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Eill Pallzerspähwagell Pallhard P 204 (j) in Frallkreich 1943. Das Fahrzeug hat allstall der 2,S-cm-Kanolle ein
zweites MG eilIgebaut. Solche Fahrzeuge waren den Franzosell 1940 im ullbese/Zlell Restjrallkreich belasseIl wordell
ulld wurden 1942 dort erbeutet. (BA)
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Waffe~ und Fahrzeuge der Heere und Luftstreitkräfte


~===
WAFFEN-
ARSENAL
===~

Ein ehemals englischer Panurspähwagen Humber Mark I bei einer deutschen Einheit in Afrika, die sich vollständig
mit englischem Gerät ausgerüstet hat. Auch die Quad-Zugmaschine rechts im Hintergrund ist mit Balkenkreuzen
gekennzeichnet. (BA)

Beutepanzer
unterm Balkenkreuz
Panzerspähwagen und gepanzerte Radfahrzeuge

Werner Regenberg

PODZUN-PALLAS-VERLAG - 61200 Wölfersheim-Berstadt


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VORWORT

Nach den bisher in der Reihe "Beutepanzer unterm Balkenkreuz" erschienenen Waffen-Arsenal Bänden Nr.
116 "Russische Kampfpanzer", Nr. 121 "Französische Kampfpanzer" und Nr. 137 "Amerikanische und
englische Kampfpanzer" widmet sich dieses Heft den Panzerspähwagen und anderen gepanzerten Rad·
fahrzeugen der verschiedensten Nationen in deutschen Diensten während des 2. Weltkrieges.
Teilweise werden in diesem Heft Fotos abgedruckt, die wegen der Original-Aufnahmetechnik oder der
Bildquelle Unschärfen aufweisen. Wegen der Seltenheit der fotographierten Fahrzeuge wurden diese Auf-
nahmen trotzdem verwendet.
Der Autor ist für jede korrigierende und ergänzende Information in Wort und Bild dankbar.
Dr. Werner Regenberg

Links:
Ei" liegellgebliebell er
oder abgeschossener
Pan/lOrd Spä/nvagell.
Diese Fahrzeuge
wurden /lach Abschluß
der Kampj71Cl1ld /llf1 gen
geborgen und w e llll
mög lich nach ein er
Generalüberholung im
Herstellenve rk
weiten len velldel . (H H )

TITELBILD
Panzerspähwagen
Marmon-Herrington
(siehe Seite 27)

BILOQUELLENVERZEICHNIS:
Bundesarchiv (BA) Friedrich Husemann (FH) jean-Louis Roba (jR)
Munin Verlag (MV) Randolf Kugler (RK) Walter Spielberger (WS)
Richard Eiermann (RE) Thomas Lederer (TL) Prof. Dr. Manfred Savodny (MS)
Reinhard Frank (RF) Stephan de Meyer (SM) jürgen Wilhelm (jW)
Henry Hoppe (HH) Karlheinz Münch (KM) Titelseite: Heinz Rode
Archiv Palicki (AP)

Techn ische Herste ll un g:


He in z Nickel Satz & Druck. 661 15 Saarbrücken
© Copyri ght, 1994 ISBN 3-7909·0494·5
Venrieb: Allein ven rieb
All e Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, beim
Podzun· Pali as- Verlag GmbH rur ÖSlerreich:
PODZUN-PALLAS-VERLAG GmbH, Kohlhäuserslraße 8 Pressegro ~ ve nrie b Sa lzburg
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Verant wortlich für den Inh alt iSI der Autor.


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Das WAFFEN-ARSENA L Sc hweiz 13.80 sfr.
Für den österreichischen Buchhande l: Verl agsauslieferu ng Dr. Hain,
Gesamtredaktion: Horst Sc heibert
Industri ehof Stadlau, Dr. OUo· Neurath·Gasse 5. 1220 Wien

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EINLEITUNG
Panzerspähwagen und gepanzerte Radfahrzeuge die- oder nach den Fahreigenschaften des Laufwerkes
nen im allgemeinen der Aufklärung, Verbindung und ("Straßenpanzer")" .
dem geschützten Transport. Ihre militärischen Auf- Mit der allgemeinen Verwendung von Kraftfahrzeu-
gaben werden in der 0 612/1 wie folgt beschrieben: gen' kam um die Jahrhundertwende auch der Ge-
"Panzerkraftwagen (verschiedentlich auch Straßen- danke auf, diese für militärische Zwecke zu nutzen.
panzer, Panzerwagen, Panzerspähwagen oder gepan- Erste Versuche mit gepanzerten Lastkraftwagen
zerte Kraftwagen genannt) dienen auf Grund ihrer wurden 1900 von den Engländern und 1901 von den
hohen Geschwindigkeit in erster Linie der Aufklä- Franzosen durchgeführt. Es handelte sich um behelfs-
rung. Bewaffnung und Panzerung sollen sie nicht nur mäßig gepanzerte Lastkraftwagen mit MG-Bewaff-
beflihigen, die Aufklärung zu erzwingen, sondern nung.
auch die feindlicheAufklärung zu vertreiben und gute In Deutschland wurde ab 1903 von Paul Daimler ein
Gelegenheiten zu Überfällen auszunützen. Sie sollen vierradgetriebener Straßenpanzerwagen enhvickelt
den Schutz motorisierter Verbände während des und ein Einzelexemplar 1905 durch die österreichi-
Marsches durchführen und in besonderen Fällen sche Daimler-Motoren-Gesellschaft gebaut. Waren
selbst die gesicherte BefOrderung von Personen, Ge- bis zum Ersten Weltkrieg nur wenige Straßen panzer,
rät oder Nachrichten übernehmen können". hauptsächlich von den Franzosen, gebaut worden,
Man unterscheidet im Ausland meist schwere und setzte im Krieg doch ein reger Gebrauch dieser Fahr-
leichte Panzerkraftwagen. zeuge ein, der zu einer steten Fortentwicklung der
Schwere Panzerkraftwagen sind stets mit einer pan- Technik und Taktik führte.
zerbrechenden Waffe und mit Maschinengewehren Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren bei allen
ausgerüstet und verfügen meist über Funkgerät. 1m beteiligten Nationen gepanzerte Radfahrzeuge eige-
allgemeinen haben sie ein Gewicht von mehr als sie- ner oder gekaufter Bauart vorhanden.
ben Tonnen. Zur Erzielung höherer Geländegängig- Die deutsche Wehrmacht hatte bis zum Beginn des
keit haben sie vielfach Sonderfahrgestelle oder ver- Krieges verschiedene leichte und schwere Typen von
besserte handelsübliche Vielradfahrgestelle. Verein- gepanzerten Radfahrzeugen für ihre motorisierten
zelt haben sie Felgen für Schienenfahrl, die sie zur Verbände entwickelt und eingeführt. Es waren dies
Verwendung als Panzerdraisinen beflihigen. Leichte der Maschinengewehrkraftwagen Kfz. 13, der Funk-
Panzerkraftwagen sind meist aus handelsüblichen kraftwagen Kfz. 14, die leichten Panzerspähwagen
Fahrgestellen hergestellt, die häufig nur teilgepanzert Sd. Kfz. 221, 222 und 223, die schweren Panzerspäh-
und dann nur mit Maschinengewehrschießgestellen wagen 6-Rad, Sd.Kfz.231 und 232, der schwere Pan-
versehen sind. Oft sind sie ganz an feste Straßen ge- zerfunkwagen Sd.Kfz. 263 und die schweren Pan-
bunden. zerspähwagen 8-Rad Sd.Kfz. 231 und 232.
Teilweise erfolgt auch die Bezeichnung nach Art der Die Typenvielfalt erweitert sich im Verlauf des Krie-
Bewaffnung ("Autocanon" oder "Auto-Mitrailleuse") ges noch um die kleinen Panzerfunkwagen Sd.Kfz.

Dieser russische BA · IO iST


typisch fü r ein auf-
gefundenes Beule!ahr-
zeug. Der Späh wagen ist
\'enl111tlich wegen eines
Reifellschlldells liegel/ge-
blieben. Die Besatzung
oder andere vorbei-
ziehende Truppen haben
das Bug-MG ausgebaut
I/Iul sich (Im Motor mit
Ersatzteilen bedielll. Der
Verschluß wurde ge/adell
lind unbrauchbar
gemacht, wie die
wamende Aufschrift
" Verschluß geladen "
venl/Wen läßt, (HH)

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Ei" erbeuteter Panhard
Panzerspähwagen wird
untersucht. Der Spähwagen ist
mit Funk ausgerüstet, wie die
Antenne links {Im Heck zeigt.
Nicht alle fra nzösischen
Pallzerspäln'vagen waren mit
Funk ausgerüstet, denn oft
fehlte es noch an deli Geräten
(HH)

260 und 261, den schweren 8-Rad Panzerspähwagen Planmäßige Aufstellungen von Einheiten in Zug- bis
Sd.Kfz- 233, die schweren Panzerspähwagen Sd.Kfz. Abteilungsstärke erfolgten mit erbeuteten Panzerspäh-
234/1 bis 234/4 und einige gepanzerte Personen- und wagen aus englischer, französischer, holländischer, ita-
Lastkraftwagen. lienischer und russischer Produktion.
Vom Heereswaffenamt wurde vor und während des
Insgesamt wurden bis Kriegsende über 4200 der oben Krieges Material über die WatTen anderer Länder ge-
genannten Fahrzeuge gebaut Die Produktion dieser sammelt und sogenannte "Kennblätter Fremdgerät"
gepanzerten Radfahrzeuge reichte aber nie aus, alle angelegt Hierbei wurde ein System verwendet, bei dem
Einheiten, für die solche Fahrzeuge vorgesehen wa- zuerst der deutsche Name des Gerätes stand, gefolgt
ren, auf SoUstärke auszurüsten. Viele Einheiten muß- von einer Kennzahl und einem in Klammern gesetz-
ten sich daher mit Pkw oder sogar Motorrädern auf ten Buchstaben für das Herkunftsland. Für gepanzerte
Soll plätzen für Panzerspähwagen begnügen. Erbeu- Radfahrzeuge wurde der 200er Nummernkreis ver-
tete Panzerspähwagen und gepanzerte Radfahrzeuge wendet, und so lautete die Bezeichnung für den fran-
wurden, soweit sie fahrbereit waren, oft sofort in die zösischenAutomitrailleuse de Devouverte Panhard 178
eigel)eAusrüstung übernommen, auch wenn gar kein z.B.:
gepanzertes FahrLeug für die Einheit vorgesehen war. Panzerspähwagen P 204 (I)
Andere Einheiten füllten Sollstellen mit erbeuteten 10 diesem Heft werden die erbeuteten gepanzerten
Radpanzern auf. Die Fahrzeuge wurden in ihrer ei- Radfahrzeuge nach ihren Herkunftsländern abgehan-
gentlichen Funktion aber auch als Zugmaschinen für delt, wobei versucht wird, die Reihenfolge der Kriegs-
leichte Anhängelasten oder als gepanzerte Transport- ereignisse und damit den Zugangszeitpunkt einzuhal-
fahrzeuge verwendet ten, was aber nicht immer möglich ist.

Ein bei Kampflwndlungen


zerstörter polnischer
Spähwagell wz. 34. Der
Panzerwagen ist mit einer
3,7-Cln-Kanone bewaffn et,
die in ein er Kilge/blende
gelagert ist.

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POLEN
Bei Ausbruch des Krieges im September 1939 ver- wegsamen Gelände liegengeblieben waren, von den
fügte die polnische Armee über ca. 90 Panzerspäh- Besatzungen selbst zerstört.
wagen, die in Einheiten zu je acht Fahrzeugen den Der zweite polnische Spähwagentyp ,,samoch6d pan-
Kavallerie-Brigaden zugeteilt waren. cerny wz. 34" wurde aus dem französischen Halbket-
Vom Typ Samoch6d pancerny wz. 29 (panzerauto tenfahrzeug Citröen·Kegresse B-10 entwickelt. Die
Typ 1929) waren nur acht Fahrzeuge vorhanden. polnische Armee hatte eine größere Anzahl dieser
Dieser Panzerspähwagen war Ende der Zwanziger Fahrzeuge beschafft. 90 davon mit Panzeraufbauten
Jahre entwickelt worden und es wurden ca. 20 Stück versehen und als "Samoch6d pancerny wz. 28" ein·
gebaut. Das Fahrzeug hatte fünf Mann Besatzung geführt. Da die G ummiketten der Wagen nur eine
(dabei einen Vorwärts· und einen Rückwärtsfahrer) geringe Lebensdauer hatten, wurden die Fahrzeuge
und erreichte bei einem Gewicht von 4,8 Tonnen eine auf eine neue Hinterachse mit Doppelbereifung an·
Geschwindigkeit von 3S kmIh. Bewaffnet war der statt des Kettenlaufwerkes umgerüstet und in wz. 34
Spähwagen im Thrm mit einer französischen 3,7-cm- umbenannt. Der Panzerspähwagen hatte zwei Mann
Kwk Sa. 18 Puteaux und zwei 7,92-mm·Hotchkiss- Besatzung und erreichte eine Geschwindigkeit von
MG. Eines der beiden MG war in dem achtseitigen SS kmIh. Die Panzerung betrug acht Millimeter. Als
1I1rm im Dach zur Fliegerabwehr eingebaut. Ein drit- Bewaffnung waren im Drehturm entweder ein 7,92-
tes Hotchkiss MG war nach Rückwärts im Aufbau mm· Hotchkiss· MG oder eine 3,7-cm-K wk SA. 18 Pu-
montiert. Die Panzerung des Fahrzeuges war vier bis teaux montiert. Etwa ein Drittel der Spähwagen war
elf Millimeter stark. Die beim Ausbruch des Zweiten mit Kampfwagenkanonen bewaffnet, der Rest mit
Weltkriegs verbliebenen acht Panzerwagen waren der MG. Viele der Panzerspähwagen gingen wegen tech·
Mazowiecki Ka vallerie Brigade als Panzerspäh· nischer Defekte und Treibstoffmangel verloren, an·
schwadron zugeteilt. Die recht alten Fahrzeuge wa· dere blieben wegen ihrer schlechten Geländegän·
ren untermotorisiert und hatten nur eine beschränkte gigkeit stecken und mußten aufgegeben werden. Eine
Geländegängigkeit. Die wz. 29, die mit einer Ursus- Verwendung polnischer Panzerspähwagen durch
Maschine ausgerüstet und auch unter dem Namen Truppen der Wehrmacht konnte bisher nicht belegt
"Panzerspähwagen Ursus" bekannt waren, wurden werden.
bei Kämpfen abgeschossen oder nachdem sie in uno

Bei diesem
Iiegel/gebl iebenen
wz. 34 ist die
Tu rmbewaffllllllg,
die in einer eckigeIl
Blende gelagerl
war, be reits
ausgebaut. Auf
diesem F OIO ist sehr
glll die große
Hecktiir zu sehen.
Die Fahr:,euge
besaßen eine :we;le
Tür (I n der linken
Seite.

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BELGIEN
Obwohl Belgien im Ersten Weltkrieg eigene Straßen-
panzer entwickelt und gebaut hatte und diese zum
Teil zusammen mit französischen Typen auch noch
zwischen den Kriegen einsetzte, waren bei Ausbruch
des Krieges mit Deutschland keine Panzerspähwa-
gen vorhanden.
Die Gendarmerie verfügte noch über wenige gepan-
zerte Radfahrzeuge vom französischen Typ Berliet
VUDB, diese waren aber in schlechtem technischen
Zustand und kamen nicht zum Einsatz.
Als Zugmittel für 4,7-cm-Panzerabwehrkanonen
wurden den Kavellerieregimentern 1940 gepanzerte
Zugmaschinen geliefert.
Es handelte sich hierbei um Fahrgestelle von Ford
Eintonner-Lastkraftwagen 91 Y, die mit Hilfe von
Marmon-Herrington Bauteilen auf Allradantrieb
umgerüstet wurden.
Der Zusammenbau mit den gepanzerten Aufbauten,
die durch die Firma Ragheno in Mechelen geliefert
wurden, erfolgte in den Ford Werken in Antwerpen.
Oben: Eine ehemals be/gische FordiMarmoll-Herrington-
Produktionszahlen sind nicht bekannt.
Zugmaschine als Beutefahrzeug bei einer deutschen
Diese Fahrzeuge, die eigentlich als Zugmaschinen vor- LI/[twaffeneinheit (WL-3/9233). (BA)
gesehen waren, erfreuten sich als Beutestücke bei der
Wehrmacht großer Beliebtheit und wurden als ge-
panzerte Kommandeursfahrzeuge und bei A uf- Unlen: Diese gepanzerte Zugmaschine ist bei der 8. Pan-
k1ärungseinheiten eingesetzt. Nachgewiesen ist ihre ~e r-D;v;s;onals KommandeLufahrUllg (WH-754082) im
Verwendung bei der 14. und 35. Infanterie-Division Einsat:. Neben den taktischen Zeichen lind Balkenkreu-:.en
und der 8. Panzer-Division. führt das Fahr:eug vom und !rillten links den Divisions-
sllIlIder. Eine Funkallsrüstung ist auch l'orlumden. (BA)

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Oben: Alich beim 1.l I.R. 11 der 14. Infanterie-Division wurde die gepanzerte FordIMarmOlz-Herrington-Zugmasdzille
als Kommalldeurwagell gellutzt. Der seitliche Pallzerschutzjiir Fahrer und Beifahrer mul die "Türen" ließen sich ab-
klappen. (RF)

Unten: Auf solchen Wegen muß auch einer allradgetriebellell Zugmaschine mit allen Kräftell geholfen werdell. Schwie-
rigkeiten hat dieses Fahrzeug (WH-446906) einer Aufkliinmgseinheit mit den russischen Straßen. Vor dem Beifahrersitz
ist ein MG 34 laffelliert. (SM)

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NIEDERLANDE
Bei den niederländischen Streitkräften war eine ganze schinengewehren bewaffnet und hatte drei Mann
Anzahl verschiedener Typen von Panzerspähwagen Besatzung. Der Panzerspähwagen wurde 1940 in
hzw. gepanzerten Radfahneugen vorhanden, jedoch Holland erbeutet und erlebte seinen letzten Einsatz
jeweils nur in geringen Stückzahlen. im Hof der Reichskanzlei, wo er 1945 von russischen
Nach den Waffenstillstandsverhandlungen des Er- Truppen vorgefunden wurde.
sten Weltkrieges war durch die deutschen Truppen Die holländische Armee stellte 1936 ihre erste Pan-
ein Ehrardt Lkw an die holländischen Truppen über- zerwagen-Eskadron auf. Für diese Einheit wurden
geben worden. Dieses Fahneug wurde durch die Fir- 12 schwedische Landsverk Panzerspähwagen Typ
ma Siderius überpanzert, stand bis Mitte der dreißi- 181 beschafft. Landsverk baute diese Fahrzeuge un-
ger Jahre im Dienst und befand sich im Mai 1940 ter Verwendung des Daimler-Benz Fahrgestells Typ
wahrscheinlich noch im Depot in Öegstgeest. G 3 a/P. Die Fahrzeuge führten die niederländische
1929 wurden acht Panzerwagen auf Fahrgestellen Bezeichnung " Pantserwagen M 36" und hatten fünf
von GMC-Lastkraftwagen gebaut. 1932 wurden fünf Mann Besatzung. Bei einem Ge,vicht von 6,1 Ton-
dieser Wagen aus dem Dienst genommen, die ver- nen erreichten die Spähwagen eine Geschwindigkeit
bliebenen drei Fahneuge waren im Mai 1940 wahr- von 70 kmlh. Die Panzerstärke betrug zwischen fünf
scheinlich noch vorhanden, aber nicht im Einsatz. und neun Millimetern. An Bewaffnung waren im
1932 wurden drei Panzerautos auf Morris Dreiachs- Thrm eine 3,7-cm-Kwk von Bofors und ein 7,92-mm-
fahrgestellen gebaut und mit je drei bis vier Lewis- Lewis-MG vorhanden, zwei weitere Lewis-MG wa-
MG bestückt.Auch diese Fahneuge waren 1940 noch ren nach vorn und hinten im Panzerkasten einge-
vorhanden. baut. Die Pantserwagen M 36 erhielten die deutsche
Die oben genannten Panzerautos hatten nur einen Bezeichnung "Panzerspähwagen L 202 (h)". Erbeu-
geringen Kampfwert und werden, falls sie noch vor- tete Stücke waren nachweislich als Polizei-Panzer-
handen waren, nicht bei deutschen Truppen zum kraftwagen (h) bei der Ordnungspolizei im Einsatz
Einsatz gelangt sein. Ihr Verbleib ist ungeklärt. und gelangten bis nach Rußland.
Die Dock- und Werftfabrik Wilton-Fijenoord (WF) 1938 wurde die zweite Panzerwagen Eskadron auf-
baute 1933 drei Radpa nzerwagen für Niederländisch gestellt. Auch diesmal wurde der Auftrag zur Liefe-
Ost-Indien. Zwei Fahrzeuge wurden an Brasilien ver- rung von Panzerspähwagen wieder an die schwedi-
kauft, das letzte Fahneug war 1940 noch in den Nie- sche Firma Landsverk vergeben. Für diese Lieferung
derlanden vorhanden. Als Fahrgestell wurde ein wurden Büssing-NAG Fahrgestelle mit einem stär-
Krupp Dreiachsfahrgestell vom Typ L 2 H 43 mit ei- keren Motor ve rwendet. Die Fahrzeuge mit der
nem luftgekühlten Boxer-Vergasermotor verwendet. Typenbezeichnung Landsverk L 180 liefen in den
Das 4,5 Tonnen schwere Fahneug war mit drei Ma- Niederlanden a ls " Pantserwagen M 38". 14 M 38

Der "BUFFEL"
war eines der
drei Panzer-


autos. die 1932
auf Morris -Drei-
achsfahrgestel-

fll len gebmtt


wurden. Diese
Fahrzeuge
halten vo m ,
hinten lind (In
den Seiten je
ein e Laffell-
iertmg jür ein
Lewis-MG. Die
drei Fahrzeuge
mit Var- lind
Riickwä rt~fahre r
waren im Mai
1940 wahr-
scheinlich noch
vorhanden. Ihr
.- •
Verbleib ist
unbekannt. (WS)

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wurden ausgeliefert, davon zwei als Panzerbefehls- zeuge im Einsatz und wurden auch bei Kämpfen zer-
wagen ohne Hauptbewaffnung. Die sieben Tonnen stört. Erbeutete M 39 wurden unter der Bezeichnung
schweren Fahrzeuge erreichten eine Geschwindigkeit ,,Panzerspähwagen DAF 201 (h)" geführt. Ein erbeu-
von 70 kmIh. Die Panzerung betrug sieben bis neun tetes Fahrzeug war 1941 bei der Versuchsabteilung
Millimeter. Die Bewaffnung glich dem Typ M 36, die des HeereswafTenamtes im Kummersdorfvorhanden.
Besatzung bestand auch aus fünf Mann. Erbeutete Bei der Radfahr Abteilung der 227. Inf.Div. war von
Fahrzeuge wurden weiterverwendet. Zwei Exemplare Mitte 1940 bis April 1942 ein Zug mit sechs holländi-
waren 1941 bei der Versuchsabteilung des Heeres- schen Panzerspähwagen Typ Landsverk vorhanden.
waffenamtes in Kummersdorf vorhanden. Für die Da sie sich im Osteinsatz wegen ihrer Straßen-
Aufstellung einer dritten Panzerwagen-Eskadron gebundenheit nicht bewährten, wurden sie in wege-
wurden zwölf Panzerspähwagen bei der Van Doorne günstigere Operationsgebiete abgegeben.
Aanhangwarenfabriek N. V. (DAF) bestellt. Die Fahr-
zeuge mit der DAF Typenbezeichnung P.T.3 wurden
unter dem Namen " Pantserwagen M 39" eingeführt.
Es handelte sich um sehr fortschrittliche Fahrzeuge
mit selbsttragendem Rahmen und dem von DAF ent-
wickelten Trado-Antrieb, mit dem sich Zweiachser
in geländegängige Dreiachser umbauen ließen. Da-
her stammt auch die Typenbezeichnung P.T. (pantser
mit Tradoantrieb). Bei einem Gewicht von 4,8 Ton-
nen erreichten die Spähwagen eine Geschwindigkeit
von 75 kmIh. Die Panzerung betrug maximal 12mm,
die Besatzung bestand aus fünf Mann (dabei ein Vor-
wärts- und ein Rückwärtsfahrer). Die Bewaffnung
bestand wie schon bei den Modellen M 36 und M 38
aus einer 3,7-cm-Kwk und drei MG, sogar der Thrm Oben : Im Vordergrund ist ein Wi/toll ·Fljenoord RadpclIl -
zenvageIl auf Krupp-Fahrgestell zu sehen, von dem drei
war den Landsverktypen ähnlich. Im Mai 1940 wa-
Exemplare / 933 für Niederländisch Ost-Indien gebaut
ren alle zwölf Fahrzeuge fertiggesteUI, es ist aber nicht worden waren. Dahilller steht ein Daimler Poli:ei-Soll -
sicher, ob alle vollständig bewaffnet waren. Auch soll de rwagen, Typ DZVR, Baujahr /924. Das Foto wurde
noch ein Teil der schußsicheren Bereifung gefehlt im Mai /945 im HoJ der Reic"skan ~/e i. Ber/in allJ-
haben. Wie Fotos belegen, standen aber einige Fahr- gel/ ommen.

" ..
Rechts:
Zwei Lalldsverk
Pan zerspälnvagen
Typ 181 bei einer
Parade der Ord-
I1lmgspolizei im
Februar 1941 in
Holland. Die
11 ;ede rfälle/ische
Armee halle /936
zwölf dieser Panl-
se n vagen M 36
eingeführt. Neben
einer 3,7-cm-
Kampfwagen-
kaI/Olle w{lren die
Spiihwagen mit drei
MG bewaffnet.

9
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Lillks:
Einige der
11 iede rlälld ischen
Pan[Senl'agen M 36
gelangten als Poli:ei-
Pan:erkraftwagen (h) mit
Einheiten der Ordllullgs-
poli;:.ei bis nach Rußlalld.
Dort \nudell .\"ie. wie
dieses Fahr:eug mit dem
Namen "Amheim". ;:.ur
Sicherung beset:ter
Gebiete eingeset:t.

Rechts:
Diese Nahaufnahme :eigt
Details des Turmes lind der
Fahrerblende. Charakteris-
tisch fiir die FlIlir:euge sind
die dicken Ummanteltmgell
der 7.92-mm-Lewis-MGs. Um
die Gelülldegällgigkeil der
Spiihwagen ;:'/1 \'erbessem
kOllll1ell Ketten auf die Räder
der Hil/terachsen aufge:ogen
werdell. wie sie dieser Wagen
auf den Kotflügeln mitführt.

Links:
Diese etwas 1I11sclllllfe
Aufllahme :eigt einen
ulIIdsl'erk Typ L 180 mit
ß"lkellkrell: IIlId WH-
Kelllltmg. Diese Pamser-
wagen M 38 tmterschie-
den sich vom M 36 durch
deli breiteren Bug mit den
feineren Kühlrippen llIlll
deli waagerechten Kiihl-
schlitzen all den Seiten des
Motorraumes. Die
M 38 besaßen eil/en stär-
keren Motor als die M 36,
die Bewaffnung war
gleich. (RE)

10
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Rechts:
Der Palllsenl'ogell M 39
wurde \ '011 der Firma DAF ;11
:.wö/f Exemplaren hergestellt,
die bei KriegslIusbrltch jedoch
"ielll vollständig bewaffnet
geH/fsell sein salleII. Bei
diesen beidelI m;1
Balkellkreu::.ell I'e rsehenell
Fahr:,.ellgell fehlt dem hilllerell
die Kall/p[\\'agel1kanone. Die
Fahr::.euge wurden 19-10 im
Bereich der /8. III/o",e,-;e·
Division im Wes/eil
aufgenomme",

Links:
Die Fahr::.euge hauen einen
selbslfragelldell Rahme" und
waren m;r dem 1'01/ DAF
ellfU'ickelten Trado·Antrieb
ausgeriistet. Zur besseren
Geländegiil1gigkeit waren am
Bug Hilfsräder angebracht.
Die BeH'offllImg hatte sich
gegenüber den Type" M 36
lind M 38 nich, \'erändert.
auch die Znltl der Besat:,wlg
blieb bei JUIIJ MOlIlI. (WS)

Rechts:
Auch die M 39
geiangieIl m;' der
Wehrmacht bis nach
Rußland. Am ",vlchow
ist /9-1/ dieser
Pamsenl'agell M 39
liegengebliebell, Es ist
nicht ::.u erkellllell. ob
das Fah,.:;eug
abgeschossen wurde
oder auf eille Mille
geiaufeIl ist.

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FRANKREICH
In Frankreich wurde bereits vor dem Ersten Welt- mit einem Laffiy-Fahrgestell und einem gepanzer-
krieg mit gepanzerten Kraftfahrzeugen experimen- ten Aufbau des Atelier de Fabrication de Vincennes
tiert. Nach Ausbruch des Krieges wurde eine Reihe hergestellt. Die FahrLCuge erreichten mit 80 kmJh eine
von Panzerkraftwagen gebaut, wovon die Modelle beachtliche Geschwindigkeit. Die Panzerung war im
der Marken Peugeot, Renault und White die bekann- Maximum 20 mm stark und bescherte dem Spähwa-
testen waren. gen ein Gewicht von 7,5 Tonnen. Die Besatzung be-
Vom TypAMC (automitrailleuse de cavalerie) White stand aus vier Mann.An Bewaffnung waren im Thrm
sollen bis Ende des Ersten Weltkrieges 230 Einhei- ein 13,2-mm-MG nach vorn und ein 7,5-mm-Gewehr
ten gebaut worden sein. Die zweiachsigen Panzerwa- nach hinten eingebaut. Bei diesem Fahrzeug handel-
gen auf dem importierten White-Lkw Fahrgestell te es sich um einem weiteren Versuch, Elemente des
wurden von Renault in Lizenz gebaut und waren bis alten White-Spähwagens zu verwenden.
in die dreißiger Jahre im Dienst. Die Firma Panhard bauteAnfang der 30er Jahre den
Ab 1931 wurden Versuche angestellt, das veraltete Typ AMD Panhard TOE in einer Serie von ca. 60
White-Fahrgestell durch ein Fahrgestell der Firma Einheiten. Bei einem Gewicht von 6,8 Tonnen erreich-
Laffiy zu ersetzten und den Panzeraufbau nahezu ten die Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von 75 km!
unverändert beizubehalten. 96 White wurden nach h. Die Panzerung hatte eine Stärke von sieben bis
diesen Plänen umgebaut und als AMD (automitrail- neun Millimeter, die Besatzung bestand aus fünf
leuse de Decouverte) White-Laffiy bzw. AMD Laffiy Mann, Rückwärtsfahrt war möglich.An Bewaffnung
50 AM eingeführt. Bei einem Gewicht von 6,5 Ton- waren eine 3,7 -cm-Kwk und ein koaxiales 8-mm-M G
nen erreichten die Fahrzeuge eine Geschwindigkeit im Thrm. Außerdem wurden ein weiteres MG und
von 70 kmJh. Die Panzerung betrug acht Millimeter, fünf Gewehre im Fahrzeug mitgeführt. Beim Heeres-
die Besatzung bestand aus vier Mann. Rückwärts- waffenamt wurden diese Fahrzeuge mit der Bezeich-
fahrt war möglich. Die Bewaffnung bestand aus ei- nung " Panzerspähwagen TOE 203 (I)" in der Fremd-
ner 3,7-cm-Kwk und einem 8-mm-MG, die versetzt gerät-Liste geführt.
gegenüber im Turm eingebaut waren. Beim Heeres- Obwohl für die drei oben genannten Panzerspähwa-
waffenamt wurden diese Fahrzeuge mit der Bezeich- gen Fremdgerät-Nummern vergeben waren, spielten
nung "Panzerspähwagen Wh 20 I (I)" in der Fremd- sie, wie viele andere, oft sehr moderne Prototypen
gerät-Liste geführt. und Kleinserien keine Rolle bei der Beute von 1940.
Mit der Fremdgerät-Bezeichnung "Panzerspähwa- Ein Großteil der Panzerspähwagen vom Typ 201 bis
gen Laf202 (I)" wurden dieAMD Laffiy 80AM bzw. 203 (I) war auch in Nordafrika im Einsatz, als der
AMD Laffiy-Vincennes belegt. Ab 1934 wurden von Krieg mit Frankreich ausbrach. Über eine Verwen-
diesen zweiachsigen Panzerspähwagen 28 Einheiten dung auf deutscher Seite ist nichts bekannt.

Dieser AMC Whit e


wurde nichl 1940 ;11
Frankreich. sonden!
1941 auf dem
Balkan VO ll der
j ugosla wischen
Armee erbeutet. Es
ist nicht ausge-
schlossen, daß das
Fahrzeug weitere
Ven velldung f and,
denn die Weltr-
macht scheU/e sich
aus Materialmail -
geI nicht, auch
" Vete ranen" aus
dem I . Weltkrieg
eil/ zusetzen.

12
Sandini Bibliothek
Links:
Der AMD Wh;te -LlIjih '
wurde VOll d eli Fral/-
zosen noch 1940 aktiI'
eingeselzt. Dieses
Fahrzeug wurde im Mai
1940 ;11 Frallkre;ch
erbeutet. Sehr
illtereSSlIm war der
Turm dieser Spä/nva-
gen, in dem ein e 3.7-
cm -KclIlone wut ein MG
versetzt gegeniiber
nach vom wut himell
eingebaut waren. Für
ein en e ,folgreichen
Einsat: waren die
Fahrzeuge veraltet.
(KM)

Große Bedeutung als Beute-Panzerspähwagen er- Aus diesen Einheiten gingen die Panzer Aufklärungs
langte dagegen der AMO Panhard 178. Der erste Pro- Abteilungen 37 (7. Panzer Division) und 92 (20. Pan-
totyp wurde 1933 gefertigt, und bis zum Mai 1940 zer Division) hervor mit je 54 Panhard Panzerspäh-
waren etwa 480 Einheiten hergestellt. Der Pallhard wagen (davon 18 Funkwagen) als Sollausrüstung.
178 war ein sehr modernes Fahrzeug und wurde un- Die Pz. Aufkl. Abt. 37 hatte bei Beginn des Ruß-
ter der Beute-Bezeichnung "Panzerspähwagen P 204 land Feldzuges eine Ausrückstärke von 64 Fahr-
(I)" geführt. Bei einem Gefechtsgewicht von 8,3 Ton- zeugen, d.h. zehn Panhard Spähwagen über Soll-
nen erreichte das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von stärke. Am 14. Juli 1941 waren bereits 34 Späh-
72 km!h. An Besatzung wurden vier Mann inklusi-
ve Vor- und Rückwärtsfahrer benötigt. Die Panze-
rung betrug sieben bis 20 mm. Im Thrm waren eine
2,5-cm-Kwk SA 34 und ein koaxiales 7,5-mm-MG
eingebaut.
Oie Fahrzeuge waren teilweise mit Funk ausgestat-
tet.Außer der Ausführung mit der 2,5-cm- K wk wur-
de ein Befehlswagen mit einem festen Aufbau herge-
stellt. Diese Fahrzeuge waren immer mit Funk aus-
gerüstet und liefen bei der Wehrmacht als Panzer-
funksteIle Panhard.
Die erbeuteten Panhard Spähwagen wurden in den
Produktionsstätten von Panbard in Paris instandge-
setzt und für die weitere Verwendung bereitgestellt.
Oie genaue Zahl der wiederverwendeten Panhards
ist nicht bekannt, sie liegt aber zwischen 200 und 300
Fahrzeugen. Die ersten 50 installdgesetzten Späh-
wagen Panhard wurden zur Aufstellung der Pz.Sp.
Kompanien (panhard) Sonder hausen und StahllS-
dorf zugewiesen. Jede Kompanie erhielt 17 Waffen-
wagen, drei Waffenwagen mit 100 Watt Funkgerät
(FuG 11 ), vier WafTenwagen mit 300 Watt Funkge-
rät (FuG 10) und eine Panzerfunkstelle Panhard mit
100 Watt Funkgerät (FuG 11). Oie Fahrzeuge mit Ei" moderneres Aujklärtmg.l!ahrzeug war der A MD
den 30 und 100 Watt Funkgeräten waren mit großen Palllwrd 178, der als Pall:erspiihlVagell P 204 (f) ;11 der
Rahmenantennen ausgerüstet. Weh rmacht größere BedeullIIIg erlangte. (R E)

13
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wagen Totalausfalle und nur noch 13 Fahrzeuge Die Panhard wurden dann z.T. umbewaffnet und wie-
einsatzbereit, die restlichen 17 in der Instandset- der mit der 2,5-cm-Kanone ausgerüstet, einige wur-
zung. den auch mit einer 5-cm-Kwk L 42, wie sie durch
Ähnlich sah es bei der Pz.Aufld.Abt. 92 aus. Am 15. Umbau von Pz.Kpfwg. m angefallen waren, ausgerü-
August 1941 waren von den 54 ausgerückten Pan- stet.
hards noch 14 einsatzbereit und vier in der Instand- Diese und Spähwagen mit zwei MG im Thrm waren
setzung bei der Truppe. 17 Fahrzeuge waren Total- dann bei Aufldärungseinheiten im Westen im Ein-
ausfalle, die restlichen 19 konnten mangels Ersatz· satz, z.B. bei der Pz.Sp.Kp.AOK 1, die noch am
teilen nicht instandgesetzt werden. 30.12.1944 zehn Fahrzeuge besaß.
Bis Ende des Jahres 1941 gingen 109 Panhards an 1942 wurden 43 Panhard Späh wagen mit Schienen-
der Ostfront verloren, nur 34 Fahrzeuge wurden ausrüstung versehen, um als Panzerdraisinen ver-
nachgeschoben. Bis Mitte 1942 waren die Pz. Aufld. wendet zu werden. Sie wurden zum Streckenschutz
Abt. 37 und 92 aufgelöst bzw. auf deutsches Gerät eingesetzt und aisAufklärungsfahrzeuge verschiede-
umbewaffnet. nen Eisenbahn-Panzerzügen zugeteilt.
Am 31. Mai 1943 wurden noch 30 Panhard Spähwa- Für diese Fahrzeuge war auch die große Rahmenan-
gen an der Ostfront gemeldet, die meisten davon bei tenne typisch.
Sicherungs-Einheiten im Bereich der Heeresgruppen Einige Panhard Panzerspähwagen wurden an die
Mitte und Süd. Ordnungspolizei abgegeben, wo sie unter der Be-
In Frankreich waren nach den Waffenstillstandsver- zeichnung Polizei-Panzerkampfwagen Panhard bei
handlungen etwa 45 Panhard bei den französischen der Sicherung besetzter Gebiete zum Einsatz kamen.
Streitkräften im unbesetzten Frankreich verblieben. Eine weitere Verwendung fanden die Panhards,
Die Spähwagen hatten die 2,5-cm-Kanone ausgebaut hauptsächlich die Befehlsausführung mit festemAuf-
und durch ein MG ersetzt, so daß die Bewaffnung bau, als gepanzerte Spezialfahrzeuge bei der Kriegs-
aus zwei MG im Thrm bestand. Bei der Besetzung berichtertruppe. Diese besaß gepanzerte Fahrzeu-
Restfrankreichs 1942 fielen 34 Fahrzeuge im einsatz- ge, um unter Panzerschutz direkt aus dem Kampf-
bereiten Zustand in deutsche Hände. geschehen berichten zu können.

Einige Panhard Spähwagell waren a1lstelle des Drehfurmes mit einem festen Aufbau ausgestattet und als FUllkjahrzeuge
ausge rüstet. Hier ist ein so/clles Fahrzeug mit Balkenkreuz lind Divisio1lsabzeichen versehen, noch während des Frank-
reich-Feldzuges. bei der SS-TotenkopJ-Division im Einsatz (MV)

I~
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Links:
Ein Panhard 5pähwagen,
dessen MG mit Blumen
geschmückt ist. Das
Fahrzeug trägt außer
einem taktischen Zeichen
für Infanterie vorn rechts
am Bug keine Kennungen.
Viele Truppenteile
gliederten sich während
des Feldzuges Bewegerät
eill, daß aber meistens
wieder abgegeben werden
//Iußte. (HH)

Rechts:
Mit einem großen Hakellkreu~ auf
dem Bugpall~er hat die 55-
Totenkopf-Division diesen Beure-
Späh wagen gekellll~eic/lliet. Es
handelt sich um ein Fiih-
Ylmgsfa"r~eug mit ~\\'ei Flmkan-
lagen, uJie die beiden Alllennen
an~eigen. Am Bug ist noch die frz.
Kennung M 7970 zu sehell. (MV)

Links:
Bis ~Llm Ende des
Krieges waren die
P{m ~erspähH'age ll
P 204 (j) bei der
Wehrmacht im Einsatz.
Dieses Fahrzeug
wurde 1944 in einem
Bewe-5ammellager der
Alliierten in Frankreich
aufgenommen.

15
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Lillks:
Bei der Pz. 19. Abt. 39 der
3. Panzerdivisiol1 fuhr
dieser Panhanl Mitte 1940.
Bei dem Fahr~eug wurde
alts ul/bekallllfem Grund
der Turm emjernt lind als
Bewaffllung zwei MG 34
eingebaut. Die
aufgemalten Balkenkreuze
sind recht schmal
allsgefallell. (H H)

Rechts:
Aujstellullg VOll Teilen eiller
Pz. SI'. Kp. der P:. Aufkl. Abt.
37 (7. Pz. Div.). Eill
PZ.Sp. Trupp Pafllwrd wurde
jeweils durch drei Fahr~euge
gebildet. einem Funkwagen
mit Rahmenantenne und ~u:ei
K(lIlollellwagen. Auj dieser
Au/na/llne sind vier komplette
Spähtrupps Zu sehen.

Links:
Ein Pallhard·Ftmkwagen
mit Rahmellalllelllle. wie
sie auch bei dewschen
Funkwagen in deli erstell
KriegsjahreIl üblich war
lIlId fiir 30 ulld 100 Watt
Funkgeräte \'envendet
wurde. Die Ralll1lenantell·
ne war so konstruiert. daß
der \'olle Schwenkbereich
des Turmes erhalten blieb.
Auf dem F010 ist gut die
große, zweiklappige
Einstiegsluke al1 der
Rückseite des Turmes zu
sehell. (lW)

16
Sandini Bibliothek
Rechts:
Allch Panhard-Spiih-
wagen waren bei der
Ordllungspolizei in den
besetzteIl Gebieten ein-
gese/:!. Neben dem
Balkellkreuz ist deutlich
das Polizei-Ab:eichen an
diesem Polizei-P(m:er-
kraftwagen in Rußland zu
erkennen. (WS)

Links:
24 Einheiten dieses
spezielleIl Funkwagens
auf Panhard-Basis
waren bis Anfang Juni
1940 an die
fra nzösische Armee
(msgeliefen worden. An
Stelle des Turmes
wurde ein fester Aufbau
aufgese!:.!. Die n'llgen
wurdell als
F iill rUllg s/all r:.euge
eillgeset:.l. Vom links
ulld lEimen links war für
die Funkgeräte je eine
Stabantenne mOllliert.

Rechts:
VOll diesen Panzer-
flInkstelIen Panhard
wurden einige all
Kriegsberichrer-
Einheiten der Waffen-
SS allsgegeben. Die
Fahrzeuge wurden für
diesen speziellen Zweck
mit Kameras und
TonGujnahmegeräten
ausgerüstet. Das Foto
zeigt eine Panh(ln/
Funks/elle beim
Kriegsberichter-Zug
der 2. SS-Panzer-
division in Rußland.
Das Fahrzeug ist mit
einem MG 34 be-
waffnet. (MV)

17
00
Sandini Bibliothek

Insgesamt sieben Panhard Panzerspähwagen sind auf dieser Abbildung aus dem lahre /943 zu sehen. Kaum ein Fa"r~ellg gleicht dem anderen. Vom ein Funkwagen mit
Rahmenantenne lind einem zweitem MG anstelle der Kwk, gefolgt \'011 eillem Umbau mit 5~cm·Kwk, einem Funkwagen mit Rahm elllllllellne olme Kwk. eill em
Standardjahrzeug mir 2,5-cm-Kwk, eillem Funkwagen mit Stabantenne im Originalamell1lenjuß \'om links, daMmer noch zwei weitere Fahrzeuge. (BA )
Sandini Bibliothek

Obell lind tUlten: Bei der Besetzu1lg Restfrankreiclts /942 wurden einsatzbereite Pallhard-Spälnvagell erbeutet, bei
denen jedoch die 2,5-cm-Kanone ausgebaut lind durch ein zweites MG ersetzt worden war. Bei einigen dieser
Fahrzeuge wurde der Turm e1ltfernt lind daflir eine 5-cm-Kwk L 42 in einem offenen Aufbau aufgeset:.,t. (BA)

19
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Oben und unlen: Typisch fUr die Panhart/ Pan zerdraisi·


nen war die große Rahmenantenne. Jet/och gab es auch
Ausnahmen wie das u1Ilere Beispiel zeigt. Dieser Pan·
hard wird gerade VOll Schienen· auf Straßenräder LUnge·
rüstet. Die Panzerdraisinen konnten die Sfraßenräder
bei Schienen/ahrt nicht auf dem Fahrzeug mitführen
Oben: Ein Panhard mit Rahmenantenne im Einsatz in (MS)
Griechenland Ende /943. Der Spähwagen, hier bei
einer Straßellfahrt, gehörte als Panzerdraisine zu einem
Eisenbahn-PanzerZLlg. (FH)

20
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GROSSBRITANNIEN
England hatte bereits im Ersten Weltkrieg eine gro- rung betrug 15 mm, die Besatzung bestand aus drei
ßeAnzahl gepanzerter RadfahrLeuge im Einsatz, wo- Mann.Als Bewaffnung waren imThrm ein 12,7-mm-
von die Typen Rolls-Royce und Lanchester die be- Vickers-MG und ein koaxiales 7,7-mm-Vickers-MG
kanntesten waren_ Weitere gepanzerte Fahrzeuge vorhanden. Auch diese Fahrzeuge gingen alle verlo-
wurden für Rußland gebaut, z_B. von der Firma Au- ren. Über eine Verwendung der Fahrzeuge mit der
stino Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre wur- Bezeichnung "Panzerspähwagen G 209 (e)" ist eben-
den 43 Lanchester und sechs Crossly 6-Rad-Panzer- falls nichts bekannt.
späh wagen gebaut, die jedoch zu Beginn des Krie- Der dritte Panzerspähwagentyp, den die Engländer
ges restlos veraltet waren, wie auch die Rolls-Royce- 1940 in Frankreich einsetzten war der Daimler Scout
Panzerwagen der Ausführungen 1920/1924. Die ein- Car. Diese kleinen Fahrzeuge waren 1938 bei der
zigen modernen Panzerspähwagen waren 99 Einhei- B.S.A. Cyc1es Ltd. in Birmingham entwickelt wor-
ten vom Typ Morris Armoured Car, Reconnaissance den und hatten sich gegen zwei Konkurenzmodelle
(CS9ILAC, Baujahr 1938) von denen 38 mit dem eng- durchgesetzt. Die Firma B.S.A. wurde von Daimler
lischen Expeditionskorps im Oktober 1939 nach übernommen, und so gingen die Fahrzeuge 1939 als
Frankreich verschifft wm·den. Die zweiachsigen Fahr- Daimler Scout Car in Produktion. Als Zusatz wurde
zeuge hatten Hinterradantrieb und erreichten bei der Beiname "Dingo" geführt. Die nur drei Tonnen
einem Gewicht von 4,2 Tonnen eine Geschwindig- schweren Fahrzeuge erreichten eine Geschwindigkeit
keit von 72 kmlh. Die Panzerung war sieben Milli- von 88 kmIh. Die Panzerung war maximal 30 mm
meter stark, die Besatzung bestand aus vier Mann. stark. Der Besatzung von zwei Mann stand ein 7,7-
In einem oben offenen Thrm waren als Bewaffnung mm-Bren-MG als Bewaffnung zur Verfügung. Die
eine 14-mm-Boys Panzerbüchse und ein 7,7-mm-MG ersten Modelle des Typs Mark I, IA und IB hatten
eingebaut. Alle 38 Fahrzeuge gingen verloren und eine Vierradsteuerung, die ab dem Modell Mark
müssen von deutschen 1Tuppen erbeutet worden sein. II entliel. Der Mark IA erhielt ein Klappdach an-
Über eine Verwendung der Fahrzeuge mit der Be- stelle des Schiebed achs beim Mark I. Der Mark
zeichnung " Panzerspähwagen Mo 205 (e)" ist nichts IB bekam einen Ventilator, und ab dem Mark 11
bekannt. Ebenfalls mit den britischen Expeditions- wurde der Kühlergrill geändert. Bei Fahrzeugen
streitkräften kamen 1940 sechs Späh wagen des Typs des Typs Mark 11[ wurde serienmäßig kein festes
G uy (Tank, Light, Wheeled, Mark I), von dem 50 Dach mehr gebaut, die Fahrzeuge waren oben of-
Einheiten gebaut wurden, nach Frankreich. Die Fahr- fen, konnten aber mit einer Plane geschlossen wer-
zeuge waren auf das vierradgetriebene Fahrgestell den. Von den Typen Mark I bis Mark III wurden
des Quad-Ant-Artillerieschleppers aufgebaut. Bei ei- 6626 Fahrzeuge gebaut, die auch noch lange nach
nem Gewicht von 5,2 Tonnen erreichten die Spähwa- dem Krieg bei verschiedenen Armeen verwendet
gen eine Geschwindigkeit von 64 kmIh. Die Panze- wurden. Vom Daimler Dingo waren in Frankreich

Ein im Frankreich Feldzug


1940 erbeuteter Daimler
Dingo Mark I. Der Späh -
wagen mit der K emllmg
F9453 gehörte ZlIm Stab
der J. britischen Panzer-
Divisioll. Das Foto zeigt
das Fahr:eug mit dem
WehrmachtsllwWlI em-
schild WH -058192 im
Besit:, des Heereswaf-
leI/amtes.

21
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Links:
Nach dem versuchten
Landlm g.w ntem elllll ell bei
Dieppe am /9. AI/gI/sI /94 2
wurde dieser Dingo Mark 11
erbellfet. Die Mk. 11 hatten
ein Klappdach. welches nach
rückwärts auf den hie r
einseitig abge rissenen Bügel
abgelegt wurde.

Rechts:
Pa nzerspähwagen
Humber Mark 111 mit
mehreren Treff ern am
Tllm1. Gegenüber den
M odelleIl Mark / I/lld
Ma rk 11 war der TI/rm
vergröße rt I/nd die
Besat:;lmg auf vier
Mann angehoben
wordell. Die ca. sieben
TOl/ nell schweren
Fahrzeuge erreichten
eine Gesch windigkeit
VOll 72 km/ho

12 Fahrzeuge bei den 4th Northumberland Fusiliers al s Füh r un gs fahrzeu g bei der schweren SS
und 30 bei der 1st Armoured Division. Es müssen je- Pz.Abt.l02.
doch noch weitere Einheiten diese Fahrzeuge beses- In Nordafrika wurden auch Panzerspähwagen vom
sen haben, da die Engländer ihre Verluste in Frank- Typ Humber,Armoured Carerbeutet und eingesetzt.
reich mit 124 Scout Cars angeben. Die deutsche Be- Fü r den Bau dieser Fahrzeuge wurde das Fahrge-
zeichnung für den Daimler Dingo lautete" Panzer- stell der Rootes-Karrier-Artilleriezugmaschine ver-
spähwagen Mk I 202 (e)". in Frankreich erbeutete wendet, den Aufbau lieferte Guy Motors. Bei der er-
Scout Cars wurden eingehend untersucht. Allein bei sten Serie Mark I glich der Panzeraufbau im wesent-
der Versuchsabteilung des Heereswaffenamtes wa- lichen denen der Panzerspähwagen G 209 (e). Die
ren 1941 vier Dingos vorhanden. Mindestens fünf Ausführung Mark ß erhielt einen umkonstruierten
Fahrzeuge hatte die I. Marine Kraftwagen EinsatzAb- Aufbau, und ab der Ausführung Mark m kam ein
teilung in ihrem Bestand, die am Schwarzen Meer größerer Thrm zum Einbau. Etwa 5400 Einheiten
eingesetzt war und die Dingos zur Sicherung ihrer der Ausführungen Mark I bis Mark IV wurden ge-
Transportkolonnen einsetzte. Weitere Daimler Scout baut. Die etwa sieben Tonnen schweren Fahrzeuge
Cars wurden in Nordafrika erbeutet und dort in Er- erreichten eine Geschwindigkeit von 72 km/h. Die
mangelung eigener Ausrüstung sofort wieder einge- Panzerung betrug maximal 15 mm. Der Besatzung
setzt. Bekannt ist auch die Verwendung eines Dingos von drei Mann (beim Mark m vier Mann) standen

22
Sandini Bibliothek
im Thrm ein 15-mm-Besa-MG und ein koaxiales 7,92- ner-Lkw mit Hinterradantrieb gebaut. Ein zweiter
mm-Besa-MG zur Verfügung. Zum Teil wurde auch Prototyp war mit dem Vierradantrieb von Marmon-
ein 7,7-mm-Bren-MG zur Fliegerabwehr mitgeführt. Herrington ausgerüstet und wurde umfangreichen
Beim Mark IV kam als HauptbewafTnung eine 3,7- Erprobungen unterzogen. Ende 1939 waren 266
cm-Kwk zum Einbau, die Besatzung bestand wieder Marmon-Herrington-Spähwagen bestellt, nach dem
aus drei Mann. Blitzkrieg in Frankreich wurde die Bestellung auf
Die Firma Associated Epuipment Co. LId. (AEC) in 1000 Einheiten erhöht, mit einem geplanten Ausstoß
Southall stellte Matador-Artilleriezugmaschinen mit von 50 Einheiten die Woche. Zur Herstellung dieser
Allradantrieb her. Unter Verwendung dieser Fahr- Fahrzeuge wurden die Fahrgestelle aus Kanada, die
gestelle wurden ab 1941 416 gepanzerte Befehlsfahr- Marmon-Herrington Vierradantriebe aus den USA
zeuge vom Typ AEC Armoured Command Vehicle und die BewafTnung aus Großbritannien geliefert.
(ACV) Dorchester gebaut. Der Antrieb der mit 12 Die Panzerung lieferte die Südafrikanische Iron and
mm umgepanzerten Fahrzeuge erfolgte durch einen Steel Industrial Corporation, der Zusammenbau er-
95-PS-Dieselmotor. Am 7. und 8. April 1941 wurden folgte hauptsächlich bei Ford und Dorman Long. Die
in Nordafrika bei Mechili drei dieser Befehlsfahrzeu- ersten 113 Marmon-Herrington des Typs Mark I
ge durch das Afrikakorps erbeutet. Zwei der Fahr- (Fahrgestell nur mit Hinterradantrieb) und auch die
zeuge erhielten die Namen "Max" und "Moritz" und ersten Mark II Getzt mit Vierradantrieb) wurden an
wurden durch Rommel und seinen Stab verwendet. südafrikanische Einheiten ausgeliefert und haupt-
Das dritte Fahrzeug erhielt die 21.Pz. Div. (General sächlich gegen die Italiener in Ostafrika eingesetzt.
Streich). Die ersten ausgelieferten Fahrzeuge des Typs Mark
Weitere Beute-Spähwagen in Nordafrika waren die II waren wie der Typ Mark I mit einem genieteten
in Südafrika bei Ford und Dorman Long montier- Panzeraufbau versehen, im Zuge der Produktion des
ten Marmon-Herrington. Südafrika hatte 1938 einen Mark n wurde ein geschweißter Aufbau eingeflihrt.
Prototyp eines Radpanzers auf einem Ford-3-Ton- In Nordafrika kamen die ersten Marmon-Herring-

~._------
~i--
/ . ,..
-:j

Ein f risch erbeuteter PClIlzer spä/nragell \'0111 Typ VOll derselbe" Eil/heir wurde diese r M a rmoll -H errillgtoll
Marmoll -Herringtoll Mark 111. Im Turm ist als Waffe 1/111' Mark 11 erbeutet. der GI/stelle des Turmes eill e j rz. 2,5-cm-
ein Bren-MG eingebaut, die Boys- PclII :erbiichse fehlt. Pak ou!gese/:t hat. Als weitere Bewaffnung stelzt ein
Die Ausf ührung Mark 111 halle gegenüber dem Mark 11 Vicker.\'·MG :,ur Velf iiglillg. Um die Bewaffnung der Mark 11
ein en ge räumigeren Turm . (BA ) lind Mark 111 :u versTärkell, wurden verschiede-ne
Beuteu'affen, -:.. 8. iw l. 2-em- lind 4,7-em-Gescllütze oder
de I/ Heile 3,7-em-Pak, a" stelle des Turmes aufgese tzt. (BA )

23
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ton (alle vom Typ Mark D) im März 1941 beim briti- struierten Aufbau und einen neuen größeren Turm.
schen Heer zum Einsatz. Die secbs Tonnen schweren Die Bewaffnung entsprach dem Typ Mark II, das
Fahrzeuge konnten eine Straßengeschwindigkeit von MG im Aufbau kam ganz in Fortfall. 2630 Einheiten
80 km!h erreichen. Die Panzerung war 12 mm stark. wurden bis August 1942 ausgeliefert. Beim Mark m
Die Besatzung der Spähwagen bestand aus vier waren die beim Mark II vorhandenen Hecktüren
Mann. Die ursprüngliche Bewaffnung des Mark U entfallen, bei den letzten Typen der Serie Mark IIJ
bestand aus einem MG im Thrm und einem zweiten wurde wieder eine Hecktür eingebaut, da sich Schwie-
MG links im Aufbau. Die britischen Mark U waren rigkeiten beim Ein- und Aussteigen durch den Thrm
standardmä ßig mit einer 14-mm-Boys-Panzerbüchse und die Seitentüren ergaben. Diese Fahrzeuge wur-
und einem 7,7-mm-Bren-MG daneben im Turm aus- den teilweise als Mark lIlA bezeichnet. Auch andere
gerüstet. Auf dem Turm konnten noch ein 7,7-mm- kleinere Änderungen wurden während der Produk-
Bren-MG und ein 7,7-mm-Vickers-MG montiert wer- tion des Typs Mark m vorgenommen.
den. Das MG links imAulbau wurde meist nicht mon- Der Nachfolgetyp Mark IV, von dem 2116 Einheiten
tiert und der Durchbruch mit einer Platte verschlos- gebaut wurden, kam nicht mehr bei Kämpfen in
sen. ordafrika zum Einsatz. Erbeutete Marmon-Her-
Bereits im Mai 1941 wurde ein neues Modell, der rington-Spähwagen der Typen Mark II und Mark
Mark m, aufgelegt. Auch dieser Typ war auf einem IIJ wurden von der Wehrmacht in Afrika als Pan-
Ford Fahrgestell a ufgebaut, allerdings mit einem 45 zerspähwagen oder Beobachtungspanzer bei der
cm kürzeren Radstand. Das Fahrzeug hatte neben Artillerie verwendet.
einigen Verbesserungen am Fahrwerk einen umkon-

V llIell : Erheuteter Panzerspiihwagen Daimler Dingo Mark 11, aufge nommen am / 3. April 1942, in der Nähe VO ll
Chechiban, Libyen. Der Wa gen mit Namen " Purzel" har die Kemumg WH -733549, was darauf hinweist, daß er sich
schall länge r im Dienst der Wehrmacht befindet. Gut ist der gegen über der Ausfiih rung Mark I geänderte Kühlergrill zu
erkennen. (BA)

: '. t :.

24
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Oben und unten: Daimler Dingo Mark I der I. Marine Kra!hvagen-Einsatz-Abteilung im Raum Schwarzes Meer. Die
Spähwagen sind mit MG 34 bewaffnet und ;:.ur Sicherung von TraIJsportkololJlJell eingesetzt. Die BesatzuIJgen sind mit
Schulzhelmell ausgerüstet, wie sie schon \'on der Reichswehr l'envendet wurden.

25
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Oben: Humber Mark 111 "Isle 0/ EI)''' e;llgeset~t bei der 4. Fallschirmjäger-Division in Italien. Der Späh wagen olme
Bewaffnung ;st mit Balkenkreuzen gekelln~eic/l1Jet lind mit Ausriistullgsgegenständen bepackt. (BA )
Villen: Humber Mark I mit dem Namen" Hans" links am Tun" in Afrika 1942. Bei den HlIInber Mark I war die
Fahrerkabine noch nicht ;n den Aufbau illlegrien. Das Fahr~eug gehörte ehemals zum Pan zer-Aufklärungs-Regiment
(12th u/Ilcers) der J. brit. Panzer-Division. (BA )

26
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' "'"""-
Oben: Marmon·Herringto1l Mark 111 mit weißen Balkenkreuzen und einem Fliegersichttuch auf der Motorlumbe. Es
halldelt sich um eine frühe Ausführung des Mark 111, die an dem gepan:.,ertell Kühlergrill zu erkennen ist. Typisch für
den Mark 111 sind auch die gepanzerten, viereckigen Frolltscheim. . erfer, die erst beim Mark lilA wieder emfielen. (BA)

Villen: Marmol1-HerringlOli Mark 111, späte Ausführung mit durchgehender Kiihlerpanze rullg in Tlmesien /943. Dieses
Fahrzeug, das als Vorlag e für das Titelbild diente, ist als Beobachrungsp{m:.er bei der 4. Batterie. P:.,. Art. Rg,. /55 der
2/. Panzer- Division eingeset:.,t. (BA )

27
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Oben: Eine frühe Ausfühnmg des Mannon-Herringtol1 Mark 11, bei der flach hinten Ihlks wlterhalb des Stahlhelms die
Kugelblende fUr das MG im Aufbau vorhanden ist. Diese Kugelblellde war meist demontiert und die Öffnung durch eine
Panzerplatte verschlossen. Auch dieses nur mit einem Fliegersichttuch gekemlzeiclmete Fahrzeug wird olme Turm als
Kommandeurs- oder Beobachrungspanzer venvendet. (BA)

Unten: Eine besondere Ausfiihnmg des Marmon-Herrington war dieser Mark /11 Schienenpanzer. Dieses Fahrzeug ließ
sich wahlweise für Straßen- oder Schienenfahrt umbauen, ähnlich den Panzerdraisinen Panhard. Der mit
Balkellkreuzell markierte Spähwagen war auf der Kiistenbalmlinie am Mittelmeer im Einsatz. (RK)

28
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Oben und unten: Erbewetes Be[ehls[ahrzeug vom Typ AEC AmlOured Commalld Vehicle (ACV) Dorchester welches
unter dem Namen" Moritz" von Rammel und seinem Stab venvelldet wurde. Das Fahrzeug führte die KemulIIg WH-
819834 lind das taktische Zeichen eines Genera/kommandos (Ajrikllkorps). (BA)

29
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SOWJETUNION
Vor dem Ersten Weltkrieg waren nur wenige Pllnzer- schweres Fahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit
kraftwagen in Rußland vorhanden, aber gleich zu von 85 km/h. Die Panzerung war 10 mm stark, der
Beginn des Ersten Weltkrieges wurden aufvorhande- Besatzung von drei Mann stand ein 7,62-mm-DT-MG
ne Lkw-Fahrgestelle Panzerkrnftwagen aufgebaut und im Drehturm zur Verftigung. Die FahrLeuge führten
andere Typen in Großbritannien bestellt die deutsche Bezeichnung "Panzerspähwagen BA 202
Weitere Erfahrungen mit gepanzerten Radfahrzeugen (r )".
gewannen die Russen in ihrem Bürgerkrieg, und aus Ab 1932 wurde an Fahrzeugen gearbeitet, die den
diesen Erfahrungen wurde in den 20er Jahren der schweren BA-27 ersetzen sollten. Als erstes erschien
schwere Panzerspähwagen BA-27 entwickelt, der auf der BA-I, ein 5,2 Tonnen schweres Fahrzeug auf dem
das zweiachsigeAMO-F-15 Fahrgestell aufgebaut war. dreiachsigen Ford-Timken Fahrgestell. Die HÖChstge-
Die Produktion von etwa 100 Einheiten lief von 1928 schwindigkeit lag bei 50 km/h. Die Panzerung betrug
bis 1931 , und einige Aufbauten wurden später auf' das 8 mm. Den vier Mann Besatzung stand als Haupt-
dreiachsige Ford-Timken Fahrgestell umgesetzt und bewaffnung ein 12,7-mm-sMG oder eine kurze 3,7-
waren noch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im cm-Kwk zur Verftigung. Ein 7,62-mm-MG war ko-
Einsatz_ In den 30er Jahren wurde eine Reihe leichter axial im Thrm, ein weiteres rechts neben dem Fahrer
Panzerspähwagen aufzweiachsigen FahrgesteUen ent- eingebaut Die kleine Serie des BA-I wurde durch den
wickelt, so die Typen D-8, D-12 und FAI auf GAZ-A BA-3 abgelöst, der auf dem GAZ-AAA Fahrgestell
FahrgesteUen. Der FAI wurde auch noch als FAI-M aufgebaut war. Als Hauptbewaffnung wurde ein Thrm
aufGAZ-MI FahrgesteUen gebaut Auf diesem Fahr- mit 4,5-cm-K wk und koaxialem MG aufgesetzt, wie
gestell erschien 1936 der Typ BA-20, ein 2,5 Tonnen er auch bei den T-26 und BT Kampfpanzern verwen-

Villen: Dieses Foto wut die heiden Abbildungen auf der jo/gel/den Seite :eigell ein typisches Vorgehen beim Einbringen
eines BeUle-Panzers. Ein russischer Pal1 zerspähwagell vom Typ BA - JO ist VO ll seiner Besatzung aufgegeben wo rdell
und in eil/em Straßengraben liegellgebliebell. Vorgehende deutsche Infa nterie hat das Fahrzeug erreicht lind nutzt es als
Deckung. Nach Beendigung des Kampfes wird das Fahrzeug inspiziert und, da es funktions tüchtig ist, auf die Straße
gefahreIl . ( BA )

30
Sandini Bibliothek

Oben: Um das Fahrzeug als Bew e- Spähwagen ;:u kenllzeichnen, lind um sich gegen Beschuß der eigenen Panze rab lVeh,.
zu schützen, wird am Bug ein Fliege rsichtzeichell befestigt. Diese Zeichen f ührte die l h lppe mit sich, WII den eigenen
Fliegern ihre Stellullg all:.u:.,eigen. Balkell kreu:.e w ulll"eilere Zeichen wurden dWlII spÜler al/gebrachl. (BA)

det wurde. Da das Fahrzeug mit sechs Tonnen Ge- noch im selben Jahr mit der Produktion begonnen.
wicht etwas zu schwer war, wurde der BA-6 auf dem Das 2,4 Tonnen schwere Fahrzeug erreichte eine
GAZ-Ml Fahrgestell mit etwas leichterer Panzerung Straßengeschwindigkeit von 80 kmJh. Die Panzer-
(10 statt 15 mm) entwickelt. In der AusfIihrung BA- stärke lag zwischen 6 und 10 mm. Den zwei Mann
6M kam ein neuer konischer Thrm zum Einbau, der Besatzung stand ein 7,62-mm-DT-MG auf Pivot zur
weiterhin mit der 4,5-cm-Kwk bewaffnet war. Die Vertiigung. Ab 1943 wurden die Fah.-LCuge auf das
Endentwicklung in dieser Reihe der dreiachsigen verbesserte GAZ-67B aufgebaut. Die auffallendste
schweren Panzerspähwagen war der Typ BA-I0. Wie Veränderung war die EinfIihrung eines kleinen Dreh-
aUe Vorgängertypen in den hhorskiy-Werken gefer- turmes ftir das MG.
tigt, wurde der Panzeraufbau noch einmal modifiziert
und der Turm des BA-6M aufgesetzt. Durch die Ver- Die erbeuteten russischen Panzerspähwagen wurden
besserungen ließ sich das Gewicht noch einmal von meist direkt in den Einheiten weiterverwendet, die sie
5,1 Tonnen beim BA-6M auf 4,8 Tonnen BA-I0 ver- auch erbeutet hatten. Daher waren die Spähwagen
ringern. Die Spähwagen mit 10 mm Panzerung hat- meist nur als Einzelstücke vorhanden und wurden zur
ten eine GeSChwindigkeit von 55 kmJh. Alle drei- Aufklärung, als Kommandofahneuge oder als Zug-
achsigen Typen führten die deutsche Bezeichnung maschinen ftir leichte Geschütze eingesetzt. Es kam
"Panzerspähwagen BA 203 (r)" . Während des Krie- aber auch zur Aufstellung von Panzerspähzügen mit
ges wurde in der Sowjetunion nur ein neues Späh- russischen Spähwagen. So war z.B. der Pz.Sp.Zug 102
wagenmodell in Serie gebaut, da der Bestand an BA- im August 1941 mit je vier leichten und vier schweren
10 in den ersten Kriegsjahren ausreichend war. 1941 russischen Spähwagen ausgerüstet und bei der 444.
wurden auf dem Fahrgestell des leichten Geländewa- Sich.Div. befand sich ab Oktober 1941 ebenfalls ein
gens GAZ-64 ein leichter Spähwagen entwickelt und Spähzug mit vier russ. Panzerspähwagen.

31
Sandini Bibliothek
Links:
Ein leichter Pan-
zerspähwagen BA-
20V 1939 in Polen
bei delltschlrus-
sischen Ver/wnd-
lungen nach Be-
endigung des
Feldzuges. Damals
almte mall /loch
nicht, daß solche
Fahrzeuge nur
anderthalb Jahre
später als Panzer-
spähwagen BA-20
(r) auch auf
deutscher Seite
eingesetzt würden.
(WS)

Rechts:
Eill BA-20 als SpiihIVagen
bei der Aujkl. Abt. 97 der
97. Jäger-Division. Das
recht ramponierte
Fahrzeug ist sauber mit
Balkenkreu::.en, dem
Divisionsab::.eichen und
dem takt. Zeichen einer
Alifklärungsschwadroll der
Infanterie geke,,,,zeielmet.
Die BA-20 HYlren nur mi1
einem MG bewaffnet.

Lillks:
I Neben dem BA-20 ulld dem
BA -20V (das 'V' zeigt all,
daß es sich um ein
Funk!ahrzeug mit
Rahmerumtenlle handelt)
gab es IIoch eine
Ausführullg BA-20 ZhD,
eine Pallzerdra;s;ne. Das
hier abgebildete Fahrzeug
wird im Sommer /941 VOll
Soldaten des delilsel,en
Eisb. Pz. Zuges 29
begutachtet. (BA)

32
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Oben: Ein schwerer russ. Pcm:erspähwagen BA-3, der mit dem gleichen Turm wie der PallzerkampJwagen T-26, Modell
1933, ausgerüstet war. Die Hauptbewajfmmg war eine 4,5-cm-Kwk. (BA)

Unten: AuJ deli ersten Blick handelt es sich hier um einen schweren niSS. Pan:erspiiJnvagen vom Typ BA-3 oder BA-6.
Genauer betrachtet, halldelt es sich aber um einen spanischen NachbCllI des BA-6 mit der Bezeichmmg
HAlItometralladora blindado medio Chevrolet-193r. Bei der Kanone dürfte es sich um eine Ir:. 3,7-cm-Kwk Putemu:
handeln. AIIJwelchem Weg diese Fahrzeuge in deli Besitz der Wehrmacht gelangten ist unbekannt. (BA)

33
Sandini Bibliothek

-
Oben lind unten links: Ein weilerer spanischer Spähwagen Chevrolet·J937 eingesetzt bei der Propaganda-Kompanie
6/2 "Eichhörnchen". Das Fahrzeug führte die Kennung WH-690793. Diese Kriegsberichrer-Spähwagen waren mit
Foto- lind TonQu!1Jahmegeriiten ausgerüstet. Im Turm stalld :ur Eigem'erreidigung ein 7.5 ",rn-MG Reibel ::.ur
Veifiigung. Gegenüber den russischen Wagen fällt besonders die abgeänderte Motorpartie auf (/xBA)

Oben: Ein weilerer Kriegsberichler-Spähwagen mit


Namen" Jaguar". Durch die großen runden Luken in
Turm- und Frontblende ließ sich gut fotografieren.

34
Sandini Bibliothek
Links:
Auch bei diesem Fahr:,eug
mit Namen 11 Leopard". jet:t
il/ russischem Besilz.
halldelt es sich LUn einen
spanischen Chevrolet-
1937. Der Turm des
Späh wagens ist durch ein
Schutzschild ersetzt. Die
Chevrolet-1937 waren, wie
\'erschiedelJe Hin -
weise zeigen, schall vor
dem Rußlalldfeld:ug bei
der Wehrmacht vorhanden.
(WS)

Rechts:
Im Bereich des IImensees
wurde dieser Pallzerspäh-
wagell BA 203 (r) mit
Namell "Glleisellau " auf-
genommen. Außer deli
Balkenkreuzen an Tür- lind
Turmseitfn sind
Hakenkreuze auf die
Scheiflwerferabdeckullgell
aufgemalt. Bei diesem BA-
10 ist das MG im Aufbau,
im Gegensatz :'lllll Foto
unten, in einer außen
liegenden Blende gelagert.
(RF)

Lillks:
Ein Pan:.erspälnvagen
BA-la quält sich über
eine schlammige, rus-
sische Straße. Quer \'or
dem Turm liegen die
beidell Kellen, die zur
Verbesserung der
Geliilldegällgigkeit auf
die Hill/erräder aufge-
:ogen werden konnten.
Der Späh wagen ist mit
einem recht schmalen
Balkel/kreuz gekenn-
zeichllet. (TL)

35
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Auch dieser russische BA-3 oder BA-6 ist für den Ein leichter Spähll'agen BA -64B. auf GAZ-64B
Propaganda-Einsatz umgerüstet. All Bewaffnung ist im Fahrgestell. im Juli 1943 bei der 8./SS-Pz. Rgt. 2. der 2.
Turm ein MG-42 eingeballl. (BA) SS-Pz.Gren. Di\~ "Das Reich" im Einsatz. (MV)

Ulllen: Einen behelfsmäßigen Schützenpan ze r auf Basis des russischen GAZ-AAA Fahrgestells zeigt dieses Foto \'0111
Sommer /943. Der Aufbau dieses mit eillem Maschinengewehr DP M 28 "Degtjarew" bewaffneten Fahr:euges ähnelt
den deutschen Sd. Kf:. 250 und 25/. Es ist nicht bekannt, ob dieses Unikum VOll einem russischen oder dewschen
Erbauer stammt. (BA)

36
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ITALIEN
In Italien hatte man sich auch schon früh mit dem geliefert. Die 4,3 Tonnen schweren Fahrzeuge hatten
Bau von Panzerkr.aftwagen beschäftigt. So war schon eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/ho Die Pan-
1913 ein Bianchi·Panzerkraftwagen in Tripolis im zerung war 6 mm stark. Bei einer Besatzung von sechs
Einsatz. Während des ersten Weltkrieges wurde wei- Mann verfügte der Panzerwagen außer der Bewaff-
tere Bianchi-Panzerkraftwagen und Panzerkraftwa- nung im Thrm über ein weiteres 8-mm-MG hinten
gen der FirmaAnsaldo gebaut. Von der FirmaAnsal- im Aufbau. Die Autoblindata Lancia 1 ZM waren
do, die Lancia Fahrgestelle verwendete, gab es zwei die Standardausrüstung der italienischenArmee zwi-
Typen. schen den Kriegen und waren auch noch bis Sept.
Der Lancia IZ von 1915 hatte zwei Türme überein- 1943 im Einsatz.
ander und war mit drei 6,5-mm-Maxim-M G ausge- Fiat baute 1934 den Typ Autoblindata Fiat 611, ei-
rüstet, eines im oberen und zwei im unteren Turm. nen drei achsigen Straßenpanzer mit angetriebenen
20 Einheiten wurden gebaut. Der Lancia IZM von Hinterachsen. Die Fahrzeuge waren im Thrm mit zwei
1917 hatte nur einen Thrm mit zwei 8-n1ln-St. Eti- 8-mm-MG oder einer 3,7-cm-Kanone ausgerüstet.
enne-MG bei sonst fast unverändertem Aufbau. 110 Die Fahrzeuge wurden in Äthiopien und Ostafrika
Fahrzeuge wurden bestellt und bis Kriegsende aus- eingesetzt.

Links:
Nach der Kapitulation der
Italiener wurde am 9. Sept.
/943 wl1er dem
Decknamen "Achseil die
Ellfwaffillm g d er ita -
lienischen Streitkräf te be-
foh/ell . Große Mellgell
italienischer AusriisflllI g
ge IangleIl ;11 deli Besitz der
Wehrmacht wie hier Lkw,
Pa ll:erkampfwagell CV 33/
35 wul gep. M a1l ll - .
schaftswagen A .S. 3 7.
( M V)

Rechts:
Ein Teil de r italienischen
Armee ging in die Gefan-
genschaft, ein anderer Teil
kämpf te auf Seiten der
Wehrmacht weiter. Bei der
Ennvaffllllllg italienischer
Truppen im Raum
Dubrovllik wurde dieser
Panzerspä h wagell vom Typ
Ltmzia IZM m it was-
sergekühlteIl Fia/ -M G
M od ell / 9 / 4 erbell/et.
(M V)

37
Sandini Bibliothek
Links:
Etwa 100 POI1:,er ·
spähwagell des Types
Fiarl SPA AB 4/ wurden
1'0 11 der Wehrl11acht
er/) elliel lind Zl/r
Allsriistflll g VOll POII -
zerspiil/':.iigen verweIl -
deI. ZellIl P(III ~e r,\'pä"­
wagen AB 4/ sind hier
ill/ September /943 mit
deli/schell Fallschirm-
j ägem illl Eil/sat;.. Bal-
kenk reu::.e sind lIoeh
lI ich, au/gemal r. (BA )

Mitte 1939 wurde ein neuer Panzerspähwagen vor- und Divisionen der Heeresgruppen Südwest und
gestellt. Der FiatJSPA AB 40 war ein zeitgemäßes Südost zugeteilt. Die deutsche Bezeichnung für die
Fahrzeug mit hervorragender Geländegängigkeit. Autoblindata AB 40 und AB 41 war "Panzerspäh-
Das 6,8 Tonnen schwere Fahrzeug hatte eine Stra- wagen AB 40 und 41 201 (i)".
ßengeschwindigkeit von 76 kmIh und konnte vor- und Bei Übernahme der italienischen Spähwagen war ein
rückwärts fah ren_ Die Panzerung war 9 mm stark_ AB 43 mit 4,7-cm-Kwk L 32 vorhanden. Der AB 43
Die Besatzung bestand aus vier Mann, die Bewaff- war das Nachfolgemodell des AB 41 mit stä rkerem
nung aus zwei 8-mm-MG im Turm und einem 8-mm- Motor, geändertem Turm und geändertem Aufbau.
MG neben dem Rückwärtsfahrer. Die Wehrmacht gab 310 AB 43 in Auftrag, davon
Nach erfolgreichen Versuchen mit einem Turm des 240 mit der 2-cm-Kwk und koaxialem 8-mm-MG und
Panzerkampfwagens L6/40 auf einem AB40 wurden 70 Fahrzeuge mit 4,7-cm-Kwk L 32 oder L 40.
alle neuen AB 40 damit ausgerüstet. Die Produktion sollte schon im Oktober 1943 mit je
DerlUrm mit einer 2-cm-Breda-Kanone und koaxia- 25 Einheiten monatlich einsetzen.
lem 8-mm-MG gab den FahrLeugen eine stärkere 1943 kam es zu keiner Fertigung mehr, 1944 wurden
Feuerkraft. Die so ausgerüsteten Fahrzeuge erhiel- 60 AB 43 produziert und eine unbekannte Zahl in
ten die Bezeichnung AB 41. 1945.A uch diese Wagen wurden zur Aufstellung von
Das Gewicht der Spähwagen erhöhte sich auf 7.5 Panzerspähzügen im Südwesten verwendet. Die deut-
Tonnen, durch einen stä rkeren Motor konnte die sche Bezeichnung lautete " Panzerspähwagen AB 43
Höchstgeschwindigkeit auf78 km/h angehoben wer- ZU3 (i )".
den. Die italienische Armee hatte auch den Nachbau des
Es ist nicht bekannt, wie viele FahrLeuge des Typs englischen Daimler Scout Car geplant.
AB 40 gebaut wurden, es dürften aber keine großen Im September 1943 war jedoch noch keines dieser
Stückzahlen gewesen sein. Fahrzeuge mit dem Namen "Lince" bei Lancia ge-
Nach dem Umsturz 1943 wurde die italienische Ar- fertigt.
mee entwaffnet und alles brauchbare Material von Die Wehrmacht gab 300 Fahrzeuge in Auftrag, 1944
den deutschen Truppen übernommen. wurden 105 Spähwagen "Lince" gebaut und 1945
Dabei waren auch die Späh wagen des Typs AB 40/41. eine unbekannte Zahl. Die 3, I Tonnen schweren Fahr-
Am 28.09.1943 wurde ein Bestand von ca. 200 Pan- zeuge erreichten eine Geschwindigkeit von 86 km/ho
zerspähwagen gemeldet, davon 110 bei kroatischen Die maximale Panzerung betrug 14 mm.
Einheiten. Das Fahrzeug hatte zwei Mann Besatzung und ein 8-
Genau 87 40/41 waren am I.l 0.1943 für die Ausrü- mm-MG eingebaut.
stung von Panzerspähzügen vorhanden. Im Jahr Die deutsche Bezeichnung war "Panzerspähwagen
1944 wurden nochmals 23 AB 41 produziert. Li nce 202 (i)".
Die meisten vorhandenen und aus der Produktion Die Lince wurden zur Aufstellung ,'on Panzerspäh-
zulaufenden AB 41 wurden zu je sechs Wagen in zügen verwendet oder als Verbindungsfahrzeuge ein-
Panzerspähzügen zusammengefaßt und den Korps gesetzt. Panzerspähzüge mit Lince sollten gemäß Soll-

38
Sandini Bibliothek
stärke mit 9 Fahneugen ausgerüstet sein, oft wur- Die Bewaffnung bestand aus einem 8-nml-l\ IG. Die
den jedoch gemischte Einheiten mit AB 41 /43 aufge- Fahneuge mit der Bezeichnung "gepanzerter lann-
stellt. schaftstransportwagen S 37 250 (i)" ka men a ls
Unter den gepanzerten Radfahneugen, die der Wehr- Mannschaftstransporter und Befehlswagen zu m
macht in die Hände fielen , befanden sich auch 37 Einsatz.
Mannschaftstransportwagen vom Typ Carro Protetto So verfügten z.B. im Januar 1945 die Panzer Ab-
A.S. 37. Diese Fahneuge wa ren auf das Fahrgestell teilung Adria noch über acht und die 373. (kroat. )
des vierradgetriebenen leichten Wüsten-Lkw. Fiat Infanterie Division noch über zwei A.S. 37.
A.S. 37 aufgebaut worden. Von den Italienern oder der deutschen Wehrmacht
Die Fahrzeuge erreichten eine Geschwindigkeit von wurden auch einige italienische Lkw behelfsmä-
50 km/h und konnten außer dem Fahrer noch zehn ßig überpanzert. Über Produktionszahlen oder
Soldaten befördern. Hersteller ist nichts bekannt.

Rechts:
Ei" frisch erbeuteter
Spähll'agell AB 41. der
/loch italienische Keil·
mmgen trägt. Am Bug
das Nummernschild
R.E. 699 B Lllld Dill
Turm eilZ farbiges
Rechteck mit einem
Balken. das Zeichen Jür
I. ZlIg. Die Bol·
kenkreu;;,e si"d be·
helfsllliißig allfgelllalt.
Bei den Bugscheill-
werfern si"d die ge-
pan;:.erten Abdecklm-
gell geöffIlet. (BA)

Lillks:
Dieser AB 41 führt allf
dem rechten Ko/flügel
das takt. Zeichen Jür
A ufi/ti rtmg sei nl1ei tell.
Das weiße Ba /kell-
kreu: {U! der Seite ist
Ilur schwach :'11 er-
kennen. Die AB 4/
wurden 1'011 der Wehr-
macht in ihrem Kampf-
wert gleich dem jrz.
Ptmhard eingestuft.
(BA)

39
Sandini Bibliothek

Links:
Die italienische Armee
verfügte im Sept. 1943
noch über eine ganze
Reihe von umcia POIl-
:.erspälnvagell , die bereits
am Ende des erstell
Weltkrieges produziert
worden waren. Dieses
Fahr:ellg ist Ende 1944
bei deutschen Siehe-
nmgslruppell im Einsatz.
(RE)

Rechts:
Charakteristisch für die
Lal1cia 12M waren die
Drall/räumer vorn om
Fahrzeug. Die wasserge-
kühlten 6,5-mm-MG Fiat
Modell 1914 silld durch
luftgekülrlte 8-mm-MG
Fiat Modell 1935 ersetzt
worden. Der Tarnanstrich
ist typisch für den Südost-
rallm 1943/44. (RE)

Links: Mi, leicht Imler-


schiedlichen AufbauteIl
liefen im Südostraum ge-
panzerte MOIIlIsclwJls-
trallsportwagell auf Basis
des italienischen 3 t Fior-
Lkw Typ 626/628. Hier das
Fahrzeug einer S5-Einheit.
Es ist "icht bekannt, ob
diese Fahrzeuge im
AuJrrag der italienischen
Armee oder der Wehrmacht
geballt wurdell. (RE)

40
Sandini Bibliothek
Rechts:
Im Schla"un festge -
fahren hat sich dieser
AB 4/ ulld die Solda -
ten Gm Bug machen
gerade das Absc"'epp-
seil frei. Der Wagen ist
am Bug und an den
Seiten mit einem
Balkenkreuz ge-
kennzeichnet. Gut ;.u
erkennen ist die !zillten
liegende, geteilte Ein-
stiegstü, (AP)

Links:
Ein Fahrzeug der 278.
InfDiv. mit Kennung WH-
/6592/5 im RaulI! Lonigo.
Italien /944. ALlf den
Kotflügeln rechts und links
sind Halterungen für
Reservekanister
angebracht. Der Turm ist
gut getarnt ulld die
FUllkanlelll1e nach hinten
abgeklappt. (J R)

Rechts:
Auch die SS erhielt
einige AB 4/ für ihre
Panze rspäh -Einhe; ten,
hier ein Fahrzeug der
4. 55-Polizei-Division
auf dem Balkan / 944.
Links neben der Selt-
klappe für deli Rück-
wärtsfahrer ist das
zweite MG nach rück-
wärts in deli Aufbau
eingebaLlt. (FH)

41
Sandini Bibliothek

Oben und unten: Auf BW'is des Radschleppers Fiat A.5. 37 ließ die italienische Armee gepanzerte Manl1 schafrstrans-
sportwagen bauen. die ebenf{llIs die Bezeichnung A.5. 37 führten. Die oben offeneIl Fahr:.ellge hatten eine : weigeteilte
Hecktar und waren mit MG bewaffnet, die hinter 5reckschilde mOllfiert werdell kOlllltell . Oben frisch erbew ete Fahr-
zeuge und lmlell im Einsatz bei der 7. 55-Gebirgs-Division. (I xBA , 2xMV)

42
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Obell ulld unteII: Der Pallzerspähwagell AB 41 (rechts) sollte 1943 durch deli Typ AB 43 (Iillks) abgelöst werdell. Der
Prototyp des lIellell Modells hatte eine" geälldenell Aufbau in dem die Stiitzräder entfallen und die Türen nach vorne
verlegt waren. Das Heck-MG entfiel und aLlch der Kühlergrill war abgeändert. Das Fahrzeug erhielt einen neuen
flachere" aber geräumigeren Turm , in deli wahlweise eine 2-cm- oder 4,7-cm-Kallolle ein geballt wert/eil konnte. (BA )

43
Sandini Bibliothek
Links:
Im September /943 war
ein Prototyp des AB 43
lIIit 4,7-clII-Kwk U32
vorhanden. Das
Fahrzeug war ein im
Aufbau verbreiterter AB
4/ mit dem !leuen
DrehtLlrlll. (WS)

Rechts:
Die endgültig unter der
Be:.eichmmg AB 43 gebauten
Fahrzeuge waren dann jedoch
unveränderte AB 41. die nur den
neuen Drehturm erhielten. Die
Panzerspähwagell wurden auch
oft als AB 41/43 bezeichnet.
Dieses voll getarnte Fahrzeug ist
im Oktober 1944 in Ungarn im
Einsatz. (BA)

Links:
ALlch dieser AB 4 J
ist mir dem !leuen
Drehtur", und der
2-cm-Kallone
ausgerüstet. Dem
Fahrzeug sind
sämtliche Reifen
abhanden gekommen,
LInd das Heck-MG ist
ausgebatlt.
/nteressafll ist die am
Turmheck angebrachte
StaLIkiste (HH)

44
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Die italienische Armee hatte sich /943 entschlossen, für Die bei Lancia gebauten Panzerspähwagen führteIl die
einen leichten Panzerspähwagentyp den englischen Bezeichnung" Unce" und sind auf den ersten Blick nur
Daimler Dingo nachzubauen. Als Bewaffiulllg war ein durch das MG vom Daimler Dingo zu unterscheiden.
MG eingeballt. (lW) Hier ein Fahrzeug einer Fallschirmjägereinheit beim
Straßelikampf in einer italienischen Stadt. (BA)

Dieses etwas ver-


wackelte Foto zeigt
das gleiche Fahr-
zeug wie oben links
im Einsatz bei der
!.IPz. Rgt. 4. Die
Wehrmacht hatte
J943 den Ball \'on
300 dieser Fahr-
zeuge in Auftrag
gegeben, wovon bis
Kriegsende noch
über 100 ausge-
liefert wurden. Die
N
"Unce waren bei
Aufklä rtll1gseinhei ten
als Späh wagen und
bei Stäben als Ver-
bindungsfah rzeuge
im Einsatz. (lW)

45
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VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA
In den Vereinigten Staaten waren schon im Ersten erbeutete Fahrzeuge auf deutscher Seite verwendet
Weltkrieg und in der Zeit zwischen den Kriegen Pan- wurden.
zerkraftwagen hergesteUt und erprobt worden. Gro- Ende 1941 wurde ein leichter Panzerwagen ausge-
ßes Augenmerk wurde auf die HersteUung genorm- schrieben, der als Hauptbewaffnung eine 3,7-cm-Ka-
ter Heeresfahrzeuge gelegt, um Ersatzteillieferungen none tragen soUte.
zu erleichtern. Die Fahrzeuge waren eigentlich als Panzerjäger vor-
1938 wurde der Scout Car M3 der Firma White als gesehen.Akzeptiert wurde ein dreiachsiges Fahrzeug
Spähwagen übernommen, dem 1939 die verbesser- der Ford Motor Company mit der Bezeichnung T22
te Ausführung M3Al als endgültiger Spähwagen E2, das im Juni 1942 als leichter Panzerwagen M8
folgte. eingeführt wurde.
Es handelte sich um ein zweiachsigen, oben offe- Die 7,7 Tonnen schweren Fahrzeuge erreichten eine
nes Fahrzeug, mit der auch für einige Halbket- Höchstgeschwindigkeit von 88 km/h und hatten eine
tenfahrzeuge typischen Bugwalze. Panzerung zwischen drei und 19 Millimeter.
Die 5,6 Tonnen schweren Fahrzeuge erreichten eine Die Besatzung bestand aus vier Mann. In einem oben
Höchstgeschwindigkeit von 88 km/h. offenen Drehturm war eine 3,7-cm-Kanone M6 und
An Besatzung konnten acht Mann untergebracht ein koaxiales 7,62-mm-MG eingebaut.
werden, denen gewöhnlich ein 12,7-mm-MG als Teilweise war auch ein 12,7-cm-Fla-MG am Thrm
Hauptbewaffnung zur Verfügung stand. montiert. Ford stellte bis Ende 1944 8523 Radpanzer
Es wurden knapp 21000 dieser Fahrzeuge gebaut und M8, die auch die Bezeichnung "Greyhound" führ-
auch nach dem Pacht- und Leihabkommen an Groß- ten, her. Panzerspähwagen M8 (a) wurden auch von
britannien und Rußland geliefert. der Wehrmacht verwendet, so führte z.B. die Panzer
Die deutsche Bezeichnung lautete "Panzerspähwa- Aufklärungs Abteilung 11 im Februar 1945 zwei M8
gen M3Al 201 (a)" . Es liegt kein Nachweis vor, daß in ihrem Bestand.

"Sweet Sue", ein M8· Pall::,erspiihwagen der 3. US·Armee ist im HerbST /944 in Nordfrankreich erbeutet wo rden. Bei
dem Wa gen jehlen die Radabdecklmgen. was jedoch hällfig bei diesen Fahrzeugen zu beobachten iSI. All den
Spähwagell iSTlloch ein einachsiger Anhänger al/gekuppelt. Der MB "Greyhound'l war ein sehr modemes Fahrzeug, das
auch Iloch dem Krieg bei Poli::.ei lind Blmdesgrell :.scllllt:. eillgesetzt wurde. (BA )
J -..;:.... -

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46
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-- ::::
== -=
::::

"5weel Sue mit den neueIl Besitzern. Fast alle amerikanischen Kenllungen sind unkenntlich gemacht. Die
H

Balkellkreuze silld sehr hastig aufgemalt. so daß die Farbe "er/aufell ist. (BA)

Unten: Ein zweiter MB derselben Einheit. All diesem Fahrzeug sind die Radabdeckungen noch vorhanden und am Tunn
ist ein Fla·MG mOl1liert. Auf dem Spiilm:agen werden ;n Säcken und Kisten die Habseligkeiten der Besatzung
mitgefiihrt. (BA)

47
Sandini Bibliothek
WIR SUCHEN
Für die Reihe
"WAFFEN-ARSENAL"
ist ein Band über
"Omnibusse bei der Wehrmacht"
geplant.

Hierzu zählen:
Wehrmachtseigne (KOM), aus dem zivilen Bereich, ab 1939
eingezogene und Beute-Omnibusse.
An fototechnisch sehr guten Aufnahmen ist noch Bedarf.
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48
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Eill Pallhard Panurspähwagell der 7. Pallzer·Divisioll bei Begin" des RujJlalld·Feldzuges. Das Fahrzeug ist am Bug
mit einem Vorpallzer ausgerüstet, um diese senkrechte Stelle besser gegell BeschujJ zu schWze". (BA )

Ein Panhard-Funkwagen beim Kriegsberichterzug der 1. SS-Panzer-Division. In diese Kriegsberichter-Spähwagen


war eine Tonaufnahmestation eingebaut, das zugehörige Mikrofon hält ein Soldat in der Hand. Bewaffnet ist das
Fahrzeug mit einem MG-34. (BA)
Sandini Bibliothek
Waffen-Arsenal Band 146
Verkaufspreis: DM 12,80 I ÖS 100.-- I sfr 13,80

Eine Panhard-Draisine auf einer Schienenstrecke in Rußland zur Aufklärung eingesetzt. Diese Fahneuge waren oft
paarweise oder auch einzeln den Eisenbalm-Panzenügen als Aufklärungsmillel zugeteilt. (BA)

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