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Asylsuchende aus Rheinland-Pfalz

BAMF
Am Wissenschaftspark 31-33

54296 Trier

Sehr geehrte Damen und Herren,

als erstes möchten wir uns bei Deutschland, der die Menschenrechte und die
demokratischen Werte weltweit als einer der besten Staaten umsetzt, sowie beim
BAMF für uns ermöglichten Verhältnisse rechtherzlich bedanken.
Wir, als Gegner des antidemokratischen Erdogan Rejims, uns sind jegliche
Menschliche Werte genommen worden und sind hier politische Asylsuchende.

In der Türkei waren wir geachtete, gut verdienente, Lehrer, Ärzte, Ingenieure,
Reporter, Akademiker,Selbständige usw. Menschen aus verschiedenen
Berufsgruppen. Am 15 Juli, nach dem Putschversuch in der Türkei, ohne jeglichen
juristischen Anhaltspunkt wurde die Gülenbewegung als Terrororganisation
veröffentlicht. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Mediagruppen, Vereine,
Stiftungen, Gewerkschaften, Banken legal gegründet und betrieben. Jedoch dann
wurden diese Einrichtungen als Terrorunterstützer aufgerufen. Hunderttausende
Menschen die in irgendeiner Weise in Verbindung mit diesen Einrichtungen standen
wurden ohne jegliche Forschung und Beweisse zum Terroristen erklärt. 60 Tausend
Lehrer, 7300 Akademiker, 230 Jornalisten, insgesamt mehr als 120 Tausend Beamte,
auch wir wurden suspendiert; 10 Tausende Selbsständigen wurden ihre Konten
gesperrt und beschlagnahmt; mehr als 1000 Betriebe und Holdings wurden ihren
Eigentümern entbehrt. Wieder unter dem gleichem Vorwurf wurden Wohnungen und
Arbeitsstätten gestürmt, dass natürlich ohne jegliche juristische Begründung und
Beweiße, es gab Verhaftungen, Inhaftierungen, Folterungen, Todesfälle bei
Untersuchungshaft, sogar Menschenentführungen auf offener Strasse. Unter diesen
Bedingungen konnten wir nicht mehr leben und haben Zuflucht in Deutschland
gefunden.

Über unsere Anträge wird hier in Rheinland-Pfalz entschieden. Wir haben


festgestellt, dass die ungewöhnlichen Situationen in der Türkei von unserer Seite
nicht genügend klar gestellt werden kann. Wir haben bemerkt, dass die Anhörer uns,
und unser erlebtes nicht für glaubwürdig halten. Das natürlich dazu führt, dass bisher
75 % der Anträge abgelehnt wurden. Wenn man sich die Begründungen näher
anschaut, sieht man:

1. Türkei wäre immer noch ein demokratisches Land und man könne rechtliche,
juristische Schritte einleiten
2. die Notverordnung (KHK) wird nicht als offizielles Dokument anerkannt, da sie im
Internet frei zu bekommen ist

3. die offizielle Seite der Regierung ( turkiye.gov.tr) E-Devlet, aus dem Man sich
Belege offiziel mit QR Kod runterladen kann, wird nicht anerkannt

4. Geld auf Banken einzahlen, Kinder auf der Gülenbewegung nahen Schulen
schicken, Mitgliedschaften von Vereinen oder Gewerkschaften, Abonnements von
Zeitungen und Zeitschriften, Spenden an Hilfsorganisationen, Arbeiten bei
Einrichtungen, die der Bewegung nahe stehen, dass diese keine ausreichende Gründe
wären

5.Trotz Angabe politischer Verfolgungen werden Begründungen wirtschaftlicher


Gründe gemacht

6. Belege wie Verhaftungen, Inhaftierungen, Anklageschriften usw. , die sogar


unseren Anwälten nicht ausgehändigt werden, sogar keine Akteneinsicht erlaubt
wird, können wir leider zur Zeit nicht vorweisen

7. Fehler beim Dolmetschen, die dazu führen, dass wir Missverstanden werden, bzw.
Unklarheiten entstehen

Uns ist bewußt, dass in einem Land wo Recht und Justiz ge-und erlebt wird, all diese
oben genannten Punkte als unglaubwürdig wirken. Jedoch wird in der Türkei die
Justiz zur Zeit nicht eingehalten. Wir möchten gerne einige Punkte erklären, damit
man sie auch verstehen kann:

1. Seit dem 16 Juli wird durch das Erdogan Rejim ständig verschiedene
Notverordnungen verabschiedet, indem Menschen einfach so zu Terroristen erklärt
werden. Da diese Notverordnungen in keinerlei Zusammenhang mit dem Grundgestz
hat, sondern von Ministern entschieden wird, kann man unbedenkich sagen, dass die
Türkei keine demorkratische Entscheidungen fällt.

2. Die namentlich geführten Personen in der Notverordnung bekommen keinerlei


Auskunft über ihre Entlassungen oder ähnliches. Nach den Entlassungen in ihren
Berufen werden sie verhaftet, inhaftiert, schlecht behandelt, als auch gefoltert.
Auskunftmöglichkeit oder Akteneinsicht ist nahezu unmöglich, auch für nicht
Beamtete.

3.Die Notverordnung mit den Namenslisten kann man unter resmigazete.gov.tr


runterladen. Diese sind anerkannte Dokumente der türkischen Regierung, jedoch sind
da meistens nur die Beamten aufgeführt.
4. Laut der Notverordnung sind die Menschen, die als Terroristen verhaftet, inhaftiert
und ihr ganzes Hab und Gut beschlagnahmte Personen, die der Gülenbewegung nahe
stehen, bzw. Ihre Verbindung zu Schulen, Wohnheime, Nachhilfezentren, Banken,
Vereine, Stiftungen,Gewerschaften, Zeitungsabonnements,Arbeitnehmer,
Arbeitgebern usw. Und genau diese Punkte reichen aus, um als Terrorist verfolgt,
verhaftet und gefoltert zu werden.

5. Die geflüchteten Personen hatten bis dahin ein geregeltes soziales Leben, die ein
bestimmtes Standart und Beruf hatten. Sie wurden aus sozialer und ekonomischer
Sicht ausgegrenzt, besser gesagt zum sozialen Tod gezwungen. Auch die Angst von
Verhaftungen und Folter hat uns dazu gezwungen die Türkei zu verlassen.

6. Viele von uns haben sich schon vor der Einreise verstecken müssen.
Durchsuchungsbefehle, Verhaftungsbefehle, Gerichtsurteile oder ähnliches werden
entweder nicht ausgehändigt oder kann nicht zugestellt werden. Diese Belege werden
auch unseren Rechtsanwälten nicht ausgehändigt. Akteneinsicht wird verboten. Viele
von uns haben keinen Rechtsbeistand, da Anwälte Angst haben uns zu vertreten.
Seltens gibt es Fälle, wo Beamte unter hohem Risiko Schriftstücke ausstellen.

7.Einige Dolmetscher sind der türkischen Sprache nicht ganz mächtig. Sie kennen das
Rechtsystem der Türkei und die juristische Sprache nicht. Auch teilweise wie in der
Presse bekannt geworden sind sie mit Vorurteilen behaftet. Dies führt während den
Anhörüngen zu Widersprüchen und Unstimmigkeiten.

Die oben erwähnten Gründe würden bei einer Abschiebung dazu führen, dass wir, die
in irgendeiner Weise mit der Gülenbewegung in Verbindung stehen, zur körperlichen
und pysischen Folterung ausgestzt werden würden. Wir, die Asylsuchenden in
Rheinland-Pfalz würden uns sehr freuen, dass diese Anhaltspunkte bei einer
Entscheidung in betracht gezogen werden könnten, auch wenn diese für Sie
unglaubwürdig klingen.

Hochachtungsvoll