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rühgeschichte

St. Lorenzkirche, Mutterkirche Hochfrankens

Hof wurde als „Curia Variscorum“ erstmals im 4. Jahrhundert erwähnt. Nach der
Völkerwanderungszeit beginnt die mit urkundlichen Quellen belegbare Geschichte des
östlichen Frankens. Aus diesen Quellen lassen sich die Ereignisse jener Zeit in dem Gebiet,
zu dem die heutige Oberpfalz, Unter-, Mittel- und Oberfranken gehören, annähernd
nachvollziehen. Der Nordgau entwickelte sich in dem „Francōnia orientālis“ genannten
Gebiet nördlich der Donau und der Castra Regina bis an den Main und reichte bis in den
Böhmerwald nach Osten. Einer der alten mit Namen bekannten Volksstämme, die dort
siedelten, waren die Varisker, die nach der Tabula Peutingeriana im heutigen Nordostbayern
und Thüringen ansässig waren.
Mittelalter

Im Bereich der Stadt Hof trafen im Frühmittelalter die Bistümer Naumburg, Regensburg und
Würzburg aufeinander. Karl der Große hatte den Würzburger Bischöfen aufgetragen, „im
Gebiet der Slaven, die zwischen den Flüssen Main und Rednitz siedeln, Kirchen zu
errichten.“[8] Durch territoriale Neuordnung entstand auf Wunsch von König Heinrich II. im
November 1007 das Bistum Bamberg, das direkt Rom unterstellt wurde. Im Nordosten des
neuen Bistums wurde die Großpfarrei Hof gegründet, die das gesamte Gebiet des heutigen
Landkreises Hof umfasste. Die erste Kirche wurde an der Stelle der heutigen Lorenzkirche
errichtet.[9]
Andechs und Weida
Michaeliskirche, Ludwigstraße und Rathaus

Um das Jahr 1080 befand sich im heutigen Stadtbereich eine Ansiedlung von Bauern mit der
Ortsbezeichnung „Rekkenze“, vermutlich entstanden aus der Lage an dem Flüsschen
Regnitz. In der Nähe der Mündung in die Saale standen die ersten Siedlungshäuser. Sie
wurden 1214 urkundlich erwähnt, erstreckten sich auf den angrenzenden Hügel und bildeten
die sogenannte Altstadt in der späteren Stadt Hof. Diese Urkunde nennt auch die
Lorenzkirche, die älteste Kirche von Hof.

Um 1230 wurde unter der Regierung von Otto I. von Andechs nördlich der Bauernsiedlung
eine neue, mit Mauer und Toren befestigte Stadt angelegt – die sogenannte Neustadt. Durch
die Neustadt führt die Ludwigstraße, eine ehemals bedeutende Straßenverbindung ins
Vogtland. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts sind in der Neustadt zwei Klöster nachweisbar.
Bis zum Jahr 1373 war Hof im Besitz der Vögte von Weida und ging von diesen in das
Eigentum der Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern über. Ab 1302 ist
nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde in Hof ein mittelalterliches Leprosorium
nachweisbar, das sich 700 Meter „vor der unteren steinernen Brücke“ befand.[10]
Brandenburg-Bayreuth (1373–1792)
Wappen der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth in der Hofer Ludwigstraße

Die Stadt wurde als Landeshauptmannschaft Hof Teil des hohenzollerischen Markgraftums
Brandenburg-Kulmbach. Nach der Verlegung der Residenzstadt hieß das Fürstentum
Markgraftum Brandenburg-Bayreuth. In dieser Zeit wurde die Stadt als „Hochfürstlich-
Brandenburgische Hauptstadt Hoff im Voigtlande“ bezeichnet. Eine Heeresgruppe der
Hussiten eroberte 1430 die Stadt und zerstörte sie schwer. Um gegen Angriffe besser
geschützt zu sein, wurde 1432 eine Schützengilde gegründet. Aus den jährlichen
Schießübungen der Gilde entwickelte sich ein Volksfest, der sogenannte Schlappentag.

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