Sie sind auf Seite 1von 2

Es ist diese Melancholie des Alltags die mich den einen oder anderen Tag durchzieht, wie eine Komet 

das All. Rund herum ist nichts was dieses Gefühl vermag zu stoppen, es bahnt sich seinen Weg doch 
was ist sein Ziel? Wohin tendiert es, was sucht es? Alles Fragen die scheinbar ohne Antwort bleiben, 
doch Moment, so weit weg liegt die Antwort nicht. Denn im Grunde scheint es nur eine zu sein auf 
die alles zurück geht. Es ist die Nähe zu den Menschen, aber nicht zu allen, sondern nur zu 
bestimmten, die Wenigen die es wert sind, nach diesen Menschen sehnt sich mein Innerstes. Doch 
wie vermag ich es zusteuern oder gar zu befriedigen, denn das was der Hintergrund ist, ist nah und 
fern zugleich.  

Immer dann wenn ich die Einsamkeit hören kann, und mir eine Stimme ins Ohr flüstert „Es ist 
niemand da, außer die Stimmen in deinem Kopf!“ könnte ein normal orientierter Mensch das Gruseln 
bekommen, doch mir macht es nichts mehr aus, es ist so wie immer. Mein ganzes Streben in der 
Vergangenheit, war nur daraufhin gerichtet mich geistig zu bilden und dies forderte indirekt eine 
Isolation von der Allgemeinheit, nicht das es schlimm wäre, nicht das es mich ärgern würde, es war 
eine schöne Zeit doch wie ist es mir möglich auch in Zukunft mit all meinen Gedankenexperimenten 
und meinem Bildungsziel „Der Formung meines Geistes“ mit den Menschen im Einklang zu leben? 
Doch wohl nur dann, wenn ich die goldene Mitte finde zwischen dem Inneren und dem Äußeren. 

Wäre mir geholfen, wenn ich mein bisheriges Leben aufgebe? Sicherlich nicht im Geringsten den das 
was mich ausmacht ist sowohl die vergangene Art und Weise mein Leben zu führen, also auch die 
Gedanken an die Zukunft. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen das ein gewisse Öffnung für 
die Freuden der Allgemeinheit mir gut tun würden, aber wieso widert mich teilweise genau dieser 
Gedanke so sehr an. Es gibt doch so viele schöne Dinge die einem die Allgemeinheit erst ermöglichen 
aber es gibt auch ebensoviele Möglichkeiten mit sich selbst glücklich zu sein. Um hier eine 
erschöpfende Antwort zu finden, komme ich nicht umhin genau zu analysieren, was ich an mir ‚habe‘ 
und was ich an anderen ‚habe‘. 

An sich hat man eigentlich nur seinen umfangreichen Geist und die damit verbundenen Fähigkeiten 
sich eine Welt in seinem eigenen Kopf zu schaffen. Es hat autistische Züge so von sich zu sprechen 
aber es ist nicht von der Hand zuweisen, denn mehr ist es nicht und besser vermag man es kaum zu 
beschreiben. Denn in meinem Kopf bin ich der Herr über Vorstellung des Daseins.  

Wie verhält es sich nun im Real‐Life? Nicht viel anders, könnte man annehmen dennoch sind einige 
wichtige Unterscheidungen zu treffen. Hier bin ich abhängig von der Allgemeinheit und muss mich 
ihren Normen und Gesetzen unterordnen und doch ist eine gewisse Art der Freizügigkeit vorhanden, 
die man allein mit sich nicht erreichen kann (oder in dem Fall den Schopenhauer anspricht, nicht 
will). Was will nun ich? Erschöpfend ist das nicht zu beantworten, denn nach Glück, Liebe und dem 
Sinn des Lebens sucht jeder, ich dagegen suche die Größe des Geistes in Verbindung mit der 
Geselligkeit der Wenigen, die mich in dem Gedanken ermutigen, dass es noch etwas schöneres gibt, 
als nur die pure Existenz neben dem Pöbel. Dieses besagten sind es dann auch zu denen ich mich 
hingezogen fühle, wenn die leisen Stimmen anfangen zuschreien. Denn ab einem gewissen Grad ist 
es kaum auszuhalten, mit sich selbst. Man muss es wohl nur schaffen mit diesem Problem fertig zu 
werden und man ist der Gesellschaft überdrüssig, nicht weil man es muss, Nein!, weil man es kann. 
An diesem Punkt ist man dann völlig mit sich selbst glücklich. Es gibt keine Umweltreize mehr die den 
Blick trüben und keine weltlichen Genüsse verleiten den Geist oder Körper, aber genau an dieser 
Stelle muss man wohl seine Existenz in Frage stellen, denn wenn man nichts mehr nötig hat, außer 
der Befriedigung der grundlegenden Bedürfnisse, wie Essen, Kleidung und Wohnung, dann steht man 
gewissermaßen über allem und doch hat man nichts. Wo tendiere ich hin? Auf der einen Seite 
sicherlich hin zum existenzlosen Bewusstsein aber auf der anderen Seite bin ich noch nicht gänzlich 
abgehärtet, um mit allem zu brechen. Es wird sich wohl nicht vermeiden lassen, diese Gedanken ein 
späteres Mal wieder aufzugreifen, denn zum heutigen Zeitpunkt lässt sich nur eine gewisse 
Melancholie feststellen, die auf eben diese innere Zerrissenheit hindeutet. Wir werden sehen was die 
Zukunft bringt. 

Gehabt euch wohl ihr leisen Stimmen und nicht zu vergessen auch ihr werte Leser! 

OG3r