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Der Weg

zum Ziel
Eine Zeitschrift für Deutschlernende Ausgabe Nr. 28 4-99

Goethe - der „Dichterfürst“ ➁


Johann Wolfgang davon zu leben und
von Goethe ist seinen Kindern eine
Deutschlands größ- gute Ausbildung zu
ter Dichter und ei- geben.
ner der größten der
Vater Goethe war sehr
Welt. Er war nicht
gebildet, viel gereist
nur Dichter und
und hatte strenge
Schriftsteller. Er
Grundsätze. Wie der
war auch Künstler,
Vater, interessierte
Naturforscher und
sich auch sein Sohn
Staatsmann. In die-
später für alle Berei-
sem Jahr begehen
che des Wissens, wie
wir die 250. Wie-
er, stellte auch der
derkehr seines Ge-
Sohn feste Grundsätze
burtstags. „Goethe in der römischen Campagna“ von Wilhelm Tischbein (1787) und Regeln für das Le-
Wie nur wenige Menschen, kannte Goethe sich ben, für Wissenschaft und Kunst auf.
in allen Bereichen des Wissens und Lebens aus.
Goethes Mutter war das Gegenteil. Sie hatte viel
Alles ordnete er in seine Sicht der Dinge, seine
Weltanschauung, ein. Alles war für ihn eine Ein- Lebensfreude, viel Phantasie und konnte gut er-
zählen. Von ihr hat Goethe sein freundliches, ge-
heit. Wir nennen solch einen Menschen einen
winnendes1 Wesen geerbt sowie seine Phantasie
Universalmenschen oder ein Universalgenie.
und seine Gabe zu dichten.
Jugend Goethe hat in seinem langen, reichen Leben meh-
Am 28.8.1749 wurde Goethe in der reichen Han- rere Abschnitte der geistigen Strömungen in Eu-
delsstadt Frankfurt am Main geboren. Dort steht ropa durchlaufen. Als er geboren wurde, um die
heute noch als Museum das „Goethehaus“, in Mitte des 18. Jahrhunderts, herrschte in Europa
dem er heranwuchs. Seine Eltern waren wohl- die sogenannte „Aufklärung“. Der Mensch wollte
habende Leute. Goethe hat nie in seinem Le- alles mit seinem Verstand erforschen, „aufklären“,
ben Not kennengelernt, wie z.B. der Dichter in den Griff bekommen.
Friedrich von Schiller. Er hatte immer genug
Geld. Sturm und Drang
Goethes Vater war Jurist, aber er übte seinen Seit etwa 1770 enstand jedoch unter der Jugend
Beruf nicht aus. Er hatte genug Vermögen, um in Deutschland als Bewegung dagegen der soge-
1
nannte „Sturm und Drang“. Gegen den Verstand
Aus der Redaktion
betonte man jetzt das Gefühl, gegen ein Leben
Liebe Leserinnen und Leser, nach strengen Ordnungen legte man Wert auf Frei-
nun ist es fast schon Winter, heit und Spontaneität2 (bis hin zur Anarchie3 ) und
und ich grüße Sie zur letz- auf „Größe“ des Menschen.
ten „Weg“-Ausgabe für die-
ses Jahr. Schön, daß Sie uns Goethe studierte
die Treue gehalten haben. zu dieser Zeit
Ich hoffe, auch in diesem Rechtswissen-
Heft finden Sie wieder inter- schaft in Straß-
essante Artikel, die Ihnen in burg. Sein Vater
Deutsch, aber auch in Ihrem
Leben weiterhelfen.
wollte, daß er Ju-
rist würde wie er
Diesmal veröffentlichen wir aus Anlaß des 250. Goethe-
selber. So besuch-
Geburtstages, der auch in Deutschland viel gefeiert wur-
de, ein recht ausführliches Lebensbild von dem großen te der Sohn von
deutschen Dichterfürsten. Das bedeutet aber zugleich, 1765 bis 1771 die
daß Sie leider aus Platzgründen auf einige der gewohn- Universitäten von
ten Serien verzichten müssen. Im Februarheft sollte dann Leipzig und Straß-
aber alles wieder normal erscheinen. burg.
Es hat mich gefreut, daß das letzte Heft von 32 Seiten
auf so gute Resonanz bei Ihnen gestoßen ist. Um aber Schon in Leipzig
den Abstand zwischen den Heften nicht so groß werden hatte Goethe Ge-
lassen, haben wir uns trotzdem entschlossen, im näch- dichte gemacht.
sten Jahr wieder vier Hefte im vierteljährlichen Abstand Sie waren mit dem
herauszugeben. Wir werden aber die Hefte 2 und 3 zu- Verstand ausge- Goethes Geburtshaus in Frankfurt/Main
sammen planen, so daß sie zwar getrennt erscheinen, dacht und daher etwas unlebendig und trocken4.
aber inhaltlich vielfältiger sein werden. Ich hoffe, dies
Doch jetzt in Straßburg erwachte sein Gefühl zu
trifft auch auf ihre Zustimmung.
voller Stärke. Von jetzt an spricht er in seinen
Es war für mich in diesem Jahr eine besondere Freude,
Gedichten aus, was er an Freude, Schmerz, Hoff-
wieder einige unserer Leser persönlich treffen zu kön-
nen. Auf den beiden Begegnungsfreizeiten in Lettland
nung, Glück, Verzweiflung unmittelbar empfindet.
und in der Ukraine konnten wir eine schöne Zeit mit- Das alles sagt er in einer wunderbar flüssigen,
einander verbringen und auch viel von Gott und seiner reichen Sprache, wie sie nur selten ein Dichter
Liebe zu uns hören. Das gegenseitige Kennenlernen und besitzt.
der Austausch sind immer wieder sehr große Bereiche-
rungen und eine Ermutigung für mich. Dann macht die
Goethe wurde von seinem Freund Johann Gottfried
Arbeit wieder richtig Spaß! Aber am schönsten ist es zu Herder dazu angeregt. Aber seine schönsten Ge-
erleben, daß Leute bereit sind, Gottes Angebot seiner Lie- dichte entstanden aus seiner Liebe zu der Pfar-
be und Vergebung ihrer Lebensschuld in Jesus Christus rerstochter Friederike Brion in dem Dorf
persönlich anzunehmen und mit ihm ihr Leben zu ge- Sesenheim bei Straßburg. Doch heiraten wollte
stalten. Dazu möchte ich auch Sie an dieser Stelle gerne Goethe Friederike nicht. Als er 1771 nach Frank-
ermutigen. Das Weihnachtsfest führt uns Gottes Liebe furt zurückkehrte, ließ er sie traurig und allein
wieder einmal deutlich vor Augen. Er liebt auch Sie!
zurück.
Gottes Liebe gilt aber auch in dem bald beginnenden
dritten Jahrtausend. Viele erfaßt die neue Zeit mit Angst Goethe hat seine Werke meistens ohne viel Mühe
und Sorge, aber Gott möchte uns für die Zukunft in Je- niedergeschrieben. Er kannte allerdings auch im-
sus Hoffnung und Zuversicht geben. Wir brauchen nur mer wieder Zeiten, in denen er passiv war und
den Mut, uns auf sein Liebesangebot einzulassen. Die- depressiv5. Er hat dann mit festem Willen dage-
sen Mut wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen! gen angekämpft. Er war ein sehr feinfühliger, kom-
Ihr plizierter Mensch.
Volker Schmidt Goethe war jetzt Rechtsanwalt in Frankfurt. Aber
sein Beruf langweilte ihn. Viel lieber schrieb er
2
Gedichte. In ihnen wird in einer begeisternden Klassik bedeutet immer etwas Voll-
Sprache die Natur (z.B. „Wanderers Sturmlied“) kommenes, etwas Allgemeingül-
oder der große Mensch, das „Genie“ (z.B. „Pro- tiges. Die damalige Klassik ent-
metheus“) verherrlicht. In seinem ersten Drama stand aus der Verbindung von
„Götz von Berlichingen“ schildert Goethe einen Vernunft (Aufklärung) und Ge-
mutigen Kämpfer für Freiheit und Recht, der an fühl (Sturm und Drang): das
der Feigheit und Verdorbenheit6 seiner Zeit zu- Gefühl wird bejaht, aber ge-
grundegeht. Durch dieses Schauspiel wurde Goe- bändigt7 und in Schranken ge-
the plötzlich berühmt. halten durch die Vernunft. So
entsteht der harmonische, der
1772 ging Goethe
ideale Mensch. Das große Vorbild
für kurze Zeit in das
war dabei das griechische und rö- Charlotte von Stein
benachbarte Wetz-
mische Altertum.
lar. Dort lernte er
ein Mädchen ken- Deshalb beschreibt Goethe jetzt in seinen Dramen
nen und lieben, das und Gedichten Menschen, die nach Vollkommen-
mit einem seiner heit streben und vollkommen werden. Dadurch
Freunde verlobt befreien sie sich und andere vom Schlechten, von
war. Gleichzeitig er- Not und Schuld. Die griechische Königstochter
schoß sich in dieser Iphigenie in Goethes Drama „Iphigenie auf Tauris“
Zeit ein anderer ist zum Beispiel solch ein Mensch.
Freund aus unglück-
Von 1786 bis 88 machte Goethe die für ihn sehr
licher Liebe zu einer
wichtige Reise nach Italien. Durch die Kunstschät-
Frau. Sein Tod und
ze dort und seine ungezählten Begegnungen mit
Goethes eigene un-
Menschen bekam er viele neue Anregungen.
glückliche Liebe reg-
ten ihn an, den Ro- Titelblatt von Goethes Briefroman Und Goethe wurde dort auch ein noch freierer
man „Die Leiden des „Die Leiden des jungen Werthers“ Mensch. Schon immer hatte er sein Leben sehr
jungen Werther“ zu schreiben. Dadurch wurde nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellun-
Goethe noch berühmter. Viele junge Männer in gen geführt. Alle Vorschriften, aller Zwang waren
ganz Europa kleideten sich damals wie Werther ihm verhaßt. Jetzt, nach seiner Rückkehr nach
in dem Roman. Manche erschossen sich sogar wie Weimar, nahm er ein junges, einfaches Mädchen
Werther aus unglücklicher Liebe. namens Christiane Vulpius zu sich in sein Haus.
Er bekam mit ihr mehrere Kinder. Aus der Kritik
Wandlung zum Klassiker der Weimarer Gesellschaft an seinem Verhältnis
machte er sich nichts. Von seinen Kindern blieb
1775 fand Goethe endlich eine ihn befriedigende allerdings nur sein Sohn August am Leben.
berufliche Anstellung. Der junge Herzog Ernst-Au-
gust von Sachsen-Weimar berief ihn als Minister Naturwissenschaft
in sein kleines Herzogtum. Dort blieb Goethe bis
an sein Lebensende. Er war als Minister nachein- Nach seiner Rückkehr aus Italien zog Goethe sich
ander für verschiedene Aufgaben zuständig: für von den Menschen in Weimar zurück. Er dichtete
die Finanzen, für das kleine Heer, den Wegebau, auch nicht mehr so viel. Statt dessen beschäftigte
das Theater und die Künste. er sich jetzt mehr mit der Naturwissenschaft. In
der Optik interessierte ihn besonders die Lehre von
Hier in Weimar fand Goethe aus der Unruhe sei- den Farben.
ner Sturm- und Drangzeit in die Ruhe und Ord-
nung der Klassik. Dabei half ihm seine ältere Goethe sprach zwar häufig von „Gott“, aber eben-
Freundin Frau von Stein, die Frau eines Hof- so oft von der „Gottheit“ oder der „Vorsehung“.
beamten. Er sah „Gott“ überall in der Natur und in beson-

3
ders bedeutsamen Menschen. Wir nennen diesen hatten. Alle Unordnung, alles Häßliche war ihm
Glauben „Pantheismus“. verhaßt. Darum durfte auch niemand in seiner Ge-
genwart von Krankheit oder Tod sprechen.
1795 lernte Goethe den Dichter Friedrich von Schil-
ler kennen. Dieser ermunterte ihn, wieder mehr
zu schreiben. Auch Goethe half Schiller bei der
Entstehung seiner Dramen. Zwischen beiden ent-
stand eine Freundschaft, die bis zu Schillers Tod
1805 anhielt. Beide Männer hatten große Hoch-
achtung voreinander.
1806 besetzten
französische Solda-
ten unter Napoleon
Weimar. Als sie in Goethes Wohnsitz am Frauenplan in Weimar
Goethes Haus ein-
Im Alter hat Goethe noch mehrmals Frauen hef-
drangen, um zu
tig geliebt. Daraus entstanden sein Roman „Die
plündern 8 , kam
Wahlverwandtschaften“ und seine Liedersamm-
Goethe in Lebens-
lung „West-östlicher Diwan“. Seine erste Lebens-
gefahr. Die mutige
hälfte erzählt er in seiner Biographie „Dichtung
Christiane rettete
und Wahrheit“.
ihn. Daraufhin hat
Goethe sie schließ- Bis an sein Lebensende hat Goethe an seinem
Christiane Vulpius
lich geheiratet. „Faust“-Drama gearbeitet. In ihm beschreibt er,
wie Faust, also der Mensch, aus allem Irrtum und
Aber Goethe hat vor und neben Christiane noch
aller Schuld seines Lebens schließlich zur Klarheit
häufig andere Frauen geliebt, auch körperlich, und
und Erlösung in „Gott“ findet. Rüstig bis zu sei-
das bis an sein Lebensende. Jedoch heiraten woll-
nem letzten Lebenstag ist Goethe 1832 in hohem
te er keine, er wollte sich nicht binden. Manche
Alter gestorben.
Frau hat er unglücklich zurückgelassen.
Goethe und wir
Der „Weise von Weimar“
Goethe hat wunderschöne Gedichte und Dramen
Allmählich wurde Goethe immer berühmter. Vie-
geschrieben. Er hat viele weise und richtige Er-
le Leute kamen nach Weimar, um ihn zu sehen.
kenntnisse gehabt. Vieles, was er gesagt hat, wird
Aber Goethe zog sich von den Menschen zurück.
immer richtig und wahr bleiben.
Er baute sich sein eigenes Reich des Wahren und
Schönen auf. Politik interessierte ihn nicht. Napo- Aber kann Goethe uns auch als Mensch ein Vor-
leon, der damals größtes Elend über Europa brach- bild sein? Meist hat er sich nur mit sich selber
te, bewunderte er als einen großen Menschen, als beschäftigt, mit seinen Empfindungen und Gefüh-
ein „Genie“. Von den damals in Europa entstehen- len, seinen Freuden und Leiden. Die Not anderer
den nationalen und demokratischen Regungen hat ihn nicht viel gekümmert. Freunden, die ihn
wollte er nichts wissen. Die neue Bewegung der um Hilfe baten, hat er häufig nicht geholfen. Sei-
„Romantik“ mit ihrer Vorliebe für Märchen und ne Frau ließ er allein unter großen Schmerzen ster-
Irrationales9 lehnte er ab. ben. Er erwartete zwar von Eheleuten Treue in
der Ehe, aber er selber hatte neben seiner Ehe
Goethe meinte, er müsse auch in seiner äußeren
noch zahlreiche andere Liebschaften.
Erscheinung vorbildlich sein, ein vollkommenes
Bild darstellen. Deshalb begegnete er seinen Be- Das lag daran, daß Goethe keine Beziehung zu
suchern im Alter mit viel Würde. Er erwartete, dem lebendigen Gott hatte, dem himmlischen
daß die Menschen vor ihm Achtung und Respekt Vater. Denn Gott schenkt uns durch Jesus die Kraft,

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unsere Mitmenschen opferbereit zu lieben und in sagte selber, daß er nicht viele frohe Stunden in
der Ehe treu zu sein. Wenn wir Jesus in unser Le- seinem Leben gehabt habe. Er lebte in ständiger
ben hineinnehmen, macht er uns zu neuen Men- Angst vor dem Tod. Von daher können wir Goe-
schen, zu Kindern Gottes. Wir bekommen dann the eigentlich nur sehr bedauern, und in diesen
Gottes Liebe zu spüren. Gott schenkt uns dann Dingen kann uns der große Dichterfürst kein Vor-
ewige Geborgenheit, ein ewiges Dasein bei sich. bild sein.
Wir werden erst dadurch richtig frohe Menschen. Hans Misdorf
Goethe wollte aber von Gottes Hilfe durch Jesus 1
gewinnend: (hier): für andere Menschen angenehm und
nichts wissen. Er verehrte Jesus nur als einen be- zugänglich sein 2die Spontaneität: [-n(e)i’tät] ein schnel-
sonders großen Menschen, aber nicht als seinen les und einem plötzlichen inneren Antrieb folgendes Ver-
halten 3 die Anarchie: der Zustand, bes. in einem Staat,
Helfer und Retter im Leben. Er meinte, er könne in dem es weder Herrschaft noch Ordnung gibt; Chaos
sich selber, aus eigener Kraft, in einen guten, vor- 4
trocken: (hier) sachlich und daher oft langweilig und ohne
bildlichen Menschen verwandeln. Er meinte, er Phantasie 5depressiv: traurig und mutlos 6die Verdor-
könne sein Leben ohne Gott bewältigen. benheit: die (moralische) Schlechtigkeit (des Charakters)
7
etw. bändigen: etw. unter Kontrolle bringen; beherrschen
Weil Goethe Gottes Hilfe in Jesus ablehnte, war 8
plündern: (hier) aus Geschäften und Häusern Dinge steh-
er im tiefsten kein glücklicher Mensch, auch wenn len 9 irrational: unberechenbar, mit dem Verstand nicht
es ihm äußerlich im Leben immer gut ging. Er faßbar, gegen die Vernunft oder nicht durch sie erklärbar
Die bekanntesten Prosatexte und Dramen von J. W. v. Goethe: Götz von Berlichingen (1773); Clavigo (1774); Die Leiden
des jungen Werther (1774); Iphigenie auf Tauris (1787); Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/96); Faust (1808); Die
Wahlverwandschaften (1809); Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit (1811/14); Faust II (1832).
Einige der bekanntesten Lyriktexte von J. W. v. Goethe: Heidenröslein („Sah ein Knab’ ein ...“); Der König in Thule
(Ballade); Das Göttliche („Edel sei der Mensch ...“); Ein Gleiches („Über allen Gipfeln ist Ruh ...“); Erlenkönig (Ballade);
Gefunden („Ich ging im Walde ...“); Der Zauberlehrling (Ballade).

Täglich zu singen
Ich danke Gott, und freue mich Und all das Geld und all das Gut
Wie’s Kind zur Weihnachtgabe, Gewährt zwar viele Sachen;
Daß ich bin, bin! Und daß ich dich, Gesundheit, Schlaf und guten Mut
Schön menschlich Antlitz1 ! habe; Kann’s aber doch nicht machen.
Daß ich die Sonne, Berg und Meer, Und die sind doch, bei Ja und Nein
Und Laub und Gras kann sehen, Ein rechter Lohn und Segen!
Und abends unterm Sternenheer2 Drum will ich mich nicht groß kastei’n10
Und lieben Monde gehen; Des vielen Geldes wegen.
Und daß mir denn zu Mute ist, Gott gebe mir nur jeden Tag,
Als wenn wir Kinder kamen So viel ich darf zum Leben.
Und sahen, was der heil’ge Christ Er gibt’s dem Sperling11 auf dem Dach;
Bescheret3 hatte, Amen! Wie sollt er’s mir nicht geben!
Ich danke Gott mit Saitenspiel, Matthias Claudius (15 8.1740 - 21.1.1815)
Daß ich kein König worden4 ;
Ich wär geschmeichelt5 worden viel 1 das Antlitz: (lit.) Gesicht 2 das Heer: (hier) Menge, eine
Und wär vielleicht verdorben6 . sehr große Anzahl 3 bescheren: (hier) etwas zu Weihnach-
ten schenken 4 lit Kurzform für ‚geworden bin‘ 5 jmdm.
Auch bet’ ich ihn von Herzen an, schmeicheln: jmdn. übertrieben loben, damit er freundlich
Daß ich auf dieser Erde zu einem ist oder damit er einen mag 6 verderben: (hier)
etw. Positives zerstören oder negativ beeinflussen
Nicht bin ein großer reicher Mann,
7 (auf)blähen: (hier) andern zeigen, daß man
Und auch wohl keiner werde. sich für wichtig hält; sich aufblasen
8 weiland: (altdt.) früher, vorher 9 wak-
Denn Ehr’ und Reichtum treibt und bläht7 , ker: (veraltd.) ehrbar, rechtschaffen (auch:
Hat mancherlei Gefahren, tüchtig, tapfer) 10 kasteien: sich selbst be-
Und vielen hat’s das Herz verdreht, strafen (hier: sich darüber viele Gedanken
Die weiland8 wacker9 waren. J. J. machen) 11 der Sperling: Spatz (kl. Vogel)

5
Ein neu geschenktes Leben ➁/➂
Liebe „Weg“-Leserinnen und -leser, an dieser Stelle konnten Sie auf. Wir hatten freie Fahrt und freie Sicht. Kein an-
in der Regel einen Beitrag unseres Mitarbeiters Lothar von deres Auto war vor uns. Keins kam uns entgegen.
Seltmann über das Leben irgendeines jungen Menschen lesen. Nur vorne links sah ich in einer Seitenstraße einen
Diesmal soll er aus besonderem Anlaß selbst zu Wort kommen. LKW auf die Kreuzung zufahren. Ich nahm an, daß
„Unterwegs für den HERRN1“ - so war es zu lesen er anhalten würde, denn er mußte uns die Vorfahrt
auf der Heckseite2 des Krankenfahrzeugs des Malte- gewähren. Aber gerade das tat er nicht. Der LKW
ser Hilfsdienstes3. Mit diesem Auto wurden mein überquerte unsere Hauptstraße, als hätte er uns
Freund und Fahrer des Autos, mit dem wir unter- überhaupt nicht gesehen. Ich konnte gerade noch
wegs gewesen waren, Franz R., und ich 850 km weit schreien: „Franz, paß auf, der fährt!“
nach Hause transportiert.
„Herr, erbarme dich!“
Unterwegs für den HERRN - das waren wir gewe-
sen, als ein schwerer LKW unserer Reise mitten in Franz reagierte sogar noch und zog unseren PKW
Polen ein jähes Ende bereitete. Aber lassen Sie mich nach rechts. Da krachte es auch schon. Das Geräusch
der Reihe nach berichten. des Aufpralls kann ich nicht beschreiben. Es war ein
schlimmes Geräusch, das ich immer wieder einmal
Unterwegs nach Polen in den Ohren habe. Und dann Stille, gespenstische6
Stille. Und
Unsere Reise war seit langem geplant. Ich war ein- dann das
geladen, in der evangelisch reformierten Gemeinde Stöhnen von
in Zelów (Polen) eine Passionsbibelwoche4 zu halten. Franz. Blut-
Sprechen sollte ich über die letzten Worte Jesu am überströmt
Kreuz, wie sie die vier Evangelisten5 überliefert ha- klemmte er
ben: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie zwischen
tun.“ - „Mich dürstet.“ - „Mein Gott, mein Gott, warum Steuerrad
hast du mich verlassen?“ - „Vater, ich befehle meinen und Rücken-
Geist in deine Hände.“ - „Es ist vollbracht!“ Wir woll- lehne seines
ten die Reise auch dazu nutzen, einigen armen Fa- Sitzes und schaute mich mit großen Augen an. Aber
milien Hilfsgüter zu bringen. er war gar nicht ansprechbar und ohne Bewußtsein.
So machten wir uns mit voll gepacktem Auto - ei- Ein schlimmes Bild. Ich höre mich noch sagen: „Sei
nem VW-Golf - an einem herrlichen Märztag auf die ganz ruhig, Franz. Da kommt bald Hilfe. Und Jesus
über 1000 km lange Reise. Auf nicht ganz halbem ist auch da.“ Und dann weiß ich, daß ich gebetet
Weg übernachteten wir in Dresden bei Freunden. Am habe: „HERR, erbarme dich.“ Ich hob meine Brille
nächsten Morgen ging unsere Fahrt weiter. An der vom Boden auf - sie hatte tatsächlich nur eine
deutsch-polnischen Grenze wurden wir rasch und Schramme auf einem Glas und einen verbogenen
problemlos abgefertigt. Einige Stunden später lie- Bügel - und öffnete die Tür.
ferten wir unsere ersten Hilfsgüter ab. Wir waren Meine Tür ließ sich öffnen. Ich konnte aussteigen,
stark beeindruckt von den Bedingungen, unter de- während Franz eingeklemmt stöhnte und wimmer-
nen die vierzehnköpfige Familie mit krankem Vater te7. Und ich konnte ihm nicht helfen. Das war mir
lebt. Die Freude, die wir bringen konnten, erfreute sehr schlimm. Ob ich selbst verletzt war, merkte ich
uns selbst, und wir waren weiter fröhlich ‘unterwegs noch gar nicht. Ich rief nur nach Hilfe. Woher die
für den HERRN’. Menschen gekommen waren, die bald die Unfallstelle
umgaben, weiß ich nicht. Aber einer hatte ein
„Franz, paß auf, der fährt!“ Handy8, und er machte mir deutlich, daß er Ambu-
Wroclaw, das ehemals deutsche Breslau, hatten wir lanz9 und Polizei bereits angefordert hätte. Auch sah
mittags bereits 80 km hinter uns, und noch ca. 120 ich eine Frau telefonieren. Aus dem Rückraum unse-
km lagen vor uns. Wir hatten genug Zeit und wür- res PKW konnte ich meinen Aktenkoffer und daraus
den rechtzeitig an unserem Ziel ankommen. Ich hat- mein Notizbuch holen. Irgend jemand gab mir sein
te ein wenig geschlafen und wachte kurz vor Kepno Telefon, und ich rief unsere Freunde in Zelów an.
6
Durch ein Wunder am Leben Ostern ist ganz aktuell
Dann kam die Ambulanz. Wenig später die Feuer- Von der Klinik aus informierte ich auch meine Frau,
wehr. Ärzte und Schwestern und Feuerwehrleute die natürlich einen großen Schrecken bekam. Sie
kümmerten sich um uns. Ich wurde bald zur Klinik informierte dann auch die Frau von Franz, der es
abtransportiert. Franz brachten sie sehr viel später nicht anders erging. Aber wir konnten doch trösten
nach. Die Feuerwehrleute hatten das Auto aufschnei- und beruhigen: wir lebten und waren im Kranken-
den müssen, um ihn bergen10 zu können. Von all dem haus bestens versorgt. Meine Frau organisierte dann
hat er nichts mitbekommen. Seine Erinnerung hat von zu Hause aus unseren Rücktransport mit Hilfe
hier ein großes Loch. des ADAC17. Das alles hat sehr gut geklappt. Wie ge-
sagt, auf der Hecktüre des Krankenwagens stand
In der Klinik
„Unterwegs für den HERRN“. Daß die Reise „für den
wurden wir
HERRN“ einen solchen Verlauf nehmen sollte, damit
medizinisch hatte niemand gerechnet. Und daß sie für Franz und
sehr gut un-
für mich einen solchen Ausgang genommen hat, das
tersucht und
sehen wir heute noch als ein Wunder Gottes an. Die
versorgt. Die Frage, warum wir Zelów nicht erreichen sollten und
Befunde11 er-
warum ich meine Bibelstunden nicht halten sollte,
schienen uns
können wir alle nicht beantworten. Aber daß wir
später wie dank der gnädigen Hand Gottes und unseres Erlösers
ein Wunder:
Jesus Christus am Leben sind und weiter für Ihn un-
Die Ärzte
terwegs sein dürfen, das bezeugen wir immer wie-
stellten nach der gerne. Wenige Tage später konnten wir in unse-
Röntgenauf-
„Franz und Lothar“ im Krankenhaus ren Familien und Kirchen die Auferstehung Jesu ganz
n a h m e n 12
neu feiern: Jesus ist auferstanden. Er lebt! Und Er
und anderen Untersuchungen bei Franz ‘nur’ eine hat gewollt, daß wir leben sollten. So wie Er will,
Gehirnerschütterung13 fest, dazu viele Prellungen14
daß wir in Ewigkeit leben sollen.
und eine größere Anzahl Schnittwunden, die u.a.
durch die zersplitterte Frontscheibe15 des Autos ver- Danken Sie mit uns dem HERRN für das irdische Le-
ursacht waren. Bei mir wurden Brüche und Quet- ben, das er gibt, begleitet und erhält. Und danken
schungen einiger linker Rippen festgestellt, dazu Sie mit uns für das ewige Leben, das uns seit Ostern
auch Prellungen und Schürfwunden. Aber wir leb- geschenkt ist: „Christus Jesus hat dem Tod die Macht
ten! Und das war das Wunder. Weder Franz noch ich genommen und das Leben und das unvergängliche Le-
hatten die Hilfe und den Eingriff Gottes bisher so ben ans Licht gebracht durch sein Evangelium“
deutlich erfahren, wie in den Sekunden des Unfalls. (2. Timotheus 1, 10).
Jeder, der das Autowrack16 gesehen hat und wer heu- Lothar von Seltmann
te die Bilder ansieht, bestätigt es, daß wir nur durch 1
der HERR: Bezeichnung für Gott bzw. seinen Sohn Jesus Christus 2 das Heck:
ein Wunder Gottes am Leben sind und dabei weit- Rückseite, hinterer Teil eines Fahrzeugs, auch eines Flugzeugs oder eines Schif-
gehend unverletzt. fes 3 der Malteser Hilfsdienst: Hilfsorganisation innerhalb der katholischen
Kirche 4 die Passionszeit: die Zeit vor Ostern, in der in besonderer Weise an das
Schon bald nach dem Unfall kam der Pastor der lu- Leiden und Sterben Jesu Christi gedacht wird 5 Die vier Evangelisten sind Mat-
therischen Gemeinde in Kepno in die Klinik und küm- thäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie erzählen in unterschiedlicher Weise das
merte sich um uns. Wie gut, daß er ein wenig Leben Jesu von seiner Geburt bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung.
Deutsch sprach. Unser Pastorfreund aus Zelów hat- 6
gespenstisch: furchterzeugend, unheimlich 7 wimmern: leise, klagende Töne
te ihn informiert. Am Abend noch kam er selbst, um von sich geben 8 das Handy [händi:]: schnurloses Telefon; Funktelefon 9 die
Ambulanz: medizinische Unfallhilfe 10 bergen: retten; aus der Gefahrensituation
nach uns zu sehen. Schön, in einer solchen Situation befreien 11 der Befund: Ergebnis einer Untersuchung oder einer Prüfung 12 die
bekannte Menschen um sich zu haben, mit denen Röntgenaufnahme: Durchleuchtung des Körpers oder Körperteile mittels Rönt-
man sich auch verständigen konnte und die mit uns genstrahlen 13 die Gehirnerschütterung: eine zeitweise Schädigung des Ge-
beten konnten. Denn in der Klinik sprach kaum je- hirns, die mit Kopfweh und Übelkeit verbunden ist 14 die Prellung: Verletzung,
mand Deutsch oder Englisch. Erst am nächsten Tag die durch großen Druck verursacht wird 15 die Front: (hier) die Vorderseite
16
das Wrack: Trümmer, Reste, Überbleibsel, meistens bezogen auf Fahrzeuge,
konnte ein diensthabender Arzt uns in deutscher
Flugzeuge, Schiffe 17 der ADAC: Allgemeiner Deutscher Automobilclub; Orga-
Sprache informieren und erklären, was alles mit uns nisation, in der Autobesitzer zusammengeschlossen sind und die deren Interes-
nicht in Ordnung war. sen z.B. gegenüber dem Staat, gegenüber Versicherungen usw. vertritt

7
Zum ersten Male ➁/➂
Es muß im Jahre 1912 gewesen sein, am 23. De- unberührt wirkte. Zum ersten Male vernahm ich
zember. Wir fuhren von Göttingen bis Eichenberg die Weihnachtsgeschichte in der Sprache des al-
mit der Bahn, ein Dutzend Jungen, und wateten1 ten Heliand-Dichters13. Zum ersten Male ließ die
dann durch den hohen Schnee querfeldein auf die unbegreiflich süße, von Geigen und Blockflöten
Burgruine2 Hanstein zu. Noch war sie nicht in Sicht. umjubelte Melodie des „Susani Susani“14 mein In-
Wir zogen über Berg und Tal, durch Wälder, durch nerstes erbeben. Zum ersten Male erfuhr ich, was
Schluchten3 und an Hängen4 hin. Manchmal gab das ist, eine Gemeinschaft. Zum ersten Male war
es kleine Raufereien5, der eine und andere wurde ich nicht mehr allein. Und dann kam noch ein an-
im Schnee herumgewälzt6 und mit Schnee gewa- deres, ein unvergeßliches „Zum ersten Male“.
schen. Wenn das Gelände es erlaubte, gingen wir
schneller und sangen. Die Sonne schien matt durch
Ein großes Glück ...
den frostigen Nebel, der über der Erde stand.
Schweigend lagen die Dörfer im Tal.Wir zogen da- Ehe wir uns im aufgeschütteten Stroh schlafen leg-
hin, sangen und waren guten Mutes. ten, tastete ich mich die dunkle Stiege15 im Turm
empor. Als ich oben ins Freie trat, flimmerte16 ein
winterlich klarer Sternenhimmel über mir. Ich er-
Jede Fahrt ein Abenteuer
kannte die vielen Sternbilder: den Orion, den Fuhr-
Damals hatte die Jugend gerade Gefallen am Wan- mann, den Großen Bären, ich erkannte Perseus, den
dern gefunden.7 Jede Fahrt bedeutete noch ein ich vor allen andern liebte, Andromeda und Kas-
Abenteuer. Jugendherbergen8 gab es noch nicht. siopeia. Zu meinen Füßen lagen die verschneiten
Und wenn es sie gegeben hätte, wären wir an ih- Bergrücken und Wälder. Dort unten im Tal ström-
nen vorbeigegangen. Noch lag der Glanz des Neu- te die Werra17. Jenseits erhob sich der Ludwigstein,
en, ja, des Unerhörten9 über allen Unternehmun- damals noch eine unbekannte Burg. Nahebei la-
gen. Man entdeckte die Landschaft, die Freiheit, gen dunkel die Häuser des Dorfes. Unmittelbar
die Lieder, die Spiele, die Tänze, die Freunde, sich unter mir dämmerte hinter den Fenstern des Saa-
selbst, die Welt, alles. Ich war damals vierzehn Jah- les ein rötlicher Kerzenschein. Dort summten und
re alt und erst wenige Wochen bei der Gruppe. Wir sangen die Kameraden18. Und da überkam mich
dachten nicht viel über das Leben nach, aber wir plötzlich ein ganz tiefes Glücksgefühl. Wie traum-
lebten. Gerade weil wir nicht über das Leben nach- verloren19 war das mattsilberne Bergland mit sei-
dachten, lebten wir. Wir waren ein Teil des Lebens. nen Schatten, wie geheimnisvoll die Grenzenlosig-
Ich fürchte, die klugen jungen Menschen von heu- keit der Nacht mit den strahlenden Sternbildern!
te würden nicht viel von uns gehalten haben. Wir Wie abgründig das Schweigen! Wie liebte ich das
von ihnen übrigens auch nicht. alles! Wie liebte ich die Welt!

Eine bewegende Weihnachtsfeier ... und die Suche nach Frieden


Um die Abenddämmerung trafen wir auf der Rui- Aber seltsamerweise brachte das Glück, das Über-
ne ein. Und alsbald10 begann im Saal, den eine Bal- maß von Glück, keinen Frieden in meine Seele,
kendecke, verglaste Fenster und ein offener Kamin sondern Unruhe und Traurigkeit. Es war das Glück,
bewohnbar machten, eine bewegende und erre- ohne Frage. Ich glaubte sogar zu wissen, daß ich
gende Weihnachtsfeier. Für mich war sie deshalb nie wieder so glücklich sein könnte wie in dieser
so bewegend, weil fast alles, was geschah, unter Stunde. Und doch war es nicht genug. Es fehlte
dem glücklichen Zeichen des „Zum ersten Male“ etwas. Ich zitterte vor Glück, und ich zitterte
stand. Zum ersten Male sah ich einen Weihnachts- gleichzeitig vor Unzufriedenheit und Sehnsucht.
baum, der keinen andern Schmuck als einige we- Eine Ahnung überkam mich, daß nichts, was ein
nige Kerzen trug und mit seinem weit ausladen- Mensch auf Erden erlebt, imstande ist, die Ruhelo-
den, stark duftenden Gezweig11 so waldhaft12, so sigkeit in ihm zu stillen. Auch in ihrer schönsten

8
Schönheit war die Welt nicht vollkommen, nicht Abkehr von den bürgerlichen Lebensformen einen naturgemä-
ßen Lebensstil mit Wandern und Geselligkeit, Wiederbelebung
heil, nicht tröstlich im letzten. Es gab etwas in mir, von Volkslied und Volkstanz suchten. 1912 hatte sie in Dtld.
in meinem bebenden Knabenherzen20, das sich 25.000 Mitglieder 8 die Jugendherberge: Häuser, in denen Ju-
über den flimmernden Glanz der Welt, über jedes gendliche preiswert übernachten können. Die erste Jugendher-
Maß an irdischer Seligkeit21 hinaus nach einer Se- berge wurde 1909 auf der Burg Altena in Westfalen gegründet.
9
unerhört: empörend, skandalös 10 alsbald: ohne lange Verzö-
ligkeit und Schönheit und Wahrheit verzehrte22, die gerung 11 das Gezweig: die gesamten Äste und Zweige eines
ohne den Hauch der Schwermut 23, ohne die Baumes 12 waldhaft: wie ein Wald 13 der „Heliand“ (Heiland):
Gebrochenheit, ohne das Ungenügen sein sollte. um 830 entstandenes altsächsisches Epos in stabreimenden
Langversen über das Leben Jesu; zu Missionszwecken Darstel-
In jener Nacht auf dem Turm der Burg Hanstein lung Jesu als germanischer Gefolgsherr. 14 Ein Wiegenlied aus
erfuhr ich zum ersten Male, unbestimmt nur und dem 17 Jhdt. („Vom Himmel hoch, o Engel kommt!“). In diesem
jungenhaft, wie es ist, wenn ein Mensch von dem Lied wird fröhlich eine ganze himmlische Musikkapelle herbei-
Verlangen nach Gott überwältigt wird. gesungen, um das Wiegen des Christkinds zu begleiten. [susani
= Abk. von: beweg dich, liebe Wiege] 15 die Stiege: eine enge,
Manfred Hausmann (10.9.1898 - 6.8.1986) steile Treppe aus Holz 16 flimmern: unruhig und zitternd leuch-
ten 17 die Werra: ein Quellfluß der Weser 18 der Kamerad: (hier)
1
waten: durch Wasser, Sand, Schnee u.ä. gehen 2 die Ruine: die jmd., mit dem man oft beisammen ist, weil man die gleichen
Reste eines Gebäudes, nachdem es zerstört oder zerfallen ist 3 Interessen hat 19 traumverloren: vor sich hin träumend; gei-
die Schlucht: ein sehr enges und tiefes Tal 4 der Hang: der schräg stesabwesend und gedankenversunken 20 der Knabe: Junge
abfallende Teiles eines Berges oder Hügels 5 die Rauferei: Schlä- 21
die Seligkeit: Zustand, in dem man keine Probleme und Wün-
gerei, Prügelei 6 herumwälzen: herumrollen 7 Die hier be- sche mehr hat; Zustand großen Glücks 22 sich verzehren: sich
schriebene Gruppe war ein Teil der sogenannten „Wandervogel- sehr nach etw./jmdm. sehnen 23 die Schwermut: ein Zustand, in
bewegung“. Dies war eine Vereinigung junger Menschen, die in dem man so traurig ist, daß man nichts mehr tun will

„V om Himmel hoch da komm ich her“


„Vom
hast und kommst ins Elend5b her zu mir: Wie soll
ich immer danken dir?
8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du
worden so gering, daß du da liegst auf dürrem
Gras, davon ein Rind und Esel aß!
9. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzei-
gen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir
2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung- nichts gilt, nichts hilft noch tut.
frau auserkorn1, ein Kindelein so zart und fein, das
soll eu’r Freud und Wonne2 sein. 10. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein
sanft Bettelein, zu ruhen in meins Herzens
3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch Schrein6, daß ich nimmer7 vergesse dein.
führn aus aller Not, er will eu’r Heiland3 selber sein, 11. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns
von allen Sünden machen rein. schenkt seinen ein’gen Sohn. Des freuet sich der
4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater Engel Schar und singet uns solch neues Jahr.
hat bereit’, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt
Text und Melodie: Martin Luther 1535/39
leben nun und ewiglich.
die Mär: (altdt.) Erzählung, Kunde, Bericht 1 aus-
5. So merket nun dies Zeichen recht: die Krippe, erkoren: zu einer bestimmten Sache bestimmt
Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind oder ausgewählt 2 die Wonne: ein Zustand,
gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“ in dem man sehr glücklich und zufrieden ist
3
der Heiland: der Retter Jesus Christus 4
6. Des laßt uns alle fröhlich sein und bescheren: schenken 5 verschmähen: (hier)
mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, etw. nicht annehmen 5b Elend: armselige
was Gott uns hat beschert4, mit sei- Welt, Ausland (gegenüber der himmlischen
Heimat) 6 der Schrein: ein verziertes Behältnis
nem lieben Sohn verehrt. in dem meist religiöse Dinge aufbewahrt werden
7. Sei mir willkommen, edler Gast! (hier als Bild gebraucht für das tiefste und inner-
ste unserer Persönlichkeit, in der Gott in Jesus
Den Sünder nicht verschmähest5
wohnen möchte.) 7 nimmer: nie

9
Berlin - die deutsche Hauptstadt ➁/➂
I. Von der „Insel“ zur Hauptstadt
„Sehn Se, det is Berlin; sehn Se, det is Berlin. Eene Wenige Jahre später unterbrach die DDR-Regierung
Stadt, die sich jewaschen hat; sehn Se, det ist Ber- alle Telefonverbindungen zwischen West- und Ost-
lin.“1 So klang Jahrzehnte lang der Titelsong des berlin und untersagte den Westberlinern die Ein-
Berliner Kabaretts2 ,Die Insulaner‘ über die Kanäle reise in ihr Staatsgebiet. Auch das überstand die
des Hörfunks. Das war in einer Zeit, als Berlin, bes- Stadt.
ser Westberlin, tatsächlich den Charakter einer ‚In-
sel‘ hatte, die von einer feindlichen See3 umgeben Eine Mauer trennte die Menschen
war. Diese feindliche ,See‘ trug den Namen „Deut-
sche Demokratische Republik“. Wenn man die ‚In- Aber vor allem die Menschen im Ostteil der Stadt
sel‘ Westberlin erreichen wollte, mußte man ent- wollten diese Schikanen bald nicht mehr hinneh-
weder eine Menge Kontrollen über sich ergehen men. Im Juni 1953 gab es in der DDR und in ihrer
lassen, gleichgültig, ob man mit dem Auto oder Hauptstadt einen Volksaufstand gegen die Unter-
mit der Bahn anreiste, oder man mußte ein Flug- drückung der Bürger durch das Regime6. Dieser
zeug nehmen, das einen der Westberliner Flughä- Aufstand wurde durch den Einsatz von sowjeti-
fen anflog. schem Militär blutig niedergeschlagen. Mehr als
350 Menschen fanden den Tod, fast 5000 Menschen
Ostberlin - Hauptstadt der DDR wurden wegen ihrer Beteiligung an dem Aufstand
als Staatsfeinde verhaftet. Die meisten von ihnen
Der Osten der Stadt war nicht etwa Ostberlin, so mußten langjährige Gefängnisstrafen hinnehmen.
wie die Bundesbürger zu sagen pflegten. Nein, Viele verschwanden spurlos.
Ostberlin war seit dem 7.10.1949 Hauptstadt der
Am 13. 8. 1961 begann das DDR-Regime die be-
DDR, und es war nicht einfach, diesen Teil der Stadt
rühmt-berüchtigte „Berliner Mauer“ zu bauen. Die-
zu besuchen. Denn dort war seit der Gründung der
ser „antifaschistische Schutzwall“, wie die DDR
Deutschen Demokratischen Republik richtiges Aus-
land. Reisen nach Ostdeutschland waren seitdem
Reisen ins Ausland, wobei der Reisende beim
Grenzübertritt zusätzlich schikanösen Kontrollen
unterworfen wurde (Passierscheine4, Einreisege-
nehmigungen und hohe ,Eintrittsgelder‘ in Form
des Zwangsumtausches von 25 DM (West) pro Per-
son in die minderwertige Mark (Ost) im Verhältnis 1:1).
Es gab sogar Zeiten, da war der Ostteil der Stadt
für westliche Besucher völlig gesperrt. Zum Bei-
spiel blockierte die russische Besatzungsmacht des
Ostsektors5 von Gesamt-Berlin am 24.06.1948 alle
Land- und Wasserwege nach Westberlin. Kein nor-
1961: Die Mauer wird gebaut.
maler Bürger konnte danach die Teilstadt auf die-
sen Wegen erreichen oder verlassen. Daraufhin diese Grenzbefestigung nannte, trennte die beiden
richteten Amerikaner, Engländer und Franzosen Teile der Stadt nunmehr radikal. Und erst im De-
die berühmt gewordene „Berliner Luftbrücke“ ein. zember 1963 waren mit Hilfe von Passierscheinen
Bis zur Aufhebung der Blockade am 12. 05. 1949 erstmals wieder Besuche von Westberlinern im
landeten 213000 mal Transportflugzeuge auf den Ostteil der Stadt erlaubt. Ein Jahr später konnten
Westberliner Flugplätzen. Mit diesen Maschinen auch Rentner aus dem Osten wieder Verwandte in
wurden 1,7 Millionen Tonnen Versorgungsgüter der Bundesrepublik und im Westteil der Stadt be-
aller Art nach Westberlin gebracht. So konnte die suchen, aber die arbeitsfähige Bevölkerung blieb
Stadt überleben. von diesen Vergünstigungen ausgeschlossen.
10
Die Mauer fällt Deutschland. Das ist für viele Menschen in Deutsch-
land auch ein Grund zu großer Dankbarkeit gegen
Das ist nun alles Geschichte, die man inzwischen Gott, der der Herr der Geschichte ist und der auch
in Büchern nachlesen muß, um sie sich zu verge- diese Entwicklung so gelenkt hat.
genwärtigen. Seitdem am 9.11.1989 nach einer
friedlichen und unblutigen Revolution die Mauer Berlin - der neue Regierungssitz
und die Grenzbefestigungen Löcher bekamen und
schließlich ganz geöffnet wurden, ist Berlin wie- Im August hat Bundeskanzler Gerhard Schröder
der vereinigt. War das ein Fest damals in der wie- sein Büro am neuen Regierungssitz Berlin bezo-
gen; seitdem wird die Bundesrepublik Deutschland
von Berlin aus regiert. Die meisten Ministerien
haben ihre neuen Standorte eingenommen, und die
Minister mit ihren großen Mitarbeiterstäben ar-
beiten jetzt auch nicht mehr in Bonn, sondern in
Berlin. Wir haben uns fast schon daran gewöhnt,
daß in den Fernseh-Nachrichten jetzt nicht mehr
Bilder aus Bonn, sondern aus Berlin gezeigt wer-
den. Jetzt sind das Brandenburger Tor, der Reichs-
tag, der Ku’-damm8 und das neue Regierungsvier-
tel als Hintergrundbilder und als Kulissen des Han-
delns zu sehen.
Lothar von Seltmann
Die Berliner feiern die Maueröffnung vor dem Brandenburger Tor.
dervereinigten Stadt, in der die Trennung von West 1
Berliner Dialekt: „Sehen Sie, das ist Berlin; .... Eine Stadt, die
und Ost so unerwartet aufgehoben war! Auch über- sich gewaschen hat....“ 2 das Kabarett: Kleinkunstbühne, auf
der politische und gesellschaftliche Ereignisse und Verhältnisse
all in Deutschland wurde dieses Ereignis groß gefeiert. in hu-moristischer und satirischer Weise dargeboten werden
3
die See: anderer Begriff für offenes Meer, z.B. die Nordsee, die
Und es wird immer noch und immer wieder gefei- Ostsee; dagegen der See: Gewässer im Binnenland 4 der Pas-
ert, daß Deutschland nun vereinigt ist und daß sierschein: eine staatliche oder behördliche Genehmigung zur
Teilungen und Trennungen aufgehoben und been- Überschreitung einer Grenze 5 der Sektor; die Sektoren: Teilge-
biet, Gebietsteil. Berlin war nach dem Krieg in vier Sektoren ge-
det sind. Den Staat DDR gibt es nicht mehr. Er ist
teilt, die von den drei genannten Westmächten und von der So-
als Unrechtsstaat7 in die Geschichte eingegangen. wjetunion kontrolliert und verwaltet wurden. 6das Regime
In wenigen Jahren wird er vor allem jüngeren Men- [re’schi:m]: bedeutet ‚Regierung‘; Ausdruck wird verwendet, um
schen auch nur noch aus den Geschichtsbüchern bes. Regierungen zu bezeichnen, die nicht demokraktisch sind
7
der Unrechtsstaat: ein Staat, der sich seine Existenz erzwun-
bekannt sein. Ostberlin als seine Hauptstadt ist gen hat und sie auch nur mit Druck und Gewalt gegenüber sei-
überflüssig geworden. Gesamt-Berlin ist nun als nen Bürgern aufrechterhalten kann 8 Abkürzung für: ‚Kurfür-
vereinte Stadt wieder Hauptstadt des vereinigten stendamm, eine große Straße im Zentrum Berlins

Katharina von Bora - eine ungewöhnliche Frau ➁


Wir gedenken in die- mit sechs Jahren gaben ihre Eltern sie zur Erziehung
sem Jahr der 500. Wie- in ein Kloster2 . Sie sollte dort als Nonne ein from-
derkehr des Geburts- mes3 Leben führen, um dadurch später von Gott das
tags einer ungewöhn- ewige Leben im Himmel zu bekommen.
Bild folgt! lichen Frau: Katharina
Aber am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther sei-
von Bora, Ehefrau des
ne 95 Thesen4 zur Reformation der Kirche an die Tür
Reformators 1 Martin
der Schloßkirche in Wittenberg. Er sagte darin: “Wir
Luther.
können uns nicht durch gute Werke den Himmel verdie-
Katharina wurde 1499 nen, auch nicht durch ein vorbildliches Leben im Kloster.
in der Nähe von Leip- Allein Jesus, Gottes Sohn, bringt uns durch seinen Tod in
zig im heutigen Bundesland Sachsen geboren. Schon den Himmel, wenn wir ihn als unseren Herrn annehmen”.
11
Daraufhin verließen viele Mönche und Nonnen ihre Martin Luther und seine Frau hatten sich herzlich
Klöster. Auch Katharina floh, hinter Heringsfässern5 lieb. Käthe war ihrem Mann eine echte Gehilfin, so
versteckt, aus ihrem Kloster. wie Gott es nach der Bibel haben will (1. Mose 2,18).
Gott schenkte ihnen drei Söhne und eine Tochter. Al-
1526 heiratete sie in Wittenberg Martin Luther. Gott
lerdings verstand Katharina es auch - nicht selten
hätte diesem Mann keine bessere Frau schenken kön-
durch Tränen - ihren Willen gegen ihren Mann durch-
nen. In kurzer Zeit machte sie Luthers Junggesellen-
wohnung zu einem sauberen und freundlichen Heim. zusetzen. Sie war eine energische, willensstarke Frau.
Nach einigen Jahren hatte sie Hühner, Gänse und Deshalb redete Luther sie manchmal im Spaß mit
Schweine angeschafft, dazu mehrere große Gärten “Herr Käthe” an.
und sogar einen Bauernhof. Denn an ihrem Mittags- Nach dem Tod ihres Mannes lebte Katharina noch
tisch saßen oft zwanzig und mehr Personen. Und mehrere Jahre. Aber durch Krieg, Flucht und Armut
Luther verdiente als Professor der Theologie nicht litt sie mit ihren Kindern viel Not. Sie starb 1552 durch
viel; er konnte seiner Frau nicht viel Geld für den einen Unfall, 53 Jahre alt, aber getröstet im Glauben
Haushalt geben. an ihren Heiland Jesus Christus.
Katharina hielt streng alle Störungen von ihrem viel- Hans Misdorf
beschäftigten Mann fern. Sie tröstete ihn auch, wenn 1
Reformator, der: Erneuerer, jemand, der eine Reformation = Erneue-
ihn Sorgen oder Zweifel quälten6 . Als Luther einmal
rung durchführt; hier geht es um die Erneuerung der Kirche 2 das
mehrere Tage sehr niedergeschlagen war, trat sie Kloster, das: Ort, an dem Männer (= Mönche) oder Frauen (= Non-
plötzlich in schwarzer Trauerkleidung in sein Zim- nen) in der Abgeschiedenheit von der Welt leben, um Gott zu dienen
mer. “Wer ist gestorben?” fragte Luther erschrocken. 3
fromm: in festem Glauben an eine Religion 4 die Thesen: Sätze,
“Gott ist gestorben”, antwortete sie, “denn du willst Feststellungen 5das Heringsfaß: ein größerer Behälter in Form eines
ja nicht aufhören, dir Sorgen zu machen”. Da mußte Zylinders, in dem ein silbern glänzender (Meeres)Fisch (=Hering) auf-
Luther lachen und wurde wieder froh. bewahrt wird 6quälen: (hier) seelische Schmerzen bereiten

Deutschland aktuell ➂
Johannes Rau neuer Bundespräsident und Greenpeace4, dafür weniger in den Staat, die Wirt-
Seit dem 1. Juli dieses Jahres ist Johan- schaft und die Kirchen. Am wenigsten Zutrauen haben
nes Rau neuer Bundespräsident der Bun- die jungen Leute zu den Medien5. Dies ergab eine Um-
desrepublik Deutschland. Er hat die frage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 15-
Nachfolge von Roman Herzog angetre- 20jährigen.
ten, dessen fünfjährige Amtszeit abge- Von den politischen Parteien genießen CDU und CSU
laufen war. das größte Vertrauen (36%). Es folgt die SPD (23%) und
die Partei der Grünen (7%). Die Nachfolgepartei der frü-
Johannes Rau wurde am 16. Januar 1931
in Wuppertal-Barmen geboren. Er ist verheiratet und heren SED, die PDS, genießt nur im Osten größere Sym-
hat drei Kinder. Seit 1954 arbeitete er bei einem theolo- pathien. Das Interesse an Politik ist im allgemeinen eher
gischen Verlag der evangelischen Jugend. Die Wieder- gering (25%).
bewaffnung der Bundesrepublik bewog ihn Ende 1952, Mehr als zwei Drittel (67%) der Befragten schauen zu-
in die “Gesamtdeutsche Volkspartei” von Gustav Heine- versichtlich in die Zukunft. „Der Beruf, der Spaß macht“
mann einzutreten. Nach deren Auflösung trat er 1957 ist für fast alle (98%) das erstrebenswerteste Ziel. Mit
in die SPD ein, in der seine politische Karriere1 bald steil 94% folgt die gute Partnerschaft als zweithöchster
aufwärts ging. 1978 wurde Johannes Rau Ministerprä- Wunsch vor persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit
sident Nordrhein-Westfalens. Dies blieb er bis Mai 1998. (89%), Bildung (89%), Anerkennung (86%), hohem Ein-
Für fünf Jahre bekleidet er nun als Bundespräsident das kommen (82%), Kindern (67%), politischem Engage-
höchste Staatsamt in Deutschland. Von hier aus kann ment6 (21%) und Berühmtheit (21%). Probleme bespre-
Johannes Rau allerdings nur noch indirekt in die Politik chen die jungen Leute am liebsten mit Freund oder
eingreifen, da dieses Amt hauptsächlich repräsentati- Freundin (73%) oder mit den Eltern (60%).
ven2 Charakter hat.
1
die Karriere: berufliche Laufbahn zu immer höheren Ämtern, aufwärtsstreben-
der Lebensweg zu immer höheren Zielen 2 repräsentativ: würdig, ansehnlich;
2/3 der Jugend sind positiv gestimmt repräsentieren: jmdn. oder etw. vertreten, darstellen 3AI: Gefangenen-
hilfsorganisation 4Greenpeace [gri:npie:s:] Umwelschutzorganisation 5 die Me-
Die junge Generation in Deutschland hat am meisten dien, die: gemeint sind Funk, Fernsehen und Presse 6 das politische Engagement:
Vertrauen zu Initiativen wie Amnesty International3 der Einsatz in Politik, Parteien und ihren Gremien

12
Wir erinnern uns ... ➁/➂

November 1999 - Januar 2000 ser“). Auch drei und
sechs Kreuzer-Marken
Deutsche Feier- und Festtage: erschienen. Von Bayern
1.11. Allerheiligen (regional): kath. Fest zu Ehren aller Hei- aus traten sie schnell ih-
ligen ren Siegeszug durch
17.11. Buß- und Bettag (regional): ev. Feiertag gegen Ende Deutschland an. Bald
des Kirchenjahres wurden Briefmarken
24.12. Heiligabend (Tag vor Weihnachten) auch in anderen deut-
25.+26.12. Erster und zweiter Weihnachtstag. Wir erinnern schen Staaten benutzt,
uns daran, daß Jesus als Mensch auf diese Welt kam, um um Briefsendungen im
uns den Weg zu Gott wieder zu öffnen. voraus zu bezahlen. Erst 1876 wurden die Kreuzer-
01.01. Neujahrstag Marken ungültig. Das Deutsche Reich vereinheitlich-
06.01. Heilige Drei Könige (regional) = Dreikönigstag (Erin-
te damals seine postalische Währung, und auch die
nerung and die Weisen, die Jesus nach Matthäus 2 als Kind Bayern mußten nun mit Mark und Pfennig frankieren4.
besucht haben und Geschenke brachten; auch „Epiphani-
Vor 375 Jahren (1624):
as“ [Erscheinungsfest] als Erinnerung an die Geburt Jesu
als das Licht der Welt) 17.11. Todestag des Mystikers5 und Theosophen6
Jakob Böhme. Er hat als erster philosophische Schrif-
Gedenktage: ten in deutscher Sprache verfaßt. Er wirkte stark auf
seine Zeitgenossen und darüber hinaus besoders auf
Vor 10 Jahren (1989):
den Pietismus7 und die Romantik.
09.11. In der Nacht vom 9. auf den 10. November
fällt vollkommen überraschend die Berliner Mau- Vor etwa 600 Jahren (zw. 1397 und 1400)
er. 28 Jahre nach dem Mauerbau können Ost- und Geburtstag von Johannes Gutenberg (eigentlich
Westberliner wieder ungehindert zusammenkom- Gensfleisch zur Laden). Er gilt als Erfinder des Buch-
men. Spontan entwickelt sich Berlin zum Schauplatz drucks mit beweglichen, immer wieder in neuen
eines riesigen Straßenfestes. Kombinationen verwendbaren, aus Metall gegosse-
Eigentlich ist die Grenzöffnung von der DDR-Regie- nen Typen (Lettern) und des dazu erforderlichen
rung so nicht geplant gewesen. Es sollte nur größe- Gießinstruments. Der Buchdrucker Johann Fust lieh
re Bewegungsfreiheit gestattet werden, aber die ihm zweimal 800 Gulden. Dieses Darlehen ermög-
drückende Macht der Ereignisse und die Freude der lichte die Herstellung der 42zeiligen Bibel (1452–55).
Menschen in Ost und West beseitigten dann inner- Nach einem von Gutenberg verlorenen Prozeß, den
halb weniger Tage die SED-Diktatur. Fust gegen ihn wegen Rückzahlung des Darlehens
geführt hatte, baute er nochmals mit fremdem Geld
Vor 125 Jahren (1874): eine Druckwerkstatt auf, über deren Tätigkeit jedoch
14.01. Geburtstag von Albert Schweizer im Elsaß. nichts Näheres bekannt ist. Gutenberg ist als Erfin-
Er war ev. Theologe, Kulturphilosoph1, Tropenarzt2 der der Buchdruckerkunst allgemein anerkannt.
und Organist. 1913 gründete er in Lambaréné (Ga- 1
der Kulturphilosoph: jmd., der philos. Untersuchung von Bedingun-
bun, Afrika) ein Urwaldhospital, bes. zur Bekämp- gen, Ursprung, Sinn und Ziel der Kultur, ihrer Gesch. und ihrer For-
fung von Lepra und Schlafkrankheit3, das er mit Vor- men durchführt 2der Tropenarzt: Arzt, der sich auf die Behandlung
trägen und Orgelkonzerten in Europa und den USA von Tropenkrankheiten (die Tropen= die heißen Gebiete um den Äqua-
finanzierte. Nach dem II. Weltkrieg trat er gegen die tor) spezialisiert hat 3die Schlafkrankheit: eine tropische Krankheit,
bei der man Fieber hat und sehr müde ist; Malaria 4frankieren:
Atombombenversuche auf. Weltgeltung aber ver- einen Brief, den man mit der Post schickt, mit einer Briefmarke verse-
schaffte ihm sein in Wort und Tat vorbildliches Le- hen 5der Mystiker: jmd., der versucht seine Religion intensiv und
ben. 1952 erhielt er den Friedensnobelpreis. direkt zu erfahren und so auszuüben (z. B. durch Versenkung, Medita-
tion etc.), daß er meint, die Trennung von Gott und Mensch überwun-
Vor 150 Jahren (1849): den zu haben 6der Theosoph: jmd., der Wissen von Gott und der
Welt des Geistes auf außergewöhnlichen Wegen, wie mystische Schau,
01. 11.: Als erstes deutsches Land gibt Bayern Brief- Askese und Ekstase zu erlangen versucht 7der Pietismus: Reformbe-
marken heraus. Die erste deutsche Briefmarke ist wegung innerhalb des dt. Protestantismus des 17./18. Jh., die beson-
die schwarze „Ein-Kreuzer-Marke“ („Schwarzer Ein- ders die persönliche Frömmigkeit und die Wiedergeburt betonte

13
Neues wagen: Be
wa gegn
Beg ung
gnungen in diesem Jahr
ungen
In diesem Jahr fanden vier Bibel- und Begegnungsfreizeiten statt. Jeder Morgen begann mit einer Andacht. Nach dem Frühstück
Über jede Freizeit könnte man viele Seiten schreiben. Aus Platz- gab es Deutschunterricht in vier Gruppen. Danach stellte im-
gründen können wir Ihnen aber nur einen kleinen Eindruck ge- mer einer der Leiter eine biblische Geschichte vor. Die Bibel-
ben. Vielleicht macht es Ihnen dennoch Mut, im nächsten Jahr geschichten erzählten alle davon, wie Jesus verschiedenen
selber einmal dabei zu sein. Es lohnt sich! Nähere Informationen Menschen begegnet ist. Anschließend haben wir die Texte dann
darüber finden Sie im nächsten Heft. in der Bibel nachgelesen und darüber geredet. Nachmittags
gab es unterschiedliche Sportspiele, und alle konnten auch
Lettland (15.-23.7.) an verschiedenen Interessengemeinschaften teilnehmen. Z.B.
haben einige von uns am Computer gespielt, manche haben
Richtig familiär1 ging es auf unserer Lettlandfreizeit zu. Nach-
Gläser und Blumentöpfe bemalt, andere Briefkarten gebastelt.
dem wir im letzten Jahr die zahlenmäßig größte Freizeit durch-
Abends haben wir draußen an der frischen Luft oder im Haus
geführt hatten,
Spiele gemacht. Auch haben wir viel gesungen. ... Während
war es diesmal
der zehn Tage hat sich sehr viel ereignet, und jeder konnte
mit insgesamt 18
sich das merken, was für ihn am besten, am wichtigsten und
Teilnehmern aus
am schönsten war. (Marta K./ Agnieszka W.)
Estland, Lettland
und Deutschland Litauen (20.-30.7)
die kleinste. Aber
die lange Fahrt Im schönen Aukschtaitijos Nationalpark trafen sich in diesem
von Riga nach Jahr 16 Litauer und 15 Deutsche, um gemeinsam viel Zeit
Baltinava hatte miteinander zu verbringen. Jeder Tag begann mit einer An-
sich gelohnt. In ei- dacht. Am Vormittag trafen sich Deutsche mit Litauern in Ge-
ner christlichen sprächsgruppen und anschließend zu Seminaren über aktu-
Schule untergebracht, hatten wir alles, was wir für eine gute elle Themen.
Erholung brauchten: Platz, schöne Räume, viel Platz zum Spie-
len und sehr schönesWetter!
Morgens trafen wir uns schon vor dem Frühstück zum Singen
und zu einer Andacht. Nach dem Frühstück gab es Bibel-
gespräche und nach dem Mittagessen Zeit zum Ausspannen,
Spielen, Baden, Basteln oder wozu man sonst noch Lust hatte.
Am Abend dann haben wir draußen gegrillt oder Videos an-
geschaut. Ein besonderer Höhepunkt war die Tagesfahrt durch
das schöne Latgalen. Eine Freizeit, in der wir einander näher-
gekommen sind und die wir nicht so schnell vergessen werden!

Polen (16.-26.7.99)
25 Teilnehmer aus Polen und Deutschland trafen sich in die-
sem Jahr zur Bibelfreizeit in deutscher Sprache in der evange- Die Nachmittage verbrachten wir entweder im oder am See
lisch-reformierten Kirche in Zelów. Das Hauptthema der Frei- oder auf dem Sportplatz beim litauischen Nationalsport Bas-
zeit war “Begegnungen mit Jesus ” ketball oder in Booten auf den Seen des Parkes oder zu Fuß in
den Wäldern. Abends am Lagerfeuer wurde viel gesungen; die-
se Stunden bleiben uns unvergeßlich. Deutsche und Litauer
bereicherten das Programm mit Kulturabenden. Die gute At-
mosphäre untereinander machte es schwer, sich zu verabschie-
den. Viele Litauer meinten, daß durch die Begegnung mit den
Deutschen und das, was man erlebt und gehört hatte, sich
ihre Vorstellung über Gott geändert hat.

Ukraine (4.-13.8.)
Als die “schönsten Tage meines Lebens” beschrieb ein Teilneh-
mer die Freizeit in der Nähe der ukrainischen Stadt Lviv. Ob-
wohl das Freizeitheim recht abgelegen war, hatten 35 Teilneh-
mer aus der Ukraine und 9 Teilnehmer aus Deutschland den
14
Weg dorthin gefunden. Wenn wir auch für die erste Nacht
gleich in ein anderes Heim umziehen mußten, so konnte das
der guten Gemeinschaft und der offenen Atmosphäre in der
Freizeit keinen Abbruch tun. Schnell hatten sich die jungen
Leute kennengelernt, und auch der Gebrauch der deutschen
Sprache machte nach ein paar Tagen nicht mehr so viele Probleme.
Bild folgt!
In kleinen Gruppen haben wir am Vormittag den Bibelkurs
“Jesus bringt’s” durchgearbeitet. Manche waren so gesprächig,
daß sie sogar zum Essen zu spät kamen. Nachmittags hatten
wir dann ein buntes Programm mit Gesprächen, Spielen, Ba-
steln, Spaziergängen oder freier Zeit, die man auch wunder-
bar an und in dem See verbringen konnte, der direkt am
Freizeitheim gelegen war. Attraktionen2 waren außerdem eine von uns sehr deutlich geworden. Und als dann die Zeit zum
Tagesfahrt nach Lviv und natürlich die Sonnenfinsternis, bei Abschied kam, blieb wohl kein Auge trocken. Mögen uns diese
der sich 44 Personen eine dunkle Brille teilen mußten! Abends Tage noch lange in Erinnerung bleiben!
wurde viel gespielt und natürlich viel gesungen! Daß sich ein 1 familiär: wie in einer Familie 2 die Attraktion: außergewöhnliche
Leben mit Jesus lohnt und auch viel Freude bereitet, ist vielen Darbietung, Glanznummer, besonderer Blickfang, besonderes Ereignis

Leser schreiben Lesern


Liebe Leser, hier ist wieder unsere Briefkontaktecke mit einem Teil der uns vorliegenden Adressen. Wir würden uns sehr freuen,
wenn noch viele unserer Leser dadurch einen neuen Brieffreund oder eine neue Brieffreundin finden. Viel Spaß beim Schreiben!
Liene Biljarde Ljubow Poljakowa Tihana Loncar 20 J.; H: Sprachen,
Striku 112 Rostowskaja obl.; Tarassowski raj. Kneza Viseslava 7 Geschichte, Lesen, Musik, Tanzen
LV-3800 Saldus 346081 Werchni Mitjakin 31 220 Visnjevac Ljalja Ischemgulowa
Lettland Russland Kroatien Baschkortostan Str., 14 - 55
20 J.; H: Reisen, Geographie, Deutsch 45 J.; Deutschlehrerin; H: Landeskunde, 24 J.; Jurastud.; H: Deutsch, Englisch, Bücher, 453730 Utschaly, Baschkortostan
Anna Subbotina Fotografieren, Gartenbau Reisen, Geschichte, Kunst, Tiere, Musik Russland
ul. Kholzunova, 58 - 108 Liga Sargune Olga Kostylewa 56 J.; Lehrerin; H: Deutsch, Reisen,
394053 Woronezh Stacias iela 21 - 9 Degtjarjow Str., 96 - 14 Literatur; auch die Schüler v. 15-17 J.
Russland LV-4201 Valmiera 454031 Tscheljabinsk suchen Brieffr.
22 J.; H: Bücher, Fremdsprachen Lettland Russland
22 J.; H: Deutsch; Musik; Tanzen, Briefe Alla Terpelez
Ludmila Scripnic 15 J.; H: Fremdsprachen, Musik, Sport, TV
Krasnodarskij kraj.
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Beltzy 3100 Neuer Weg 6 Leninskij prospekt 75 - 90 352900 Armavir
Moldova 74206 Bad Wimpfen 394033 Woronesh Russland
24 J.; H: Musik, Bibel, Fremdsprachen Deutschland Russland 17 J.; H: Deutsch, Englisch, Lesen,
Sigita Stakonaite 26 J; H: Wandern, Reisen, Bibel, 20 J.; H: Musik, Theater, Reisen Haustiere
Zemaitijos 43 - 21 Geschichte; Brieffr. ab 22 J.
Jurgita Maciulaityte Vaida Stoukute
Mazeikiai 5500 Dima Reschko Tulpiu 40
Litauen Lesja-Ukrainka-Str., 11/67 Rimtu 17 - 1
Garliava, Kauno raj. Klaipeda
14 J.; H: Musik, Sprachen, Disko, Lesen, Briefe 282011 Ternopil Litauen
Ukraine Litauen
Zane Vanaga 17 J.; H: Kunst, Psychologie, Fotografieren 15 J.; H: Musik, Sport
a/k 116 17 J.; H: Deutsch, Tennis, Radfahren, Musik hören
Sonila Sulaj Lascha und Gwantza Grigalaschwili
LV-1011 Riga Jurgita Kudzmaite
Rr: Gjik Kugali, Lagija 8 Paliaschwili, 67
Lettland Maironio 30 - 38
Pall. 7, Shk. 1, Ap. 6 383040 Rustawi
20 J.; sucht Brieffr., die an der Mentalität Kazlu Ruda 4500
Tirana Georgien
von Menschen eines fremden Landes Litauen
Albanien Schüler; H: Lesen, Musik, Computer, Sport, Reisen
Interesse haben. 19 J.; Germanistikstudentin

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q Ich möchte auch gerne mehr über ein verändertes Leben mit Jesus Christus erfahren. Bitte senden Sie mir
den ersten Teil Ihres dreiteiligen Bibelkurses durch einen Bibelkurslehrer zu. (falls gewünscht, bitte ankreuzen)

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Gott nimmt uns die Last des Lebens nicht ab,
aber er gibt die Kraft zum Tragen.
John Henry Newman

1 2 3 Waagerecht: 2 Hauptstadt Österreichs 4 bestimmter Artikel (m)


4 5 6 in der Nähe von (Präposition) 7 Fluß, der durch Hamburg fließt
9 Wintersportgerät 11 persönliches Fürwort 14 gemeinsam, zu-
6 7 8
sammen 15 Nichtfachmann 16 bekannte deutsche Automarke
9 10 11 12 17 geschlossen 19 Abk. für Technische Hochschule 21 deutsche
13 14 Anrede 24 Lebensbund 25 darin 26 Wehlaut 27 Abk. Ostdeutsch-
lands vor der Wiedervereinigung
15 16

17 18 Senkrecht: 1 feierliches Gedicht 3 Hülsenfrucht 5 gefrorenes


19 20 21 22 23 Wasser 7 Hast 8 Hühnerprodukt 10 Abels Bruder 12 ungefähr,
annähernd 13 Steigen des Meeresspiegels 18 Monatsname
24 25
20 getrocknetes Gras 21 Märchenwesen 22 Bindewort (Konjunk-
26 27 tion) 23 fertig gekocht

“Papi, sei nicht böse. Ich habe Der Vater kommt in die Schule: “Sagen Sie”, fragt er bestürzt
nicht aufgepaßt, als die Zeugnis- den Lehrer, “gibt es denn gar keine Möglichkeit, daß mein
se verteilt wurden, und mal wie- Eberhard doch noch in die nächste Klasse kommt?” “Ausge-
der ein ganz schlechtes erwischt!” schlossen”, sagt der Lehrer. ”Lassen Sie es mich so sagen: Mit
dem, was er nicht weiß, könnten noch drei andere Schüler
“Wer kann mir den genauen Unterschied zwischen Unfall
sitzenbleiben!”
und Unglück erklären?” fragt der Lehrer. Moritz: “Wenn
mein Zeugnis beim Nachhauseweg unabsichtlich in den Bei der Pilzberatungsstelle. “Ist es eigentlich wahr, Herr Pilz-
Fluß fällt, ist das ein Unfall. Wenn es aber jemand unab- berater, daß man im Grunde alle Pilze essen kann?” “An sich
sichtlich herausfischt, ist es ein Unglück!” ja; manche allerdings nur einmal.”
Im Deutschunterricht fragt der Lehrer: “Warum ist es so
wichtig, daß wir alle richtig lesen lernen?” Meint ein Schü- © Settimana Enigmistica
ler: “Damit wir uns auch mal beschäftigen können, wenn
der Fernseher kaputt ist!”
Zwei Tomaten treffen sich. “Guten Tag, Tomate”, sagt die
erste Tomate. In diesem Augenblick wird sie von einem Last-
auto überfahren. “Auf Wiedersehen, Ketchup”, erwidert die
zweite Tomate höflich.
Die Diebe haben den Fernseher mitgenommen!

Der Weg zum Ziel - Eine Zeitsc


We hrift für Deutsc
Zeitschrift hlernende
Deutschlernende
Ausgabe Nr. 28 (November 1999 - Januar 2000) Erscheinungsweise: vierteljährlich
Redaktion: Volker Schmidt Bezug: kostenlos
Wir freuen uns sehr auf Ihre Post. Leider können wir nicht alle Briefe beantworten, aber wir lesen alles
aufmerksam durch. Bestellungen von Schulen und Universitäten nehmen wir gerne entgegen. Diese sollten
jedoch 15, und bei besonderen Bedarf 30 Hefte nicht übersteigen. Für Anfänger geben wir halbjährlich die
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