Interview mit Armin Risi

:
Zeit und Ewigkeit
Das Schwerpunktthema dieser Lichtwelle-Ausgabe lässt sich von unterschiedlicher
Seite betrachten, nicht zuletzt auch von der philosophischen. Im folgenden Interview
stellten wir Armin Risi deshalb Fragen, welche die philosophische Betrachtung ins
Zentrum rücken. Armin Risi verbindet westliche und indische Philosophie durch eine
ganzheitliche, theistische Weltsicht.
Ewig, dauerhaft und unsterblich – das ist die Natur unseres spirituellen Seins. Wie
widerspiegelt sich die Ewigkeit in unserem irdischen Zeitrahmen?
Unser zeitliches Dasein ist nicht getrennt von der Ewigkeit. Ewigkeit ist der
Hintergrund der Zeit. Mystiker sagen: „Zeit ist wie der Schatten der Ewigkeit.“ Wenn
wir mit dieser Sicht der Ewigkeit durch unser zeitliches Dasein gehen, können wir
vieles aus einer anderen Perspektive sehen.
Was ist der Unterschied zwischen Zeit und Ewigkeit?
Ewigkeit ist nicht unendlich lange Zeit. Ewigkeit ist nicht ein Ablauf von zig
Milliarden von Jahren, und irgendwann wird es dann ewig – nein. Zig Milliarden von
Jahren ist immer noch Zeit. Zeit ist Unendlichkeit. Ewig jedoch ist das Sein, das nicht
an die Zeitlichkeit gebunden ist. Ewigkeit ist die Zeitlosigkeit. „Ewig“ bedeutet raumund zeitlos. Wir können uns mit unserem materiellen Verstand Raum- und
Zeitlosigkeit nicht vorstellen, denn dieser ist ein Produkt von Raum und Zeit. Hier
berührt unser Bewusstsein, das ja nicht auf den Verstand beschränkt ist, die
Ewigkeit.
Zeit ist Unendlichkeit, und Unendlichkeit ist nicht dasselbe wie Ewigkeit. Wie sind
Unendlichkeit und Ewigkeit verbunden? Wie unterscheiden sie sich?
Wir können dies durch eine Analogie veranschaulichen, ein schönes Beispiel aus dem
zweidimensionalen Bereich: eine Gerade. Wie viele Punkte sind auf einer Geraden?
Unendlich viele.
Und wie viele Punkte sind auf der Fläche daneben?
Noch unendlicher viele. (lacht)
Gleich viel unendlich wie auf der Geraden?
Ja.
Ja, unendlich bedeutet unbegrenzt. Und nur schon in diesem zweidimensionalen
Beispiel ist die Unendlichkeit für uns unvorstellbar. Hier bekommen wir ein Gefühl
für mystische Wahrnehmung. Beides ist unendlich, und trotzdem ist es nicht
dasselbe. Die Fläche symbolisiert die Ewigkeit, die Gerade die Unendlichkeit. Die
Gerade ist die lineare Zeit, eingebettet in die Fläche, die Ewigkeit. Es wäre eine

Wie wird dort Zeit beschrieben? Der Sanskrit-Begriff für Ewigkeit ist „sat“. gesprochen. das Produzierende“. wörtlich „das Hervorbringende. eine relative Realität. Kâlî ist die Kraft der alles verschlingenden Zeit. Aber das war und ist ein grosses Missverständnis. „Illusion“. Hier wird oft von Maya. Für diejenigen. ist dieses Weltbild die Grundlage der heutigen Wissenschaft. und dann die Materie betrachten. B. die Wesenheit der Zeit. mit herausgestrecker Zunge und mit einer Halskette aus Totenschädeln. und gemeinsam sind sie die mittelbaren Schöpfer der materiellen Welt. Die Existenz der Linie ist ein Beweis für die Existenz der Fläche. was das Wesen von Unendlichkeit und Ewigkeit ist. in Sat-CitAnanda und in Satsang. die Formen sind vergänglich. die Kraft.Illusion zu meinen. Illusion. erkennen wir Folgendes: Die Materie hat die Aufgabe. aber sie haben aus diesem Bewusstsein der Unendlichkeit und Ewigkeit heraus gelebt. Wir finden dieses Wort z. Die Welt und auch unser Körper ist nicht Illusion. in einem unendlichen Fluss vergängliche Formen hervorzubringen. Und ein Schatten existiert nicht von selber. Kâlî ist ein Aspekt des Duals von Shiva: Kâlî ist die Zeit und Shiva der Raum. im Gegensatz zu „kâla“ – die lineare Zeit. es gebe nur die Gerade und keine Fläche. „Sat“ bedeutet wörtlich „Sein“. Und diese Beschränktheit des menschlichen Geistes wird als „Fortschritt“ bezeichnet … Anfang Mit dem Begriff Maya sind wir bei der indischen Philosophie angekommen. Energie – auch die materielle Energie – ist potenziell ewig. Die Energie ist ewig. Als die Menschen aus dem christlichen Westen vor ein paar hundert Jahren nach Indien kamen und diese Darstellungen sahen. oder noch beschränkter. In Indien wird sie dargestellt als die Göttin. Im Sanskrit wird Energie „Prakriti“ genannt. „Kâla“ kennen wir vor allem vom Namen der Göttin Kâlî – nicht zu verwechseln mit dem Kali aus „Kali-Yuga“ (mit kurzem a und kurzem i). Kâlî ist die Personifikation von Kâla. die auf dem Tiger reitet. ist ein Bewusstseinszustand: wenn ich mich ausschliesslich mit der Materie identifiziere und meine. Die Vergänglichkeit ist ein Beweis für die Ewigkeit. Das Materielle ist ebenfalls Realität. Aber nicht die vergänglichen Formen sind Illusion. Anfang Wie beeinflusst die universelle unendliche Dauer des Energieflusses den zeitlichen endlichen Wandel in den irdischen materiellen Formen? Wenn wir davon ausgehen. Maya. und zwar das zeitlose Sein. die einzelnen Formen sind vergänglich. so wie die Fläche die Gerade trägt. ist Kâlî natürlich die grösste Bedrohung. meinten sie. Nebenbei gesagt. die sich mit der Zeit identifizieren. dass die Ewigkeit – die Zeitlosigkeit – unsere Realität ist und die Zeit trägt. So bekommen wir ein Gefühl dafür. . die alles wegnimmt – und deshalb hatten die patriarchalen Religionsstrukturen Angst vor der weiblichen Energie. Kâlî sei ein weiblicher Teufel. keinen Hintergrund. ich sei vergänglich wie mein Körper und es gebe nichts anderes als die Materie. Hier haben wir in den alten mystischen Schriften bereits den Energieerhaltungssatz. denn die Vergänglichkeit ist der Schatten. Die Menschen damals kannten vielleicht nicht die mathematische Formel. Der Fluss ist unendlich. die Gerade sei getrennt vom Hintergrund. aber dennoch Realität.

Dann sind wir nicht mehr im Bewusstsein des Zeitlosen (Sat). nicht mehr im Bewusstsein der Liebe. Dies gibt uns die Selbständigkeit und Individualität und auch die Selbstverantwortung zurück. und wenn wir nur zwei sind. Dies ist die Bedeutung von „Ananda“ in Sat-Cit-Ananda und wird meistens übersetzt mit „Glückseligkeit“ (die Silbe „cit“ bedeutet „Bewusstsein“). das ist die qualitative Einheit mit Gott. Die Frage lautet: Wie weit sind wir uns dessen bewusst? Natürlich sind wir immer ewig. wäre dann prädestiniert – vor allem auch bei den anderen. wie wir die Welt betrachten. Anfang Freier Wille und Verantwortung – wie hängt das mit der Frage nach der Zeit und der Ewigkeit zusammen? Ewigkeit – die Zeitlosigkeit – hat auch mit Gott zu tun. Gerade weil es nicht notwendig ist. nicht mehr im Bewusstsein der Ewigkeit. habe ich meinen freien Willen. Und wir sind „Sat-CitAnanda“. wir sind nicht getrennt und trotzdem individuell. h. immer. die dann „selber schuld“ sind. Wir sind nicht mehr im Bewusstsein der Einheit. Ewigkeit ist ewige Gegenwart. d. Wir nehmen die Projektionen nicht nur philosophisch zurück. eins und individuell zu sein. Unser Leben ist nicht nur prädestiniert. dann hat dies ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben und darauf. deswegen haben wir Bewusstsein. Wenn wir nur eins sind. Doch dann leben wir in der Projektion. fallen wir also in die Projektion und in die Trennung von der Einheit? Was bedeutet das konkret? Wenn wir uns als die ewigen Wesen sehen. Wenn wir entsprechend unserer Sat-Cit-Ananda-Natur leben. was uns fehlt. Und dann fehlt uns vieles. Liebe bedeutet. sind wir getrennt. besteht keine Liebe. im Umgang mit anderen Menschen und mit dem. die wir sind. Denn Ewigkeit ist immer im Hier und Jetzt. auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. und Ewigkeit ist für uns keine Realität mehr. Aber im Hier und Jetzt. sind wir in Einheit mit Gott. sondern auch ganz persönlich im Umgang mit Schuld.„Kâla“ ist also die Zeit und „Sat“ die Zeitlosigkeit. Gott hat Bewusstsein. deswegen sind wir ewig. deswegen können auch wir erfüllt sein und innere Zufriedenheit erlangen. Das heisst. Was immer geschieht. ausserhalb meiner Reichweite. dies ist das mystische Verständnis der göttlichen Liebe. Sat-los bedeutet „getrennt von der Ewigkeit“: „Sat-an“. Anfang Wenn wir die Ewigkeit „vergessen“. Dann müssen wir bei andern holen. Im ThomasEvangelium wird folgender Ausspruch von Jesus überliefert: „Wenn euch jemand . In der Liebe sind wir zwei und trotzdem eins. und das ist der Beginn des Bösen – auf subtile Weise bereits in den hohen geistigen Ebenen. Das ist nicht irgendwo im Himmel. und diese Einheit ist das Bewusstsein der Liebe. die Ewigkeit. was uns passiert. nicht alles ist eine notwendige Erfahrung. dann läge die Ursache in der Vergangenheit. leben von fremden Energien. Gott ist ewig. Wir sprechen vom ewigen Gott und vom Reich Gottes. kann ich etwas lernen. Und Teil dieses Ewigseins ist unser freier Wille. sondern im Bewusstsein des Sat-losen. Gott ist in sich erfüllt und vollständig. Gäbe es nur die Prädestination. wir machen Übergriffe. wir haben in jedem Moment Zugriff zum freien Willen. Man könnte sogar formulieren: Nichts ist eine notwendige Erfahrung – aber aus allem kann ich etwas lernen.

Und wenn wir aus dem Bewusstsein der Ewigkeit . ewige Gegenwart. Und so wird unser Leben fremdbestimmt: Man gerät in Stress und hat „keine Zeit“. Anfang Wie können wir diese Sicht bewusst in unser Alltagsleben mit einbeziehen? Wenn Zeit der Schatten der Ewigkeit ist. Ich will mir nicht diktieren lassen. zeitlichen. aber nicht in der Gegenwart. oder dann kommt Langeweile auf mit dem Ruf nach Unterhaltung. dann haben wir es mit einer Projektion zu tun. immer in der Gegenwart. Sensation. sondern ist Bewusst-Sein. „Man müsste nochmals zwanzig sein“. Deswegen ist „individuell“ auch ein Begriff für „ewig“. und das bedeutet auch. Dieses Individuell-Sein ist ewig und muss nicht aufgelöst werden. der mit der Individualität ewiglich verbunden ist. dann kommen euch die Fische zuvor. keine Zeitung – und trotzdem bin ich nicht uninformiert. hole ich mir diese ganz gezielt. Wir verlieren den Zugang zur Realität und damit auch zu unserem freien Willen und zu unserer Schöpferkraft. dass unser wirkliches Sein nicht in Vergangenheit und Zukunft geteilt ist. Das Problem beginnt dann. aber nicht als Konsum. Es ist ewig. denn Schatten ist immer eine Projektion. Denn vieles ist aus höherer Sicht gar nicht so wichtig. menschlichen Alltag? Indem ich mein Leben auf dieses Bewusstsein und diese Ziele ausrichte. dann kommen euch die Vögel zuvor. mir keine Zeit nehmen zu lassen. was mir aus der Sicht der Ewigkeit wichtig ist. Aber ich bin darauf bedacht. Individuell bedeutet ja wörtlich „unteilbar“. Oder man sehnt sich nach dem. weil es gar nicht aufgelöst werden kann. dass wir in einer Projektion leben. Wenn jemand behauptet. Das Absolute ist nicht nur eine abstrakte Energie. Dann verlieren wir uns in der Linearität der Zeit. was noch nicht gekommen ist. um die Zeit „totzuschlagen“. Man klagt um das. Ich persönlich habe deshalb z. es ist nicht nur in uns – das wäre ja auch wieder beschränkt –. Denn in dieser Zeit kann ich anderes tun.“ Mit anderen Worten. wie es in einem alten Schlager heisst. Dann kommt Stress auf. B. sondern es ist überall. aber auch innerhalb dieser zeitgebundenen. Anfang Wie bringst Du persönlich die Ewigkeit in Deinen materiellen. Das ist die natürliche Gegebenheit in der materiellen Welt. das Königreich Gottes ist im Himmel. Deswegen ist der freie Wille eine ewige Realität – und damit auch die Eigenverantwortung. ist individuelles Sein: ewiges. keinen Fernseher. Ablenkung. was noch kommt. Hier auf Erden machen wir eine Erfahrung der Zeit. wie ich meine Zeit – vor allem meine Freizeit – verbringen soll. ausserhalb und innerhalb von uns. wir müssen unsere Wohnung bezahlen. in der Zukunft und in der Vergangenheit. das Königreich Gottes ist im Meer. Diese Ewigkeit ist immer da. was einmal war und nicht mehr ist. kein Radio. Wir leben hier in einer Welt von Projektion – da ist nichts Schlimmes dran. vergänglichen Welt haben wir immer den freien Willen. Das Königreich Gottes ist überall. nämlich das. wenn wir uns in der Projektion verlieren und nicht mehr wissen. So lebt man in der Projektion. oder fürchtet sich vor dem. wir alle müssen Geld verdienen. unteilbares Sein. sowohl inwendig von euch als auch ausserhalb. Wenn ich Information brauche.sagt. usw. dann entstehen Klagen und Sehnen. Klar.

Diese ergänzen sich gegenseitig. identifizieren wir uns nicht mit der Projektion und müssen uns und anderen deshalb nichts beweisen. Im Indischen wird dies dargestellt durch den Schöpfergott Vishnu. Vor dem Hintergrund der Ewigkeit. Jñana (ausgesprochen „Gjana“) und Bhakti. das Studienleben während etwa 10 Jahren. Die Universen. Anfang Wenn wir hier im Westen über diese Zusammenhänge von Zeit und Ewigkeit hören. bis zum Tode – sind für die Menschen gültig.und Individuell-Sein heraus. Im Indischen spricht man hier von Karma. Reflexion – nicht nur Studium. Statt täglich Fernsehen zu schauen oder Zeitung zu lesen. „Bhakti“. das Familienleben mit eigenen Kindern oder das Karriereleben während 25 bis 35 Jahren und dann noch die Jahre der Weisheit. aus dem gleichzeitigen Eins. können wir diese Zeit auch verwenden. bedeutet „Hingabe“. vor diesem allgegenwärtigen Hintergrund vollzieht sich die materielle Schöpfung. dass wir ewig sind. Und die Unendlichkeit spiegelt die Ewigkeit in Form von Zyklen. Es bedeutet. was den meisten Menschen Angst macht. spirituelles Wissen. • Jñana. Was immer in der Zeit passiert. hoffentlich. was unserer Berufung entspricht. die Vishnu aus. sondern dynamisches Bewusstsein. um uns mit dem wirklich Wichtigen zu befassen. die Zeit erinnert uns an die Ewigkeit.und einatmet. kann uns an die Ewigkeit erinnern. dies zu umschreiben. Man liest. und keines sollte fehlen. nichts gegen Philosophie. Der Schatten erinnert uns ans Original. bedeutet „Wissen“. der zweite Aspekt. diese Regelmässigkeit der Vergänglichkeit? Auch hier möchte ich zuerst philosophisch antworten: Die Ewigkeit spiegelt sich in der linearen Zeit in Form von Zyklen. dass wir Klarheit und Ordnung in unseren Gedanken schaffen. und dies erreichen wir durch spirituelles Wissen. nämlich der Tod. Jñana bezieht sich auf den Mentalkörper und hat zum Ziel. und wir sind Teil dieser zeitlosen Realität –.und einatmet. Die so genannte Sterblichkeit ist die ständig präsente Erinnerung. • Der dritte Aspekt. dass wir jederzeit den freien Willen haben und aus allem etwas lernen. Wir können tun. Also nichts gegen Theorie. dann haben wir gute Chancen. Oder wie es Jesus ausdrückte: „Dein Wille geschehe!“ Eine andere Möglichkeit. Spirituelles Wissen ist nie nur theoretisch. Anfang Die verschiedenen Lebensabschnitte – die Kindheit und Jugend. dass auch die Praxis stimmt. man bildet sich. die in sich auch wieder unendlich ist. ist: aktives Geschehenlassen. bedeutet „richtiges Handeln“. der Raumund Zeitlosigkeit – die aber nicht abstrakt oder ein Vakuum ist. sind .heraus leben. aus dem Bewusstsein der Eigenverantwortung heraus. fragen wir uns: Wie schaffe ich das? Wie können wir im Alltag diese Verbindung mit der Ewigkeit halten oder sie zumindest nicht aus den Augen verlieren? Das praktische Leben in Gottverbundenheit hat drei Aspekte. ist das. Wenn die Theorie stimmt. • Der erste Aspekt. der die Universen aus. Warum gibt es auf Erden diese Zyklen. „Karma“. Selbsterkenntnis. Handeln aus dem Bewusstsein der inneren Einheit mit Gott heraus. aber auch. Und was uns am meisten an die Ewigkeit erinnert.

und es ist dieser Zyklus. Jugend. die du. Gerade im Mayakalender wurde die Untersuchung der Fraktalnatur der Zeit zu einer Art von Wissenschaft entwickelt: Welcher Zeitabschnitt von früher wiederholt sich in der jetzigen Zeit? Infolge der fraktalen und zyklischen Natur der Zeit widerspiegeln sich frühere Abschnitte der Geschichte immer wieder in den entsprechenden Zeitmustern der Gegenwart – was für uns eine Chance ist. sondern eine dynamische Widerspiegelung der Ewigkeit in Form von Zyklen. Wenn man ein Lichtwesen-Dasein hat. Aus linearer Sicht reinkarnieren wir. denn wir sind ewig. so unten. um hier diesen Quantensprung der Ewigkeit zu erleben.vergänglich. Aus spiritueller Sicht gibt es keine Reinkarnation. zumindest aus unserer menschlichen Sicht. aber die Energie ist ewig und bringt immer wieder Neues hervor. Dieser zyklische Ablauf des Lebens in der Materie erinnert uns an die Ewigkeit – und ist ein Sprungbrett zurück in dieses Bewusstsein. Anfang . Wir können geistig in die Vergangenheit reisen und erst recht in die Zukunft. dass sogar die Lichtwesen ein irdisches Dasein erleben möchten. Geburt. Dieser Zyklus zeigt sich in unserem eigenen Leben in Form von Zeugung. in einem gewissen Sinn. Kindheit. die hier mühselig und beladen sind –. wo sich im kleinen Detail das wiederholt. ein Zyklus von 144’000 Tagen. Der für uns relevante Zyklus besteht aus dreizehn solcher Baktuns: 13 mal 144’000 Tage ergibt rund 5’200 Jahre. Anfang Können wir aufgrund der zyklischen Natur der Zeit auch die Vergangenheit vom Jetzt aus verändern? Ja. Wir brauchen dafür nicht physisch in die Vergangenheit zu reisen. Genauso ist es auch mit der Zeit. was im Grösseren da ist: Man geht immer weiter in die Tiefe. als Mensch auf der Erde geboren zu werden. um diese Chance zu bekommen. o Mensch. und die Formen wiederholen sich unendlich. Alter bis zum Tod. weil man ja praktisch ein unendliches Leben hat. In den indischen Schriften gibt es die Aussage. der Galaxis und unseres Sonnensystems. Altes aufzulösen.und Einatmen des Vishnu. könnte man. Im Sanskrit spricht man von YugaZyklen. Im Mayakalender ist eine wichtige Zeiteinheit das Baktun. Für die Seele selber gibt es weder Geburt noch Tod. Anfang Wie zeigt sich die zyklische Natur der Zeit in Bezug auf die Erde und die kosmischen Zyklen? Die grossen kosmischen Zyklen werden bestimmt durch das Aus. Denn im Hier und Jetzt bestimmen wir unsere Zukunft. sowohl im Kleinen als auch im Grossen bis hin in die kosmische Unendlichkeit. der 2012 zu Ende geht. wie dies in Science-Fiction-Geschichten beschrieben wird. Zeit ist also nicht einfach ein Abstrampeln des Alltags. dass sogar die Lichtwesen sich wünschen. fast vergessen. jetzt hast. dass man eigentlich ewig ist. und diese Zyklen spiegeln sich auf allen Ebenen in Form von Unterzyklen: auf der Ebene des Kosmos. Erwachsensein. Und auch hier gilt: Wie oben. Wir kennen dies aus der Fraktalgeometrie. Deswegen wird gesagt – vielleicht auch ein bisschen als Trost für uns Menschen.

Diese 20 Minuten nehmen kein Ende – weil man aufs Ende hofft und sich an der Zukunft orientiert. noch ist sie mir lang vorgekommen. sondern weil mich das Thema faszinierte: Sanskrit-Schriften. immer im Hier und Jetzt zu sein. Im Rückblick ist das eine lange Zeit. immerhin lebte ich dort von 18 bis 36. es kam mir nicht lange vor. und zwar in der Gegenwart. Heute. sogar wenn ich mein ganzes Leben hier bin. dass ich nicht in Maya. ich nehme es jetzt. 4 bis 5 Stunden Meditation und Zeremonien – man könnte meinen. man kann vor der Zeit davonlaufen. wie ich als Kind die Predigt erfahren habe – das war eine Qual und ich dachte ständig: Wann ist das vorbei? Objektiv hat der Pfarrer vielleicht 20 Minuten gesprochen. Dann erinnert mich mein eigenes Jammern daran. in Illusion. aber für ein Kind ist das eine Tortur. Der Schlüssel ist. Es waren dann insgesamt 18 Jahre. Genauso ging es mir im Kloster. Dies nicht. das wäre langweilig. Anfang . Wenn ich mich daran erinnere. wie es kommt. Aber diese Regelmässigkeit lehrte mich. was nach Erledigung ruft. sondern um das Umsetzen und Lernen. dies auch dank der klösterlichen Disziplin. Dazu möchte ich ein persönliches Beispiel geben: Mit 18 Jahren habe ich mich entschlossen. aber die Vergangenheit holt uns ein. in einem halben Jahr habe ich diesen etwa eineinhalb Laufmeter von Büchern gelesen und verstanden. Und ich gab das Denken in der linearen Zeit auf. Wir können Dinge verdrängen. Ich dachte auch nicht: „Ich verpasse jetzt meine besten Jahre“. kann es passieren. dass ich mal in Hektik falle und dann jammere. und ruft uns an diesen Punkt zurück. der Zeit davonzulaufen oder die Zeit anzuhalten. Morgens um 4 Uhr 15 ging es los. um der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. sondern dass ich ewig bin und im Hier und Jetzt leben sollte. Unsere hektische Zeit verwendet sehr viel Kosmetik – im wörtlichen sowie im übertragenen Sinn –. wäre die Predigt weder lange noch langweilig. Anfang Also ist es wirklich so. Wenn wir im Hier und Jetzt zuhören. egal. sein sollte. Doch ich merkte rasch. doch beides ist nicht der wirklich sinnvolle Umgang mit Zeit. sondern ich war immer in der Gegenwart. dass das nicht die richtige Lösung ist. Zeit ist relativ. Denn die Zeit holt uns immer ein. weil ich unbedingt Mönch und heilig sein wollte. wo ich nicht mehr in diesem tragenden Umfeld lebe. wie lange es dauert. aber die Zeit ist nach meinem Empfinden weder besonders schnell vergangen. In dieser Zeit bekam ich ein intensives Gefühl für die Zeitlosigkeit.Die Uhrzeit kann uns davonlaufen oder für uns stillstehen – können wir der irdischen Zeit davonlaufen oder sie anhalten? Ja. damit wir die entsprechenden Themen angehen. Ich sagte mir. Ich sagte mir. ich hätte keine Zeit für alles. jeder Tag der gleiche Ablauf. In einem gewissen Sinn habe ich sie gar nicht wahrgenommen. Denn beides funktioniert auf die Dauer nicht. dass wir in der Gegenwart leben. Aber intuitiv spüren wir sogleich. Ich konnte jeden Tag im Hier und Jetzt leben. in ein Kloster zu gehen. dass es nicht nur um den Laufmeter und die Bücher ging. dass es dir in den ganzen 18 Jahren im Kloster nie langweilig war? Langweilig …? Das ist ein lustiger Gedanke! Aber unsere Tage waren tatsächlich lang. Wir können versuchen.

ein „Klick“. Wenn dieser Mensch sich in Erinnerung ruft. Hinter der Vergänglichkeit ist die Unendlichkeit. dann gibt es mich ja nicht mehr!“ Aber Schatten und Dunkelheit sind in diesem symbolischen Sinn nur eine Illusion. dass wir noch nicht bereit dafür sind – eben weil wir meinen. dass wir ewig sind? Im Sanskrit gibt es den wichtigen Satz: „Wenn sich der Mensch vom Bewusstsein der Ewigkeit trennt. Wir kommen in der Gegenwart an.und Individuell-Sein. entsteht Angst. dass wir ins Boot steigen. Der nächste Schritt ist dann noch der. Wenn das Licht kommt. Wir nehmen sie ernst als die relative Realität. das Hier und Jetzt. unsere Projektionen zurückzunehmen. in „das Boot des Wissens“. Anfang Was können wir dafür tun. wir würden dadurch etwas verlieren. und wissen. sondern daran. wenn wir das. Und das Boot ist immer die Gegenwart. Gott ist nicht einfach abstrakt. was wir darstellen sollen. Ewigkeit. usw. v. die sie ist. vor allem auch die Angst vor dem Tod. die dafür bereit sind. zu tun. Wir tauchen auf aus dem Fluss der Zeit. warum kommt sie nicht?“ So kommen wir nicht weiter. wir sind ewig. dass alles nur ein Film ist – das Blut ist Tomatensaft und die Vampirzähne sind aus Plastik –. Und wir treten ins Licht. Wenn diese Angst weg ist. Offenbarung kommt zu denen. Dieses Zurücknehmen der Projektion setzt ein gewisses Üben.Wir wissen. loslassen. und im Rückblick sieht es dann so aus. jemand sitzt im Kino und schaut einen Horrorfilm und stirbt fast vor Angst. was andere über uns denken. Wenn wir das alles loslassen und einfach mal sind. dass Gott ein strafender oder parteiischer Gott ist. So kann man die Ewigkeit fühlen. worüber wir am Anfang gesprochen haben: Realität. Das ist ein mystisches Paradox. dann ist das Schlimmste schon einmal vorbei. ein gewisses Lernen voraus. a. und dies hat immer auch mit Offenbarung. Dies tun wir ganz natürlich. Zumindest haben wir den Kopf wieder über Wasser und bekommen Luft. Das ist vergleichbar mit dem Schatten. Wir mögen in Dunkelheit sein und uns aufrichtig wünschen. mit Gnade. all diese Vorstellungen darüber. wir seien’s. dann geschieht auf einmal „etwas“. Wir verlieren nichts. indem wir unsere Projektionen zurücknehmen. bieten wir auch keine Angriffsfläche mehr für Manipulation und Einschüchterung. und . Und so sehen wir die Welt „plötzlich“ aus der Sicht der Ewigkeit. Dann ist sind wir immer noch auf dem Zeitfluss. Diese Bereitschaft hat nichts mit „Erleuchtungsstress“ zu tun: „Ich bin doch schon längst bereit für die Erleuchtung. Hier schliesst sich der Kreis mit dem.“ Wir machen diese Trennung rückgängig. dann ist das eine unglaubliche Erlösung. Es geht um das Eins. als sei es „plötzlich“ gewesen. wenn wir nicht daran denken. Wenn wir diese Verkrampfung loslassen. der Angst vor dem Licht hat: „Wenn das Licht kommt. von dieser Dunkelheit frei zu werden. Dann verschwindet die Angst. die Angst. was wir sind. wenn wir all diese Projektionen zurücknehmen. um dies zu erreichen? Dieses Bewusstsein kann man sich nicht einfach mental antrainieren oder es künstlich erzwingen. dass alles nur eine Projektion ist. dass sie nicht die einzige Realität ist. Dies liegt nicht daran. sehen wir die wahre Realität. weil wir meinen. aber es ist das Licht. was uns vom Licht trennt. Wir zögern vielleicht. Wie kommen wir vom Wissen zum Fühlen – dass wir auch fühlen. Hinter der Zeit ist die Ewigkeit. aber im Boot. Stellen wir uns vor. ein Lichtstrahl scheinbar ohne Ursache. was sie von uns erwarten. das dann die Dunkelheit auflöst.

ich danke dir für deine anregenden Ausführungen und Einblicke. Und dann wird dies „wie von selbst“ zum Natürlichsten. . wo Zeit und Ewigkeit miteinander verbunden sind. So wird auch Esoterik stressfrei! Wenn wir in der Gegenwart ankommen. sind wir am Berührungspunkt. was es gibt.zwar dann. Und damit sind auch wir in der Gegenwart angekommen! Armin. Wir kommen bei uns selbst an. wenn wir es nicht erwarten – weil wir nichts fordern.

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