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Poesie und Leben

Hugo von Hofmannsthal

theoretische Reflexion über Produktion und Rezeption symbolistischer Poesie

Poesie = gewichtloses Gewebe aus Worten


Inhalt: bijetive Abbildung/ Verbalisierung der subjektiven Stimmung aus irrealer Gedankenwelt
auf objektiv Wahrnehmbares aus realer Erfahrungswelt unmöglich
Stil: Velare (= Verhüllen) der Materie, Intention etc. der Poesie (durch Symbole/ Sinnbilder/ indirekte Stilmittel)
 geheimnisträchtige Sprachmagie
 schwebender Sinnzusammenhang

SYMBOLISMUS
Verschleierung

irreale, abstrakte
Gedankenwelt
des Rezipienten reale, konkrete
(genau umschriebener, Erfahrungswelt
traumhaft deutlicher des Rezipienten
( individueller), flüchtiger (sehen, hören, …)
Seelenzustand = Stimmung)
mysteriöse, spirituelle, ästhetische,
ideelle Kunstwelt

dynamische Verbindung
SYNÄSTHESIE
(Verknüpfung von Erfahrungswelt des Rezipienten sowie Inhalt und Stil der Poesie)

Poesie = gewichtloses Gewebe aus Worten


Inhalt: Individuelle Erfahrungswelt evoziert individuelle Stimmung bei Poesierezeption)
⟹ Rezeption des Gedichtes vom Rezipienten abhängig
⟹ konsensuale Poesieinterpretation unmöglich
„L’art pour l’art“  ohne Rezipient: Autonomie der Kunst (Aneinanderreihung gewichtloser Worte)
 mit Rezipient: Intention = Stimmungsevokation
Stil: Worte, Klänge etc. kunstvoll arrangiert (Onomatopoesie ≙ Lautmalerei  musikalische Kraft der Sprache)
Guter Stil wichtig für Poesie!
(Assoziation von Sinn, Klang, Anordnung der Wörter UND individueller Erfahrungswelt