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Zugänge zu den Religionen Chinas (Ladstätter, SS08)

05.03.2008

Das europäische Bild Chinas und der Religionen Chinas

Die Kontakte zwischen Europa und China sind auf 2 Jahrtausende zurückführbar Drei historische Hauptkontaktpunkte:

1. China und der Mittelmeerraum sind durch die Seidenstraße verbunden. Diese führt durch die Wüste, Iran Syrien bis zum Mittelmeer, Abzweigungen führen nach Indien/ Pakistan. Durch diese wirtschaftlichen Kontakte gelangt Kenntnis von China nach Europa

2. Ein neuer Impuls folgt den Berichten der Delegation Marco Polos im 13. Jh. Allerdings ist China zu dieser Zeit unter Fremdherrschaft (mongolische Jin Dynastie), d.h. die Berichte vom Hofe etc. müssen unter diesem Gesichtspunkt kritisch betrachtet wer den

3. 19. Jh.: Zeit des Kolonialismus. Hier sind die Kontakte zwischen Europa und China am Intensivsten; wiederum steht allerdings China unter Fremdherrschaft (mandschurische Qing Dynastie 16441911). Typische Vorurteile aus dieser Zeit betreffen Rückständigkeit und Opium

Bei allen diesen Kontakten ist auch immer die Faszination des Exotischen ein Faktor

Maoismus (chinesischer Kommunismus)

Kommunismus ist ursprünglich ein westlicher Import, kommt dann über Russland nach China

1932 1949: Kampf der chinesischen Kommunisten um Vorherrschaft

Die Ideologie des Kommunismus wird erst adaptiert, d.h. den chinesischen Gegebenheiten angepasst, u. danach nach Asien und Lateinamerika (z.B. Peru) exportiert

Das Chinabild in geistiger Hinsicht

China wird gehandelt als DIE spirituelle Quelle schlechthin, als die Heimat der alten Menschheitsweisheit

in China selbst spielt Spiritualität keine zentrale Rolle bzw. nicht in derselben Hin sicht, wie sie im Westen adaptiert wird Man ist materialistisch: was nützt Religion, wenn man im Hier und Jetzt nichts davon hat? Eine solche Religion ist sinnlos. unser Chinabild ist stark vom Blickwinkel westlicher Missionare geprägt; deren Be richte sind unsere wichtigsten religionswissenschaftlichen Quellen

W AS SIND KONKRET DIE R ELIGIONEN C HINAS ?

im Chinesischen gibt es kein Wort für „Religion“ Was ist also Religion? Typisches Definitionsproblem: Religion vs. Philosophie vs. Kultur/ Gesellschaft. Und: Inwieweit gehört Medizin zur Religion? Chinesische Wörter, die im Zusammenhang mit Religion verwendet werden (kön nen):

die Lehre (nicht nur auf Religion bezogen)

ji ā = Familie, Haus (d.h. soziologie Identität) es gibt keinen chinesischen Begriff für Christentum (wohl aber für Judentum und Is lam), sondern ein Wort für Katholizismus und eins für Protestantismus auf Grund der Anfeindungen zwischen diesen beiden Gruppen in China selbst schien es offen sichtlich zu sein, dass es sich um zwei verschiedene Religionen handelte. Wie definiert man „Religion“ im chinesischen Kontext? Verwendet man als definie rendes Element anstatt des Gottesbegriffes den Transzendenzbegriff, hat man das Definitionsproblem zwar für den Buddhismus geklärt, nicht aber für chinesische Reli gionen. Es ist hier ebenfalls eine Definitionsfrage: Was ist Transzendenz und was ist Imma nenz? ein möglicher Ansatz wurde vor einger Zeit von einem Forscherteam entwickelt: man ging 1x/Monat in verschiedene Dörfer und gab einem Dorfbewohner eine Kamera in die Hand mit dem Auftrag, alles zu fotografieren, was mit Religion zusammenhängt. (Allerdings wiederum das Problem der Begriffsdefinition) auf diese Weise erhält

jiaò

=

man einen weniger vorbelasteten Einblick darin, was Religion für die Menschen be deutet.

Perspektiven, Polaritäten und Parameter bei der Betrachtung fremder Religionen

M ERHEITM INDERHEIT

In welcher Situation lebt die religiöse Gemeinschaft an einem Ort? Defensive, wenn in der Minderheit dies bestimmt das religiöse Leben Analog: Fremde vs. Heimat/ Xenophobie vs. Xenophilie

WERTUNG VON G UT UND S CHLECHT

Dies sind sinnlose Kategorien zum Verständnis von Religionen

I NNENPERSPEKTIVE – A UßENPERSPEKTIVE

Beides ist unabdingbar, man darf die Positionen nicht gegeneinander ausspielen

D ISKREPANZ ZWISCHEN S OLL UND I ST

Vorstellung, wie die Welt seien soll (Theorie) vs. wie das religiöse Leben wirklich ist (Praxis). z.B. ein Vergleich zwischen der Theorie des Christentums (z.B. Jesus und die Nächstenliebe) und der Praxis des Islam (z.B. Saddam Hussein und der heilige Krieg) ist ein unfairer/ schiefer Vergleich und generiert ein falsches Bild beider Religionen

O BJEKTIVE M ANIFESTATION VS. SUBJEKTIVES E RLEBEN

Beides sind Bestandteile von Religion (d.h. Tempel, Riten, Symbole genauso wie die individuellen menschlichen Erfahrungen und das Erleben der Religion)

POLARITÄT ZWISCHEN KOGNITIVEM I NHALT UND GANZHEITLICHEN VOLLZÜGEN DER R ELIGION

Die Lehre der Religion ist genauso wichtig wie das rituelle, symbolische und ethische Handeln des Menschen. Im Falle Chinas ist ersteres weniger von Bedeutung als zweiteres

D ER E INZELNE DIE G EMEINSCHAFT

Religion ist weder auf das Individuum noch auf die Gruppe reduzierbar sie ist beides. (Bzw. in Fällen wie China oder auch in bestimmten Religionen Afrikas ist ohnehin das Subjekt die Gruppe)

PLURALISMUS INNERHALB DER R ELIGION

Was ist repräsentativ, wie groß ist die Bandbreite einer Religion?

WAS IST R ELIGION ?

Religion ist der Existenzvollzug im Horizont der Transzendenz, der sich als Interpreta tion der Wirklichkeit (wie ist die Welt/ Gott/ mein Leben?), als Handlungspraxis (ri tuell/ ethisch) und im sozialen Kontext realisiert.

Der chinesische Kulturraum

12.03.2008

1. G EOGRAFIE

Wir sprechen von einem Gebiet, das von der Fläche her mit Europa übereinstimmt – das muss beachtet werden, wenn es um die Frage der kulturellen und religiösen Ein

heit geht. Wir haben es folglich mit einer ethnisch religiösen Vielfalt zu tun Mit 9,6 Millionen km 2 ist China der drittgrößte Staat der Welt

man stelle sich vor, es reiche von London bis zum Ural und von New York bis zum Su

dan in China befinden sich die höchsten Berge der Welt (z.B. Mount Everest) und die

tiefste Depression (Stelle unter dem Meeresspiegel) der Welt Verwaltung heute in 35 Einheiten:

- 24 Provinzen

- 4 regierungsunmittelbare Städte: Bejing, Tienjin, Shanghai, Chongqin

- 5 autonome Gebiete:

1)

XINJIANG (Uiguren)

2)

Das buddhistische TIBET [Anmerkung: der ursprüngliche tibetische Kultur

3)

raum umfässt ein größeres Gebiet als das des heutigen Tibet, einige Teile davon befinden sich heute in China, d.h. Tibet wurde stark reduziert] Die INNERE MONGOLEI (zu unterscheiden von der äußeren Mongolei, die ein von China unabhängiges Land ist)

4) NINGXIA 5) GUANGXI

- 2 Sonderverwaltungseinheiten: HONG KONG und M….AN

Taiwan:

- von der VR China wird Taiwan als Provinz angesehen, Taiwan selbst sieht sich als Republik China und als einzig „wahres“ China, da es nicht dem „kommunis tischen Ansturm“ erlegen ist, wie der Rest des Landes.

- in Taiwan haben Religionswissenschaftler andere Möglichkeiten als in der VR, da Religion nicht dem Staat untersteht Den Kern des chinesischen Kulturraumes im Zusammenhang mit Religion bildet der südöstlich zentrale Teil

2. G ESCHICHTE

Die Shang Dynastie (16. 11. Jh. v.C.)

regiert im China des 2. Jahrtausends v.C. China ist die älteste noch bestehende Hochkultur der Welt es ist dies die erste Zeit, die historisch greifbar ist In AnChui im Osten des Landes wurde ein bemerkenswerter Fund gemacht: in gra bänlichen Anlagen wurden tausende Knochen von Tieren gefunden, die für das Ora kelwesen bestimmt waren und mit Schriftzeichen versehen waren (100.000 Knochen mit 3000 Schriftzeichen). So funktionierte aller Wahrscheinlichkeit nach das Orakel:

- Man hat eine Frage und schreibt diese auf den Knochen (z.B.: Wird die näch ste Maisernte gut werden?)

- der Knochen wird von den Orakeldienern erhitzt es kommt zu einer Schwärzung und mehreren Sprüngen. Daraus wird dann die Antwort gelesen

- häufig findet man auf den Knochen auch noch Informationen zum Wahrheitsgehalt der Lesung (z.B.: Die Maisernte ist gut geworden) bedeutend bei diesem Fund ist vor allem, dass auf diese Weise etwa 3000 verschie dene Schriftzeichen aus dieser Zeit bekannt sind. Außerdem ist es natürlich interessant zu wissen, was die Leute gefragt haben, d.h. was ihnen wichtig war Weitere Informationen: China war eindeutig ein Agrarstaat – wie allerdings noch heute; Die Herrschaft stützte sich auf das Militär; die Ahnen wurden hochgehalten; es existierten rituelle Menschenopfer für die Religionswissenschaft bedeutend: es existierten viele Gottheiten, wobei der höchste bekannte Gott ShangDi war, der wahrscheinlich der „oberste“ Gott war.

Die Zhou Dynastie (11. Jh. – 221 v.C.)

unterteilt in westliche und östliche Zhou Zeit (nach Sitz der Hauptstadt) in dieser Zeit entsteht und blüht die chinesische Philosophie und die diversen Religi onslehren Konfuzius (551479), Menzius (327289) Daoismus hat hier ebenfalls seinen Ursprung Laozi (4. Jh.?) wird hier als möglicher Gründer betrachtet, was allerdings umstritten ist Zhuangzi (4. Jh.) ebenfalls einflussreich war der Philosoph Mo Di (480—390). Er propagierte die Vor stellung von einem einzigen Gott, Nächstenliebe und der Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und hätte hier ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die christlichen Missionare sein können. Mo Dis Lehren gerieten aber in Vergessenheit. Han Feizi (280233) entwickelte eine legalistische Theorie: der Mensch geht den Weg des geringsten Widerstandes und braucht daher strenge Gesetze dieser Ansatz wurde von vielen Herrschern verwendet d.h. in dieser Zeit fand eine entscheidende Prägung in geistigreligiöser Hinsicht statt

es gab keine einheitliche Religion, allerdings wurde sehr intensiv die Gottheit Tian verehrt ( Tian bedeutet auch im modernen Chinesisch Himmel )

Die Qin Dynastie (221206 v.C.)

es handelt sich um eine sehr kurze Dynastie mit 15 Jahren, aber 3 Kaisern dennoch war diese Zeit sehr bedeutend und prägend zuvor schafft es kein Herrscher, über das gesamte Reich tatsächliche Herrschaft auszuüben Qin Shihuangdi (259210) ist 221 der erste, der dies zuwege bringt; er wird auch als der „Gründer Chinas“ bezeichnet (Sieht über 5 Rivalen und einigt China) er eint das Reich durch Militär und strukturelle Festigung: Vereinheitlichung des Ver kehrswesens, der Schriftzeichen, der Maße, Gewichte; Bau der chinesischen Mauer wird begonnen, um das Reich vor Völkern aus Zentralasien zu schützen (schon zuvor gab es Mauern zum Schutz, aber unter Qin Shihuangdi werden die verschiedenen Mauerteile zu einer einzigen großen Mauer verbunden. Der Bau der Mauer wird um 1600 n.C. beendet; die Mauer erstreckt sich über 2000 km Luftlinie) dieser Herrscher implementiert allerdings auch strengste Gesetze, insbesondere um den alten Adel und die Konfuzianer, die als potentielle Gefahr empfunden werden, unter Kontrolle zu halten. Die Konfuzianer werden in erster Linie auf Grund ihrer fundamental anderen Staatstheologie als Gefahr empfunden konfuzianische cher (213) und später auch Vertreter werden verbrannt, es folgt eine Verfolgungs welle Qin Shihuangdi war ein Legalist starb auf der Suche nach lebensverlängernden Kräutern 78000 Kriegerdenkmäler in Überlebensgröße bewachen heute sein Grab im heutigen Xian (damals Changan), wovon bisher 2000 freigelegt wurden. er selbst war dem Daoismus zugeneigt Die Qin Dynastie war die namensgebende Dynastie für das Land: China ist eine westliche Annäherung an das Zeichen Qin

Die Han Dynastie (206 v.C. – 220 n.C.)

auch hier unterscheiden wir zwischen einer westlichen und einer östlichen Zeit in kultureller Hinsicht handelt es sich um eine Blütezeit, auch weil es eine Zeit des Friedens ist die Chinesen bezeichnen sich selbst heute noch als Han Chinesen, was auf das hohe Prestige dieser Dynastie hinweist (China hat heute 56 Nationalitäten, davon 93% HanChinesen) in dieser Zeit erfolgt der erste Kontakt zu Europa über die Seidenstraße

es sind erstmals größere nicht chinesische Religionen in China greifbar, z.B. ab etwa 67 n.C. der Buddhismus

Die TangDynastie (618906)

auf die Han Dynastie folgt eine uneinheitliche Zeit, die wir in der Vorlesung auslassen

in der TangZeit treffen wir wieder auf große geistigkulturelle Entwicklungen

Chang‘an ist mit 2 Mio. Einwohnern die zu dieser Zeit größte Stadt der Welt

Blütezeit der Dichtung

erste Begegnung mit dem Christentum ostsyrischer Ausprägung (auch als nestoriani

sches Christentum bezeichnet). Man weiß das, weil man in Xiang eine Stele gefunden hat, die die Ankunft nestorianischer Christen für das Jahr 635 beschreibt in dieser Zeit gibt es allerdings auch Buddhistenverfolgungen, da diese Gruppe dem Kaiserhaus zu mächtig geworden sind:

- Klöster finden regen Zugang

- d.h. Klöster häufen Besitztümer an, da eine große Zahl der Mitglieder beim Eintritt in das Kloster diesem ihre Besitztümer überlässt

- d.h. dem Staat entgehen wertvolle Steuern und potenziell wehrfähige Solda ten 835 kommt es zu einer großangelegten Verfolgung mit Enteignung, Auflösung von Klöstern, „Re Laisierung“ [vgl. dazu die Situation im 20. Jahrhundert im Zusammen hang mit der kommunistischen Herrschaft]

Die YuanDynastie (1280 1368)

Mongolenzeit, d.h. Zeit der Fremdherrschaft die Mongolen erobern erst den Norden Chinas (bereits unter Dschingis Khan), dann Südchina (unter Khublai Khan) und schließlich Vietnam Unter Khublai Khan kommt es zu erwähntem Kontakt mit Marco Polo in der Mongolenzeit herrscht große religiöse Toleranz , da man politische Stabilität will und daher gewillt ist, in dem Bereich der Religion (der den Herrschern relativ gleichgültig ist, aber der Bevölkerung wichtig), alles zuzulassen es existiert ein besonders enges Bündnis mit den Tibetern, das einige Jahrhunderte bestehen bleibt und schließlich mit der Übernahme des tibetischen Buddhismus im mongolischen Kulturgebiet endet. Die Mongolen sind darüber hinaus die politischen Schutzherren der Tibeter: Der Begriff des Dalai Lama ist eigentlich ein mongolischer, der erstmals 1578 von Gushri Khan für seinen tibetischen Lehrer verwendet wird. erste Begegnung mit den Franziskanern unter Johann von Montecorvino (die erst kürzlich, im 13. Jh., entstanden sind). Über die Mission ist nichts erhalten, es scheint

keine nachhaltige Präsenz bzw. keinen Einfluss auf die Gesellschaft in China gegeben zu haben

Die Ming Dynastie (1368 1644)

02.04.2008

letzte chinesische Dynastie Ming Vasen, Porzellan, etc. sind uns v.a. aus dieser Zeit bekannt in dieser Zeit wird die chinesische Mauer vollendet (die Mauer ist gen Norden ausge richtet, da alle großen Feinde von hier kommen) Jesuiten

- Jesuitenmission: Matteo Ricci (15821610)

- große kulturell geistige Bedeutung neben der offensichtlich religiösen

- legen auf breite Bildung wert

- sind keine Volksprediger (wie etwa die Franziskaner), sondern suchen den Kontakt zu einflussreichen Chinesen (Intellektuelle, Geistliche), um diese zu konvertieren Politik von oben

- die westlichen Wissenschaften sind für diese Schicht der Chinesen besonders interessant (Astronomie, Mathematik) auf diesem Wege erreichen sie die Jesuiten

- die Jesuiten orientieren sich erst am Buddhismus, merken dann aber, dass dieser als Fremdreligion nicht besonders viel Achtung genießt (wird von vielen abgelehnt)

- es folgt dann eine Re Orientierung am Konfuzianismus: sie studieren die Klassiker und verkünden ihre Lehren so, dass sie mit diesem kompatibel sind

- das Kaiserhaus entwickelt eine Sympathie für die Jesuiten, da diese ihre christliche Botschaft in einer Weise formulieren, die den Chinesen zugänglich ist interessanter Weise gibt es daher große Unterschiede zum im Westen vorherrschenden Christentum

- man spricht kaum davon, dass Gott leidet und stirbt etc. – dies wäre den Chi nesen nicht einleuchtend – hingegen wird die Idee vom Schöpfergott stark propagiert

- Problematisch wird die Situation mit dem Ritenstreit

es handelt sich um ein innerkatholisches Problem, dass eng mit der Mission zusammenhängt Inwieweit ist es legitim, auf die Riten anderer Völker positiv einzuge hen? z.B. in China die Frage des Gottesbegriffes: Wie nennen wir ihn? Die Jesuiten wollen nicht „Deus“ sagen, sondern das. chin. Wort für „Herr des Himmels“ verwenden, da es für viele verständlich ist

auch: ist die Ahnenverehrung einordenbar/ integrierbar? Ist es Göt zendienst oder Ehrfurcht vor den Vorfahren? Rom entscheidet, dass chinesische Riten und Gottesnamen untersagt sind

- Die Folge ist, dass die Jesuiten aus China rausgeschmissen werden, weil sie plötzlich „unverständlich sind“ – die chinesischen Herrscher verlieren das Interesse [das passiert allerdings erst in der QingZeit! 1773 Aufhebung des Jesuitenordens]

- Einordnung der Jesuitenzeit/ ihres Einflusses: keine Massenkonversionen – man schätzt zwischen 2 – 3 % der Bevölkerung, die erreicht wurden.

Qing Dynastie (16441911)

Mandschuren d.h. Fremdherrschaft

- Verbotene Stadt in Bejing: in die Kaiserstadt dürfen keine Chinesen hinein,

Die heutige Mandschurei liegt im Nordosten der VR China. Seinerzeit hatten sie eine

eigene Sprache, die mit dem Chinesischen überhaupt nicht verwandt war, ebensowenig die Schrift. Beides ist heute fast ausgestorben. das mandschurische Kaiserhaus prägt unser heutiges Bild von China, v.a. vom chinesi

schen Kaiserhaus:

sondern nur Mandschuren

- Frisuren, Kleidung, etc.

wir treten ein in das „dunkle“ Kapitel der Europäisch Chinesischen Beziehung

Kolonialismus (wobei China nie komplett kolonialisiert wird)

das (fremde!) Kaiserhaus kann sich nicht erfolgreich dem Kolonialismus widersetzen

Opiumkriege im 19.Jh.

- die britische Krone will China zwingen, ihr in Indien angebautes Opium zu im portieren

- konkreter Anlass ist die NankinEpisode: die Chinesen setzen ein britisches Opiumschiff in Brand GB erklärt den Krieg

- Folge: China muss 5 Häfen öffnen und Hong Kong (Victoria Island) an die Bri ten übergeben

- später werden auch die New Territories and GB übergeben (offiziell für 99 Jahre „auf Pacht“; 1997 läuft der Pachtvertrag aus – die Territorien werden zurückgegeben) Die Chinesen müssen also erleben, dass die fremden Mandschuren nicht in der Lage sind, sie zu schützen Aufstände, unter denen der berühmteste der Boxeraufstand ist im 19. u. 20. Jh. gibt es in China eine starke europäische Missionstätigkeit, wobei v.a. die protestantischen Kirchen federführend sind

Die Republik (1912 1949, in Taiwan bis heute)

1911 wird das Kaiserhaus gestürzt und es folgt die „Zeit der Republik“

Zeit des Bürgerkrieges, berühmte Namen: Sun Yatsen, Yuan Shikai, Jian Kaishek

außerdem Krieg mit Japan 1931 und 1937 – 1945

nach der Abschaffung des Kaisertums zerfällt das Land – in diesem Klima erfolgt der Aufstieg der Kaiserreichs um Mao Zedong („Langer Marsch“)

Die Volksrepublik (seit 1949)

am 1.10.1949 wird am Platz des himmlischen Friedens die VR ausgerufen

erst orientiert man sich an sowjetischem Vorbild; China besteht allerdings zu 97 %

aus Bauern/ Landwirtschaft – man ist aber flexibel (z.B. ist privates Land bis zu einem gewissen Grad erlaubt, damit die Versorgung gewährleistet ist) Bruch mit der UdSSR erfolgt aus verschiedenen Gründen, unter anderem will Russ

land China die Atombombe nicht geben Für die Religion ist die Zeit d. Mao Zedong schlimm; es wird versucht, Religion im All

gemeinen auszurotten (contra Marx: die Religion löst sich von selbst auf). Erst später folgt in dieser Hinsicht eine Lockerung, eine quasi Religionsfreiheit unter völliger staatlicher Aufsicht wird gewährleistet. Problem: nur jene Aspekte, die unter

staatlicher Kontrolle stehen, sind erlaubt (z.B. ist nur ein Bischof legitim, der von Be jing ernannt wird Verdoppelung von Ämtern) Kulturrevolution 196676

- Grundgedanke: Die Gesellschaft muss alle paar Jahre wie ein Acker umgestochen werden, d.h. was oben ist, muss runter, was unten ist, muss rauf – sonst folgt eine neue Elitenbildung, was genau das Gegenteil des Revolutionszieles ist

- die Führungsschicht wird gestürzt, ermordet – die untere Schicht wird an die Spitze gestellt Nach Mao Zedongs Tod 1976 wird nach den Schuldigen für die Schrecken der Kultur revolution gesucht – Mao Zedong selbst zu beschuldigen kommt natürlich nicht in Frage „Die 4er Bande“ wird verantwortlich gemacht seither gibt es einen Wechsel – es erfolgte eine wirtschaftliche Öffnung, aber keine gesellschaftlich kulturelle Religion: an Wirtschaft gekoppelt. z.B. ist man zwar skeptisch gegenüber Religionen, bei denen eine Bindung nach außen besteht, andererseits wird das verhandlungsfä hig, wenn diese Bindung nach außen wirtschaftlich förderlich ist. Bei Religionen ohne Verbindungen mit dem Ausland ist man toleranter

3. S PRACHE

 

heute: 10 Dialektgruppen werden gesprochen diese „Dialekte“ sind z.T. so unter

schiedlich, dass einer den anderen nicht verstehen kann (lt. Sprachwissenschaftlern ist der Unterschied teilweise so groß wie zwischen Deutsch und Russisch) mit „chinesisch“ ist Mandarin gemeint, die offizielle Landessprache und Hochsprache,

die auf dem Nordchina Dialekt basiert. Mandarin hat den größten Anteil an natürli chen Sprechern Mandarin wird heute in ganz China in den Schulen gelehrt, ältere Menschen können

jedoch oft gar kein Mandarin lt. Ladstädter ist die chinesische Sprache sehr einfach – bei der Schrift ist das was an

deres im Mandarin gibt es 411 Sprachsilben, die jeweils in 4 unterschiedlichen Tonlagen

vorkommen können (vgl. ca. 8000 Silben im Englischen). Von diesen 1644 Möglich keiten sind allerdings nur 1338 belegt. Folglich gibt es sehr viele Homophone, d.h. Silben mit gleichem Klang (völlig gleich ausgesprochen, auch in der Tonlage), aber un terschiedlicher Bedeutung die Silbe ist deshalb so wichtig im Mandarin, weil jede Silbe eine Bedeutung hat. Auch

die Tonlage spielt hier eine Rolle. trotzdem gibt es im modernen Chinesisch „Eindeutigkeit durch Mehrsilbigkeit“, d.h.

es werden immer mind. 2 Silben zu einem Wort kombiniert. Das ist ein großer Vorteil im Vergleich zum klassischen Chinesisch, wo die meisten Wörter 1silbig sind („monosylab“) klassisches Chinesisch

 

- die wichtigsten Texte der letzten 2000 Jahre sind im klassischen Chinesisch abgefasst

- Nebeneinander von Volksund Schriftsprache

- große Mehrdeutigkeit aufgrund der Monosylabität

- kaum Interpunktion

- d.h. oft viele verschiedene Interpretationen eines Textes möglich

 

im Chinesischen gibt es keine Konjunktion, Dekliniation kein Tempus, Casus, Genus, Numerus, Person

Chinesisch ist eine sparsame aber präzise Sprache

4.

S CHRIFT

 

jede Silbe ist ein Zeichen

es gibt ca. 60.000 Zeichen und Bedeutungen. Auf jede Sprachtonsilbe fallen also im Schnitt 60.000 : 1338 = 45 Zeichen

mit 3000 Zeichen kann man eine Tageszeitung lesen, 5000 ist etwa Maturalevel, 10.000 können Spitzengelehrte. Andere Zeichen sind extrem selten bzw. werden nur in bestimmten Arbeitsbereichen benötigt oder sind nur noch historisch belegt 1500 Zeichen: Analphabeten Richtlinie

16.04.2008

Es gibt 6 verschiedene Systeme, nach denen Schriftzeichen gebaut sind:

- Hieroglyphensystem : Anteil extrem klein, beruht auf Bildern Schriftzeichen waren früher runder, durch Verwendung des Pinsels Tendenz zur Quadratisierung; ein chinesisches Schriftzeichen soll theoretisch in ein Quadrat passen

Schriftzeichen soll theoretisch in ein Quadrat passen - Bedeutungs ‐ Kombinationssystem: Schriftzeichen

- Bedeutungs Kombinationssystem: Schriftzeichen bestehen aus 2 Teilen, d.h. Schriftzeichen = Summe aus 2 Teilen und eine Kombination der Inhalte (z.B. Sonne und Mond = hell) nur sehr wenige Zeichen fallen in diese Kategorie

nur sehr wenige Zeichen fallen in diese Kategorie - Signifikum ‐ Phonetikum ‐ System : ca.

- Signifikum Phonetikum System: ca. 90 % der Schriftzeichen fallen in dieses System besteht ebenfalls aus 2 Teilen: 1 Signifikum (ungefähre Bedeutung) und ein Phonetikum (ungefähre Aussprache)

Bedeutung) und ein Phonetikum (ungefähre Aussprache) 3 Punkte neben dem „Schaf ‐ Zeichen“ (=Wasser)

3 Punkte neben dem „Schaf Zeichen“ (=Wasser) sind das S Zeichen, re. ist das PZeichen, d.h. Aussprache = Schaf ähnlich normalerweise ist der li. Teil des Zeichens das Signifikum, das rechte das Phonetikum; gibt aber auch Zeichen bei denen es umgekehrt ist bzw. solche wo die Zeichen übereinander stehen

das li. Zeichen hat immer einen religiösen Be ‐ zug das Phonetikum wird auch Ko

das li. Zeichen hat immer einen religiösen Be zug

das Phonetikum wird auch KoSignifium genannt und das Signifikum KoPhonetikum, weil die Aussprache durch S festgelegt, aber durch P präzisiert wird

- Indikatoren System

- phonetisches Entlehnungssystem

- Ableitungssystem

R ANDBEMERKUNGEN ZUR S CHRIFT

die standardisierte chinesische Schreibweise (v.a. die Druckschrift) ist natürlich nicht der einzige Schriftstil. Es gibt auch individuelles „Kalligrafieren“, wobei die Unter schiede oft extrem sind Schreiben ist in China noch mehr als bei uns das „Schönreiben“ ein eigener Kunststil Diskussion in China: Was soll das mit den Zeichen? Wäre es nicht einfacher, auf die lateinische Schrift umzustellen? Gegenargumente :

- die Sprache selbst: wenige Sprachtonsilben (man spricht viele gleich aus durch die Schrift identifizierbar)

- praktisches Argument : was passiert dann mit der Literatur? Niemand könnte sie lesen Kulturbruch

- politisch: die Schrift hält das Volk zusammen (10 große Dialektgruppen) bei Zeichen weiß jeder, was gemeint ist, egal wie man es ausspricht es gab dennoch schon den Versuch, die Schreibung selbst zu vereinfachen mehre re Schriftreformen in der VR zu diesem Zwecke (damit also das Schreiben schneller geht) Problem dabei: die Zeichen wurden einander zu ähnlich, sodass man 2 Reformstufen wieder rückgängig gemacht hat Taiwan und Hong Kong hatten keine Reformen d.h. wir haben es nun mit 2 ver schiedenen Systemen zu tun, d.h. das ganze hat zu einer Verkomplizierung geführt. Inzwischen haben sich die beiden Systeme allerdings stärker aneinander angeglichen Umschrift: Taiwan und VR verwenden jeweils eine andere inzwischen ist das Thema nicht mehr ganz so politisch Fremdwörter : 2 Methoden:

- inhaltliche Übersetzung:

Flugzeug fliegen + Maschine Atomkraft ursprüngliches Ding + Kraft

- lautliche Nachbildung:

Mercedes bönz e diese Methode wird oft bei religiösen Begriffen verwendet, v.a. das Sanskrit

betreffend (Aneinanderreihung von chinesischen Silben, die im chinesischen inhaltlich sinnlos ist)

- manchmal kommt es auch zu einer Mischung aus beiden Möglichkeiten

KONFUZIANISMUS

Das Wort „Konfuzianismus“ ist klar eine westliche Bildung ( ismus) problematisch Man weiß nicht genau, was damit gemeint ist ist die Person Konfuzius der Gründer/ Prophet/ Autor/ Inhalt von Verehrung/ Urheber? In den Büchern über chinesische Religionen kommt der Konfuzianismus entweder vor oder nicht. Warum? Man ist sich nicht sicher, ob er als Religion zu verstehen ist oder als Ethik/ Staatsethik/ Philosophie/ Morallehre

BLICK AUF DEN K ONFUZIANISMUS VON AUßEN

Aufklärer WOLF: er zeichnet ein positives Bild: „Inbegriff dessen, was die natürlichen Kräfte des Menschen vermögen“ – d.h. keine Wunder von außen sind nötig, Religion wäre vernunftbetont VOLTAIRE: keine Riten, nur ein weiser Mann, der sich selbst nicht als Prophet be zeichnet; wieder wird das Vernünftige betont (d.h. wieder positiv beurteilt) KANT: Die Moral des Konfuzianismus besteht aus unerträglichen Sittensprüchen (ein jeder könne sie „herplappern“) HEGEL: für den Ruhm des Konfuzius wäre es besser gewesen, wenn seine Worte nicht übersetzt worden wären

QUELLEN („KONFUZIANISCHE S CHRIFTEN“)

Korpus von 5 bzw. 4 Texten, die als „konfuzianische Klassiker“ bezeichnet werden. Sie stammen aus unterschiedlichen Zeiten und von unterschiedlichen Autoren (d.h. manche stammen aus der Zeit VOR Konfuzius, andere enthalten wohl seine Worte, wie der andere wurden Jahrhunderte danach verfasst) Einteilung in die „5 Klassiker“ (wu jing) und die „4 Bücher“ (si shu)

Die 5 Klassiker

1)

shijing, das „Buch der Lieder“

Inhalt: Volkslieder, Religion, Leben am Hof (des Adels), u.a.

Sammlung von 305 Texten/ Gedichten aus der frühen Zhou Zeit

vorkonfuzianisch (manche sogar aus der Shang Zeit)

2)

shu jing, das „Buch der Aufzeichnungen“

Geschichtswerk Reden, Verordnungen, Erlässe bestimmter Herrscher

53 Kapitel

3)

lange Entstehungszeit, Teile auch nachkonfuzianisch yi jing, das „Buch der Wandlungen“

„Bestseller“ asiatischer Literatur in Europa Handbuch der Wahrsagerei

64 Hexagramme werden gedeutet Basis für Wahrsagen

4)

5)

Entstehungszeit umstritten (Meinungen gehen von vor Konfuzius bis 3. Jh.) auch von Daoisten verwendet (v.a. die ying + yang Terminologie) und von Buddhisten chun qiu, „Frühling Herbst“, das „Buch der Frühlings und HerbstAnnalen“

Aufzählung von Herrschern plus Wertung (Wechsel von Name zu Titeln impli ziert Wertung) li ju, das „Buch der Riten“ stammt sicher aus der Zeit nach Konfizius (4. Jh. oder 2. Jh.) Hofetiquette, Riten, Benehmen, Erziehung, Magie, Moral, Verhaltensregeln, etc. so formuliert, als ob Konfuzius es selbst sagen würde (d.h. die Worte werden ihm in den Mund gelegt

Chroniken eines Stadtkönigtums (Lu, aus dem Konfuzius stammte)

Alle 5 Bücher haben gemeinsam, dass sie mit Konfuzius selbst nichts zu tun haben!

Die 4 Bücher

1)

2)

3)

4)

lun yü, „Gespräche“ dünnes Werk von 20 Kapiteln um 400 v.C. entstanden

Gespräche zwischen Konfuzius und seinen Schülern, höchstwahrscheinlich von letzteren aufgezeichnet, wohl stark authentisch

es handelt sich um den ersten chinesischen Text überhaupt, der jemals einer bestimmten Person zugeordnet worden ist Thema ist v.a. Menschlichkeit meng zi, „Menzius“

war ein Schüler des Konfuzius (4. Jh.) einer der bedeutendsten konfuzianischen Philosophen

erzählt nicht nur, was der Meister sagt, sondern argumentiert selbst der Mensch ist von Natur aus gut

da xue, „Die große Lehre“

= Kapitel 42 aus dem Buch der Riten Quelle, aus der v.a. der Neukonfuzianismus geschöpft hat zhong yong, das „Buch der Mitte“ = Kapitel 31 aus dem Buch der Riten

1. K ONFUZIUS UND DIE B EDEUTUNG SEINER L EHRE

K ONFUZIUS DIE PERSON

23.04.2008

lebte zur Zeit vor der Reichseinigung, eine Zeit der kleinen Fürstentümer, große Unsi cherheit „Konfuzius“ ist eine latinisierte Form des Namens, den es in China nicht gibt:

- chin.: Kong (Familiennahme) Fuzi (Meister) Meister Kong, d.h. Name und Anrede

- persönlicher Name: Qiu [sprich: Tsiu] als Kind und Zhongni als Erwachsener

551 v.C. an der chinesischen Ostküste im Königtum Lu geboren wir haben ein recht exaktes Geburtsdatum, weil die Chinesen zu jener Zeit eine Art von Geschichtsschreibung hatten, nach der eine Dynastie aus dem Blickwinkel der Nachfolger beschrieben wird (d.h. natürlich ideologischpolitische Färbung). Dennoch haben wir hier einen wichtigen Faktenkorpus zur Verfügung, v.a. im Bezug auf Jahreszahlen Konfuzius stammte aus dem niederen Adel, wobei er aber kein legitimes Kind war (Seitensprössling) instabile Verhältnisse sowohl innerhalb der Familie als auch im Königreich selbst: die Fürsten fliehen häufig, führen viele Kriege soll schon als Kind eine Vorliebe für Rituale gehabt haben seine Karriere wird von Schrift zu Schrift anders beschrieben, unter anderem werden ihm folgende Berufe zugeschrieben: Schreiber, Aufseher, Berater, Stadtpräfekt, oberster Richter, stellvertretender Kanzler. Je weiter die Quellen zeitlich von Konfuzius entfernt sind, desto höher werden die Ämter mühsame Wanderjahre sind ein wiederkehrendes Motiv, wobei hier politischer Misserfolg mit eine Rolle spielt: Auswanderung wäre nicht notwendig gewesen, wenn der jeweilige Fürst auf Konfuzius gehört hätte Tod 476, d.h. mit c. 72 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt soll er ca. 3000 Schüler gehabt haben Konfuzius fühlt sich nicht anerkannt, aber es ist ihm gleich – er möchte die anderen kennen Schüler: Sendungsbewusstsein des Konfuzius ist offensichtlich – er hat etwas zu sa gen und fühlt sich beauftragt, dies weiterzugeben Kennzeichnend ist der Fokus auf Wissen und Lernen zeigt eine Hochblüte des Geistes (vgl. griechische Philosophie z.B. Wissen um das Nicht Wissen) „Beim Lehren gibt es keine Standesunterschiede“, d.h. nicht nur dem Fürst/ dem Adel steht Bildung zu unter Konfuzius‘ Schülern finden sich Angehörige aller Schichten (nach dem „Bildung für alle“ – Ideal) Widerspruchsfreudigkeit des Konfuzius: Widersprüche sind ein wesentliches Element des Lernens, genauso wie Fehlermachen es scheint verständlich, dass er seine Posten anscheinend nie besonders lange inne gehabt hat – er soll auch gesagt haben, er ist lieber unter seinen Schülern/ Gleichge sinnten Selbstkultivierung spielt eine wichtige Rolle