 
herzu ziehen. 

Nach den verschiedenen Schulattentaten kam die Verlautbarung, dass diese Täter wohl auf Grund 
von Computerspielen zu diesen Gewalttaten angestiftet oder motiviert wurden. Da liegt der Schluss 
nahe einen einfachen Schuldigen zu finden. Da wir es gewohnt sind nicht jeden Sachverhalt zu 
recherchieren, bleiben viele unsauber formulierte Sachverhalte in einer gewissen Grauzone. 

Nun gibt es zum Glück noch Personen die auch von der Szene der „Gamer“ Ahnung haben. Ich 
möchte mich mit dazu zählen, wenn ich auch nie große Erfolge feiern durfte. Meine Wenigkeit ist 
eher ein „Just for Fun“ Spieler und kein Profi. Da aber in den Medien unter einem anderen 
Gesichtspunkt diskutiert wird, sollten meine Kenntnisse ausreichend sein um zu erörtern, was wahr 
und was falsch ist. (Die Unterscheidung obliegt natürlich jedem selbst, es geht hier nur um 
grundlegende Überlegungen.) 

Als Hauptargument wird gerne angeführt, dass die Gewalt in den Medien – besonders in den 
Computerspielen – dazu führen soll, dass Jugendliche gewalttätiger werden sollen. Leider ist das zu 
trivial und nahezu blauäugig in solchen Sphären zu argumentieren. Denn was ist aus den ganzen 
Profi‐Gamern die von vielen Firmen wie INTEL, AMD, ATI, NVIDIA,… usw. unterstützt werden? Sind 
das nach dem geltenden Verständnis für Spiele alles potenzielle Killer? Sie treffen sich zu großen 
Zusammenkünften (LAN) und spielen um Preise und Ehre. Sollten das alles Amokläufer 
Selbsthilfegruppen sein? Wohl kaum es ist ein bedeutender Wirtschaftszweigt, denn ohne die neuen 
Spiele und die dazu notwendige neue Hardware bliebe ein großes Wirtschaftspotenzial der 
Unternehmen ungenutzt. Denn was wäre unsere Unterhaltungselektronik ohne die Impulsgeber aus 
den Nutzerkreisen? Was mich an dieser Stelle wundert ist, dass sich die Industrie nicht für die Szene 
einsetzt, die sie mit sehr hohen Summen unterstützt. 

Nichts desto trotz will ich mich den anderen Punkten widmen die ich noch für wichtig erachte. Da bei 
der oben angesprochenen Menge an Spielern die spielen, der triviale Schluss „Gewalt in Spielen 
erzeugt Amokläufer“ scheinbar nicht sinnvoll ist, komme ich nun zu weiteren Einflussfaktoren. Wenn 
man den Standpunkt vertritt, dass Kinder und Jugendliche nicht in den Kontakt mit solchen 
„bedenklichen“ Spielen kommen sollen, warum lässt man nicht die Eltern kontrollieren welcher 
Beschäftigung ihr Sprössling den ganzen Tag nach geht? Ist es denn zu viel verlangt, dass die Eltern 
ihrer Ehrziehungspflicht gerecht werden und den Computer oder die Spielekonsole auf fragwürdige 
Inhalte überprüfen? Ich glaube nicht, denn was wäre unsere Gesellschaft ohne eine gewisse 
eigenständige Kontrolle der Menschen, die unser Gesetzgeber für mündig erachtet.  

Es ist natürlich genauso wenig mein vorrangiges Ziel den Eltern die Schuld dafür zuzuschieben, denn 
nicht bei allen Kindern und Jugendlichen sind die Eltern kompetent oder zeitlich in der Lage diesem 
Aufwand gerecht zu werden. Das liegt zum einen da dran das es immer wichtiger ist seinen sozialen 
Stand abzusichern als auch die Tatsache, dass nicht jeder gleich interessiert oder kompetent im 
Umgang mit Technik ist, sei es aus Interesse, Alter oder anderen Faktoren. Wenn jetzt in den Medien 
Kritik an der USK(Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) aufkommt und dieser Unfähigkeit 
unterstellt wird, dann sind das leider immer die Menschen die von der Arbeit und dem Spektrum des 
Aufwandes die so eine Kontrollinstanz ausübt, schlichtweg nicht im Bilde zu sein scheinen.  

Schließlich soll niemand benachteiligt oder diskriminiert werden, nur weil er in der Vergangenheit 
wegen „brutaler“ Spiele schon mal aufgefallen ist. Sicherlich gehören Spiele aller „Manhunt“ oder 
„Kingpin“ oder „Postal2“ nicht unbedingt zu den glorreichsten Vertretern für gute Spielkonzepte aber 
aus diesem Grund stehen diese Spiele auch auf dem Index für jugendgefährdende Schriften. 

Da auch diese Annahme des Amokpotenzials noch zu einfältig scheint, sollen noch einige weitere 
Punkte folgen. Unser Spektrum an möglichen Faktoren ist noch etwas umfangreicher. Einer dieser 
Faktoren ist beispielsweise die persönliche Ausprägung zu einer gewissen gewaltbereitschaft oder 
anders ausgedrückt eine durch unzählige eigene Erfahrungen geprägte Psyche.  

Dieses Konstrukt aus Bewusstsein und Unterbewusstsein das schwer zu überschauen ist kann nicht 
einfach mit einem Verbot der Computerspiele abgetan werden. Schließlich ermöglichen wir es uns so 
wieder einmal gesellschaftliche Probleme mit der kleinsten möglichen Problemlösungsvariante an 
zugehen. Schließlich sind mobbing oder die schwierigen sozialen Verhältnisse die sich tag täglich auf 
unsere Kinder und Jugendlichen auswirken nicht von der Hand zuweisen.  

Allerdings ist es immer einfacher mit einfachen Lösungen komplizierte Probleme anzugehen, als sich 
genauer mit dem Prinzip der Ursache und Wirkung von anderen Faktoren zu beschäftigen.  

Wenn ich dann auch noch in den Medien miterleben muss, wie „Wahlkampf‐Optimiert“ das ganze 
umgesetzt wird, nur damit unser paranoider Innenminister Herr Otto Schily, wieder ein neues Gesetz 
verabschieden kann, dass seine Position als „Aufpasser der Nation“ bestätigt, wird es mir bange um 
unser Recht auf freie Selbstbestimmung.  

Nicht das wir alles verbieten, was nicht konform mit der herrschenden Meinung entspricht (Bücher, 
Filme, Software, …) nein bald verbieten wir alles, was evtl. mal in unbestimmter Zeit gefährlich 
werden kann.  

Trauriges Resümee an dieser Stelle: Was unterscheidet das noch von einem Polizeistaat?  

Da es auf der Hand liegt das man die „schädlichen“ Titel überall her bekommen kann, stellt sich mir 
die Frage wie ein Kind seine Eltern dazu bekommt, ihm ein Spiel zu kaufen oder zu schenken das 
nicht seinem Alter entspricht? Ich kenne selber solche Beispiele, diese haben gezeigt das die selbe 
Gleichgültigkeit auch dazu führt das Filme und Schriften konsumiert werden können, ohne das es die 
Eltern stört, weil sie es womöglich erst ermöglichen.  

Ich habe dennoch eine Ahnung davon, auch wenn ich dieses Privileg nicht genossen habe, so war es 
mir doch möglich über die Nachverfolgung der Möglichkeiten ein klares Muster zu entwerfen. 

Ohne die Händler(wegen dem Verkauf ohne Altersnachweis) und Eltern(wegen der Missachtung der 
Altersfreigabe) die sich nicht an die Altersvorgaben halten, wäre eine gewisse Eindämmung des 
Problems sicherlich möglich, allerdings bleiben noch die – dank Breitbandabdeckung – Downloads 
der Spiele aus dem World Wide Web. Da wir ja alle wissen wie „gewissenhaft“ deutsche Gesetze von 
Webseitenbetreibern in Taiwan oder Korea oder Russland befolgt werden, ist sicherlich klar was ein 
neues Gesetz in dieser Richtung bringt. Denn nur damit wieder ein Minister im Amt bleiben darf oder 
ein Wahlsieg einer Partei ermöglicht wird, sollten wir doch den Verstand nicht aufs Abstellgleis, zu 
den anderen überholten Annahmen, stellen.  

Allen die mir bis hierhin gefolgt sind möchte ich mich für ihre Aufmerksamkeit bedanken. Weiterhin 
ermutige ich jeden einen konstruktiven Beitrag zu dieser Problematik zu leisten. Mit ein bisschen 
Glück gibt es ja auch mal einen Leser der ein wenig mehr Einfluss nehmen kann, als der 
Durchschnittsbürger. 

„Die Vernunft ist immer republikanisch, aber die Menschen scheinen, wenn man die Synopse ihrer 
Geschichte nimmt, doch durchaus zum Despotismus geboren zu sein.“ 

Johann Gottfried Seume, Apokryphen 

Appellieren wir an die Vernunft, möge sie siegen! 

Herzlichst Roger