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Mittelstandslexikon 1

Weltklimaprogramm

ARGUMENTE PRO völkerrechtlich verbindliches WELTKLIMAPROGRAMM

• Bis auf die USA sind alle großen Wirtschaftsmächte - vor allem die EU und Japan - für die
Umsetzung der Beschlüsse der RIO-Konferenz 1992 in einem Weltklima-Rahmenabkommen
• Vor allem Deutschland, Japan und skandinavische Länder haben beträchtliche Vorleistungen
bereits erbracht. Deutschland hat zugesagt, eine Reduzierung von Kohlendioxid von 1990 bis
2012 um 21% vorzunehmen. Knapp 40% davon sind erreicht. Weitere Reduktionen werden immer
teurer ohne Zertifikatslösung.
• Das Konzept der Zertifikatslösung - Börse für Verschmutzungsrechte - im Kyoto-Protokoll 1997 als
geregelter Handel mit Verschmutzungsrechten - ist eine weltweit akzeptierte und die ökologisch
effizienteste und rascheste Minderungsstrategie für klimaschädliche Treibhausgase / Vermeiden
Klima-Aufwärmungseffekt.
• Auch wenn nicht alle Wissenschaftsdaten und Vorausschätzungen international anerkannt und
zweifelsfrei abgesichert sind , kann es durch das Aufschieben konkreter Minderungsmaßnahmen
schon in wenigen Jahren zu Großkatastrophen kommen, mit unumkehrbarem Klimasturz,
Ansteigen des Meeresspiegel und somit mit dem Auslöschen von über 30 Pazifik-Staaten,
Gefahren für meeresnah liegende Küstenstädte, Vernichtung Agrargrundlagen Mittelwesten USA
und Mitteleuropa, bei Gewinnen neuer Agrarflächen in Kanada und Sibirien

ARGUMENTE CONTRA WELTKLIMAPROGRAMM

• Meteorologische Klimavoraussagen über Jahrzehnte sind nicht exakt möglich. Unsicherheit über
Klimasenken, Änderung Meeresströmungen, Anpassungsvorgänge Natur auf Klimaänderungen
lassen sich nicht exakt vorhersagen. Weitere Forschungen nötig.
• Vorhandene staatliche Eingriffe in Weltenergiemarkt und Holzhandel schon jetzt - Mit-Reaktion
der Käufer von Energie klimasensiblen Märkten reichen aus, um klimaschädliche Treibgase
einzudämmen, Bürokratie wird nicht gebraucht, Zertifikatshandel reicht aus.
• Ohne Beitritt der USA zum Klima-Rahmenabkommen fehlen etwa 42% der Hauptemittenten
klimaschädlicher Gase in der Weltminderungs-Strategie.
• Freiwillige Minderungszusagen der Industrie und Zertifikatslösung reichen aus - neue Welt-Klima-
Bürokratie ist unnötig und lenkt Prioritäten in die falsche Richtung - Beispiel ist deutscher Ausstieg
aus Kernenergie, die keine CO-2-Emissionen verursacht und einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz in vielen Ländern leistet. Kernenergie ist auch als sichere und kostengünstige
Grundlast unentbehrlich. Auch Forcierung Windenergie hilft nicht wirklich bei Klimastabilisierung,
weil Regel-Energie / Grundlast auf jeden Fall durch Gas, Kohle, Kernenergie abgedeckt werden
muss mit Schadfolgen für das Weltklima.
• Konzentration Umweltministerium Trittin auf Gaskraftwerke und erneuerbare Energien gibt
deutscher Kohle keine Chance und vernichtet bis zu 100.000 Arbeitsplätze Kohle und Stahl.

Sachstand:
Die Umweltregierungskonferenz von 1992 in Rio de Janeiro (Brasilien) hat ein Weltklimaprogramm
beschlossen. Das Kyotoprotokoll zum Klimarahmenabkommen der Vereinten Nationen von 1997 hat
feste Ziele zur Verminderung der klimaschädlichen Treibstoffgase beschlossen. Danach soll weltweit
bis zum Jahr 2012 gegenüber den Stand von 1990 der Ausstoß von Kohlendioxyd und anderen klima-
schädlichen Treibhausgasen um 5,2% vermindert werden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich
verpflichtet bis zum Jahre 2005 gegenüber den Stand von 1990 die Kohlendioxydemission um 25% zu
verringern. Dies ist weltweit das ehrgeizigste Ziel.

Die Beeinflussung des Weltklimas ist das wohl schwierigste umweltpolitische und zugleich völker-
rechtliche Unternehmen der Weltgeschichte. Es wird die gesamte Menschheit und vor allem die
Vereinten Nationen noch über 100 Jahre beschäftigen. Ausdrücklich haben die mittel- und
osteuropäischen Länder mit Ausnahme von Rußland den Minderungszielen für klimaschädliche
Treibhausgase zugestimmt. Nicht zugestimmt haben bis heute die USA. Die Europäische Union
erklärt sich zur Reduktion der Kohlendioxidemission um 8% bereit. Um völkerrechtlich das Klima-
Rahmenabkommen verbindlich in Kraft zu setzen durch 85 Länder ist die Stimme Rußlands
erforderlich. Aus weltwirtschaftlichen Gründen wird auch der Beitrag der USA gebraucht
(verantwortlich für über 40% Kohlendioxid und Klimagase). Hoffnung auf Senator Kerry / Demokrat,
der eventuell Bush ablöst.
Mittelstandslexikon 2

Bei Klimaveränderungen handelt es sich um ein Problem meteorologischer Art und zugleich ange-
strebter Umweltqualität im globalen Maßstab. Es ist richtig in einer international konzertierten Aktion
dafür völkerrechtlich verbindliche Lösungsansätze zu entwickeln.

Aufgabe einer knappheitsgerechten Regelung der Umweltnutzung / Allokationsaufgabe ist es, sehr
konsequent den Schädigern nach dem Verursacherprinzip die durch sie für die Allgemeinheit entstan-
den Kosten anzulasten. Zum Beispiel durch Umweltabgaben oder einer Naturverbrauchssteuer, die
wie der BVMW vorschlägt, der Umsatzsteuer in Höhe von 1,5% zugeschlagen wird.

Eine viel bessere Lösung ist die im Kyoto-Protokoll beschlossene Zertifikatslösung. Da hier eine
Emissionsobergrenze bestimmt ist, wird zugleich auch deren Einhaltung sichergestellt. Im Gegensatz
dazu ist es fast Zufall, wenn mit Hilfe einer Umweltabgabe indirekt auch die vorgegebene
Emissionsmenge erreicht wird. Noch schlimmer ist es, wenn gar nicht erst versucht wird externe
Kosten der Treibhausgasemission - Treibhausgasemissionsverursacher gerecht anzurechnen. So ist
es geschehen, bei der deutschen Variante der Ökosteuer. Hier wird die Rentenkasse an der
Tankstelle bezahlt. Die Besteuerung ist hier viel zu grob und kennt auch viel zu viele Ausnahmen
großer Kohlendioxidemittenten, etwa in der Stahlindustrie oder bei der Kohlekraftwerkwirtschaft. Eine
Gleichbehandlung von Altemittenten und neuen Wettbewerbern ist grundsätzlich eher durch eine
Auktion sichergestellt, als durch Ausgabe von Zertifikatsscheinen und Schmutzberechtigungen durch
den Staat.

Die zu schützende Luft und die Erdatmosphäre insgesamt stellt ökonomisch ein Umweltgut mit
weltumspannender Ausdehnung dar. Für die Reduzierung von Globalschadstoffen wie
klimaschädlichen Treibhausgasen spielt daher im allgemeinen weder der Ort der Emissionen noch die
jeweilige nationale Situation eine Rolle. Wichtig ist nur das global und insgesamt systematisch die
klimaschädlichen Emissionen gesenkt werden. Dies kann am besten dort geschehen, wo - wie etwa in
Rußland oder in bestimmten industriellen Ballungsgebieten USA, Asien oder Südeuropa - der
Schadstoffausstoß am größten ist. Vorgesehen ist die Zahl ausgegebener Zertifikate und damit
Schmutzmengen alle zwei Jahre herabzusetzen durch eine staatliche Regulierungsbehörde, um durch
Verknappung der Zertifikate Innovationen auszulösen - Modernisierung des Kraftwerkbestandes an
den Stellen in der Welt, wo Maßnahmen gegen klimaschädliche Gase am dringendsten. Der weltweite
Emissionshandel soll ab 2005 beginnen. 2629 Industrieanlagen nehmen am EU-Emissionshandel teil
- über die Hälfte sind deutsche Unternehmen. Die Industrie - BDI - verlangt bedarfsgerechte
Ausstattung deutscher Unternehmen mit Emissions-Zertifikaten - ohne verbindliche jährliche
Verminderung wie im Kyoto-Protokoll festgelegt und ohne verbindliche quantifizierten Jahresziele zur
Herabsetzung von Kohlendioxid. Minister Trittin verlangt die Herabsetzung exakt 480 Millionen
Tonnen Kohlendioxid in den Jahren 2005 bis 2007. Da das Kyoto-Protokoll kein Unternehmen zwingt
bestimmte Mengen einzuhalten, sondern wahlweise Verschmutzungsrechte im Ausland zuzukaufen
sieht sich die deutsche Großindustrie bestätigt in der Ablehnung fester Jahresmengen -ähnlich war die
Diskussion beim Quotierung Einweg und Mehrweg in Verpackungsverordnung mit jetzt in Kraft
getretener Sanktion Dosenpfand bei Unterschreitung staatlich festgelegter Mehrwegquote. Eine
Entscheidung im Streit Trittin mit BDI ist noch nicht gefallen. Bundeskanzler ist eingeschaltet.

Berücksichtigt werden sollen in der Weltklimapolitik auch die großen Wälder, als sogenannte
Emissionssenken. Wälder und auch die Weltmeere nehmen riesige Mengen von Kohlendioxid auf,
einmal über den Prozeß der Photosynthese oder durch die Meeresalgen. Ein großer
Unsicherheitsfaktor in den jetzigen Vorausschätzungen der Kohlendioxidemission liegt darin, daß die
Leistung der großen Wälder und der Weltmeere zum Auffang schädlicher Kohlendioxidemission nicht
genau erforscht ist. Hier hat vor allem Japan große Forschungsprojekte. Die Unsicherheitsmarge der
Vorausschätzungen liegt bei 30 bis 40%. Dies ist jedoch kein Grund gar nichts zu tun, weil das
Abschmelzen des Gletschereises, leichtes Ansteigen des Meeresspiegel., Zunahme Groß-
Klimakatastrophen wie Wirbelstürme oder Flutwellen und plötzliche Klimasprünge usw. bereits globale
Änderungen anzeigen. Jede Maßnahme, die Kohldioxidsenken erhält, wie Aufforstungsprogramme,
Schutzstrategien für tropische Regenwälder oder Eisendüngung Meeresalgen usw. müssen neben
Energiesparstrategien und alternativer Verkehrspolitik politisch durchgesetzt werden.