Unterhaltungsplan Landwehrkanal

Km 0,00 bis 10,74

Kurzfassung
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin

© K. Schilling, BfG © J. Buscher, BfG

© K. Schilling, BfG © J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG © Dr. H. Graebner © J. Buscher, BfG

©T.Reich;www.scubavision.de ©M.Gerber;www.birds-online.ch

©M.Gerber;www.birds-online.ch ©M.Gerber;www.birds-online.ch © R.Hennig © Public Doamin © R.Hennig

Referat U3 – Vegetationskunde, Landschaftspflege Oktober 2017
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Kurzfassung Inhaltsverzeichnis

Unterhaltungsplan - Legende
- Übersichtslageplan
Landwehrkanal von Km 0,00 bis 10,74
- Allgemeingültige Unterhaltungsanweisungen 1-9
- Spezielle Unterhaltungsanweisungen 10 - 49
Berücksichtigung ökologischer Belange - Abstimmung zum Artenschutz bei der Unterhaltung 50
- Leitbild der Gehölzunterhaltung an Bundeswasserstraßen 51
bei der Unterhaltung
Unterhaltungsrelevante Arten:
Pflanzen
- Neophyten B1-B6
- Geschützte und gefährdete Pflanzen C1-C6
- Auentypische Gehölze D1-D10
Aufgestellt: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin
Bearbeitung: Bundesanstalt für Gewässerkunde Koblenz Tiere
Büro RANA - Insekten I1-I2
- Säugetiere S1
Koordination und Bearbeitung: - Vögel V1-V5
Dipl.-Ing. Detlef Wahl, BfG

Dipl.-Ing. Karin Karras, BfG
- Zeittafel Z

Layout: Björn Hoppe
Jutta Buscher
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Legende

Abkürzungen zum Schutzstatus Rote Liste - Pflanzen
RL D Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (1996)
FFH-RL = Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

VSchRL = EU-Vogelschutzrichtlinie RL BE Liste der wildwachsenden Gefäßpflanzen des Landes Berlin
BNatSchG = Bundesnaturschutzgesetz mit Roter Liste (2001)
BArtSchV = Bundesartenschutzverordnung
EUArtSchV = EU-Artenschutzverordnung
Rote Liste - Tiere
RL D Rote Liste und Gesamtartenliste der Brutvögel (Aves)
Abkürzungen zum Gefährdungsgrad Deutschlands (2009)
D = Deutschland Rote Liste und Gesamtartenliste der Libellen Deutschlands
BE = Berlin (2012)
Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere (Mammalia)
Deutschlands (2009)
0 = ausgestorben oder verschollen
1 = vom Aussterben bedroht RL BE Rote Liste und Liste der Brutvögel (Aves) von Berlin (2012)
2 = stark gefährdet Rote Liste und Gesamtartenliste der Libellen (Odonata) von
3 = gefährdet Berlin (2017)
V = zurückgehend, Art der Vorwarnliste
Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere (Mammalia)
G = gefährdet, ohne Zuordnung
- = derzeit keine Gefährdung von Berlin (2003)




Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Wehrarm Oberschleuse
10 Flutgraben
N
Treptow-Köpenick

9

Neukölln
8

Urbanhafen
7
Friedrichshain-Kreuzberg

6 Friedrichshain-Kreuzberg

rechte Seite linke Seite
5

4
Mitte
Mitte
3
Übersichtslageplan
2

Wehrarm Unterschleuse
1

Charlottenburg-Wilmersdorf
0
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Allgemeingültige Unterhaltungsanweisungen* • Auf den Einsatz von Dünger, Torf, Gülle sowie chemischer Pflanzenbehandlungsmittel aber auch
von Herbiziden, Pestiziden u. ä. ist zu verzichten.
• Das Abflämmen von Flächen ist verboten.
Vom Grundsatz her gelten die in Kapitel 6 aufgestellten Zielsetzungen. Zu ihrer Umsetzung werden
allgemeine und spezielle Unterhaltungsanweisungen formuliert. Sie sind dann anzuwenden, wenn • Sind Nachsaaten erforderlich, z. B. auf offenen Böschungsbereichen, ist die Verwendung von in
aus verkehrlicher oder wasserwirtschaftlicher Sicht Unterhaltungsmaßnahmen erforderlich sind. Ihre der Region gewonnenem, für die speziellen Standorteigenschaften ausgewähltem Saatgut anzu-
Beachtung stellt sicher, dass die naturschutzfachlichen und -rechtlichen Belange dabei angemessen streben. Die zuständige Naturschutzbehörde kann Hinweise zu seiner Auswahl und Erlangung
berücksichtigt werden. geben. Außerdem gibt es für das Land Berlin biotoptypenbezogene Vorschläge von Artenlisten
mit Pflanzenarten und zu verwendenden Anteilen (SenStadtUm 2013).
Die allgemeinen Unterhaltungsanweisungen geben dabei einen Rahmen für die Unterhaltung vor.
Konkretere Fragestellungen finden sich in den speziellen Unterhaltungsanweisungen oder sind im
Einzelfall, z. B. mit Unterstützung durch die BfG, zu klären. Anweisungen zu Baggerungen, Ufersicherungen und Biotoptypen

Baggerungen
Generelle Anweisungen
• Nassbaggerungen sind im Benehmen bzw. Einvernehmen mit den zuständigen Landesbehörden
Die Unterhaltungsmaßnahmen sind so durchzuführen, dass der vorhandene, teils naturnahe und wert- durchzuführen. Sofern kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, sollten sie nicht in Sauer-
volle Naturhaushalt und das Landschaftsbild des Landwehrkanals im urbanen Raum der Großstadt stoffmangelsituationen erfolgen.
Berlin berücksichtigt, erhalten und möglicherweise verbessert werden.
• Bei allen Baggerarbeiten sind die „Handlungsanweisung für den Umgang mit Baggergut im Bin-
• Der für die Unterhaltung angegebene Zeitrahmen (siehe Zeittafel) ist zu berücksichtigen. Dies nenland (HABAB-WSV)“ (BfG 2000) sowie der „Kommentar zur HABAB-WSV“ (BfG 2002)
gilt nicht bei Gefahr des sofortigen Schadenseintritts oder (im Benehmen/Einvernehmen mit der zu beachten.
zuständigen Naturschutzbehörde und der vorgesehenen Abstimmung mit dem Expertenkreis) bei
unaufschiebbaren Maßnahmen. Ufersicherungen
• Alle Unterhaltungsmaßnahmen sind, wenn dies die Verkehrssicherheit zulässt, abschnittsweise • Zur Minimierung eventuell notwendiger Reparaturen werden regelmäßig Kontrollen der Ufer
und zeitlich gestaffelt vorzunehmen. Dadurch kann verhindert werden, dass auf langen Teilbe- und deren Sicherung durchgeführt (Bauwerksinspektion bzw. -besichtigung).
reichen starke Veränderungen der ökologischen Verhältnisse stattfinden. Außerdem kann eine • Reparaturen in ökologisch hochwertigen Abschnitten sind grundsätzlich vom Wasser aus durch-
schnellere Wiederbesiedlung der betroffenen Bereiche stattfinden, die von den nahen, unbeein- zuführen. Ausnahmen bilden Bereiche, die vom Wasser aus nicht oder nur schwer erreicht werden
trächtigten Lebensräumen ausgeht. können, oder wenn Beeinträchtigungen von Vegetation und Fauna nicht zu erwarten sind.
• Das Lichtraumprofil (und ggf. auch Sichtschneisen) sind im tatsächlich erforderlichen Umfang • Vorhandene Abflachungen und Unregelmäßigkeiten in der Linienführung sind - unter Berück-
freizuhalten, die Eingriffe in den überhängenden Bewuchs sind zu minimieren. sichtigung der genannten Ziele - zu erhalten und wo möglich herzustellen.
• Die Sichtbarkeit von Verkehrsschildern und Kilometertafeln sowie Vermessungspunkten und Pe- • Erforderliche Ufersicherungsmaßnahmen in ökologisch sensiblen Bereichen sind möglichst in der
geln ist zu gewährleisten. Sie sind nach Erfordernis - möglichst jedoch nicht vor dem 15. Juli – von vegetationsfreien Jahreszeit auszuführen (siehe Zeittafel). Abweichungen sollten mit der zustän-
Bewuchs freizuschneiden. Pflanzen, die die Sichtbarkeit nicht beeinträchtigen, werden geduldet. digen Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Dies gilt nicht bei Gefahr des sofortigen Scha-
• Um unnötige Unterhaltungsmaßnahmen zu vermeiden, sind beim Neuaufstellen von Verkehrs- denseintritts.
schildern usw. Anpassungen an die Geländestruktur und vorhandene Vegetation anzustreben. • Bei größeren Sanierungsmaßnahmen wird der Einsatz technisch-biologischer Bauweisen geprüft
• Ausstiegsleitern und Böschungstreppen sind von Bewuchs freizuhalten. und nach Möglichkeit bevorzugt.
• Vermessungsarbeiten, Peilungen u. ä. sollten nicht zu Eingriffen in wertvollere Vegetationsbestän- • Sollten bei Sanierungsmaßnahmen Schüttsteinsicherungen erforderlich werden, ist auf künstliche
de führen. Ist dies aus vermessungs- oder schifffahrtstechnischen Gründen dennoch erforderlich, Wasserbausteine zu verzichten. Hinsichtlich ihres Einsatzes gilt BMVBS-Erlass WS 14/5242.4/0.
so sind die Eingriffe (im Benehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde) auf ein Mindest- Auch sollten die Schüttsteine nicht verklammert werden. Das wäre vorteilhaft z. B. für die An-
maß zu reduzieren. siedlung von Röhrichten und Stauden. Zur schnelleren Besiedlung können in die Steinschüttun-
• Treibgut, insbesondere Genist, ist nur dann zu entfernen, wenn es zu hydraulischen oder verkehr- gen Rhizome von Röhrichten oder Weiden-Setzstangen eingebracht werden.
lichen Behinderungen führen kann. Genist besteht aus organischem Material und bietet u. a. • Die Anlage von Zwischenlagerflächen u. ä. erfolgt nur in ökologisch unkritischen Bereichen.
Insekten wertvollen Lebensraum. • Bei der Unterhaltung der schräg geführten Ufermauern in Regelbauweise (und weiteren Ufermau-
ern) ist Folgendes zu berücksichtigen (Spezielle Unterhaltungsanweisungen): Bei den Fugensani-
erungen ist nach Möglichkeiten zu suchen, Mauerraute und Florentiner Mausohr-Habichtskraut
* Verweise auf Kapitel und Literaturangaben beziehen sich auf den Bericht

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zumindest in Teilen zu schonen oder umzusiedeln. Die Abdeckplatte ist von Gehölzen freizuhal- gaben zu erhalten und langfristig zu mehrstufigen, artenreichen, alle Altersstufen aufweisenden,
ten. Die Uferstaudenfluren hinter den vorgesetzten Spundwänden werden einmal jährlich (im standortheimischen Beständen zu entwickeln (Leitbild der Gehölzunterhaltung). Die Unterhal-
Herbst) gemäht. Die Mauerüberhänge sind ökologisch wertvoll und eine Bereicherung für das tungsmaßnahmen sind deshalb plenterartig, d. h. ungleichmäßig und in größeren zeitlichen Ab-
urbane Landschaftsbild. Andererseits sind sie teilweise hinderlich bei Sanierungen, Peilungen und ständen, durchzuführen.
Bauwerksinspektionen und außerdem denkmalfachlich nicht gewünscht. Müssen sie zurückge- • Standortheimische Bestände können gefördert werden, indem invasive neophytische Gehölze ver-
schnitten werden (weil z. B. ein Hochbinden nicht möglich ist), sollte das im minimal erforderli- einzelt und sehr langfristig aus dem Bestand genommen werden (z. B. Kappen und Ringeln), ihre
chen Umfang erfolgen. Naturverjüngung entfernt sowie standortheimischer Jungwuchs damit freigestellt und gefördert
• Schrägufer ohne oder mit geringen Sicherungen bieten als unverbaute Wasserwechselzone Aus- wird. Fehlt standortheimische Naturverjüngung, sind standortheimische Baum- und Strauchar-
stiegsmöglichkeiten für Vögel und Säugetiere. Sie sind (einschließlich ihres Bewuchses) ökolo- ten der Weich- und Hartholzauen zum Erhalt eines effektiven Uferschutzes nachzupflanzen (vgl.
gisch besonders bedeutsam und sollten daher in dieser Form erhalten bleiben. Abbildung „Leitbild der Gehölzunterhaltung“).
• Häufiger auftretende invasive neophytische Gehölze am Landwehrkanal sind z. B. Götterbaum,
Gehölze
Eschen-Ahorn und Robinie. Dominanzbestände sind allerdings noch selten. Sie sollen möglichst
• Naturnahe oder natürliche Ufergehölze stellen nach § 30 BNatSchG einen unter besonderen durch Entfernung des Jungwuchses in den Randbereichen und Abpflanzen mit standortheimi-
Schutz gestellten Lebensraum dar. schen Gehölzen an ihrer weiteren Ausbreitung gehindert werden (vgl. Abbildung „Leitbild der
• Bäume mit Horsten, Bruthöhlen, Rindenspalten oder anderen herausragenden Biotopfunktionen Gehölzunterhaltung“). Sehr alte Bäume haben häufig Höhlen, Rindenspalten und andere arten-
sind grundsätzlich nicht zu unterhalten. Dennoch erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen schutzrechtlich relevante Habitatstukturen und sollten daher möglichst nicht bearbeitet werden.
sind nur in enger Absprache (Benehmen/Einvernehmen) mit der zuständigen Naturschutzbehör- • Standortheimischer Strauchbewuchs ist generell zu schonen. Seine Bearbeitung ist (neben der Ver-
de durchzuführen. Siehe hierzu auch Kapitel 6.2.5 und Abbildung „Abstimmung zum Arten- kehrssicherung) nur erforderlich, wenn Bauwerkssicherheit, Lichtraumprofil oder Sichtschneisen
schutz bei der Unterhaltung“. Bei Gefahr des sofortigen Schadenseintritts siehe Kapitel 6.2.4. beeinträchtigt werden.
• Ausgewählte, naturschutzfachlich relevante oder landschaftsbildprägende Bäume sollten mit ei- • Baum- und Strauchbewuchs an gering befestigten Schrägufern sollte erhalten bleiben, solange
nem Biberschutz versehen werden. Schifffahrt und Verkehrssicherheit nicht gefährdet sind.
• Die Verkehrssicherungspflicht für den Baumbestand ist zu erfüllen. Der „Leitfaden Baumkont- • In das Wasser ragende Gehölze und flutende Wurzeln sind als wertvolle Uferstruktur grundsätz-
rolle an Bundeswasserstraßen“ (BMVBS 2013) ist anzuwenden. Die dort festgelegten Kontrollin- lich überall dort zu belassen, wo die Verkehrssicherungspflicht dem nicht entgegen steht (vgl. auch
tervalle ergeben sich aus dem Zustand des Baumes, des Alters und der berechtigten Sicherheitser- Ö9).
wartung des Verkehrs. Ergeben sich Anhaltspunkte für mangelhafte Stand- oder Bruchfestigkeit
• Werden Gehölzpflegemaßnahmen als Auftrag vergeben, ist eine entsprechende Qualitätssiche-
– bestehen jedoch Zweifel an der Belastbarkeit dieser Aussage oder wurden artenschutzrechtlich
rung erforderlich. Dazu zählen
relevante Strukturen festgestellt - sind eingehende Untersuchungen durch Experten durchzufüh-
ren. Verkehrssichernde Maßnahmen an Bäumen können ausgleichspflichtige Eingriffe in die Na- --
eine detaillierte Leistungsbeschreibung
tur- und Gewässerlandschaft darstellen. --
Nachweise der Fachkunde der beauftragten Firmen und ausführenden Personen
--
eine genaue Einweisung und Kontrolle der Durchführung der Arbeiten vor Ort durch den
• Bäume, die eine Verkehrsgefährdung darstellen, sind je nach Situation
Baumprüfer der WSV oder ein Sachverständigenbüro
-- mit Kronensicherungen zu versehen -- Abnahme der Sicherungsmaßnahme durch den Baumprüfer der WSV
-- habitusgerecht zurückzuschneiden • Naturverjüngung von standortheimischen Gehölzen ist Bepflanzungsmaßnahmen vorzuziehen.
-- auf unterschiedlicher Höhe (höchstens 7 bis 10 Meter) zu kappen
• Sind standortheimische Jungbäume in Gruppen zu eng aufgewachsen, so können zur Freistellung
-- durch Kappen und Ringeln (Unterbrechen der Leitungsbahnen) zum Absterben zu bringen
einzelne geworben und an geeigneter Stelle verpflanzt werden. Ziel ist, dass sich einzelne Gehölze
(Totholz stellt insbesondere für Fledermäuse, Vögel und Insekten einen Lebensraum dar, der
optimal entwickeln können, um zukünftige Unterhaltungsmaßnahmen und Verkehrssicherheits-
heute stark im Rückgang begriffen ist) oder
probleme zu minimieren.
-- zu fällen und nach Möglichkeit abgestützt oder angekabelt vor Ort aufzustellen, damit sie ihre
Funktion als stehendes Totholz weiterhin erfüllen können. • Sind Neuanpflanzungen dennoch erforderlich, so sind ausschließlich standortheimische, mög-
• Es gilt das Vermeidungs- und Minimierungsgebot. D. h., verkehrsunsichere Bäume sind so viel lichst sogar örtlich vorkommende Gehölze zu verwenden. Entsprechend der potenziell natürlichen
wie nötig aber so wenig wie möglich zu bearbeiten. In Absprache mit der zuständigen Natur- Vegetation (pnV) sind dies für die Abschnitte unmittelbar oberhalb der Wasserwechselzone vor-
schutzbehörde können in bestimmten Fällen auch andere naturschutzfachliche bzw. wasserwirt- zugsweise Silber-Weide (Salix alba), Bruch-Weide (Salix fragilis) und
schaftliche Ziele verfolgt werden, z. B. das Initiieren von Totholz oder der Umbau von Gehölzen. • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa). Für die darüber liegende Zone sind dies Stiel-Eiche (Quercus ro-
• Insbesondere die größeren Gehölzbestände sind unter Berücksichtigung der genannten Zielvor- bur), Feld-Ulme (Ulmus minor), Flatter-Ulme (Ulmus laevis), Feld-Ahorn (Acer campestre), Hain-

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buche (Carpinus betulus), Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus), Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus • Zur Ringelung von invasiven neophytischen Gehölzen:
cathartica), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Europäisches Pfaffenhütchen (Evonymus euro- -- Um die Entwicklung eines standortheimischen Gehölzbestandes zu fördern, sind neophytische
paea), Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus), Winter-Linde (Tilia cordata) und Eingriffli- und standortfremde Gehölze (z. B. Robinie, Götterbaum, Hybrid-Pappel) sukzessive und sehr
ger Weißdorn (Crataegus monogyna). Kreuzdorn, Pfaffenhütchen und Gemeiner Schneeball sind langfristig aus dem Bestand zu nehmen (s. o.). Dies geschieht u. a. durch Ringeln.
giftig und sollten daher nicht in der Nähe von Spielplätzen gepflanzt werden. -- Das Ringeln sieht das teilweise Entfernen eines handbreiten Streifens von Rinde/Borke, Kam-
• Wenn für Pflanzmaßnahmen Baumschulware benötigt wird, sollen einheimische Gehölze regio- bium und eines Teils des darunter liegenden Splintholzes etwa in Brusthöhe eines Baumes vor.
naler Herkunft verwendet werden. Dies kann allerdings, sofern nicht auf Forstschulware zurück- Beim Ringeln bleibt zunächst 1/10 des Stammumfangs des Baumes als senkrecht verlaufende
gegriffen werden kann, zum jetzigen Zeitpunkt noch zu Problemen führen, da viele Baumschulen „Restbrücke“ bestehen. Das Ringeln sollte im Winter (Februar) erfolgen.
nicht über die geforderten Nachweise verfügen. -- Bei Bäumen mit einer tief und eng gefurchten Rinde ist darauf zu achten, dass auch an diesen
• Ein Aufasten der Bäume (d. h. ein Entfernen von Ästen am Stamm) ist zu unterlassen, es sei denn, schwerer zugänglichen Engstellen die Ringelung sauber bis in das Splintholz durchgeführt
es ist zum Freihalten des Lichtraumprofils erforderlich. wird und somit eine Wundkallusbildung, mit der sich der Baum wieder regenerieren kann,
unterbleibt.
• Angeflogene oder sich selbst angesiedelte Gehölze unterliegen der gleichen Unterhaltung wie ge-
-- Die Methode verhindert nachgewiesenermaßen die Bildung von Wurzelausläufern, die nach
pflanzte oder bestehende Gehölzgruppen.
dem herkömmlichen Fällen des Baumes verstärkt im Bereich des Baumstumpfes aufkommen.
• Sofern möglich, ist das anfallende Schnittgut, soweit es nicht als Nutzholz verwendet werden Hintergrund der Ringelungsmethode ist das allmähliche Schwächen des Baumes durch das
kann, mit einem Buschhacker zu zerkleinern und zum Mulchen z. B. neuangelegter Anpflanzun- Kappen eines Großteils der senkrecht verlaufenden Versorgungsbahnen (Ausnahme „Restbrü-
gen zu verwenden. Überschüssiges Material ist nach Möglichkeit zur Kompostierung aufzusetzen cke“). Nach einer gewissen Zeit führt dieser Nährstoff- und Wasserentzug zu einem Absterben
oder für den Lebendverbau zu verwenden. des Baumes.
• Abgestorbene Gehölze oder Gehölzteile sind - sofern von ihnen keine Gefährdung der Verkehrs- -- Nach der Teilringelung sind entstehende Wundverschlüsse im Bereich des handbreiten Strei-
sicherheit sowie keine Einengung des Abflussquerschnittes ausgeht - zu belassen. Totholz ist von fens möglichst unter Erhalt der Restbrücke zu entfernen. Tiefe und eng gefurchte Stellen sind
hohem ökologischem Wert. hierbei besonders auf Überwallungen zu prüfen. Stammaustriebe, die nach der Ringelung
• Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume sind, wenn räumlich möglich, aus Grün- verstärkt gebildet werden, sind zu entfernen. Diese Maßnahmen werden bis zur Komplett-
den der Nachhaltigkeit rechtzeitig, d. h. vor dem Entfernen des Altbaumes bzw. direkt danach Ringelung im Sommer des Folgejahres (Juni) regelmäßig durchgeführt.
durchzuführen. -- Wenn nach der Komplett-Ringelung am verkahlten Baum ein Jahr lang keine Stammaustriebe
mehr zu beobachten sind, ist unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflicht zu ent-
• Es gelten die Ausführungen der DIN 18916, insbesondere zum Zeitpunkt der Pflanzung, zu
scheiden, ob der abgestorbene Baum im Bestand geduldet werden kann oder ob ein Einkürzen
Pflanzgutbeschaffung, Behandlung der Pflanzen vor der Pflanzung, Pflanzlöchern, Wurzelbe-
(= stehendes Totholz) erfolgen soll.
handlung, Pflanzvorgang, Pflanzschnitt, Verankerung sowie Fertigstellungs- und Entwicklungs-
pflege. Die Vorbereitung der Vegetationstragschicht wird in der DIN 18915 beschrieben. Hier Röhrichte
gelten nicht die Punkte 5.2 Bodenverbesserung und 5.3 Düngemittel. Weitere zu beachtende • Röhrichte sind nach § 30 BNatSchG geschützte Biotope und somit zu erhalten. Auch das Berliner
DIN-Normen sind in Anhang 10 B dargestellt. Naturschutzgesetz stellt den Röhrichtbestand an Gewässern explizit unter Schutz und enthält
• Bei der Entwicklungspflege von Neuanpflanzungen ist in den ersten Jahren der konkurrierende Regelungen zu seiner Erhaltung und Entwicklung (§ 29 bis 32 NatSchG Bln). In der Regel sind
Gras- und Krautbewuchs durch Mulchen und Ausmähen klein zu halten bzw. zu beseitigen. Ggf. Unterhaltungsmaßnahmen an Röhrichten, soweit der Bewuchs standsicher ist, nicht erforderlich.
sind Biberschutzmaßnahmen erforderlich. • Eventuell dennoch anfallende Unterhaltungsarbeiten an Röhrichten sind nur in enger Abstim-
• Arbeiten an Gehölzbeständen sind auf das erforderliche Minimum zu reduzieren und lediglich in mung mit den zuständigen Naturschutzbehörden zu erledigen. Die Mäharbeiten sind, wenn
dem vorgegebenen Zeitrahmen durchzuführen (siehe Zeittafel). Dies gilt nicht bei Gefahr des so- unumgänglich, abschnittsweise und per Hand durchzuführen. Außerdem ist der vorgegebene
fortigen Schadenseintritts oder (im Benehmen/Einvernehmen mit der zuständigen Naturschutz- Zeitrahmen einzuhalten (siehe Zeittafel).
behörde und nach Abstimmung mit dem Expertenkreis) bei Maßnahmen, die zu anderer Zeit • Im Rahmen der Unterhaltung erfolgt i. d. R. keine Anpflanzung von Röhrichten. Potenzielle
nicht durchgeführt werden können. Standorte können - durch Abflachen der Ufer, Entfernen der Ufersicherung, Anlegen von Flach-
• Junge standortfremde Gehölze im Bereich der Uferbefestigung sind nach Möglichkeit – als vor- wasserzonen u. ä. - nach Maßgabe der Zielkonzeption optimiert werden. Findet in den ersten
beugende Verkehrssicherungsmaßnahme - zu beseitigen. zwei Jahren keine Eigenbesiedlung statt, kann die Röhrichtansiedlung durch Initialpflanzungen
• Standortheimische Gehölze sind nur dann zu entfernen oder zu kappen, wenn sie verkehrsunsi- unterstützt werden.
cher sind oder die Bauwerkssicherheit beeinträchtigen.

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Hochstauden raum der Neophyten.
• Mäharbeiten sind (im Benehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde) auf ein Mindestmaß • Besondere Verhaltensregeln sind bei der Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus, der bisher im Bear-
zu beschränken. Die Mahd erfolgt - soweit keine anderen Festlegungen getroffen wurden - ab- beitungsgebiet nicht festgestellt wurde, erforderlich. Er ist ebenfalls mehrfach im Jahr zu mähen.
schnittsweise in drei- bis fünfjährigem Rhythmus, dabei bleibt immer ein älterer Bestand (min- Dabei ist Schutzkleidung zu tragen, die möglichst alle Körperteile bedeckt. Das Mähgut ist von
destens 40%) als Rückzugsrefugium und Wiederbesiedlungskern für Insekten und verschiedene der Fläche zu entfernen. Erfahrungen an anderen Bundeswasserstraßen haben gezeigt, dass fünf-
Vogelarten erhalten. Zu dichter Buschaufwuchs ist hierbei zu beseitigen. maliges Mähen im Jahr über einen Zeitraum von 5 Jahren zum Erfolg geführt hat. Bei kleineren
• Geschützte und/oder gefährdete Hochstaudengesellschaften sind, wenn eine Gefährdung durch Beständen kann u. U. ein vollständiges Ausgraben und Entfernen der Pflanzen (unter Berück-
Gehölzaufwuchs auszuschließen ist, grundsätzlich von der Unterhaltung auszunehmen. Ansons- sichtigung der genannten Schutzmaßnahmen) sinnvoll sein, allerdings sind auch dabei mehrere
ten sind aufkommende Gehölze zu entnehmen. Jahre einzuplanen und Kontrollen der Ausbreitung erforderlich. Werkzeuge, die zum Mähen oder
Ausgraben des Riesen-Bärenklaus genutzt wurden, sind nach Beendigung der Maßnahme (unter
• Die Mäharbeiten sind möglichst per Hand oder mit solchen Geräten durchzuführen, die das
Beibehaltung der Schutzmaßnahmen) unbedingt gründlich zu säubern.
Mähgut nicht schlegeln und gleichzeitig aufsammeln, damit Tieren, die sich am Mähgut befin-
den, ein Verbleiben in ihren Lebensräumen ermöglicht wird. Damit sie entweichen können, sollte • Neophytische Gehölze sind möglichst an ihrer weiteren Ausbreitung zu hindern (vgl. dazu auch
das Mähgut vor dem Aufsammeln einige Tage liegenbleiben. Zu bevorzugen ist der Einsatz von Gehölze sowie Abbildung „Leitbild der Gehölzunterhaltung“). Zu nennen sind am Landwehrka-
Balkenmähern. Das Mulchen sollte möglichst eingeschränkt werden. nal vor allem Eschen-Ahorn, Robinie und Götterbaum.
• Das anfallende Mähgut muss entsorgt werden (Nutzung z. B. als Viehfutter, Biomasse für Ener-
giegewinnung, Kompostierung oder zum Mulchen, wenn keine Pflanzenteile von invasiven Neo- Beachtung des Artenschutzes im Rahmen der Unterhaltung
phyten enthalten sind), es darf nicht verbrannt werden.
Allgemeiner Artenschutz
• Die Unterhaltungsarbeiten sind möglichst im vorgegebenen Zeitrahmen durchzuführen (siehe
Zum allgemeinen Artenschutz gehören die Verbote des § 39 Abs. 5 BNatSchG, Gehölze von Anfang
Zeittafel).
März bis Ende September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen oder Röhrichte in dieser Zeit
Invasive Neophyten zurückzuschneiden. Sie gelten nicht, wenn Maßnahmen der Gewährleistung der Verkehrssicherheit
dienen und anders nicht durchführbar sind.
Neophyten sind Pflanzenarten, die aus anderen Klimazonen meist durch den Menschen bewusst oder
unbewusst eingeschleppt wurden. Einige Arten konnten sich aufgrund von günstigen Standortverhält- § 40 BNatSchG verbietet das Ausbringen gebietsfremder Arten in der freien Natur ohne Genehmigung
nissen (Nährstoffe, Rohboden usw.) und ihrer Konkurrenzkraft optimal entwickeln, bilden an man- der zuständigen Naturschutzbehörde. Diesem Ausbringungsverbot unterliegt die WSV im Rahmen
chen Bundeswasserstraßen bereits großflächige Monokulturen und verdrängen dadurch einheimische der Unterhaltung. Anzustreben und ab 2020 obligatorisch ist also der Einsatz standortheimischen
Arten. Ihre Bedeutung für die Fauna ist im Vergleich zur standortheimischen Vegetation geringer, sie Pflanzmaterials und Saatgutes (mit Herkunftsnachweis).
bilden jedoch Ersatzlebensräume. Im Herbst, nach Absterben der oberirdischen Pflanzenteile, stellen
Besonderer Artenschutz
krautige Neophyten keinen optimalen Uferschutz mehr dar.
Bei allen Unterhaltungsmaßnahmen müssen die Bestimmungen des besonderen Artenschutzes einge-
Bekannteste Vertreter der krautigen Neophyten an Bundeswasserstraßen sind der Japanische Stauden-
halten werden. Im BNatSchG werden die besonders und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten
knöterich, das Drüsige Springkraut, die Kanadische Goldrute, der Topinambur und der Riesen-Bären-
definiert (nicht zu verwechseln mit den gefährdeten Arten, die in den Roten Listen enthalten sind). Das
klau. Am Landwehrkanal sind diese Arten noch nicht übermäßig verbreitet. Es finden sich vereinzelt
Artenspektrum ist sehr groß, lässt sich aber in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde
Japanischer Staudenknöterich und Topinambur sowie (zerstreut) die Kanadische Goldrute.
mit Bezug auf die konkrete Unterhaltungsmaßnahme sinnvoll eingrenzen. Von Unterhaltungsmaß-
• Kleine Bestände (< ca. 5 m²) sind möglichst mehrfach im Jahr zu mähen. Das Mähgut ist an- nahmen an der Wasserstraße können insbesondere Vögel, Fledermäuse und Fische, aber auch holzbe-
schließend von den Flächen zu entfernen. wohnende Käfer, Libellen sowie Amphibien und Reptilien betroffen sein. Für die geschützten Arten
• Eine Entfernung größerer Bestände wäre sehr aufwändig und durch die damit verbundenen Ein- gelten die in § 44 BNatSchG formulierten Zugriffsverbote (geschützte Tiere zu töten oder erheblich
griffe auch ökologisch nachteilig. Daher ist darauf zu verzichten. Um die standortheimische Ufer- zu stören, ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu beschädigen bzw. geschützte Pflanzen und ihre
vegetation zu erhalten, soll angestrebt werden, eine weitere starke Ausbreitung dieser vorhandenen Standorte zu beschädigen). Es muss sichergestellt werden, dass diese Zugriffsverbote bei der Durchfüh-
Neophytenbestände zu verhindern. Dazu sind die Randbereiche, in denen sich die Pflanzen in rung der Maßnahmen nicht verletzt werden oder eine entsprechende Ausnahme möglich ist.
angrenzende Biotope ausdehnen, mehrfach im Jahr zu mähen. Das Mähgut ist aus den Flächen Abbildung „Abstimmung zum Artenschutz bei der Unterhaltung“ verdeutlicht die Herangehensweise
zu entfernen. und den Abstimmungsverlauf mit den zuständigen Naturschutzbehörden. Da es für die Belange des
• Außerdem sind betroffene Bereiche im Rahmen von Unterhaltungsarbeiten mit standortheimi- Artenschutzes kein formalisiertes Prüfungsverfahren gibt und für ihre Berücksichtigung im Rahmen
schen Gehölzen randlich abzupflanzen. Der entstehende Schattendruck reduziert den Lebens- der Unterhaltung erst wenige Erfahrungen vorliegen, sollten in enger Abstimmung mit den zuständi-

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gen Naturschutzbehörden pragmatische Lösungsansätze für den Einzelfall gesucht werden. Im Nor- Spezielle Unterhaltungsanweisungen
malfall sollte es nicht erforderlich sein, dazu einen ausführlichen Fachbeitrag zum Artenschutz, wie z.
B. bei Planfeststellungsverfahren üblich, zu erstellen. Im Wesentlichen sind folgende Fragen zu klären:
Für die WSV-eigenen Flächen werden spezielle Unterhaltungsanweisungen formuliert. Diese enthalten
Aussagen zu:
Welche geschützten Arten kommen im Gebiet vor und könnten von der Unterhaltungsmaßnah-
me betroffen sein? • Abschnitten mit besonderen Anforderungen an Schifffahrt, Verkehrssicherheit und wasserwirt-
schaftliche Unterhaltung,
Relevant sind nur die Arten, die durch die Wirkungen der Unterhaltungsmaßnahme konkret beein-
trächtigt werden könnten. • streng geschützten Arten,
Hilfreich ist in jedem Fall die Nachfrage bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach im Gebiet
vorkommenden geschützten Arten. Besonders wichtig ist die Beachtung der streng geschützten Arten. • ökologisch hochwertigen Bereichen und Arten sowie
Auch die Heranziehung des Gefährdungsgrades aus den Roten Listen kann für die Artenauswahl hilf-
reich sein. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind vornehmlich Arbeiten an den älteren Baumbeständen • ausgewählten ökologisch sehr gering- bis mittelwertigen Bereichen und Arten.
kritisch zu sehen, da beispielsweise Greifvögel, Spechte und Fledermäuse Baumhöhlen oder Horste
nutzen und betroffen sein können. In diesem Fall sind die relevanten Strukturen an den Bäumen Die speziellen Unterhaltungsanweisungen wurden aus der Zielkonzeption und somit aufbauend auf
aktuell zu erfassen. Auch der streng geschützte Biber kommt mittlerweile am LWK vor.Als besonders den Bestandsdaten und der Einschätzung sowie den erforderlichen, vom WSA geplanten Unterhal-
geschützte Pflanzenarten wurden die Gelbe Teichrose und die Sand-Strohblume (beide BArtSchV) tungsarbeiten abgeleitet.
nachgewiesen.
Eine Darstellung der speziellen Unterhaltungsanweisungen erfolgt in den Plänen „Spezielle Unterhal-
tungsanweisungen“, Plan Nr. U-3 bis U-13. Für die hier nicht beschriebenen Uferabschnitte gelten
Sofern Beeinträchtigungen zu erwarten sind – welche Möglichkeiten zur Vermeidung und Mi- die Aussagen in der Zielkonzeption (Kap. 6) und die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
nimierung gibt es (Vermeidungsmaßnahmen, vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (sog. CEF-
Maßnahmen))?
Wenn Zugriffsverbote nach § 44 verletzt werden können, sollte nach Alternativmöglichkeiten gesucht
werden, die das verhindern. Beispielsweise kann es ausreichend sein, einen verkehrsunsicheren Baum
oberhalb der Baumhöhle zu kappen. Auch die Schaffung von Ersatzquartieren, bestimmte Bauaus-
schlusszeiten sowie die zeitliche und räumliche Staffelung der Maßnahmen sind als minimierende bzw.
CEF-Maßnahmen denkbar.

Werden trotz aller Minimierungsmöglichkeiten Zugriffsverbote nach § 44 verletzt?
Nicht immer wird eine Verletzung der Zugriffsverbote zu verhindern sein. Dann ist zu prüfen, ob ge-
mäß § 45 Abs. 7 die Voraussetzungen für eine Ausnahmegenehmigung gegeben sind (siehe Abbildung
„Abstimmung zum Artenschutz bei der Unterhaltung“) und ggf. eine solche Ausnahmegenehmigung
einzuholen bzw. die Ausnahme im Benehmen mit der Naturschutzbehörde zu dokumentieren.
Weitere Hinweise finden sich im „Leitfaden zur Berücksichtigung des Artenschutzes bei Aus- und
Neubau von Bundeswasserstraßen“ (BMVBS 2009) sowie im „Leitfaden Umweltbelange bei der Un-
terhaltung von Bundeswasserstraßen “ (BMVI 2015a).

9 10
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für Abschnitte mit besonderen Anforderungen an Schiff-
Spezielle Unterhaltungsanweisungen
fahrt, Verkehrssicherheit und wasser- wirtschaftliche Unterhaltung
LWK-Km 0,00 bis 10,74 V1 Ufermauer in Regelbauweise und mit vorgesetzten Unterwasserspundwänden, Senkrechtu-
fer mit Betonmauern
V2 Schleusen
Flutgraben / Wehrarm Oberschleuse
(parallel Landwehrkanal Km 10,10-10,63) V3 Schrägufer mit naturnahen Uferstrukturen
rechts links
V4 Anlegen von Flachwasserzonen, Aufwerten der Schrägufer
G6 G1 Ö17 G7
Spezielle Unterhaltungsanweisungen für streng geschützte Arten

Landwehrkanal A1 Eisvogel
rechts links A2 Biber
10,74
Ö16 Ö11 Ö9 Ö6 A2 V2 V2 A2 Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten
10,00
G1 Ö16 Ö12 A2 V3 A2 Ö2 Überhängende Mauervegetation
9,00 Ö3 Uferstaudensäume
Ö18 Ö17 Ö16 Ö2 Ö1 A2 V1 A2 G5 Ö18 Ö4 naturnaher Gewässerabschnitt mit Unterwasservegetation (Wehrarm Unterschleuse)
8,00 Ö5 Staudensäume frischer Standorte mit vereinzelten Bäumen und Sträuchern
Ö16 Ö2 A2 V1 V4 A2
Ö6 Röhrichtbestand
Ö7 Arten- und strukturreiche Uferabschnitte
7,00
Ö8 Sandtrockenrasen
Ö2 A2 V1 V1 A2 Ö1 Ö2 Ö16
Ö9 Artenreiche Scherrasen (teilweise mit Trockenrasenelementen)
6,00 Ö10 Arten- und strukturreiche Grünflächen mit Gehölzen
Ö16 Ö2 Ö1 A2 V1 V1 A2 Ö1 Ö2 Ö16 G3
Ö11 Weidengebüsch
5,00 Ö12 Strukturreiche Gehölze mit gemischter Artenzusammensetzung
Ö6 Ö15 Ö8 Ö7 Ö3 Ö2 Ö1 A2 V1
Ö16 V1 A2 Ö1 Ö2 Ö3 Ö7 Ö8 Ö16 G2 Ö13 Waldartiger Gehölzkomplex
Ö6
4,00 Ö15 Landschaftsbestimmender Solitärbaum
Ö6 Ö15 Ö3 Ö2 Ö1 A2 V1
G1 V1 A2 Ö1 Ö3 G1 Ö16 Alte Hänge-Weiden, Silber-Weiden, Linden
3,00 Ö17 Potenzielle Lebensstätte geschützter Arten
G4 G2 Ö6 Ö12 Ö9 Ö2 Ö1 A2 V1
Ö5 Ö14 V1 A2 Ö1 Ö2 Ö8 Ö9 Ö10 Ö12 Ö15 Ö18 Baumreihe
2,00 Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwertige
G4 Ö15 Ö13 A2 V3 V2 V1 V1 V2 V3 A2 Ö5 Ö9 Ö12
Ö2 Ö13
Ö2 Bereiche und Arten
1,00 G1 Krautige Neophyten (Japanischer Staudenknöterich, Kanadische Goldrute, Topinambur)
G1 Ö12 Ö10 A2 V4 V3 V1 A2 Ö2 G3
G2 Neophytische Gehölze (Robinie, Eschen-Ahorn, Götterbaum, Hybrid-Pappel)
G3 Grundinstandsetzung Scherrasen
0,00 G4 Aufwertung artenarmer bzw. gestörter Scherrasen
Wehrarm Unterschleuse G5 Artenarme gestörte Trittrasen
rechts (parallel Landwehrkanal Km 1,35-1,75) links G6 Ruderalfluren
G7 Aufwertung strukturarmer Gehölzbestände
Ö13 Ö12 Ö4 V1
V1 V4 V3 V3 V4 A1 Ö4 Ö9 Ö13

11 12
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für Abschnitte mit besonderen Anforderungen an • Bei der Sanierung der Mauerfugen ist zu prüfen, inwieweit Teilbestände des Bewuchses mit
Schifffahrt, Verkehrssicherheit und wasserwirtschaftliche Unterhaltung Mauerraute und Florentiner Mausohr-Habichtskraut erhalten werden können (Fenster). Die
V1 Ufermauer in Regelbauweise und mit vorgesetzten Unterwasserspundwänden, Größe der Fenster sollte mindestens 5-10 cm um die zu erhaltende Pflanze betragen. Sollte ein
Senkrechtufer mit Betonmauern Erhalt der Artvorkommen nicht möglich sein, ist zu prüfen, ob die Arten an Ersatzstandorten
in der Nähe des Kanals erhalten werden können. Die Pflanzen sind zu werben und auf geeig-
Plan 5 rechts km 8,15 bis km 8,70 nete Standorte zu verbringen. Das Florentiner Mausohr-Habichtskraut kann in umgebenden
km 7,80 bis km 8,05 Sandtrockenrasen verpflanzt werden. Für die Mauerraute ist zu prüfen, ob in der Umgebung
Plan 7 links km 6,42; km 6,22 bis km 6,32 des Kanals ggf. geeignete Ersatzstandorte (Mauern) verfügbar sind.
rechts km 5,91 bis km 5,99; km 6,24 bis km 6,33 • Hinter den vorgesetzten Spundwänden aufkommende Uferstauden sind jährlich im Herbst zu-
Plan 8 links km 5,29 bis km 5,32 rückzuschneiden.
rechts und links km 4,78 bis km 4,84; km 4,86 bis km 5,26 Querverweise:
Plan 9 rechts und links km 3,73 bis km 4,08; km 4,12 bis km 4,36 • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
km 4,38 bis km 4,66; km 4,71 bis km 4,78 • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö1 (Mauerraute und Florentiner Mausohr-Habichts-
Plan 10 rechts und links km 2,64 bis km 2,91; km 2,98 bis km 3,69
kraut), Ö2 (Überhängende Mauervegetation), Ö3 (Uferstaudensäume).
Plan 11 rechts und links km 1,78 bis km 2,62
Plan 12 links km 0,72 bis km 1,21
Schutz, Gefährdung:
lokal Rote-Liste-Arten
Mauerraute:
RLD: nicht gefährdet RL Bln: 3 (gefährdet)
Florentiner Mausohr-Habichtskraut:
RLD: nicht gefährdet RL Bln: 2 (stark gefährdet)
Lebensraum/-strukturen:
Ufer mit alten Sandstein-Mauern, i. d. R. mit Moosen und Flechten, lokal ruderale Mauerfugen-
vegetation mit Farnfluren (Mauerraute und Florentiner Mausohr-Habichtskraut), Fragmente von
Uferstaudenfluren (Ufermauer mit Unterwasserspundwand, teilweise in Ziegelflachschicht wur-
zelnd)
Unterhaltung:
• Bei der Unterhaltung der Ufermauern in Regelbauweise ist der Gehölzbewuchs im Bereich von
Spundwänden und Mauern vollständig zu entfernen. Ebenso sind in Mauerfugen aufkommen-
de Stauden bei Erfordernis zu entfernen.
• Der Gehölzaufwuchs auf den Abdecksteinen und unmittelbar dahinter ist zu entfernen.
• Bei angrenzenden Gehölzbeständen ist das tatsächlich erforderliche Lichtraumprofil herzustel-
len und durch regelmäßige Schnittmaßnahmen dauerhaft freizuhalten.
• Mauerüberhängende Vegetation ist zu belassen, bei Bauwerksinspektion, Peilungen etc. Prüfen,
ob Zurückbinden möglich - ansonsten bei Erfordernis abschnittsweises Zurückschneiden alle
6 bis 8 Jahre.
• Zur Feststellung von Schäden an Mauern sind diese ausschließlich bei unmittelbarem Bedarf
zu reinigen. In Bereichen, die nicht überprüft werden müssen, ist der Bewuchs aus Moosen und
Flechten zu erhalten.

13 14
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für Abschnitte mit besonderen Anforderungen an Spezielle Unterhaltungsanweisungen für Abschnitte mit besonderen Anforderungen an
Schifffahrt, Verkehrssicherheit und wasserwirtschaftliche Unterhaltung Schifffahrt, Verkehrssicherheit und wasserwirtschaftliche Unterhaltung
V2 Schleusen V3 Schrägufer mit naturnahen Uferstrukturen
Plan 3 Oberschleuse km 10,60 bis km 10,67 Plan 4 rechts km 9,38 bis km 9,48
Plan 12 Unterschleuse km 1,60 bis km 1,74 Plan 12 Wehrarm Unterschleuse (rechts) km 0,38 bis km 0,41
Schutz, Gefährdung: km 0,00 bis km 0,21
lokal Rote-Liste-Art (Mauerraute) Wehrarm Unterschleuse (links) km 0,10 bis km 0,19
Mauerraute: rechts km 1,52 bis km 1,60
RLD: nicht gefährdet RL Bln: 3 (gefährdet) links km 1,29 bis km 1,60
rechts km 0,73 bis km 1,21
Lebensraum/-strukturen:
Oberschleuse mit Betonspundwand. Grünflächen mit Trockenrasenelementen, überwiegend stand- Plan 13 rechts km 0,62 bis km 0,73
ortfremde Gehölze, wertvolles Röhricht und Weidenbestand hinter vorgesetzter Spundwand km 0,17 bis km 0,59
Unterschleuse mit Senkrechtufer aus alten Ziegelmauern mit Moosen und Flechten, lokal Mauer- Schutz, Gefährdung:
fugenvegetation mit gefährdeten Farnfluren unter Beteiligung von Rote-Liste-Arten (Mauerraute). -
Grünflächen mit artenreichen Scherrasen sowie naturfernen Ziergehölzen und Teilen von naturnä- Lebensraum/-strukturen:
heren Gehölzen (Weiden) Weitgehend unverbaute und unbefestigte Uferbereiche mit (angrenzenden) Gehölzen (hoch wert-
Unterhaltung: volle Bereiche)
• Bei der Unterhaltung im Bereich der Schleusen ist der Gehölzbewuchs im Bereich von Mauern Unterhaltung:
und Spundwänden und Abdecksteinen vollständig zu entfernen. Ebenso sind in Mauerfugen • Die unbefestigten, teilweise flach auslaufenden Uferböschungen mit ihren überwiegend natur-
aufkommende Stauden zu entfernen. nahen Substraten (Sand, Wurzeln) und überhängenden Gehölzen sind als wertvolle Rückzugs-
• Bei angrenzenden Gehölzbeständen ist das tatsächlich erforderliche Lichtraumprofil herzustel- und Reproduktionshabitate für die Fischfauna sowie als Rast- und Ausstiegshabitate für die
len und durch regelmäßige Schnittmaßnahmen dauerhaft freizuhalten. Darüber hinaus erfolgt Fauna zu erhalten.
kein Eingriff in den Gehölzbestand. • Lichtraumprofil und Sichtachsen sind im tatsächlich erforderlichen Umfang herzustellen (Ufer
• Vorhandene Nadelgehölze sowie nichtheimische Gehölze sind langfristig durch standortheimi- Ratiborstraße, Müller-Breslau-Ufer, Salzufer).
sche Gehölze zu ersetzen. • Überhängende Gehölzstrukturen sind so weit wie möglich zu schonen und nur bei Bedarf ab-
• Die Scherrasen sind zur Aufrechterhaltung der Anteile von Arten der Magerrasen und schnittsweise zurückzuschneiden.
Frischwiesen magerer Standorte sowie zur Förderung ihrer Lebensgemeinschaften dreischürig, • Bei Erfordernis (z. B. Ufer Ratiborstraße) ist eine Sicherung des Ufers möglichst unter Einsatz
besser zweischürig zu pflegen. Die Mahdhöhe soll 7 cm nicht unterschreiten. Das Mahdgut technisch-biologischer Bauweisen herzustellen. Vorhandene Bäume sind dabei nach Möglich-
ist (möglichst nach einer Verweildauer von 2-3 Tagen) zu beräumen. Die Mahdtermine soll- keit zu erhalten.
ten Ende Mai (1. Termin), im Juli/August (2. Termin) und im Oktober (3. Termin) liegen.
Nachsaaten sollen ausschließlich mit standortheimischem Saatgut erfolgen (siehe SenStadtUm Querverweise:
(2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publi- • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
kationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö4, Ö12 und Ö13.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö1, Ö8, Ö9, Ö10 und Ö12.

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Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für Abschnitte mit besonderen Anforderungen an Spezielle Unterhaltungsanweisungen für streng geschützte Arten
Schifffahrt, Verkehrssicherheit und wasserwirtschaftliche Unterhaltung
V4 Anlegen von Flachwasserzonen, Aufwerten der Schrägufer A1 Eisvogel
Plan 6 links Urbanhafen km 7,09 bis km 7,14 Plan 12 Wehrarm Unterschleuse (links) km 0,10 bis km 0,18
Plan 12 Wehrarm Unterschleuse km 0,24 bis km 0,27 Schutz, Gefährdung:
Plan 13 rechts km 0,17 bis km 0,24 §7 BNatSchG: streng geschützt (BArtSchV)
Schutz, Gefährdung: VSchRL: Anhang I
- RL D: - RL Bln: 2 (stark gefährdet)

Lebensraum/-strukturen: Lebensraum/-strukturen:
Anlegen von Flachwasserzonen an weitgehend unverbauten und unbefestigten Uferbereichen mit Steilufer, Gehölzstrukturen wie Wurzelteller und ins Wasser hineinragende Äste
landseitig angrenzenden Gehölzen Unterhaltung:
Unterhaltung: • Zur dauerhaften Etablierung von Vorkommen des Eisvogels am Landwehrkanal sind die vor-
• Als Grundlage für die Anlage von Flachwasserzonen mit Röhrichten und Uferstaudenfluren handenen Ufergehölze am Wehrarm Unterschleuse zu erhalten, solange die Verkehrssicherheit
sind kiesige Hartsubstrate u. a. einzubringen. und die Sicherheit der Uferböschungen gewährleistet sind. Die landseitig angrenzenden Gehöl-
• Als Schutzvorrichtungen gegen Wellenschlag sind Spundwände oder Lahnungen vorzusehen. ze mit einer dichten Strauchschicht sind ebenfalls zu erhalten.
• Sofern im Zietraum von zwei Jahren keine Eigenbesiedlung stattfindet, sind zur Etablierung • Vorhandene Steilufer sind als typische Habitate des Eisvogels zu erhalten, solange diese nicht
naturnaher Vegetationsstrukturen im Uferbereich Initialpflanzungen von Schilf, Schmalblätt- der Instandsetzung bedürfen (Erosion).
rigem Rohrkolben, Rohr-Glanzgras, Wasser- und Flut-Schwaden etc. vorzunehmen. • Zur Etablierung und Förderung des im Gebiet häufig zu beobachtenden Eisvogels kann
• Zur Reduzierung von Störungen durch Erholungssuchende etc. sind vorzugsweise heimische eine Nisthilfe angebracht werden (siehe Zielkonzeption „Entwicklungsmaßnahmen“)
(möglichst dornenbewehrte) Sträucher auf den Uferböschungen zu pflanzen, um einen unge- (http://www.wsa-b.de/aktuelles/ausbildung_wsa_berlin/aktuelles/azubi_projektarbeit/index.
hinderten Zugang zu verhindern. Bei Bedarf ist landseitig zu zäunen. html)
• Als Deckung und Schutzhabitate für Fische etc. ist Totholz (Stämme, Faschinen) einzubringen • Die Regelungen des Artenschutzes sind bei allen Maßnahmen im Uferbereich zu beachten.
und zu verankern. Querverweise:
• Als weitere Deckung für Fische sowie als Rast- und Ausstiegshabitate für die Säugetierfauna • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
sind die flach auslaufenden Uferböschungen mit überwiegend naturnahen Substraten (Sand, • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
Wurzeln) zu erhalten. • Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V3 (Schrägufer mit naturnahen Strukturen).
• Für den Erhalt von Deckungs- und Laichhabitaten sind die landseitig angrenzenden Gehölzbe-
stände einschließlich des in das Wasser hineinreichenden Wurzelraums zu erhalten.
• Zur Gewährleistung einer erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen ist die Vegetationsent-
wicklung zu beobachten (Monitoring bzw. Erfolgskontrolle). Ergeben sich Optimierungsmög-
lichkeiten, sollten diese umgesetzt werden.
• Bedarfsweise ist ein Rückschnitt von dominant aufkommenden, verschattenden Gehölzen
(Auf-den-Stock-setzen) vorzunehmen.
• Ggf. aufkommende invasive Neophyten sind zu entfernen.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V3, Ö7, Ö12 und Ö13.

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Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für streng geschützte Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

A2 Biber Ö1 Mauerraute und Florentiner Mausohr-Habichtskraut
Plan 3 bis 13 Gewässer und Uferbereiche Plan 4 links Übergang Neuköllner Schifffahrtskanal-Landwehrkanal
Schutz, Gefährdung: Plan 5 rechts km 8,35 bis km 8,45
§7 BNatSchG: streng geschützt (FFH-RL) Plan 7 links km 6,42
FFH-RL: Anhang II und IV
RL D: V (Vorwarnliste) RL Bln: 1 (vom Aussterben bedroht) Plan 8 rechts km 4,86 bis km 5,15; km 5,19 bis km 5,26
links km 4,86 bis km 5,15; km 5,19 bis km 5,26
Lebensraum/-strukturen:
Gewässer, Flachufer als Ausstieg, Gehölzsäume als Nahrung Plan 9 Rechts km 3,73 bis km 4,08; km 4,73
links km 3,73 bis km 4,08; km 4,43 bis km 4,46; km 4,12 bis km 4,15
Unterhaltung:
• Es werden keine speziellen Maßnahmen für den Biber durchgeführt. Plan 10 rechts km 3,33 bis km 3,69; km 2,64 bis km 2,91
• Die mit heimischen Gehölzen bestandenen Uferabschnitte werden erhalten und gefördert. links km 3,33 bis km 3,69; km 2,98 bis km 3,32
• Dem Biber dienen alle Unterhaltungsmaßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, standorthei- km 2,64 bis km 2,91
mische, naturnahe und strukturreiche, extensiv gepflegte Gehölzbestände zu erhalten und an- Schutz, Gefährdung:
zulegen. Mauerraute:
• Gefällte Bäume oder abgeschnittene Äste und Kronen sind, wo möglich, im Uferbereich zu RLD: - RL Bln: 3 (gefährdet)
belassen.
Florentiner Mausohr-Habichtskraut:
• Die Ausführungen zum Artenschutz sind zwingend zu beachten.
RLD: - RL Bln: 2 (stark gefährdet)
Querverweise:
Lebensraum/-strukturen:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
Schräg- und Senkrechtufer mit alten Mauern mit Moos- und Flechtenbewuchs, lokal ruderale Mau-
erfugenvegetation mit Farnfluren und Rote-Liste-Art (Florentiner Mausohr-Habichtskraut), Frag-
mente von Uferstaudenfluren (Schrägufer mit Unterwasserspundwand, wurzelnd in Ziegelflach-
schicht)
Unterhaltung:
• Bei der Sanierung der Mauerfugen ist zu prüfen, inwieweit Teilbestände des Bewuchses mit
Mauerraute und Florentiner Mausohr-Habichtskraut erhalten werden können (Fenster). Die
Größe der Fenster sollte mindestens 5-10 cm um die zu erhaltende Pflanze betragen. Sollte ein
Erhalt der Artvorkommen nicht möglich sein, ist zu prüfen, ob die Arten an Ersatzstandorten
in der Nähe des Kanals erhalten werden können. Die Pflanzen sind zu werben und auf geeig-
nete Standorte zu verbringen. Das Florentiner Mausohr-Habichtskraut kann in umgebenden
Sandtrockenrasen verpflanzt werden. Für die Mauerraute ist zu prüfen, ob in der Umgebung des
Kanals ggf. geeignete Ersatzstandorte (alte, möglichst absonnige Mauern oder Mauerreste mit
offenen Fugen in umgebenden Grünflächen) verfügbar sind oder neu angelegt werden können.
• Vor großflächigen Sanierungsmaßnahmen ist die zuständige Naturschutzbehörde einzubezie-
hen. Es sind die Möglichkeiten für den Erhalt der Mauervegetation zu prüfen.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V1.

19 20
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

Ö2 Überhängende Mauervegetation Ö3 Uferstaudensäume
Plan 5 rechts km 8,15 bis km 8,70; km 7,80 bis km 8,05 Plan 9 rechts km 3,96 bis km 4,08; km 3,73 bis km 3,82
Plan 7 rechts km 5,91 bis km 5,99; km 6,24 bis km 6,33 links km 3,99 bis km 4,08; km 3,73 bis km 3,79
links km 6,22 bis km 6,32 Plan 10 rechts km 3,33 bis km 3,69
Plan8 links km 5,29 bis km 5,32; km 4,78 bis km 4,84 links km 3,61 bis km 3,69; km 3,33 bis km 3,43
rechts km 4,89 bis km 4,92 Schutz, Gefährdung:
Plan 9 links km 4,71 bis km 4,78; km 4,61 bis km 4,66 § 30 BNatSchG, §28 NatSchGBln
rechts km 4,23 bis km 4,27; km 4,12 bis km 4,16 Lebensraum/-strukturen:
Plan 10 rechts km 3,58 bis km 3,61 Fragmente von Uferstaudenfluren (i. d. R. Ufermauern mit vorgesetzter Unterwasserspundwand,
links km 2,85 bis km 2,90; km 2,64 bis km 2,74 teilweise in Ziegelflachschicht wurzelnd)
Plan 11 rechts km 2,52 bis km 2,55; km 2,31 bis km 2,33; km 2,16 bis km 2,21 Unterhaltung:
links km 2,17 bis km 2,22 • Die hinter den vorgesetzten Spundwänden fragmentarisch vorhandenen Uferstaudensäume
sind bedeutsam als Rückzugsraum und im Rahmen des Biotopverbunds. Im Zuge der Unter-
Plan 12 links km 0,95 bis km 0,97
haltung erfolgt ein jährlicher Rückschnitt der Stauden im Zeitraum von Oktober bis Februar.
Schutz, Gefährdung:
Querverweise:
-
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
Lebensraum/-strukturen: • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
Schleierartige Überhänge aus Lianen und anderen windenden sowie kriechenden Stauden (Waldre- • Siehe auch Unterhaltungsanweisung V1.
ben, Wilder Wein etc.), Bodendeckern (Cotoneaster etc.), sonstige überhängende Gehölze
Unterhaltung:
• Erhalten der Überhänge, sofern mit den erforderlichen Vorgaben für die Bauwerksunterhaltung
und die Herstellung des tatsächlich erforderlichen Lichtraumprofils möglich.
• Zurückbinden der Überhänge bei Erfordernis für Peilung oder Bauwerksinspektion, soweit
möglich.
• Bei unmittelbarem Erfordernis möglichst abschnittsweises bzw. zeitlich und räumlich verzahn-
tes Zurückschneiden der Überhänge, möglichst ohne Rodung.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V1 und Ö16.

21 22
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

Ö4 Naturnaher Gewässerabschnitt mit Unterwasservegetation (Wehrarm Unter- Ö5 Staudensäume frischer Standorte mit vereinzelten Bäumen und Sträuchern
schleuse) Plan 11 links km 1,80 bis km 1,85; km 1,93 bis km 2,00
Plan 12 Wehrarm Unterschleuse km 0,10 bis km 0,22 Schutz, Gefährdung:
Schutz, Gefährdung: -
§ 30 BNatSchG, § 28 NatSchGBln Lebensraum/-strukturen:
RL D: 2 (stark gefährdet) Hochwüchsige Staudenfluren mit Brennnessel, Giersch und weiteren stickstoffliebenden Arten am
Gelbe Teichrose: Kanalufer, mit locker stehenden Bäumen
§7 BNatSchG: besonders geschützt (BArtSchV) Unterhaltung:
RL D: - RL Bln: - • Erhalt des Staudensaums durch jährlichen Rückschnitt der Stauden im Herbst mittels Frei-
Einfacher Igelkolben schneider oder Mäher. Die Schnitthöhe soll 10 cm nicht unterschreiten.
RL D: - RL Bln: 2 (stark gefährdet) • Die locker stehenden Bäume und Sträucher sind zu erhalten, und nach ihrem Absterben durch
Lebensraum/-strukturen: standortheimische Arten der Hartholz- und Weichholzaue zu ersetzen.
Kanalabschnitt mit Schwimmblattbeständen (Gelbe Teichrose) und flutendem Unterwasserröhricht Querverweise:
(Einfacher Igelkolben) • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
Unterhaltung: • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Für den Erhalt des wertvollen und vergleichsweise naturnahen Kanalabschnitts werden die • Siehe auch Unterhaltungsanweisung Ö10.
Bestände der Gelbe Teichrose und die Unterwasserröhrichte erhalten. Die Entwicklung dieser
Bestände wird geduldet, solange der Mindestabfluss und die minimalen Anforderungen an die
Schiffbarkeit des Gewässers gewährleistet sind.
• Da sich die Schwimmblattbestände und Unterwasserröhrichte in einem nur sporadisch von
der Schifffahrt genutzten Kanalabschnitt befinden, ist die Unterhaltung in Abständen von
mehreren Jahren auf ein zur Gewährleistung des Mindestabflusses erforderliches Minimum zu
beschränken.
• Ist eine Beseitigung der Vegetation erforderlich, soll diese mittels Mahd (Mähboot) erfolgen.
Eine Grundräumung unterbleibt.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisung V3.

23 24
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

Ö6 Röhrichtbestand Ö7 Arten- und strukturreiche Uferabschnitte
Plan 3 rechts km 10,65 bis km 10,67 Plan 9 rechts km 4,12 bis km 4,18; km 4,43 bis km 4,66
Schutz, Gefährdung: links km 4,16 bis km 4,27
§ 30 BNatSchG, § 28 NatSchGBln Schutz, Gefährdung: -
Lebensraum/-strukturen: lokal Rote-Liste-Arten
Röhrichtbestand aus überwiegend Rohr-Glanzgras, Kalmus, Sumpf-Ziest, Ufer-Ampfer und Ufer- Schwarz-Pappel
Wolftrapp RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: -
Unterhaltung: Berg-Ulme
• Es erfolgen keine Unterhaltungsmaßnahmen, der Röhrichtbestand bleibt erhalten. RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
• Das Eindringen der Kanadischen Goldrute ist durch Ausmähen (tiefes Mähen auf Bodenhöhe, Flatter-Ulme
mindestens zweimal jährlich im Mai und August vor der Blüte) zu unterbinden. RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
• Sollten Instandsetzungsarbeiten an der Spundwand erforderlich werden, ist auf den Schutz und
die Erhaltung des Röhrichts zu achten. Konkrete Maßnahmen sind im Bedarfsfall mit der zu- Feld-Ulme
ständigen Naturschutzbehörde abzustimmen. RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)

Querverweise: Lebensraum/-strukturen:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen. Weitgehend aufgelassene Grünflächen mit teilweise artenreichen Scherrasen, Säumen und Gehölzen
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel). aus heimischen Arten sowie Ziergehölzen und Neophyten
Unterhaltung:
• Zur Sicherung der Habitatfunktionen sind alle älteren Bäume mit Habitateigenschaften (Hors-
te, Höhlen, Rinden- und Borkenabrisse sowie –spalten etc.) unter Beachtung der Verkehrssi-
cherheit zu erhalten. Wertvolle, strukturgebende Sträucher sind ebenfalls zu erhalten.
• Zur strukturellen Bereicherung der Gehölze ist ein Erhalt von Hochstubben (maximal mögli-
che Höhe) sowie von stehendem und liegendem Totholz als Habitate für wirbellose Tiere etc.
unter Berücksichtigung der Belange der Verkehrssicherheit zu prüfen.
• Zur langfristigen Aufwertung der Habitatkomplexe sind nichtheimische Gehölze nach deren
Absterben bzw. unvermeidbarer Beseitigung durch heimische Arten unter Verwendung stand-
ortheimischer Herkunft zu ersetzen.
• Die Verjüngung heimischer Gehölzarten, insbesondere Ulmen, Eichen, Linden und Schwarz-
Pappeln, ist durch gezielten Erhalt zu fördern.
• Für den langfristigen Erhalt der Gehölze ist nach Möglichkeit eine wiederholte Beseitigung (i.
d. R. Rodung) der aufkommenden Gehölzverjüngung neophytischer Arten, wie insbesondere
Götterbaum, Robinie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel, vorzunehmen. Ggf. ist vorheriges
Ringeln mehrjähriger Bäume (Stangenholz) erforderlich. Bei entstehenden Lücken sind heimi-
sche Sträucher einzubringen.

25 26
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

• Die Scherrasen sind zur Aufrechterhaltung der Anteile von Arten der Magerrasen und Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten
Frischwiesen magerer Standorte sowie zur Förderung ihrer Lebensgemeinschaften zweischürig,
maximal dreischürig zu pflegen. Die Mahdhöhe soll 7 cm nicht unterschreiten. Das Mahdgut
Ö8 Sandtrockenrasen
ist (möglichst nach einer Verweildauer von 2-3 Tagen) zu beräumen. Die Mahdtermine sollten
Ende Mai (1. Termin) und im Oktober (2. Termin) liegen. Bei Erfordernis (hohe Nutzungsin- Plan 9 rechts km 4,73 bis km 4,81
tensitäten) kann ein zusätzlicher Termin im Juni/Juli eingefügt werden, um ein Niederdrücken links km 4,28 bis km 4,36
der Grasnarbe zu verhindern.
Plan 10 links km 2,68 bis km 2,69
• Auf Pflanzenschutzmittel und jegliche Düngung ist zu verzichten, nur bei Bedarf (Entstehung
größerer Vegetationslücken durch Aushagerung) sollte eine Erhaltungsdüngung erfolgen. Schutz, Gefährdung:
• Die Ausbreitung insbesondere neophytischer Gehölze ist durch Mahd bis an die Gehölzkante § 30 BNatSchG, § 28 NatSchGBln
heran zu verhindern. RL D: 2 (stark gefährdet)
• Nachsaaten sollen ausschließlich mit standortheimischem Saatgut erfolgen (siehe SenStadtUm Florentiner Mausohr-Habichtskraut:
(2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publi- RLD: - RL Bln: 2 (stark gefährdet)
kationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). Bei Nachsaaten auf größeren Flächen ist die zuständige Frühlings-Fingerkraut
Naturschutzbehörde hinzuzuziehen. RLD: - RL Bln: 3 (gefährdet)
Querverweise: Lebensraum/-strukturen:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen. Offenlandbereiche trockener Böschungsstandorte mit niedrigwüchsiger Vegetation und zerstreuten
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel). Vorkommen von Rote-Liste-Arten, teilweise verbuscht
• Siehe auch Unterhaltungsanweisung Ö10.
Unterhaltung:
• Die Sandtrockenrasen sind zur Aufrechterhaltung der typischen Vegetation magerer Standorte
zumindest einschürig im Herbst zu mähen (Oktober). Die Mahdhöhe soll 7 cm nicht unter-
schreiten. Das Mahdgut ist (möglichst nach einer Verweildauer von 2-3 Tagen) zu beräumen.
• Auf jegliche Düngung sowie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist zu verzichten.
• Bei hohem und dichtem Aufwuchs sowie bei zunehmender Ruderalisierung (Zunahme hoch-
wüchsiger Gräser und Stauden anstelle niedrigwüchsiger Horstgräser) sind die Sandtrocken-
rasen zweischürig mit Beräumung des Mahdgutes (vgl. oben) zu mähen. Die Mahdtermine
sollten Ende Mai (1. Termin) und im Oktober(2. Termin) liegen.
• Aufkommende Gehölzverjüngung, insbesondere neophytischer Arten wie Götterbaum, Robi-
nie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel, aber auch Verjüngung von Grau- und Zitter-Pappel ist
vollständig zu entfernen.
• Wertvolle Einzelbäume sowie heimische Sträucher und strukturreiche Gehölzgruppen sind zu
erhalten. Die Ausbreitung insbesondere neophytischer Gehölze ist durch Mahd bis an die Ge-
hölzkante heran zu verhindern.
• Nachsaaten sollen ausschließlich mit standortheimischem Saatgut erfolgen (siehe SenStadtUm
(2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publi-
kationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). Bei Nachsaaten auf größeren Flächen ist die zuständige
Naturschutzbehörde hinzuzuziehen.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö9 und G2.

27 28
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten • Nachsaaten sollen ausschließlich mit standortheimischem Saatgut erfolgen (siehe SenStadtUm
(2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publi-
kationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). Bei Nachsaaten auf größeren Flächen ist die zuständige
Ö9 Artenreiche Scherrasen (teilweise mit Trockenrasenelementen)
Naturschutzbehörde hinzuzuziehen.
Plan 3 rechts km 10,60 bis km 10,66
Querverweise:
Plan 10 links km 2,98 bis km 3,32; km 3,33 bis km 3,69 • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
Plan 11 rechts km 2,08 bis km 2,16 • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
links km 1,85 bis km 1,92; km 2,04 bis km 2,17 • Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V2, Ö10 und G2.

Plan 12 Unterschleuse (links) km 1,71 bis km 1,74
Schutz, Gefährdung:
lokal Rote-Liste-Arten
Florentiner Mausohr-Habichtskraut:
RLD: - RL Bln: 2 (stark gefährdet)
Frühlings-Fingerkraut
RLD: - RL Bln: 3 (gefährdet)
Frühe Segge
RLD 3 (gefährdet) RL Bln: -
Wiesen-Schaumkraut
RLD - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Lebensraum/-strukturen:
Offenlandbereiche meist mäßig trockener Böschungsstandorte mit Anteilen niedrigwüchsiger Vege-
tation und zerstreuten Vorkommen von Rote-Liste-Arten, teilweise verbuscht
Unterhaltung:
• Die Scherrasen sind zur Aufrechterhaltung der Anteile von Arten der Magerrasen und
Frischwiesen magerer Standorte sowie zur Förderung ihrer Lebensgemeinschaften zweischürig,
maximal dreischürig zu pflegen. Die Mahdhöhe soll 7 cm nicht unterschreiten. Das Mahdgut
ist (möglichst nach einer Verweildauer von 2-3 Tagen) zu beräumen. Die Mahdtermine sollten
Ende Mai (1. Termin) und im Oktober (2. Termin) liegen. Bei Erfordernis (hohe Nutzungsin-
tensitäten) kann ein zusätzlicher Termin im Juni/Juli eingefügt werden, um ein Niederdrücken
der Grasnarbe zu verhindern.
• Auf Pflanzenschutzmittel und jegliche Düngung ist zu verzichten, nur bei Bedarf (Entstehung
größerer Vegetationslücken durch Aushagerung) sollte eine Erhaltungsdüngung erfolgen.
• Aufkommende Gehölzverjüngung, insbesondere neophytischer Arten wie Götterbaum, Robi-
nie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel, aber auch Verjüngung von Grau- und Zitter-Pappel
ist vollständig zu entfernen. Ggf. ist vorheriges Ringeln mehrjähriger Bäume (Stangenholz)
erforderlich.
• Ebenso sind auf vorübergehend eingezäunten Flächen aufkommende Bestände von Waldrebe
und Wildem Wein etc. zu entfernen oder zumindest regelmäßig freizuschneiden.
• Wertvolle Einzelbäume sowie heimische Sträucher sind zu erhalten. Die Ausbreitung insbeson-
dere neophytischer Gehölze ist durch Mahd bis an die Gehölzkante heran zu verhindern.

29 30
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten • Die Ausbreitung insbesondere neophytischer Gehölze ist durch Mahd bis an die Gehölzkante
heran zu verhindern.
• Nachsaaten sollen ausschließlich mit standortheimischem Saatgut erfolgen (siehe SenStadtUm
Ö10 Arten- und strukturreiche Grünflächen mit Gehölzen
(2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publi-
Plan 11 links km 2,33 bis km 2,62 kationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). Bei Nachsaaten auf größeren Flächen ist die zuständige
Plan 12 rechts km 0,00 bis km 0,22 Naturschutzbehörde hinzuzuziehen.
• Bei Bedarf sind wertvolle Einzelbäume, insbesondere heimische Höhlen- und Habitatbäume
Schutz, Gefährdung:
(v. a. Weiden-Arten), gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder Schutzan-
Kein Schutz, lokal Rote-Liste-Arten
strichen zu schützen.
Berg-Ulme
Querverweise:
RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
Flatter-Ulme • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste) • Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö9, Ö12 und G2.
Feld-Ulme
RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Lebensraum/-strukturen:
Grünflächen mit teilweise artenreichen Scherrasen, Säumen und Gehölzen aus heimischen Arten
sowie Ziergehölzen und Neophyten
Unterhaltung:
• Zur Sicherung der Habitatfunktionen sind alle älteren Bäume mit Habitateigenschaften (Hors-
te, Höhlen, Rinden- und Borkenabrisse sowie –spalten etc.) unter Beachtung der Verkehrssi-
cherheit zu erhalten. Wertvolle, strukturgebende Sträucher sind ebenfalls zu erhalten.
• Zur strukturellen Bereicherung der Gehölze ist ein Erhalt von Hochstubben (maximal mögli-
che Höhe) sowie von stehendem und liegendem Totholz als Habitate für wirbellose Tiere etc.
unter Berücksichtigung der Belange der Verkehrssicherheit zu prüfen.
• Zur langfristigen Aufwertung der Habitatkomplexe sind nichtheimische Gehölze nach deren
Absterben bzw. unvermeidbarer Beseitigung durch standortheimische Arten zu ersetzen.
• Die Verjüngung standortheimischer Gehölzarten, insbesondere Ulmen, Eichen, Linden und
Schwarz-Pappeln, ist durch gezielten Erhalt zu fördern.
• Für den langfristigen Erhalt der Gehölze ist eine wiederholte Beseitigung (i.d.R. Rodung) der
aufkommenden Gehölzverjüngung neophytischer Arten wie insbesondere Götterbaum, Robi-
nie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel vorzunehmen. Ggf. Ist vorheriges Ringeln mehrjähriger
Bäume (Stangenholz)erforderlich.
• Die Scherrasen sind zur Aufrechterhaltung der Anteile von Arten der Magerrasen und
Frischwiesen magerer Standorte sowie zur Förderung ihrer Lebensgemeinschaften zweischürig,
maximal dreischürig zu pflegen. Die Mahdhöhe soll 7 cm nicht unterschreiten. Das Mahdgut
ist (möglichst nach einer Verweildauer von 2-3 Tagen) zu beräumen. Die Mahdtermine sollten
Ende Mai (1. Termin) und im Oktober(2. Termin) liegen. Bei Erfordernis (hohe Nutzungsin-
tensitäten) kann ein zusätzlicher Termin im Juni/Juli eingefügt werden, um ein Niederdrücken
der Grasnarbe zu verhindern.
• Auf Pflanzenschutzmittel und jegliche Düngung ist zu verzichten, nur bei Bedarf (Entstehung
größerer Vegetationslücken durch Aushagerung) sollte eine Erhaltungsdüngung erfolgen.

31 32
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

Ö11 Weidengebüsch Ö12 Strukturreiche Gehölze mit gemischter Artenzusammensetzung
Plan 3 rechts km 10,63 bis km 10,64 Plan 10 links km 2,64 bis km 2,74; km 2,85 bis km 2,90
Schutz, Gefährdung: Plan 11 rechts km 2,28 bis km 2,62
- links km 1,74 bis km 1,78
Lebensraum/-strukturen: Plan 12 rechts km 0,00 bis km 0,22; km 0,62 bis km 1,21
Weidengebüsch (naturnaher Charakter) im überfluteten Bereich hinter Spundwand mit Sumpf- Plan 13 rechts km 0,15 bis km 0,59; km 0,62 bis km 0,73
Ziest und Rohr-Glanzgras
Schutz, Gefährdung:
Unterhaltung: Kein Schutz
• Das Weidengebüsch ist nicht zu unterhalten, sondern weiterhin der Eigenentwicklung zu über-
Schwarz-Pappel
lassen.
RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: -
Querverweise:
Berg-Ulme
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
Flatter-Ulme
RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Feld-Ulme
RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Lebensraum/-strukturen:
Geschichtete Gehölze mit meist älteren Bäumen und Sträuchern sowie Gehölzverjüngung aus hei-
mischen und nichtheimischen Arten
Unterhaltung:
• Zur Sicherung der Habitatfunktionen sind alle älteren Bäume mit Habitateigenschaften (Hors-
te, Höhlen, Rinden- und Borkenabrisse sowie –spalten etc.) unter Beachtung der Verkehrssi-
cherheit zu erhalten. Wertvolle, strukturgebende Sträucher sind ebenfalls zu erhalten.
• Zur strukturellen Aufwertung der Gehölze ist der Erhalt von Hochstubben (maximal mögliche
Höhe) sowie von stehendem und liegendem Totholz als Habitate für wirbellose Tiere etc. unter
Berücksichtigung der Belange der Verkehrssicherheit zu prüfen.
• Zur langfristigen Aufwertung der Habitatkomplexe sind nichtheimische Gehölze nach deren
Absterben bzw. unvermeidbarer Beseitigung durch heimische Arten unter Verwendung stand-
ortheimischer Herkunft zu ersetzen (siehe SenStadtUm (2013) http://www.stadtentwicklung.
berlin.de/natur_gruen/lb_naturschutz/download/publikationen/gebietseigene_pflanzen.pdf).
• Die Verjüngung heimischer Gehölzarten, insbesondere Ulmen, Eichen, Linden und Schwarz-
Pappeln, ist durch gezielten Erhalt zu fördern.
• Für den langfristigen Erhalt der Gehölze ist nach Möglichkeit eine wiederholte Beseitigung (i.
d. R. Rodung) der aufkommenden Gehölzverjüngung neophytischer Arten wie insbesonde-
re Götterbaum, Robinie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel vorzunehmen. Ggf. ist vorheriges
Ringeln mehrjähriger Bäume (Stangenholz) erforderlich. Bei entstehenden Lücken sind stand-
ortheimische Sträucher einzubringen.

33 34
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

• Wertvolle Einzelbäume, insbesondere heimische Höhlen- und Habitatbäume (v. a. Weiden- Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten
Arten), sind gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder Schutzanstrichen
zu schützen.
Ö13 Waldartiger Gehölzkomplex
Querverweise:
Plan 12 Wehrarm/Unterschleuse km 0,32 bis km 0,38
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
links km 1,29 bis km 1,34; km 1,35 bis km 1,61
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
rechts km 1,50 bis km 1,59
• Siehe auch Unterhaltungsanweisung G2.
Schutz, Gefährdung:
Kein Schutz
Berg-Ulme
RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Flatter-Ulme
RL D: - RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Feld-Ulme
RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: V (Art der Vorwarnliste)
Lebensraum/-strukturen:
Geschichtete Gehölze mit meist älteren Bäumen und Sträuchern sowie Gehölzverjüngung aus vor-
wiegend heimischen, aber auch nichtheimischen Arten sowie Waldreben-Schleiern
Unterhaltung:
• Zur Sicherung der wertvollen Habitatfunktionen der Gehölzkomplexe sind alle älteren Bäume,
insbesondere Weiden, Erlen, Ulmen und Eichen unter Beachtung der Verkehrssicherheit zu
erhalten. Der Strauchmantel aus Weißem Hartriegel am Ufer ist ebenfalls zu erhalten und bei
Bedarf (tatsächlich erforderliches Lichtraumprofil) abschnittsweise zurückzuschneiden (nicht
roden).
• Zur strukturellen Aufwertung der Gehölze ist der Erhalt von Hochstubben (maximal mögliche
Höhe) sowie von stehendem und liegendem Totholz als Habitate für wirbellose Tiere etc. unter
Berücksichtigung der Belange der Verkehrssicherheit zu prüfen.
• Zur langfristigen Aufwertung der Habitatkomplexe sind nichtheimische Gehölze nach deren
Absterben bzw. unvermeidbarer Beseitigung durch heimische Arten unter Verwendung stand-
ortheimischer Herkunft zu ersetzen.
• Die Verjüngung heimischer Gehölzarten insbesondere Ulmen, Eichen, Linden und Schwarz-
Pappel ist durch gezielten Erhalt zu fördern.
• Für den langfristigen Erhalt der Gehölze ist nach Möglichkeit eine wiederholte Beseitigung
(i. d. R. Rodung) der aufkommenden Gehölzverjüngung neophytischer Arten wie insbesonde-
re Götterbaum, Robinie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel vorzunehmen Ggf. Ist vorheriges
Ringeln mehrjähriger Bäume (Stangenholz) erforderlich. Bei entstehenden Lücken sind heimi-
sche Sträucher einzubringen.
• Waldreben-Schleier sind als Deckung gewährende Vegetationsstrukturen zu erhalten, jedoch
soll ein Rückschnitt der Waldrebe bei absehbarer Gefährdung von Bäumen erfolgen.
• Wertvolle Einzelbäume, insbesondere heimische Höhlen- und Habitatbäume (v.a. Weiden-
Arten), sind gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder Schutzanstrichen
zu schützen.

35 36
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

• Der Holzschnitt ist wenn möglich für den Biber im Gehölzbestand liegen zu lassen. Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen. Ö14 Schwarz-Pappel (Verdachtsbaum)
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
Plan 10 rechts km 2,65
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V3, Ö12 und G2.
Schutz, Gefährdung:
-
Schwarz-Pappel
RL D: 3 (gefährdet) RL Bln: -
Lebensraum/-strukturen:
Ältere Bäume auf Uferböschungen und Böschungskanten
Unterhaltung:
• Bestätigte Exemplare der Schwarz-Pappel sind als genetisch unverfälschte Bäume der Flussauen
langfristig zu erhalten.
• Typische Strukturen alter Bäume wie Höhlen, Rinden- bzw. Borkenspalten und –abrisse etc.
sind zu erhalten.
• Bei Eingriffen bzw. Abgrabungen im Wurzelbereich ist dieser unter Beachtung der gängigen
Vorschriften vor Beschädigungen zu sichern.
• Ein Rückschneiden hat nur bei unmittelbarem Erfordernis zur Verkehrssicherung zu erfolgen.
Bei Bedarf sind Kronensicherungen einzubringen, anstelle von Fällung oder Rodung sind die
Bäume nach Möglichkeit zu kappen (Hochstubben in maximal möglicher Höhe belassen, um
wertvolle Habitate für Totholzbewohner zu erhalten), Stockausschläge sind zu erhalten.
• Vor Rückschnitten sind die artenschutzrechtlichen Regelungen zu beachten.
• Bei Nachpflanzungen ist ausschließlich standortheimisches Pflanzmaterial mit entsprechender
Zertifizierung zu verwenden. Da die Schwarz-Pappel ein getrenntgeschlechtiger Baum ist, sind
bei der Pflanzung sowohl weibliche als auch männliche Bäume zu verwenden.
• Die Schwarz-Pappeln sind gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder
Schutzanstrichen zu schützen.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö10 und Ö12.

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Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

Ö15 Landschaftsbestimmender Solitärbaum Ö16 Alte Hänge-Weiden, Silber-Weiden, Linden
Plan 9 rechts km 4,71 Plan 3 rechts km 9,92 bis km 10,14
Plan 10 rechts km 3,22 bis km 3,33 Plan 4 rechts km 9,60 bis km 10,00
Plan 11 links km 2,34; km 2,19 Plan 5 rechts km 8,09 bis km 8,12; km 8,70 bis km 8,75
Plan 12 rechts km 1,43 bis km 1,44 Plan 6 rechts km 7,18 bis km 7,50
Schutz, Gefährdung: Plan 7 links km 6,77
teilweise Schutz als Naturdenkmal Plan 8 rechts km 4,82; km 4,86 bis km 5,15
Lebensraum/-strukturen: links km 4,79; km 4,86 bis km 4,99; km 5,25
Altbäume von Eiche, Hänge-Weide und Platane
Schutz, Gefährdung:
Unterhaltung: -
• Altbäume sind unabhängig von ihrem Status als heimische oder nichtheimische Gehölze lang-
Lebensraum/-strukturen:
fristig zu erhalten.
Ältere Bäume sowie Altbäume von Weiden und Linden, oft mit Höhlen und weiteren typischen
• Die typischen Habitatstrukturen alter Bäume wie Höhlen, Rinden- bzw. Borkenspalten und
Habitatstrukturen
–abrisse etc. sind zu erhalten.
• Bei Eingriffen bzw. Abgrabungen im Wurzelbereich ist dieser unter Beachtung der gängigen Unterhaltung:
Vorschriften vor Beschädigungen zu sichern. • Die ausgewiesenen Bäume sind unabhängig von ihrem Status als heimische oder nichtheimi-
• Ein Rückschneiden hat nur bei unmittelbarem Erfordernis zur Verkehrssicherung zu erfol- sche Gehölze langfristig zu erhalten.
gen. Bei Bedarf sind Kronensicherungen anzubringen. Anstelle Fällung oder Rodung sind die • Typische Strukturen alter Bäume wie Höhlen, Rinden- bzw. Borkenspalten und –abrisse etc.
Bäume nach Möglichkeit zu kappen (Hochstubben in maximal möglicher Höhe belassen, um sind zu erhalten.
wertvolle Habitate für Totholzbewohner zu erhalten). • Bei Eingriffen bzw. Abgrabungen im Wurzelbereich ist dieser unter Beachtung der gängigen
• Vor Rückschnitten sind die artenschutzrechtlichen Regelungen zu beachten. Vorschriften vor Beschädigungen zu sichern.
• Nach endgültigem Absterben der Bäume sind diese aus Gründen des Denkmalschutzes mit • Ein Rückschneiden hat nur bei unmittelbarem Erfordernis zur Verkehrssicherung zu erfol-
Bäumen gleicher Art nachzupflanzen. gen. Bei Bedarf sind Kronensicherungen anzubringen. Anstelle Fällung oder Rodung sind die
• Die Bäume sind gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder Schutzanstri- Bäume nach Möglichkeit zu kappen (Hochstubben in maximal möglicher Höhe belassen, um
chen zu schützen. wertvolle Habitate für Totholzbewohner zu erhalten).
• Vor Rückschnitten sind die artenschutzrechtlichen Regelungen zu beachten.
Querverweise:
• Nach endgültigem Absterben der Bäume sind diese mit Bäumen gleicher Art nachzupflanzen.
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Die Bäume sind gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder Schutzanstri-
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
chen zu schützen.
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö10 und Ö12.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö10, Ö12 und Ö15.

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Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ökologisch hochwertige Bereiche und Arten

Ö17 Potenzielle Lebensstätte geschützter Arten Ö18 Baumreihe
Plan 3 links km 0,12 (Flutgraben) Plan 5 links km 8,12 bis km 8,66; km 8,70 bis km 8,90
Plan 5 rechts km 8,68 Schutz, Gefährdung:
Schutz, Gefährdung: -
- Lebensraum/-strukturen:
Lebensraum/-strukturen: Baumreihe aus heimischen/nicht heimischen Arten
Totholzstubben im Gehölzbestand Unterhaltung:
Unterhaltung: • Die Baumreihen sind unabhängig von ihrem Status als heimische oder nichtheimische Gehölze
• Die Totholzstubben sind langfristig im Gehölzbestand zu erhalten. langfristig zu erhalten.
• Typische Strukturen alter Bäume wie Höhlen, Rinden- bzw. Borkenspalten und –abrisse etc.
Querverweise: sind zu erhalten.
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen. • Bei Eingriffen bzw. Abgrabungen im Wurzelbereich ist dieser unter Beachtung der gängigen
Vorschriften vor Beschädigungen zu sichern.
• Ein Rückschneiden hat nur bei unmittelbarem Erfordernis zur Verkehrssicherung zu erfol-
gen. Bei Bedarf sind Kronensicherungen anzubringen. Anstelle Fällung oder Rodung sind die
Bäume nach Möglichkeit zu kappen (Hochstubben in maximal möglicher Höhe belassen, um
wertvolle Habitate für Totholzbewohner zu erhalten).
• Vor Rückschnitten sind die artenschutzrechtlichen Regelungen zu beachten.
• Nach endgültigem Absterben der Bäume sind diese mit Bäumen gleicher Art nachzupflanzen.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).

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Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti- Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti-
ge Bereiche und Arten ge Bereiche und Arten
G1 Krautige Neophyten (Japanischer Staudenknöterich, Kanadische Goldrute, Topi- G2 Neophytische Gehölze (Robinie, Eschen-Ahorn, Götterbaum, Hybrid-Pappel)
nambur) Plan 9 links km 4,71 bis km 4,78
Plan 3 rechts km 0,18 Plan 11 rechts km 2,16 bis km 2,21
Plan 4 rechts km 9,86 Schutz, Gefährdung:
Plan 10 rechts km 3,22; km 3,28 -
links km 3,26 Lebensraum/-strukturen: -
Schutz, Gefährdung: Unterhaltung:
- • Die Ausbreitung der Verjüngung von neophytischen Gehölzen, insbesondere von Götterbaum
Lebensraum/-strukturen: - und Robinie, ist möglichst durch vollständige Entfernung (Rodung) zu unterbinden. Mehr-
Unterhaltung: jährige Bäume (Stangenholz) sind - um Wurzelbrut so weit möglich zu vermeiden - zu ringeln,
• Die Ausbreitung des Japanischen Staudenknöterichs ist nach Möglichkeit durch vollständige bevor sie entnommen werden können. Der Erfolg der Maßnahme ist in den Folgejahren zu
Entfernung (Rodung mit Ausgraben der Rhizome bzw. im Zuge der Fugensanierung durch beobachten und die Rodung bei Bedarf zeitnah zu wiederholen.
Entfernen derselben und Verschluss der Fugen) zu verhindern. Bei den Arbeiten sollen keine • Altbäume bleiben bis zum Absterben erhalten.
Bruchstücke von Wurzelsprossen in den Kanal gelangen. Der Erfolg der Maßnahme ist in den • Der Artenschutz ist zu beachten.
Folgejahren zu beobachten und die Rodung bei Bedarf zeitnah zu wiederholen. Querverweise:
• Alternativ möglich ist eine vielschürige Mahd (April bis Oktober, mindestens fünfschürig, bis • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
zu 8 Mal) über mehrere Jahre, die jedoch unmittelbar an der Kante der Kanalmauer nur er- • Insbesondere sind die allgemeinen Unterhaltungsanweisungen zum Umgang mit neophyti-
schwert möglich ist, zumal hier kein Wiesenbereich vorhanden ist. schen Gehölzen zu beachten.
• Die Verbreitung der Goldrute erfolgt durch flugfähige Samen und unterirdisch durch Wur- • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
zelsprosse. Die Kontrolle der Bestände erfolgt möglichst durch mindestens zweimaliges, tiefes • Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö8, Ö9, Ö10, Ö12 und Ö13.
Mähen im Mai und im August vor der Blüte. Dadurch werden die Pflanzen geschwächt und es
wird das Versamen verhindert.
• Das Mahdgut ist fachgerecht zu entsorgen.
• Topinambur lässt sich gut durch zweimaliges Mulchen oder Mähen (Ende Juni und August)
über zwei Jahre hinweg bekämpfen. Der Abtransport des Mulch- bzw. Mahdgutes ist nicht
erforderlich.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Insbesondere sind die allgemeinen Unterhaltungsanweisungen zum Umgang mit neophyti-
schen Stauden zu beachten.
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen V1 und V3.

43 44
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti- Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti-
ge Bereiche und Arten ge Bereiche und Arten
G3 Grundinstandsetzung Scherrasen G4 Aufwertung artenarmer bzw. gestörter Scherrasen
Plan 8 links km 5,08 bis km 5,15 Plan 11 rechts km 1,74 bis km 1,94
km 5,16 bis km 5,18 km 1,96 bis km 2,06
Plan 12 links km 0,90 bis km 0,95 Schutz, Gefährdung:
Schutz, Gefährdung: -
- Lebensraum/-strukturen: -
Lebensraum/-strukturen: - Unterhaltung:
Unterhaltung: • Zur Aufwertung gestörter Scherrasen sind Nachsaaten ausschließlich mit standortheimischem
• Die durch Gehölzsukzession mit neophytischem Götterbaum oder durch stark aufkommen- Saatgut vorzunehmen (siehe SenStadtUm (2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/na-
den Wilden Wein beeinträchtigten Scherrasen sind durch vollständige Entfernung (Rodung) tur_gruen/lb_naturschutz/download/publikationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). Bei Nach-
der neophytischen Gehölze und Lianen wiederherzustellen. Mehrjährige Bäume (Stangenholz) saaten auf größeren Flächen ist die zuständige Naturschutzbehörde hinzuzuziehen.
sind zu ringeln, bevor sie entnommen werden können. • Die Scherrasen sind zur Aufrechterhaltung der Anteile von Arten der Magerrasen und
• Die Fläche ist anschließend der zwei- bis dreischürigen Mahd (ohne Düngung) zuzuführen. Frischwiesen magerer Standorte sowie zur Förderung ihrer Lebensgemeinschaften zweischürig,
Aufkommender Anwuchs der neophytischen Gehölze ist im Zuge der Mahd regelmäßig zu maximal dreischürig zu pflegen. Die Mahdhöhe soll 7 cm nicht unterschreiten. Das Mahdgut
beseitigen. ist (möglichst nach einer Verweildauer von 2-3 Tagen) zu beräumen. Die Mahdtermine sollten
• Der Erfolg der Maßnahme ist in den Folgejahren zu beobachten und die Rodung bei Bedarf Ende Mai (1. Termin) und im Oktober(2. Termin) liegen. Bei Erfordernis (hohe Nutzungsin-
zeitnah zu wiederholen. tensitäten) kann ein zusätzlicher Termin im Juni/Juli eingefügt werden, um ein Niederdrücken
der Grasnarbe zu verhindern.
Querverweise: • Auf Pflanzenschutzmittel und jegliche Düngung ist zu verzichten, nur bei Bedarf (Entstehung
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen. größerer Vegetationslücken durch Aushagerung) sollte eine Erhaltungsdüngung erfolgen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel). • Aufkommende Gehölzverjüngung, insbesondere neophytischer Arten wie Götterbaum, Robi-
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö8 (Sandtrockenrasen), Ö9 (Artenreiche Scherrasen), nie, Eschen-Ahorn und Hybrid-Pappel, aber auch Verjüngung von Grau- und Zitter-Pappel ist
Ö10 (Arten- und strukturreiche Grünflächen) vollständig zu entfernen. Ebenso sind auf vorübergehend eingezäunten Flächen aufkommende
Bestände von Waldrebe und Wildem Wein etc. zu entfernen oder zumindest regelmäßig frei-
zuschneiden.
• Wertvolle Einzelbäume sowie heimische Sträucher sind zu erhalten. Die Ausbreitung insbe-
sondere neophytischer Gehölze ist durch Mahd bis an die Gehölzkante heran zu verhindern.
Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
• Siehe auch Unterhaltungsanweisungen Ö8 (Sandtrockenrasen), Ö9 (Artenreiche Scherrasen).

45 46
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti- Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti-
ge Bereiche und Arten ge Bereiche und Arten
G5 artenarme gestörte Trittrasen G6 Ruderalfluren
Plan 5 links km 8,13 bis km 8,20 Plan 3 rechts Flutgraben km 0,15 bis km 0,32
Schutz, Gefährdung: Schutz, Gefährdung:
- -
Lebensraum/-strukturen: - Lebensraum/-strukturen:
Unterhaltung: Artenreiche Ruderalfluren stellen wertvolle Nahrungs- und Habitatflächen für Insekten und Vögel
• Zur Aufwertung gestörter Trittrasen sind Einsaaten mit einer trittresistenten Rasenmischung dar.
vorzunehmen (siehe SenStadtUm (2013) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/ Unterhaltung:
lb_naturschutz/download/publikationen/gebietseigene_pflanzen.pdf). • Zum Erhalt der Ruderalflur ist diese einmal im Herbst alle zwei Jahre zu mähen (Mahdhöhe:
• Die Trittrasen sind dreischürig, maximal fünfschürig zu pflegen (Mai, August, November). Die 10-12 cm). Das Mahdgut ist 2-3 Tage auf der Fläche zu belassen und anschließend zu entfer-
Mahdhöhe soll 5 cm nicht unterschreiten. Das Mahdgut ist zu beräumen. nen.
• Auf Pflanzenschutzmittel und jegliche Düngung ist zu verzichten, nur bei Bedarf sollte eine • Wertvolle Einzelbäume sowie standortheimische Sträucher sind zu erhalten.
Erhaltungsdüngung erfolgen. • Aufkommender Gehölzjungwuchs ist vollständig zu entfernen.
Querverweise: Querverweise:
• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen. • Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel). • Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).

47 48
-
G7
Plan 3

Unterhaltung:

Querverweise:
BfG, WSA Berlin

Abzäunung.
zu schützen.
Schutz, Gefährdung:
ge Bereiche und Arten

links

Lebensraum/-strukturen:

und Vermüllung stark gestört

49
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74

Aufwertung strukturarmer Gehölzbestände
Flutgraben km 0,10 bis km 0,39

• Erhalt aller Bäume unter Beachtung der Verkehrssicherheit.

• Es gelten die allgemeingültigen Unterhaltungsanweisungen.
• Es gilt der angegebene Zeitrahmen für die Unterhaltung (siehe Zeittafel).
Schlehe, Hunds-Rose ) zur Aufwertung des Bestandes und zum Schutz vor Störungen.
Spezielle Unterhaltungsanweisungen für ausgewählte ökologisch sehr gering bis mittelwerti-

• Altbäume sind gegenüber Biberfraß durch Anbringen von Schutzgittern oder Schutzanstrichen
Strukturarmer einschichtiger Gehölzbestand ohne Strauch- und Krautschicht, durch Begängnis

• Anpflanzen dornenbewehrter Sträucher als Abschirmung und Betretungsschutz, Alternativ:
• Unterpflanzen mit heimischen Straucharten (Hasel, Holunder, Weißdorn, Pfaffenhütchen,
BfG, WSA Berlin

Abstimmung zum Artenschutz bei der Unterhaltung
Planung der Unterhaltungsmaßnahmen
Durchführen der Unterhaltungsmaßnahmen nach Benehmensherstellung mit den
Anfrage bei der Naturschutzbehörde: Nein
zuständigen Naturschutzbehörden
Kommen geschützte Arten vor? (vgl. Allgemeingültige Unterhaltungsanweisungen, Besonderer Artenschutz)

Ja

Können diese Arten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruheräume Nein Durchführen der Unterhaltungsmaßnahmen nach Benehmensherstellung mit den
durch die Unterhaltungsmaßnahmen beeinträchtigt werden? zuständigen Naturschutzbehörden

Ja
50

Ist die Planung von Vermeidungs-, Minimierungs- oder ggf. vor-
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74

gezogenen Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) möglich?

Sind trotz dieser o. g. Maßnahmen Zugriffs- Nein
Durchführen der Unterhaltungsmaßnahmen nach Abstimmung mit den zuständigen Natur-
schutzbehörden bzw. Einholen einer Genehmigung und Umsetzen der erforderlichen
verbote nach § 44 Abs.1 BNatSchG verletzt?
Vermeidungs-/ Minimierungs- und CEF-Maßnahmen.
Ja
Durchführen der Unterhaltungsmaßnahmen nach Abstimmung mit den zuständigen Natur-
Sind die Ausnahmevoraussetzungen nach Ja schutzbehörden bzw. Einholen einer Genehmigung und Umsetzen der erforderlichen
§ 45 Abs.7 BNatSchG erfüllt? Vermeidungs-/ Minimierungs- und CEF-Maßnahmen sowie von Maßnahmen zur
Sicherung des Erhaltungszustandes der Populationen.
Nein

Gegebenenfalls Planung einer anderen Variante, weitere rechtliche und fachliche Klärung
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

51 52
Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74 Unterhaltungsplan Landwehrkanal, Km 0,00 bis 10,74
BfG, WSA Berlin BfG, WSA Berlin

Unterhaltungsrelevante Arten

© H. Brehm; www.blickwinkel.de
Eschen-Ahorn Götterbaum
Acer negundo Ailanthus altissima
Lebensraum: Auenwälder, Stromtäler, Gärten, Parkanlagen Lebensraum: Laubwälder mittlerer Standorte
Herkunft: Nordamerika Herkunft: China
Wuchshöhe: 6 bis 25 m Wuchshöhe: bis 25 m

© PLANTAGE GbR © J. Buscher, BfG

© J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG © K. Karras, BfG © J. Buscher, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Gehölze ohne Habitatstrukturen sind sukzessive durch standortheimische Gehöl- Ältere Gehölze sind aus Gründen der Verkehrssicherheit sukzessive durch standort-
ze zu ersetzen. Bäume mit Bruthöhlen oder Nestern sind grundsätzlich zu erhal- heimische Gehölze zu ersetzen. Bäume mit Bruthöhlen oder Nestern sind grund-
ten, bei einer Verkehrsgefährdung ist zu prüfen, ob durch Kappen eine Sicherung sätzlich zu erhalten, bei einer Verkehrsgefährdung ist zu prüfen, ob durch Kappen
erreicht werden kann. Ein Einwandern von Sämlingen und die Wurzelbrut sind eine Sicherung erreicht werden kann. Ein Einwandern von Sämlingen in naturnahe
durch regelmäßiges Entfernen zu verhindern. Biotope und die Wurzelbrut sind durch regelmäßiges Entfernen zu verhindern.

Neophyten B1 B2 Neophyten
Japan-Staudenknöterich Topinambur
Fallopia japonica Helianthus tuberosus
Lebensraum: Auwälder und Ufer Lebensraum: Ufer stark eutropher Gewässer, auf Sand- und Lehmböden
Herkunft: Asien Herkunft: Nordamerika
Wuchshöhe: bis 3 m Wuchshöhe: 1,00 bis 2,50 m

© P. Schneider, BfG © K. Karras, BfG

© K.Behrendt, BfG © K. Behrendt, BfG © BfG © Maria Schwiegk, Pöyry Infra GmbH

Unterhaltung: Unterhaltung:
Großflächige Bestände sind zu dulden, eine weitere Ausdehnung sollte unterbun- Großflächige Bestände sind zu dulden, eine weitere Ausdehnung sollte unterbun-
den werden. Dazu werden Bestände ab einer Wuchshöhe von ca. 50 - 70 cm ab- den werden. Kleinere bis 5 m² große Bestände sind zu entfernen. Hierfür sind die
gemäht. Das Mahdgut ist abzutransportieren. Kleinflächeige Knöterichbestände Knollen auszugraben. Diese Maßnahme ist über mehrere Jahre zu wiederholen. Wo
(bis 5 m²) mit Wurzelwerk entfernen. Wo möglich, Abpflanzen der offenen Boden- möglich, Abpflanzen der offenen Bodenflächen mit Weidensetzstangen.
flächen mit Weidensetzstangen.

Neophyten B3 B4 Neophyten
Robinie Kanadische Goldrute
Robinia pseudoacacia Solidago canadensis
Lebensraum: trockenwarme Wälder und Forste, insbesondere an Waldrändern Lebensraum: Auenwälder, an Ufern, in Schuttunkrautfluren auf Lehm- und
und Verkehrswegen Tonböden.
Herkunft: Nordamerika Herkunft: Nordamerika
Wuchshöhe: bis 25 m Wuchshöhe: 0,50 bis 2,50 m

© J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

© J. Buscher, BfG © E.M. Bauer, BfG © K. Schilling, BfG © J. Buscher, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Ältere Bestände sind aus Gründen der Verkehrssicherheit sukzessive durch stand- Abpflanzen mit Weidensetzstangen. Kleinere bis zu 5 m² große Bestände sind zu
ortheimische Gehölze zu ersetzen. Bäume mit Bruthöhlen oder Nestern sind entfernen. Hierfür werden die Pflanzen entweder herausgezogen oder abgeschoben.
grundsätzlich zu erhalten. Bei einer Verkehrsgefährdung ist zu prüfen, ob durch Dies gilt auch für die Späte Goldrute.
Kappen eine Sicherung erreicht werden kann. Sämlinge sowie die Wurzelbrut sind
regelmäßig zu entfernen.

Neophyten B5 B6 Neophyten
Mauerraute Kartäuser-Nelke
Asplenium ruta-muraria Dianthus carthusianorum
Rote Liste: D - BE 3 Rote Liste: D V BE 2
Lebensraum: Mauerfugen, Felsspalten Lebensraum: Kalk- und Silikatrasen, trockenwarmer Standort
Wuchshöhe: 0,03 bis 0,10 m Wuchshöhe: 0,15 bis 0,45 m

© J. Halfmann © K. Schilling, BfG

© Dr. H. Graebner © J. Halfmann © K. Schilling, BfG © K. Wegener, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Unterhaltungsmaßnahmen sind nicht erforderlich. Bei Sanierung der Mauerfugen Unterhaltungsmaßnahmen sind nicht erforderlich, jedoch sind aufkommende Ge-
prüfen, ob Mauerrauten erhalten werden können (Fenster) - ansonsten Umsied- hölze regelmäßig zu entfernen.
lung in kanalnahe, geeignete Ersatzstandorte.

Geschützte und gefährdete Pflanzen C1 C2 Geschützte und gefährdete Pflanzen
Florentiner Mausohr-Habichtskraut Gelbe Teichrose
Hieracium piloselloides Nuphar lutea
Rote Liste: D - BE 2 Schutzstatur: besonders geschützt
Lebensraum: Trockenrasen, kiesige Orte, Mauerfugen Lebensraum: nährstoffreiche, stehende oder langsam fließende Gewässer
Wuchshöhe: 0,30 bis 0,80 m

© G. Blaich/www.guenther-blaich.de © J. Buscher, BfG

© G. Blaich/www.guenther-blaich.de © G. Blaich/www.guenther-blaich.de © H. Brehm; www.blickwinkel.de © BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Unterhaltungsmaßnahmen sind nicht erforderlich. Bei Sanierung der Mauerfugen Unterhaltungsmaßnahmen sind nicht erforderlich.
prüfen, ob Florentiner Mausohr-Habichtskraut erhalten werden kann (Fenster) -
ansonsten Umsiedlung in kanalnahe, geeignete Ersatzstandorte.

Geschützte und gefährdete Pflanzen C3 C4 Geschützte und gefährdete Pflanzen
Einfacher Igelkolben Feld-Ulme
Sparganium emersum Ulmus minor
Rote Liste: D - BE 3 Rote Liste: D 3 BE V
Lebensraum: stehende oder langsam fließende Gewässer, Tümpel und Gräben Lebensraum: Auen, Laubwälder und Gebüsche
Wuchshöhe: 0,20 bis 0,50 cm Wuchshöhe: bis 40 m

© P. Schneider, BfG © Public Domain

© PLANTAGE GbR © P. Schneider, BfG © K. Schilling, BfG © Darkone; www.wikipedia.de

Unterhaltung: Unterhaltung:
Unterhaltungsmaßnahmen sind nicht erforderlich. Solange eine Verkehrsgefährdung auszuschließen ist, bedarf es keiner Unterhal-
tung. Der Alterungsprozess der Bäume ist solange wie möglich zu tolerieren. Bäu-
me mit Horsten, Bruthöhlen oder anderen herausragenden Biotopfunktionen sind
unbedingt zu erhalten.

Geschützte und gefährdete Pflanzen C5 C6 Geschützte und gefährdete Pflanzen
Feld-Ahorn Blutroter Hartriegel
Acer campestre Cornus sanguinea
Lebensraum: Hartholzauwald, krautreiche Laubwälder, Gebüsche Lebensraum: Hartholzauwald, Gebüsche, krautreiche Laubwälder
Wuchshöhe: bis 5 m (-15 m) Wuchshöhe: 2 bis 5 m

© J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

© J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Solange eine Verkehrsgefährdung auszuschließen ist, bedarf es keiner Unterhal- Unterhaltungsmaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich.
tung. Der Alterungsprozess der Bäume ist solange wie möglich zu tolerieren. Bäu-
me mit Horsten, Bruthöhlen oder anderen herausragenden Biotopfunktionen sind
unbedingt zu erhalten.

Auentypische Gehölze D1 D2 Auentypische Gehölze
Eingriffliger Weißdorn Europäisches Pfaffenhütchen
Crataegus monogyna Euonymus europaeus
Lebensraum: Hartholzauwald, Gebüsche, wärmeliebende Wälder Lebensraum: Gebüsche, krautreiche Laubwälder
Wuchshöhe: bis 6 m Wuchshöhe: 1,50 bis 3,00 m

© J. Buscher, BfG © BfG

© K. Schilling, BfG © K. Schilling, BfG © J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Unterhaltungsmaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich. Unterhaltungsmaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich.

Auentypische Gehölze D3 D4 Auentypische Gehölze
Gemeine Esche Gemeiner Liguster
Fraxinus excelsior Ligustrum vulgare
Lebensraum: Hartholzauwald, krautreiche Laubwälder und Gebüsche Lebensraum: wärmeliebende Gebüsche und Wälder, Hartholzauwald
Wuchshöhe: 10 bis 40 m Wuchshöhe: bis 5 m

© E.M. Bauer, BfG © J. Buscher, BfG

© E. Kramer © B. Hoppe, BfG © J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Solange eine Verkehrsgefährdung auszuschließen ist, bedarf es keiner Unterhal- Unterhaltungsmaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich.
tung. Der Alterungsprozess der Bäume ist solange wie möglich zu tolerieren. Bäu-
me mit Horsten, Bruthöhlen oder anderen herausragenden Biotopfunktionen sind
unbedingt zu erhalten.

Auentypische Gehölze D5 D6 Auentypische Gehölze
Stiel-Eiche Silber-Weide
Quercus robur Salix alba
Lebensraum: Hartholzauen, Laubmischwälder und Gebüsche Lebensraum: Weichholzauen
Wuchshöhe: bis 40 m Wuchshöhe: bis 25 m

© J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

© E. Kramer © D. Wahl, BfG © Willow; www.wikipedia.de © E.M. Bauer, BfG

Unterhaltung: Unterhaltung:
Solange eine Verkehrsgefährdung auszuschließen ist, bedarf es keiner Unterhal- Solange eine Verkehrsgefährdung auszuschließen ist, bedarf es keiner Unterhal-
tung. Der Alterungsprozess der Bäume ist solange wie möglich zu tolerieren. Bäu- tung. Der Alterungsprozess der Bäume ist solange wie möglich zu tolerieren. Bäu-
me mit Horsten, Bruthöhlen oder anderen herausragenden Biotopfunktionen sind me mit Horsten, Bruthöhlen oder anderen herausragenden Biotopfunktionen sind
unbedingt zu erhalten. unbedingt zu erhalten.

Auentypische Gehölze D7 D8 Auentypische Gehölze
Winter-Linde Gemeiner Schneeball
Tilia cordata Viburnum opulus
Lebensraum: Hartholzauwald, Laubmischwälder Lebensraum: nährstoffreiche Laubwälder
Wuchshöhe: bis 25 m Wuchshöhe: 1,50 bis 3,00 m

© J. Buscher, BfG © J. Buscher, BfG

© Public Domain © B. Hoppe, BfG © J. Buscher, BfG © H.Zell; www.wikipedia.de

Unterhaltung: Unterhaltung:
Solange eine Verkehrsgefährdung auszuschließen ist, bedarf es keiner Unterhal- Unterhaltungsmaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich.
tung. Der Alterungsprozess ist solange wie möglich zu tolerieren. Bäume mit Hors-
ten, Bruthöhlen oder anderen herausragenden Biotopfunktionen sind unbedingt
zu erhalten.

Auentypische Gehölze D9 D10 Auentypische Gehölze
Gebänderte Prachtlibelle Großer Blaupfeil
Calopteryx splendens Orthetrum cancellatum
Schutzstatus: besonders geschützt Schutzstatus: besonders geschützt
Rote Liste: D - BE - Rote Liste: D - BE -
Lebensraum: strukturreiche Fließgewässer, sonnige Uferabschnitte mit viel Lebensraum: vegetationsarme, größere Seen, Weiher und Teiche
Vegetation, große Schilfgebiete

© R.Hennig © BfG

© R.Hennig © R.Hennig © R.Hennig © C.Robiller; www.naturlichter.de

Unterhaltung: Unterhaltung:
Erhalten vorkommender Röhrichtbestände. Erhalten vorkommender Röhrichtbestände.

Insekten I1 I2 Insekten
Biber
Castor fiber
Schutzstatus: streng geschützt
Rote Liste: D V BE 1
Lebensraum: fließende und stehende Gewässer sowie die begleitenden Auenge-
biete

© T.Reich; www.scubavision.de

© T.Reich; www.scubavision.de © BfG

Unterhaltung:
Unterhaltungsmaßnahmen sind nicht erforderlich.

Säugetiere S1
Habicht Eisvogel
Accipiter gentilis Alcedo atthis
Schutzstatus: streng geschützt Schutzstatus: streng geschützt
Rote Liste: D - BE - Rote Liste: D - BE -
Leitart: halboffene Agrarlandschaften Leitart: Fließgewässer
Lebensraum: Waldrandzone mit deckungsreichem und vielgestaltigem Grün- Lebensraum: Steilufer, Uferabbrüche
land Brutzeit: März bis August
Brutzeit: März bis Juni

© BfG © J. Freund

© BfG © M. Gerber; www.birds-online.ch © M. Gerber; www.birds-online.ch © R.Hennig

Unterhaltung: Unterhaltung:
Erhalten des Brutbaumes bei Km 6,61, linkes Ufer (Hybrid-Pappel) sowie weiterer Erhalten und Fördern von Uferabbrüchen, Erhalten von Ufergehölzen als Ansitz-
als potenzielle Brutbäume infrage kommender Gehölze. warten. Periodisches Entfernen von Gehölzen, die vor den Uferabbrüchen aufge-
wachsen sind.

Vögel V1 V2 Vögel
Mäusebussard Teichhuhn
Buteo buteo Gallinula chloropus
Schutzstatus: streng geschützt Schutzstatus: streng geschützt
Rote Liste: D - BE - Rote Liste: D V BE -
Leitart: - Leitart: eutrophe Flachseen, Weiher, Teiche, Röhrichte
Lebensraum: offene Waldlandschaften, Feldfluren mit verstreuten Gehölzen, Lebensraum: Teiche, kleine Seen und langsam fließende Gewässer mit üppiger,
Moore dichter Randvegetation, Sümpfe und dichte Röhrichte
Brutzeit: März bis Juli Brutzeit: April bis August

© M. Gerber; www.birds-online.ch © M. Gerber; www.birds-online.ch

© M. Gerber; www.birds-online.ch © M. Gerber; www.birds-online.ch © J. Halfmann © M. Gerber; www.birds-online.ch

Unterhaltung: Unterhaltung:
Erhalten potenziell infrage kommender Horstbäume. Erhalten und Entwickeln von Deckung gebender Ufervegetation (Röhrichte, Ufer-
staudenfluren)

Vögel V3 V4 Vögel
Nachtigall
Luscinia megarhynchos
Schutzstatus: besonders geschützt
Rote Liste: D - BE -
Leitart: -
Lebensraum: unterholzreiche Laub- und Mischwälder
Brutzeit: April bis Juli

© M. Gerber; www.birds-online.ch

© M. Gerber; www.birds-online.ch © K. Karras, BfG

Unterhaltung:
Erhalten von strukturreichen Gehölzbeständen mit großem Strauchanteil

Vögel V5
Zeittafel für die
Unterhaltungsarbeiten
am Landwehrkanal

Zeittafel Z Z Zeittafel