Interview mit Armin Risi

:
Zeit und Ewigkeit
Das Schwerpunktthema dieser Lichtwelle-Ausgabe lässt sich von unterschiedlicher
Seite betrachten, nicht zuletzt auch von der philosophischen. Im folgenden Interview
stellten wir Armin Risi deshalb Fragen, welche die philosophische Betrachtung ins
Zentrum rücken. Armin Risi verbindet westliche und indische Philosophie durch eine
ganzheitliche, theistische Weltsicht.
Ewig, dauerhaft und unsterblich – das ist die Natur unseres spirituellen Seins. Wie
widerspiegelt sich die Ewigkeit in unserem irdischen Zeitrahmen?
Unser zeitliches Dasein ist nicht getrennt von der Ewigkeit. Ewigkeit ist der
Hintergrund der Zeit. Mystiker sagen: „Zeit ist wie der Schatten der Ewigkeit.“ Wenn
wir mit dieser Sicht der Ewigkeit durch unser zeitliches Dasein gehen, können wir
vieles aus einer anderen Perspektive sehen.
Was ist der Unterschied zwischen Zeit und Ewigkeit?
Ewigkeit ist nicht unendlich lange Zeit. Ewigkeit ist nicht ein Ablauf von zig
Milliarden von Jahren, und irgendwann wird es dann ewig – nein. Zig Milliarden von
Jahren ist immer noch Zeit. Zeit ist Unendlichkeit. Ewig jedoch ist das Sein, das nicht
an die Zeitlichkeit gebunden ist. Ewigkeit ist die Zeitlosigkeit. „Ewig“ bedeutet raumund zeitlos. Wir können uns mit unserem materiellen Verstand Raum- und
Zeitlosigkeit nicht vorstellen, denn dieser ist ein Produkt von Raum und Zeit. Hier
berührt unser Bewusstsein, das ja nicht auf den Verstand beschränkt ist, die
Ewigkeit.
Zeit ist Unendlichkeit, und Unendlichkeit ist nicht dasselbe wie Ewigkeit. Wie sind
Unendlichkeit und Ewigkeit verbunden? Wie unterscheiden sie sich?
Wir können dies durch eine Analogie veranschaulichen, ein schönes Beispiel aus dem
zweidimensionalen Bereich: eine Gerade. Wie viele Punkte sind auf einer Geraden?
Unendlich viele.
Und wie viele Punkte sind auf der Fläche daneben?
Noch unendlicher viele. (lacht)
Gleich viel unendlich wie auf der Geraden?
Ja.
Ja, unendlich bedeutet unbegrenzt. Und nur schon in diesem zweidimensionalen
Beispiel ist die Unendlichkeit für uns unvorstellbar. Hier bekommen wir ein Gefühl
für mystische Wahrnehmung. Beides ist unendlich, und trotzdem ist es nicht
dasselbe. Die Fläche symbolisiert die Ewigkeit, die Gerade die Unendlichkeit. Die
Gerade ist die lineare Zeit, eingebettet in die Fläche, die Ewigkeit. Es wäre eine

Und ein Schatten existiert nicht von selber. eine relative Realität. Wir finden dieses Wort z. Aber das war und ist ein grosses Missverständnis. Hier wird oft von Maya. Kâlî ist ein Aspekt des Duals von Shiva: Kâlî ist die Zeit und Shiva der Raum. Energie – auch die materielle Energie – ist potenziell ewig. Anfang Wie beeinflusst die universelle unendliche Dauer des Energieflusses den zeitlichen endlichen Wandel in den irdischen materiellen Formen? Wenn wir davon ausgehen. gesprochen. Und diese Beschränktheit des menschlichen Geistes wird als „Fortschritt“ bezeichnet … Anfang Mit dem Begriff Maya sind wir bei der indischen Philosophie angekommen. oder noch beschränkter. die auf dem Tiger reitet. Kâlî ist die Personifikation von Kâla. ich sei vergänglich wie mein Körper und es gebe nichts anderes als die Materie. . Wie wird dort Zeit beschrieben? Der Sanskrit-Begriff für Ewigkeit ist „sat“. Für diejenigen. ist ein Bewusstseinszustand: wenn ich mich ausschliesslich mit der Materie identifiziere und meine. B. Illusion. In Indien wird sie dargestellt als die Göttin. in einem unendlichen Fluss vergängliche Formen hervorzubringen. was das Wesen von Unendlichkeit und Ewigkeit ist. die alles wegnimmt – und deshalb hatten die patriarchalen Religionsstrukturen Angst vor der weiblichen Energie. ist dieses Weltbild die Grundlage der heutigen Wissenschaft. Kâlî sei ein weiblicher Teufel. die Wesenheit der Zeit. in Sat-CitAnanda und in Satsang. Im Sanskrit wird Energie „Prakriti“ genannt. erkennen wir Folgendes: Die Materie hat die Aufgabe. Die Menschen damals kannten vielleicht nicht die mathematische Formel. aber dennoch Realität. die einzelnen Formen sind vergänglich. Als die Menschen aus dem christlichen Westen vor ein paar hundert Jahren nach Indien kamen und diese Darstellungen sahen. Die Vergänglichkeit ist ein Beweis für die Ewigkeit. im Gegensatz zu „kâla“ – die lineare Zeit. ist Kâlî natürlich die grösste Bedrohung. die Kraft. denn die Vergänglichkeit ist der Schatten. wörtlich „das Hervorbringende. Die Existenz der Linie ist ein Beweis für die Existenz der Fläche. meinten sie. So bekommen wir ein Gefühl dafür. die sich mit der Zeit identifizieren. das Produzierende“. mit herausgestrecker Zunge und mit einer Halskette aus Totenschädeln. die Formen sind vergänglich. Aber nicht die vergänglichen Formen sind Illusion. dass die Ewigkeit – die Zeitlosigkeit – unsere Realität ist und die Zeit trägt. Nebenbei gesagt. „Kâla“ kennen wir vor allem vom Namen der Göttin Kâlî – nicht zu verwechseln mit dem Kali aus „Kali-Yuga“ (mit kurzem a und kurzem i). Kâlî ist die Kraft der alles verschlingenden Zeit. und dann die Materie betrachten. Die Energie ist ewig. und zwar das zeitlose Sein. die Gerade sei getrennt vom Hintergrund. „Sat“ bedeutet wörtlich „Sein“.Illusion zu meinen. aber sie haben aus diesem Bewusstsein der Unendlichkeit und Ewigkeit heraus gelebt. Hier haben wir in den alten mystischen Schriften bereits den Energieerhaltungssatz. so wie die Fläche die Gerade trägt. „Illusion“. keinen Hintergrund. und gemeinsam sind sie die mittelbaren Schöpfer der materiellen Welt. Der Fluss ist unendlich. Das Materielle ist ebenfalls Realität. es gebe nur die Gerade und keine Fläche. Maya. Die Welt und auch unser Körper ist nicht Illusion.

dies ist das mystische Verständnis der göttlichen Liebe. sondern im Bewusstsein des Sat-losen. Im ThomasEvangelium wird folgender Ausspruch von Jesus überliefert: „Wenn euch jemand . Dies ist die Bedeutung von „Ananda“ in Sat-Cit-Ananda und wird meistens übersetzt mit „Glückseligkeit“ (die Silbe „cit“ bedeutet „Bewusstsein“). wie wir die Welt betrachten. Ewigkeit ist ewige Gegenwart. besteht keine Liebe. wir machen Übergriffe. und Ewigkeit ist für uns keine Realität mehr. Was immer geschieht. was uns fehlt. eins und individuell zu sein. Gott ist ewig. Dies gibt uns die Selbständigkeit und Individualität und auch die Selbstverantwortung zurück. die dann „selber schuld“ sind. und diese Einheit ist das Bewusstsein der Liebe. Aber im Hier und Jetzt. die wir sind. im Umgang mit anderen Menschen und mit dem. und wenn wir nur zwei sind. dann läge die Ursache in der Vergangenheit. kann ich etwas lernen. Und Teil dieses Ewigseins ist unser freier Wille. d. die Ewigkeit. wir sind nicht getrennt und trotzdem individuell. Und dann fehlt uns vieles. Und wir sind „Sat-CitAnanda“. Das ist nicht irgendwo im Himmel. fallen wir also in die Projektion und in die Trennung von der Einheit? Was bedeutet das konkret? Wenn wir uns als die ewigen Wesen sehen. h. sondern auch ganz persönlich im Umgang mit Schuld. was uns passiert. deswegen können auch wir erfüllt sein und innere Zufriedenheit erlangen. Wir nehmen die Projektionen nicht nur philosophisch zurück. Wenn wir entsprechend unserer Sat-Cit-Ananda-Natur leben. nicht mehr im Bewusstsein der Ewigkeit. Dann müssen wir bei andern holen. sind wir in Einheit mit Gott.„Kâla“ ist also die Zeit und „Sat“ die Zeitlosigkeit. Unser Leben ist nicht nur prädestiniert. nicht alles ist eine notwendige Erfahrung. Anfang Freier Wille und Verantwortung – wie hängt das mit der Frage nach der Zeit und der Ewigkeit zusammen? Ewigkeit – die Zeitlosigkeit – hat auch mit Gott zu tun. immer. Gerade weil es nicht notwendig ist. Die Frage lautet: Wie weit sind wir uns dessen bewusst? Natürlich sind wir immer ewig. Gott hat Bewusstsein. wäre dann prädestiniert – vor allem auch bei den anderen. das ist die qualitative Einheit mit Gott. leben von fremden Energien. Wenn wir nur eins sind. deswegen haben wir Bewusstsein. ausserhalb meiner Reichweite. In der Liebe sind wir zwei und trotzdem eins. Wir sprechen vom ewigen Gott und vom Reich Gottes. Sat-los bedeutet „getrennt von der Ewigkeit“: „Sat-an“. Denn Ewigkeit ist immer im Hier und Jetzt. sind wir getrennt. Doch dann leben wir in der Projektion. Liebe bedeutet. Man könnte sogar formulieren: Nichts ist eine notwendige Erfahrung – aber aus allem kann ich etwas lernen. deswegen sind wir ewig. und das ist der Beginn des Bösen – auf subtile Weise bereits in den hohen geistigen Ebenen. Dann sind wir nicht mehr im Bewusstsein des Zeitlosen (Sat). dann hat dies ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben und darauf. Wir sind nicht mehr im Bewusstsein der Einheit. auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Gäbe es nur die Prädestination. Anfang Wenn wir die Ewigkeit „vergessen“. Das heisst. wir haben in jedem Moment Zugriff zum freien Willen. Gott ist in sich erfüllt und vollständig. habe ich meinen freien Willen. nicht mehr im Bewusstsein der Liebe.

es ist nicht nur in uns – das wäre ja auch wieder beschränkt –. Es ist ewig. wie ich meine Zeit – vor allem meine Freizeit – verbringen soll. das Königreich Gottes ist im Meer. weil es gar nicht aufgelöst werden kann. dass wir in einer Projektion leben. was mir aus der Sicht der Ewigkeit wichtig ist. aber auch innerhalb dieser zeitgebundenen. keine Zeitung – und trotzdem bin ich nicht uninformiert. dann kommen euch die Vögel zuvor. So lebt man in der Projektion. B. dann kommen euch die Fische zuvor. Dieses Individuell-Sein ist ewig und muss nicht aufgelöst werden. Das Problem beginnt dann. Denn in dieser Zeit kann ich anderes tun. Deswegen ist „individuell“ auch ein Begriff für „ewig“.“ Mit anderen Worten. Das ist die natürliche Gegebenheit in der materiellen Welt. zeitlichen. Ablenkung. vergänglichen Welt haben wir immer den freien Willen. Und wenn wir aus dem Bewusstsein der Ewigkeit . oder fürchtet sich vor dem. hole ich mir diese ganz gezielt. Dann kommt Stress auf. was noch kommt. dann entstehen Klagen und Sehnen. dass unser wirkliches Sein nicht in Vergangenheit und Zukunft geteilt ist. Anfang Wie bringst Du persönlich die Ewigkeit in Deinen materiellen. Man klagt um das. denn Schatten ist immer eine Projektion. was noch nicht gekommen ist. usw. keinen Fernseher. mir keine Zeit nehmen zu lassen. „Man müsste nochmals zwanzig sein“. wenn wir uns in der Projektion verlieren und nicht mehr wissen. Ich persönlich habe deshalb z. wie es in einem alten Schlager heisst. was einmal war und nicht mehr ist. Oder man sehnt sich nach dem. aber nicht als Konsum. um die Zeit „totzuschlagen“. Hier auf Erden machen wir eine Erfahrung der Zeit. Aber ich bin darauf bedacht. kein Radio. aber nicht in der Gegenwart. unteilbares Sein. dann haben wir es mit einer Projektion zu tun. Das Absolute ist nicht nur eine abstrakte Energie. sowohl inwendig von euch als auch ausserhalb. sondern es ist überall. ausserhalb und innerhalb von uns. immer in der Gegenwart. wir alle müssen Geld verdienen. und das bedeutet auch. der mit der Individualität ewiglich verbunden ist. Deswegen ist der freie Wille eine ewige Realität – und damit auch die Eigenverantwortung. oder dann kommt Langeweile auf mit dem Ruf nach Unterhaltung. Das Königreich Gottes ist überall.sagt. sondern ist Bewusst-Sein. Wir verlieren den Zugang zur Realität und damit auch zu unserem freien Willen und zu unserer Schöpferkraft. Und so wird unser Leben fremdbestimmt: Man gerät in Stress und hat „keine Zeit“. Sensation. Wenn jemand behauptet. Dann verlieren wir uns in der Linearität der Zeit. ist individuelles Sein: ewiges. Klar. Diese Ewigkeit ist immer da. menschlichen Alltag? Indem ich mein Leben auf dieses Bewusstsein und diese Ziele ausrichte. wir müssen unsere Wohnung bezahlen. ewige Gegenwart. Wir leben hier in einer Welt von Projektion – da ist nichts Schlimmes dran. das Königreich Gottes ist im Himmel. nämlich das. Anfang Wie können wir diese Sicht bewusst in unser Alltagsleben mit einbeziehen? Wenn Zeit der Schatten der Ewigkeit ist. Denn vieles ist aus höherer Sicht gar nicht so wichtig. Ich will mir nicht diktieren lassen. in der Zukunft und in der Vergangenheit. Individuell bedeutet ja wörtlich „unteilbar“. Wenn ich Information brauche.

fragen wir uns: Wie schaffe ich das? Wie können wir im Alltag diese Verbindung mit der Ewigkeit halten oder sie zumindest nicht aus den Augen verlieren? Das praktische Leben in Gottverbundenheit hat drei Aspekte. dass auch die Praxis stimmt. Also nichts gegen Theorie. Man liest. Wir können tun. aus dem Bewusstsein der Eigenverantwortung heraus. Die Universen. bedeutet „Hingabe“. Es bedeutet. • Der dritte Aspekt. Im Indischen wird dies dargestellt durch den Schöpfergott Vishnu. Und die Unendlichkeit spiegelt die Ewigkeit in Form von Zyklen. Jñana bezieht sich auf den Mentalkörper und hat zum Ziel. Handeln aus dem Bewusstsein der inneren Einheit mit Gott heraus. dass wir jederzeit den freien Willen haben und aus allem etwas lernen. „Bhakti“. dass wir Klarheit und Ordnung in unseren Gedanken schaffen. der zweite Aspekt. der die Universen aus. Anfang Die verschiedenen Lebensabschnitte – die Kindheit und Jugend. bedeutet „Wissen“. was unserer Berufung entspricht.und Individuell-Sein heraus. man bildet sich. • Der erste Aspekt. Jñana (ausgesprochen „Gjana“) und Bhakti. Statt täglich Fernsehen zu schauen oder Zeitung zu lesen. sondern dynamisches Bewusstsein. Die so genannte Sterblichkeit ist die ständig präsente Erinnerung. Anfang Wenn wir hier im Westen über diese Zusammenhänge von Zeit und Ewigkeit hören.und einatmet. sind . ist das.heraus leben. Der Schatten erinnert uns ans Original. dass wir ewig sind. und wir sind Teil dieser zeitlosen Realität –. nämlich der Tod. das Studienleben während etwa 10 Jahren. bedeutet „richtiges Handeln“. kann uns an die Ewigkeit erinnern. aber auch. die Vishnu aus. um uns mit dem wirklich Wichtigen zu befassen. ist: aktives Geschehenlassen. nichts gegen Philosophie. Vor dem Hintergrund der Ewigkeit. aus dem gleichzeitigen Eins. die in sich auch wieder unendlich ist. dies zu umschreiben. die Zeit erinnert uns an die Ewigkeit. und dies erreichen wir durch spirituelles Wissen. Reflexion – nicht nur Studium. können wir diese Zeit auch verwenden. dann haben wir gute Chancen. Oder wie es Jesus ausdrückte: „Dein Wille geschehe!“ Eine andere Möglichkeit. diese Regelmässigkeit der Vergänglichkeit? Auch hier möchte ich zuerst philosophisch antworten: Die Ewigkeit spiegelt sich in der linearen Zeit in Form von Zyklen. das Familienleben mit eigenen Kindern oder das Karriereleben während 25 bis 35 Jahren und dann noch die Jahre der Weisheit. Spirituelles Wissen ist nie nur theoretisch. Im Indischen spricht man hier von Karma. • Jñana. Warum gibt es auf Erden diese Zyklen. Wenn die Theorie stimmt. was den meisten Menschen Angst macht.und einatmet. Diese ergänzen sich gegenseitig. Und was uns am meisten an die Ewigkeit erinnert. vor diesem allgegenwärtigen Hintergrund vollzieht sich die materielle Schöpfung. Was immer in der Zeit passiert. hoffentlich. und keines sollte fehlen. bis zum Tode – sind für die Menschen gültig. identifizieren wir uns nicht mit der Projektion und müssen uns und anderen deshalb nichts beweisen. Selbsterkenntnis. der Raumund Zeitlosigkeit – die aber nicht abstrakt oder ein Vakuum ist. spirituelles Wissen. „Karma“.

Gerade im Mayakalender wurde die Untersuchung der Fraktalnatur der Zeit zu einer Art von Wissenschaft entwickelt: Welcher Zeitabschnitt von früher wiederholt sich in der jetzigen Zeit? Infolge der fraktalen und zyklischen Natur der Zeit widerspiegeln sich frühere Abschnitte der Geschichte immer wieder in den entsprechenden Zeitmustern der Gegenwart – was für uns eine Chance ist. um diese Chance zu bekommen. o Mensch. Wir brauchen dafür nicht physisch in die Vergangenheit zu reisen. weil man ja praktisch ein unendliches Leben hat. die du. dass sogar die Lichtwesen sich wünschen. um hier diesen Quantensprung der Ewigkeit zu erleben. In den indischen Schriften gibt es die Aussage. dass man eigentlich ewig ist. die hier mühselig und beladen sind –. der 2012 zu Ende geht. Und auch hier gilt: Wie oben. aber die Energie ist ewig und bringt immer wieder Neues hervor. Dieser zyklische Ablauf des Lebens in der Materie erinnert uns an die Ewigkeit – und ist ein Sprungbrett zurück in dieses Bewusstsein. Aus spiritueller Sicht gibt es keine Reinkarnation. wo sich im kleinen Detail das wiederholt. Genauso ist es auch mit der Zeit. denn wir sind ewig. so unten. Erwachsensein. Der für uns relevante Zyklus besteht aus dreizehn solcher Baktuns: 13 mal 144’000 Tage ergibt rund 5’200 Jahre. und es ist dieser Zyklus. Wenn man ein Lichtwesen-Dasein hat. könnte man. Alter bis zum Tod. fast vergessen. Zeit ist also nicht einfach ein Abstrampeln des Alltags. Deswegen wird gesagt – vielleicht auch ein bisschen als Trost für uns Menschen. Anfang Wie zeigt sich die zyklische Natur der Zeit in Bezug auf die Erde und die kosmischen Zyklen? Die grossen kosmischen Zyklen werden bestimmt durch das Aus. Geburt. zumindest aus unserer menschlichen Sicht. sondern eine dynamische Widerspiegelung der Ewigkeit in Form von Zyklen. Aus linearer Sicht reinkarnieren wir. Altes aufzulösen. in einem gewissen Sinn. Anfang Können wir aufgrund der zyklischen Natur der Zeit auch die Vergangenheit vom Jetzt aus verändern? Ja. wie dies in Science-Fiction-Geschichten beschrieben wird. Denn im Hier und Jetzt bestimmen wir unsere Zukunft. als Mensch auf der Erde geboren zu werden. dass sogar die Lichtwesen ein irdisches Dasein erleben möchten. Dieser Zyklus zeigt sich in unserem eigenen Leben in Form von Zeugung. der Galaxis und unseres Sonnensystems. was im Grösseren da ist: Man geht immer weiter in die Tiefe. sowohl im Kleinen als auch im Grossen bis hin in die kosmische Unendlichkeit. Anfang . jetzt hast. und diese Zyklen spiegeln sich auf allen Ebenen in Form von Unterzyklen: auf der Ebene des Kosmos. Im Sanskrit spricht man von YugaZyklen. Für die Seele selber gibt es weder Geburt noch Tod.vergänglich.und Einatmen des Vishnu. Wir können geistig in die Vergangenheit reisen und erst recht in die Zukunft. ein Zyklus von 144’000 Tagen. und die Formen wiederholen sich unendlich. Kindheit. Jugend. Wir kennen dies aus der Fraktalgeometrie. Im Mayakalender ist eine wichtige Zeiteinheit das Baktun.

Dazu möchte ich ein persönliches Beispiel geben: Mit 18 Jahren habe ich mich entschlossen. aber die Zeit ist nach meinem Empfinden weder besonders schnell vergangen. 4 bis 5 Stunden Meditation und Zeremonien – man könnte meinen. in ein Kloster zu gehen. und zwar in der Gegenwart. wie es kommt. egal. Ich konnte jeden Tag im Hier und Jetzt leben. Anfang Also ist es wirklich so. dass es nicht nur um den Laufmeter und die Bücher ging. wo ich nicht mehr in diesem tragenden Umfeld lebe. Zeit ist relativ. und ruft uns an diesen Punkt zurück. Wenn wir im Hier und Jetzt zuhören. ich nehme es jetzt. Im Rückblick ist das eine lange Zeit. Aber diese Regelmässigkeit lehrte mich. dass wir in der Gegenwart leben. dass das nicht die richtige Lösung ist. damit wir die entsprechenden Themen angehen. immerhin lebte ich dort von 18 bis 36. weil ich unbedingt Mönch und heilig sein wollte. Doch ich merkte rasch. Und ich gab das Denken in der linearen Zeit auf.Die Uhrzeit kann uns davonlaufen oder für uns stillstehen – können wir der irdischen Zeit davonlaufen oder sie anhalten? Ja. Aber intuitiv spüren wir sogleich. Wenn ich mich daran erinnere. In dieser Zeit bekam ich ein intensives Gefühl für die Zeitlosigkeit. Denn die Zeit holt uns immer ein. Der Schlüssel ist. man kann vor der Zeit davonlaufen. um der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. dass es dir in den ganzen 18 Jahren im Kloster nie langweilig war? Langweilig …? Das ist ein lustiger Gedanke! Aber unsere Tage waren tatsächlich lang. Es waren dann insgesamt 18 Jahre. sondern um das Umsetzen und Lernen. kann es passieren. dass ich mal in Hektik falle und dann jammere. es kam mir nicht lange vor. noch ist sie mir lang vorgekommen. Wir können versuchen. Genauso ging es mir im Kloster. das wäre langweilig. sogar wenn ich mein ganzes Leben hier bin. In einem gewissen Sinn habe ich sie gar nicht wahrgenommen. aber die Vergangenheit holt uns ein. Ich sagte mir. in Illusion. Ich dachte auch nicht: „Ich verpasse jetzt meine besten Jahre“. dass ich nicht in Maya. der Zeit davonzulaufen oder die Zeit anzuhalten. sondern weil mich das Thema faszinierte: Sanskrit-Schriften. ich hätte keine Zeit für alles. dies auch dank der klösterlichen Disziplin. Diese 20 Minuten nehmen kein Ende – weil man aufs Ende hofft und sich an der Zukunft orientiert. wäre die Predigt weder lange noch langweilig. Dann erinnert mich mein eigenes Jammern daran. in einem halben Jahr habe ich diesen etwa eineinhalb Laufmeter von Büchern gelesen und verstanden. Wir können Dinge verdrängen. Ich sagte mir. sondern dass ich ewig bin und im Hier und Jetzt leben sollte. Anfang . jeder Tag der gleiche Ablauf. doch beides ist nicht der wirklich sinnvolle Umgang mit Zeit. Heute. sein sollte. Unsere hektische Zeit verwendet sehr viel Kosmetik – im wörtlichen sowie im übertragenen Sinn –. aber für ein Kind ist das eine Tortur. immer im Hier und Jetzt zu sein. Dies nicht. wie ich als Kind die Predigt erfahren habe – das war eine Qual und ich dachte ständig: Wann ist das vorbei? Objektiv hat der Pfarrer vielleicht 20 Minuten gesprochen. wie lange es dauert. was nach Erledigung ruft. Morgens um 4 Uhr 15 ging es los. Denn beides funktioniert auf die Dauer nicht. sondern ich war immer in der Gegenwart.

Wir tauchen auf aus dem Fluss der Zeit. Zumindest haben wir den Kopf wieder über Wasser und bekommen Luft. unsere Projektionen zurückzunehmen. entsteht Angst. Wir verlieren nichts. Wir zögern vielleicht. was uns vom Licht trennt. Und das Boot ist immer die Gegenwart. Wenn diese Angst weg ist. sondern daran.“ Wir machen diese Trennung rückgängig. bieten wir auch keine Angriffsfläche mehr für Manipulation und Einschüchterung.Wir wissen. dass alles nur eine Projektion ist. Und so sehen wir die Welt „plötzlich“ aus der Sicht der Ewigkeit. dass Gott ein strafender oder parteiischer Gott ist. wenn wir all diese Projektionen zurücknehmen. die Angst. dann ist das Schlimmste schon einmal vorbei. So kann man die Ewigkeit fühlen. und . das dann die Dunkelheit auflöst. von dieser Dunkelheit frei zu werden. Wir mögen in Dunkelheit sein und uns aufrichtig wünschen. a. dass wir noch nicht bereit dafür sind – eben weil wir meinen. Wenn wir das alles loslassen und einfach mal sind. Es geht um das Eins. wenn wir nicht daran denken. Hinter der Vergänglichkeit ist die Unendlichkeit. in „das Boot des Wissens“. ein „Klick“. was wir darstellen sollen. und im Rückblick sieht es dann so aus. dass wir ins Boot steigen. Das ist vergleichbar mit dem Schatten. mit Gnade. dass wir ewig sind? Im Sanskrit gibt es den wichtigen Satz: „Wenn sich der Mensch vom Bewusstsein der Ewigkeit trennt. Offenbarung kommt zu denen. worüber wir am Anfang gesprochen haben: Realität. die dafür bereit sind. Diese Bereitschaft hat nichts mit „Erleuchtungsstress“ zu tun: „Ich bin doch schon längst bereit für die Erleuchtung. Dann verschwindet die Angst. aber im Boot. usw. Ewigkeit. dann gibt es mich ja nicht mehr!“ Aber Schatten und Dunkelheit sind in diesem symbolischen Sinn nur eine Illusion. zu tun. Wir nehmen sie ernst als die relative Realität. was andere über uns denken. wenn wir das. Wenn das Licht kommt. Hinter der Zeit ist die Ewigkeit. Wie kommen wir vom Wissen zum Fühlen – dass wir auch fühlen. weil wir meinen. ein Lichtstrahl scheinbar ohne Ursache. dann ist das eine unglaubliche Erlösung. Hier schliesst sich der Kreis mit dem. Dann ist sind wir immer noch auf dem Zeitfluss. was sie von uns erwarten. Das ist ein mystisches Paradox. v. Wenn wir diese Verkrampfung loslassen. der Angst vor dem Licht hat: „Wenn das Licht kommt. ein gewisses Lernen voraus. und wissen. dann geschieht auf einmal „etwas“. all diese Vorstellungen darüber. und dies hat immer auch mit Offenbarung. Dies tun wir ganz natürlich. loslassen. als sei es „plötzlich“ gewesen. Wenn dieser Mensch sich in Erinnerung ruft. was wir sind. um dies zu erreichen? Dieses Bewusstsein kann man sich nicht einfach mental antrainieren oder es künstlich erzwingen. dass sie nicht die einzige Realität ist. jemand sitzt im Kino und schaut einen Horrorfilm und stirbt fast vor Angst. aber es ist das Licht. vor allem auch die Angst vor dem Tod. Und wir treten ins Licht. wir sind ewig. sehen wir die wahre Realität. Wir kommen in der Gegenwart an.und Individuell-Sein. die sie ist. Der nächste Schritt ist dann noch der. wir würden dadurch etwas verlieren. Stellen wir uns vor. indem wir unsere Projektionen zurücknehmen. Anfang Was können wir dafür tun. das Hier und Jetzt. Dieses Zurücknehmen der Projektion setzt ein gewisses Üben. dass alles nur ein Film ist – das Blut ist Tomatensaft und die Vampirzähne sind aus Plastik –. Gott ist nicht einfach abstrakt. Dies liegt nicht daran. wir seien’s. warum kommt sie nicht?“ So kommen wir nicht weiter.

Wir kommen bei uns selbst an.zwar dann. Und damit sind auch wir in der Gegenwart angekommen! Armin. sind wir am Berührungspunkt. wenn wir es nicht erwarten – weil wir nichts fordern. Und dann wird dies „wie von selbst“ zum Natürlichsten. . ich danke dir für deine anregenden Ausführungen und Einblicke. was es gibt. So wird auch Esoterik stressfrei! Wenn wir in der Gegenwart ankommen. wo Zeit und Ewigkeit miteinander verbunden sind.

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