Sie sind auf Seite 1von 80

INHALTSANGABE GRAMMATIK:

1..................... Artikel und Substantiv


2..................... Substantive: Plural
3......................Verben Konjugation Präsens
4..................... Fragepronomen, Imperativ
5 , 6 ............. Deklination Substantive : Nominativ, Akkusativ, Dativ
7 .................... Starke und schwache Verben
8 .................... Trennbare/untrennbare Verben
11 ……........... Form und Funktion
11a ………… Formen bilden
12 .................. Sätze bilden
13 .................. Subjekt, Prädikat und Objekt
14 .................. Possessivpronomen
15 .................. Modalverben
16 .................. Personalpronomen
17 .................. Pronomen im Satz
18 .................. Artikel und Pronomen
19 , 20 ........... Präpositionen mit Dativ und/oder Akkusativ ▯ und: Präpositionen ▭
21 ,22 ............ Lokale Präpositionen , Temporale Präpositionen
23, 24, 25 ...... Nominativ, Akkusativ, Dativ
26, 27 ........... Dativ oder Akkusativ?
28 .................. Negation
29 .................. Verben: Stammformen
30 .................. Präteritum (=Imperfekt)
31 .................. Verben: Perfekt
32 .................. Perfekt mit sein oder haben
33, 34............. Deklination Substantive Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv
35 .................. Die Kasus-Endungen
36 .................. Reflexivpronomen und reflexive Verben
37 .................. Imperativ
38 .................. Deklination der Maskulin-Substantive (n-Deklination)
39 .................. Deklination Substantive (vollständig)
40 .................. Zusammengesetzte Substantive
41 .................. Genitiv
42 .................. Besondere Pronomen
43 .................. Pronomen und Präpositionen
44, 45 ............ Präpositionale Objekte
46 .................. Adjektive mit Objekten (Präpositionen)
47 …………… Verben ersetzen durch nominale Ausdrücke (Diese Liste hat einen eigenen Link auf der Homepage)
48 .................. Unbestimmter Artikel und unbestimmtes Pronomen
49, 50............. Adjektiv-Endungen, Beispiele
51 .................. Komparation
52 .................. Substantivierte Adjektive
53 .................. Partizipialkonstruktionen
54 .................. Attribute
55, 55a .......... Nebensätze
56 …………... Infinitivsätze
57 .................. Verben mit Infinitiv
58, 59 ............ Konjunktionen
60 .................. Konstruktionen mit als
61, 62 ............ Angaben
63, 64, 65 ...... Komprimierte Sätze
66 .................. Gebrauch der Zeitformen (Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur Ι und ΙΙ)
66a ………… Verbformen Beispiele
67 – 70 .......... Relativsätze, Relativsätze bilden 1+2, Relativpronomen ergänzen
71 – 73 .......... Aktiv und Passiv
74 .................. Konjunktiv ΙΙ
75 .................. Vermutungen
76, 77 ........... .Konjunktiv Ι und Indirekte Rede
Grammatik-Wörter Wo findest du sie?

Adjektiv, das Beispiele: groß, klein, alt S. 46 S. 49/50


Adjektivdeklination Endungen von Adjektiven S. 49/50
Adjektivendungen S. 49
Beispiele S. 50
Adverb, das wie Adjektiv, aber ohne Endung S. 51, 61, 62
adversativ „trotz“, „trotzdem“ sind S. 58 Mitte
adversativ (≈konzessiv).
Akkusativ, der ein Kasus S. 5,6,9-11,13,17,18,24-27,33-35
Aktiv, das alle ‚normalen’ Verbformen S. 71, 66a
alle S. 42, 49, 50, 52
als S. 59, 60
Apposition Attribut zwischen Kommas S. 54
Artikel, der der, das, die, ein, eine … S. 1, 2, 5/6, 9/10, 11, 33/34, 35
Attribut, das ein Attribut ist Teil von S. 54
einem anderen Satzteil
attributiv =bei einem Substantiv S. 51, 53, 54
aufgrund ≈wegen, Präposition mit Genitiv S. 41
außerdem ≈ auch S. 58
Beziehungswort, das ein Pronomen wiederholt S. 16, 67
immer ein "Beziehungswort“
dass Konjunktion für Nebensatz S. 55, 55a, (56)
Dativ, der ein Kasus S. 9,10,11,11a,13,18-20,25-27,30
Deklination, deklinieren Endungen von Artikel und S. 5
Pronomen bilden
Demonstrativpronomen: dieser, dieses, diese S. 42
entweder … , oder = oder S. 58
entlang Präposition mit Akkusativ links ! S. 19,20,21
etwas = eine unbestimmte Sache S. 13, 42
final, Final-sätze/-angaben Sätze mit damit/um … zu S. 53, 58, 61
finit (Gegenteil: infinit) = (nicht)konjugiert(Verbform) S. 3 oben
Futur, das Verbform mit werden S. 66, 66a, 75
+ Infinitiv
Genitiv, der ein Kasus S. 33-35, 36, 41
Genus, das =Maskulin, Feminin, Neutrum S. 1, 5
Gleichzeitigkeit 2 Sachen passieren in der S. 53, 59, 66
gleichen Zeit(=gleichzeitig)
Gliedsatz, der = Nebensatz S. 55 oben
haben + zu + Infinitiv Synonym von müssen S. 15 unten
Hauptsatz "normaler“ Satz mit Verb S. 55
auf Position 2
hypothetisch = nur ein Gedanke, nicht real S. 74
Imperativ, der Verbform S. 4 unten, S. 37
Imperfekt, das Verbform Vergangenheit S. 30
Infinitivsätze Nebensätze ohne S. 56, 57, 62
konjugiertes Verb
intransitiv Verb ohne Objekt S. 12
irreal = nicht real, nicht wirklich S. 74
jeder, jedes, jede ≈ alle S. 42
jemand = nur eine unbestimmte Person S. 42, 63-65, 72
jener, jenes, jene ein Demonstrativpronomen S. 42
Kasus, der Nominativ,Akkusativ,Dativ,Genitiv S. 5, 35
kausal warum etwas passiert S. 41, 61, 62
Komparation, Komparativ Adjektiv-Form S. 51, 60
Komposita (Sg. Kompositum) (un-)trennbare Verben mit Präfix S. 8, 32
Konjugation, konjugieren Verbformen bilden S. 3, 12,13
Konjunktion Ein Wort das 2 Sätze verbindet S. 55, 55a, 58, 59
Konjunktiv I und II eine Verbform S. 76/77 und S.75
Konnektor(en), der ≈ Konjunktion S. 58 oben
Konsekutivsätze Nebensätze mit so … dass S. 58, 62
konzessiv aber, trotzdem, obwohl … S. 58 Mitte
lassen + Infinitiv S. 57
lokal Information wo etwas ist S. 19-21, 61
man unbestimmte Personen als Subjekt S. 42, 63-65, 72
manch- ein Pronomen S. 42, 49 unten, 50
Maßangabe(-n) Information wie groß, wie S. 46 unten
lang, wie alt, wie warm, wie
schnell etwas ist
modal, Modalangabe(-)n erklärt wie etwas ist S. 28, 58, 61/62
Modalverben wollen, können, sollen, S. 15, 55/56 unten
müssen, dürfen
nachdem Konjunktion mit Nebensatz S. 59, 66
n-Deklination, die Maskulin-Substantive, die S. 38, 39
immer die Endung –n
haben (z.B. Student)
Nebensatz, der Satz mit Konjunktion am S. 55-56, 60, 63-65
Anfang (z.B. dass) und
konjugiertes Verb Ende
nichts = keine Sache, nicht etwas S. 13, 42
niemand = keine Person, nicht jemand S. 42
Nomen, das = Substantiv S. 1 oben
Nominativ, der Endung von Artikel und Pronomen, S. 5,6,9,10,11,13,18,23,35,38,39
im Satz immer vom Subjekt
Numerus, der = Singular und Plural S. 2, 5
obwohl Konjunktion mit Nebensatz S. 58
Partikel, die z.B. nicht,schon,vielleicht S. 28, 58, 59, 70
Partizip I (=Partizip Präsens) z.B. arbeitend, schreibend S. 53, 64
Partizip II (=Partizip Perfekt) z.B. gearbeitet, geschrieben S. 29, 31, 53, 64
Partizipialkonstruktion, die komprimierter Satz S. 53, 64
Passiv, das Verbform mit werden+Partizip II S. 71-73
Perfekt, das Verbform Vergangenheit S. 31, 32
Perfekt von Modalverben 55, 56
Personalpronomen, das ich, du, er, sie, es … S.16, 17
Plusquamperfekt, das Verbform Vergangenheit S. 59, 66, 66a
Possessivartikel, der mein, dein, sein, ihr … S. 14
= Possessivpronomen, das
prädikativ ≈ beim Verb S. 51, 53
Präposition (-en) in, an bei, mit, nach, zu … S. 19 - 25
Präsens, das Verbform „nicht vergangen“ S. 3, 56
= Gegenwart und Zukunft
Präteritum, das Verbform Vergangenheit S. 29, 30, 59, 66, 66a
Pronomen, das: Personalpronomen S. 16, 17
Possessivpronomen S. 14
Demonstrativpronomen S. 42
Reflexivpronomen S. 36
Relativpronomen S. 67-70
Unbestimmtes Pronomen S. 48
Andere Pronomen S. 42
Pronominaladverb(-en), das z.B. damit, dafür, dazu, S. 43
danach, deswegen …
Reflexivpronomen sich S.36
Relativadverb, das wo, wohin, woher statt in S. 67 unten, bei „Angaben“
dem, in den/ zu dem, aus
dem
Relativpronomen, -satz , der - ,die - ,das … S. 67-70
sämtlich- ≈ alles/alle S. 42, 49 unten, 50
Satzgefüge Hauptsatz mit Nebensatz S. 55 oben
Satzglied = Satzteil Subjekt, Objekt, Zeit, Ort S. 12 oben, S. 13 oben, S. 55 oben
sein + zu + Infinitiv Synonym von müssen S. 15 unten
solch- S. 42, 49 unten, 50
sowohl …, als auch ≈ und S. 58 oben
starke/schwache Verben regelmäßige/unregelmäßige S. 7, 29, 30, 31
statt Präposition mit Genitiv S. 41
Subjunktion Konjunktion, die nur Hauptsatz S. 58 oben
und Nebensatz verbindet, z.B.
dass, weil, wenn, als …
nicht: und, aber, sondern …
Substantiv(-e), das ein Wort, das man immer S. 1
groß schreibt: Buch, Tisch,
Name, Lehrer …
substantivierte Adjektive der/die Kranke, Alte, Reiche – S. 52
das Gute, Schlechte …
Superlativ, der Adjektiv-Form S. 51
z.B. der größte, teuerste,
schnellste, beste …
temporal = wann etwas ist/passiert S. 22, 61, 62
transitiv, intransitiv Verb mit Akkusativ-Objekt, S. 12
Verb ohne Objekt
trotz Präposition mit Genitiv S. 41
!! trotz ≠ trotzdem !!
um … zu + Infinitiv komprimierter „Finalsatz“ S. 56, 62
vergangen (nicht) ≈ gestern (heute) S. 59, 66
Vergleich, der S. 51, 60, 74
Vermutung etwas was ich glaube aber S. 75
nicht weiß
Vorzeitigkeit nicht gleichzeitig S. 53, 59, 66
eine Sache passiert zuerst, eine
andere Sache passiert später
während Konjunktion mit Nebensatz S. 59, 66
und Präposition mit Genitiv
was für ein … Fragewort für Adjektive S. 54 unten
weder …. , noch ≈ nicht … und nicht S. 28 unten, 58
wegen kausale Präposition mit Genitiv S. 41
weil kausale Konjunktion mit Nebensatz S. 58, 62
welcher,welches,welche Fragepronomen und S. 54 unten
unbestimmtes Pronomen S. 48
wenn Konjunktion mit Nebensatz S. 59, 66
Wunsch, der = was ich gerne möchte S. 15, 75
Ziel, das = Destination S. 19, 20, 21, 26, 27
zwar … , aber = aber S. 58
 John Campbell-Cohen SEITE 1

ARTIKEL UND SUBSTANTIV

Substantive (= Nomen) sind Namen von Sachen: Buch, Tisch, Stuhl …


Wir schreiben sie auf Deutsch immer mit großen Buchstaben: Substantiv, Name, Sache, Lehrer
>>>> Ein Substantiv klein schreiben ist ein Fehler !! <<<<

Substantive sind auf Deutsch Maskulin, Feminin oder Neutrum.


Das heißt "Genus".

Substantive haben auf Deutsch einen Artikel : der Lehrer, ein Buch, die Tafel …
Der Artikel ist "bestimmt“ : der (=Maskulin), das (=Neutrum), die (=Feminin)
oder "unbestimmt“ : ein , ein , eine
Maskulin unbestimmt (= ein ) und Neutrum unbestimmt (= ein ) sind gleich !
Feminin hat oft* die Endung -e !

Maskulin ( der, ein ) Neutrum ( das, ein ) Feminin ( die, eine )

der Lehrer / ein Lehrer das Buch / ein Buch die Frau / eine Frau
der Staat / ein Staat das Land / ein Land die Stadt / eine Stadt
der Stift / ein Stift das Heft / ein Heft die Frage / eine Frage

Substantive -er ⇒ oft* Maskulin


- der Lehrer, der Schüler, der Fehler, der Kugelschreiber ...
> ABER: das Fenster ! <

Substantive -e ⇒ oft* Feminin


- die Frage, die Klasse, die Stunde, die Pause, die Schule ...
> ABER: der Name, das Ende ! <

Substantive -ung, -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft ⇒ immer Feminin !


- die Übung, die Nation, die Nationalität, die Krankheit ...

-in macht maskuline Substantive feminin


- der Lehrer - die Lehrerin
der Schüler - die Schülerin
der Engländer - die Engländerin
der Franzose - die Französin (kein - e - !)
> ABER: der Deutsche / die Deutsche ! <

* oft (≈ viel) ist nicht immer!


 John Campbell-Cohen SEITE 2
SUBSTANTIVE: PLURAL

Plural von Substantiven bilden wir mit einer Endung


Die Endung ist -e oder -er oder -(e)n oder -s .
Kurze Substantive mit -a- , -o-, -u- oder -au- haben Plural oft einen Umlaut (= ä, ö, ü, äu ) !
Der bestimmte Artikel Plural ist immer (Maskulin, Neutrum und Feminin) die
Unbestimmt hat der Plural keinen Artikel !

Singular -er ⇒ Plural auch -er (keine Plural-Endung)


( -er ist oft Maskulin)
der Lehrer Plural die Lehrer und das (!) Fenster Plural die Fenster
der Fehler Plural die Fehler das (!) Zimmer Plural die Zimmer
der Kugelschreiber die Kugelschreiber

Neutrum-Substantive ⇒ Plural oft -er


1 Silbe ⇒ Plural Umlaut
das Kind Plural die Kinder ABER: das Beispiel Plural die Beispiele
das Buch Plural die Bücher der (!) Mann Plural die Männer
das Haus Plural die Häuser
das Land Plural die Länder

Substantive -e ⇒ Plural immer -en !!


Oft Feminin
die Frage Plural die Fragen und der (!) Name Plural die Namen
die Klasse Plural die Klassen das (!) Ende Plural die Enden
die Schule Plural die Schulen

Feminin-Substantive -ung, -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -in ⇒ Plural immer -en !
die Übung Plural die Übungen
die Nation Plural die Nationen
die Nationalität Plural die Nationalitäten
die Krankheit Plural die Krankheiten
die Lehrerin Plural die Lehrerinnen ( -in : Plural immer -innen, mit 2 n !)

Fremdwörter(=nicht deutsche Wörter) und Abkürzungen ⇒ Plural oft -s


das Auto Plural die Autos ABER: der Bus Plural die Busse
das Hotel Plural die Hotels
das Restaurant Plural die Restaurants
das T-Shirt Plural die T-Shirts
der VW Plural die VWs ( VW = Volkswagen )

Andere Substantive ⇒ Plural -e oder -(e)n


1 Silbe ⇒ Plural oft Umlaut
der Stuhl Plural die Stühle das Heft Plural die Hefte die Stadt Plural die Städte
der Herr Plural die Herren die Frau Plural die Frauen
die Tafel Plural die Tafeln

SUBSTANTIVE LERNEN: der Tisch(-e), das Buch( "er)*, die Karte(-n)


Wir lernen immer das Wort, den Artikel und die Plural-Endung !!!

* ( " ) = Plural Umlaut


 John Campbell-Cohen SEITE 3

VERBEN

Ein Verb hat 2 Teile: Stamm (bleibt gleich) + Endung (zeigt Form):
Stamm + Endung = Verbform
Name Verbform:
komm + -en = kommen * Infinitiv (nicht konjugiert)
konjugierte (=finite) Formen:
komm + -e = ich komme 1.(=erste) Person Singular (1.Sg.)

komm + -st = du kommst 2.(=zweite) Person Singular (2.Sg.)

komm + -t = er kommt 3.(=dritte) Person Singular (3.Sg.)


Mask. er, Neutr. es, Fem. sie

komm + -en = wir kommen * 1. Person Plural (1.Pl.)

komm + -t = ihr kommt 2. Person Plural (2.P.)

komm + -en = sie kommen * 3. Person Plural (3.Pl.)


und Höflichkeitsform(=Respekt) Sie (groß S)

Wir bilden(=machen) Verb-Formen: das heißt „konjugieren“ (Substantiv: KONJUGATION).


Wie bilden wir Verb-Formen? ⇒ Wir nehmen den Stamm und bilden die richtige Endung!
Formen bilden ist in der deutschen Grammatik immer Endungen bilden!

Ende Stamm -t oder -d ⇒ Endungen immer mit -e- !


arbeit + e = ich arbeite
arbeit + est = du arbeitest z.B. antworten, bilden, reden ….
arbeit + et = er arbeitet auch: rechnen, öffnen, zeichnen, regnen
begegnen, trocknen, ebnen, atmen, widmen
arbeit + en = wir arbeiten nur wenige Verben,
arbeit + et = ihr arbeitet nicht alle Verben mit Stamm-Ende --n oder -m !
arbeit + en = sie arbeiten

Ende Stamm -s oder -ß oder -z ⇒ Endung 2.Sg. nur -t , nicht -st !


heiß + e = ich heiße z.B. lesen, essen, heizen ...
heiß + st (!) = du heißt
heiß + t = er heißt
heiß + en = wir heißen
heiß + t = ihr heißt
heiß + en = sie heißen

Die Verben sein und haben


ich bin ich habe
du bist du hast (nicht: habst !)
er ist er hat (nicht: habt !)
wir sind wir haben
ihr seid ihr habt
sie sind sie haben

* Infinitiv, 1.Person Plural und 3.Person Plural haben immer die gleiche Endung: -en
 John Campbell-Cohen SEITE 4

FRAGEPRONOMEN – Höflicher IMPERATIV

Personen (Maskulin, Feminin oder Neutrum - Singular/Plural) : Wer , Akk. Wen


Sachen (Maskulin, Feminin oder Neutrum - Singular/Plural) : Was , Akk. Was

Antwort = Sache ⇒ Immer (Nom./Akk.) Was?

Wir bilden eine Frage


Subjekt (Nom.) ⇒ Wer?
Antwort = Person ⇒
Objekt (Akk.) ⇒ Wen?

Beispiele:

Der Lehrer kommt in die Klasse.


Antwort: der Lehrer (Person, Nom.Sg.Mask., Subjekt) ⇔ Frage: Wer kommt?
Die Lehrer kommen in die Klasse.
Antwort: die Lehrer (Personen, Nom.Plural Mask., Subjekt) ⇔ Frage: Wer kommt?
Die Frage Wer? ist immer Singular, die Antwort ist Singular oder Plural.

Das Buch liegt auf dem Tisch.


Anwort: das Buch (Sache, Nom.Sg.Neutr., Subjekt) ⇔ Frage: Was liegt?
Die Bücher liegen auf dem Tisch.
Antwort: die Bücher (Sache, Nom.Plural Neutr., Subjekt) ⇔ Frage: Was liegt?
Was? für Nominativ/Subjekt ist auch immer Singular - Antwort Sg./Pl. !

Der Lehrer fragt den Schüler/die Schüler.


Wer fragt? Der Lehrer - Wen fragt der Lehrer? Den Schüler/Die Schüler.

Der Lehrer liest den Satz/die Sätze.


Wer liest? Der Lehrer - Was liest der Lehrer? Den Satz/Die Sätze.

Die Lehrer lesen den Satz/die Sätze.


Wer liest ? Die Lehrer. (Subjekt Wer ist Singular, Antwort ist auch Subjekt, aber hier Plural)
Was lesen die Lehrer? Den Satz/Die Sätze.
(Hier ist das Subjekt die Lehrer = Plural Frage Was ist Objekt, Antwort ist auch Objekt!!)

IMPERATIV

Imperativ bilden (Höflichkeitsform): Infinitiv (groß) + Sie + Ausrufungszeichen


Kommen Sie !
Trennbare Verben : Steigen Sie ein !
 John Campbell-Cohen SEITE 8

TRENNBARE / UNTRENNBARE VERBEN

Viele Verben haben drei Teile:

Präfix Stamm Endung (Im Buch – S.250 - heißt das Präfix "Vorsilbe")

an + komm + en = ankommen
} Das ist der Infinitiv
ab + fahr + en = abfahren

Viele Verben mit Präfix konjugieren wir,


dann sind Präfix und Stamm nicht zusammen: Die Verben sind "trennbar" *

ich an komm + e an
ich komme an ankommen, abfahren,
du kommst an einsteigen,aussteigen,umsteigen
er,sie,es kommt an
wir kommen an POSTION TRENNBARES PRÄFIX
ihr kommt an IST IMMER SATZENDE !!
sie,Sie kommen an
Trennbare Verben und das Verb ohne Präfix sind oft ungefähr gleich: "ankommen" ist auch "kommen", "abfahren" ist auch "fahren"

Wir konjugieren andere Verben mit Präfix,


sie sind zusammen, ein Wort: Die Verben sind "untrennbar" *

ich er + klär + e erklären, verstehen, verlassen


du erklärst verbessern, wiederholen,
er,sie,es erklärt beginnen
wir erklären
ihr erklärt
sie,Sie erklären
Untrennbare Verben und das Verb ohne Präfix sind oft nicht gleich: "verstehen" ist nicht "stehen", "bekommen" ist nicht "kommen"

Verben mit Präfix heißen in der Grammatik „Komposita“ (Singular: Kompositum)


Wir sagen: abfahren ist ein trennbares Kompositum von fahren; verfahren ist ein untrennbares Kompositum.
WANN IST EIN VERB TRENNBAR? WANN IST EIN VERB UNTRENNBAR?

Präfixe ge,be er,ver,zer ent,emp bei,da,miss,wider sind immer untrennbar!

Andere Präfixe sind normal trennbar, aber nicht immer. (z.B. wiederholen - wiederholen )
Viele Verben mit unter sind untrennbar (unterschreiben, untersuchen, unternehmen …),
aber nicht alle ( untergehen, untertauchen … ).

Regel im Buch: Präfix betont ⇒ trennbar / Präfix nicht betont ⇒ untrennbar

Beispiel: ankommen ⇒ trennbar / bekommen ⇒ untrennbar

* "un-trenn-bar": trennen ist ein Verb: séparer/to part


un- = nicht -bar =möglich (possible)
 John Campbell-Cohen SEITE 5

DEKLINATION: SUBSTANTIVE: Nominativ, Akkusativ, Dativ

best.Artikel Maskulin Neutrum Feminin Plural


Nominativ der Stuhl
} das Buch } die Tasche } die Stühle / Bücher / Taschen
Akkusativ den Stuhl
123
Dativ dem Stuhl / Buch der(!) Tasche den Stühlen / Büchern / Taschen

unbest, Artikel
Nominativ (k)ein Stuhl
} (k)ein Buch } (k)eine Tasche } (keine) Stühle / Bücher / Taschen
Akkusativ (k)einen Stuhl
123
Dativ k)einem Stuhl / Buch (k)einer Tasche (keinen) Stühlen / Büchern / Taschen

ARTIKEL: Dativ Maskulin und Dativ Neutrum haben immer die gleiche Endung: -(e)m !
!! Die Endung Dativ Feminin ist gleich der Endung Nominativ Maskulin: -(e)r !
Der unbestimmte Artikel Nom.Sg.Mask und Neutr ist gleich: ein. UND Neutr. Akk ist auch "ein Buch ", aber Mask Akk. ist "einen Stuhl " !!
Der bestimmte Artikel Plural ist Maskulin, Neutrum und Feminin: die
Der unbestimmte Plural hat keinen Artikel! Also: das Buch, Plural die Bücher - ein Buch, Plural Bücher
Nominativ und Akkusativ sind NEUTRUM, FEMININ, und PLURAL i m m e r g l e i c h !
SUBSTANTIVE: Dativ Plural haben Artikel und Substantiv die Endung -(e)n !
Aber Substantive mit Plural-Endung –(e)n bleiben Dativ Plural gleich: die Taschen, Dativ Plural den Taschen
Substantive mit Plural-Endung –s haben im Dativ Plural keine Endung –n (die Autos, Dat.Plural den Autos )

NEGATION Der bestimmte Artikel hat die Negation "nicht ", rechts neben Substantiv: der/den Stuhl nicht, das Buch nicht, die Tasche nicht
Der unbestimmte Artikel hat negativ ein "k": kein, keine etc. Plural unbestimmt auch: keine Stühle, Bücher, Taschen
 John Campbell-Cohen SEITE 6

DEKLINATION: SUBSTANTIVE: Nominativ, Akkusativ, Dativ

DIESE TAFEL ZEIGT ALLE FORMEN ZUSAMMEN:

best. Artikel Maskulin Neutrum Feminin


Singular
Nominativ der Stuhl das Buch die Tasche
Akkusativ den Stuhl das Buch die Tasche
Dativ dem Stuhl dem Buch der(!) Tasche
Plural
Nominativ die Stühle die Bücher die Taschen
Akkusativ die Stühle die Bücher die Taschen
Dativ den Stühlen* den Büchern* den Taschen (!)*

unbest. Artikel Maskulin Neutrum Feminin


Singular
Nominativ ein Stuhl ein Buch eine Tasche
Akkusativ einen Stuhl ein Buch eine Tasche
Dativ einem Stuhl einem Buch einer Tasche
Plural
Nominativ - Stühle - Bücher - Taschen
Akkusativ - Stühle - Bücher - Taschen
Dativ - Stühlen* - Büchern* - Taschen (!)*

DIESE TAFEL ZEIGT DIE ARTIKEL-ENDUNGEN:

Mask Neutr Fem Plural


Nom (-er ) (-s ) -e -e
Akk -en (-s ) -e -e
Dat -em -em -er -en -en*

Die Endungen in Klammern=() sind nicht immer da!


Der unbestimmte Artikel ein hat keine Endung.
* Die 2.Endung –en bekommt das Substantiv.
Substantive mit Plural-Endung –n oder –s bleiben Dativ Plural gleich.
die Taschen, Dativ den Taschen - die Autos, Dativ den Autos (!)
 John Campbell-Cohen SEITE 10

FORM UND FUNKTION


Wir haben ein Wort. Wir fragen: Wie/was ist es? Das heißt in der Grammatik:

Wir bestimmen die F O R M .

Substantiv, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Verb - das ist die WORTART.

Substantive Maskulin, Neutrum, Feminin (GENUS)


Adjektive haben die Formen: Singular oder Plural (NUMERUS)
Artikel, Pronomen Nominativ, Akkusativ, Dativ (KASUS)

Infinitiv, Partizip (nicht konjugiert)


Verbformen sind z.B. 1.Person Sg., 2.Person Sg. (konjugiert)
Präsens, Perfekt (Zeitform=Tempus)

Wie bestimmen wir die Form? - Wir sehen immer zuerst die Endung !
In der deutschen Grammatik zeigt immer die Endung die Form.
Die Endung ist immer sehr wichtig. Endungen geben viele Informationen.

BEISPIELE:
"den Tisch" Artikel + Substantiv.
Artikel-Endung (=en ) zeigt die Form: Akkusativ Singular Maskulin
"die Tische" Artikel-Endung und Substantiv-Endung zeigen die Form: Nom./Akk.Pl.Mask.
Verbformen sind konjugiert (="finit" oder „flektiert“) oder nicht konjugiert (infinit, unflektiert) Der Unterschied ist wichtig!.
Konjugierte Formen haben eine Person (ich,du,er, ... ).
"er geht" = eine konjugierte Verbform: 3.Person Singular Maskulin (3.Sg.Mask) Präsens
"gehen" = der Infinitiv. Infinitiv ist nicht konjugiert (="infinit").

Wir haben einen Satz. Wir fragen: Was macht ein Wort im Satz, warum ist es im Satz? Das heißt:

Wir bestimmen die F U N K T I O N

Funktionen sind zum Beispiel: SUBJEKT, OBJEKT, PRÄDIKAT


Wir nennen Subjekt, Objekt und Prädikat auch Satzteile oder Satzglieder.
Funktionen haben wir nur im Satz. Kein Satz ⇒ keine Funktion.
Form bestimmen hilft Funktion bestimmen!
- Das Prädikat ist immer ein konjugiertes(=finites) Verb.
- Das Subjekt hat immer die Form Nominativ.
Subjekt ist ein Name, ein Substantiv (mit Artikel) oder ein Pronomen.
Ein Adjektiv oder ein Verb ist kein Subjekt.
- Ein Objekt hat nie die Form Nominativ.
- Eine Präposition (von, zu, bei, in, nach …) ist nie Subjekt, Akkusativ-Objekt oder Dativ-Objekt!
- Ein Satz hat immer ein Subjekt und ein Prädikat, aber nicht immer ein Objekt!

BEISPIELE:
Hier ist ein Satz: "Der Lehrer fragt den Schüler." Das sind 5 Wörter.
Wir bestimmen zuerst die Formen, dann bestimmen wir die Funktion.
Da ist ein Substantiv(=Lehrer ) mit Artikel(=der ). Die Artikelendung(-er ) ist Nominativ Singular Maskulin.
Da ist ein konjugiertes Verb(=fragt ), die Form ist 3.Person Singular Präsens.
Und da ist noch ein Substantiv(=Schüler ) mit Artikel(=den ). Die Endung -en ist Akkusativ Sg. Maskulin.
PRÄDIKAT ist das konjugierte Verb "fragt".
SUBJEKT ist das Substantiv im Nominativ, links neben dem konjugierten Verb: "Der Lehrer"
OBJEKT ist das Substantiv im Akkusativ: "den Schüler"
Nominativ und Akkusativ im Satz sind gleiche Formen: Die Lehrer fragen die Schüler.
Dann kommt immer zuerst, links neben dem Verb, das Subjekt und dann das Objekt rechts.
 John Campbell-Cohen SEITE 11a
FORMEN BILDEN

DEKLINATION: Wir sollen ein Substantiv oder ein Pronomen deklinieren. Was machen wir?

1. Wir bestimmen zuerst GENUS (Mask/Neutr/Fem) und NUMERUS (Singular=Sg / Plural=Pl )!


Viele Femin-Substantive erkennen wir leicht: Sie haben am Ende -ung,-ion,-tät,-heit,-keit,-schaft
Substantive und Pronomen mit -e sind sehr oft feminin.
Wir haben aber auch eine Pluralendung -e ! Umlaut ist oft ein Zeichen für Plural!
Vorsicht n-Deklination! Maskulin-Substantive mit -e sind n-Deklination!

2. Ist das Substantiv/Pronomen mit PRÄPOSITION oder nicht?


Die Präposition bestimmt den Kasus!
Ist das eine Präposition mit Dativ ( aus,bei,mit,nach,seit,von,zu,gegenüber )?
Oder eine Präposition mit Akkusativ ( durch,für,gegen,ohne,um,entlang )?
Oder ist es in,an,auf,über,unter,neben,hinter,vor,zwischen mit Dativ oder Akkusativ?
Ist das Subst./Pronomen ein Ziel(=“noch nicht“)/kein Ziel(=“schon da“), eine Zeit, oder ein präpositionales Objekt?
Ziel(=“noch nicht“) ⇒ Akk, kein Ziel(=“schon da“) ⇒ Dat,
Zeit ⇒ Dat, präp.Obj auf,über ⇒ Akk / vor ⇒ Dat / in,an,unter ⇒ D/A

3. Keine Präposition: Wir kontrollieren VERB und FUNKTION von Substantiv/Pronomen!


Ist das Substantiv/Pronomen Subjekt (⇒ Nominativ ) oder Objekt?
Das Subjekt ist links oder rechts neben dem konjugierten Verb ((iim mH Haauuppttssaattzz,, iim
mNNeebbeennssaattzz iisstt eess aam
m AAnnffaanngg)).
Gibt es ein Subjekt und nur ein Objekt oder ein Subjekt und 2 Objekte?
1 Objekt im Satz (Sache oder Person!) ist fast immer Akkusativ !
Oder das Verb ist ein "böses“ Verb mit Dativ-Objekt (danken,antworten,helfen, gehören, gefallen, genügen,gelingen, schaden,schmecken)
Im Satz sind ein Subjekt und 2 Objekte ⇒ Subjekt=Person, Dativ-Objekt=Person, Akk.Objekt=Sache

4. Wir bilden die KASUS-ENDUNG


Wir brauchen die richtige Kasusendung für Genus und Numerus!
Das Pronomen oder der Artikel von dem Substantiv bekommen die Kasusendung.
Vielleicht bekommt das Substantiv eine Pluralendung oder ein n für Dativ Plural!
Unbestimmter Artikel + Possessivpronomen ( ein,kein,mein,dein,sein,ihr,unser,euer,ihr )
haben Nom.Sg.Mask und Nom./Akk.Sg.Neutr keine Endung !

BEISPIELE:

Nach d.... Arbeit fährt Herr Müller mit d.... Bus in d.... Stadt zu sein.... Freund.
- Arbeit: Genus Fem.(die Arbeit), Numerus Sg.(Pl. Arbeiten!), mit Präposition nach+Dativ.
Kasusendung Dat.Sg.Fem. -(e)r ⇒ bestimmter Artikel+Endung: nach der Arbeit
- Bus: Mask.Sg. (der Bus(-se)), Präposition mit+Dativ
Kasusendung Dat.Sg.Mask -(e)m ⇒ bestimmter Artikel+Endung: mit dem Bus
- Stadt: Fem.Sg., Präposition in+Akk./Dat. ! Stadt ist hier ZIEL (Wohin?) ⇒ Akkusativ
Kasusendung Akk.Sg.Fem -e ⇒ bestimmter Artikel+Endung: in die Stadt
- Freund: Mask.Sg., Präposition zu+Dativ
Kasusendung Dat.Sg.Mask -(e)m ⇒ Possessivpronomen+Endung: zu seinem Freund

Personalpronomen: (Herr Müller) ..... will (sein Freund) ....... ein Buch schenken.
- Herr Müller: Genus Mask., Numerus Sg., keine Präposition, Funktion Subjekt ⇒ Nominativ
Kasusendung Nom.Sg.Mask -(e)r - Personalpronomen 3.Sg.Mask.Nominativ: er
- sein Freund: Mask.Sg., keine Präposition, Funktion nicht Subjekt ⇒ Objekt.
Im Satz sind 2 Objekte: Buch=Sache/Akk + Freund=Person ⇒ Dativ
Kasusendung Dat.Sg.Mask -(e)m ⇒ Personalpronomen 3.Sg.Mask.Dativ ihm
Er will ihm ein Buch schenken
(c) John Campbell-Cohen SEITE 12

SÄTZE BILDEN
Deutsche Sätze sind nicht wie englische oder französische Sätze.
Der Satz: "Heute ich gehe in die Schule." ist auf Deutsch falsch !!
Auch mit Komma ( Heute, ich gehe in die Schule ) ist der Satz immer noch falsch!
Warum?
DAS KONJUGIERTE VERB HAT IM DEUTSCHEN SATZ IMMER DIE POSITION 2
Und das Subjekt ist links oder rechts vom konjugierten Verb

Position 1 2 = Verb Position 3 Ende


Subjekt links: Ich gehe heute in die Schule .
Subjekt rechts: Heute gehe ich in die Schule .
Subjekt rechts: In die Schule gehe ich heute .
FALSCH: Heute ich gehe in die Schule .

POSITION 1
Position 1 ist immer nur ein Satzteil (z.B. Subjekt, Objekt, Zeit, Ort … ).
Position 1 ist oft eine Zeit ( Heute, Um 10 Uhr, Im Januar ...) oder das Subjekt.
Wir machen auf Deutsch gerne oft Sätze mit: Zeit - Verb - Subjekt - Rest: Heute gehe ich …
Aber alle Satzteile, nur nicht das Prädikat (= Verb), dürfen auf Position 1 oder Position 3 sein.
Alle Wörter vor dem konjugierten Verb sind zusammen Position 1 und nur ein Satzteil:
In die Schule gehe ich .
1 2

POSITION 2
Diese Position ist nur für das konjugierte Verb. Das konjugierte Verb darf nicht zu einer anderen Position gehen!

POSITION 3
Position 3 ist der Rest. Hier sind vielleicht viele Satzteile zusammen:
Herr Müller kommt heute um 17 Uhr auf Bahnsteig 3 mit dem Zug aus Köln.
1 2 3
Es gibt aber auch kurze Sätze ohne Position 3: Herr Müller kommt.
Subjekt und/oder Personalpronomen direkt neben dem konjugierten Verb(S.17), Präpositionen oft hinten im Satz.
Wir haben Zeit und Ort zusammen, dann kommt auf Deutsch zuerst Zeit und dann Ort:
Ich gehe heute in die Schule. Falsch: Ich gehe in die Schule heute.
Ein Satzteil, das auf Position 3 steht, darf auch nach Position 1 gehen.

SATZ-ENDE
Noch eine Position ist das Satz-Ende. Nach dieser Position beginnt ein neuer Satz!
Satzende ist nur für Präfixe von trennbaren Verben, Infinitive bei Modalverben -
für Verbformen(z.B. auch Partizip Perfekt), die zum konjugierten Verb auf Position 2 gehören.
Diese Verbformen dürfen nicht zu einer anderen Position gehen, auch nicht zu Position 2!

Position 1 2 = Verb Position 3 Ende

Heute fahre ich mit dem Fahrrad in die Schule .


Der Zug fährt ab.
Der Zug fährt heute auf Bahnsteig 3 ab.
Heute fährt der Zug auf Bahnsteig 3 ab.
Der Zug fährt heute um 17h30 in Köln auf Bahnsteig 3 ab.
Auf Bahnsteig 3 fährt der Zug heute um 17h30 in Köln ab.
Heute will ich mit dem Fahrrad zur Schule fahren.
Perfekt: Ich bin nach Köln gefahren.
Falsch: Ich bin gefahren nach Köln.

Das 1.Wort im Satz ist immer Groß!! Satzanfang klein schreiben ist SEHR SCHLECHT!!
 John Campbell-Cohen SEITE 13

SUBJEKT, PRÄDIKAT UND OBJEKT

Subjekt, Prädikat und Objekt sind Teile von einem Satz (= "Satzteile“ oder "Satzglieder“).
Alle Sätze haben ein Prädikat(=Verb) und ein Subjekt. Aber viele Sätze haben kein Objekt.

PRÄDIKAT - Das konjugierte( = finite) Verb(S.3) im Satz ist immer das Prädikat.
(=Verb) - Das konjugierte Verb hat im (Haupt-)Satz immer die Position 2. (Beispiele S. 12)
- Trennbare Präfixe und andere Verbformen am Satzende sind auch Teil vom Prädikat.
SUBJEKT - Das Subjekt bestimmt(=macht) die Verb-Form: 1., 2. oder 3. Person Singular oder Plural.
- Das Subjekt ist ein Name / Substantiv / Pronomen - eine Person / eine Sache.
- Seine Form ist Nominativ.
- Seine Position ist links oder rechts neben dem konjugierten Verb. (Beispiele S. 12)
OBJEKT - Im Satz ist ein Subjekt und eine andere Person/Sache ⇒ das ist (oft) ein Objekt:
(=Ergänzung) Der Lehrer sieht den Schüler. Paul hat einen Stift. Das Buch hat 100 Seiten.
- Auch das Objekt ist ein Name/Substantiv/Pronomen - eine Person / eine Sache.
- Wir haben auf Deutsch drei OBJEKTE: (manche Bücher sagen: "Ergänzungen“)
ein Akkusativ-Objekt und ein Dativ-Objekt (und ein Objekt mit Präposition).
- Akkusativ-Objekte sind Sachen oder Personen, Dativ-Objekte sind Personen.
- Präpositionen sind nicht Subjekt, nicht Akkusativ-Objekt, nicht Dativ-Objekt!

REGELN: 1 Objekt im Satz ⇒ Akkusativ


2 Objekte im Satz ⇒ Dativ = Person + Akkusativ = Sache
Diese Regeln sind nur für Objekte ohne Präposition!

Wir haben Sätze ohne Objekt, Sätze mit 1 Objekt und Sätze mit 2 Objekten.
Warum? Das Verb hat 1 Objekt oder 2 Objekte oder kein Objekt:

1. Viele Verben haben kein Objekt (sie sind "intransitiv" ) :


z.B. gehen, kommen, fahren, wohnen, liegen
Diese Verben sind im Satz zusammen mit Zeit und Ort (Heute fahre ich nach Köln.)
N.B. Viele trennbare Verben sind intransitiv!
2. Sehr viele Verben haben ein Akkusativ-Objekt (sie sind "transitiv" ) :
z.B. haben,sagen,fragen,machen,sehen,hören,suchen,finden,bilden,verstehen,lernen,...
Das Objekt ist eine Sache(Ich habe ein Buch ) oder eine Person(Ich frage den Lehrer ).
N.B. Viele untrennbare Verben sind transitiv! (Aber nicht die mit Präfix ge- )
3. Viele Verben haben ein Dativ-Objekt und ein Akkusativ-Objekt:
z.B. geben, anbieten, schenken, leihen, beantworten, empfehlen, erlauben...
Dativ-Objekt ist Person, Akkusativ-Objekt ist Sache! (Ich gebe dem Schüler den Stift )
Vorsicht! Die Worte Was, etwas, nichts, viel, wenig sind im Satz auch oft Akkusativ-Objekt!
Die Verben kaufen,nehmen,sagen,zeigen,erklären,diktieren,schicken,liefern,kochen ...
haben wir auch nur mit Akkusativ-Objekt(=Sache): Der Lehrer erklärt (den Schülern) ein Wort.
N.B. schreiben/öffnen haben 2 Objekte oder 1 Objekt=Sache, Akkusativ oder 1 Objekt=Person, Dativ !!
Ich schreibe meinem Freund einen Brief/Ich schreibe einen Brief/Ich schreibe meinem Freund.
4. Wenige Verben (=“böse“ Verben) haben nur ein Dativ-Objekt (und kein Akkusativ-Objekt):
Ein Dativ-Objekt ist eine Person. (Aber eine Person ist nicht immer Dativ-Objekt!!)
danken, antworten, helfen : Subjekt und Objekt sind Personen (Ich danke dem Schüler ).
gehören, gefallen, genügen, gelingen – schaden*, schmecken :
Subjekt ist Sache / Person(ich) ist Objekt! (Das Auto gehört mir/dem Lehrer )
*schaden : Objekt ist Person oder Sache! (Zigaretten schaden mir/der Gesundheit )

5. Viele Verben haben Objekte mit Präpositionen: denken an, sprechen über, warten auf ...
2 x Nominativ haben: sein, bleiben, heißen, scheinen, werden
2 x Akkusativ: nennen und fragen (nur mit etwas, viel, wenig) Ich frage dich(Akk.) etwas(Akk.).
Es gibt sehr wenige Verben mit Genitiv-Objekt (gedenken, anklagen, verdächtigen , bezichtigen)
 John Campbell-Cohen SEITE 14

POSSESSIVPRONOMEN (=Possessivartikel)

Ein Pronomen wiederholt immer ein anderes Wort(= Beziehungswort ).


Das deutsche Possessivpronomen ist nicht wie das französische, aber ein wenig wie das englische:
> GENUS(=Mask/Fem/Neutr) und NUMERUS(=Sg/Pl) von Beziehungswort und Pronomen ist gleich! <
Beziehungswort Pronomen
Eine Frau hat ein Buch. ⇒ Das ist ihr Buch.
Feminin←→Fem.

Ein Mann hat ein Buch. ⇒ Das ist sein Buch.


Mask←→Mask

Die Leute haben ein Buch. ⇒ Das ist ihr Buch .


Plural←→Plural

Singular 1.Person 2.Person 3.Mask/Neutr. 3.Feminin


( ich ) ( du ) ( er /es ) ( sie )

mein dein sein ihr

Plural 1.Person 2.Person 3.Person Höflichkeitsform


( wir ) ( ihr ) ( sie ) ( Sie )

unser euer ihr Ihr

Das Possessivpronomen von sie (Fem.Sg.) + sie (Plural) + höflich Sie ist immer ihr(Ihr) !

Das deutsche Possessivpronomen hat aber auch Endungen, denn es ersetzt den Artikel.
Es ist auch Artikel. Deswegen nennt man das Possessivpronomen auch „Possessivartikel“.
Die Endungen zeigen Kasus, Numerus und Genus von dem Substantiv hinter dem Pronomen.
Das Pronomen hat keinen Kasus, aber es hat auch Genus und Numerus.
Genus und Numerus von Pronomen und Endung sind oft nicht gleich!
Pronomen(Maskulin) + Endung(Feminin), oder Pronomen(Feminin) + Endung(Maskulin):

Ein Mann hat eine Frau. Das ist sein e Frau. Er sieht sein e Frau. Er hilft sein er Frau.
Mask←→Mask Fem(Nom) Fem(Akk) Fem(Dat)

Eine Frau hat einen Mann. Das ist ihr –* Mann. Sie sieht ihr en Mann. Sie hilft ihr em Mann.
Fem←→Fem Mask(Nom) Mask(Akk) Mask(Dat)

*Keine Endung haben Nom.Sg.Mask ( mein /dein /sein /ihr Mann !) und Nom./Akk.Sg.Neutr.
Das Possessivpronomen hat die gleichen Endungen wie der unbestimmte Artikel (= ein )!

Nom.Fem: Das ist eine (meine, deine, seine, ihre, unsere, eure*, ihre, Ihre) Tasche
Akk.Mask: Ich sehe einen (meinen, deinen, seinen, ihren, unseren, euren*, ihren, Ihren) Freund
Dat.Mask: Ich helfe einem (meinem, deinem, seinem, ihrem, unserem, eurem*, ihrem, Ihrem) Freund
Dat.Fem: Ich helfe einer (meiner, deiner, seiner, ihrer, unserer, eurer*, ihrer, Ihrer) Freundin
Dat.Plural Ich helfe meinen, deinen, seinen, ihren, unseren, euren*, ihren, Ihren Freunden
*N.B. ohne Endung: euer / mit Endung: eure, euren, eurer, ... Aber: unser, unsere, unserer, ...

Diese Tafel zeigt die Endungen Mask Neutr Fem Plural


für alle Possessivpronomen: Nom - - -e -e
(gleich unbestimmter Artikel!) Akk -en - -e -e
Diese Endungen heißen Dat -em -em -er -en
KASUSENDUNGEN Gen -es -es -er -er
 John Campbell-Cohen SEITE 15

MODALVERBEN
Die Modalverben sind nicht schwache(=regelmäßige) Verben und nicht starke(=unregelmäßige) Verben.
Zusammen mit wissen, denken, bringen, kennen, nennen, brennen, rennen sind sie eine extra Gruppe.
1.Sg.(ich ) und 3.Sg.(er,sie,es ) sind gleich. Die Singular-Formen haben keinen Umlaut.

Endung müssen können dürfen wollen sollen


[- ] ich/er muss kann darf will soll
[-t ] du musst kannst darfst willst sollst
[-en ] wir/sie müssen können dürfen wollen sollen
[-t ] ihr müsst könnt dürft wollt sollt

Von mögen benutzen wir meistens den Konjunktiv ΙΙ:


ich/er möchte, du möchtest, wir/sie möchten, ihr möchtet
(Indikativ ich/er mag, du magst, wir/sie mögen, ihr mögt)

Modalverben im Satz
Im Satz sind die Modalverben meistens zusammen mit einem Infinitiv. Der Infinitiv hat die Position Satz-Ende.
Position 1 2 Ende
Ich will heute mit meinem Freund nach Köln fahren.
Ich muss viele Stunden für meine Prüfung lernen.

Ohne Infinitiv:
Ich muss/will/möchte nach Köln/in die Stadt/zur Post ... ⇒ Hier denken wir automatisch den Infinitiv gehen oder fahren.
Musst/willst/kannst/darfst/sollst/möchtest du arbeiten/etwas essen/nach Köln fahren?
Hier kann man kurz antworten: Das muss/will/kann/darf/möchte ich.
Ich kann (nicht) ... oft ohne Infinitiv = Ich habe (keine) Zeit.
mögen: Indikativ Ich mag, du magst usw. oft nicht mit Infinitiv, sondern mit Akkusativ-Objekt.
"Ich mag Schokolade " = "Ich esse immer gerne Schokolade ".
Präteritum "ich mochte " ist selten, meist nur mit Akkusativ-Objekt. Mit Infinitiv sagen wir meistens: ich wollte ...
Als Modalverb (auch ohne Infinitiv!) benutzen wir nur die Konjunktiv-Form "Ich möchte"
"Ich möchte Schokolade (essen)" = "Ich möchte jetzt Schokolade essen."
! In Süddeutschland sagt man aber oft nur "ich mag" für beide Bedeutungen !

Bedeutung der Modalverben


Ich muss = es ist nötig (Notwendigkeit), es gibt keine andere Möglichkeit.
Engl. must / franz. devoir übersetzen wir auf Deutsch oft mit müssen,
exakt ist aber engl. I have to ..../ franz. Il faut que je ...
Ich soll = eine andere Person will das, aber ich will es vielleicht nicht. „Sollen“ ist nicht meine Meinung.
Franz. sagt man auch Je dois, engl. I'm supposed to ...
! Oft kann man sollen durch müssen ersetzen, aber nie müssen durch sollen !!
Ich kann = es ist möglich (Möglichkeit) oder ich habe es gelernt (Fähigkeit)
Franz. je peux / je suis capable - engl. I can / I'm able to ...
Ich will ist ein Wunsch, eine Absicht. Engl. I want to ... , franz. Je veux
Höflicher Wunsch: ich möchte (gern) = I would like to, j'aimerais bien
Vergangenheit ist meistens ich wollte, sehr selten ich mochte
Ich darf = "nicht verboten" (I have permission to, j'ai la permission de ...)

Einige Verben können Modalverben ersetzen:


Für "nicht müssen" sagen wir "nicht brauchen" + zu +Infinitiv: z.B. "Er braucht nicht zu kommen". Das heißt: kommen ist nicht nötig.
Wir müssen etwas nicht machen ist aber: "nicht dürfen" z.B.: "Er darf nicht kommen – Hier darf man nicht rauchen".
haben + zu + Infinitiv ersetzt müssen : Ich habe zu arbeiten = ich muß arbeiten.
sein + zu + Infinitiv ersetzt können : Er/etwas ist zu sehen = man (!) kann ihn/etwas sehen.
 John Campbell-Cohen SEITE 16

PERSONALPRONOMEN

Das Personalpronomen 3.Person (= er, sie, es ) nehmen wir für Personen und für Sachen.
Sachen sind auf Deutsch nicht immer Neutrum, sondern auch Maskulin oder Feminin.
Eine Sache ist also nicht immer es , sondern oft auch er oder sie !
Aber: zusammen mit Präpositionen sind Personalpronomen immer Personen (z.B. mit ihm, für sie ).

Die 1./2.Person ( ich,du,wir,ihr ) hat kein Genus (und keine "normalen“ Endungen).

Die Höflichkeitsform ist nicht die 2.Person Pl. (= ihr,euch ), sondern die 3.Person Plural (= Sie , Ihnen
)!
Die Höflichkeitsform schreiben wir groß! (Aber Satzanfang ist natürlich immer groß.)
Wir benutzen die Höflichkeitsform nur im Dialog. Kein Dialog ⇒ keine Höflichkeit !

Das Personalpronomen es nehmen wir oft, wenn ein richtiges Subjekt fehlt:
z.B. Es regnet, es klingelt. - In der ESG gibt es (=ist) einen Deutschkurs.
Und wir sagen: Wie geht es dir/Ihnen/ihm/ihr (Dativ!) / Es geht mir/ihr/ihm gut.

1. Person Sg. 2. Person Sg. 1. Person Pl. 2. Person Pl.


Nominativ ich du wir ihr*

Akkusativ mich dich


} uns } euch
Dativ mir dir

3. Person Sg. Maskulin Neutrum Feminin Plural Höflichkeit


Nominativ er
} es } sie } sie } Sie
Akkusativ ihn

Dativ ihm ihm ihr* ihnen Ihnen

Die Genitiv-Formen ( meiner,deiner,seiner,ihrer,unser,euer,ihrer ) sind veraltet.


Verben mit Genitiv-Objekt kann man mit diesen Formen benutzen, aber nur für Personen.
Man sagt auch statt meiner/deiner usw. aber wegen mir/dir usw. !
Sonst ersetzt heute das Possessivpronomen meistens den Genitiv des Personalpronomens.

*ihr = 2.Pl.Nom + 3.Sg.Fem.Dat + Possessivpronomen 3.Sg.Fem/3.Plural/Höflichkeit(aber Höflichkeit groß: Ihr )!!


Personalpronomen 3.Sg./bestimmter Artikel: gleiche Endungen ( er, es, sie - der, das, die )
Dativ Plural 2x -n : den (seinen) Schülern ⇒ ihnen

Das Personalpronomen ist bestimmt.


Für unbestimmte Personen haben wir die Pronomen man (nur Nominativ Sg., immer nur Subjekt)
und jemand, negativ: niemand (nur Singular, Akk. jemanden/niemanden, Dativ jemandem/niemandem).
Außerdem gibt es ein unbestimmtes Pronomen: einer, eins, eine (S. 48).

Mask Neutr Fem Plural Höflich


Alle Formen 3.Person zusammen Nom er es sie sie Sie
zeigt diese Tafel: Akk ihn es sie sie Sie
Dat ihm ihm ihr ihnen Ihnen
Seite 17

PRONOMEN IM SATZ

Pronomen wiederholen oder ersetzen ein anderes Wort: das Wort nennt man "Beziehungswort ".
Mein Freund kommt heute. Er heißt Peter.
Beziehungswort ←→ Pronomen

Numerus(Sg./Pl.) und Genus(Mask./Fem./Neutr.) von Pronomen und Beziehungswort sind immer


gleich.
Wir sollen ein Substantiv durch ein Pronomen ersetzen, dann ist auch der Kasus(Nom./Akk./Dat.)
gleich:
Ich sehe meinen Freund - Ich sehe ihn (=meinen Freund).
Artikel und Pronomen haben den gleichen Kasus (z.B. Akk.), dann haben sie auch die gleiche Endung:
den Freund - einen Freund - meinen Freund – welchen Freund - diesen Freund – ihn .
Ein Pronomen wiederholt ein Substantiv aus einem anderen Satz:
Mein Freund (Nom) kommt. Er (Nom) ist da. Ich sehe ihn (Akk). Ich gebe ihm (Dat) die Hand.
Genus (=Mask.) und Numerus (=Sg.) sind gleich, aber der Kasus ist nicht gleich! Warum ?
Die Funktion im Satz bestimmt den Kasus : Er = Subjekt(Nom.) / ihn = Akk.-Objekt / ihm = Dat.-Objekt

POSITION VON PERSONALPRONOMEN IM SATZ


- Personalpronomen ohne Präposition sind im Satz immer beim konjugierten Verb.
1 2: Verb 3
Ich schicke es dir heute mit der Post. .

Ein Personalpronomen kann (allein!) auf Position 1 stehen.


Andere Personalpronomen sind zusammen direkt rechts neben dem konjugierten Verb.
- Zwischen konjugiertem Verb und Personalpronomen darf kein anderes Wort stehen!
Falsch: Ich schicke heute/nicht es dir - Richtig: Ich schicke es dir heute/nicht ...
- Im Satz ist nicht nur ein Pronomen, dann kommt zuerst Nominativ, dann Akkusativ und dann Dativ.
Beispiel: Wir sollen einen Satz bilden mit ihn, sie (Nom.Sg.Fem.), ihnen ! (2xNom/Akk/Dat gibt es nicht !)

Jetzt kann die Deklinationstafel uns helfen: Mask Neutr Fem Plural
Wir gehen von oben (Nom.) N er es sie √ sie
nach A ihn √ es sie sie
unten D ihm ihm ihr ihnen √
Der Satz ist: "Heute gibt sie (N) ihn (A) ihnen (D)." oder "Sie (Satzanfang groß) gibt ihn ihnen."
- Personalpronomen mit Präpositionen haben die Position der Präposition, also Ende Position 3 (nicht Satzende) !
1 2: Verb 3 E
Ich schicke es heute für ihn ab. (=Präfix)

PRONOMEN UND SUBSTANTIVE IM SATZ


1 2 3 E
Verb Personalpronomen Substantive/Andere Pronomen Präpositionen mit Subst./Pronomen
Nom, Akk, Dat Dativ, Akkusativ Zeit, Ort, Präpositionales Objekt

Im Satz kommt normal zuerst das Dativ-Objekt und dann das Akkusativ-Objekt:
- Ich (=Subjekt,Nom) gebe dem Gast/Walter (=Person=Dat-Objekt) die Hand (=Sache=Akk-Objekt).
Aber Personalpronomen haben zuerst Akkusativ und dann Dativ:
- dem Gast : Dat.Sg.Mask. = ihm / die Hand : Akk.Sg.Fem. sie (gleiche Endungen!)
- Mit der Deklinationstafel bilden wir den Satz: Ich gebe sie ihm.
Personalpronomen und Substantive: Personalpronomen sind immer direkt neben dem Verb!
- Ich gebe ihm (=dem Gast ) die Hand / Ich gebe sie (=die Hand ) dem Gast.
Andere Pronomen haben die gleiche Position wie die Substantive:
- Ich gebe meinem Freund ein Buch / Ich gebe meinem Freund eins. / Ich gebe ihm eins.
Ich gebe meinem Freund dieses Buch / Ich gebe meinem Freund dieses. / Ich gebe ihm dieses.
Präpositionen mit Substantiven oder Pronomen sind am Ende von Position 3:
- Ich grüße heute meinen Freund von meiner Mutter / Ich grüße ihn heute von ihr.
ARTIKEL UND PRONOMEN

Pronomen und Artikel haben die gleichen Endungen.


Wir nennen diese Endungen auch Kasus-Endungen, weil sie den Kasus zeigen.

Wir sollen also ein Substantiv mit Artikel durch ein Personalpronomen ersetzen, dann haben Artikel und Pronomen die gleiche Endung!
Das ist eine gute Kontrolle: z.B. "den Schüler" wir ersetzen durch "er" , das ist falsch: den ⇒ er, keine gleiche Endung! Richtig: den ⇒ ihn !
Wir müssen auch die Substantiv-Endung kontrollieren: der Lehrer ⇒ er / der Lehrerin (Dat.Fem!) ⇒ ihr - den Lehrer ⇒ ihn / den Lehrern (!) ⇒ ihnen

Maskulin Neutrum Feminin Plural


Nominativ der ⇒ er
} das ⇒ es } die ⇒ sie } die ⇒ sie
Akkusativ den ⇒ ihn

Dativ dem ⇒ ihm der ⇒ ihr den -n ⇒ ihnen

Auch der unbestimmte Artikel und die anderen Pronomen haben diese Kasusendungen, z.B.:
Akk.Sg.Mask.: den / (k)einen / meinen, deinen,seinen,ihren,unseren, euren,ihren, Ihren / diesen Schüler ⇒ ihn
Dat.Sg.Fem. : der / (k)einer / meiner, deiner, seiner, ihrer, unserer, eurer, ihrer, Ihrer / dieser Schülerin ⇒ ihr
Dat.Plural : den / keinen / meinen, deinen,seinen,ihren,unseren, euren,ihren, Ihren/diesen vielen (!) Schülern (!) ⇒ ihnen

AUSNAHMEN: KEINE ENDUNG haben der unbestimmte Artikel und das Possessivpronomen:
Nom.Sg.Mask : der dieser Lehrer ⇒ er
(k)ein- /mein-, dein-, sein-, ihr-, unser-, euer-, ihr-, Ihr-
N/A.Sg.Neutr: das dieses Buch ⇒ es

NEGATION
– unbestimmter Artikel: ein Buch → kein Buch eine Tasche → keine Tasche Plural Bücher/Taschen → keine Bücher/Taschen
– bestimmter Artikel: das Buch → das Buch nicht die Bücher → die Bücher nicht
– Personalpronomen: er, sie, es → er nicht, sie nicht, es nicht
– Demonstrativpronomen: dieses Buch → nicht dieses Buch/dieses Buch nicht
– Possessivpronomen: mein Buch → nicht mein Buch
P R Ä P O S I T I O N E N MIT DATIV UND / ODER AKKUSATIV

WOHER ? (Ursprung, kein Ziel) WO ? (Position, kein Ziel – „schon da“) WOHIN ? ( ZIEL - „noch nicht da“)
Dativ Dativ Dativ (!)
von bei nach (mit Namen von Städten und Ländern! Ohne Artikel!)
aus (nicht mit Personen) gegenüber zu

Dativ AKKUSATIV (!)

in,an,auf,über,unter,hinter,neben,vor,zwischen in,an,auf,über,unter,hinter,neben,vor,zwischen
gegen (immer nur Akkusativ)

um (Wo und Wohin immer Akkusativ!)

von zu Hause zu Hause nach Hause

Substantive brauchen einen Artikel. Wir haben immer Präposition + Artikel + Substantiv! Nur Plural unbestimmt, Singular unbestimmt unzählbar und Namen sind ohne Artikel!
Präposition und Artikel: von dem = vom, bei dem = ( beim ), ( zu dem ) = zum, ( zu der ) = zur, vor das = ( vors ), vor dem = ( vorm )
für das = ( fürs ), ( in dem ) = im, in das = ins, an dem = am, an das = ( ans )
Die Formen in Klammern=( ) benutzen wir wenig.
Präposition gegenüber: Nach Substantiv, Name oder Pronomen, mit Dativ ( der Post gegenüber, Paul gegenüber, mir gegenüber ) Frage: WO?
Besser: gegenüber von + Dativ: gegenüber von der Post, gegenüber von Paul. Das ist wie "links" oder "rechts".
Präposition entlang: Frage ist: Wo entlang? Steht nach dem Substantiv, mit Akk. (die Straße entlang)
Aber: an .... entlang immer mit Dat. (an den Häusern entlang)
Präpositionale Objekte: aus, bei, mit, nach, von, zu & vor + präpositionales Objekt Dativ
durch, für, gegen, um & auf, über + präpositionales Objekt Akkusativ
in, an, unter + präpositionales Objekt Dativ (und bei wenigen Verben Akkusativ)
Temporale Präpositionen: nach, seit + Dativ (mit Artikel!)
um, gegen, nach, seit, vor, zwischen + Uhrzeit (ohne Artikel) / um, gegen auch mit Datum(Akk.)
an, in, vor, zwischen + Dativ (!)
Modale Präpositionen: mit + Dativ und ohne + Akkusativ
 John Campbell-Cohen SEITE 20

PRÄPOSITIONEN MIT DATIV UND/ODER AKKUSATIV

Präpositionen sind lokal (Ort), temporal (Zeit), modal (Frage: Wie?),


oder sie bilden mit dem Verb ein präpositionales Objekt (z.B. Ich warte auf die Pause.).

Einige Präpositionen (aus,bei,mit,nach,seit,von,zu,gegenüber ) haben IMMER DATIV


LOKAL - aus, bei, von, zu nach (ohne Artikel!)
TEMPORAL - seit, bei nach (mit Artikel!)
MODAL - mit
PRÄP.OBJEKT - aus, bei, mit, von, zu nach (mit Artikel!)

Andere Präpositionen (durch,für,gegen,ohne,um,entlang ) haben IMMER AKKUSATIV


LOKAL - durch, gegen, um
TEMPORAL - gegen, um
MODAL - durch, ohne
PRÄP.OBJEKT - durch, für, gegen, um

in,an,auf,über,unter,hinter,neben,vor,zwischen haben Dativ oder Akkusativ !!


AKKUSATIV DATIV

TEMPORAL - TEMPORAL - in, an, vor, zwischen


PRÄP. OBJEKT - auf, über PRÄP. OBJEKT - vor
- in, an, unter (selten) - in, an, unter

LOKAL - Ziel* ("noch nicht“) LOKAL - kein Ziel* ("schon da“)


∏∏∏∏
∏∏∏ ∏
∏∏∏∏
∏∏∏ ∏
∏∏∏∏
∏∏∏ ∏
∏∏∏∏
∏∏∏

∏ ∏
∏ ∏
∏ ∏
∏ ∏ → ∏
∏ ∏ ∏
∏ ∏

→ ∏ ∏ ∏
∏ X ∏∏ ∏↑ ↓ ∏
∏ ∏ ∏
∏ ∏


∏ ∏
∏ ∏
∏ ∏
∏ ∏ ← ∏
∏ ∏ ∏
∏ ∏


∏∏∏∏
∏∏∏ ∏
∏∏∏∏
∏∏∏ ∏
∏∏∏∏
∏∏∏ ∏
∏∏∏∏
∏∏∏
→
in die Stadt gehen in der Stadt wohnen in der Stadt spazieren an der Stadt vorbei
Stadt ist Ziel* S t a d t i s t n i c h t Z i e l*

Einige Verben mit Ziel: Einige Verben ohne Ziel:


gehen, kommen, fahren, reisen, fliegen ... herumgehen, ankommen, abfahren, sich verfahren, Fahrrad fahren ...
fallen, (ein-/um-)steigen, laufen, springen ... absteigen, Rollschuh laufen ...

legen, stellen, setzen, hängen, stecken (mit Objekt) liegen, stehen, sitzen, hängen, stecken (ohne Objekt)

bringen, holen, tragen, schicken ...


(ein-)werfen, schütten, streuen, gießen ....
sein, bleiben, wohnen, sich befinden ...
geschehen, passieren, sich ereignen, stattfinden ...
(be-)suchen, finden, (er-)warten, treffen, begegnen ...
arbeiten, lernen, studieren, spielen, schlafen ...
essen, trinken, kochen, sich unterhalten ....
tanzen, schwimmen, reiten, joggen ... selten mit Ziel (Akkusativ), meistens ohne Ziel: Dativ

*Ziel (= Destination) ist das Ende von einem Weg / von einer Aktion
 John Campbell-Cohen SEITE 21

LOKALE PRÄPOSITIONEN: nach, zu, in, bei, an, auf


- nach ZIEL ("noch nicht“) oder Richtung (nur ohne Artikel!)
1. mit Namen von Städten/Ländern: Ich fahre nach Köln,Paris,London / England,Frankreich
2. mit lokalen Adverben: nach rechts, links, oben, unten, vorn, hinten
3. mit Himmelsrichtungen: nach Süden, Norden, Westen, Osten
und: nach Hause
"nach" mit Artikel ist Zeit, nicht lokal: "nach der Schule" = "Schule ist zu Ende"

- in +Akkusativ zu (immer Dativ) ZIEL ("noch nicht“) Orte, Sachen und Personen
Mit gehen, fahren und Synonymen
Ich gehe/fahre zur Post, zum Bahnhof, zur Bank, zum Markt, zum Ausländeramt ...
und: Ich gehe/fahre zum Arzt, zu meinem Freund, zu meinen Eltern (Personen)
aber: Ich gehe/fahre in die Stadt, ins Kino, ins Theater ...
und: Ich gehe in den Park, in den Garten, ins Schwimmbad, in den Zoo
Wir benutzen "in", wenn wir sagen wollen, dass wir eine Zeit lang in dem Ort/Haus bleiben.
Ich gehe zum Kino (=ich gehe den Weg bis zum Kino) - Ich gehe ins Kino (=ich sehe einen Film)

- in +Dativ bei (immer Dativ) Position, kein Ziel ("schon da“)


Mit sein, bleiben, liegen, wohnen, sich befinden, stattfinden ...
Ich war gestern in Köln, in der Stadt, im Kino ... - Der Deutschkurs findet in der ESG statt
Ich war beim Arzt, bei meinem Freund / Ich wohne bei meinem Onkel =Adresse (Personen)
Ich wohne bei der Post, bei Köln (= nahe bei, nicht weit von)

- an
Dativ: Kein ZIEL("schon da“): Position/Kontakt vertikal, auch Unterseite oder seitlich ≈ neben
Mit hängen, stehen, sein, liegen …
Das Bild hängt/ist an der Wand / an der Tür / am Haken – auch Unterseite: an der Decke.
Der Lehrer steht/ist an der Tür / an der Tafel / am Tisch - aber: auf dem Boden !
Das Auto steht/hält an der Ampel. Vorsicht: an der Ecke : •< und in der Ecke : ⋗
Seitlich: Ich wohne am Fluß, am See, am Wald-/Stadt-rand = neben
Hier auch mit dem Verb liegen: Meine Wohnung liegt am Stadtrand.
Akkusativ: ZIEL("noch nicht“): vertikal oder seitlich, auch Unterseite(an die Decke)
Mit stellen, hängen, setzen, bringen, tragen - auch gehen,kommen,fahren usw.
Ich stelle mein Fahrrad an (auch: neben,vor,hinter) das Haus / an die Laterne.
Ich hänge meine Jacke an den Stuhl/an den Haken aber: in den Schrank !
Ich setze mich an (≈neben) das Fenster. Ich fahre an den See.(seitlich)
Ausdruck: Ich lege etwas an die Seite. (= ich spare Geld)

- auf
Dativ: horizontaler Kontakt / horizontale Position ("schon da“)
Mit sein und Synonymen - Nicht hängen !
Das Buch ist/befindet sich auf dem Tisch. = Tisch + Kontakt Tisch/Buch ist horizontal
liegen auf: Das Buch liegt (horizontal) auf dem Tisch (horizontal)
stehen auf: Die Lampe steht (vertikal!) auf dem Tisch (horizontal)
Akkusativ: Ziel - horizontal ("noch nicht“)
Mit legen, stellen, setzen, bringen, tragen, (nicht hängen !), gehen,kommen,fahren usw.
legen auf: Ich lege (horizontal) eine Sache auf den Tisch (horizontal).
stellen auf: Ich stelle (vertikal) eine Sache auf den Tisch (horizontal)
Ich gehe auf die Terasse/auf den Balkon/auf die Wiese aber: in den Garten/in den Park
! !. Ich gehe auf die Straße (=ich verlasse das Haus) →
in die Straße (=ich komme von einer anderen Straße) →
auf der Straße (=nicht neben der Straße. Straße ist nicht Ziel ) ↓

WAS IST EIN ZIEL? EIN ZIEL(=destination) IST DAS ENDE VON EINEM WEG/EINER AKTION
 John Campbell-Cohen SEITE 22

TEMPORALE PRÄPOSITIONEN

Präpositionen sind temporal, und wir müssen eine Kasusform (=Endung) bilden ⇒ das ist immer DATIV!
(Ausnahmen: gegen, um +Akkusativ mit Datum, während +Genitiv)
Zeiten ohne Präposition sind aber immer Akkusativ (Er kommt diese Woche, nächsten Montag ... )
Für alle Zeiten benutzen wir: seit/bis (zu), von - bis (zu), vor/nach, zwischen
Vorsicht: bis ist keine Präposition! Mit Artikel: bis +Präposition(meistens: bis zu )! Ohne Artikel: Akkusativ

1. UHRZEIT (immer ohne Artikel, auch "nach" ! Das Wort "Uhr" schreibt man groß!!)
- um, gegen (=ungefähr um)
andere: von 9 bis 10, seit/bis 5 Uhr, vor/nach(!) 9 Uhr, zwischen 5 und 6 Uhr ...
auch: um/gegen Mitternacht (ohne Artikel!)

2. DATUM (Mask), TAGE (Mask), TAGESZEITEN (Mask, aber Nacht =Feminin)


- am (=an dem ): am ersten dritten (=1.3.), am Montag, am Vormittag
auch: am Wochenende/anfang
aber: in der Nacht !
- gegen/um den (Akkusativ!) 15.12. (= 14., 15. oder 16. - ungefähres Datum)
- Datum und Tageszeit sind mit Artikel (nur nicht die Adverben morgens mittags usw.)!
seit dem ersten dritten, vom Morgen bis zum Abend/von morgens bis abends, ...
- Tage dürfen wir mit seit, bis, von, vor, nach, zwischen auch ohne Artikel benutzen:
von Montag bis Freitag oder vom Montag bis zum Freitag
Und wir sagen: seit gestern, bis morgen, zwischen heute und übermorgen
- zu für Feste: zu Weihnachten, zu Sylvester, zu Ostern
Festtage mit am : am 1.Weihnachtstag, am Karfreitag, an (!) Neujahr

3. WOCHE (Fem), MONAT (Mask), JAHRESZEIT (Mask), JAHRESZAHL

- in +Dativ : in dieser Woche, im Januar, im Frühling


Jahr: nur die Zahl ohne Artikel (in 1991 oder nur 1991)
Jahrzehnt: in den dreißiger Jahren (Dativ Plural!)
Jahrhundert: im zwanzigsten (=20.) Jahrhundert
auch: in 10 Minuten (Dat.Pl.), in einer Stunde, in 3 Tagen, in einer Woche ....
Das heißt: jetzt+10 Minuten, jetzt+1 Stunde usw.
- Monatsnamen können wir mit seit, bis, von, vor, nach , zwischen auch ohne Artikel benutzen
seit (dem) Januar aber: seit dem/bis zum Frühling

4. ANDERE ZEITEN

- beim + Infinitiv groß: beim Essen, Arbeiten, Fahren ... (Gleichzeitigkeit)


bei auch mit anderen Substantiven für gleichzeitige Dauer:
bei der Arbeit, beim Unterricht, bei Problemen ...
- während + Genitiv (Infinitiv groß und andere Substantive für Zeitdauer)!
während des Essens, während der Arbeit, während des Jahres

- seit/vor/nach dem Essen(Infinitiv)/dem Unterricht, ...


bis zum Essen /zur Prüfung, ...
seit/vor/nach 10 Minuten (Dat.Pl) /einer Stunde/drei Tagen ...

- Vorsicht:
seit der letzten Woche / seit letzter Woche
bis zur nächsten Woche / bis nächste (Akkusativ!!) Woche
seit einer Stunde / bis in einer Stunde/einer Woche/14 Tagen (=Termin!)
Aber AKKUSATIV: bis in die Nacht/ den Tag/Nachmittag/Abend/ das nächste Jahr hinein
(= Dauer einer Aktivität)
 John Campbell-Cohen SEITE 23

NOMINATIV

FORM

Nominativ ist ein Kasus. Ein Kasus ist eine Deklination-Form.


Artikel, Substantive, Adjektive und Pronomen haben Deklination-Formen.
Sie haben Kasus, Numerus(=Singular/Plural) und Genus(=Maskulin/Neutrum/Feminin).
Substantive haben Artikel. Die Artikel-ENDUNG zeigt den Kasus. (Der Lehrer)
Formen bilden wir auf Deutsch immer mit Endungen.
- Artikel und Pronomen haben die gleichen Endungen (=Kasus-Endungen).
SINGULAR: Die Endungen zeigen nicht nur den Kasus, sondern auch das Genus!
PLURAL: Die Endungen zeigen nur den Kasus, sie sind für Maskulin, Neutrum und Feminin g l e i c h !

NOMINATIV Maskulin Sg. Neutrum Sg. Femini Sg. Plural


ENDUNG -(e)r -(e)s -e -e
PERSONALPRONOMEN er es sie sie
bestimmt der das die die
ARTIKEL
unbestimmt ein ein eine -
negativ kein kein keine keine
POSSESSIVPRONOMEN mein mein meine meine

- Unbestimmter Artikel und Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr, Ihr)
haben Nominativ Singular Maskulin und Neutrum k e i n e E n d u n g .
Plural hat unbestimmt nur den negativen Artikel keine .
- Personalpronomen: er, es, sie ist die 3.Person
1.Person ich 2.Person du - Plural 1.Person wir 2.Person ihr
- Fragepronomen: Wer? für Personen(Sg. und Pl.), Was? für Sachen(Sg. und Pl.)
- Andere Pronomen haben die gleichen Endungen wie der Artikel
! Unbestimmtes Pronomen Nom.Sg.Mask. einer, Nom/Akk.Sg.Neutr. eins !

NOMINATIV IM SATZ
Substantive mit Artikel und Pronomen haben im Satz die Form Nominativ,
dann haben sie meistens die Funktion SUBJEKT. (Der Lehrer kommt/Er kommt.)
Das Subjekt ist links oder rechts neben dem Verb: Der Lehrer kommt heute / Heute kommt der Lehrer .
Im Satz ist immer nur ein Subjekt. 2 Personen oder 2 Sachen können aber zusammen
Subjekt sein: Der Lehrer und der Schüler kommen. Das Taxi und der Bus fahren.(Plural)
Nur die Wörter und, oder machen 1 Subjekt aus 2 Personen/2 Sachen!
Der Lehrer kommt zusammen mit dem Schüler: hier ist nur Lehrer das Subjekt.

Es gibt keine Nominativ-Objekte und keine Präpositionen mit Nominativ.


Vergleiche und Gleichsetzungen mit als oder wie sind Nominativ,
wenn sie sich auf das Subjekt beziehen: Herr Müller arbeitet als Lehrer/wie ein Lehrer.

heißen, sein, bleiben, werden und scheinen


Diese Verben bilden Gleichsetzungen mit 2 x Nominativ:
Die Frau (Nom.) heißt Frau Becker (Nom.).
Sie (Nom.) ist/bleibt/wird die Lehrerin (Nom.)
Sie (Nom.) scheint die Lehrerin (Nom.) zu sein. (scheinen immer mit zu+Infinitiv!)
Auch mit Adjektiven benutzen wir diese Verben:
Das Kind ist/bleibt klein. Es wird groß. Es scheint klein zu sein.
Hier sind die Adjektive ohne Endung.
 John Campbell-Cohen SEITE 24

AKKUSATIV
FORM
Akkusativ ist ein Kasus (≈Endung von Artikel/Pronomen).
Die meisten Akkusativ-Endungen sind gleich Nominativ-Endungen:
Neutrum Singular, Feminin Singular, und Plural von Artikel und Pronomen, auch Adjektiv und Substantiv!
NUR MASKULIN Sg. hat eine eigene (≈extra) Akkusativ-Endung - (e)n

AKKUSATIV Maskulin Sg. Neutrum Sg. Femin Sg. Plural


ENDUNG -(e)n gleich Nominativ
PERSONALPRONOMEN ihn es sie sie
bestimmt den das die die
ARTIKEL
unbestimmt einen ein- eine -
negativ keinen ein- keine keine
POSSESSIVPRONOMEN meinen mein- meine meine

- Unbestimmter Artikel (ein) und Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr, Ihr )
haben im Neutrum Nominativ und Akkusativ Singular k e i n e E n d u n g .
- Personalpronomen: ihn , es, sie, sie (3.Person Singular und Plural)
Akkusativ 1.Sg. mich 2. Sg. dich - 1.Plural uns 2.Plural euch
- Fragepronomen: Wen? für Personen(Sg und Pl.), Was? für Sachen(Sg. und Pl.)
- Andere Pronomen haben die gleichen Endungen wie der Artikel.

AKKUSATIV IM SATZ
Wir müssen unterscheiden zwischen Präpositionen mit Akkusativ und Akkusativ allein.
- Ein Akkusativ-Objekt ist ein Name/Substantiv/Pronomen im Akkusativ ohne Präposition:
Der Lehrer(=Subjekt) fragt (Objekt=)Paul/den Schüler/ihn. Der Lehrer erklärt (Objekt=)das Wort/es.
Sehr viele Verben haben ein Akkusativ-Objekt. Sie heißen „transitive“ Verben.
z.B. haben, fragen, hören, sehen, kennen, lernen, lesen, verstehen, verbessern, üben, wiederholen, bilden, bauen, essen,
trinken, suchen, finden, lieben, loben, öffnen, schließen, bekommen, besuchen, verlassen, betreten, treffen, erreichen ...
! Die meisten untrennbaren Verben mit er-/ver-/zer-/be- (nicht ge-!) sind transitiv !
Es gibt auch viele Verben(z.B. viele untrennbare Verben mit ent-/emp-) mit 2 Objekten ohne Präposition.
Hier ist das Akkusativ-Objekt meistens eine Sache: Ich gebe meinem Freund (Dat.) die Hand (Sache, Akk.).
Einige von diesen Verben gebrauchen wir oft nur mit Akkusativ, ohne Dativ-Objekt,
z.B. sagen, kaufen, nehmen, schreiben, zeigen, erklären, diktieren, bringen, schicken ...

REGELN : Objekt = Sache ⇒ (fast) immer Akkusativ!


Nur 1 Objekt im Satz (Person/Sache) ⇒ meistens Akkusativ
Diese Regeln sind nur für Objekte ohne Präposition

- Zeitangaben ohne Präposition (nur Tag,Tageszeiten,Woche,Monat,Jahr) sind immer Akkusativ:


Ich komme/bleibe diese-letzte-nächste Woche/diesen Tag-Monat/nächstes Jahr.
- Maßangaben (S.46 unten) mit dem Verb sein +Adjektiv sind Akkusativ! (Aber ohne Adjektiv ⇒ Nominativ !) :
Der Tisch ist einen Meter(Akkusativ) lang/breit/hoch. Aber: Seine Länge(Nominativ) ist ein Meter(Nominativ).
- Vergleiche und Gleichsetzungen mit wie oder als sind Akkusativ, wenn sie sich auf das Akkusativ-Objekt beziehen :
Man bezeichnet diesen Buchstaben als einen Vokal. - Ich kaufe lieber einen billigen VW als einen teuren BMW.
Mit dem Verb nennen bilden wir Gleichsetzungen im Akkusativ: Man nennt dieses Ding (Akk.-Objekt) einen Tisch (Akk.).
- durch, für, gegen, ohne, um, entlang Diese Präpositionen sind immer mit Akkusativ.
entlang ist immer nach dem Substantiv: Ich gehe die Straße entlang (N.B. Aber an .... entlang/vorbei mit Dativ!)
temporal ohne Artikel: gegen / um 12 Uhr Ausnahme Datum: um den 15.12.
Objekte mit durch, für, gegen, ohne, um: Ich sorge für meinen Sohn - Ich kümmere mich um meine Tochter.
Der Kasus ist Akkusativ, aber das sind keine Akkusativ-Objekte, sondern präpositionale Objekte .
- in, an, auf, über, unter, neben, hinter, vor, zwischen : Präpositionen mit Akkusativ oder Dativ
lokal mit Akkusativ: nur Ziel ("noch nicht“) ! Mit bestimmten Verben:
gehen, kommen, fahren (+Synonyme): Ich gehe in die Stadt, auf die Straße, über die Brücke
legen, stellen, setzen, hängen, stecken (+Synonyme): Ich lege den Stift auf den Tisch.
Diese Verben haben ein Akkusativ-Objekt und eine Präposition mit Akkusativ =Ziel(„noch nicht“).
Präpositionale Objekte gibt es mit auf, über(immer Akkusativ) und in, an, unter(nicht immer Akkusativ)
 John Campbell-Cohen SEITE 25

DATIV
FORM
Dativ Maskulin Singular und Dativ Neutrum Singular haben immer die gleiche Endung: m !
Aber Dativ Feminin Singular hat die Endung r !!
Dativ Plural hat die Endung 2 x -n
Artikel + n und Substantiv + n : den/keinen/meinen Schülern
Substantive mit Plural-Endung -n bleiben Dativ Plural gleich: Schule, Pl. Schulen, Dat. Pl. den Schulen / Boden, Pl. .Böden, Dat.Pl. den Böden
Substantive mit Plural-Endung -s haben im Dativ Plural kein -n: die Autos, Dativ Plural den Autos !!

Personalpronomen und Relativpronomen haben die Endung -nen (ihnen, denen )

DATIV Maskulin / Neutrum Sg. Femin Sg. Plural


ENDUNG -(e)m -(e)r -(e)n -(e)n
PERSONALPRONOMEN ihm ihr ihnen
bestimmt dem der den -(e)n (Substantiv)
ARTIKEL
unbestimmt einem einer - -(e)n (Substantiv)
negativ keinem keiner keinen -(e)n (Substantiv)
POSSESSIVPRONOMEN meinem meiner meinen -(e)n (Substantiv)

- Personalpronomen: 1.Person Sg. mir , 2.Person Sg. dir


1./2.Person Plural sind Akk. und Dativ gleich: uns , euch.
- Fragepronomen: Nur für Personen(Sg. und Pl.) Wem ? Es gibt keine Frage für Sachen im Dativ!
- Andere Pronomen haben die gleichen Endungen wie der Artikel

DATIV IM SATZ
- Ein DATIV-OBJEKT ist ein Name/Substantiv/Pronomen im Dativ ohne Präposition:
Der Lehrer antwortet Paul/dem Schüler/ihm. Dativ-Objekte sind fast immer Personen!
Wenige („böse“) Verben haben ein Dativ-Objekt und kein Akkusativ-Objekt: danken, antworten, helfen
absagen,assistieren,begegnen,beitreten,drohen,entfliehen,folgen*,gehorchen,gratulieren,imponieren,
miss-/ver-trauen, nachlaufen, verzeihen, (aus)weichen*, wehtun, widersprechen, ...
Viele Verben mit Präfix zu- : zuhören*, zusehen*, zustimmen*, zureden, zufallen, zustehen, zustoßen ...
Bestimmte Verben haben als Subjekt oft eine Sache, und die Person(=ich ) ist das Dativ-Objekt(=mir ):
gehören, genügen(=reichen), (miss-)ge-lingen(=glücken), ge-fallen(miss-/ein-/auf-/ent-), gebühren, …
schaden*, schmecken, scheinen, fehlen*, gleichen*=ähneln*, entsprechen*, dienen*, passen,nützen, ...
Und : Wie geht es dir/Ihnen? Es geht mir gut.
!! Bei Verben mit dem Zeichen* kann das Dativ-Objekt auch eine Sache sein !

REGEL: 2 Objekte ohne Präposition in einem Satz ⇒ Dativ-Objekt=Person + Akkusativ-Objekt=Sache


z.B. geben, nehmen, (an)bieten, zeigen, schreiben, kaufen, schenken, bringen, holen, erklären, schicken, senden ...
Bei einigen Verben ist das Akk.Obj. oft nur es/etwas/nichts/viel/wenig … oder ein Satz mit dass oder ein Infinitivsatz:
erlauben, erzählen, empfehlen, raten, entgegnen, erwidern, befehlen, verbieten ... Objekt Person ist bei diesen Verben Dativ!
- aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber: Diese Präpositionen sind immer mit Dativ
gegenüber kommt manchmal nach dem Substantiv: Das Kino ist der Post gegenüber
nach+Artikel ist nicht lokal ! Nach der Schule = Schule ist zu Ende. Ziel("noch nicht“) Schule = zur Schule, in die Schule
- in, an, auf, über, unter, hinter, neben, vor, zwischen: Präpositionen mit Dativ oder Akkusativ!
lokal: Position / kein Ziel / keine Richtung ("schon da“) ⇒ Dativ
Mit den Verben sein, sich befinden, liegen, stehen, sitzen, hängen, stecken (+Synonyme)
Mit allen Verben der Aktion, die kein Ziel haben: arbeiten, essen, kochen, tanzen, Rollschuh laufen ...
Dativ bei an ... entlang und an ... vorbei
- Zeitangaben mit Präposition ⇒ immer Dativ : nach, seit, von, bis zu, bei, in, an, vor, zwischen
Ausnahmen: gegen, um (ohne Artikel oder Datum Akk.), während mit Genitiv, bis in (hinein) mit Akkusativ
- Präpositionale Objekte: aus, bei, mit, nach, von, zu und vor immer Dativ
in, an, unter bei wenigen Verben Dativ, sonst Akkusativ
 John Campbell-Cohen SEITE 26

DATIV ODER AKKUSATIV ?

REGEL: Objekt * = Sache ⇒ AKKUSATIV

Eine Sache ist im Satz Objekt ohne Präposition, das ist fast immer Akkusativ.
Beispiel: Der Lehrer hat einen Stift. / Der Lehrer gibt dem Schüler einen Stift.

REGEL: 1 Objekt *allein = Sache oder Person ⇒ (normal) AKKUSATIV !!

Im Satz ist nur ein Objekt ohne Präposition, Sache oder Person, das ist normal Akkusativ.
Beispiel: Der Lehrer hat/zeigt/sieht einen Stift / einen Schüler.

!! ABER !!:
danken, antworten, helfen
1 Objekt * DATIV = Person gehören, gefallen, genügen, gelingen
schaden, schmecken

Einige Verben haben im Satz nur 1 Dativ-Objekt=Person.


Diese Verben muss man auswendig lernen.
Beispiel: Der Lehrer dankt/antwortet/hilft dem (!) Schüler.
Der Stift gehört/gefällt/genügt dem Lehrer. (hier Subjekt Sache!)

REGEL: 2 Objekte * ⇒ DATIV / Person + AKKUSATIV / Sache

Viele Verben haben 2 Objekte ohne Präposition,


das ist immer ein Dativ-Objekt= Person und ein Akkusativ-Objekt=Sache.
Beispiel: Der Lehrer gibt dem Schüler einen Stift.
Vorsicht schreiben/öffnen : Ich schreibe/öffne meinem Freund (einen Brief/die Tür).
Dativ-Objekt auch allein, ohne Akkusativ-Objekt

REGEL: ZEIT mit Präposition ⇒ Dativ (Ausnahmen: gegen, um, während )


ZEIT ohne Präposition ⇒ Akkusativ ( bis = keine Präposition)

Beispiel: Ich komme in der nächsten Woche.


Ich komme nächste Woche.

REGEL: gehen,kommen,fahren (und Synonyme) in + AKKUSATIV (ZIEL!)


Verb sein (und Synonyme) in + DATIV (Kein Weg ⇒ Kein Ziel!)

Beispiel: Ich gehe/komme/fahre in die Stadt. (Ziel=Akkusativ)


Ich bin/wohne/bleibe in der Stadt. (kein Ziel=Dativ)
 John Campbell-Cohen SEITE 27
DATIV ODER AKKUSATIV Seite 2

DIE VERBEN legen/liegen, stellen/stehen, setzen/sitzen, hängen und stecken

Diese Verben haben ein Akkusativ-Objekt und ein Ziel(Akkusativ) ODER kein Objekt und kein Ziel(Dativ).
legen, stellen, setzen, hängen* und stecken
REGEL: Aktion ⇒ Akk.Objekt + Präp+Akk.(Ziel) = 2 x AKK
z.B. Ich lege den Bleistift auf den Tisch

Diese Verben sind transitiv und schwach: legte/gelegt, stellte/gestellt, setzte/gesetzt, hängte/gehängt, steckte/gesteckt
SYNONYME: bringen, holen, tragen, schicken, transportieren
Zusammen mit dem Akkusativ-Objekt können diese Verben auch ein Dativ-Objekt haben:
Ich stelle/bringe/hole/trage meinem Freund einen Stuhl ins Zimmer.

liegen, stehen, sitzen, hängen* und stecken


REGEL: keine Aktion ⇒ kein Objekt + Präp+Dat.(Kein Ziel!) = 1 x DAT
z.B Der Bleistift liegt auf dem Tisch.
Der Schüler sitzt auf dem Stuhl.

Diese Verben sind intransitiv und stark: lag/gelegen, stand/gestanden, saß/gesessen, hing/gehangen !
Ausnahme: stecken ist immer schwach: steckte/gesteckt !
SYNONYME: sein, sich befinden
Oft benutzen wir diese Verben zusammen mit lassen (+ Objekt) oder bleiben (kein Objekt) Auch dann ist die Präposition immer mit Dativ:
z.B. Ich lasse den Schlüssel (Akkusativ) auf dem Tisch (Dativ) liegen.
Objekt kein Ziel
Der Schlüssel (Nominativ) bleibt auf dem Tisch (Dativ) liegen.
Subjekt kein Ziel

* hängen hat starke und schwache Formen in Präteritum und Perfekt!


schwach hängte/gehängt mit Objekt und Ziel - stark hing/gehangen ohne Objekt und ohne Ziel !

Einige Verben haben ein Objekt und kein Ziel, obwohl es einen Weg gibt:
Ich verlasse/betrete den Bahnhof in der Stadt. - Ich suche/finde den Bleistift auf dem Tisch. -
Ich treffe/erwarte meinen Freund in der Stadt. - Ich begegne meinem Freund(!) in der Stadt.
Ort ist nicht Ziel, sondern Position (Dativ!) von Objekt.

Die Verben sehen, zeigen, lesen, haben ein Objekt oder ein Ziel - schreiben hat 1 oder 2 Objekte und/oder ein Ziel
Ich sehe/zeige die Uhr. (Akk.Objekt)
Ich sehe/zeige auf die Uhr. (Präposition+Akk.=Ziel))
Ich sehe/zeige die Zeit auf der Uhr. (Akk.Objekt und kein Ziel = Position von Objekt)
Ich sehe/zeige aus dem Fenster/durch das Fenster. (aus immer Dativ, durch immer Akkusativ!)
Ich schreibe/lese ein Wort. (Akk.Obj.)
Ich schreibe ein Wort an die Tafel/in das Buch. (Obj. und Ziel)
Ich lese ein Wort an der Tafel/in dem Buch. (Obj. und kein Ziel = Position von Obj.)
Ich lese an der Tafel/in dem Buch. (Kein Objekt ⇒ kein Ziel)
Ich schreibe an die Tafel (auch:an der Tafel ). (Kein Objekt ⇒ Ziel oder kein Ziel)
Und: Ich schreibe meinem Freund. (Dativ-Objekt ohne Akkusativ-Objekt)
N.B. lesen hat nur 1 Objekt, aber vorlesen, vorspielen, vormachen , vorzeigen haben 2 Objekte.

Wenn ein Ziel Teil einer Person ist oder einer Person gehört, dann kann die Person im Satz Objekt sein.
Bei intransitiven Verben ist die Person Dativ-Objekt, bei transitiven Verben Akkusativ-Objekt.
intransitiv fahren, klopfen, tippen ... Ich fahre ihm gegen das Bein/gegen das Auto. Ich klopfe/tippe ihm auf die Schulter.
transitiv treffen, schlagen ... Ich treffe ihn ins Herz. Ich schlage ihn ins Gesicht.
NEGATION (auch Seite 5/9/33 unten, Seite 18 unten und Seite 48 Mitte)

"Nein" ist eine Antwort (Immer Satzanfang "Nein" +Komma dann Position 1).
Wir haben auf Deutsch 3 Negationen: unbestimmte Artikel/Substantive haben die Negation "kein", "keine", ...
"nicht" ist für bestimmte Artikel/Substantive, Pronomen, Präpositionen, Adjektive/Adverben, Verben und auch für Zahlen
Wir haben einen Satz. Wir bilden die Negation. Was machen wir?
1. Wir suchen im Satz ein modales Adverb: gern, viel, gut, schnell ... ⇒ "nicht" ist meistens vor dem Adverb:
Richard lernt nicht schnell. Peter arbeitet nicht viel. Ich trinke nicht gern Kaffee.
Auch vor anderen Adverben kann "nicht" stehen: Er ist nicht hier. Er kommt nicht oft/früh/spät. - ABER oft: heute nicht / jetzt nicht !!
"nicht" kommt nach den meisten Modalpartikeln: vielleicht nicht, wohl nicht, normalerweise nicht, anscheinend nicht ... leider nicht !!
2. Im Satz ist kein Adverb, dann suchen wir ein unbestimmtes Objekt (unbest.Artikel/kein Artikel) ⇒ die Negation ist kein, keine, keinen ...
Ich kaufe (heute in Bonn) kein Buch / keine Bücher. Ich habe (heute in Bonn) keinen(!) Unterricht.
Zahl ⇒ Negation ist nicht +Zahl (Verb kosten ⇒ Preis ist Objekt - Verb dauern ⇒ Zeit ist Objekt)
Das Buch kostet (heute im Geschäft) nicht 15 DM. Der Unterricht dauert (heute in Bonn) nicht 2 Stunden.
3. Im Satz ist auch kein unbestimmtes Objekt, dann suchen wir eine Präposition: ⇒ "nicht" ist meistens vor der Präposition.
Ich fahre nicht nach Köln. Ich komme nicht um 5 Uhr. Er wohnt nicht in Bonn.
4. Im Satz ist auch keine Präposition, dann ist "nicht" meistens Ende Position 3 (nicht Satzende!).
Er kommt nicht. Er kauft das Buch nicht. ! Falsch: Er kauft nicht das Buch. Bestimmter Artikel : der/die/das … nicht !!
Position Satzende ist extra: Er fährt nicht ab. Er hat das Buch nicht gekauft.
5. "nicht" ist gerne zwischen Zeit und Ort (Er ist heute nicht hier. Ich fahre um 5 Uhr nicht nach Köln.)
Lange Sätze: Herr Müller fährt heute (um 5 Uhr) (wegen des Staus) nicht (gern) (mit dem Auto) nach Köln. (Regel te-ka-nicht-mo-lo s.S. 61 oben)
(Zeit) (Grund) (Adv.) (Mittel) (Ort)
Herr Müller redet heute (um 5 Uhr) (wegen eines Problems) nicht (gern) mit Herrn Meier über Politik.
(Zeit) (Grund) (Adv.) (präpositionale Objekte)
Position 1 2 3 Ende
(noch, auch) (mehr) Präfix
Nein, (?) konjugiertes Verb (Personalpronomen) (heute) nicht (Adverben, Präpositionen) Partizip Perfekt
(Subjekt, bestimmtes Objekt) (Zeit, Grund) (Mittel, Ort, präp. Objekte, unbest.Objekt) Infinitiv

OBJEKTE: Objekt mit bestimmtem Artikel + nicht (+ Adverb) / nicht + Adverb + unbestimmtes Objekt / kein- + unbestimmtes Objekt
Ich trinke den Kaffee nicht (gern). / Ich trinke nicht gern Kaffee / Ich trinke keinen Kaffee.
ZEIT: - Tage/Tageszeiten: jetzt, heute, gestern, morgen, heute mittag, mittags, nachmittags ... nicht
- Wochen/Monate/Jahre: diese ( -n,-s ), nächste ( -n,-s ), letzte ( -n,-s ) Woche, Monat, Jahr ... nicht
- Uhrzeit/Stunden/Minuten: nicht um 5 Uhr, in einer Stunde, vor 5 Minuten ...
Besondere Negationen: noch gut (Adjektiv!) - nicht mehr gut / schon gut - noch nicht gut (Adjektiv/Adverb allein!)
noch ein Buch? - kein Buch mehr / schon ein Buch? - noch kein Buch (= Zahl und Zeit)
das Buch noch? - das Buch nicht mehr / das Buch schon? - das Buch noch nicht (= nur Zeit)
auch nicht, wieder nicht, (ganz und) gar nicht, überhaupt nicht sind starke Negationen.
 John Campbell-Cohen SEITE 29

VERBEN: STAMMFORMEN
Wir haben auf Deutsch 3 Gruppen von Verben:

1. Schwache (=regelmäßige) Verben (alle Verben, die nicht auf der Liste WICHTIGE VERBEN sind!)
Schwache Verben haben in allen Formen den gleichen Stamm: sagen, sagte, gesagt
Das Präteritum bilden sie mit einem -t- zwischen Stamm und Endung: ich sag-t-e
Auch das Partizip Perfekt bilden sie mit der Endung -t (und Präfix ge- ): ge-sag-t
(Ausnahmen: salzen, salzte, gesalzen – backen, backte, gebacken)
Stamm-Ende -t /-d und öffnen,rechnen,zeichnen,atmen,begegnen,regnen,trocknen ... ⇒ -et
arbeitete/gearbeitet, bildete/gebildet, öffnete/geöffnet, rechnete/gerechnet ...
Die meisten Verben mit Infinitiv-Umlaut sind schwach(=regelmäßig) und haben immer Umlaut.
Verben mit -ieren sind immer schwach (studieren, konjugieren, telefonieren ...)
Sie haben wie untrennbare Verben im Perfekt kein Präfix -ge : ver-kauf-t/studier-t
Fast alle schwachen Verben bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb haben .
Ausnahmen: reisen, starten, landen, folgen, eilen, begegnen, aufwachen …
und wenige Verb mit -ieren : passieren, explodieren …

2. Starke (=unregelmäßige) Verben (Liste WICHTIGE STARKE VERBEN)


Sie haben verschiedene Stammformen: der Vokal(=Stammvokal ) bleibt nicht gleich.
z.B. Infinitiv nehmen, 3.Sg.Präsens nimmt, Präteritum nahm, Partizip Perfekt genommen
Infinitiv-Umlaut haben nur wenige starke Verben (lügen, trügen, schwören)
Vorsicht: hängen gibt es schwach und stark! (hängte/gehängt und hing/gehangen S.27)
auch: bewegen (bewegte/bewegt und bewog/bewogen)
Starke Verben mit Infinitiv -a-/-au-/-o- haben in der 2./3.Sg.Präsens Umlaut (-ä-/-äu-/-ö-).
Viele Verben mit Infinitiv -e- haben in der 2./3.Sg.Präsens -i- (geben, er gibt aber: gehen, er geht ).
Im Präteritum und Perfekt haben starke Verben nie Umlaut.
Wir müssen die Stammformen auswendig lernen.
Das Partizip Perfekt der starken Verben hat nicht die Endung -t , sondern -en !
….gegangen, gekommen, gefahren, gesehen, genommen, geschrieben …
Einige starke Verben bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb sein :
- gehen, kommen, fahren, laufen, fliegen, schwimmen, reiten, steigen, fallen ...
einschlafen, aufstehen, geschehen, entstehen, vergehen, ,wachsen, sterben ...
sein, bleiben und werden

3. Andere Verben (= Gruppe 3) (Auch diese Verben sind auf der Liste WICHTIGE VERBEN)
Sie haben unregelmäßige Stammformen und bilden Präteritum und Perfekt mit -t
Modalverben (wollen, sollen, können, müssen, dürfen, mögen) :
- Präsens hat 2 Stammformen (wollen, ich will; können, ich kann usw. - aber: sollen, ich soll )
- 1./3.Sg.Präsens sind gleich, keine Endung -t (ich kann, er kann; ich muss, er muss usw.).
- Präteritum und Perfekt mit -t-, ohne Umlaut (ich konnte, ich habe gekonnt)
- mögen: Konjunktiv II ich möchte (mit Infinitiv) / Indikativ Präsens ich mag (mit Akkusativ-Objekt)
Präteritum/Perfekt mochte/gemocht (nur mit Akkusativ-Objekt, nicht mit Infinitiv)
wissen
- Präsens: ich weiß, du weißt, er weiß, wir wissen, ihr wisst, sie wissen
- Präteritum: ich wusste,du wusstest,er wusste,wir wussten,ihr wusstet,sie wussten
- Perfekt: ich habe gewusst
denken, bringen und kennen, nennen, brennen, rennen:
- Präsens normal: ich denke, ich bringe - ich kenne, nenne, brenne, renne
- Präteritum und Perfekt mit -t- und Vokal -a- :
ich/er dachte brachte - kannte nannte brannte rannte
ich habe gedacht gebracht - gekannt genannt gebrannt bin gerannt
Ausnahme: wenden hat 2 Formen: wendete – hat gewendet und wandte – hat gewandt
 J.Campbell-Cohen SEITE 30

PRÄTERITUM (=IMPERFEKT)

Semantisch (≈Bedeutung) gibt es meistens keinen Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt.
Präteritum benutzen wir für Vergangenheit in Texten, Perfekt wenn wir sprechen. (s.S. 66)
Nur von den Verben sein / haben und von den Modalverben benutzen wir fast immer das Präteritum.

>> Im Präteritum hat die 3.Sg. keine Endung -t , sondern die 1. und 3.Sg. sind gleich!! <<

SCHWACHE VERBEN (alle Verben, die nicht auf der Liste WICHTIGE STARKE VERBEN sind!)
Sie bilden das Präteritum mit -(e)t- zwischen Stamm und Endung. Alle Endungen sind mit -e- !
Wir haben -et nach t oder d (und öffnen, rechnen, zeichnen, begegnen, trocknen, regnen usw.).

Endung sagen arbeiten


[-e ] ich/er sag + t + e ( = sagte ) arbeit +et +e ( = arbeitete)
[-est ] du sag + t + est ( = sagtest ) arbeit +et +est ( = arbeitetest)
[-en ] wir/sie sag + t + en ( = sagten ) arbeit +et +en ( = arbeiteten)
[-et ] ihr sag + t + et ( = sagtet ) arbeit +et +et ( = arbeitetet)
haben: ich/er hatte (hab-te: b+t=tt), du hattest, wir/sie hatten, ihr hattet
Ganz leicht bilden wir Präteritum so: 3.Sg.Präsens z.B. er sagt + -e ⇒ Präteritum ich/er sagte

STARKE (=unregelmäßige) VERBEN (Liste WICHTIGE STARKE VERBEN)


Sie bilden Präteritum mit einem anderen Stamm. Wir müssen die Formen auswendig lernen.
Die Singular-Endungen haben kein -e- , auch nicht bei Stamm-Ende -t /-d !
Endung geben lesen essen stoßen kommen schreiben greifen halten verstehen
[- ] ich/er gab las aß stieß kam schrieb griff hielt verstand
[-st ] du gabst last aßt stießt kamst schriebst griffst hieltst verstandst
[-en ] wir/sie gaben lasen aßen stießen kamen schrieben griffen hielten verstanden
[-(e)t ] ihr gabt last aßt stießt kamt schriebt grifft hieltet verstandet
sein: ich/er war, du warst, wir/sie waren, ihr wart
werden: ich/er wurde, du wurdest, wir/sie wurden, ihr wurdet

Einige kleine Hilfen (nur starke Verben!):


1. Infinitiv -s - ⇒ immer -s - (lesen,las)
Infinitiv -ss - ⇒ Präteritum -ß - (essen,aß - stoßen,stieß)
2. Infinitiv -e - ⇒ Präteritum -a - (Ausnahmen: gehen, heben )
3. Infinitiv -ei - ⇒ Präteritum -ie - oder kurz -i - (schrieb - griff)
4. Präteritum nie Umlaut, Vokal ist meistens lang (kam, fuhr, bot, blieb)
5. Doppelkonsonanz nur nach kurz -i- (griff, schnitt, litt), kurz -o- (schloss, floss) und schwamm

GRUPPE 3 (Modalverben + wissen, denken, bringen, kennen, nennen, brennen, rennen )

Sie haben die gleichen Endungen wie die schwachen Verben, aber besondere Stammformen.
Im Präteritum haben sie keinen Umlaut.
mögen: Präteritum (mochte) ist selten, meist nur mit Akkusativ-Objekt. Mit Infinitiv oft: ich wollte

ich/er wollte konnte musste durfte mochte - wusste dachte kannte


du wolltest konntest musstest durftest mochtest - wusstest dachtest kanntest
wir/sie wollten konnten mussten durften mochten - wussten dachten kannten
ihr wolltet konntet musstet durftet mochtet - wusstet dachtet kanntet
sollen wie wollen, bringen(brachte) wie denken, nennen/brennen/rennen wie kennen
 John Campbell-Cohen SEITE 31

VERBEN: PERFEKT
Das deutsche Perfekt hat 2 Teile, wie das französische Passé Composé und das englische Present Perfect:
ein "Hilfsverb“ (= meistens haben , bei manchen Verben auch sein) und das Partizip Perfekt.
Beim Sprechen benutzen wir auf Deutsch für Vergangenheit fast immer nur das Perfekt. (s.S.66)

SCHWACHE (=regelmäßige) VERBEN


Perfekt von schwachen Verben bilden wir leicht so:
3.Sg. Präsens: er kauft + hat ge- ⇒ 3.Sg. Perfekt er hat … gekauft (Satzende!)

ich habe gekauft, du hast gekauft, er hat gekauft, wir/sie/Sie haben gekauft, ihr habt gekauft

haben: Ich habe gehabt (Ausnahme: von haben benutzen wir meistens nur das Präteritum)
Trennbar: er kauft ein ⇒ er hat … eingekauft
Untrennbare schwache Verben sind sehr leicht: er verkauft ⇒ er hat … verkauft (ohne "ge“ !)
Auch die Verben auf –ieren sind sehr leicht: er studiert ⇒ er hat … studiert (auch ohne ge )
Das Partizip ist gleich 3.Person Sg. Präsens (bezahlt, erklärt, erzählt, korrigiert, telefoniert, diskutiert …)
Im Satz: Er hat heute in der Stadt ein Buch gekauft. (Partizip ist immer das letzte Wort im Satz!)
Hilfsverb(Position 2) Partizip Perfekt – schwache und starke Verben!

STARKE (=unregelmäßige) VERBEN


Das Partizip Perfekt von starken Verben muss man auswendig lernen. Es endet immer auf -en
z.B. gegangen, genommen, gesprochen, geholfen, geschrieben, gestanden, geschlossen …
Einige Partizipien haben den gleichen Stamm wie der Infinitiv:
z.B. gesehen, gelesen, gegeben, gefahren, gekommen, gehalten, gefallen, gelassen, gelaufen …
ich habe gesehen, du hast gesehen, er hat gesehen, wir/sie/Sie haben gesehen, ihr habt gesehen

Einige starke Verben bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb sein (s. nächste Seite):
z.B. ich bin gegangen, ich bin gefahren, ich bin gekommen, ich bin geblieben
Leider sind es nicht die gleichen Verben wie auf Englisch und Französisch.
Trennbare Verben haben das –ge wie die schwachen Verben:
z.B. abgefahren, angekommen, ausgegeben, angenommen, aufgestanden, angehalten, aufgefallen …
Untrennbare Verben haben kein –ge : verstanden, begonnen, entgangen
Das Partizip ist oft gleich Infinitiv: verlassen, vergessen, bekommen
sein: Ich bin gewesen (Ausnahme: wir benutzen von sein meistens nur das Präteritum!)
werden: Ich bin geworden
Ausnahmen: hängen und backen haben starke und schwache Formen: gehangen/gehängt – gebacken/gebackt

Gruppe 3
Die Modalverben bilden ein regelmäßiges Partizip mit ge-, -t, aber ohne Umlaut, Hilfsverb haben :
Ich habe gewollt, gesollt, gekonnt, gemusst, gedurft, gemocht
Wir benutzen auf Deutsch die Modalverben meistens nur im Präteritum! (S.66)
!! Perfekt von Modalverben mit Infinitiv: hier bilden wir den doppelten(=2x) Infinitiv !!
z.B. Ich habe fahren können, ich habe kommen müssen, ich habe zu Hause bleiben dürfen.
Vorsicht Nebensätze: Er sagte, dass er heute (nicht) hat kommen können. Zuerst das konjugierte Verb!
Diese Formen sind aber selten. Normal ist: ich konnte fahren, ich musste kommen ...
wissen, denken, bringen
- Ich habe gewusst, ich habe gedacht, ich habe gebracht
nennen, kennen, brennen, wenden, rennen
- Ich habe genannt, gekannt, gebrannt - aber: ich bin gerannt
 John Campbell-Cohen SEITE 32

PERFEKT mit sein oder haben

Die meisten schwachen Verben und sehr viele starke Verben bilden das Perfekt mit haben.
Nur wenige Verben bilden das Perfekt mit sein . Man muss sie auswendig lernen.
Viele sind intransitive(=ohne Objekt) Verben der Bewegung (z.B. gehen, kommen, fahren)
Synonyme und Gegenteile (steigen/sinken, gelingen/misslingen, einschlafen/aufwachen)
von Verben mit sein bilden das Perfekt oft auch mit sein.

PERFEKT mit haben PERFEKT mit sein

die schwachen Verben auf -ieren aber nicht: passieren (es ist passiert), explodieren …
die Verben der Gruppe 3 aber nicht: rennen (ich bin gerannt)

die meisten schwachen Verben einige starke Verben:


sein, bleiben, werden,
geschehen, gelingen, wachsen ...

Transitive Verben (=mit Akk.-Objekt) Intransitive Verben der Bewegung

Transitive Verben stark: gehen, kommen, fahren


und auch laufen(rennen), fliegen, reiten, schwimmen,
transitive/reflexive Verbformen und Komposita* treten, springen, fliehen
bilden immer das Perfekt mit haben ! ein-, aus-, um-steigen - fallen, sinken

schwach: reisen, starten, landen,


folgen, begegnen, eilen

Verben mit transitiven(+reflexiven) und intransitiven Formen oder Komposita*


stark: fahren, fliegen, reißen, reiten, streichen, treten, ziehen, erschrecken, verderben ...
schwach: starten, landen ...
Gruppe 3: verbrennen
bekommen: ich habe es bekommen und: ankommen: ich bin angekommen (ent-/ver-/aus-)
gefallen: es hat mir gefallen und: auffallen: es ist mir aufgefallen (ent-/verfallen)
ich habe ihn nach Köln gefahren ich bin nach Köln gefahren
ich habe mich verfahren der Zug ist abgefahren
der Pilot hat das Flugzeug geflogen/gestartet er ist nach Paris geflogen/in Paris gelandet
ich habe mich (refl.) an/um/ausgezogen ich bin ein/um/ausgezogen
ich habe mich/ihn erschreckt (schwach!) ich bin erschrocken (stark)
verderben: ich habe es verdorben es ist verdorben
ich habe mich/es/ihn verbrannt es ist verbrannt
verrennen: ich habe mich verrannt rennen: ich bin gerannt

(schwache) Synonyme von Verben mit sein


passieren (sw) – geschehen (st)
hüpfen (sw) – springen (st)
stürzen (sw) – fallen (st) – sinken (st)
erkranken (sw) – sterben (st)

(schwache) Gegenteile von Verben mit sein


gelingen/misslingen, steigen/sinken
aufwachen (sw) / einschlafen (st)
vergehen/entstehen, wachsen/(ver)schwinden

*Komposita sind Verben mit einem Präfix (trennbare und untrennbare)


 John Campbell-Cohen SEITE 34

DEKLINATION: SUBSTANTIVE:

Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv

DIESE TAFEL ZEIGT ALLE FORMEN ZUSAMMEN:

best. Artikel Maskulin Neutrum Feminin


Singular
Nominativ der Stuhl das Buch die Tasche
Akkusativ den Stuhl das Buch die Tasche
Dativ dem Stuhl dem Buch der(!) Tasche
Genitiv des Stuhles des Buches der(!) Tasche
Plural
Nominativ die Stühle die Bücher die Taschen
Akkusativ die Stühle die Bücher die Taschen
Dativ den Stühlen den Büchern den Taschen
Genitiv der(!) Stühle der(!) Bücher der(!) Taschen

unbest. Artikel Maskulin Neutrum Feminin


Singular
Nominativ ein Stuhl ein Buch eine Tasche
Akkusativ einen Stuhl ein Buch eine Tasche
Dativ einem Stuhl einem Buch einer Tasche
Genitiv eines Stuhles eines Buches einer Tasche
Plural
Nominativ - Stühle - Bücher - Taschen
Akkusativ - Stühle - Bücher - Taschen
Dativ - Stühlen - Büchern - Taschen
Genitiv - Stühle (!) - Bücher (!) - Taschen

DIESE TAFEL ZEIGT DIE ARTIKEL-ENDUNGEN:

Mask Neutr Fem Plural


Nom (-er ) (-s ) -e -e
Akk -en (-s ) -e -e
Dat -em -em -er -en -en*
Gen -es -s* -es -s* -er -er

Die Endungen in Klammern=() sind nicht immer da!


Der unbestimmte Artikel ein hat keine Endung.
* Die 2.Endung -s /–en bekommt das Substantiv.
Substantive mit einer Silbe ⇒ Genitiv-Endung –es
Substantive mit Plural-Endung –n oder –s bleiben Dativ Plural gleich.
DEKLINATION: SUBSTANTIVE: Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv
© John Campbell-Cohen SEITE 33

best.Artikel Maskulin Neutrum Feminin Plural


Nominativ der Stuhl
} das Buch } die Tasche } die Stühle / Bücher / Taschen
Akkusativ den Stuhl

Dativ dem Stuhl / Buch den Stühlen / Büchern / Taschen


} der (!) Tasche
Genitiv des Stuhles / Buches der Stühle / Bücher / Taschen

unbest.Artikel
Nominativ (k)ein Stuhl
} (k)ein Buch } (k)eine Tasche } (keine) Stühle / Bücher / Taschen
Akkusativ (k)einen Stuhl

Dativ (k)einem Stuhl / Buch (keinen) Stühlen / Büchern / Taschen


} (k)einer Tasche
Genitiv (k)eines Stuhles / Buches (keiner) Stühle / Bücher / Taschen

ARTIKEL: Dativ und Genitiv Maskulin und Neutrum sind immer gleich! (dem Stuhl – dem Buch, des Stuhles – des Buches)
Der unbestimmte Artikel ein hat keine Endung!
SUBSTANTIV: Nur Maskulin / Neutrum Singular ist die Genitiv-Endung -(e)s und haben die Substantive auch eine Endung -s (kurze Substantive –es )!
Genitiv und Dativ Singular Feminin haben die gleiche Endung: -er !
Feminin-Substantive haben im Genitiv keine Endung !
Auch Genitiv Plural hat die Endung -er !
Das Substantiv hat aber im Genitiv Plural nur die Plural-Endung! (z.B. Dat.Pl. den Stühlen, Gen.Plural der Stühle !)
Substantive mit Plural-Endung -n oder -s bleiben im Dativ Plural gleich ( die Menschen/den Menschen - die Autos/den Autos )

NEGATION Der bestimmte Artikel hat die Negation nicht, rechts neben Substantiv: der/den/dem Stuhl nicht, das/dem Buch nicht, die/der Tasche nicht
Der unbestimmte Artikel hat negativ ein "k": kein, keine etc. Plural unbestimmt auch: keine Stühle, Bücher, Taschen
 John Campbell-Cohen SEITE 35

DIE KASUS-ENDUNGEN

Pronomen und Artikel haben auf Deutsch die gleichen Endungen.


Wir nennen diese Endungen auch Kasus-Endungen, weil sie den Kasus (=Nom,Akk,Dat) zeigen.
Im Singular zeigen sie aber nicht nur den Kasus, sondern auch das Genus (=Mask/Fem/Neutr) !
Im Plural zeigen sie das Genus nicht, sie sind für Maskulin, Neutrum und Feminin gleich.
Diese Endungen sind für:
- bestimmten, unbestimmten Artikel und Demonstrativpronomen ( dieser, dieses, diese )
- Personalpronomen, Fragepronomen ( welcher, welches, welche ) und Relativpronomen
- Possessivpronomen und unbestimmtes Pronomen ( einer, eins, eine )
- Adjektive, wenn sie allein beim Substantiv sind (=Adjektivdeklination Regel 4).
Aber: Adjektive habe im Genitiv Sg. Maskulin/Neutrum keine Endung -s , sondern -(e)n !

Maskulin Neutrum Feminin Plural

Nominativ - r * / -- - s / -- -e -e

Akkusativ -n - s / -- -e -e

Dativ -m -m -r* -n -n

Genitiv -s -s -r* -r*

NOMINATIV und AKKUSATIV sind im Neutrum, Feminin und Plural IMMER GLEICH !!
Dativ Maskulin und Dativ Neutrum sind IMMER GLEICH !
Genitiv Maskulin und Genitiv Neutrum sind IMMER GLEICH !
Dativ und Genitiv Feminin Singular sind IMMER GLEICH !

DATIV PLURAL hat die Endung zweimal n :


- den / diesen / keinen / meinen / welchen / vielen (Adjektiv!) Schülern (Substantiv hat das zweite –n !)
- Personalpronomen: ihnen Relativpronomen: denen (2 x n zusammen)

AUSNAHME: Relativpronomen Gen.Sg.Mask. dessen Gen.Sg.Fem/Gen. Pl. deren

KEINE ENDUNG haben


- der unbestimmte Artikel Nom.Sg.Mask und Nom./Akk.Sg.Neutr ( ein /kein )
- das Possessivpronomen ( mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr, Ihr ).

* Die Endung -r gibt es für Nominativ Sg. Maskulin, Dativ+Genitiv Sg. Feminin und Genitiv Plural !
Also: der Mann = Nominativ Sg. Maskulin, aber: der Frau = Dativ (oder Genitiv) Sg. Feminin !
Und: der Männer, der Frauen = Genitiv Plural !
 John Campbell-Cohen SEITE 36

REFLEXIVPRONOMEN und REFLEXIVE VERBEN

Manchmal sind Subjekt und Objekt in einem Satz die gleiche Person:
Ich wasche mich (Akkusativ-Objekt) - Ich wasche mir (Dativ-Objekt) die Hände.
Für "ich" und "du" ist das kein Problem, aber mit "er" geht es nicht:
Er wäscht ihn - Er wäscht ihm die Hände = er und ihn/ihm sind nicht die gleiche Person!
Hier haben wir ein besonderes Pronomen: sich (Er wäscht sich/Er wäscht sich die Hände )
Sg. Akk. Dat. Pl. Akk./Dat.
ich ⇒ mich / mir wir ⇒ uns
du ⇒ dich / dir ihr ⇒ euch
er,sie,es ⇒ sich sie,Sie ⇒ sich

Das Reflexivpronomen bleibt im Imperativ: Wasch dich! Wascht euch! Waschen Sie sich! usw.
Zusammen mit dem Reflexivpronomen haben wir im Satz manchmal das Wort "selbst" oder "selber":
Ich wasche mich selbst/selber. Er wäscht sich selbst/selber die Hände. Auch: Er wäscht sich die Hände selbst.
Wann ist das Reflexivpronomen Dativ?
Wir haben im Satz ein Akkusativ-Objekt:(Er wäscht sich die Hände, er kauft sich ein Buch )
dann ist das Reflexivpronomen das 2.Objekt: Person = Dativ . Hände und Buch sind Sachen = Akkusativ-Objekt)
Das Reflexivpronomen ist immer Objekt im Satz, Akkusativ-Objekt oder Dativ-Objekt.
! Das Dativ-Reflexivpronomen ist im Satz nicht nötig: Ich kaufe (mir) ein Buch. Er kauft (sich) ein Buch .
Aber das Akkusativ-Reflexivpronomen muss immer bleiben: Ich bedanke mich bei Peter. Er bedankt sich bei Peter..

Bei einigen Verben sind Subjekt und Objekt immer die gleiche Person.
Diese Verben nennen wir reflexive Verben. Der Infinitiv ist mit Reflexivpronomen:
- sich aufregen / sich ärgern / sich freuen / sich wundern über +Akk.
- sich befinden Synonym von stehen/liegen/hängen/stecken
- sich beeilen bei/mit (Sache)
- sich bemühen / sich kümmern um
- sich bedanken / sich entschuldigen bei (Person) für (Sache)
- sich entschließen zu oder Infinitivsatz
sich entscheiden für oder Infinitivsatz
- sich ereignen Synonym von geschehen, passieren
- sich erkundigen bei (Person) nach / über +Akk.(Sache) Synonym von fragen
- sich gewöhnen an +Akk.
- sich irren ( in +Dat.)
- sich konzentrieren auf +Akk.
- sich nähern +Dativ-Objekt (Person oder Sache)
- sich schämen über +Akk. oder wegen
- sich unterhalten mit (Person) über (Sache) oder: wir unterhalten uns über ...
- sich weigern Infinitivsatz

Andere Verben sind reflexiv und nicht reflexiv (Bedeutung oft nicht gleich):
- sich (ver)ändern - ich (ver)ändere eine Sache/Person
- sich bewegen - ich bewege eine Sache/Person
- sich beschäftigen mit - ich beschäftige eine Person
- sich erinnern an +Akk. - ich erinnere dich an ...
- sich erkälten: ich habe mich erkältet oder - ich bin erkältet
- sich fürchten vor +Dat. - ich fürchte eine Sache/Person
- sich interessieren für - eine Sache/Person interessiert mich
- sich treffen (mit ) - ich treffe eine Person(/eine Sache)
- sich verabschieden von - ich verabschiede eine Person
- sich vorbereiten auf +Akk. - ich bereite eine Sache vor
- sich verlassen auf +Akk. - ich verlasse einen Ort/eine Person
- sich verletzen,verwunden,verbrennen - ich verletze/verwunde eine Person
ich verbrenne etwas / etwas verbrennt
Komposita von ziehen :
- sich anziehen, sich ausziehen, sich umziehen (transitiv) ⇒ Kleider
- einziehen, ausziehen, umziehen (intransitiv, Perfekt mit sein) ⇒ Wohnung
Synonym von können = Verb lassen (meistens 3.Sg.) + Reflexivpronomen + Infinitiv :
- Das lässt sich machen = das kann man machen, das ist möglich
- Darüber lässt sich reden = Reden über diese Sache ist möglich
 John Campbell-Cohen SEITE 37

IMPERATIV

Der Imperativ hat 4 Formen: 2.Singular, 2.Plural, Höflichkeitsform und auch 1.Plural
Imperativ ist immer ein Satz ⇒ Anfang groß, Ende Ausrufungszeichen: Kommen Sie!
Ganz kurz schreiben oder sagen wir auch den Infinitiv: Einsteigen! Nicht rauchen!
Höflich beginnen wir den Imperativ-Satz mit "Bitte" : Bitte komm! Bitte kommen Sie! Bitte einsteigen!

2.Person Singular

Wir nehmen die 2.Sg. ohne Personalpronomen und ohne die Endung -st / -t
(du) komm(st) ⇒ Komm!
(du) geh(st) ⇒ Geh!
(du) arbeite(st) ⇒ Arbeite!
(du) bilde(st) ⇒ Bilde! -e- bleibt!
(du) öffne(st) ⇒ Öffne!
(du) reiß(t) ⇒ Reiß! (Verben mit Stamm Ende -s, -ss, -ß, -z )
(du) reis(t) ⇒ Reise! (Das -e unterscheidet s und ß )
(du) steig(st) ein ⇒ Steig ein! (Trennbares Präfix bleibt Satzende!)
(du) setz(t) dich ⇒ Setz dich! (Akkusativ-Reflexivpronomen bleibt!)

Starke Verben:
(du) lies(t) ⇒ Lies! (Infinitiv e , 2./3.Sg. i : Sieh! Nimm! Gib! )
(du) fähr(st) ⇒ Fahr! (Infinitiv a, 2./3.Sg. ä , Imperativ kein Umlaut!)
(du) stöß(t) ⇒ Stoß! (Infinitiv o, 2./3.Sg. ö , Imperativ kein Umlaut!)

Verben mit Ende Stamm -ig haben Imperativ 2.Sg. die Endung -e
(du) entschuldig(st) ⇒ Entschuldige!

2.Person Plural

Wir nehmen die 2.Person Plural ohne Personalpronomen:


(ihr) kommt ⇒ Kommt!
(ihr) sagt ⇒ Sagt!
(ihr) bildet ⇒ Bildet!
(ihr) steigt ein ⇒ Steigt ein!
(ihr) setzt euch ⇒ Setzt euch!

Höflichkeitsform und 1.Person Plural

Infinitiv + Sie/wir (+ Präfix trennbare Verben/Reflexivpronomen):


Kommen Sie! Kommen Sie mit! Setzen Sie sich! Gehen wir!

sein: Sei! Seid! Seien Sie! - werden: Werde! Werdet! Werden Sie!
John Campbell-Cohen SEITE 38

DEKLINATION DER MASKULIN-SUBSTANTIVE – n-Deklination

Die Maskulin-Substantive haben 2 GRUPPEN !


Der Artikel ist gleich, aber die Substantive haben nicht die gleiche Endung.
- Gruppe 1 ist die "normale" Deklination, z.B. der Mann, der Freund, der Stuhl, der Tisch usw.
Die Substantive haben im Genitiv Sg. die Endung -s (eine Silbe ⇒ -es !)
Im Plural haben sie die Endung -e oder -er oder keine Endung(⇐Sg. -er /-el /-en).
Pluralformen mit 2 Silben haben meistens einen Umlaut.
- Gruppe 2 sind alle Maskulin-Substantive mit der Plural-Endung -(e)n
Das heißt, sie haben Nominativ Sg. nicht -(e)n , aber Plural -(e)n.
Sie haben Plural keinen Umlaut und immer (auch Genitiv!!) die Endung -(e)n.
Diese Deklination heißt deshalb auch n-Deklination .
! Substantive der n-Deklination sind meistens Personen !

KURZE REGEL: MASKULIN + PLURAL -(e)n ⇒ IMMER -(e)n !

Gruppe 1 Sg.-er Sg.-el Sg.-en (!) Gruppe 2 n-Deklination Endung


Nom. der Stuhl Mann Vater Vogel Boden der Mensch -
Akk. den Stuhl Mann Vater Vogel Boden den Menschen -(e)n
Dat. dem Stuhl Mann Vater Vogel Boden dem Menschen -(e)n
Gen. des Stuhles Mannes Vaters Vogels Bodens des Menschen -(e)n (!!)
Plural -e -er - - - -(e)n
N/A die Stühle Männer Väter Vögel Böden die Menschen -(e)n
Dat. den Stühlen Männern Vätern Vögeln Böden den Menschen -(e)n
Gen. der Stühle Männer Väter Vögel Böden der Menschen -(e)n

ZUR GRUPPE 2 (= n-Deklination) GEHÖREN:


- Maskulin-Substantive mit –e sind n-Deklination (die meisten Substantive mit -e sind Feminin!)
der Kollege, Kunde, Laie, Experte, Zeuge, Junge, Neffe, ...
einige Tiere: der Löwe, der Hase, der Affe, der Ochse, der Bulle ...
einige Nationalitäten: der Franzose, Grieche, Türke, Russe, Chinese, Pole, Schwede, Portugiese ...
Feminin ohne -e , mit -in : die Französin, Griechin, Türkin ... !
(Viele Nationalitäten haben aber -er : der Engländer,Kameruner,Inder, ... Fem. + -in )
- Substantive auf -ist , -ent , -ant , -and , -at (lateinisch oder griechisch) Nur Personen, selten Sachen!
der Tourist, Polizist, Student, Dozent, Assistent, Patient, Passant, Laborant, Doktorand, Soldat ...
auch: der Konsonant(-en) - aber: das Medikament(-e), der Salat(-e), das Plakat(-e) ...
Ausnahmen: der Theodolith(-en), der Seismograph(-en) sind Sachen, aber doch n- Deklination !

- Substantive mit Nominativ Singular -en sind nicht Gruppe 2 = n-Deklination, sondern Gruppe 1 !
- Feminine mit -el/-er ⇒ Pl. Umlaut (Mutter : die Mütter, Tochter : die Töchter) oder -eln/-ern : die Tafel(-n),die Schwester(-n)

AUSNAHMEN:
- der Name(-n), der Gedanke(-n), der Buchstabe(-n) der Friede (nur Sg), der Glaube (nur Sg) Das sind Sachen, keine Personen!
Sie haben immer -en, und Gen.Sg. -ens (des Namens/Gedankens/Buchstabens/Friedens/Glaubens )!
- Adjektive als Substantive, aber mit Adjektiv-Endungen: (Seite 48)
der Deutsche, Kranke, Gesunde, Fremde, Beamte ... (Regel 1)
Feminin: die/eine Deutsche, Kranke, usw. (Regel 1) - aber die/eine Beamtin !
Maskulin unbest. Nom.Sg.: ein Deutscher, Kranker, Fremder, Beamter (Regel 2)!!
Alle anderen Formen, auch Plural, haben die Endung -en !
- das (!) Herz(-en) ist Neutrum und geht wie Name (Gen.Sg. des Herzens )
- der Bauer(-n), der Nachbar(-n) sind Gruppe 2, die Endung ist immer nur -n.
der Herr(-en) ist auch Gruppe 2, Singular nur -n , Plural -en !
- Mask.Substantive mit -or (Doktor, Professor) haben Plural -en, sind aber Gruppe 1!
N/A/D der/den/dem Doktor, Gen. des Doktors, Pl.N/A/D/G die/die/den/der Doktoren
- der Staat(-en), der See(-n), der Vetter(-n), der Schmerz(-en) sind Gruppe 1 !!
 John Campbell-Cohen SEITE 39

DEKLINATION: SUBSTANTIVE (4)

DIESE TAFEL ZEIGT ALLE FORMEN ZUSAMMEN:

Maskulin 2 =
best. Artikel Maskulin 1 n-Deklination Neutrum Feminin
Singular
Nominativ der Stuhl der Student das Buch die Tasche
Akkusativ den Stuhl den Studenten (!) das Buch die Tasche
Dativ dem Stuhl dem Studenten (!) dem Buch der(!) Tasche
Genitiv des Stuhles des Studenten (!) des Buches der(!) Tasche
Plural
Nominativ die Stühle die Studenten die Bücher die Taschen
Akkusativ die Stühle die Studenten die Bücher die Taschen
Dativ den Stühlen den Studenten den Büchern den Taschen
Genitiv der Stühle der Studenten der Bücher der Taschen

unbest. Artikel Maskulin 1 Maskulin 2 Neutrum Feminin


Singular
Nominativ (k)ein Stuhl ein Student ein Buch eine Tasche
Akkusativ (k)einen Stuhl einen Studenten (!) ein Buch eine Tasche
Dativ (k)einemStuhl einem Studenten (!) einem Buch einer Tasche
Genitiv (k)eines Stuhles eines Studenten (!) eines Buches einer Tasche
Plural
Nominativ (keine) Stühle - Studenten - Bücher - Taschen
Akkusativ (keine) Stühle - Studenten - Bücher - Taschen
Dativ (keinen) Stühlen - Studenten - Büchern - Taschen
Genitiv (keiner) Stühle - Studenten - Bücher - Taschen

DIESE TAFEL ZEIGT DIE ARTIKEL-ENDUNGEN:

Mask 1 Mask 2 Neutr Fem Plural


Nom (-er ) (-er ) (-es ) -e -e
Akk -en -en -en* (-es ) -e -e
Dat -em -em -en* -em -er -en -en*
Gen -es -s* -es -en* -es -s* -er -er

Die Endungen in Klammern=() sind nicht immer da!


Der unbestimmte Artikel ein hat keine Endung.
* Diese Endungen bekommt das Substantiv.
Substantive mit Plural-Endung -n bleiben im Dativ Plural gleich.
Substantive mit Plural-Endung -s haben im Dativ Plural kein –n !!
Substantive mit einer Silbe ⇒ Genitiv-Endung –es
 John Campbell-Cohen SEITE 40

ZUSAMMENGESETZTE SUBSTANTIVE

(gleicher Artikel!)*
einer Jacke (Genitiv)
Eine Jackentasche ist eine Tasche A
A B → B von einer Jacke (von +Dat)

B ist Teil von A

*Den bestimmten Artikel brauchen wir, wenn die Sache nur eine ist: Ein Automotor ist der Motor eines Autos.
(Eine Jacke hat vielleicht 2 oder 3 Taschen, aber 1 Auto hat nur 1 Motor, nicht 2 oder 3 !)

Die Konstruktion mit Genitiv oder von +Dativ bilden wir auch:

- B gehört A
Ein Bauernhaus ist ein Haus eines Bauern / von einem Bauern.
Ein Firmenwagen ist ein Wagen einer Firma / von einer Firma.

- B ist ein Verb (Aktion,Tätigkeit), A ist Subjekt oder Objekt von B


Der Vogelflug (=ein Vogel fliegt) ist der Flug eines Vogels/von einem Vogel.
Ein Kind fragt: das ist die Frage des Kindes.
Ein Kind zeichnet ein Haus: das ist die Zeichnung des Kindes/des Hauses.
Man baut eine Straße: das ist der Bau einer Straße.
! Präpositionale Objekte behalten ihre Präposition, z.B.
Ich bitte um Geld: das ist eine Bitte um Geld.
Ich diskutiere über Politik: das ist eine Diskussion über Politik.

Trinkwasser ist Wasser zum Trinken (zum +Infinitiv)


A B → B A

A ist ein Verb (Aktion, Tätigkeit)

Ein Holz stuhl ist ein Stuhl aus Holz


A B → B A

A ist das Material von B (immer mit aus !)

Andere: A ist Person/Sache, nicht Verb, nicht Teil, nicht Material ⇒ meistens "für" oder "mit“
Ein Lehrerzimmer ist ein Zimmer für Lehrer. (Lehrer = Plural unbestimmt)
Ein Zigarettenautomat ist ein Automat für Zigaretten.
Ein Nummernschild ist ein Schild mit einer Nummer (ohne Nummer kein Nummernschild)
Eine Kaffeetasse ist eine Tasse für Kaffee. (auch ohne Kaffee)
Eine Tasse Kaffee ist eine Tasse mit Kaffee. (nicht ohne Kaffee)
Eine Kaffeemaschine ist eine Maschine für Kaffee / zum Kaffeekochen.
Ein Regenschirm ist ein Schirm gegen (!) Regen. (aber auch mit für !)
Eine Straßenbahn ist eine Bahn auf der Straße. (Straße ist Position)
 John Campbell-Cohen SEITE 41

GENITIV
FORM
Nur Maskulin Singular und Neutrum Singular ist die Genitiv-Endung -s !!

Maskulin / Neutrum Sg. Femin Sg. Plural


ENDUNG -(e)s -er gleich Dativ! -(e)r
bestimmt des der der
ARTIKEL
unbestimmt eines einer -
negativ keines keiner keiner
POSSESSIVPRONOMEN meines meiner meiner

- Personalpronomen: Die Genitiv-Formen (meiner, deiner, seiner, ihrer, unser (!), euer (!), ihrer ) sind veraltet. Man benutzt sie wenig.

- Maskulin: Substantive Gruppe 1 bekommen im Genitiv Sg.(nur Singular!!) auch eine Endung -s
Substantiv hat eine Silbe ⇒ Endung -es : des Tisches, des Lehrers
Substantive Gruppe 2 (n-Deklination) haben auch Genitiv -(e)n: des Studenten !!
- Feminin: Genitiv und Dativ ist immer gleich, für alle Wörter. Die Kasusendung ist -er .
Feminin-Substantive haben keine Genitiv-Endung: die Frau, Genitiv: der Frau!
- Neutrum Substantive haben im Genitiv Singular. immer die Endung -s (eine Silbe ⇒ -es )
- Plural Genitiv haben Substantive immer nur die Plural-Endung: der Tische / der Bücher / der Frauen
- Adjektive haben Maskulin und Neutrum nie (auch Regel 4 nicht!) die Genitiv-Endung -es, sondern immer -en !
Nur Feminin und Plural können sie (Regel 4) die Kasusendung -er bekommen. (S. 49)
- Namen haben im Genitiv die Endung -s . (Ohne Apostroph: Peters, nicht Peter’s !)
Wie Possessivpronomen ersetzen sie den Artikel und sind vor dem Substantiv: Peters Tasche, Ingrids Mantel, Alis Uhr.
Namen mit -s, -x oder -z bekommen keine Endung, sondern ein Apostroph: Felix' Tasche.
- Relativpronomen: Maskulin/Neutrum Sg. dessen, Feminin und Plural deren
- Fragepronomen: Wessen + Substantiv
Wessen Buch ist das? Michaels Buch/das Buch des Lehrers

PRÄPOSITIONEN (Nur beim Sprechen benutzt man wegen und während auch mit Dativ.)
- GRUND (kausal, Frage Warum,weswegen,weshalb? - Pronominaladverben darum,deswegen,deshalb )
wegen wegen des schlechten Wetters (Man sagt auch: wegen dem schlechten Wetter )
Sonderform: meinetwegen, dein-/sein-/ihr-/unser-/eur-/ihr- etwegen
Oder mit Personalpronomen ⇒ immer Dativ: wegen mir/dir/ihm/ihr ... !
aufgrund aufgrund der Untersuchung (auch: aufgrund von +Dativ)
halber der Einfachheit halber (immer nachgestellt)
- GEGENGRUND (adversativ, ohne Frage, Pronominaladverb trotzdem )
trotz trotz des schlechten Wetters
- GLEICHZEITIGKEIT (Frage Wann? Pronominaladverb währendessen )
während Während des Essens raucht man nicht. (Man sagt auch: während dem Essen )
Vorsicht: Es gibt auch eine Konjunktion während !
- statt (auch anstatt/anstelle von +D, Pronominaladverb stattdessen )
Oft ohne Artikel (Zeit,unbestimmte Mengen,unbestimmter Plural)
Personalpronomen sind Genitiv: statt meiner/deiner/seiner ...
- innerhalb, außerhalb, oberhalb, unterhalb (oft mit von +Dativ) Diese Präpositionen sind lokal und temporal

GENITIV-KONSTRUKTIONEN (2 Substantive zusammen ohne Präposition, das zweite im Genitiv)


Das Haus des Mannes, die Meinung der Leute, der Bau der Straße, die Zeichnung des Kindes
Diesen Genitiv kann man oft ersetzen durch von : das Buch des Lehrers =das Buch vom Lehrer
Diese Konstruktion benutzen wir sehr viel in Texten. Es sind meistens komprimierte Sätze (S. 63-65)

VERBEN MIT GENITIV-OBJEKTEN (Diese Verben benutzen wir selten)


anklagen, bezichtigen, überführen, verdächtigen Person(Akk.) Sache(Genitiv)
sich erfreuen, gedenken, bedürfen Sache/Person (Genitiv)
Für ein Genitiv-Objekt=Person kann man den Genitiv des Personalpronomens benutzen: Wir gedenken unseres Vaters = seiner.
 John Campbell-Cohen SEITE 42

BESONDERE PRONOMEN
Das Demonstrativpronomen hat 3 Formen:
- eine Form ist gleich bestimmter Artikel: der/das/die (alle Kasusformen ohne Genitiv)
Diese Form benutzen wir oft beim Sprechen und betonen sie.
Sätze wiederholen wir gern mit dem Demonstrativpronomen das :
Deutsche Grammatik ist schwer. Das weiß ich.
- die Normalform des Demonstrativpronomens ist dies–* +Kasusendung (auch Genitiv!)
Für Neutrum Sg. Nom./Akk.(=dieses ) benutzt man manchmal nur die Kurzform dies .
Mask Neutr Fem Plural
Nom dieser dies(es) diese diese
Akk. diesen dies(es) diese diese
Dat. diesem diesem dieser diesen
Gen. dieses dieses dieser dieser

- eine andere Form bilden wir mit einem Stamm jen–* +Kasusendung
Diese Form brauchen wir, wenn wir 2 verschiedene Sachen/Personen wiederholen wollen:
Hier sind ein Tisch und ein Stuhl. Dieser(=Stuhl) ist braun, jener(=Tisch) ist weiß.
Das Pronomen jener/jenes/jene wiederholt immer das weiter entfernte Beziehungswort.
Wir benutzen dieses Pronomen nur wenig, und beim Sprechen benutzen wir es gar nicht.
Wir sagen: Der (wir zeigen auf den Stuhl) ist braun, und der (wir zeigen auf den Tisch) ist weiß.
Oft wiederholen wir das Beziehungswort zusammen mit dem Demonstrativpronomen:
Hier sind fünf Tische. Dieser Tisch ist kaputt. (Oder: Dieser ist kaputt )
Den Genitiv des Demonstrativpronomens benutzen wir nur zusammen mit dem Beziehungswort:
Ich kenne den Namen dieses Mannes nicht.
Ein anderes bestimmtes Pronomen ist jed– * +Kasusendung (engl. each / franz. chaque)
Es ist immer nur Singular! Man kann es mit und ohne Beziehungswort benutzen:
Hier sind viele Schüler. Jeder (Schüler) braucht ein Buch.
all- * + Kasusendung benutzen wir meistens im Plural: alle , Dat. allen, Gen. aller :
Sind die Schüler da? Ja, alle (Schüler) sind hier. Oder: Sie sind alle hier.
Nach Plural alle/allen/aller haben Adjektive immer die Endung -en . (Regel 3)
Alle guten Schüler sind hier. Die Namen aller guten Schüler kenne ich nicht.
Für nicht zählbare Mengen benutzen wir selten auch den Singular:
aller(=der) rote Wein, alles(=das) rote Blut/alles Gute, alle(=die) gute Butter (Adjektivdeklination Regel 1 !)
Das Fragepronomen für bestimmte Personen und Sachen ist welch– * +Kasusendung.
Auch dieses Pronomen benutzen wir oft zusammen mit dem Beziehungswort:
Welcher Tisch? Dieser Tisch /Der große Tisch / Peters Tisch.
(Vorsicht! Es gibt auch ein unbestimmtes Pronomen welch- +Kasusendung S. 48))

* Diese Pronomen – auch manch-/sämtlich-/solch- – sind für die Adjektivdeklination gleich Artikel (Regel 1 und Regel 3) !! S.49/50

BESONDERE UNBESTIMMTE PRONOMEN:


- Das Pronomen "es“ benutzen wir oft als unpersönliches Subjekt:
Es regnet. Heute regnet es. Es klingelt. Es geht mir gut. Heute gibt es Fleisch. Es ist gut, dass ...
Dieses "es“ hat keinen Inhalt und kein Beziehungswort.
Beim Verb sein brauchen wir unpersönliches es als Subjekt nur auf Position 1:
Es ist gut/sicher, dass .... Aber: Gut/Sicher ist, dass ...
Und mit Akkusativ "es“ (auch mit "das“ ) können wir ganze Sätze wiederholen:
Deutsche Grammatik ist schwer. Ich weiß es /das. (Akk. "es“ nicht auf Position 1!)
- Das Pronomen "man“ ist immer nur Nominativ und Subjekt. (Akkusativ: einen / Dativ: einem )
- Für eine unbestimmte Person haben wir das Pronomen jemand, negativ niemand .
Akkusativ jemanden, niemanden - Dativ jemandem, niemandem (kein Genus!)
Siehst du jemanden? Nein, hier ist niemand. Hast du jemandem Geld gegeben?
- Für eine unbestimmte Sache oder Quantität gibt es das Pronomen
etwas, negativ nichts (gleich für Nominativ, Akkusativ und Dativ !)
Siehst du etwas? Nein, ich sehe nichts. - Von nichts kommt nichts.
Wir benutzen "etwas“ auch als Synonym von (Sg.) wenig (Aber: Plural wenige = ein paar !) :
Ich nehme gerne etwas(=wenig) Milch in den Kaffee. Hier sind nur ein paar (=wenige) Schüler.
 John Campbell-Cohen SEITE 43

PRONOMEN UND PRÄPOSITIONEN


Die Personalpronomen er, sie, es und die Fragepronomen Wer, Wen, Wem, Was
sind mit oder ohne Präposition, das ist ein wichtiger Unterschied!
- "er,sie,es" ohne Präposition wiederholen Personen oder Sachen:
mein Freund/mein Stift ⇒ er
meine Freundin/meine Tasche ⇒ sie
mein Kind/mein Buch ⇒ es
- Wer, Wen, Wem fragen immer nach Personen
Was fragt immer nach Sachen
Wer ist das? Mein Freund / Meine Freundin / Mein Kind.
Was ist das? Ein Stift / Ein Buch / Eine Tasche.
Das Fragepronomen "was" soll man nicht mit Präpositionen benutzen:
"Über was? Über es" ist schlechtes Deutsch. Die Frage "mit was?" ist falsch (mit +Dativ!).
- Personalpronomen mit Präposition wiederholen nur Personen, keine Sachen!
"Über ihn/sie" und "mit ihm/ihr" sind immer Personen!
Mit wem fährst du? Mit meinem Freund/meiner Freundin. Mit ihm/ihr. (Nicht: Mit dem Zug. )
Über wen sprichst du? Über den Lehrer/die Lehrerin. Über ihn/sie. (Nicht: Über den Deutschkurs. )
- Präpositionen sind oft temporal oder lokal!
Für Fragen und Antworten benutzen wir jetzt temporale/lokale (Frage-)Adverben:
Wann? Am Montag / im Januar / um 4 Uhr / gegen 4 Uhr / in einer Stunde / bei der Arbeit / vor dem Unterricht / während des Essens / nach der Pause = dann
Wo? Auf dem Tisch / in der Stadt = da,dort - Wohin? Auf den Tisch / in die Stadt / nach Köln = dahin,dorthin - Woher? Aus/von der Schule = dorther,von dort
- Für andere Präpositionen+Sachen gibt es besondere Frageadverben und "Pronominaladverben":
Diese Adverben haben kein Genus, keinen Kasus, keinen Numerus, sie sind immer gleich!
Wir sprechen über den Deutschkurs/über das Wetter/über die Politik.
Worüber sprecht ihr? Über den Kurs/das Wetter/die Politik. Darüber sprechen wir auch.
"Worüber" ersetzt "ûber was" - "Darüber" (=nur Sachen) ersetzt "über ihn/es/sie" (=nur Personen).
Ich fahre mit dem Bus/mit dem Auto/mit der Bahn.
Womit fährst du? Mit dem Bus/dem Auto/der Straßenbahn. Ich fahre auch damit.
"Womit" ersetzt "mit was" - "Damit" (=nur Sachen) ersetzt "mit ihm/ihr" (=nur Personen!).
Wenn die Antwort eine Sache oder eine Person sein kann,
dann benutzen wir diese Frageadverben auch (Pronominaladverben nicht!):
Worauf wartest du? Ich warte auf den Bus (=darauf) / auf meinen Freund (=auf ihn).
Worüber sprecht ihr? Über Politik (=darüber)/ über den Lehrer (=über ihn).
Wir sprechen über Sachen oder Personen. Aber wir sprechen immer nur mit Personen.
Also muss man fragen: "Mit wem sprichst du?"
Die Frage "Womit sprichst du?" kann nur die Antwort haben: "Mit dem Mund."(=Mittel)
- Diese Frageadverben bilden wir mit dem Präfix wo– (+ r vor Vokal):
womit ,wonach, wozu, wobei, wovon usw. - worüber, worauf, woran usw.
Ausnahmen: seit wann, wo entlang, wo gegenüber, weswegen - ohne was(!)
Keine Frage mit während, statt, trotz und den anderen Präpositionen mit Genitiv.
! Die Frage "Wodurch?" ist auf Deutsch oft gleich "Wie?" und/oder "Warum?"
Pronominaladverben mit Präfix da– (+ r vor Vokal):
damit, danach, dazu, dabei, davon usw. - darüber, darauf, daran usw.
Ausnahmen: seitdem, da entlang, da gegenüber, deswegen - ohne das(!)
währenddessen, stattdessen, trotzdem. Keine anderen Formen.
Frage-/Pronominaladverben sind immer gleich, ohne Endung/Genus/Kasus/Numerus!
- Position von Pronomen im Satz:
Personalpronomen ohne Präposition sind immer direkt neben dem konjugierten Verb,
zuerst Nominativ, dann Akkusativ, dann Dativ:
Heute gibt er es ihm in die Hand. Oder: Er gibt es ihm heute in die Hand.
Personalpronomen(und andere Pronomen) mit Präposition haben die Position der Präposition,
sie stehen also meistens hinten im Satz und nicht neben dem konjugierten Verb.
Er hat heute im Unterricht mit ihm (=mit dem Schüler) gesprochen.

- Andere Pronomen können auch mit Präposition Sachen wiederholen:


Mit welchem Tisch? Mit diesem.. Mit was für einem Tisch? Mit einem großen.
 John Campbell-Cohen SEITE 44

PRÄPOSITIONALE OBJEKTE 1

Präpositionen mit +Dativ, ohne +Akk.


Wir haben im Satz mit und ohne mit PERSONEN, das sind immer präpositionale Objekte.
z.B. Ich gehe mit meinem Freund/ohne meinen Freund spazieren. Frage: Mit wem gehe ich spazieren?
Die Person Freund ist ein Objekt wie: Ich begleite meinen Freund(Akk.) - Ich begegne meinem Freund(Dat.).
Zusammen mit einer Person mache ich etwas:
- Ich rede,spreche,unterhalte mich,diskutiere,streite mich,kämpfe mit ...
- Ich sehe einen Film, besuche das Theater, höre Musik, schaue mir die Stadt an mit ...
- Ich arbeite,lerne,studiere mit ...,ich treffe/verabrede mich,mache einen Termin mit ...
Außerdem sagen wir: Ich bin verheiratet/verwandt/bekannt mit...
Und: Ich bin (un)zufrieden/(nicht) einverstanden mit ... (Person oder Sache!)
Einige Verben bilden ein präpositionales Objekt mit +Sache(Frage Womit ?): Ich beschäftige mich mit ...
Ich beginne/fange an (Synonym) mit ... - Ich höre auf/bin fertig/mache Schluss mit ...
Ich vergleiche eine Sache/Person (Akk.) mit einer anderen Sache/Person.
mit/ohne mit SACHEN sind oft keine Präpositionalen Objekte, sondern Modalangaben.
z.B. Ich fahre mit dem Auto nach Köln. Ich schreibe mit einem Kugelschreiber. Ich kann den Text ohne Brille nicht lesen. Hier ist die Frage: Wie?
Auto, Kugelschreiber und Brille sind "Mittel" (engl. means, franz. moyens).

Präposition bei +Dat.


Temporal: beim +groß Infinitiv (beim Arbeiten/Kochen/Essen/Fahren/Warten ...) Frage Wann?
Oft Lokal (bei Bonn/bei der Post ), auch mit Person(beim Arzt ). Frage Wo?
- ich arbeite/wohne/bleibe/warte/esse/rauche/schlafe bei +Person (Ort)
Aber bei mit Person kann auch Präpositionales Objekt sein (Frage Bei wem?):
- ich beschwere/beklage/erkundige/entschuldige mich bei +Person (Objekt)

Präpositionen für, gegen +Akk.


Die Präposition gegen ist manchmal lokal (Das Auto fährt gegen einen Baum - Wogegen? )
Aber sonst haben für und gegen oft präpositionale Objekte(Für wen/wofür? Gegen wen/Wogegen? )
- Ich kaufe/nehme/bringe/hole ein Buch für Paul.
- Ich danke dir (Person,Dativ) für das Buch (Sache) - Ich bedanke/entschuldige mich für ...
- Ich arbeite/sorge/entscheide mich/stimme/demonstriere/kämpfe für/gegen (Sache/Person)
- Ich interessiere mich für ..., ich bin verantwortlich für ...

Präposition über +Akk.


Wir haben sehr viele präpositionale Objekte mit über +Akk. Mit dieser Präposition sagen wir oft ein Thema.
Ein Thema ist eine Sache(Worüber ?) oder eine Person(Worüber/Über wen ?), z.B.
- Wir reden/sprechen/unterhalten uns/diskutieren/streiten über Politik/über den Lehrer.
- Ich schreibe/lese/höre/sehe etwas über eine Sache/über eine Person.
- Ich ärgere mich/rege mich auf/beschwere mich/beklage mich/wundere mich/staune über ...
- Ich freue mich/lache/amüsiere mich über ...
- Ich denke nach ( trennbares Verb nachdenken) über ...
Aber: Ich denke an den Urlaub/an Michael - Ich interessiere mich für Politik/für Anna
Ich beschäftige mich mit Politik/mit meinem Kind - Ich konzentriere mich auf meine Arbeit
Und auch: ich spreche,rede,erzähle,berichte,träume von Sache/Person(Wovon/Von wem ?)
Hier sagen wir das Thema mit einer anderen Präposition, aber es ist auch präpositionales Objekt.

Präposition auf +Akk.


Wir haben auf +Akk., aber es ist kein Ort ⇒ es ist ein präpositionales Objekt (Worauf/Auf wen?)!
Präpositionale Objekte mit auf sagen das Ziel/die Richtung von meinen Gedanken/meinem Wollen.
- Ich antworte (ihm), ich reagiere, ich verlasse mich/vertraue/verzichte auf ...
- Ich passe auf eine Person/Sache auf (Präfix!), ich achte/konzentriere mich auf ...
- Ich bin stolz auf ...
Es ist oft eine Sache oder eine Person, die noch nicht da ist:
- Ich warte, freue mich, hoffe, bereite mich vor (Präfix) auf ...
- Ich bin neugierig/gespannt auf ...
 John Campbell-Cohen SEITE 45

PRÄPOSITIONALE OBJEKTE 2

Präposition an + Akkusativ oder Dativ


Auch an +Akk. sagt das Ziel/die Richtung von meinen Gedanken/meiner Aktion:
- Ich denke, erinnere mich, glaube an eine Person/eine Sache(An wen/Woran?)
- Ich gewöhne mich an eine Person/Sache, ich passe mich an eine Person/Sache an(Präfix!)
- Ich schreibe einen Brief, ich wende mich an eine Person/eine Organisation
an +Dativ (An wem/Woran?):
- Ich arbeite/schreibe an einer Sache (= die Sache ist noch nicht fertig)
- Ich leide/sterbe an einer Krankheit (Und: Er leidet unter der Diktatur.)
- Ich zweifle(=Gegenteil von glauben, s.o.) an einer Person/Sache
- Ich nehme teil/ich beteilige mich an einer Sache (Das heißt, ich mache mit.)
Präposition vor + Dativ
Präpositionale Objekte mit vor (immer Dativ!) sind negative, gefährliche Personen/Sachen.
- Ich fürchte mich/habe Angst vor einer Person/einer Sache (Vor wem/Wovor?).
- Ich laufe weg/fliehe/flüchte (mich) vor ... (Perfekt: Ich bin weg gelaufen/geflohen/geflüchtet)
- Ich warne (dich)/hüte mich vor ...
- Retten Sie sich/mich vor ... ! / Schützen Sie sich/mich vor ... !
Verben mit anderen Präpositionen
- gratulieren Person(Dativ!) Sache(zu) Ich gratuliere ihm zum Geburtstag.
- einladen Person(Akk.) Sache(zu) Ich lade dich zu einem Eis ein. (Wozu?)
- fragen Person(Akk.) Sache(nach) Ich frage ihn nach dem Buch. (Wonach?)
- sich erkundigen Person(bei) Sache(nach) Ich erkundige mich bei ihm nach dem Buch.
- sich entschuldigen Person(bei) Sache(für) Ich entschuldige mich bei dir für ...
- suchen Sache (Akk oder nach) Ich suche den Stift/nach dem Stift
- bitten Person(Akk.) Sache(um) Ich bitte dich um einen Stift.
- bemühen/bewerben Reflexiv Sache(um) Ich bemühe/bewerbe mich um ein Stipendium
- sich kümmern Person/Sache(um) Ich kümmere mich um das Kind/die Wohnung
- sich Sorgen machen Person/Sache(um) Ich mache mir Sorgen um Peter/die Prüfung
- sich verabschieden Person(von) Ich verabschiede mich von meinem Freund.
- grüßen Person(von) 2.Person(Akk) Ich grüße ihn von dir.
- erwarten Person/Sache(Akk.) Ich erwarte meinen Freund/schönes Wetter.
oder: Sache(Akk.) Person(von) Ich erwarte gute Arbeit von den Schülern.
- geraten Sache(in+Akk) Er ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Präpositionale Konstruktionen mit dem Verb sein


- Das Auto ist von meinem Freund. (= Es gehört meinem Freund)
- Das Geschenk ist für dich. (= Du bekommst das Geschenk)
- Der Stuhl ist aus Holz. (Material) Und: Der Stuhl besteht aus Holz.
- Das Wasser ist (nicht) zum Trinken. (Groß Infinitiv immer mit zum : Final, Zweck)
- Ich bin beim/am Essen (Groß Infinitiv mit beim/am: temporal, Aktion ist nicht fertig)
- Ich bin für/gegen das Rauchen. (Meinung)

Andere Konstruktionen
Wir benutzen diese Präpositionen auch für Substantiv-Konstruktionen, z.B.
- ein Buch/eine Diskussion über Politik, ein Gespräch mit den Reportern
- die Frage/Suche nach dem Subjekt, der Dank für das Geschenk
- die Vorbereitung auf die Prüfung, die Arbeit für das Examen
- die Teilnahme am Deutschunterricht, die Warnung vor der Gefahr
- die Einladung zu einem Fest, die Entschuldigung für die Verspätung
Das sind keine präpositionalen Objekte(nur ein Verb hat Objekte), sondern Attribute.
 J.Campbell-Cohen SEITE 46

ADJEKTIVE MIT OBJEKTEN/PRÄPOSITIONEN

Wir benutzen oft das Verb sein zusammen mit Adjektiven: Die Arbeit ist schwer.
Sätze mit sein +Adjektiv können auch Objekte haben: Die Arbeit ist mir zu schwer.
Diese Objekte sind Dativ-Objekte(Person!) oder präpositionale Objekte.
Ausnahme: Ich bin (an) eine Sache (nicht) gewöhnt. Sache auch ohne "an“ nur Akk. !
Auch bei den Adjektiven haben Synonyme und Antonyme (=Gegenteil) oft die gleichen Objekte.

1. Dativ-Objekte (=Personen. Subjekt ist oft Sache!)


Sachen sind mir (un-)bekannt, bewusst, (un-)begreiflich, geläufig, vertraut, fremd ...
(bekannt, vertraut, fremd nicht nur Sachen, sondern auch Personen)
Subjekt kann auch ein dass-Satz sein: Dass man das Wort groß schreibt, war mir unbekannt.
Diese Adjektive erklären, ob und wie gut ich etwas kenne/verstehe.
Die meisten Adjektive mit Objekten erklären meine Meinung über eine Sache/Person:
Eine Sache ist mir (un-)angenehm, recht, peinlich, gleichgültig, fremd, verhasst, zuwider ...
Eine Person ist mir (un-)sympathisch, (un-)angenehm, gleichgültig, fremd, verhasst, zuwider ...
Ich bin einer Person zugetan (positiv) oder böse (negativ).
Eine Person/Sache ist einer anderen Person/Sache ähnlich, vergleichbar, über-/unterlegen ...
Besondere Ausdrücke:
Das tut mir Leid. Das geht mir nahe (=es macht mich traurig). Das kommt mir gelegen (=das ist gut).

2. Präpositionale Objekte
Auch diese Objekte erklären oft meine Meinung über eine Sache/Person:
Ich bin ärgerlich, beleidigt, böse, bekümmert, betroffen, beunruhigt, entsetzt, froh, glücklich,
traurig, erstaunt, verwundert, verbittert ... über ... (Thema, Akkusativ)
Ich bin aufmerksam, böse, neidisch, eifersüchtig, stolz ... auf ... (Person/Sache, Akk.)
Ich bin verantwortlich für ... (Person/Sache)
Ich bin zufrieden, vertraut, bekannt, verwandt / fertig ... mit ... (Sache, Person)
Ich bin (un)abhängig, begeistert, überzeugt, frei, voll ... von ... (Sache, Person)
Ich bin verständnisvoll, voreingenommen, zurückhaltend ... gegenüber ... (Person, Dativ)
Ausnahme: ich bin etwas (Akk.!) gewöhnt.
Das ist nützlich / gut / schädlich / schlecht für ... (Person/Sache)
Ich bin interessiert an +Dat. - verliebt in +Akk. - verrückt nach ...
Ich bin angesehen, (un-)beliebt bei ..., bekannt für ...(Meinung der Leute über mich !)
Er ist nett / (un-)freundlich / (un-)höflich zu mir.
Er ist nachlässig in seiner Arbeit (=er macht seine Arbeit schlecht)
Ein Land ist arm/reich an Bodenschätzen (Dativ) = es gibt dort keine/viele Bodenschätze

Maßangaben
Maßangaben erklären, wie groß, wie lang, wie schnell, wie heiß etwas ist.
Für Maßangaben haben wir 3 Satzkonstruktionen:
- Das Lineal ist einen (Akk.) Meter lang. ( lang =Adjektiv) Wie lang ist es?
- Die Länge des Lineals ist ein (Nom.) Meter. ( Länge =Substantiv) Wie ist die Länge?
- Die Länge des Lineals beträgt einen Meter. ( betragen +Akk.) Wie ist die Länge?
Gleiche Sätze bilden wir mit:
alt / jung (das Alter), breit / schmal (die Breite), dick / dünn (die Dicke),
hoch / niedrig (die Höhe), hoch / tief (die Tiefe), schnell / langsam (die Geschwindigkeit),
schwer / leicht (das Gewicht!), warm / heiß / kühl / kalt (die Temperatur!)
SEITE 48

UNBESTIMMTER ARTIKEL UND UNBESTIMMTES PRONOMEN


© John Campbell-Cohen

Pronomen und Artikel haben die gleichen Endungen.


Wir nennen diese Endungen auch Kasus-Endungen, weil sie den Kasus zeigen.
Wir sollen also ein Substantiv mit Artikel durch ein Personalpronomen ersetzen, dann haben Artikel und Pronomen die gleiche Endung!
Für den bestimmten Artikel haben wir das Personalpronomen, und für den unbestimmten Artikel gibt es ein unbestimmtes Pronomen.
Unbestimmter Artikel und unbestimmtes Pronomen sind in vielen Formen gleich !
Aber Substantive haben manchmal keinen Artikel (unbestimmter Plural / Singular nicht zählbar) !
Für diese Formen haben wir ein unbestimmtes Pronomen mit dem Stamm welch- ( + Kasusendung).
REGEL: Da ist ein unbestimmter Artikel ⇒ das Pronomen ist ein- (+ Kasusendung)
Da ist kein Artikel ⇒ das Pronomen ist welch- (+ Kasusendung)
Negation (unbestimmter und kein Artikel!) ⇒ immer kein- (+ Kasusendung)
Aber: Bestimmter Artikel (der/das/die) ⇒ Personalpronomen er, es, sie (Negation: er nicht /es nicht /sie nicht )

Der unbestimmte Artikel hat Maskulin Nominativ Sg. und Neutrum Nominativ/Akkusativ Sg. keine Endung (=ein) !
Aber das unbestimmte Pronomen bekommt hier die Kasusendung: Nom.Sg.Mask einer , Nom./Akk.Sg.Neutrum eins !! (Genitiv Sg. ist eines )
In allen anderen Formen sind Artikel und Pronomen identisch (=exakt gleich)!

Maskulin Sg. Neutrum Femin Plural


Nominativ (k)einer / welcher
} (k)eins / welches } (k)eine / welche } (keine) / welche
Akkusativ (k)einen / welchen
123
Dativ (k)einem / welchem (keinen) / welchen
} (k)einer / welcher
Genitiv (k)eines / welches (keiner) / welcher

Das unbestimmte Pronomen hat auch eine possessive Form wie das Possessivpronomen:
ein Stuhl ⇒ Pronomen: einer - mein Stuhl ⇒ meiner, dein Stuhl ⇒ deiner, sein Stuhl ⇒ seiner, ihr Stuhl ⇒ ihrer usw.
ein Buch ⇒ Pronomen: eins - mein Buch ⇒ meins (deins, seins, ihrs, unseres, eures, ihrs)
eine Hose ⇒ Pronomen: eine - meine Hose ⇒ meine (deine, seine, ihre, unsere, eure, ihre)
FRAGE: Ist das dein Buch? ANTWORT: Ja, das ist meins.

Vorsicht! Es gibt auch ein Fragepronomen welcher/welches/welche für bestimmte Attribute! Die Formen sind gleich.
 J.Campbell-Cohen SEITE 49
ADJEKTIV - ENDUNGEN
Wenn Adjektive links neben einem Substantiv sind, dann bekommen sie eine Endung.
der gute Schüler / ein guter Schüler / die guten Schüler / gute Schüler …
aber: Der Schüler ist gut. (nicht links neben Substantiv ⇒ keine Endung)
Die normale Adjektiv-Endung ist -en : den/dem/des/die/den guten Schüler(s/n) ( Regel 3)
Im Nominativ Sg. (Regel 1) ist die Endung -e : der gute Schüler
Das Adjektiv ist zwischen Artikel/Pronomen und Substantiv, oder es ersetzt den Artikel :
den/einen/diesen/meinen/welchen guten Schüler oder: gute Schüler ⇔ die Schüler

ARTIKEL: ADJEKTIVENDUNG:

REGEL 1 der, das, die, (k)eine ⇒ -e


Nur Singular!! Auch nach Pronomen(S.42), z.B. Sg. ! Mask Neutr Fem
dieser, dieses, diese (Demonstrativpronomen) Nom -e
} -e } -e
welcher, welches, welche (Fragepronomen) Akk
und: meine, deine, seine, ihre, unsere, eure, ihre, Ihre

REGEL 2 (k)ein ⇒ -er / -es


Auch mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr, Ihr
Maskulin (Nom.Sg.) ⇒ -er
Neutrum (Nom. und Akk.Sg.) ⇒ -es

REGEL 3 REST: andere Artikel / Pronomen ⇒ -en


Artikel (bestimmt/unbestimmt) oder Pronomen (z.B. Possessiv-,Demonstrativ-,Fragepronomen)
nicht Regel 1 oder 2, dann hat das Adjektiv immer die Standard-Endung -en !

Mask Neutr Fem Plural


Die fehlenden Formen sind Regel 1 und 2 ! → Nom -en
Akk -en -en
Diese Endung -en ist für alle Kasus gleich. Dat -en -en -en -en
Gen -en -en -en -en

REGEL 4 ohne Artikel ⇒ Kasusendung


Da ist kein Artikel oder Pronomen bei dem Substantiv,
dann ersetzt das Adjektiv den Artikel = es hat die Endung des Artikels (=Kasusendung)
Nur Genitiv Sg. Mask./Neutr. hat das Adjektiv immer die Endung -en !

Mask Neutr Fem Plural


Nom guter (⇔der) Wein gutes (⇔das) Bier gute (⇔die) Butter gute (⇔die) Schüler
Akk guten (⇔den) Wein gutes (⇔das) Bier gute (⇔die) Butter gute (⇔die) Schüler
Dat gutem (⇔dem) Wein gutem (⇔dem) Bier guter (⇔der) Butter guten (⇔den) Schülern
Gen guten (!) Weines guten (!) Bieres guter (⇔der) Butter guter (⇔der) Schüler

Im Genitiv Sg. Mask./Neutr. hat das Adjektiv nur -en , weil hier das Substantiv schon die Kasusendung hat.

Mehrere Adjektive zusammen haben die gleichen Endungen:


der große runde Tisch; ein großer runder Tisch; dem großen runden Tisch; die großen runden Tische; große runde Tische
viele gute, fleißige Schüler (N./A.Pl.) - vielen guten, fleißigen Schülern (Dat.Pl.) - vieler guter, fleißiger Schüler (Gen.Pl.)

AUSNAHMEN:
Nach Plural alle, allen , aller haben Adjektive die Endung -en : alle guten/ allen guten/ aller guten Schüler
Auch nach Plural jede/-en/-er, solche/-en/-er, manche/-en/-er, sämtliche/-en/-er s. auch Seite 42 Besondere Pronomen
viel / wenig (nur Sg.), mehr / weniger (Sg.und Pl.) und "ein paar“ haben nie eine Endung!
teuer, dunkel, hoch: mit Endung teur- (ein teures Auto) / dunkl- (eine dunkle Nacht) / hoh- (hohe Berge)
Adjektive aus Städte- und Ländernamen (der Kölner Dom, Schweizer Käse) schreiben wir groß, Endung ist immer -er !
rosa, lila, pink und andere moderne Farben haben keine Endungen !
 John Campbell-Cohen SEITE 50

ADJEKTIV - ENDUNGEN: BEISPIELE

REGEL 1 -e Maskulin Neutrum Feminin auch: dieser/welcher/jeder/jener große Tisch


dieses/welches/jedes/jenes gute Buch
Nom. der große Tisch das gute Buch die grüne Tafel diese/welche/jede/jene grüne Tafel
R
Reeggeell 22 eeiinn ggrrooßßeerr TTiisscchh eeiinn gguutteess B
Buucchh eine grüne Tafel und: meine, deine, seine, ihre,
unsere, eure, ihre ,Ihre grüne Tafel
Akk. das gute Buch die grüne Tafel aller/mancher/solcher/sämtlicher gute Tee
eeiinn gguutteess B alles/manches/solches/sämtliches gute Bier
Buucchh eine grüne Tafel alle/manche/solche/sämtliche gute Butter
(unzählbare Mengen) s.auch S.42

REGEL 2 Maskulin -er Neutrum -es


Nom. R
Reeggeell 11 ddeerr ggrrooßßee TTiisscchh ddaass gguuttee B
Buucchh
ein großer Tisch ein gutes Buch auch: kein,mein,dein,sein,ihr,unser,euer,ihr,Ihr großer Tisch / gutes Buch

Akk. ddaass gguuttee B


Buucchh alle Pronomen-Formen ohne Endung (das ist immer nur Mask. oder Neutr. Singular):
manch, solch, welch guter Tee / gutes Bier
ein gutes Buch (meistens unzählbare Mengen)

Maskulin Neutrum Feminin Plural


Nom. R
Reeggeell 11 ddeerr ggrrooßßee TTiisscchh ddaass gguuttee B Buucchh ddiiee ggrrüünnee TTaaffeell die/alle großen Tische,Bücher,Tafeln
R
Reeggeell 22 eeiinn ggrrooßßeerr TTiisscchh eeiinn gguutteess B
Buucchh eeiinnee ggrrüünnee TTaaffeell keine großen Tische,Bücher,Tafeln
Akk. REGEL 3 den großen Tisch ddaass gguuttee B Buucchh ddiiee ggrrüünnee TTaaffeell die/alle großen Tische,Bücher,Tafeln
-en einen großen Tisch eeiinn gguutteess B
Buucchh eeiinnee ggrrüünnee TTaaffeell keine großen Tische,Bücher,Tafeln
Dat. dem großen Tisch dem guten Buch der grünen Tafel den/allen großen Tischen,Büchern,Tafeln
einem großen Tisch einem guten Buch einer grünen Tafel keinen großen Tischen,Büchern,Tafeln
Gen. des großen Tisches des guten Buches der grünen Tafel der/aller großen Tische, Bücher, Tafeln
eines großen Tisches eines guten Buches einer grünen Tafel keiner großen Tische,Bücher,Tafeln

auch: diesen, welchen, jenen, jeden, manchen, keinen, meinen, deinen, seinen, ihren usw. großen Tisch
diesem,welchem,jenem,jedem,manchem,keinem,meinem,deinem,seinem,ihrem usw. großen Tisch / guten Buch
dieser, welcher ,jener, jeder, mancher, keiner, meiner, deiner, seiner, ihrer usw. grünen Tafel usw. Alle Formen, alle Artikel und Pronomen mit Endung!
Plural: diese, welche, jene, alle, sämtliche, manche, solche, keine, meine, deine, seine usw. großen Tische s. auch S.42 Besondere Pronomen
 John Campbell-Cohen SEITE 51

KOMPARATION

Von Adjektiven und Adverben bilden wir Komparativ und Superlativ.


Das heißt auf Deutsch Steigerung, lateinisch Komparation.

Den KOMPARATIV bilden wir mit einer Endung –er klein - kleiner
Adjektive mit einer Silbe haben im Komparativ oft einen Umlaut groß - größer
Der Komparativ ist ein Vergleich (lat. comparare=vergleichen).
Wir haben 2 Sachen, die eine Sache ist groß, die andere ist nicht groß, das heißt:
- Diese Sache ist größer als die andere Sache.
- Dieses Auto fährt schneller als das andere Auto.
Vergleiche im Komparativ bilden wir mit dem Wort als .
(Vergleiche ohne Komparativ mit so ... wie ! So groß wie ... / Größer als ... )
Beim Verb(=“prädikativ“ ) hat der Komparativ nur die Endung - er :
- Das Auto ist/fährt schneller
Beim Substantiv(=“attributiv“) hat Komparativ die Endung - er + die normalen Adjektiv-Endungen:
- das schnellere/ein schnelleres Auto - Ich fahre mit einem schnelleren Auto als du.
Regel 1 Regel 2 Regel 3

ABER: viel (Sg), mehr (Sg/Pl), wenig (Sg), weniger (Sg/Pl) haben nie eine Endung!
viel/mehr Geld, viele*/mehr Bücher - wenig/weniger Geld, wenige*/weniger Bücher
* im Plural mit Endung!

Den SUPERLATIV bilden wir mit einer Endung –st schnellst-


Nach t, d, s, ß, x, z ist die Endung oft –est weitest-, heißest-
Auch Superlativ haben Adjektive mit einer Silbe oft Umlaut stark,stärker,stärkst-
Der Superlativ ist immer bestimmt und hat immer auch eine Adjektiv-Endung:
- attributiv (=beim Substantiv): das schnellste Auto, mit dem schnellsten Auto
Immer nur mit dem bestimmten Artikel!
- prädikativ (=beim Verb): Das Auto fährt am schnellsten .
Immer nur mit am und der Endung -sten !

Komparativ Superlativ

klein kleiner der kleinste / am kleinsten


schnell schneller der schnellste / am schnellsten
stark stärker der stärkste / am stärksten
jung jünger der jüngste / am jüngsten
Ende -t/-d / … Superlativ mit -est- (es gibt oft 2 Formen!)
alt älter der älteste / am ältesten
wild wilder der wildeste / am wildesten
frisch frischer der frisch(e)ste / am frisch(e)sten (mit/ohne –e-)
kurz kürzer der kürz(es)te / am kürz(es)ten (mit/ohne –es-)

AUSNAHMEN:
gut besser der beste / am besten
viel mehr das(!) meiste / am meisten
gern/lieb lieber der liebste / am liebsten
groß größer der größte / am größten (kein –e- -!)
dunkel (dunkl-) dunkler der dunkelste / am dunkelsten
teuer (teur-) teurer der teuerste / am teuersten
hoch (hoh-) höher der höchste / am höchsten
nass nasser/nässer der nasseste / am nassesten
nah näher der nächste / am nächsten
früh früher/eher (!) der früh(e)ste/erste / am früh(e)sten oder zuerst
spät später der späteste/letzte / am spätesten oder zuletzt
 John Campbell-Cohen SEITE 52

SUBSTANTIVIERTE ADJEKTIVE
Wenn wir über Personen (ein kranker Mann, eine kranke Frau) oder Sachen (eine gute Sache) sprechen, dann
benutzen wir manchmal nur das Adjektiv: ein Kranker, eine Kranke, etwas Gutes
Mit bestimmtem Artikel sprechen wir über bekannte Personen: der/die Kranke,
und über Prinzipien (das Gute im Menschen).
Wir schreiben das Adjektiv jetzt groß, es ist ein Substantiv, aber es hat immer noch Adjektiv-Endungen:

PERSONEN (Maskulin und Feminin, Singular oder Plural)


Regel 1 -e der / die / eine Kranke
Nur Singular! Auch: diese(r), welche(r), jede(r), jene(r) Kranke
einige auch mit Poss.Pronomen: meine Bekannte/Verwandte/Geliebte (Nur Fem!)
Regel 2 - er ein Kranker
nur Maskulin !
einige auch mit Poss.Pronomen: mein Bekannter/Verwandter/Geliebter/Bester
Regel 3 - en sonst mit Artikel, Pronomen und nach alle, allen, aller !

Regel 4 nur unbestimmter Plural: (viele) Kranke, (vielen) Kranken, (vieler) Kranker

Übersicht: Maskulin Feminin Plural bestimmt Plural unbestimmt


Regel 1 –e der Kranke die Kranke Regel 4
Nom die/alle Kranken
Regel 2 –er ein Kranker eine Kranke (viele) Kranke
den Kranken die Kranke
Akk. Regel 3 –en die/alle Kranken (viele) Kranke
einen Kranken eine Kranke
Dem Kranken der Kranken
Dat. den/allen Kranken (vielen) Kranken
einem Kranken einer Kranken
des Kranken der Kranken
Gen der/aller Kranken (vieler) Kranker
eines Kranken einer Kranken

Beispiele: der /die Kranke, Gesunde, Blinde, Tote, Arme, Reiche, Große, Kleine, Arbeitslose ...
Komparative, Superlative: der/die Bessere/Beste, Klügere/Klügste ...
Partizip Perfekt: der/die Angestellte, Vorgesetzte, Beschäftigte, Abgeordnete, Betrunkene ...
Partizip Präsens: der/die Reisende, Badende, Laufende, Anwesende, Studierende ...
Ausnahmen: Feminin von der Beamte = die/eine Beamtin , aber: ein Beamter !
der/ein(!) Junge ist kein Adjektiv, sondern n-Deklination, Feminin ist: das Mädchen

SACHEN (nur Neutrum, immer nur Singular!)


Regel 1 -e das / dieses / welches / alles / vieles Gute (Nom./Akk. Sg.)

Regel 2 -es ein / etwas / viel / wenig / nichts usw. Gutes

Regel 3 -en dem / allem , des / alles Guten (Dat. und Gen. Sg.)

Regel 4 -es oder -em (Nom./Akk.Sg. oder Dat.Sg.) Kein Genitiv!!


z.B. Gutes und Schönes - "Das führt zu nichts Gutem"

Beispiele: Angenehmes(Un-), Schönes/Hässliches, Neues/Altes, Bekanntes(Un-)/Fremdes,


Süßes/Saures, Leckeres, Teures/Billiges, Trinkbares (Un-), Essbares (Un-), Sichtbares, Mögliches
(Un-), Wichtiges(Un-), Interessantes(Un-), Schwieriges, Erfreuliches ...
Komparative, Superlative: das Bessere/Beste, Teurere/Teuerste ...
Partizip Perfekt: Bezahltes, Erledigtes, Geschriebenes, Verkauftes ...
Partizip Präsens: Folgendes – das Folgende ...
 John Campbell-Cohen SEITE 53

PARTIZIPIALKONSTRUKTIONEN
Es gibt auf Deutsch 2 Partizipien:
- das Partizip Perfekt (= Partizip Ⅱ) gemacht, gekauft, gegangen, geblieben ...
Alle Verben haben ein Partizip Perfekt
- das Partizip Präsens (= Partizip Ⅰ) gehend, kommend, fahrend, essend, trinkend ...
Wir bilden: Infinitiv (gehen) + d = gehend
Partizip Präsens bilden wir nur von Verben, die etwas bedeuten, was in der Zeit dauert,
was Anfang und Ende hat: gehen, arbeiten, liegen, schlafen ...
Kein Partizip Präsens haben z.B. haben, heißen und die Modalverben
Mit dem Partizip Perfekt bilden wir Verbformen: Perfekt, Plusquamperfekt, Passiv ...
Mit dem Partizip Präsens bilden wir keine Verbformen!
Aber wir benutzen beide Partizipien als Adjektive,
oft zwischen Artikel und Substantiv(=attributiv): ein gekauftes / fahrendes Auto
Die Partizipien haben jetzt die normalen Adjektiv-Endungen (Regel 1 – 4 , S. 49)
Das Partizip Perfekt sagt etwas, was schon fertig ist, ein Resultat (Vorzeitigkeit):
Partizip Perfekt von intransitiven Verben wie Perfekt: der abgefahrene Zug = der Zug ist abgefahren
Partizip Perfekt von transitiven Verben wie (Perfekt) Passiv: das Auto ist gekauft worden
Partizip Präsens ⇒ Gleichzeitigkeit, Aktiv : das fahrende Auto = das Auto fährt /fuhr (!)
Final: Partizip Ⅰ mit zu : das zu kaufende Auto = das Auto muss/soll gekauft werden (Passiv!!)
Reflexive Verben haben das Reflexivpronomen beim Partizip Ⅰ: der sich rasierende Mann
Das Substantiv (Zug, Auto ...) ist Subjekt (vielleicht Passiv-Subjekt!) des Verbs (abfahren, kaufen ...)

Wir benutzen Partizipien auch prädikativ (=beim Verb), manchmal auf Position 1 im Satz.
Sie haben jetzt keine Adjektivendung. Ihre Funktion ist modal (Frage: Wie?)
oder temporal. Perfekt-Partizipien = Vorzeitigkeit, Präsens-Partizipien = Gleichzeitigkeit
Schreibend saßen die Schüler in der Klasse.(=die Schüler saßen und schrieben)
Oder: Die Schüler saßen schreibend in der Klasse.
Korrigiert gab der Lehrer den Test zurück.(=als der Test fertig korrigiert war, ...)
Oder: Der Lehrer gab den Test korrigiert zurück.
Partizip Perfekt benutzen wir oft (Partizip Präsens nicht) mit dem Verb sein:
Der Test ist korrigiert, das Auto ist verkauft.

Bei diesen Partizipien können auch "Objekte" und "Angaben"(Zeit,Ort,kausal,modal) sein:


Einen Test (Akk.Obj.) schreibend saßen die Schüler in der Klasse.
Die einen Test schreibenden (Adjektivendung!) Schüler saßen in der Klasse.
Für seine Prüfung (Präp.Obj.) lernend saß der Student in seinem Zimmer.
Der für seine Prüfung lernende Student saß in seinem Zimmer.
Mit einem roten Stift (Modal) korrigiert gab der Lehrer den Test zurück.
Der Lehrer gab den mit einem roten Stift korrigierten Test zurück.
Das gestern um 16 Uhr in Bonn verkaufte Auto ...
Das wegen des günstigen Preises bald verkaufte Auto ...
Diese "Objekte" und "Angaben" nennt man Erweiterungen.
Sie gehören nicht zum konjugierten Verb, sondern sie sind Teil von der Partizipialkonstruktion.
Diese erweiterten Partizipialkonstruktionen sind komprimierte(=klein gemachte) Sätze. (S.64)
Einen Test schreibend(=Während sie einen Test schrieben,) saßen die Schüler ...
Die einen Test schreibenden Schüler(=Die Schüler, die einen Test schrieben,) saßen ...
Das gestern verkaufte Auto = Das Auto, das gestern verkauft worden ist, (Perfekt Passiv!)
Weil Partizipialkonstruktionen mit Part. Perfekt oft wie Passiv sind, haben sie oft Erweiterungen mit von:
der vom Lehrer korrigierte Test = der Test, der vom Lehrer korrigiert worden ist
Aktiv : der Test, den der Lehrer korrigiert hat
Erweiterte Partizipialkonstruktionen stehen zwischen Artikel und Substantiv oder auf Position 1 im Satz.
Selten sind sie auch direkt nach dem Verb, dann stehen sie zwischen Kommas.
 John Campbell-Cohen SEITE 54

DAS ATTRIBUT

Attribute sind nur Teil von einem Satzteil, sie gehören nur zu einem Substantiv im Satz.
Sie erklären, wie oder was das Substantiv ist. Sie haben keine eigene Position im Satz.
Links neben dem Substantiv/zwischen Artikel und Substantiv stehen Adjektive (S.49):
guter Käse, gutes Brot, gute Milch, gute Schüler (Regel 4: kein Artikel ⇒ Kasusendung)
der/dieser/welcher gute Schüler (Regel 1) - ein/mein/dein/sein/ihr guter Schüler (Regel 2)
Partizipialkonstruktionen(S. 53 ): der für die Prüfung lernende Schüler
Rechts neben dem Substantiv:
- Zeit-/Ort-Adverb (der Unterricht heute - der Schüler hier)
Hier können nur Adverben stehen, die eine bestimmte Zeit sagen! Nicht: gleich,später...
Lokale Adverben können eine Position oder ein Ziel sagen: das Haus dort, der Weg dorthin …
- Genitivattribut (das Buch des Lehrers/die Frage des Reporters/der Bau der Straße)
Diese Attribute erklären, wem etwas gehört, wer etwas macht oder was jemand macht. (S. 63)
- Präpositionales Attribut (ein Schüler aus Iran/der Zug um 5 Uhr/ein Buch über Politik)
Diese Attribute sind sehr verschieden: lokal, temporal, kausal, modal oder wie präpositionales Objekt
Der Zug fährt nach Köln.(Lokalangabe) Der Zug nach Köln (=Attribut) steht (!) auf Gleis 3.
- Apposition ( Herr Müller, unser Lehrer, kommt heute nicht.)
Das ist ein Substantiv zwischen Kommas. Kasus von Apposition und Beziehungswort ist gleich.
Kennst du Herrn Müller, unseren Lehrer? Ich rede mit Herrn Müller, unserem Lehrer.
Appositionen können auch Attribute haben: Robert, ein fleißiger Schüler aus England,...
- Relativsätze (ein Schüler, der gestern krank war, ...)

In Texten haben wir oft sehr viele Attribute, und die Attribute können auch wieder Attribute haben:
Die interessante Diskussion der Reporter mit den Bewohnern der Stadt über den Bau einer Umgehungsstraße, die das
Fernsehen heute zeigt, hat (konjugiertes Verb=Position 2!!) lange gedauert.
Ohne Attribute ist der Satz nur: Die Diskussion hat lange gedauert.
- interessante ist Adjektiv-Attribut von Diskussion
- der Reporter ist Genitiv-Attribut von Diskussion
- mit den Bewohnern ist präpositionales Attribut von Diskussion / der Stadt ist Genitiv-Attribut von Bewohner (!)
- über den Bau ist präpositionales Attribut von Diskussion / der Umgehungsstraße ist Genitiv-Attribut von Bau (!)
- ,die das Fernsehen heute zeigt, ist Relativsatz zu Diskussion

Die Attribute des Subjekts(Diskussion) sind mit dem Subjekt zusammen Position 1 im Satz!
Das konjugierte Verb(=hat) ist auch in diesem Satz auf Position 2. So zeigt uns die Position des Verbs:
Alles vor dem konjugierten Verb ist 1 Satzteil (z.B. Subjekt) mit seinen Attributen!!
Suchen wir in einem komplizierten Satz zuerst das konjugierte Verb, dann verstehen wir den Satz besser !

Wir haben Fragen nach Substantiven (mit Attributen) für bestimmte und für unbestimmte Personen/Sachen:
- Bestimmt: Welcher Lehrer ist das? (Stamm Welch- + Kasusendung)
Antworten: dieser Lehrer/mein neuer Lehrer/der Lehrer bei der ESG/der Lehrer, bei dem ich lerne
- Unbestimmt: Was für ein Schüler? (Was für + unbest. Artikel) Plural: Was für Schüler?
Antworten: Ein guter Schüler/ein Schüler aus Asien/ein Schüler, der viel arbeitet

Wie benutzen wir diese Pronomen?


- Wir fragen nach einem Substantiv mit bestimmtem Artikel: Wir nehmen den Stamm "Welch-" + Artikelendung.
Präpositionen müssen bleiben! Das Substantiv muss nicht bleiben.
Ich frage den Lehrer ⇒ Welchen (Lehrer)? - Ich rede mit dem Lehrer ⇒ Mit welchem (Lehrer)?
- Wir fragen nach einem Substantiv mit unbestimmtem Artikel: Was für + Artikel (+Substantiv).
Die Frage ist immer: Was für … und das Wort für in Was für ein? ist hier keine Präposition mit Akkusativ!
Andere Präpositionen müssen bleiben. Substantiv muss nicht bleiben.
Ich habe einen Lehrer ⇒ Was für einen (Lehrer)? / Ich rede mit einem Lehrer ⇒ Mit was für einem (Lehrer)?

(Ohne Substantiv steht hier das unbestimmte Pronomen: ein Lehrer ⇒ Was für einer? )
- Wir fragen nach einem Substantiv ohne Artikel: "Was für" + Substantiv (oder "Was für"+unbestimmtes Pronomen)
Bücher ⇒ Was für Bücher? / Was für welche? - Mit Büchern ⇒ Mit was für Büchern? (selten: Mit was für welchen ?)
Geld ⇒ Was für Geld? (selten: Was für welches? )
 John Campbell-Cohen SEITE 55

NEBENSÄTZE 1

Sätze sind auf Deutsch "Hauptsätze" oder "Nebensätze".


Hauptsätze sind "normale" Sätze. Im Hauptsatz hat das konjugierte Verb die Position 2.
Nebensätze sind immer mit einem Hauptsatz zusammen, das konjugierte Verb ist am Satz-Ende.
Beispiel: ein Objekt kann ein Substantiv sein(=Person/Sache) oder ein Satz(="Sachverhalt").
- Substantiv: ein Auto (Sache) Ich sehe ein Auto (Objekt=Sache).
- Satz: Ein Auto fährt ("Sachverhalt“) Ich sehe: ein Auto fährt (Objekt=Satz)
Wir verbinden Hauptsatz(=ich sehe ) und Objektsatz(=ein Auto fährt ) mit der Konjunktion dass :
Ich sehe, dass ein Auto fährt (Objekt=Nebensatz). Vor der Konjunktion ist ein Komma.
Ein Nebensatz kann für den Hauptsatz nicht nur Objekt,
sondern auch Subjekt, Angabe (Zeit, Ort, kausal, modal→S.58/59) oder Attribut (S.54) sein.
Deswegen nennen wir Nebensätze auch „Gliedsätze“. (Satzteil=Satzglied ↔ Gliedsatz)
Einen Hauptsatz mit einem Nebensatz zusammen nennt man ein „Satzgefüge“.
Im Nebensatz sind alle Verbformen zusammen am Satzende.
Das konjugierte Verb ist das letzte Wort im Satz. Trennbare Verben sind hier zusammen.
Ich weiß, dass du heute ankommst / gestern angekommen bist / morgen kommen kannst …
Ausnahme: Perfekt und Plusquamperfekt von Modalverben + Infinitiv !
Hier haben wir zuerst das konjugierte Verb (=haben) + 2x(!) Infinitiv. Auch das Modalverb ist Infinitiv:
Ich dachte, dass er heute hat (Plusquamperfekt: hatte) kommen wollen. Nicht: gewollt !!

Der Nebensatz beginnt mit einer Konjunktion (=ein Wort, das 2 Sätze verbindet). (S. 58 / 59)
Ausnahme sind Relativsätze: sie beginnen mit dem Relativpronomen.
Direkt nach der Konjunktion kommt das Nebensatz-Subjekt und die Personalpronomen (Nom/Akk/Dat).
Ich dachte, dass du mir heute das Buch gibst / dass du es mir heute gibst.
Falsch: …, dass heute du … Auch falsch: …, dass du heute es mir …

SUBJEKTSÄTZE
Das Subjekt kann manchmal ein Sachverhalt ⇒ ein Nebensatz sein.
Die Sache "Auto" ist gut: Ein Auto ist gut.
Der Sachverhalt "Autos sind teuer" ist schlecht: Dass Autos teuer sind, ist schlecht.
Der Nebensatz ist das Subjekt des Hauptsatzes und hat auch die Position 1 im Hauptsatz:
Position 1: Subjekt Position 2: Verb Rechts neben Verb: Rest
Dass Autos teuer sind, ist schlecht.

Wir können auch mit dem Hauptsatz beginnen:


Schlecht ist, dass Autos teuer sind.
Oder: Es ist schlecht, dass Autos teuer sind. Nur selten: Das ist schlecht, dass …
Falsch: …. Wir brauchen hier das Wort es , denn das Verb muss Position 2 haben!
1 2
Vorsicht! Nur Nominativ "es“ auf Position 1 ! Falsch: Es (Akkusativ) finde ich (Nom.) schlecht.
2 Hauptsätze: Autos sind teuer. Das ist schlecht. (2 Hauptsätze immer mit "das" !)
Nur die Verben sein, werden, heißen, bleiben, scheinen (mit 2xNominativ)
können als Subjekt einen Nebensatz haben. Der Hauptsatz ist z.B.:
Es ist gut/schlecht/(un)möglich/(un)nötig/wahrscheinlich/sicher/erlaubt/verboten …
Ausnahmen: auch in diesen Beispielen ist der Nebensatz das Subjekt:
Es ist Zeit, dass du gehst. Es tut mir Leid, dass du krank bist. Es stört mich, dass du rauchst.
Es mag sein (=es ist vielleicht wahr), dass dieses Lokal teuer ist, aber das Essen schmeckt gut!
Manchmal ist auch ein Fragesatz das Subjekt:
Warum Autos so teuer sind/Ob Autos zu teuer sind, ist/heißt/bleibt die Frage.
© John Campbell-Cohen SEITE 55a

NEBENSÄTZE 2

OBJEKTSÄTZE
Viele Nebensätze sind Objektsätze.
Statt eines Akkusativ-Objekts (=Sache/Person) haben wir einen Nebensatz:
Ich habe die deutschen Kasusendungen (Objekt=Sache) gelernt.
Ich habe gelernt, dass auf Deutsch jeder Kasus eine Endung hat. (Objekt=Satz)

Der Nebensatz kann auch vor dem Hauptsatz kommen: Dass ein Auto fährt, sehe ich.
Jetzt ist der Objektsatz Position1 im Hauptsatz. Das Komma trennt Haupt- und Nebensatz.
Nach dem Nebensatz kommt Position 2: das konjugierte Verb.
Position 1: Objekt(satz) Position 2: Verb Rechts neben Verb: Subjekt
Dass ein Auto fährt, sehe ich .
Konjunktion+Subjekt - Ende Verb Komma Verb Hauptsatz!

2 Hauptsätze: Ein Auto fährt. Das sehe ich. Oder: Ich sehe das /es.
Position 1 nie Akkusativ-"es" :
Es (Nominativ) ist gut. Aber nicht: Es (Akkusativ) sehe ich. Möglich: Das (Akk.) sehe ich.
Die Pronomen das/es wiederholen den ganzen Sachverhalt(=den ersten Satz).
Wenn der Hauptsatz zuerst kommt, dann gibt es kein Pronomen, auch nicht auf Position 1:
Ich sehe es , dass ein Auto fährt.. Ganz falsch ist Position 1: Es sehe ich, dass
Auch ein Nominativ -"es“ gibt es hier nicht, aber auf Position 1 muss es bleiben:
Gut ist es, dass du kommst. Aber : Es ist gut, dass du kommst Falsch: Ist gut, dass ….
Objektsätze können auch Fragen sein:
Wann kommt der Bus? Er hat mir gesagt, wann der Bus kommt (Verb Satzende!).
Diese Objektsätze nennen wir auch Indirekte Fragesätze.
Sie beginnen nicht mit einer Konjunktion, sondern mit einem Fragewort:
Ich möchte wissen, wer er ist / wie er heißt/ wo er wohnt / woher er kommt ...
Fragen ohne Fragewort (Ja/Nein-Fragen) haben die Konjunktion ob :
Kommt der Bus? Ich habe gefragt / mich erkundigt, ob der Bus kommt.
! wissen: Ich weiß, dass der Bus kommt. Aber: Ich weiß nicht, ob der Bus kommt.

Dativ-Objekte sind immer Personen. Für Dativ-Objekte gibt es keine Nebensätze.


Aber präpositionale Objekte können oft Sachverhalte (=Sätze) sein.

Ich denke an: Brief ⇒ Ich denke an den Brief.


Ich denke an: ich schreibe den Brief ⇒ Ich denke daran, dass ich den Brief schreibe.
Die Präposition (hier: an ) bleibt im Hauptsatz, sie wird Pronominaladverb* (= daran )
Das Pronominaladverb muss aber links neben der Konjunktion dass stehen!
⇒ Ich denke daran, dass ich ….
Position im Perfekt ⇒ Ich habe daran gedacht, dass ich ….
Nebensatz zuerst ⇒ Daran, dass ich den Brief schreibe, denke ich.

Beispiele:
Wir sprechen über das Wetter. (Präpositionales Objekt)
Wir sprechen darüber, dass das Wetter schlecht ist.
Wir haben darüber gesprochen, dass das Wetter schlecht ist.
Wir haben darüber gesprochen, wie das Wetter wird / ob (=ja oder nein?) das Wetter gut wird.
Darüber, dass / wann / ob das Wetter gut wird, haben wir gesprochen. (Nebensatz zuerst)
Das Wetter wird gut. Darüber haben wir gesprochen.. (2 Hauptsätze)

*
Pronominaladverb = da (+r )+Präposition: damit, dafür, dagegen, darüber, daran, darauf, ... (S.43)
 John Campbell-Cohen SEITE 56

INFINITIVSÄTZE

Infinitivsätze sind komprimierte(= klein gemachte) Nebensätze. Sie ersetzen einen Nebensatz mit "dass“
Infinitivsätze können wir dann bilden, wenn das Subjekt(oder Objekt) im Hauptsatz auch Subjekt im Nebensatz ist:
Ich (Subjekt) hoffe, dass ich(Subjekt) Deutsch lerne. ⇒ Ich hoffe, Deutsch zu lernen.
Ich bitte dich (Objekt), dass du(Subjekt!) kommst. ⇒ Ich bitte dich zu kommen.
Ich erlaube dir, dass du mein Telefon benutzt. ⇒ Ich erlaube dir, mein Telefon zu benutzen.
Es ist schwer für mich, dass ich Deutsch spreche. ⇒ Es ist schwer für mich, Deutsch zu sprechen.
Konjunktion "dass“ und Subjekt kommen weg, und das konjugierte Verb wird "zu“ +(klein geschrieben!)Infinitiv.
Trennbare Verben haben das "zu“ zwischen Präfix und Stamm, 1 Wort (z.B. abzufahren, anzukommen )
Mehrere Verben bekommen alle ein "zu“ : Ich hoffe, in Deutschland zu studieren und zu arbeiten.

Einige Verben mit Objekt-Satz können aber keinen Infinitivsatz haben, z.B. wissen, sagen, fragen, …
Andere Verben sind mit Infinitiv ohne zu , z.B. sehen, hören, lassen …
Mehr Informationen sind auf der nächsten Seite: Verben mit Infinitiv. (S.57)

Infinitivsätze können wir auch bilden, wenn das Subjekt im Nebensatz "man" ist:
Es ist möglich, dass man hier Deutsch lernt.⇒ Es ist möglich, hier Deutsch zu lernen.
Ich erlaube, dass man mein Telefon benutzt. Ich erlaube, mein Telefon zu benutzen.
Infinitivsätze können wir auch haben bei den Substantiven Wunsch, Plan, Absicht, Ziel und Synonymen.
Auch hier muss das Subjekt des Nebensatzes gleich Subjekt im Hauptsatz oder "man“ sein.
Ich habe den Wunsch, in Deutschland zu studieren. (=dass ich in Deutschland studiere)
Der Wunsch, in Deutschland zu studieren, ist in vielen Ländern weit verbreitet.
Man hat den Wunsch, dass man in Deutschland studiert. Dieser Wunsch ist in vielen Ländern …
Infinitivsätze können eigene Objekte/Angaben(="Erweiterungen") haben, wie andere Sätze:
Ich hoffe, dieses Jahr in diesem Kurs schnell und gut Deutsch zu lernen.
Zeit Ort modal Objekt
Das ist ein "erweiterter Infinitivsatz". Vor erweiterten Infinitiv-Sätzen kann ein Komma stehen.

Besondere Infinitivsätze: um …. zu+Infinitiv - anstatt/ohne …. zu+Infinitiv

1. Sehr oft benutzen wir Infinitivsätze mit um … zu + Infinitiv.


Sie ersetzen einen Finalsatz mit "damit“ oder einen Kausalsatz mit dem Verb „wollen“ .
Das Wort "um " ist in diesem Satz die Konjunktion und steht nicht mit Akkusativ!
Ich bin nach Deutschland gekommen, um zu studieren (=damit ich studiere/weil ich studieren will)
Das Subjekt (nur das Subjekt!) im Hauptsatz muss auch das Subjekt im Nebensatz sein.
Ein Finalsatz mit um … zu +Infinitiv sagt einen "Zweck“, eine "Intention“ (ich will studieren).
Auch diese Sätze können Erweiterungen (=Objekte/Angaben) haben (zwischen um und zu ):
Ich bin gekommen, um an der Universität Bonn das Fach Informatik zu studieren.
(=Ich bin gekommen, weil ich an der Universität Bonn das Fach Informatik studieren will.)

2. Infinitivsätze mit (an)statt /ohne … zu ersetzen einen Nebensatz mit (an)statt dass oder ohne dass,
wenn das Subjekt (nur das Subjekt!) im Hauptsatz auch das Subjekt im Nebensatz ist:
Statt dass er arbeitet, geht er spazieren ⇒ Statt zu arbeiten, geht er spazieren.
(= er arbeitet nicht, sondern er geht spazieren)
Ohne dass man arbeitet, kann man nichts verdienen ⇒ Ohne zu arbeiten kann man nichts verdienen.
(= verdienen ohne arbeiten ist unmöglich)
"anstatt, statt, ohne " sind in diesen Sätzen Konjunktion und nicht Präpositionen mit Akk. oder Genitiv!
 John Campbell-Cohen SEITE 57

VERBEN MIT INFINITIV

Modalverben und andere Verben gebrauchen wir oft zusammen mit (klein geschriebenen!) Infinitiven.
- sein, haben und brauchen -
Diese Verben können Modalverben ersetzen. Dann benutzen wir sie mit zu +Infinitiv.
Ich bin zu sehen =man kann mich sehen / Ich habe zu arbeiten =ich muss arbeiten
Ich brauche nicht (immer mit "nicht"!) zu arbeiten =ich muss nicht arbeiten
- lassen -
Das Verb lassen benutzen wir mit den Infinitiven stehen, liegen, sitzen, hängen, stecken.
Das Akkusativ-Objekt von lassen ist auch das "Subjekt" des Infinitivs.
Ich lasse ihn/es stehen = Ich gehe weg und nehme ihn/es nicht mit – ich mache nichts, damit er/es sich bewegt.
Perfekt: Ich habe ihn stehen gelassen (nicht zusammen!) oder: stehen lassen
(stehenbleiben, liegenbleiben usw. = trennbare Verben ⇒ Perfekt ich bin stehengeblieben )
Außerdem benutzen wir das Verb lassen auch mit Infinitiven von Verben der Aktion:
Ich lasse ihn gehen/fahren/kommen/arbeiten/schreiben/lesen usw.
Das heißt z.B.: Ich sage/zeige ihm, er kann/soll/darf gehen/fahren usw.
Das sind keine Komposita, Perfekt ist: ich habe ihn gehen lassen (2x Infinitiv!)
Auch reflexive Formen(sich lassen) mit Infinitiv gibt es:
Das lässt sich machen = Das kann man machen.
Er lässt sich die Schuhe putzen. = Er putzt seine Schuhe nicht selbst.
- gehen -
Mit gehen sagen wir oft nicht den Ort, sondern was wir machen wollen:
Ich gehe jetzt essen/schlafen/arbeiten ... - Perfekt: Ich bin essen gegangen.
- lernen - sehen, hören - scheinen -
Ich lerne Deutsch. Ich lerne Deutsch sprechen. Ich lerne,(Komma!) Deutsch zu sprechen.
"Ich" ist Subjekt von lernen und von sprechen.
Perfekt: Ich habe Deutsch sprechen gelernt / Ich habe gelernt, Deutsch zu sprechen.
!! kennenlernen ist ein trennbares Verb mit Akkusativ-Objekt:
Ich lerne ihn kennen. Perfekt: Ich habe ihn kennengelernt.
Ich sehe/höre ihn. Ich sehe/höre ihn kommen. Perfekt: Ich habe ihn kommen sehen/hören.
Akkusativ-Objekt von sehen/hören (=ihn) ist "Subjekt" von kommen.
Er scheint nicht zu kommen. (=wahrscheinlich kommt er nicht)
Mit scheinen +zu+Infinitiv sagen wir eine Vermutung (S. 74).
- Andere Verben mit zu + Infinitiv
Subjekt Verb = Subjekt Infinitiv:
glauben, vermuten, annehmen, hoffen, erwarten, befürchten, wünschen
vergessen, versäumen, sich erinnern, versuchen, probieren, versprechen
anfangen, beginnen, aufhören, fortfahren - Ich habe vor, ... (=Ich will/ich werde)
Ich denke daran, .... / freue mich darauf, …/ gewöhne mich daran, ... / bemühe mich darum, ...
Ich verlasse mich darauf, ... / rechne damit, …. / fürchte mich davor, ...
Objekt Verb = Subjekt Infinitiv:
bitten, auffordern, ermahnen … (Akk.-Objekt)
Ich bitte dich, mir etwas Geld zu geben. (=Ich bitte dich, dass du mir etwas Geld gibst.)

helfen, erlauben, verbieten, raten, empfehlen (Dativ-Objekt)


Ich helfe ihm, Deutsch zu lernen. (=Ich helfe ihm, dass er Deutsch lernt.)
Es gefällt mir/gelingt mir/genügt mir, ...
zu+Infinitiv haben wir auch nach:
Es ist Zeit (für mich), ... – Es freut mich/ärgert mich/stört mich/fasziniert mich, ...
Es ist schön/wichtig/schwer/hilfreich (für mich), …
Es ist gut/schlecht, (un)angenehm, (un)möglich, (un)erlaubt, verboten, (un)nötig, ...
Hier ist das Subjekt des Infinitivs unpersönlich (= "man “), oder wir sagen es im Hauptsatz mit " für ".

Infinitivkonstruktionen mit zu +Infinitiv nennen wir Infinitiv-Sätze.


Mehr Informationen über Infinitiv-Sätze sind im Arbeitspapier Infinitivsätze. (S. 56)
 John Campbell-Cohen SEITE 58

KONJUNKTIONEN 1
Konjunktionen(=Konnektoren) verbinden 2 Sätze. Sie haben keine Position im Satz, sie sind zwischen 2 Sätzen.
Wir nennen hier auch Pronominaladverben und Partikel, weil sie auch Sätze verbinden.
Aber Pronominaladverben sind nicht zwischen 2 Sätzen, sondern immer im Hauptsatz auf Postion 1.
Wie ein Pronomen wiederholen sie ein Wort oder einen Satz.
Partikel kommen oft auch nach dem Verb im Hauptsatz. Sie wiederholen kein Wort.
Die meisten Konjunktionen verbinden Hauptsatz und Nebensatz. Man nennt sie auch "Subjunktionen“.
Nur wenige Konjunktionen - und /(entweder,)oder / (zwar,)aber / sondern - verbinden 2 Hauptsätze.
2x und: sowohl ..., als auch / nicht nur ..., sondern auch - 2x nicht: weder ..., noch
Pronominaladverb außerdem (=und/oder)

1.KAUSAL / FINAL
- denn (Konjunktion, 2 Hauptsätze) – nämlich (Partikel, nie auf Position 1, immer nach dem Verb)
Er lernt Deutsch, denn er möchte studieren. (Hauptsatz mit "denn" nur nach anderem Hauptsatz !)
Er lernt Deutsch. Er möchte nämlich studieren. (=Erklärung, warum er Deutsch lernt)
- weil - da (mit Nebensatz)
Er lernt Deutsch, weil er in Deutschland studieren will (konjugiertes Verb Satzende).
Da er in Deutschland studieren will, lernt er Deutsch (mit da sagt man bekannte Gründe)
Warum lernt er Deutsch? Weil er hier studieren will. (Als Antwort nur ein Satz mit weil, ohne Hauptsatz)
- deswegen - deshalb (darum ) Das sind keine Konjunktionen, sondern Pronominaladverben (Hauptsatz!).
Sie stehen im Hauptsatz auf Position 1 und wiederholen den Grund, der schon gesagt ist:
Er will hier studieren. Deswegen lernt er Deutsch. (Deswegen = weil er hier studieren will.)
- damit Er lernt Deutsch, damit er in Deutschland studieren kann. (Finaler Nebensatz)
- um ... zu +Infinitiv: Finalsatz ("um " ist hier keine Präposition mit Akkusativ, sondern Konjunktion!) → Seite 56
Er lernt Deutsch, um in Deutschland zu studieren. Subjekt Hauptsatz muss auch Subjekt Nebensatz sein!

3.KONZESSIV (= adversativ = Gegengrund)


- obwohl = obschon = obgleich (mit Nebensatz)
Obwohl ich noch kein Deutsch gelernt habe, möchte ich (trotzdem) in Deutschland studieren.
- trotzdem = dennoch (←Pronominaladverben) jedoch - dagegen - hingegen (←Partikel) Immer im Hauptsatz!
Ich habe noch kein Deutsch gelernt. Trotzdem möchte ich hier studieren.
Sprechen ist leicht, Schreiben jedoch finde ich schwer/Schreiben finde ich jedoch schwer..
- (zwar ...,) aber (trotzdem) (2 Hauptsätze)
Ich habe (zwar) noch kein Deutsch gelernt, aber ich möchte (trotzdem) hier studieren.

4.KONSEKUTIV (Folge - der Grund ist jetzt im Hauptsatz)


- so ..., dass
Es war so dunkel, dass man nichts sehen konnte. (= Weil es dunkel war, konnte man ...)
Manchmal zusammen: Es war dunkel, sodass man nichts sehen konnte.
- infolgedessen (Pronominaladverb): Es war sehr dunkel. Infolgedessen konnte man nichts sehen.

5.MODAL
- indem - Ein Nebensatz mit "indem" erklärt, wie man etwas macht:
Die Stammformen der starken Verben lernt man nur, indem man sie auswendig lernt.
- dadurch, dass (Pronominaladverb + Konjunktion!) erklärt, was man für ein bestimmtes Resultat tun muss
Die Stammformen lernt man dadurch, dass man sie auswendig lernt.

6.ANDERE
- statt/ohne dass - statt/ohne zu + Infinitiv
Statt dass er arbeitet, geht er ins Kino. (= er arbeitet nicht, sondern geht ins Kino)
Statt zu arbeiten, geht er ins Kino. (zu +Infinitiv, wenn das Subjekt gleich ist)
Ich gehe nicht spazieren, ohne dass ich einen Regenschirm mitnehme. Ich gehe nicht spazieren, ohne einen R. mitzunehmen.
- insofern ..., als (erklärt eine Sache genauer:) Deutsch ist insofern schwer, als es in der Grammatik so viele Ausnahmen gibt.
- Vergleiche im Nebensatz:
Du bist größer, als ich dachte. (Komparativ mit als) Du bist so groß, wie ich dachte. (ohne Komparativ so ..., wie )
- Nicht-gleichzeitige Gegenüberstellungen mit während:
Während ich früher gern Bier trank, mag ich heute lieber Wein. = Früher trank ich gern Bier, aber heute lieber Wein.
 John Campbell-Cohen SEITE 59

KONJUNKTIONEN 2
7.TEMPORAL
Auf Deutsch kann man meistens Präteritum oder Perfekt benutzen, das ist kein Unterschied.
Nur in bestimmten Sätzen muss man Perfekt oder Plusquamperfekt benutzen, z.B. mit nachdem (s.u.)
- während (Gleichzeitigkeit)
2x gleiche Zeitdauer (2 Sachen dauern gleich lange), gleiche Zeit in Hauptsatz und Nebensatz, alle Zeiten.
Wir benutzen während als Präposition(mit Genitiv: Während des Essens …) und als Konjunktion:
Während ich esse/aß/gegessen habe, rauche/rauchte ich nicht/habe ich nicht geraucht.
Manchmal auch solange: Solange (=während) ich in Deutschland lebte, hatte ich kein Geld.
- bevor und nachdem ( "Vorzeitigkeit" )
Bevor ich nach Hause gehe/ging, mache ich die Arbeit/habe ich die Arbeit gemacht.
Präsens in Haupt- und Nebensatz, oder Präteritum/Perfekt in Haupt- und Nebensatz!
Nachdem (oder: Als ) ich die Arbeit gemacht hatte (←Plusquamperfekt!), ging ich nach Hause.
Präteritum oder Perfekt im Hauptsatz ⇒ nur Plusquamperfekt im Nebensatz
Nachdem (oder: Wenn) ich die Arbeit gemacht habe, gehe ich nach Hause.
Präsens im Hauptsatz ⇒ nur Perfekt im Nebensatz. Zeit ist Zukunft!
- (solange ...,) bis und seit/seitdem (=Pronominaladverb, wird aber oft als Konjunktion benutzt!)
Ich bleibe/blieb (solange) in Deutschland, bis ich mein Studium beende/beendet habe.
Seit (oder: Seitdem) ich in Deutschland lebe (dauert bis jetzt), bin ich immer erkältet. (Nur Präsens!)
..Seit (nicht Seitdem !) nach Deutschland gekommen bin/war (schon beendet), wohne/wohnte ich in Bonn.
- als und wenn -
Temporal als und Temporal wenn (diese Konjunktionen sind nicht immer temporal!)
sind synonyme Konjunktionen. Beide kann man mit engl. when / franz. quand übersetzen.
REGEL: vergangen ⇒ als
nicht vergangen ⇒ wenn
Ausnahme: wenn = immer wenn ⇒ alle Zeiten

Mit "als“ eine bestimmte Zeit, oft ein Datum; Vergangenheit in Haupt- und Nebensatz:
Als ich 6 Jahre alt war, bin ich zum ersten Mal in die Schule gegangen.
Als (oder: Während) ich auf den Zug wartete, hat es geregnet. (Zeitdauer)
Als (oder: Nachdem) der Zug abgefahren war (Plusquamperfekt), bin ich nach Hause gegangen.
Wenn ich 18 werde, kaufe ich mir ein Auto. (Präsens = Zukunft)
Wenn der Zug abgefahren ist (immer Perfekt!), gehe (Präsens) ich nach Hause. (auch das ist Zukunft!)
Immer wenn ich in Italien war, hat es geregnet. (Immer/oft in der Vergangenheit)
Oder: (Jedesmal,) wenn ich in Italien war, hat es (oft) geregnet.
Immer wenn ich einen Test schreibe, bin ich nervös. (Präsens hier für alle Zeiten!)
Vor temoralen Konjunktionen stehen manchmal Partikel, z.B. erst,noch,schon,sogar ...
Erst wenn ich 18 bin, darf ich Auto fahren. Schon als ich 5 war, ging ich zur Schule.

Englisch "when, if" / französisch "quand, si" und die deutsche Übersetzung
Fragewort when?/quand? ⇒ deutsch wann ? - when und if / quand und si ist möglich ⇒ deutsch wenn
Nur if / si ist möglich ⇒ deutsch ob (!) - when=whenever / toujours quand ⇒ deutsch wenn
temporal als ⇒ when=once when / quand, lorsque

8.KONDITIONAL (Bedingung)
Der semantische Unterschied zwischen Temporalsätzen und Konditionalsätzen ist oft klein.
Man kann die Konjunktion wenn temporal(=when/quand) und konditional(=if/si) benutzen.
Nach einem konditionalen Nebensatz beginnt der Hauptsatz oft mit dann .
- wenn, (dann)
Wenn ich studieren will, (dann) muss ich Deutsch lernen.
Auch mit Konjunktiv II ⇒ Irreal: Wenn ich Geld hätte, dann würde ich ein Auto kaufen.
- ohne Konjunktion(!): 2 Hauptsätze, der 1. Satz beginnt mit dem Verb, der 2. Satz beginnt mit dann
Habe ich erst einmal Deutsch gelernt, dann kann ich mit dem Studium beginnen.
- falls (Sehr unsichere Bedingung, manchmal mit Konjunktiv)
Falls morgen wirklich schönes Wetter ist, können wir spazieren gehen.
- sonst (=wenn nicht, dann) 2 Hauptsätze, Position 1 im 2.Hauptsatz:
Ich muss erst Deutsch lernen, sonst kann ich nicht studieren.
(c) John Campbell-Cohen SEITE 60
KONSTRUKTIONEN MIT "als "
Mit dem Wort "als“ sagen wir auf Deutsch viele verschiedene Sachen.
In anderen Sprachen gibt es meistens verschiedene Wörter:
Franz. lorsque und plus ... que und comme - Engl. when und than und as
Aber diese Wörter übersetzen wir auf Deutsch nicht immer mit als !

- 1. TEMPORAL
Temporale Nebensätze mit "als“ sind immer nur V e r g a n g e n h e i t ! Sie sind nie im Präsens!
Sie sagen e i n e n b e s t i m m t e n Zeitpunkt , oft ein Datum, in der Vergangenheit
z.B. Als ich nach Bonn kam, ... / Als der Zug abfuhr, ... / Als ich gestern nach Hause ging, …
oder eine bestimmte, abgeschlossene Zeitdauer in der Vergangenheit
z.B. Als ich in Bonn studierte, ... / Als ich auf den Bus wartete, ... / Als ich 6 Jahre alt war, …
Oft Präteritum in Haupt- und Nebensatz (Gleichzeitigkeit):
Als ich nach Deutschland kam, war ich 21 Jahre alt. / Als der Zug abfuhr, war es 8 Uhr.
Als ich in Deutschland studierte, hatte ich nie genug Geld.
Als (oder: Während ) ich auf den Zug wartete, regnete es.
Vorzeitigkeit mit Plusquamperfekt im Nebensatz, Präteritum (selten Perfekt) im Hauptsatz:
Als ich gestern telefoniert hatte, ging ich nach Hause (oder: bin ich nach Hause gegangen ) .
(=Zuerst war ich fertig mit telefonieren, danach bin ich nach Hause gegangen)
Hier sagen wir aber meistens nicht als , sondern nachdem !
Temporal "als“ übersetzen wir franz. mit lorsque, engl. mit when
Aber: lorsque und when sind auf Deutsch nicht immer als !!
Für Zukunft und mehrere Zeiten (oft) in der Vergangenheit benutzen wir die Konjunktion wenn
Immer wenn ich telefonieren will/wollte, ist/war die Telefonzelle besetzt.

- 2. VERGLEICHE
Vergleiche im Komparativ
Die Teile des Vergleichs haben den gleichen Kasus:
Du (Nom.) bist größer als ich (Nom.).
Ich kenne Herrn Müller (Akk.) besser als Herrn Meier (Akk.)
Mit dem Zug fahre ich lieber als mit dem Auto.
Der Vergleich kann auch ein Nebensatz sein: Du bist größer, als ich dachte. (Komma!)
Aber Vergleiche ohne Komparativ bilden wir mit so ... wie :
Du bist so groß wie ich. - Ich kenne Herrn Müller so gut wie Herrn Meier.

Irreale Vergleiche / Vermutungen (als + Hauptsatz oder als ob + Nebensatz) im Konjunktiv ΙΙ


Du redest, als wärest du meine Mutter. (=Du bist nicht meine Mutter, aber du redest wie sie.)
Es scheint / sieht so aus, als würde es schönes Wetter. (=Vielleicht wird das Wetter schön.)

- 3. GLEICHSETZUNGEN
Eine Gleichsetzung mit "als“ erklärt, was eine Person/Sache ist oder macht.
Beide Teile der Gleichsetzung haben den gleichen Kasus (aber nur Nominativ und Akkusativ!).
Ich(Nom.) arbeite als Lehrer(Nom.) = Ich bin Lehrer, mein Beruf ist Lehrer
Benzin(Akk.) verwendet man als Brennstoff (Akk.) =Benzin ist ein Brennstoff
Gleichsetzungen mit als bilden wir z.B. mit den Verben:
arbeiten, tätig sein, beschäftigt sein/werden, auf-/an-treten tb .... (Subjekt)
sich zeigen, sich erweisen, sich herausstellen tb, gelten ... (Subjekt)
nehmen, benutzen, ver-/an-wenden, (ge)brauchen ... (Akk.Obj.)
sehen(oft Passiv), betrachten, wahrnehmen tb, verstehen ... (Akk.Obj.)
"sowohl … als auch“ ist wie und : Er kann sowohl Deutsch als auch Englisch.(=Deutsch und Englisch)
Nebensätze mit " insofern, als ... " erklären eine Sache genauer:
Deutsch ist insofern schwer, als die Grammatik sehr kompliziert ist. (=Was ist schwer? Die Grammatik)
 John Campbell-Cohen SEITE 61

ANGABEN 1
Angaben (=“adverbiale Bestimmungen“) gehören zum Verb, aber es sind keine Objekte.
Was ist der Unterschied? (Manche Bücher nennen Objekte und Angaben „Ergänzungen“)
Bestimmte Verben haben bestimmte Objekte, aber Angaben sind für alle Verben gleich.
Wir unterscheiden temporale(Zeit), kausale(Warum?), modale(Wie?) und lokale(Ort) Angaben.
Wenn sie zusammen in einem Satz sind (Regel "te-ka-mo-lo “ ),
kommen zuerst temporale, dann kausale, dann modale und immer zuletzt lokale Angaben.

Temporalangaben
Sie stehen im Satz gern auf Position 1, links neben dem konjugierten Verb.
Auch nach dem Verb kommen sie vor anderen Angaben, manchmal sogar vor dem Subjekt,
aber immer erst nach Personal- und Reflexivpronomen, die direkt neben dem Verb stehen müssen.
Temporalangaben haben folgende Formen:
- Adverben: dann, heute, morgen, jetzt, bald, gleich, später, ...
danach, davor, dabei, währenddessen, seitdem (Pronominaladverben)
Pron.-adverben wiederholen eine Zeit aus einem anderen Satz: Wir essen. Danach (=nach dem Essen) trinken wir Kaffee.
- Ausdrücke mit/ohne Präposition:
um 5 Uhr, gegen 9 Uhr, am 15.7., nach dem Januar (Uhrzeit, Datum)
während des Essens, beim Essen, bei der Arbeit (Gleichzeitigkeit)
nach dem Essen, vor dem Essen, seit dem Essen (Vorzeitigkeit)
Ohne Präposition (immer Akkusativ!) : diese/n/s, letzte/n/s, nächste/n/s Woche/Monat/Jahr
Ich habe einen Monat im Hotel gewohnt. Warten Sie einen Moment. (Zeitdauer)
Datum: Heute haben wir den fünften neunten (Akk.!) / Heute ist der fünfte neunte (Nom.)
- Temporale Nebensätze (s. auch Arbeitsblatt "Konjunktionen 2: Temporale" S. 59)
Diese Nebensätze sind grammatisch auch Angaben zum Verb im Hauptsatz !
Sie können im Hauptsatz auf Position 1 sein, nach dem Komma kommt dann Position 2 = das Verb !
Wenn ich gegessen habe (Pos. 1: Zeit), gehe (Komma,Pos. 2: Verb) ich nach Hause.

Lokalangaben
Sie können auf Position 1 stehen, wenn sie für den Satz wichtig sind.
Sonst stehen sie hinten im Satz, nach Objekten und anderen Angaben,
aber vor präpositionalen Objekten und natürlich vor der Position Satzende(Infinitiv, Partizip Perfekt, Präfix).
Lokalangaben haben folgende Formen:
- Adverben: da, dort, links, rechts, oben, unten, hinten, drüben ...
dahin, daher, daneben, dahinter, darauf, darunter usw. (Pronominaladverben)
- Präpositionale Ausdrücke:
aus Köln, aus Afrika, von der Post, vom Arzt, von zu Hause, (Ursprung)
nach Köln, nach Hause, zur Post, in die Stadt, auf den Tisch, an die Wand (Ziel)
in Köln, in der Stadt, auf dem Tisch, an der Wand, vor/hinter/in dem Haus, zu Hause (Position)
- Lokale Nebensätze sind selten!
Sie stehen auf Position 1 und beginnen mit (da,) wo/ (dahin,) wohin/ (daher,) woher
Wo ich wohne, gibt es viele Hochhäuser. Oder: Da, wo ich wohne, ...
Wo ich herkomme, leben die Leute anders als hier.
Dahin, wohin ich gehe, kannst du nicht mitkommen.
Nebensätze mit wo, woher, wohin sind aber meistens Indirekte Fragesätze:
Ich weiß nicht, wo er wohnt. Die Funktion von diesem Satz ist Objekt von wissen.
Außerdem gibt es Relativsätze, die mit wo, wohin, woher beginnen (Relativsätze haben die Funktion Attribut ):
Das ist der Laden, wo (=in dem) man billiges Gemüse kaufen kann.
Das ist das Land, wohin (=in das) ich fahren will / woher (=aus dem) ich komme.

Was ist der Unterschied zwischen Adverben und Pronominaladverben?


Pronominaladverben wiederholen (wie ein Pronomen) etwas, was schon vorher gesagt ist:
Gleich (Adverb) esse ich. Danach (=nach dem Essen) gehe ich spazieren Rechts (Adverb) ist die Tür. Daneben (=neben der Tür) ist der Lichtschalter.
.
 John Campbell-Cohen SEITE 62

ANGABEN 2
Kausalangaben
Sie können im Satz auf Position 1 stehen, wenn sie wichtig sind.
Innerhalb von Position 3(=nach dem Verb) kommen sie meistens nach Temporalangaben und Objekten,
aber vor Modal- und Lokalangaben und vor Präpositionalen Objekten.
Kausalangaben haben folgende Formen:
- Pronominaladverben: deswegen, deshalb, darum (wiederholen eine K-Angabe aus einem anderen Satz)
- Präpositionale Ausdrücke:
Wegen des schlechten Wetters (Bestimmte Gründe)
Aufgrund von Problemen (Unbestimmte Gründe)
Vor (lauter) Angst/Wut/Freude ... (Grund ist ein Gefühl, oft mit dem Wort lauter)
Aus (lauter) Angst/Wut/Dummheit ... (Grund ist eine persönliche Schwäche)
auch: Aus diesem Grund (= deswegen)
- Kausale Nebensätze
Diese Nebensätze sind grammatisch auch Angaben zum Verb im Hauptsatz
Sie können auf Position 1 stehen, nach dem Komma kommt dann Position 2 = das Verb!
Weil Frau Becker krank ist, kommt sie heute nicht.
! Ein Satz mit "denn“ ist aber immer ein Hauptsatz! ("Konjunktionen 1" S.58)

Finalangaben
Finalangaben sind besondere Kausalangaben, sie sagen einen Grund in der Zukunft.
Auf Deutsch nennen wir das einen Zweck oder ein (nicht lokales!) Ziel (=lateinisch finis).
Finalangaben haben die gleiche Position wie andere Kausalangaben.
- Pronominaladverben: dazu, dafür (! final "damit" ist nur Konjunktion!)
- Präpositionale Ausdrücke:
Zu diesem Zweck, zum Studium und: Wasser ist zum Trinken (zum+groß Infinitiv)
- Finale Nebensätze
Nebensätze mit der Konjunktion damit : Ich lerne Deutsch, damit ich studieren kann.
Infinitivsätze mit "um ... zu" : Ich lerne Deutsch, um zu studieren. ("Konjunktionen 1" S.58)

Modalangaben
Modalangaben antworten auf die Frage: Wie?
Informationen über Transport sind immer Modalangaben.
Auch alle Angaben, wie ich etwas mache, wie meine Meinung ist, sind Modalangaben.
Modalangaben haben folgende Formen:
- Adverben (hinten im Satz, nach Temporal, Kausal, best. Objekt, vor Lokal, unbest./Präp.Objekt)
gern, gut, schlecht, (un)angenehm, (un)bequem, schnell, langsam, schwer, leicht ...
- Modalpartikel (gerne Position 1 oder nahe Verb)
vielleicht, wohl, anscheinend, möglicherweise, wahrscheinlich, bestimmt, sicher ...
leider, glücklicherweise, hoffentlich, endlich, schon, eigentlich, wirklich, tatsächlich
- Präpositionale Ausdrücke (hinten im Satz)
mit dem Auto, mit dem Fahrrad, mit dem Bus (alle Transportmittel)
mit einem Bleistift, mit einer Brille, mit dem Hammer (Hilfsmittel, Werkzeuge)
durch fleißiges Lernen (Methode)
auch Ausdrücke mit als: ich arbeite als Lehrer; Benzin gebraucht man als Brennstoff (S.60)
- Modale Nebensätze
Sätze mit der Konjunktion indem erklären, wie man etwas macht.
Man kocht Wasser, indem man es in einen Topf füllt und auf den Herd stellt.
Sätze mit dadurch, dass ... erklären, was man für ein bestimmtes Resultat tun muss
Dadurch, dass er stark bremste, konnte er das Auto rechtzeitig zum Stehen bringen.
 J.Campbell-Cohen SEITE 63

KOMPRIMIERTE SÄTZE

In einem (wissenschaftlichen) Text bilden wir auf Deutsch gerne lange und komplizierte Sätze.
Wir benutzen hier nicht nur Hauptsätze und Nebensätze,
sondern auch viele komprimierte (komprimieren=klein machen) Sätze.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Sätze zu komprimieren:

SUBSTANTIVKONSTRUKTIONEN

⇨ (Artikel)+(Adjektiv)+Substantiv + Artikel (+Adjektiv)+ Substantiv(Genitiv)


die schwere Arbeit des guten Schülers
2 Substantive direkt nebeneinander, das zweite im Genitiv. Manchmal mit Adjektiven.
Unbestimmter Plural( Stühle ) oder nicht zählbarer unbestimmter Singular ( Geld ) ohne Artikel!
In einem Satz wird das 1.Substantiv das Verb, und das 2.Substantiv wird Subjekt oder Objekt.
Die Arbeit des Schülers ⇒ der Schüler (Subjekt, Nominativ) arbeitet (Verb von "Arbeit“ )
Bei intransitiven(=ohne Objekt) Verben wird das 2.Substantiv immer das Subjekt.
Die Abfahrt des Zuges ⇒ Der Zug fährt ab
Bei transitiven(=mit Objekt) Verben wird das 2.Substantiv oft das Objekt (= Passiv-Subjekt) :
Der Kauf eines Autos ⇒ Jemand kauft ein Auto / ein Auto wird gekauft.
Das (Aktiv-)Subjekt finden wir dann im Rest des Satzes, oder es ist unbestimmt: man / jemand / es
Dann können wir auch gut einen Passiv-Satz bilden: Akkusativ-Objekt = Passiv-Subjekt!
Oft wird aus einem Possessivpronomen das Subjekt: Mein Kauf eines Autos ⇒ ich kaufe ein Auto
Vorsicht Zeit! Vergangen/ nicht vergangen? (Ist das konjugierte Verb im Satz Präteritum/Perfekt oder Präsens ?)
Der Kauf des Autos war für Peter sehr kompliziert. ⇒ Peter kaufte ein Auto. Das war für ihn kompliziert.
Der Kauf des Autos ist für Peter sehr kompliziert ⇒ Peter kauft ein Auto. Das ist für ihn kompliziert.
Wenn das 1.Subtantiv die Endung -en hat, ist es meistens ein Verb-Infinitiv.
Wenn es ein Substantiv mit -ung ist, dann kann man oft -ung durch -en ersetzen und hat so das Verb:
Prüfung - prüfen Übung - üben Haftung - haften …
Bei anderen Substantiven muss man das Verb kennen oder suchen. ( Hoffnung – hoffen )
Ein deutsch-deutsches Wörterbuch ist hier eine gute Hilfe.
Manchmal muss man auch ein Verb ergänzen, vielleicht machen oder haben oder sein
der Lehrer der Schule ⇒ die Schule hat einen Lehrer

⇨ (Artikel) (+Adjektiv) +Substantiv + Präposition (+Artikel) (+Adjektiv) +Substantiv


die lange Fahrt in das fremde Land
2 Substantive nebeneinander, das zweite mit Präposition. Oft mit (mehreren) Adjektiven.
Jetzt wird wieder das 1.Substantiv das Verb (wie oben), und die Präposition bleibt immer gleich.
Das Substantiv mit Präposition ist eine Angabe (z.B. Zeit, Ort) oder ein präpositionales Objekt.
Die Fahrt nach Deutschland ⇒ jemand fährt nach Deutschland (Ort)
Die Arbeit in den Ferien ⇒ jemand arbeitet in den Ferien (Zeit)
Das Warten auf den Bus ⇒ jemand wartet auf den Bus (Präp. Objekt warten auf … )
Das Subjekt finden wir oft im Rest des Satzes. Auch die Zeit (vergangen oder nicht) finden wir dort:
Die Fahrt nach Deutschland macht mir viel Spaß / hat mir viel Spaß gemacht
⇒ Ich fahre nach Deutschland. Das macht mir viel Spaß. (2 x Präsens)
⇒ Ich bin nach Deutschland gefahren. Das hat mir viel Spaß gemacht. (2 x Perfekt)
Das Subjekt können wir auch hier „in“ einem Possessivpronomen finden:
Meine Fahrt nach Deutschland … ⇒ Ich fahre nach Deutschland
 John Campbell-Cohen SEITE 64

KOMPRIMIERTE SÄTZE II

PARTIZIPIALKONSTRUKTIONEN (Seite 53)

⇨ (Artikel) [ + Erweiterung ] +Partizip Ι oder Partizip ΙΙ +Substantiv


der heute nach Köln fahrende/gefahrene Zug

Partizipialkonstruktionen sind komprimierte (Relativ)sätze. Sie können sehr lang sein.


Sie sind zwischen Artikel und Substantiv. (Kein Artikel bei unbestimmtem Plural oder Singular unzählbar!)
Das Substantiv ist Beziehungswort und Subjekt des Relativsatzes. (S. 66) Das Partizip wird das Verb.
Partizip Ι : Endung -end , Partizip ΙΙ -(e)t (schwach) oder -(e)n (stark)
Außerdem haben die Partizipien hier noch eine Adjektiv-Endung: der schreibende (Regel 1) Schüler
Die Zeit (vergangen oder nicht vergangen) sehen wir im Rest des Satzes.
Partizip Präsens für Präsens oder Präteritum (Gleichzeitigkeit = gleiche Zeit wie Rest des Satzes).
Partizip Perfekt nur für Perfekt oder Plusquamperfekt, oft Passiv (gleichzeitig oder vorzeitig !)
Bei intransitiven Verben und bei Partizip Präsens(alle Verben!) wird das Substantiv das Subjekt.
Der abgefahrene/fahrende Zug hält (hielt) nicht in Mainz
⇒ Der Zug ist (war) abgefahren / Der Zug fährt (fuhr). Er hält (hielt) nicht in Mainz.
Der schreibende Schüle sitzt (saß) am Tisch ⇒ Der Schüler schreibt (schrieb) und sitzt (saß) am Tisch.
Bei Partizip ΙΙ von transitiven Verben wird das Substantiv meistens das Akkusativ-Objekt (=Passiv-Subjekt)
Das verkaufte Auto ⇒ Jemand hat das Auto verkauft / Das Auto ist verkauft (worden).
Die Partizipialkonstruktion ist links vom Beziehungswort, der Relativsatz rechts.
Die { einen Test schreibenden }← Schüler haben eine Stunde Zeit.
Die Schüler →{, die einen Test schreiben, } haben eine Stunde Zeit.
Wenn wir nebeneinander
- Artikel+Artikel (die einen Test schreibenden Schüler ),
- Artikel+Possessivpronomen (die ihren Lehrer fragenden Schüler) oder
- Artikel+Präposition (die für ihren Test lernenden Schüler )
in einem Satz finden, dann sind das die ersten Worte einer Partizipialkonstruktion!

Erweiterungen: Hier können wir alle Satzteile finden, die es in einem normalen Satz gibt:
- Akkusativ-Objekt die ihren Vater liebenden Kinder ( Vater = Akkusativ-Objekt von lieben )
- Dativ-Objekt: die ihrem Vater helfenden Kinder ( Vater = Dativ-Objekt von helfen )
- selten Dativ- und Akkusativ-Objekt zusammen die ihrem Vater die Zeitung bringenden Kinder
- präpositionale Objekte: die auf den Bus wartenden Kinder
- temporale, kausale, modale, lokale Angaben, Adverben oder präpositionale Ausdrücke (S. 61,62)

Viele Erweiterungen können zusammen in einer Partizipialkonstruktion sein:


Die { heute ihrem Vater bei der Arbeit im Haus helfenden } Kinder
Zeit Dat.Obj. Präp.Obj. Ort Partizip Ι
⇒ Die Kinder helfen heute ihrem Vater bei der Arbeit im Haus
Verb
 John Campbell-Cohen SEITE 65

KOMPRIMIERTE SÄTZE III

PRÄPOSITIONALE AUSDRÜCKE (s. auch ANGABEN Seite 61,62)


z.B. bei schlechtem Wetter; nach der Wahl des Präsidenten; wegen steigender Preise;
Präpositionale Ausdrücke sind oft (nicht immer!) komprimierte Nebensätze:

Präposition ⇒ Konjunktion (Subjunktion) + Nebensatz


temporal nach, vor, seit, bis (zu) nachdem, bevor, seit, bis S.59
temporal und/oder konditional bei als oder wenn S.59
kausal wegen, aus, vor, aufgrund (von) weil, da
final zu damit oder um … zu S.58
adversativ trotz obwohl S.58
modal durch indem S.58

⇨ Präposition (+Artikel)(+Adjektiv) + Substantiv


bei schlechtem Wetter

Hier kann man oft einen Satz bilden Substantiv +Verb sein +Adjektiv, oder mit Es gibt :
Wegen hoher Preise ⇒ Weil die Preise hoch sind / Weil es hohe Preise gibt
Bei starkem Regen wollen wir nicht spazieren gehen
⇒ Wenn es starken Regen gibt (oder: Wenn es stark regnet ), wollen wir nicht …
Bei starkem Regen wollten wir gestern (einmal!) /nie (immer!) spazieren gehen
⇒ Als es stark regnete, wollten wir gestern … / Wenn es stark regnete, wollten wir nie …
Präpositionen gebrauchen wir auch mit den Substantivkonstruktionen, die oben erklärt sind:

⇨ Präposition(+Artikel)+Substantiv (+Artikel)+Substantiv(Genitiv)
nach dem Abschluss des Studiums

Diese Konstruktionen sind oft präpositionale Objekte und ersetzen einen Nebensatz:
Ich warte auf die Ankunft des Busses ⇒ Ich warte darauf, dass der Bus kommt.
Verb Präposition Verb Pronominaladverb Komma dass
Partizipialkonstruktionen können wir überall finden:
Ich warte auf die Ankunft des zum Bahnhof fahrenden Busses
⇒ Ich warte darauf, dass der Bus ankommt, der zum Bahnhof fährt.

Präposition + Erweiterungen(temporal, kausal) + Partizipialkonstruktion


bei seit einem Monat wegen der Nachfrage gestiegenen Preisen
⇒ wenn die Preise seit einem Monat wegen der Nachfrage gestiegen sind
 J.Campbell-Cohen SEITE 66

GEBRAUCH DER ZEITFORMEN


Deutsche Verbformen unterscheiden meistens nur 2 Zeiten: vergangen und nicht vergangen.
Die Verbform PRÄSENS benutzen wir für alles, was nicht vergangen ist(=Gegenwart und Zukunft)
Heute fahre ich nach Köln. Morgen fahre ich nach Köln. Nächstes Jahr fahre ich wieder …
Für Vergangenes haben wir 3 Verbformen: PRÄTERITUM (S.30), PERFEKT (S.31/32)und PLUSQUAMPERFEKT.
Präteritum und Perfekt haben meistens die gleiche Bedeutung, es gibt fast keinen Unterschied.
Gestern regnete es. = Gestern hat es geregnet.
Präteritum benutzen wir viel beim Schreiben, beim Sprechen benutzen wir meistens nur das Perfekt.
Ausnahmen: haben, sein und die Modalverben benutzen wir auch beim Sprechen meistens im Präteritum!
Wir unterscheiden auf Deutsch nur sehr selten,
ob eine Aktion beendet ist/war (=Perfekt/Plusquamperfekt) oder nicht (=Präteritum).

PLUSQUAMPERFEKT
Form: Plusquamperfekt bilden wir wie Perfekt mit dem Partizip Perfekt (=Partizip II)
und mit dem Hilfsverb haben oder sein . Gleiches Hilfsverb wie im Perfekt.
Im Plusquamperfekt benutzen wir das Hilfsverb im Präteritum:
Perfekt: Ich habe gekauft Plusquamperfekt: Ich hatte gekauft
Perfekt: Ich bin gefahren Plusquamperfekt: Ich war gefahren
Mit P.-perfekt sagen wir, was in der Vergangenheit zuerst oder früher passiert ist (="Vorvergangenheit").
Nur selten muss man wirklich das P.-perfekt benutzen, oft sind Perfekt oder Präteritum auch möglich.
P.-perfekt gibt es oft in der Zeitung: man erzählt zuerst das Ende einer Geschichte und beginnt dann wieder am Anfang.
Der erste Satz ist im Präteritum und alle anderen Sätze dann im Pluquamperfekt:
Gestern um 4 Uhr gab es einen Verkehrsunfall. Ein Autofahrer hatte die Ampel nicht gesehen
und war mit der Straßenbahn zusammengestoßen.

GLEICHZEITIGKEIT / VORZEITIGKEIT (auch auf Seite 59: temporale Konjunktionen)


Wenn wir von Dingen sprechen,
die zur gleichen Zeit(=Gleichzeitigkeit) in der Vergangenheit passiert sind
(z.B. Nebensätze mit während oder als ), benutzen wir oft
- Präteritum (Perfekt ist hier aber nicht falsch!) im Nebensatz und Perfekt (seltener auch Präteritum) im Hauptsatz:
Als ich 6 Jahre alt war (Präteritum), bin ich zur Schule gegangen (Perfekt).
Als ich gestern zur Schule ging (gegangen bin), regnete es / hat es geregnet.
Wenn wir von Dingen sprechen, die nicht zur gleichen Zeit passieren (=Vorzeitigkeit), benutzen wir
- im Hauptsatz Präteritum oder Perfekt, im Nebensatz nur Plusquamperfekt (mit nachdem oder als)
Nachdem (Als) ich gegessen hatte, ging ich nach Hause / bin ich nach Hause gegangen.
- im Hauptsatz Präsens und im Nebensatz nur Perfekt (mit nachdem oder wenn !).
Nachdem (Wenn) ich gegessen habe, gehe ich nach Hause. (Zukunft! Ich habe jetzt noch nicht gegessen!!)
Aber mit bevor gibt es keinen Zeitformwechsel!
- Präsens im Hauptsatz und im Nebensatz
Bevor ich ins Bett gehe, putze ich mir die Zähne.
- Präteritum oder Perfekt im Hauptsatz und im Nebensatz
Bevor ich gestern ins Bett ging / gegangen bin, habe ich mir die Zähne geputzt.

FUTUR (auch auf Seite 75: Vermutungen)


Die Verbform Futur benutzen wir nur dann für die Zukunft, wenn wir sagen wollen,
dass wir ganz sicher etwas machen wollen. Die Bedeutung ist aber wenig anders als Präsens.
Ich werde morgen ganz sicher nach Köln fahren. = Ich fahre morgen ganz sicher nach Köln.
Normalerweise benutzen wir das Futur, um eine Vermutung auszudrücken:
Wo ist Herr Müller? Er wird wohl in seinem Büro sein (=Ich glaube, er ist in seinem Büro)
Futur II für eine Vermutung in der Vergangenheit!!
Herr Müller wird wohl schon nach Hause gegangen sein (=Ich glaube, er ist nach Hause gegangen)
Wenn man sagen will, dass eine Sache in der Zukunft beendet ist,
dann benutzt man nur sehr selten das Futur II, normal ist hier Perfekt!! (mit wenn, sobald )
Wenn ich morgen meine Arbeit beendet habe(Perfekt), gehe ich schlafen(Präsens).
Wenn ich morgen meine Arbeit beendet haben werde(Futur II), werde ich schlafen gehen(Futur I).
© John Campbell-Cohen SEITE 66a

VERBFORMEN BEISPIELE
INFINITIV: sehen INFINITIV PASSIV: gesehen werden INFINITIV PERFEKT: gesehen haben

PRÄSENS S. 3, 66 PRÄTERITUM S. 29,30, 66 PERFEKT S. 31,32, 66 PLUSQUAMPERFEKT S. 59, 66

Aktiv Passiv S.71 Aktiv Passiv S.71 Aktiv Passiv S.71 Aktiv Passiv
ich sehe ich werde gesehen ich sah ich wurde gesehen ich habe gesehen ich bin gesehen worden ich hatte gesehen ich war gesehen worden
du siehst du wirst gesehen du sahst du wurdest gesehen du hast gesehen du bist gesehen worden du hattest gesehen du warst gesehen worden
er sieht er wird gesehen er sah er wurde gesehen er hat gesehen er ist gesehen worden er hatte gesehen er war gesehen worden
wir sehen wir werden gesehen wir sahen wir wurden gesehen wir haben gesehen wir sind gesehen worden wir hatten gesehen wir waren gesehen worden
ihr seht ihr werdet gesehen ihr saht ihr wurdet gesehen ihr habt gesehen ihr seid gesehen worden ihr hattet gesehen ihr wart gesehen worden
sie sehen sie werden gesehen sie sahen sie wurden gesehen sie haben gesehen sie sind gesehen worden sie hatten gesehen sie waren gesehen worden

FUTUR Ⅰ S. 66, 76 (benutzen wir selten) FUTUR Ⅱ S. 66, 76 (benutzen wir fast gar nicht)
werden + Infinitiv werden + Infinitiv Perfekt
Aktiv Passiv (mit Infinitiv Passiv!) Aktiv Passiv
ich werde sehen ich werde gesehen werden ich werde gesehen haben ich werde gesehen worden sein
du wirst sehen du wirst gesehen werden du wirst gesehen haben du wirst gesehen worden sein
er wird sehen er wird gesehen werden er wird gesehen haben er wird gesehen worden sein
wir werden sehen wir werden gesehen werden wir werden gesehen haben wir werden gesehen worden sein
ihr werdet sehen ihr werdet gesehen werden ihr werdet gesehen haben ihr werdet gesehen worden sein
sie werden sehen sie werden gesehen werden sie werden gesehen haben sie werden gesehen worden sein

KONJUNKTIV Ⅱ (nicht vergangen) S. 74 KONJUNKTIV Ⅱ (vergangen) S. 74 Die Formen von KONJUNKTIV Ⅰ


Konjunktiv Ⅱ von werden + Infinitiv Wie Plusquamperfekt, aber Konjunktiv von haben/sein sind auf Seite 75
Aktiv starke Form Passiv (mit Infinitiv Passiv) Aktiv Passiv
(wenige Verben)
ich würde sehen ich sähe ich würde gesehen werden ich hätte gesehen ich wäre gesehen worden
du würdest sehen du sähest du würdest gesehen werden du hättest gesehen du wärest gesehen worden
er würde sehen er sähe er würde gesehen werden er hätte gesehen er wäre gesehen worden
wir würden sehen wir sähen wir würden gesehen werden wir hätten gesehen wir wären gesehen worden
ihr würdet sehen ihr sähet ihr würdet gesehen werden ihr hättet gesehen ihr wäret gesehen worden
sie würden sehen sie sähen sie würden gesehen werden sie hätten gesehen sie wären gesehen worden
© John Campbell-Cohen SEITE 68

RELATIVSÄTZE BILDEN 1

Bei dieser Übung bekommen wir 2 Hauptsätze und sollen einen Relativsatz bilden.
Der erste Satz bleibt jetzt Hauptsatz, und der zweite Satz soll Relativsatz werden:
1. Wir schreiben einen Test.
2. Der Test ist schwer.
Richtig: Wir schreiben einen Test (1.Satz=Hauptsatz), der schwer ist. (Relativsatz)
Falsch: Der Test, den wir schreiben, (1.Satz=Relativsatz) ist schwer.
Das ist ein grammatisch richtiger Satz, aber es ist nicht die Aufgabe.

1. Wir suchen das Beziehungswort


Das Beziehungswort ist ein Wort(Person oder Sache)im ersten Satz,
das auch im 2.Satz steht. (Es wird im 2.Satz wiederholt.)
Beispiel a) Wir schreiben einen Test. Der Test ist schwer.
Beispiel b) Wir schreiben einen Test. Wir finden den Test schwer.
Beispiel c) Wir schreiben einen Test. In dem Test sind schwere Aufgaben.
- Vielleicht ist im 2.Satz nur ein Pronomen für das Beziehungswort:
Wir schreiben einen Test. Er ist schwer/Wir finden ihn schwer.
- Das Pronomen im 2.Satz ist vielleicht ein Possessivpronomen:
Wir schreiben einen Test. Seine Länge (= die Länge des Tests ) ist 3 Seiten.
- Vielleicht gibt es 2 Wörter, die wir in beiden Sätzen finden:
Die Schüler schreiben einen Test. Sie (=die Schüler ) finden den Test schwer.
Für den Relativsatz nehmen wir jetzt das 2. Wort im ersten Satz!(=Test, nicht Schüler )
Warum? Mit dem zweiten Wort kann man leichter einen Relativsatz bilden.

2. Wir bilden das Relativpronomen


Wir arbeiten jetzt nur noch mit dem zweiten Satz. Der erste Satz bleibt Hauptsatz.
Das Relativpronomen hat den gleichen Kasus wie das Beziehungswort im zweiten Satz.
- Beziehungswort im 2.Satz hat bestimmten Artikel ⇒ Relativpronomen = Artikel :
a) Der Test ist schwer ⇒ Relativpronomen = der
b) Wir finden den Test schwer ⇒ Relativpronomen = den
c) In dem Test sind schwere Aufgaben ⇒ Präposition bleibt: in dem !!
Vorsicht Dativ Plural: z.B. mit den Schülern ⇒ mit denen !
- Beim Beziehungswort im 2.Satz steht oft ein Demonstrativpronomen ( dieser,dieses,diese )
Das Relativpronomen hat die gleiche Endung wie das Demonstrativpronomen:
Dieser Test ist schwer ⇒ Relativpronomen = der - diese Tasche ⇒ die
diesen Test ⇒ den - in diesem Test ⇒ in dem - in dieser Tasche ⇒ in der
- Beziehungswort im 2.Satz ist Personalpronomen ⇒ Relativpronomen hat die gleiche Endung:

Mask Neutr Fem Plural


Nom er → der es → das sie → die sie → die
Akk ihn → den es → das sie → die sie → die
Dat ihm → dem ihm → dem ihr → der ihnen → denen

- Possessivpronomen ersetzen wir immer durch den Genitiv des Relativpronomens!


Das Substantiv hinter dem Possessivpronomen muß bleiben:
sein Buch ⇒ dessen Buch / seine Uhr ⇒ dessen Uhr / mit seinem Stift ⇒ mit dessen Stift
deren für ihr, ihre , ihren, ihrem usw. (Feminin-ihr oder Plural-ihr !)
(Kasus-Endung ist hier egal, das Relativpronomen ist immer Genitiv!)
- Wenn das Beziehungswort im 2.Satz Genitiv ist:
das Buch des Lehrers ⇒ dessen Buch !!!

Relativpronomen "dessen" für "des Lehrers" ersetzt den Artikel von Buch !!
Falsch: dessen das Buch oder das Buch dessen
 John Campbell-Cohen SEITE 69

RELATIVSÄTZE BILDEN 2

3. Wir bilden den Relativsatz


Nur der zweite Satz soll Relativsatz werden! Wir verändern den ersten Satz nicht!
> Der Relativsatz beginnt mit dem Relativpronomen, das konjugierte Verb ist Satzende <
b) Wir finden den Test schwer
(Beziehungswort "Test" entfernen!)
, den wir(klein w !) schwer finden
Falsch : , wir finden den schwer / , wir den schwer finden / , der wir den Test schwer finden / , der wir ihn schwer finden

>> Eine Präposition muss vor dem Relativpronomen bleiben!


c) In dem Test sind schwere Aufgaben
↓ (konjugiertes Verb Satzende)
, in dem schwere Aufgaben sind
Falsch : , der viele Aufgaben in dem Test sind / , der viele Aufgaben in ihm sind / , dem viele Aufgaben in sind

>> Genitiv-Relativpronomen(dessen/deren ) ersetzt - wie Possessivpronomen - den Artikel !


1. Der Lehrer heißt Müller. 2. Sein Buch liegt hier / Das Buch des Lehrers liegt hier.
↓ (ersetzt Artikel !)
, dessen Buch hier liegt,
Falsch : , dessen hier liegt / , dessen das Buch hier liegt / , das Buch dessen hier liegt

>> Nach dem Relativpronomen müssen Subjekt und/oder Personalpronomen kommen!


1. Wir lernen für den Test. 2. Heute schreiben wir den Test.
, den wir heute(klein h !) schreiben.
1. Du hast 3 Stifte. 2. Einen von ihnen (=von den Stiften ) brauche ich .
↓ (nicht vergessen! )
, von denen ich einen brauche

4. Wir verbinden Relativsatz und Hauptsatz


- Nur im Relativsatz ist das Verb am Ende! Satz 1 dürfen wir nicht verändern!
Falsch : Wir einen Test schreiben, der schwer ist.
Richtig: Wir schreiben einen Test, der schwer ist.
1.Satz=Hauptsatz ⇒ Verb Position 2

- Der Relativsatz steht immer direkt rechts neben seinem Beziehungswort im Hauptsatz!
Beziehungswort ist Ende Hauptsatz ⇒ Relativsatz kommt nach dem Hauptsatz.
Wir schreiben einen Test, der schwer ist.
Beziehungswort ist Anfang Hauptsatz ⇒ Relativsatz ist im Hauptsatz
1. Der Lehrer kommt nicht. 2. Er ist krank.
Falsch : Der Lehrer kommt nicht, der krank ist. Relativpronomen ist nicht neben Beziehungswort!
Richtig: Der Lehrer, der krank ist, kommt nicht.
- AUSNAHME: Präfix trennbare Verben/Infinitiv/Partizip Perfekt (mit Partikel) dürfen (müssen nicht!)
zwischen Relativsatz und Beziehungswort stehen:
1. Heute ist der Lehrer (nicht ) wiedergekommen (Partizip Perfekt). 2. Er war krank.
Richtig: Heute ist der Lehrer, der krank war, (nicht ) wiedergekommen.
Auch richtig: Heute ist der Lehrer (nicht ) wiedergekommen, der krank war.
- Attribute des Beziehungswortes müssen(!) zwischen Beziehungswort und Relativsatz bleiben:
1. Das Buch des Lehrers hat einen weißen Umschlag. 2. Das Buch liegt hier.
Richtig: Das Buch des Lehrers, das hier liegt, hat einen weißen Umschlag.
Falsch : Das Buch, das hier liegt, des Lehrers hat einen weißen Umschlag.
Falsch!! Das Buch, dessen (Genitiv nicht hier, sondern im ersten Satz!!) hier liegt, hat ...
 John Campbell-Cohen SEITE 70

RELATIVPRONOMEN ERGÄNZEN

Bei dieser Übung bekommen wir einen Hauptsatz mit Relativsatz, aber das Relativpronomen fehlt!
Beispiel a) Wir schreiben einen Test, ...... schwer ist.
Beispiel b) Wir schreiben einen Test, ...... wir schwer finden.
Beispiel c) Der Lehrer, ......... ich geredet habe, heißt Herr Müller.
Beispiel d) Der Lehrer, ......... Buch ich gefunden habe, heißt Herr Müller.

1. Wir suchen das Beziehungswort


Es ist ein Substantiv oder ein Name. Es ist links neben dem ersten Komma.
Wir schreiben einen Test , ... Beispiel a)/b)
←links neben Komma suchen
Vielleicht ist zwischen Komma und Beziehungswort ein Partizip Perfekt oder ein Infinitiv:
Wir haben einen Test geschrieben , ... / Wir müssen einen Test schreiben , ...
← ←

2. Wir suchen das Subjekt im Relativsatz


Das Relativpronomen ist Subjekt im Relativsatz, oder das Subjekt ist rechts neben dem Relativpronomen.
Wenn wir also kein Subjekt finden, dann ist das Relativpronomen Subjekt: Es ist der, das, oder die .
Beziehungswort ist Mask. Sg. ⇒ der
Beziehungswort ist Neutr.Sg. ⇒ das
Beziehungswort ist Fem. oder Plural ⇒ die
Beispiel a) , ..... schwer ist. ⇒ Kein Subjekt!
Beziehungswort = Test: Mask. Sg. ⇒ Pronomen: der
Wir schreiben einen Test, der schwer ist.
Beispiel b) , ...... wir schwer finden. Subjekt = wir
Beispiel c) , ...... ich geredet habe,... Subjekt = ich
Beispiel d) , ...... Buch ich gefunden habe,... Subjekt = ich

3. Wir bilden das Relativpronomen


Das Verb im Relativsatz bestimmt die Form des Relativpronomens!
Wenn wir ein Subjekt gefunden haben, dann müssen wir einen Satz bilden mit dem Beziehungswort:
1. Subjekt, 2. Verb, 3. Beziehungswort.
Beispiel b) Wir finden (Test??) schwer. ⇒ Wir finden den Test schwer.
Verb finden hat ein Akkusativ-Objekt ⇒ "Test“ ist Akkusativ-Objekt
Relativpronomen und bestimmter Artikel sind gleich: Relativpronomen = den
Wir schreiben einen Test, den wir schwer finden. Falsch: …, der wir ihn schwer finden.

Beispiel c) Ich habe (Lehrer??) geredet.


Falsch: Ich habe der Lehrer geredet. Subjekt=ich =Nominativ ; Lehrer kann nicht auch Nominativ sein!
Falsch: Ich habe den oder dem Lehrer geredet. Verb reden hat kein Akkusativ- oder Dativ-Objekt!
Richtig: Ich habe mit dem Lehrer geredet. Lehrer ist präpositionales Objekt.
Die Präposition muss vor dem Relativpronomen stehen:
Der Lehrer, mit dem ich geredet habe, heißt Müller. Falsch: …, dem ich mit geredet habe, …

Beispiel d) Ich habe (Artikel??) Buch (Lehrer??) gefunden.


Wir verstehen: Das Buch gehört dem Lehrer ⇒ Ich habe (??) Buch des Lehrers gefunden.
Relativpronomen für "des Lehrers" ist dessen ⇒ "dessen“ ersetzt den Artikel von Buch:
Der Lehrer, dessen Buch ich gefunden habe, heißt Müller. Falsch: …., das Buch dessen ich …
Wir können hier auch sehen: links neben dem Subjekt "ich" ist ein Substantiv "Buch" .
Aber: Links neben dem Subjekt muss das Relativpronomen sein ⇒ Relativpronomen ist Artikel von "Buch" !
Nur die Genitiv-Formen "dessen" und "deren" ersetzen (immer!) einen Artikel !
 John Campbell-Cohen SEITE 71

PASSIV-VERBFORMEN

Alle Passiv-Formen von einem Verb bildet man mit dem Partizip Perfekt von diesem Verb.
Zu diesem Partizip Perfekt (Position Satzende) kommt ein Hilfsverb: werden
Von werden bilden wir die Form, die wir haben wollen: Präsens, Perfekt, Infinitiv usw.
Intransitive Verben (ohne Akkusativ-Objekt) haben kein Passiv.
Nur manche Verben der Aktion (z.B. helfen,arbeiten,essen,tanzen ...) haben ein Passiv ohne Subjekt:
Heute wird gearbeitet. In der Disko wird nur getanzt und nicht geredet.
Oft gibt es nur die 3.Person: Er/sie/es (=Sache) wird gekauft , aber nicht: ich werde gekauft.
Als Beispiel nehmen wir das Verb sehen, weil es in allen Formen ein Passiv hat.
!! Alle Passiv-Formen von sehen bilden wir mit dem Partizip Perfekt von sehen : gesehen !!

INFINITIV PASSIV: gesehen werden (=Partizip Perfekt von sehen + Infinitiv werden )

PRÄSENS PASSIV PRÄTERITUM PASSIV


Präsens von werden + gesehen Präteritum von werden +
ich werde gesehen ich wurde gesehen
du wirst gesehen du wurdest gesehen
er wird gesehen er wurde gesehen
wir werden gesehen wir wurden gesehen
ihr werdet gesehen ihr wurdet gesehen
sie werden gesehen sie wurden gesehen

PERFEKT PASSIV
Perfekt von werden + gesehen = Hilfsverb sein + gesehen + worden (ohne ge- !)
ich bin gesehen worden
du bist gesehen worden
er ist gesehen worden
wir sind gesehen worden
ihr seid gesehen worden
sie sind gesehen worden

PASSIV MIT MODALVERBEN


Modalverb (immer Aktiv!) + Infinitiv Passiv (= Partizip Perfekt gesehen + Infinitiv werden )
Präsens ich kann gesehen werden, du kannst gesehen werden usw.
Präteritum ich konnte gesehen werden, du konntest gesehen werden usw.
Perfekt ich habe gesehen werden können (Infinitiv!) usw.

Man kann von allen Verbformen ein Passiv bilden:


Plusquamperfekt ich war gesehen worden, du warst gesehen worden usw.
Futur I ich werde gesehen werden, du wirst gesehen werden usw.
Futur II ich werde gesehen worden sein usw.
Konjunktiv ich würde gesehen werden, du würdest gesehen werden usw.
ich wäre gesehen worden, du wärest gesehen worden usw.

Diese Formen braucht man aber nur sehr selten.


 John Campbell-Cohen SEITE 72

AKTIV UND PASSIV

Aktiv und Passiv ist ein Wechsel von Subjekt und Objekt: SUBJEKT WIRD OBJEKT, OBJEKT WIRD SUBJEKT
Aktiv-Objekt(nur Akkusativ!) wird Passiv-Subjekt, und Passiv-Objekt (mit "von" ) wird Aktiv-Subjekt
(Manchmal haben wir im Passiv nicht ein von-Objekt, sondern ein Objekt mit durch oder sehr selten mit seitens oder von seiten + Genitiv)
Dativ-Objekte und andere Satzteile (temporal, kausal, modal, lokal, präpositional) bleiben in Aktiv und Passiv gleich !!

Passiv-Verbformen: wir bilden zuerst das Partizip Perfekt (Position Satzende!), und dann konjugieren wir "werden".
Infinitiv Passiv: Partizip Perfekt + Infinitiv "werden"

AKTIV ⇒ PASSIV PASSIV ⇒ AKTIV


Man muss den Satz meistens nicht umstellen! Alle Satzteile können normalerweise da bleiben, wo sie sind!

Subjekt⇔Objekt Aktiv-Subjekt suchen(links oder rechts neben konjugiertem Verb) von+Dativ suchen
von+Dativ bilden = präpositionales Objekt Nominativ bilden (ohne von !) = Aktiv-Subjekt
!! Aktiv man ersatzlos entfernen! (Passiv kein von ) !! !! Kein von ⇒ Aktiv-Subjekt = man (rechts neben konjugiertem Verb) !!

VERB Partizip Perfekt bilden (Satzende) Partizip Perfekt suchen - "werden“ entfernen
Aber Perfekt bleibt das Partizip in Aktiv und Passiv!
"werden“ konjugieren - gleiche Zeitform wie Aktiv! Verb (im Perfekt Hilfsverb) konjugieren - Gleiche Zeitform wie Passiv !
Neues Subjekt ⇒ Verb Sg. oder Pl. ? Neues Subjekt ⇒Verb Sg. oder Plural ?

Modalverben: Modalverben bleiben Aktiv ! Modalverb ist schon Aktiv!


Infinitiv wird Infinitiv Passiv (Satzende) Infinitiv Passiv (Satzende) wird Infinitiv Aktiv!

Objekt⇔Subjekt Akkusativ-Objekt suchen Passiv-Subjekt suchen

Nominativ bilden (ist aber meistens gleich Akk.!) = Passiv-Subjekt Akkusativ bilden (ist aber meistens gleich Nominativ!) = Akkusativ-Objekt
Aktiv ohne Akkusativ-Objekt ⇒ Passiv ohne Subjekt* Passiv hat kein Subjekt* (oder unpersönliches "es“) ⇒ Aktiv kein Objekt

!!! Dativ-Objekte und andere Satzteile (temporal, kausal, modal, lokal, präpositional) bleiben gleich !!!

* PASSIV OHNE SUBJEKT Verben, die eine Aktivität sagen (z.B. arbeiten, helfen, tanzen, schwimmen) und im Aktiv kein Akkusativ-Objekt haben,
bilden ein Passiv ohne Subjekt, oder das Passiv-Subjekt ist unpersönliches "es".
Beispiel: "Hier wird gearbeitet" oder "Es wird gearbeitet".
Dieses "es" ist nur ein Subjekt-Ersatz. Es wiederholt nichts, heißt nichts, es fällt im Aktiv weg: "Hier arbeitet man."
 John Campbell-Cohen SEITE 75
AKTIV UND PASSIV: BEISPIELE

Übungen zu Aktiv / Passiv haben oft sehr lange und komplizierte Sätze mit schweren Wörtern.
Aber man muss in langen Sätzen nur sehr wenig verändern! Und man muss die Sätze meistens nicht umstellen.
Regel Passiv⇒Aktiv und Aktiv⇒Passiv : Subjekt wird Objekt, Objekt wird Subjekt!
- Im Passiv ist das Subjekt nicht immer neben dem konjugierten Verb!
- Das Aktiv-Objekt ist ein Akkusativ-Objekt, aber das Passiv-Objekt ist ein Objekt mit von +Dativ.
- Dativ-Objekte, andere Objekte und andere Satzteile (Angaben, Attribute) bleiben in Aktiv und Passiv gleich!!

konjugiertes Verb Aktiv-Subjekt Aktiv-Objekt


⇓ ⇓
werden (konjugiert) von-Objekt Passiv-Subjekt Partizip Perfekt
AKTIV
In der heutigen Zeit verbringen viele Leute den Urlaub gern im Süden .

PASSIV In der heutigen Zeit wird von vielen Leuten der Urlaub gern im Süden verbracht .
Sg.(neues Subjekt!)← →Sg.

PERFEKT: Aktiv immer haben , Passiv immer sein !! Partizip Perfekt bleibt an seinem Platz!
Schon früher haben viele Leute den Urlaub gerne im Süden verbracht.
Schon früher ist von vielen Leuten der Urlaub gerne im Süden verbracht worden .

Modalverben haben Subjekt "man" Objekt Infinitiv


AUSNAHMEN :: kein Passiv! kein von-Objekt Subjekt Partizip Perfekt+Infinitiv

In jedem Reisebüro kann man ohne Probleme Flüge buchen.


In jedem Reisebüro können - (!) ohne Probleme Flüge gebucht werden
Plural(neues Subjekt!)←→Plural

von-Objekt werden (konjugiert) Passiv-Subjekt Partizip Perfekt


Aktiv-Subjekt konjugiertes Verb Aktiv-Objekt
PASSIV
⇓ Von der Reiseagentur werden die Touristen mit Bussen zu den Hotels gebracht .

AKTIV Die Reiseagentur bringt die Touristen mit Bussen zu den Hotels .

PERFEKT: Passiv immer sein , Aktiv immer haben !! Partizip Perfekt bleibt an seinem Platz!
Von der Reiseagentur sind die Touristen mit Bussen zu den Hotels gebracht worden.
Die Reiseagentur hat die Touristen mit Bussen zu den Hotels gebracht .

Modalverben kein von-Objekt Subjekt Partizip Perfekt+Infinitiv ⇓


AUSNAHMEN : immer Aktiv! Subjekt "man" Aktiv-Objekt Infinitiv(Endung –en!!)

Vor Antritt der Reise muss der Preis an das Reisebüro bezahlt werden.
Vor Antritt der Reise muss man den Preis an das Reisebüro bezahlen .
(rechts neben Verb) (Akkusativ bilden!)

Perfekt von Modalverben: Aktiv und Passiv haben Aktiv und Passiv 2xInfinitiv
Vor Antritt der Reise hat der Preis an das Reisebüro bezahlt werden müssen.
Vor Antritt der Reise hat man den Preis an das Reisebüro bezahlen müssen.
KONJUNKTIV ΙΙ

Wir unterscheiden Indikativ (alle Zeitformen, Aktiv/Passiv), Imperativ und Konjunktiv.


Es gibt auf Deutsch 2 Konjunktiv-Formen. Sie heißen Konjunktiv Ι und Konjunktiv ΙΙ.
Sie haben gleiche Endungen und nur 2 Zeitformen: vergangen und nicht vergangen.
Konjunktiv ΙΙ bilden wir mit dem Präteritum-Stamm (starke Verben und Gruppe 3 manchmal mit Umlaut)
Formen des Konjunktiv ΙΙ
1. Zeitform "nicht vergangen" (Gegenwart/Zukunft)
Endung sein haben werden wissen brauchen müssen können dürfen mögen
[-e] ich/er wäre hätte würde wüsste bräuchte müsste könnte dürfte möchte
[-est] du wärest hättest würdest wüsstest bräuchtest müsstest könntest dürftest möchtest
[-en] wir/sie wären hätten würden wüssten bräuchten müssten könnten dürften möchten
[-et] ihr wäret hättet würdet wüsste bräuchtet müsstet könntet dürftet möchtet
Konjunktiv ΙΙ von sollen und wollen gleich Präteritum: ich/er sollte/wollte usw.
Die Formen (schwach,stark,Gruppe 3) sind gleich Präteritum und Endungen mit -e .
Bei schwachen Verben und denken,kennen,nennen,brennen,rennen sind sie 100% gleich Indikativ Präteritum.
Einige starke Verben und Verben der Gruppe 3 haben einen Umlaut (Formen im Buch S.250-253)
Nur die Formen in der Tabelle oben benutzen wir oft. Für andere Verben bilden wir meistens den
Konjunktiv ΙΙ von werden + Infinitiv (Satzende!):

ich/er würde sagen/wohnen/zeigen/gehen/bleiben usw.

2. Zeitform "vergangen" (=Vergangenheit)


Den Konjunktiv ΙΙ der Vergangenheit bilden wir wie das Perfekt
mit haben/sein + Partizip Perfekt (Modalverben wie im Indikativ mit doppeltem Infinitiv),
aber wir nehmen den Konjunktiv ΙΙ von haben/sein:
ich/er hätte gekauft/gezeigt usw. - ich/er wäre gefahren/gegangen/geblieben usw.
ich/er hätte arbeiten müssen / kommen können / bleiben dürfen usw.

3. Passiv
Nicht vergangen mit Infinitiv Passiv (oder nur Partizip Perfekt): er würde verkauft (werden)
Vergangen wie Perfekt Passiv: er wäre verkauft worden

Gebrauch des Konjunktiv ΙΙ


- Irreal (oft mit der Modalpartikel "eigentlich " im Satz)
Ich dachte eigentlich, wir hätten heute Unterricht (=wir haben aber keinen Unterricht).
Ich müsste heute eigentlich arbeiten (=ich muss, aber ich arbeite trotzdem nicht).
- Irrealer Vergleich / Vermutung (mit als + Hauptsatz oder als ob + Nebensatz)
Du redest, als wärest du meine Mutter. (=Du bist nicht meine Mutter, aber du redest wie sie.)
Es scheint / sieht so aus, als würde es schönes Wetter. (=Vielleicht wird das Wetter schön.)
- Hypothetisch (meistens in Sätzen mit wenn, dann ... )
Wenn ich Geld hätte, dann würde ich ein Auto kaufen (= aber ich habe kein Geld).
- Wunsch: Ich würde gern ein Eis kaufen (=ich möchte es und vielleicht kaufe ich es).
Hier auch die Formen: Ich wüsste gern ... / Ich bräuchte mal ...
- Höfliche Bitte: Würden Sie mir sagen, wieviel Uhr es ist? Ich hätte gern einen Kaffee.
- Vermutung: Die Modalverben können im Konjunktiv ΙΙ eine Vermutung ausdrücken. (nächste Seite)
VERMUTUNGEN
Eine Vermutung ist eine Information, die nicht sicher ist, oder eine Sache, die ich nur glaube.
Wir haben auf Deutsch viele Möglichkeiten, eine Vermutung zu sagen.

1. Modalpartikel + Indikativ (=normale Verbform: Präsens, Perfekt …)


vielleicht, anscheinend, möglicherweise, wohl ... (schwache Vermutung)
doch, (höchst)wahrscheinlich, bestimmt, zweifellos, sicher ... (starke Vermutung)
Diese Partikel stehen im Hauptsatz gerne auf Position 1, sonst immer nahe beim Verb:
Vielleicht kommt er nicht. - Er kommt bestimmt mit dem Auto!

2. Bestimmte Verben/Ausdrücke mit Hauptsatz/Nebensatz/Infinitivsatz


glauben, meinen, denken, vermuten, hoffen* (oft auch zusammen mit einer Partikel)
- mit Hauptsatz: Ich glaube, er kommt heute nicht. Ich glaube, er kommt bestimmt.
- mit Nebensatz: Ich glaube, dass er heute nicht kommt.
bezweifeln (Gegenteil von glauben), befürchten*(Gegenteil von hoffen)
nur mit Nebensatz: Ich bezweifle, dass er kommt(=ich glaube, er kommt nicht)
Ich befürchte, dass er nicht kommt(=er kommt wohl leider nicht)
scheinen (eine Vermutung, die sich auf eine Beobachtung stützt)
- mit Hauptsatz: Mir scheint, er kommt heute nicht. =ich glaube es nicht, denn es ist schon spät
- mit Nebensatz: Es scheint (mir), dass er nicht kommt. Mir scheint, dass er später kommt.
- mit zu+Infintiv: Er scheint nicht zu kommen.
Es sieht so aus, als+Verb Konjunktiv ΙΙ+Subjekt /..., als ob/wenn ... (Nebensatz Konjunktiv ΙΙ)
Es sieht so aus, als käme er später. /Es sieht so aus, als ob/wenn er später käme.
Ich haben den Eindruck/das Gefühl, dass ... (Nebensatz)
Es ist (un)möglich/(un)wahrscheinlich/(nicht) sicher, dass er kommt.

3. Modalverben (oft zusammen mit Partikeln)


können (Möglichkeit)
Indikativ: Er kann bald kommen.
Konjunktiv: Er könnte (eigentlich) bald kommen. (Sehr schwache Vermutung)
müssen, manchmal auch sollen (Wahrscheinlichkeit)
Indikativ: Er muss doch kommen! (=ich verstehe nicht, warum er noch nicht da ist)
Konjunktiv ΙΙ: Er müsste/sollte doch eigentlich bald kommen. (Schwächer als Indikativ)
dürfen (Persönliche Meinung des Sprechers, immer im Konjunktiv ΙΙ)
Er dürfte (eigentlich) bald hier sein.

4. FUTUR (meistens mit wohl, aber auch mit anderen Partikeln)


Das Futur wird auf Deutsch wenig benutzt.
Für die Zukunft nehmen wir auf Deutsch normalerweise das Präsens.
Mit dem Futur kann man eine starke Absicht (=Intention) oder eine Vermutung ausdrücken.
Wir bilden das Futur mit dem Hilfsverb werden + Infintiv.
Mit Infinitiv Präsens heißt es Futur Ι ⇒ Vermutung über Gegenwart/Zukunft
Ich werde gehen, du wirst gehen, er wird gehen, wir/sie werden gehen, ihr werdet gehen
Mit Infinitiv Perfekt heißt es Futur ΙΙ ⇒ Vermutung über Vergangenheit (!!)
Ich werde gegangen sein, du wirst gegangen sein, er wird gegangen sein usw.
Ich werde gegessen haben, du wirst gegessen haben, er wird gegessen haben ...
Wo ist Herr Meier? Er wird wohl im Büro sein(=ich glaube, er ist im Büro)
Wo ist Herr Meier? Er wird wohl schon gegangen sein(=ich glaube, er ist gegangen)

* hoffen und befürchten : nicht nur ein Vermutung, sondern auch ein Wunsch bzw. das Gegenteil eines Wunsches (=befürchten ).
KONJUNKTIV Ι
Konjunktiv Ι und ΙΙ haben gleiche Endungen und nur 2 Zeitformen: vergangen / nicht vergangen.
Konjunktiv Ι bilden wir mit dem Infinitiv-Stamm (nicht Präsens-Stamm !)
Viele Formen sind gleich Indikativ. Wir benutzen für alle Plural-Formen immer den Konjunktiv ΙΙ !

1. Nicht vergangen (Gegenwart/Zukunft)


Von den meisten Verben hat nur die 3.Person Singular eine „richtige“ Konjunktiv Ι - Form.
Die Endung ist -e . (wie 1.Sg) Wir bilden: Infinitiv ohne –n (Verben mit Infinitiv –ln/-rn ⇒ -le/-re )
er/sie/es habe, werde, wohne, zeige, heiße, gehe, fahre(!), nehme(!), sehe(!), verbessere(!) ...

Die Modalverben und "wissen“ haben Konjunktiv Ι – Formen für die 1. – 3.Person Singular:
ich/er könne müsse solle wolle dürfe möge wisse
du könnest müssest sollest wollest dürfest mögest wissest

Nur das Verb "sein“ hat Konjunktiv Ι für alle Formen:


ich sei, du sei(e)st, er sei - wir seien, ihr seiet, sie seien

2. Vergangen (nur eine Form für Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt!)


Konjunktiv von haben/sein + Partizip Perfekt
3.Sg. er habe gekauft/genommen/gegessen - er sei gegangen/gekommen/gefahren
3.Pl. sie hätten (!) gekauft/genommen usw. - sie seien gegangen/ gekommen usw.
(haben Sg. Konj.I, Plural Konj. II ! )

Modalverben: er habe gemusst – aber, mit Infinitiv: er habe kommen müssen (2x Infinitiv!)

Übersicht Formen Indikativ und Konjunktiv

IInnddiikkaattiivv Konjunktiv Ι IInnddiikkaattiivv Konjunktiv ΙΙ (als Ersatz für Konjunktiv Ι)


PPrräässeennss PPrräätteerriittuumm
schwach
ich w
woohhnnee (wohne) w
woohhnnttee wohnte , würde wohnen
du w
woohhnnsstt (wohnest) w
woohhnntteesstt wohntest , würdest wohnen
er,sie,es w
woohhnntt wohne w
woohhnnttee (wohnte) , würde wohnen
wir w
woohhnneenn wohnen w
woohhnntteenn wohnten , würden wohnen
ihr w
woohhnntt wohnet w
woohhnntteett wohntet , würdet wohnen
sie, Sie w
woohhnneenn wohnen w
woohhnntteenn wohnten , würden wohnen

Stark
ich sseehhee (sehe) ssaahh (sähe) , würde sehen
du ssiieehhsstt (sehest) ssaahhsstt (sähest) , würdest sehen
er,sie,es ssiieehhtt sehe ssaahh (sähe) , würde sehen
wir sseehheenn wohnen ssaahheenn (sähen) , würden sehen
ihr sseehhtt wohnet ssaahhtt (sähet) , würdet sehen
sie, Sie sseehheenn wohnen ssaahheenn (sähen) , würden sehen

N.B. Die durchgestrichenen Formen benutzt man nicht. Die Formen in Klammern() benutzt man wenig.
Die fett gedruckten Formen benutzt man viel. Die kursiv gedruckten Formen kann man benutzen.
 John Campbell-Cohen SEITE 76

Gebrauch des Konjunktiv Ι: INDIREKTE REDE


"Indirekte Rede" heißt: wir sagen, was eine andere Person gesagt hat (="Direkte Rede").
Für nur einen Satz bilden wir einen Nebensatz, meistens im Indikativ:
Direkte Rede: "Ich komme aus Kamerun." Indirekte Rede: Er hat gesagt, dass er aus Kamerun kommt.
Möglich sind auch 2 Hauptsätze im Indikativ: Er hat gesagt, er kommt aus Kamerun
Auch mehrere Sätze kann man im Indikativ bilden, aber besser ist hier der Konjunktiv:
Er hat gesagt, er komme aus Kamerun und wolle hier studieren, weil es in Deutschland gut sei.
Hier ein paar Arbeitshilfen:
1. Vorsicht Personen und Pronomen! 3.Person bleibt 3. Person, 1. und 2.Person wird auch 3.Person !
Direkte Rede: "Ich fahre mit meinem Auto" ⇒ Indirekte Rede: Er sagt, er fahre mit seinem Auto
Manchmal ist es besser, die Namen zu sagen: Paul sagt, Peter fahre mit seinem Auto.
!! Nur in einem gesprochen Dialog können wir in der Indirekten Rede die 1. oder 2.Person haben:
Max sagt zu mir: "Peter ist nicht da." ⇒ Ich sage zu Peter: Max hat gesagt, du seist nicht da.

2. Präsens-Verbform ⇒ von diesem Verb Konjunktiv bilden: 3.Sg. Konj Ι, andere Formen Konj.ΙΙ!

Direkte Rede Indirekte Rede 3.Sg. Direkte Rede Indirekte Rede 3.Pl. (Konjunktiv ΙΙ).
Präsens er wohnt er wohne sie wohnen sie wohnten* /(würden wohnen)
1./2.Pers.ich wohne, du wohnst meistens auch: er wohne wir wohnen, ihr wohnt meistens auch: sie wohnten* (s.o. 1.)
starker nimmt er nehme sie nehmen sie nähmen /(würden nehmen)
Modal er will er wolle sie wollen sie wollten* / (würden wollen)
Perfekt er hat gewohnt er habe gewohnt sie haben gewohnt sie hätten gewohnt
er ist gegangen er sei gegangen sie sind gegangen sie seien (wären) gegangen
Futur I+II er wird gehen / er werde gehen / sie werden gehen / sie würden gehen / gegangen
gegangen sein gegangen sein gegangen sein sein
Passiv es wird verkauft es werde verkauft sie werden verkauft sie würden verkauft
es ist verkauft es sei verkauft sie sind verkauft sie seien (wären) verkauft
worden worden worden worden
* In der Indirekten Rede kann man die Konjunktiv ΙΙ-Formen benutzen, die gleich Präteritum sind,
weil es im Konjunktiv kein Präteritum gibt.

3. Präteritum-Verbform ⇒ Partizip Perfekt bilden und haben oder sein im Konjunktiv konjugieren!

Direkte Rede Indirekte Rede 3.Sg. Direkte Rede Indirekte Rede 3.Pl. (Konjunktiv ΙΙ)
Präteritum er wohnte er habe gewohnt sie wohnten sie hätten gewohnt
er nahm er habe genommen sie nahmen sie hätten genommen
er ging er sei gegangen sie gingen sie wären gegangen
er wollte er habe gewollt sie wollten sie hätten gewollt
er wollte gehen er habe gehen wollen sie wollten sie hätten gehen wollen
Passiv es wurde verkauft es sei verkauft worden sie wurden verkauft sie seien verkauft worden
Plusquam- er hatte gekauft er habe (!) gekauft sie hatten gekauft sie hätten gekauft
perfekt ! er war gelaufen er sei (!) gelaufen sie waren gelaufen sie seien (wären) gelaufen

4. Direkte Rede: Frage ⇒ Nebensatz im Indikativ oder Konjunktiv (Indirekte Frage)


Imperativ-Verbform ⇒ Konjunktiv von sollen oder müssen + Verb im Infinitiv
"Wann beginnt der Unterricht? " ⇒ Er fragt, wann der Unterricht beginnt /beginne.
"Beginnt der Unterricht heute?" ⇒ Er fragt, ob der Unterricht heute beginnt / beginne.
"Bitte komm!" – "Kommen Sie!" ⇒ Er/man solle/müsse kommen. Pl. Sie sollten/müssten kommen

5. Vorsicht Zeit und Ort! Viele Angaben muss man anders sagen!
z.B. "hier" ⇒ da / "jetzt" ⇒ nun oder dann / "gleich" ⇒ bald
heute, gestern, morgen ⇒ an diesem Tag, am vorherigen Tag, am nächsten Tag
Wenn möglich, nennt man das Datum oder den Namen des Ortes.