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SALVADOR DALI`

Salvador Dalí im Jahr 1965 mit seinem zahmen Ozelot, den er als Haustier hielt. Der
legendäre gezwirbelte Schnurrbart war vermutlich Diego Velásquez abgeschaut. Foto von
Roger Higgins

Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, Marqués de Púbol (* 11. Mai 1904 in Figueres,
Girona, Katalonien; † 23. Januar 1989 ebenda) war ein spanischer Maler, Grafiker,
Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner. Als einer der Hauptvertreter des Surrealismus
zählt er zu den bekanntesten Malern des 20. Jahrhunderts. Um das Jahr 1929 hatte Dalí seinen
persönlichen Stil und sein Genre gefunden, die Welt des Unbewussten, die in Träumen
erscheint. Schmelzende Uhren und brennende Giraffen wurden zu Dalís Erkennungsmerkmal.
Sein malerisches technisches Können erlaubte es ihm, seine Bilder in einem altmeisterlichen
Stil zu malen, der an den späteren Fotorealismus erinnert.

Dalís häufigste Themen sind außer der Welt des Traums die des Rausches, des Fiebers und
der Religion; oft ist in seinen Gemälden seine Frau Gala dargestellt. Dalís Sympathie für den
spanischen Diktator Francisco Franco, sein exzentrisches Verhalten sowie sein Spätwerk
führen vielfach zu Kontroversen bei der Bewertung seiner Person und seiner Werke bis in die
Gegenwart hinein.

Leben
Kindheit

Salvador Dalí wurde in der Carrer Monturiol 20 in Figueres (Katalonien) als Sohn des
angesehenen Notars Don Salvador Dalí y Cusí (1872–1952) und dessen Ehefrau Doña Felipa
Domènech y Ferres (1874–1921) geboren und erhielt den Namen seines neun Monate zuvor
gestorbenen Bruders Salvador I. (* 21. Oktober 1901; † 1. August 1903). Dadurch wurde in
ihm der Wille geweckt, aller Welt zu beweisen, dass er das Original und einmalig sei. Als
Kind soll er sich vor dem Grab seines Bruders gefürchtet haben.

Das bürgerliche Umfeld und die väterliche strenge Erziehung riefen in Salvador ein starkes
Sicherheitsbedürfnis und einen ausgeprägten Sinn für Ordnung hervor, was für sein späteres
Leben bestimmend sein sollte. Seine Mutter, die er sehr liebte, glich die Strenge des Vaters
aus; sie tolerierte seine frühen Eigenheiten wie Wutausbrüche, Einnässen, Tagträume und
Lügen.
Der Hafen von Cadaqués

Dalís Schwester Ana María wurde im Januar des Jahres 1908 geboren, und er litt darunter, die
Liebe der Eltern nun teilen zu müssen. Der kleine Salvador nahm Besitz vom Dachboden des
Hauses, dem „Waschzimmer“, zu dem die Schwester keinen Zutritt hatte; er war dort oben in
seiner Phantasie „Weltenherrscher“ und malte Bilder auf die Deckel von Hutschachteln. In
der Grundschule war er unaufmerksam und verlor sich in Träumen. Die Sommerferien
verbrachte die Familie im eigenen Haus nahe Cadaqués. Der Sechsjährige soll stundenlang
einem Nachbarn, dem Hobbymaler Juan Salleras, beim Malen zugeschaut haben. In diesem
Alter entstand sein erstes Bild.

So entwarf er 1927 ein „Opernpoem“ mit dem Titel Être Dieu (Gott sein); das Projekt wurde
1974 realisiert.

Ausbildung

Mit zehn Jahren inspirierte Dalí die impressionistische Malerei des spanischen Malers und
Nachbarn Ramon Pichot i Gironès, und mit vierzehn Jahren wurde die „art pompier“,
Genremalerei des 19. Jahrhunderts, zum Vorbild bei seinen Malversuchen. Nach dem
Volksschulunterricht erhielt er zusätzlich zum Besuch des „Instituto de Figueres“ ab 1916
Unterricht im Kolleg der Maristen, einem privaten Gymnasium. Josep „Pepito“ Pichot, ein
Bruder von Ramon Pichot, hatte sein Maltalent erkannt, und auf dessen Anregung durfte Dalí
Abendkurse an der Städtischen Zeichenschule belegen. Bereits nach einem Jahr erhielt er dort
ein „diploma de honor“. Sein Kunsterzieher war der Direktor des Instituts, Juan Núñez
Fernández, der Dalís Kunstbegeisterung förderte. Nach dem Kriegsende 1918 schloss Dalí
sich einer Gruppe von Anarchisten an und setzte auf die Entwicklung einer marxistischen
Revolution. Im Jahr 1921 begründete er mit Freunden die sozialistische Gruppe „Renovació
Social“. Im Juni 1922 beendete Dalí die Schule mit dem Abschluss Bachillerato (Matura).

Statue von García Lorca auf der Plaza de Santa Ana, Madrid

Im Anschluss an eine erfolgreiche Gruppenausstellung in der Galerie Dalmau im Januar 1922


in Barcelona, die acht Bilder von Dalí enthielt, schickte sein Vater ihn zum Studium an die
„Academia San Fernando“ für Malerei, Bildhauerei und Graphik in Madrid, welche er ab
Oktober 1922 besuchte. Er bezog ein Zimmer in dem Studentenwohnheim „Residencia de
Estudiantes“; unter den Studenten waren Luis Buñuel und Federico García Lorca, ein enger
Freund, mit dem er zeitweise das Zimmer teilte. Einer sexuellen Beziehung, die Lorca mit
Dalí führen wollte, verweigerte sich Dalí jedoch.

Um sein Künstlertum zu betonen, kleidete sich Dalí exzentrisch mit einem großen schwarzen
Filzhut, Samtjacke und bodenlangem Umhang, trug schulterlange Haare, Koteletten, eine
Pfeife im Mundwinkel und führte einen Stock mit vergoldetem Knauf bei sich.

Dalí widmete sich mit Lorca und Buñuel den Schriften des Psychoanalytikers Sigmund Freud
und nannte die Psychoanalyse eine der Hauptentdeckungen seines Lebens. Nach einem ersten
einjährigen Ausschluss 1923 aus der Akademie wurde er zu Unrecht als Anführer von
Unruhen in Katalonien angeklagt und vom 21. Mai bis zum 11. Juni inhaftiert. Der wahre
Grund für die Inhaftierung soll eine Aktion gegen Dalís Vater gewesen sein, der nach dem
Staatsstreich Primo de Riveras eine Eingabe wegen Wahlbetrugs gemacht hatte. Im Jahr 1924
kehrte Dalí an die Akademie zurück. Im April 1926 reiste er zum ersten Mal nach Paris und
lernte Pablo Picasso kennen.

Am 20. Oktober 1926 wurde er auf königlichen Erlass endgültig wegen ungebührlichen
Betragens von der Akademie verwiesen. Er hatte sich geweigert am Examen teilzunehmen, da
er die Lehrer für unfähig hielt, ihn zu beurteilen.

Dalís Malstil wies nach der frühen impressionistischen Phase jetzt kubistische, pointillistische
und futuristische Einflüsse auf. Er schrieb 1927 und 1928 kunstkritische Texte, die bereits
eine surrealistische Thematik, wie Der heilige Sebastian, darstellen. Im Jahr 1927 fand die
Uraufführung des Theaterstücks Mariana Pineda von García Lorca in der Bühnendekoration
von Dalí statt. 1928 verfasste Dalí das Gelbe Manifest zusammen mit Lluís Montañya und
Sebastià Gasch.

Paris, Heirat mit Gala

Salvador Dalí und Man Ray, 16. Juni 1934 in Paris, Fotograf Carl van Vechten

Sein erstes als surrealistisch geltendes Gemälde war Blut ist süßer als Honig aus dem Jahr
1927. Die Werke Ana María und Sitzendes junges Mädchen von hinten wurden 1928 im
Carnegie Institute von Pittsburgh ausgestellt. Nach einer ersten, von lokalen Kunstkritikern
positiv bewerteten Einzelausstellung 1925 in der „Galerie Dalmau“ in Barcelona, folgte dort
eine zweite vom 31. Dezember 1926 bis zum 14. Januar 1927. Im Jahr 1928 reiste Dalí das
zweite Mal nach Paris. Dort arbeitete er zusammen mit Luis Buñuel an den Drehbüchern der
surrealistischen Filme Un chien andalou (Ein andalusischer Hund) im Jahr 1929 und an
L’Âge d’Or (Das goldene Zeitalter) ein Jahr später. Die Aufführung von L’Âge d’Or führte
zu einem Skandal, dem ein Aufführungsverbot folgte und zerstörte die Freundschaft mit
Buñuel. Der Film war von Marie-Laure de Noailles, einer exzentrischen Kunstsammlerin und
-förderin, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Vicomte de Noailles, finanziert worden und hatte
in der Villa Noailles seine Uraufführung. Das Aufführungsverbot wurde erst im Jahr 1981
aufgehoben.
Auf Anregung von Joan Miró schloss sich Dalí 1929 der Gruppe der Surrealisten in Paris an
und traf beispielsweise auf Hans Arp, André Breton, Max Ernst, Yves Tanguy, René
Magritte, Man Ray, Tristan Tzara sowie auf Paul Éluard und dessen Frau, die russische
Immigrantin Helena, genannt Gala. Dalí verliebte sich in Gala, sie gab den Umwerbungen des
zehn Jahre jüngeren Mannes nach und wurde seine Lebensgefährtin, was zum Bruch mit Dalís
Vater führte, da dieser keine uneheliche Verbindung dulden wollte. Obgleich Dalí angab,
vollkommen impotent und sexuell unerfahren zu sein, war er sein Leben lang in lustbetonter
Abhängigkeit an Gala gefesselt. Dalís sexuelle Obsessionen spiegeln sich in seinen Bildern
wider wie beispielsweise in Die Anpassung der Begierden aus demselben Jahr, das die
Begierden in Form von Löwenköpfen zeigt. Das Paar heiratete nach der Scheidung Galas von
Éluard im Jahr 1934, die kirchliche Trauung mit Dalí wurde jedoch erst 1958, sechs Jahre
nach Éluards Tod, vollzogen.

Gala wurde seine Muse, sie ersetzte ihm die Familie, organisierte seine Ausstellungen und
führte Verkaufsgespräche als seine Managerin. Sie gab seinem Leben einen
Richtungswechsel, holte den Narziss Salvador aus seinen Visionen und vermittelte ihm die
Realität. Dalí signierte eine Zeit lang seine Bilder mit „Gala Dalí“ und zeigte auf diese Weise
seine Verbundenheit mit ihr.[12] Sie inspirierte ihn zu immer neuen Bildern in verschiedenen
Themenkreisen, stand ihm Modell als Venus oder Madonna, und er porträtierte oder bildete
sie als Akt ab.

Die Jahre 1930 bis 1932 verbrachten sie gemeinsam in Paris. Mit den steigenden
Verkaufserlösen seiner Bilder bauten sie ihr Haus in Portlligat aus, einer Verbindung
mehrerer ehemaliger Fischerkaten in einer kleinen Bucht nahe Cadaqués, die sie 1930 gekauft
hatten. Es war Gala zu verdanken, dass Dalí finanziell zum erfolgreichsten Künstler seiner
Zeit wurde. Dank eines von Picasso gewährten Darlehens, das jedoch nie zurückgezahlt
wurde, konnten Dalí und Gala 1934 eine erste Reise in die USA antreten.

Dalí und die Surrealistengruppe

Im Jahr 1931 malte Dalí eines seiner berühmtesten Werke, Die Beständigkeit der Erinnerung,
auch Soft Watches oder Melting Clocks genannt. Es zeigt vier zerfließende Taschenuhren, die
in der katalanischen Landschaft vor den schroffen Felsen von Cap de Creus arrangiert sind.
1954 griff Dalí das Motiv erneut auf und verarbeitete das Uhrenthema in Auflösung der
Beständigkeit der Erinnerung.

Breton schätzte Dalís frühe surrealistische Bilder wie Der große Masturbator von 1929 und
schrieb die Einleitung zu Dalís erster Einzelausstellung in der Galerie Goemans, Paris. In
seiner Autobiographie Das geheime Leben bekannte sich Dalí dazu, ein zwanghafter
Masturbator zu sein – in der damaligen Zeit ein großer Tabubruch – und beschrieb, wie eng
seine Kunstbegeisterung mit Sexualität in Verbindung stehe.

1934 kam es zu Spannungen innerhalb der kommunistisch ausgerichteten surrealistischen


Gruppe gegenüber Dalí; der Streit eskalierte wegen Dalís Bild Das Rätsel Wilhelm Tells, das
einen knienden Lenin ohne Hose zeigt mit stark vergrößerter Arbeiterkappe und einer
monströsen rechten Gesäßbacke. Wilhelm Tell stellt zugleich nach eigener Aussage Dalís
Vater als Kannibalen dar und bildet sein gestörtes Verhältnis zu ihm ab: Das kleine Kind auf
seinem Arm ist Salvador, die Nuss zu Füßen Tells enthält das winzige Kind, das Gala darstellt
und vom Zertreten bedroht ist.

André Breton warf Dali in einem Brief, der auf den 23. Januar 1934 datiert ist, folgende fünf
Punkte vor: Antihumanismus, Verteidigung des Neuen und Irrationalen im Phänomen Hitler,
sein Plädoyer für die akademische Malerei zu Ungunsten der Moderne, die späte
Verteidigung väterlicher Autorität und familiärer Werte und bezüglich des Bildes
ultrabewusste Malerei und Streben nach Erfolg.
Dali antwortete in einem achtseitigen Schreiben, wahrscheinlich vom 25. Januar, indem er die
gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen zurückwies. Bezüglich des Hauptanklagepunktes,
des Faschismusvorwurfes, legte Dali mit Verweis auf seine Bilder dar: „Ich bin also weder
tatsächlich noch von der Neigung her ein Hitler-Anhänger.“

Schließlich kam es zu einem Ausschluss Dalís von den Gruppensitzungen der Surrealisten um
Breton, der sich den Führungsanspruch der Gruppe nicht nehmen lassen wollte. Eine
surrealistische „Generalversammlung“, die Breton für den 5. Februar 1934 in seiner Wohnung
einberufen hatte, beschloss: „Dali hat sich wiederholt konterrevolutionären Aktionen, die zur
Verherrlichung des Hitler-Faschismus neigen schuldig gemacht. Daher schlagen die
Unterzeichner, trotz seiner Erklärung vom 25. Januar, vor, ihn als ein faschistisches Element
aus dem Surrealismus-Kreis auszuschließen und mit allen Mitteln zu bekämpfen.“ Der
Beschluss wurde von neun Mitgliedern signiert: Victor Brauner, André Breton, Max Ernst,
Herold, Hugnet, Meret Oppenheim, Peret, Yves Tanguy und Caillos. Einzig Pierre Yoyotte
gab sein Verständnis für die Standpunkte Dalis zu Protokoll.

Dalí beteiligte sich jedoch weiter erfolgreich an Ausstellungen der Gruppe, und Breton
wusste, dass sie auf den Publikumsmagneten nicht verzichten konnte. Zu den Vorwürfen, er
sei ein Anhänger des Faschismus und Adolf Hitlers, nahm Dalí in seiner Autobiographie
Stellung:

„Man forderte […] von mir, ich solle mich endlich entscheiden, Stalinist oder Hitlerist
zu werden. Nein! […] Ich würde immer bis zum Tod derjenige bleiben, der ich war,
Dalí und nur Dalí! Ich glaubte weder an die kommunistische Revolution noch an die
nationalsozialistische Revolution.“

Am 11. Januar 1935 hielt er im Museum of Modern Art (MoMA) einen Vortrag in
französischer Sprache über Surrealistische Gemälde und paranoische Bilder. Weiterhin
verfasste er Essays wie Der gespenstische Surrealismus des Ewigweiblichen in der
präraffaelitischen Kunst und Die Eroberung des Irrationalen, in der er seine „paranoisch-
kritische Methode“ als irrationales Wissen, basierend auf einem „Delirium“ der Interpretation,
beschrieb. Sie stellt seinen für den Surrealisten neuen und einzigartigen Weg der
Weltanschauung dar, die Ausdrücke wie Paranoia und Delirium aufgreift, um das Irrationale,
Unbewusste dieser Kunst zu unterstreichen.

Während der von Roland Penrose organisierten „Internationalen Surrealisten Ausstellung“


vom 11. Juni bis zum 4. Juli 1936 in den New Burlington Galleries in London legte Dalí am
1. Juli seine „paranoisch-kritische“ Methode in einer Rede dar. Um dem Begriff des
Unterbewussten Nachhalt zu verleihen, hielt er den Vortrag, begleitet von zwei Barsois, in
einem Tiefseetaucheranzug, über dem ein Autokühler angebracht war. Dabei hielt er einen
Billardstock in der Hand. Während der Rede bekam Dalí in dem schweren Anzug plötzlich
Atemnot und drohte zu ersticken. Er wurde im letzten Moment von David Gascoyne gerettet,
einem jungen surrealistischen Dichter, den Dalí protegierte. Gascoyne zerschnitt den
Taucheranzug und befreite den keuchenden Dalí von dem Helm. Das Publikum applaudierte
ob dieser vermeintlichen Schaueinlage, glaubte, es handele sich um eine perfekte
Inszenierung des Selbstdarstellers.

Zu dieser Zeit lebten Dalí und Gala 1936 in London bei Edward James, einem Multimillionär,
Kunstsammler und Mäzen Dalís. Es entstand Dalís Holztafel Der anthropomorphe
Kabinettschrank. Das kleinformatige Werk zeigt eine Frau, den ganzen Bildraum ausfüllend;
im Hintergrund eine Straßenszene, eine hell erleuchtete Häuserzeile mit Menschen. Sechs
Schubladen sind aus dem aufgerichteten Oberkörper der Frau herausgezogen. Aus der
mittleren Schublade fällt ein Tuch heraus.
„Die Schublade enthält das Geheimnis, das nur die Psychoanalyse zu enträtseln vermag, und
Dalí bezieht sich mit dieser Vorstellung direkt auf Sigmund Freud, den er bewundernd
rezipierte.

Spanischer Bürgerkrieg

Wegen des Spanischen Bürgerkriegs verließen die Dalís 1936 Portlligat und reisten durch
Europa. Eine Zeit lang lebten sie im faschistischen Italien. Der Einfluss der Renaissance-
Gemälde in den Museen von Florenz und Rom prägte seine künftigen Werke. In Dalís Bildern
Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen (auch genannt Vorahnung des Bürgerkrieges),
Brennende Giraffe und Die Erfindung der Ungeheuer, die zu dieser Zeit entstanden, spiegelt
sich seine beobachtende, aber unpolitische Haltung wider. Er sah im Krieg ein
naturgeschichtliches Phänomen, während Picassos Guernica ihn als politisches Ereignis zeigt.
In London erhielt Dalí die Nachricht von der hinterhältigen Ermordung seines Freundes
Federico García Lorca im August 1936 durch franquistische Falangisten in Spanien, was ihn
in schwere Depressionen verfallen ließ.

Auf einer zweiten Amerikareise bereitete die US-amerikanische Presse und die Öffentlichkeit
Dalí als „Mister Surrealism“ einen triumphalen Empfang. Dalís Konterfei, eine Fotografie
von Man Ray, zierte im Dezember 1936 die Titelseite des Time Magazine. Im Februar 1937
traf Dalí in Hollywood die Marx Brothers und malte ein Porträt von Harpo Marx,
ausgeschmückt mit einer mit Löffeln versehenen Harfe und Saiten aus Stacheldraht. Ein
gemeinsamer Film, dessen Drehbuch er schrieb, kam nicht zustande.

Surrealistenausstellung in Paris

Im Januar 1938 beteiligte sich Dalí an der Exposition Internationale du Surréalisme in der
Galerie des Beaux-Arts von Georges Wildenstein, Paris, wo sein Kunstobjekt Taxi pluvieux
(Regentaxi) gezeigt wurde. In einem alten, von Efeu um- und durchranktem Automobil, saß
in dessen Fond eine weibliche Schaufensterpuppe in Abendrobe mit einer Nähmaschine auf
dem Nebensitz. Chauffeur war eine Gliederpuppe, deren Augen von einer dunklen Brille
verdeckt und deren Kopf von einem knöchernen Haifischmaul umrahmt war. Das Innere
wurde kontinuierlich mit Wasser berieselt, sodass die Abendtoilette der „Dame“ verschmutzt
wurde und die blonde Perücke in filzigen Strähnen herabhing, während Weinbergschnecken
ihre schleimigen Spuren hinterließen.

Besuch bei Sigmund Freud

Sigmund Freud, um 1905

Durch die Vermittlung von Edward James und Stefan Zweig kam es am 19. Juli 1938 zu der
lang gewünschten Begegnung mit Sigmund Freud in dessen Londoner Haus, wo er seit kurzer
Zeit im Exil lebte. Dalí erklärte Freud anhand des Gemäldes Metamorphose des Narziss, zu
dem er ein Gedicht mit gleichem Titel geschrieben hatte, wie die surrealistische Malerei das
Unbewusste vergegenwärtigt und malte das Bildnis Sigmund Freud.

Endgültiger Bruch mit der Surrealistengruppe

Mit dem zweiten surrealistischen Manifest (1930) hatte André Breton die Grundideen dieser
Künstlergruppe um denselben gesellschaftskritischen Aspekt erweitert, der schon den
Dadaismus kennzeichnete. 1939 kam es zum endgültigen Bruch mit der Surrealistengruppe.
Dalí hatte alle theoretischen Ansätze des Surrealismus mittlerweile für sich endgültig auf das
reduziert, was er „paranoische Inspiration“ nannte. In seinem Artikel „Jüngste Tendenzen
surrealistischer Malerei“ schrieb Breton: „[…] Im Februar 1939 sagte Dalí […], dass alle
gegenwärtigen Unruhen in der Welt rassischen Ursprungs seien, und die beste Lösung
bestünde in einer Übereinkunft aller weißen Rassen, die dunklen in Sklaverei zu zwingen …
Ich sehe von nun an keine Möglichkeit, wie in Kreisen unabhängiger Geister seine Botschaft
noch ernst genommen werden könnte.“ Um 1942 prägte Breton das bissige Anagramm
„Avida Dollars” (dt. „Hungrig auf Dollars“). Dalí übernahm ungerührt Bretons Spott und
signierte einige Bilder unter diesem Namen. 1965 griff er darauf zurück und malte Die
Apotheose des Dollar.

Exil in den Vereinigten Staaten [Bearbeiten]

1939 kehrten die Dalís aus den Vereinigten Staaten zurück und lebten für eine kurze Zeit in
Arcachon, Südfrankreich, wohin viele Künstler und Intellektuelle wie Marcel Duchamp, Coco
Chanel und Leonor Fini vor Hitlers Truppen geflüchtet waren. Als Frankreich im Zweiten
Weltkrieg 1940 von deutschen Truppen besetzt wurde, verließ Dalí mit seiner Frau Europa;
sie reisten erneut in die Vereinigten Staaten und wurden dort zusammen mit anderen Gästen
wie Henry Miller auf dem Anwesen von Caresse Crosby in Bowling Green, Virginia,
aufgenommen, wo Dalí seine Autobiografie schrieb. Bis 1948 blieb Dalí mit Gala in den
Vereinigten Staaten und wohnte in New York und Pebble Beach in Kalifornien.

Es begann Dalís „klassische Zeit“, in der er Motive der großen klassischen Meister wie
Raffael, Velásquez oder Ingres aufgriff. Dalí kommentierte seinen Stilwechsel mit den
Worten: „Für immer ein Surrealist zu bleiben ist wie wenn man sein ganzes Leben Augen und
Nasen malt.“

Am 18. November 1941 eröffnete das Museum of Modern Art in New York eine große
Retrospektive der spanischen Surrealisten Dalí und Miró, in der Dalí mit über 40 Gemälden
und 17 Zeichnungen vertreten war. In Form einer Wanderausstellung wurden die Bilder in
acht Städten, beispielsweise in Los Angeles, Chicago und San Francisco gezeigt.

Die Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Maurice-Yves Sandoz trug dem Künstler den
Auftrag zur Illustrierung von dessen Büchern ein. Er arbeitete ebenfalls für Walt Disney,
insbesondere 1945/46 in neunmonatiger Arbeit zusammen mit John Hench an dem Drehbuch
und dem Storyboard für den surrealistischen Kurzfilm Destino. Das Projekt scheiterte, es
wurde erst 2003 fertig gestellt und 2004 mit einer Oscarnominierung bedacht.

1942 erschien unter dem Titel The secret Life of Salvador Dalí (Das geheime Leben des
Salvador Dalí) Dalís über 400 Seiten umfassende Autobiografie, in der er die Zeit von seiner
Kindheit bis zu seiner Ausreise in die USA 1940 beschreibt. Sein erstes in den USA gemaltes
Werk war Spinne am Abend – Hoffnung. Weitere Projekte waren Entwürfe für
Schmuckstücke und Vasen, Bühnenbilder, die Mitarbeit bei bekannten Zeitschriften wie
Vogue und Harper’s Bazaar und die Entwicklung von Parfüms und Modeaccessoires für Elsa
Schiaparelli. Selbst einen Roman schrieb er innerhalb kurzer Zeit, Hidden Faces (Verborgene
Gesichter), der 1944 bei Dial Press, New York, erschien. Im selben Jahr verpflichtete Alfred
Hitchcock Dalí zur Mitarbeit an seinem Film Spellbound (Ich kämpfe um dich), für den er
Traumsequenzen mit scharfen Konturen entwarf. Spellbound war einer der ersten Hollywood-
Filme, die sich mit Freuds Psychoanalyse beschäftigten.

Dalí war schockiert über den Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima am
6. August 1945; er verarbeitete das schreckliche Ereignis in den Werken wie Melancholische
Atom- und Uranidylle, Die Apotheose des Homer und Die drei Sphyngen von Bikini. Seine
„nukleare“ oder „atomare Malerei“ fand ihren Höhepunkt in der 1949 vollendeteten Leda
Atomica. 1948 entstand seine Schrift Fünfzig magische Geheimnisse, die eine Abhandlung zu
seiner Maltechnik darstellt.

Rückkehr nach Spanien

Salvador und Gala Dalí lebten seit 1948 wieder in ihrem Haus in Portlligat an der spanischen
Mittelmeerküste. Spanien stand weiter unter der Diktatur General Francos. Dalí nahm
Abstand vom Atheismus und wandte sich erneut dem katholischen Glauben zu; am
23. November 1949 wurde er von Papst Pius XII. in einer Privataudienz empfangen. Es
entstand Die Madonna von Portlligat, die eine ganze Reihe von Gemälden mit religiösen
Themen einleitete. Im selben Jahr malte er die Leda Atomica, die, wie die Madonna, seine
Frau Gala darstellt.

Dalís Schwester Ana María Dalí veröffentlichte 1949 in Barcelona ein Buch über ihren
Bruder: Dalí As Seen By His Sister (Salvador Dalí aus der Sicht seiner Schwester), in dem sie
ihn als undankbaren Sohn darstellt, der mit Blasphemien nicht gespart und eine geschiedene
Frau geheiratet habe. Dalí reagierte empört mit einer öffentlichen „Richtigstellung“:

„1930 wurde ich von meiner Familie ohne einen Pfennig vor die Tür gesetzt. Meinen
weltweiten Triumph habe ich einzig der Hilfe Gottes […] und der heldenhaften
täglichen Aufopferung einer unvergleichlichen Frau, meiner Ehefrau Gala, zu
verdanken.“

Seit 1950 verbrachte Dalí mindestens einen Monat im Jahr im Luxushotel „Le Meurice“ in
der Rue de Rivoli, Paris, wo er stets eine Suite im ersten Stock belegte. Er irritierte Gäste und
Belegschaft, indem er eine Herde Schafe in seine Suite bestellte und sich Fliegen im Park
fangen ließ. Das schon von Königin Victoria geschätzte Hotel wurde durch Dalí noch
berühmter. Der Designer Philippe Starck stattete das Hotel „Le Meurice“ 2008 im „Dalí-Stil“
neu aus.

Das Mystische Manifest, in dem er die Bildungsprinzipien der Form aufzeigt, schrieb Dalí
1951. Seine Hauptstichworte waren Quantenphysik und Morphologie. Die surrealistische
Gestaltungskunst setzt auf eine Art Selbstregulierung, die in der Dynamik eines entstehenden
Werks ihr eigenes Prinzip findet und entwickelt, unter Ausschaltung bewusster Steuerung.
Mit seiner „korpuskularen Periode“ in dieser Zeit stellte er unter dem Eindruck der
Atomphysik Bildelemente in dreidimensionalen Bruchstücken dar.

Die italienische Regierung wollte mit diesem Auftrag den 700. Geburtstag des Ebenfalls im
Jahr 1951 begann Dalí, Dantes Göttliche Komödie mit Aquarellen zu italienischen Dichters
ehren. Doch als im Jahr 1954 in Italien bekannt wurde, dass ein Spanier den Auftrag
bekommen hatte, wurde das Projekt unter dem Druck der Öffentlichkeit fallen gelassen. Erst
später erschienen unterschiedliche Editionen in mehreren Verlagen, beispielsweise die 1961
von Joseph Foret in Paris herausgegebene Edition.[39] Ab 1956 schuf Dalí Illustrationen im
Steindruck zu Cervantes Don Quijote, wobei er eine eigene Art von Tachismus schuf. Der
„Kampf gegen die Windmühlenflügel“ aus dem Zyklus entstand, indem Dalí zwei
Rhinozeroshörner mit Litho-Tusche befüllte und mit diesen zeichnete. Eine weitere Technik
entwickelte Dalí mit Schüssen aus einer Arkebuse (Büchse aus dem 15./16. Jahrhundert) von
einer Pontonbrücke in Paris über die Seine:
„[…] Wo ich, umgeben von hundert Schafen, eine in lithographische Tusche getauchte
Bleikugel auf den Stein abfeuerte und auf diese Weise einen wunderbaren Spritzfleck
erzeugte. Ich erkannte augenblicklich einen Engelsflügel von vollkommener Dynamik, der
den Gipfel der Vollendung darstellte. Damit hatte ich den ‚Bouletismus‘ erfunden.

Im Gegensatz zur Beständigkeit der Erinnerung aus dem Jahr 1931 integrierte Dalí in dem
1954 geschaffenen Gemälde Die Auflösung der Beständigkeit der Erinnerung die
Entwicklungen unserer Zeit in das Werk. Es zeigt die durch das Atomzeitalter veränderte
Welt. Die Blöcke repräsentieren die atomare Kraftquelle. Das zerfließende Etwas ist ein
großer Felsen bei Cap de Creus, den Dalí „den großen Masturbator" nannte. Die erneut
erscheinenden Felsen über der Bucht von Cullero und der verlassene Ölbaum verbinden die
Szene mit seinen früheren Gemälden von Cap de Creus. Damit greift er eine wichtige
Tatsache aus dem Leben des zwanzigsten Jahrhunderts auf: Entdeckungen der Kernforschung
haben die Gelassenheit von Portlligat und der ganzen Welt aufgewühlt.

Mit Robert Descharnes, Fotograf und Filmemacher, den Dalí 1950 auf einer Überfahrt in die
USA kennengelernt hatte, drehte er 1954 den Film Die ungewöhnliche Geschichte von der
Spitzenklöpplerin und dem Rhinozeros, der Dalís Theorie über die logarithmische Spirale, die
sich mathematisch selbst regeneriert, zum Inhalt hatte. Jan Vermeers Spitzenklöpplerin hatte
Dalí schon früh fasziniert und zu dem Gemälde Paranoisch-kritisches Gemälde der
Spitzenklöpplerin von Vermeer angeregt. In dem Film lässt er das Gemälde in Form von
Rhinozeroshörnern explodieren. Descharnes wurde später enger Vertrauter und Mitarbeiter
des Malers und ist einer seiner bekanntesten Biographen.

Bei einem Happening präsentierte Dalí am 12. Mai 1958 im Theâtre de l’Étoile in Paris ein 15
Meter langes Brot. Brot wird in mehreren seiner Werke abgebildet, beispielsweise in den
Gemälden Der Brotkorb von 1926 und 1945, Anthropomorphes Brot von 1932, und ein Brot
schmückt den Kopf der Retrospektiven Frauenbüste aus dem Jahr 1933.

Verbindung mit Amanda Lear

In den 1960er-Jahren begannen Gala und Salvador Dalí getrennte Wege zu gehen. Dalí
versammelte einen „Hofstaat“ von jungen Menschen um sich, während Gala unzählige
Affären mit jüngeren Männern einging. 1965 machte Dalí die Bekanntschaft von Amanda
Lear, auch bekannt als Peki d’Oslo, vermutlich eine Transsexuelle, die als Alain Tap geboren
wurde. Sie trat als Model und Popsängerin in Nachtclubs auf. Lear stand Dalí Modell, half im
Atelier und nahm bei ihm Malunterricht. Galas anfängliche Eifersucht wechselte rasch zu
Akzeptanz gegenüber Dalís neuer Muse, die ihn über längere Zeit auch bei gesellschaftlichen
Auftritten begleitete. Lear veröffentlichte 1984 ihr von Dalí autorisiertes Buch Le Dalí
d’Amanda (15 Jahre mit Salvador Dalí). Für Gala erwarb Dalí 1969 ein altes Schloss in
Púbol, einem Nachbarort von Figueres, das er restaurieren und mit seiner neuen
„Kitschkunst“ ausstatten ließ. In Púbol erhielt er nur Zutritt, wenn Gala es gestattete.

Dalís Historienmalerei und stereoskopische Werke


Salvador Dalí, 1972

Die kleinformatigen Gemälde der früheren Jahre wichen seit 1958 pompösen Werken mit
geschichtlichen Themen wie Die Schlacht von Tetuán aus dem Jahr 1962, das ein Format von
308 × 406 cm aufweist. Das Bild beschreibt die spanische Eroberung Tétouans in Marokko
im Jahr 1860. Dalí malte ein Monumentalgemälde pro Jahr, das bekannteste ist Die
Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus von 1959. Meisterwerke der letzten Periode
sind Der Thunfischfang (1966/67) und Halluzinogener Torero, gemalt zwischen 1968 und
1970.

Dalís Einkünfte erlaubten ihm und Gala, ein Leben in Luxus zu führen. Ab 1960 stellten sie
einen Geschäftsführer für Dalís Merchandising-Unternehmen ein, John Peter Moore, der es in
dieser Tätigkeit zum Multimillionär brachte. Er erhielt zehn Prozent Provision bei allen von
ihm ausgehandelten Aufträgen. Sein Nachfolger, Enrique Sabater, resümierte: „Ich habe bei
Dalí mehr verdient als der Präsident der Vereinigten Staaten.“ Das verschwenderische Leben
sorgte dafür, dass Dalís Bankkonto zum Zeitpunkt seines Todes stark geplündert war, so wie
sein Vater es ihm vorausgesagt hatte.

Von 1966 bis 1973 entwarf Dalí Illustrationen zu einer Luxusausgabe von Alice im
Wunderland für den Verlag Random House. Im Jahr 1969 malte Dalí sein erstes
Deckengemälde mit drei Metern Durchmesser; ein Jahr darauf folgte das zweite, das er Gala
schenkte. Ab 1970 beschäftigte er sich mit stereoskopischen Bildern und schuf
holographische Arbeiten. Sein bekanntestes stereoskopisches Gemälde aus den Jahren
1972/73 ist Dalí von hinten, Gala von hinten malend, die von sechs virtuellen, sich
vorübergehend in sechs echten Spiegeln widerspiegelnden Hornhäuten verewigt, das auf zwei
Tafeln gemalt ist.

Das Teatre-Museu in Figueres

Um sein Werk repräsentativ darzustellen, wollte Dalí seinen eigenen Tempel errichten, und
das zerstörte Stadttheater von Figueres wurde zum Mittel seiner Pläne. Der Grund, warum er
gerade dieses Gebäude wählte, ist einfach: Im Jahr 1918, als Dalí 14 Jahre alt war, fand dort
seine erste Ausstellung statt. Nachdem das um 1850 von Roca i Bros gebaute Theater durch
ein Feuer gegen Ende des spanischen Bürgerkriegs 1939 zerstört worden war, schlug
Figueres’ Bürgermeister Ramon Guardiola 1961 Dalí vor, dort ein Museum zu errichten. Im
Juni 1970 beschloss das spanische Kabinett, Gelder für den Umbau bereit zu stellen. Als Dach
schwebte Dalí eine Glaskuppel vor in der Art des amerikanischen Architekten Richard
Buckminster Fuller. Der spanische Architekt Emilio Pérez Piñero konstruierte die Kuppel
nach Dalís Vorstellungen; mit ihrer außergewöhnlichen Form ist sie zum Wahrzeichen
Figueres’ geworden. Die Details des Museums als Gesamtkunstwerk hatte Dalí selbst
entworfen, von den monumentalen Eiern auf dem Dach des Gebäudes bis zu den Toiletten.
Architekt war Joaquin de Ros y de Ramis, der jedoch immer nur in Übereinstimmung mit
dem „Göttlichen“, wie Dalí sich mittlerweile nannte, arbeiten durfte. Der Bau begann am
13. Oktober 1970; bereits ein Jahr später nahm Dalí die Arbeit am Deckengemälde für das
Teatre-Museu in Angriff.

Am 28. September 1974 wurde die Umgestaltung des Theaters von Figueres als Dalí-Museum
mit tausend geladenen Gästen im Beisein der Freunde Ernst Fuchs und Arno Breker eröffnet.
Beide begründeten ein Jahr später gemeinsam mit Dalí die Künstlerfreundschaft „Goldenes
Dreieck“, anlässlich welcher Dalí feststellte: „Breker-Dalí-Fuchs. Man kann uns wenden wie
man will, wir sind immer oben.“ Im Jahr 1975 hatte Dalí seinem Freund, dem deutschen
Bildhauer und Architekten Breker, zu seinem 75. Geburtstag eine Hommage gewidmet,
während Breker eine realistische Bronzebüste des Surrealisten schuf. Es entstanden drei
Versionen; Dalí sparte nicht mit seinem Lob: „Breker hat meine Seele eingefangen.“[49]

Dalís Werke sind im ganzen Gebäude verteilt; der Besucher findet Gemälde, stereoskopische
Fotografien, ein biegsames Metallkruzifix, das Regentaxi, einen Mae West-Saal als
Environment, in dem Dalí sein Mae-West-Gemälde aus den Jahren 1934 bis 1935
dreidimensional nachgebildet hat, sowie Werke anderer Künstler wie Breker, Fuchs, Wolf
Vostell und Marcel Duchamp. Ein Raum ist Dalís Freund, dem katalanischen Maler Antoni
Pichot, dem Neffen von Ramon Pichot, gewidmet. Antoni Pichot wurde nach Dalís Tod
Direktor des Museums. Die in klassischer Manier gefertigten Decken- und Wandgemälde
ergänzen das Interieur. Kunst, Kitsch und Karikatur sind im ganzen Museum in verwirrend
pompöser Eintracht verbunden.

Im Jahr 1975 bekam er von seinem Heimatland nach den vorangegangenen Würdigungen
Verachtung und Feindschaft zu spüren. Staatschef Franco hatte kurz vor seinem Tod am
27. September 1975 fünf mutmaßliche Terroristen exekutieren lassen, und Dalí befürwortete
dies in einem Interview mit der „Agence France-Presse“ im Hinblick auf Spaniens Zukunft,
„wo es in ein paar Monaten keinen Terrorismus mehr geben wird, weil Attentäter wie die
Ratten vertilgt würden. Wir brauchen dreimal mehr Exekutionen. Aber für den Augenblick
reichen sie.“ Nach Anschlägen auf sein Haus und Drohbriefen fürchtete Dalí um seine
Sicherheit und flüchtete für kurze Zeit in die USA.

1979 wurde im Centre Georges Pompidou in Paris eine große Dalí-Retrospektive eröffnet, die
169 Gemälde und 219 Zeichnungen, Grafiken und Objekte des Künstlers zeigte. Eine
besondere Attraktion war das Environment Heroische Kirmes, das die untere Etage füllte: Ein
Citroën hing unter der Decke mit katalanischen Butifarra, darunter ein Löffel von 32 Metern
Länge, in den Wasser aus dem Kühler floss.

Krankheit und Tod [Bearbeiten]

Ab 1981 litt Dalí an der Parkinson-Krankheit und starkem Tremor. Wie zum Trost verlieh
ihm Spaniens König Juan Carlos I. im Juli 1982 den Titel „Marqués de Dalí de Púbol“. Dalí
hatte den König bereits 1973/74 in dem Gemälde Der Prinz des Schlafes dargestellt. Nach
dem schmerzlichen Verlust seiner geliebten Frau Gala († 1982) lebte er ab 1983 allein und
zurückgezogen in Púbol, wo er im Mai des Jahres 1983 sein letztes Gemälde Der
Schwalbenschwanz schuf. Auf den Tod seiner Frau reagierte er mit Nahrungsverweigerung;
durch die darauf erfolgende Dehydratation konnte Dalí nicht mehr schlucken und musste bis
zu seinem Lebensende durch eine Nasensonde ernährt werden. Seine Stimme versagte, er
konnte sich nur noch flüsternd mitteilen.

1984 erlitt Dalí schwere Verbrennungen bei einem Feuer, das durch einen Kurzschluss im
Klingelsystem seines Schlafzimmers entstanden war. Nach einem Klinikaufenthalt in
Barcelona zog er in ein Gebäude neben seinem Teatre-Museu, das er 1985 als „Torre Galatea“
umgestalten ließ. Namensgeber für den Turm war Galatea, die Statue, die von Aphrodite auf
Pygmalions Gebete hin zum Leben erweckt wurde, denn Gala war für Dalí zur Gala-tea
geworden, die in sein Leben getreten war.

Nach diesem Ereignis erlaubte ihm sein Gesundheitszustand keine künstlerischen Aktivitäten
mehr. Salvador Dalí starb im Jahr 1989 im Alter von 84 Jahren an Herzversagen. Auf eigenen
Wunsch wurde er in der Krypta unter der Glaskuppel seines Theater-Museums, dem „Teatre-
Museu Dalí“, in Figueres beigesetzt, nicht an der Seite Galas in der Gruft von Schloss Púbol.
Sein Körper wurde einbalsamiert, um mindestens 300 Jahre überdauern zu können; er ist in
eine Tunika gehüllt, die mit der Krone eines Marquès geschmückt und mit einer Borte, die die
Doppelhelix darstellt, verziert ist. Als Erben der prachtvollen Häuser und vieler Gemälde
setzte er den spanischen Staat ein. Heute ist das Museum eine Touristenattraktion ersten
Ranges und fasziniert Besucher aus aller Welt.

Werk
Frühe Periode (1917–1927/28)

– Salvador Dalí (1920/21)

Die erste Ausstellung von Dalís Bildern fand 1917 im Haus seiner Eltern statt. Beeinflusst
von Ramon Pichot, Maler und Bruder von Josep Pichot, entwickelte der junge Dalí einen
impressionistischen Malstil, ein Beispiel ist sein Gemälde Ansicht von Cadaqués mit dem
Schatten des Berges Pani (1917). Während seiner Ausbildungszeit an der Akademie San
Fernando malte er seine ersten kubistischen, pointillistischen und divisionistischen Bilder,
beeinflusst von Juan Gris und den italienischen Futuristen. Bis auf wenige Ausnahmen
verwandte er darin nur die Farben Schwarz, Weiß, Siena und Olivgrün im Gegensatz zur
Farbigkeit der Bilder vergangener Jahre. 1923 schuf er sein Kubistisches Selbstbildnis, das im
Teatre-Museu in Figueres gezeigt wird.

In seinen Werken zwischen den Jahren 1925 bis 1928 bekannte Dalí sich zu den Lehren der
„Metaphysischen Schule“ („Scuola Metafisica“), der Malerei, die von Giorgio de Chirico und
Carlo Carrà geführt wurde. Pablo Picassos wuchtige Körperskulpturen aus den Anfängen der
1920er-Jahre beeinflussten ihn in den Gemälden Venus und ein Matrose (1925), Gestalt
zwischen den Felsen und Schlafende Frauen am Strand (1926). Außerdem entstanden
realistische Bilder wie Bildnis meines Vaters und Mädchen am Fenster, es zeigt Ana María
Dalí, beide aus dem Jahr 1925.

Surrealistische Periode (1929–1940) [Bearbeiten]

„[…] der einzige Unterschied zwischen mir und einem Verrückten ist der, daß ich nicht
verrückt bin! “

– Salvador Dalí (1934)

„[…] Die Tatsache, daß ich selbst im Augenblick, wo ich male, die Bedeutung meiner Bilder
nicht erkenne, will nicht heißen, daß sie keine Bedeutung hätten. “

– Salvador Dalí (1935) ]

Häufig werden zwei Strömungen des Surrealismus unterschieden

1. der „veristische“ oder „paranoisch-kritische“ Surrealismus: Vereinigung nicht


zusammengehöriger Dinge, verdrehte Perspektiven, wie bei Salvador Dalí erkennbar,
und
2. der „abstrakte“ oder „absolute“ Surrealismus: dasselbe Prinzip wie oben genannt, nur
ohne jeglichen Realismus, wie zum Beispiel in Bildern Joan Mirós.

Dalí will das Rätselhafte, das Unfassbare sichtbar machen; der Surrealismus ist für ihn „eine
Revolution des Lebens und der Moral.“. Er setzte in seinen surrealistischen Bildern die von
ihm meisterhaft beherrschten Techniken ein und malte „Trompe-l’œil-Fotografien“. Er war
damit 25 Jahre der Kunst der Hyperrealisten voraus. Beispiele sind Ungestillte Begierde
(1928), Der große Masturbator (1929) und Die Beständigkeit der Erinnerung (1931), sein
bekanntestes Werk, in dem Dalí symbolistische Motive anwendete. Zerfließende, weiche
Uhren illustrieren die Unsicherheit über die Zeit, die im Alltag als für alle gleich
angenommen wird, die in Einsteins Relativitätstheorie jedoch nicht gleich ist. Die Idee, diese
Uhren zu malen, ist Dalí nach eigener Aussage beim Anblick eines weichen Camembert
gekommen.

Sein starker Hang zur Verwendung skatologischer Elemente entsetzte Breton, wie Dalí in
seinem Tagebuch eines Genies berichtet: „Ich stieß hier wieder auf die gleichen Verbote wie
bei meiner Familie. Das Blut war mir gestattet. Ein bißchen Kacke durfte ich daraufsetzen.
Aber Kacke allein, das gab’s nicht. Die Darstellung des Geschlechts wurde mir bewilligt, aber
keine analen Phantasien.“ Ein Beispiel zeigt das Gemälde Das finstere Spiel, auch
Unheilvolles Spiel genannt, aus dem Jahr 1929, welches so schwelgerisch realistisch
kotbeschmutze Unterhosen zeigt, dass seine Freunde sich fragten, ob er Koprophage sei oder
nicht. Nach Dalís Aussage in seiner Autobiographie verabscheute er diese Abirrung und
bezeichnete das Skatologische als Schockelement wie Blut und seine Heuschreckenphobie.

In den Jahren 1929 bis 1939 hat Dalí etwa 700 Ölgemälde, meist in kleinem Format,
geschaffen; das entspricht etwa der Hälfte seines Gesamtwerks. Es sind seine bekanntesten
Bilder mit den Motiven 'gebratene Spiegeleier', 'weiche Uhren', 'brennende Giraffe', 'Venus
mit Schubladen' und 'langbeinige Elefanten'. Charakteristisch für ihn ist sein von den
„Altmeistern“ übernommener flacher Farbauftrag, die Methoden der Wiederholung,
Streckung, Dehnung, Umkehrung, Aushöhlung und Drehung.

Die Werke aus Dalís klassischer surrealistischer Phase sind bei Kunsthistorikern, -kritikern
und -liebhabern gleichermaßen geschätzt. In den Anthologien der Kunst des 20. Jahrhunderts
erscheinen hauptsächlich seine Arbeiten aus dieser Zeit. Die Betrachter erleben die Erfahrung
des unendlichen Raums und der angehaltenen Zeit. Sie „sehen“ gleichsam das Paradox des
unendlichen Augenblicks.

Klassische Periode (1941–1983) [Bearbeiten]

Im Ausstellungskatalog der Einzelausstellung in der Galerie Julien Levy, New York, vom
22. April bis zum 23. Mai 1941, dessen Umschlag mit Dalís Selbstporträt mit gebratenem
Speck versehen ist, erklärte der Künstler, er lüde ein „zu seinem letzten Skandal, dem Beginn
seiner klassischen Malerei.“ Diese Neubesinnung mit Akzentverschiebung sah man den neuen
Werken nicht sofort an. Die politische Situation des aufbrechenden Chaos' forderte Dali
zufolge Halt und Orientierung, eine Rückbesinnung auf die Werte der mittelalterlichen
Epoche: „In diesem bevorstehenden Mittelalter wollte ich der erste sein, der, mit vollem
Verständnis für die Gesetze von Leben und Tod der Ästhetik in der Lage sein würde, das
Wort ‚Renaissance‘ auszusprechen.“ In der Ästhetik der italienischen Renaissance malte er
beispielsweise religiöse Werke wie Die Madonna von Portlligat oder Leda Atomica: darin
verarbeitete er die Proportionen des Goldenen Schnitts.

In den 1960er-Jahren wendete er sich der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts in der Art des
Katalanen Marià Fortuny und des Franzosen Ernest Meissonier zu. Sein riesiges Gemälde Die
Schlacht von Tetuan von 1962 nach dem gleichnamigen Werk von Fortuny wurde von seinen
Gegnern als Kitsch bezeichnet, er selber nannte es Dalís Pop-Art. In seinen bis zu drei mal
vier Meter großen historischen Gemälden (insgesamt malte er 18 Bilder in dieser Größe) und
in der Ausgestaltung von Decken und Wänden seiner Häuser erreiche er die Grenze zwischen
Kitsch und Kunst, so die immer wieder geführten Diskussionen.

In dem Gemälde Galacidalacidesoxiribunucleicacid aus dem Jahr 1963 konzentrierte sich Dali
auf das religiöse Thema der „Auferstehung“ und verband es mit seinem Interesse an moderner
Wissenschaft und seinem Bewusstsein für zeitgenössischer Ereignisse. Der Titel des Werkes
bezieht sich auf die Entdeckung des DNA-Moleküls durch Francis Crick und James Watson
im Jahr 1953 und ist beiden Wissenschaftlern gewidmet. Das DNA-Molekül mit seiner
spiralförmigen Gestalt ist die Grundform des Lebens. Dali sprach in den frühen 1950er-Jahren
oftmals von der Verbindung zwischen Spiralformen und dem Leben, noch bevor das DNA-
Molekül entdeckt war.

Mit dem großformatigen Gemälde Der Thunfischfang (1966/67) vereinigte Dalí seine
verschiedenen Stilrichtungen wie den Surrealismus, den „überfeinerten Pompierismus“,
Pointillismus, Action-Painting, Tachismus, die geometrische Abstraktion, Pop-Art, Op-Art
und psychedelische Kunst. Es sollte nach Dalís Meinung die Wiederbelebung der
gegenständlichen Malerei, die in der avantgardistischen Kunst vernachlässigt wurde,
wiedergeben.

Stereoskopische und holographische Werke

In den 1970er-Jahren erweckten stereoskopische Bilder von Gerard Dou, einem Zeitgenossen
Vermeer van Delfts, das Interesse Dalís, in dessen Gemälde er ein doppeltes Bild meinte
sehen zu können. Ausgerüstet mit einer Fresnel-Linse, schuf er verschiedene stereoskopische
Werke. Ein bekanntes Beispiel ist Dalí von hinten, Gala von hinten malend, die von sechs
virtuellen, sich vorübergehend in sechs echten Spiegeln widerspiegelnden Hornhäuten
verewigt von 1972/73, dargestellt auf zwei Tafeln.

Holos! Holos! Velásquez! Gabor!, ein Hologramm von 1972/73, ist Dalís erste
dreidimensionale Collage, entstanden in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Holographen
Selwyn Lissac. Es bildet eine Verbindung von Velásquez Las Meninas zu einem Reklamebild
mit Kartenspielern für eine Biermarke. Für den Künstler war diese Technik mit der Hoffnung
verknüpft, den dreifachen Aspekt totaler Vision zu realisieren. Der Kubismus stellte, so wird
interpretiert, den ersten Versuch in diese Richtung dar.

Skulpturen

Dalís bildhauerisches Interesse begann mit einem Modell der Venus von Milo, die er bereits
als Kind nach einem Bild auf einer Federtasche imitierte. Sein dreidimensionales Werk
begann er als surrealistischer Künstler in den 1930er-Jahren und führte es sein Leben lang
fort. Auch in diesen Werken stellte er das Unbewusste, Träume und Gefühle dar und
verwendete wie Marcel Duchamp mit seinen Ready-mades ungewöhnliche Materialien. Er
schuf beispielsweise Objekte mit einer symbolischen Funktion wie die Retrospektive
Frauenbüste aus dem Jahr 1933, die aus dem bemalten Porzellanmodell einer Hutmacherin,
einem Baguette und anderen Altmaterialien bestand, wählte später jedoch traditionellere
Techniken. So formte er aus weichem Wachs die gewünschte irrationale Form seiner
Eingebung und goss diese sodann in Bronze unter Anwendung des
Wachsausschmelzverfahrens. Die Skulpturen bilden einen wesentlichen Teil von Dalís
surrealistischem Werk und zeigen sein Interesse an der Dreidimensionalität.

Grafik

Im Bereich der Druckgrafik gehören Dalís Lithografien, Serigrafien, Radierungen und


Holzschnitte zu den meistverkauften Objekten des internationalen Kunstmarkts. Allen
Grafiken gingen aufwändige Vorarbeiten voraus. Grafische Zyklen für Buchillustrationen
entstanden wie beispielsweise Dante Alighieris Die Göttliche Komödie 1963, Lewis Carrolls
Alice im Wunderland 1969, Giovanni Boccaccios Das Dekameron 1972, Pedro Calderón de
la Barcas Das Leben ein Traum 1975, Ernest Hemingways Der alte Mann und das Meer 1974,
John Miltons Paradise Lost 1974 und Francisco de Goyas Les Caprices 1977. Zur
Fälschungsproblematik von Dalís Grafik wird unter „Rezeption“ Stellung genommen.

Beispiele kunsttheoretischer und autobiografischer Schriften

„ Habe keine Angst vor der Perfektion: du wirst sie nie erreichen!“

– Salvador Dalí in Fünfzig magische Geheimnisse

Die kunsttheoretische Schrift Das gelbe Manifest verfasste Dalí 1928 zusammen mit den
Kunstkritikern Lluis Montañya und Sebastià Gasch. Diese Proklamation wurde zur
wichtigsten Aktion der katalanischen und spanischen Avantgarde-Bewegung gegen die
klassizistische und akademische Kultur und warb für eine neue Modernität.

Besonders faszinierte Dalí der systematische, konstruktive Aspekt der Paranoia. Er nennt sie
die „paranoisch-kritische Methode“, die tendenziell alle Bereiche der Wirklichkeit ihrem
wahnhaften Deutungssystem zu unterwerfen vermag. Ein daran ausgerichtetes Verfahren
müsste daher geeignet sein, „zum Ruin der Wirklichkeit beizutragen“, schrieb er 1930 in
seiner ersten surrealistischen Programmschrift Der Eselskadaver. Der rational geordneten, mit
technischen Geräten ausgestatteten Welt der Moderne, die dem Realitätsprinzip gehorcht,
setzt Dalí eine andere entgegen, eine pflanzlich wuchernde, in der das Lustprinzip gilt und
selbst Uhren weiche Gebilde sind. Daher tritt er für den Jugendstil und die „paranoische“
Architektur Antoni Gaudís ein.

Dalí, der sich in seiner klassischen Periode als Ex-Surrealist bezeichnete, dennoch mehr denn
je Surrealist blieb, stellte in seiner Schrift Fünfzig magische Geheimnisse aus dem Jahr 1948
eine Abhandlung zur Maltechnik dar. Er führte darin aus, dass man heute zwar wisse, wie
man eine Atombombe baut, niemand kenne aber „heute mehr die Zusammensetzung des
geheimnisvollen Saftes, des Malmittels, in das die Brüder van Eyckl oder Vermeer van Delft
ihre Pinsel eintauchten.“ In seinen eigenen Rezepten befasste er sich mit dem Material: fünf
verschiedene Pinsel, die fünf Bewegungsarten entsprechen. Der Maler solle nicht nur „sehen“,
sondern „metaphysisch sehen“.

Nach seinem „System“ der gelenkten Träume lautet der Rat: „Wenn Sie malen, denken Sie
immer an etwas anderes.“ Er untermauert seine Ratschläge mit technischen Tricks, die er
Schriften seiner Vorgänger entnommen hatte, wie beispielsweise Cennino Cennini, dessen Il
Libro dell’ Arte seit dem 14. Jahrhundert als das Handbuch der Malkunst galt sowie Luca
Pacioli und die italienischen Renaissance-Meister.

Im Jahr 1942 erschien Dalís erste Autobiografie, Das geheime Leben des Salvador Dalí, bei
Dial Press, New York, in der er seine Erlebnisse, Erinnerungen und Gefühle bis in die Zeit
der späten 1930er Jahre darstellt. Die Fortsetzung, Tagebuch eines Genies (Diario de un
Genio), erschien 1964. Das Selbstporträt erklärt dem Leser die Intentionen des Künstlers und
führt zum Verständnis seiner Werke. 1970 erschien bei Harry. N. Abrams Inc., New York,
Dalí by Dalí (So wird man Dalí) mit Illustrationen, die der Künstler zu verschiedenen
Gruppen zusammenfasste: der „planetarische“, der „molekulare“, der „monarchische“, der
„halluzinogene“ und der „futuristische“ Dalí, versehen mit Texten des Künstlers zu den
einzelnen Sujets.

Film, Theater und Ballett

Dalís bekannteste Filme in Zusammenarbeit mit Luis Buñuel finden sich in den Hauptartikeln
Un chien andalou (Ein andalusischer Hund) und L’Âge d’Or (Das goldene Zeitalter). Eine
Auswahl weiterer Filme sowie Beteiligungen im Theater- und Ballettbereich sind unter
„Ausgewählte Werke“ aufgeführt.

Dalí und die Fotografie

Dalí arbeitete mit bekannten Fotografen zusammen wie Man Ray, Brassaï, Cecil Beaton und
Philippe Halsman. Einige Arbeiten aus dem Jahr 1933 mit Man Ray, dem Fotografen der
Surrealistengruppe, wurden wie auch Werke von Brassaï im Magazin Minotaure
veröffentlicht. Im Jahr 1941 traf Dalí Philippe Halsman und arbeitete mit ihm bis zu dessen
Tod 1979 zusammen. Das erste Foto aus dem Jahr 1942 zeigt Dalí als Embryo in einem Ei.
Halsmann erklärte die Faszination Dalís für Fotoarbeiten mit dessen auf die Spitze
getriebenem Surrealismus: „Er will, daß auch die kleinste seiner Handlungen überrascht und
schockiert.“ Halsmans Foto von 1948, Dalí Atomicus, zeigt einen fliegenden Stuhl, drei
fliegende Katzen, einen Wasserschwall und den fliegenden Salvador Dalí. Der Titel des Fotos
bezieht sich auf Dalís Gemälde Leda Atomica, das rechts im Hintergrund zu sehen ist.
Halsman und Dali veröffentlichten als Ergebnis ihrer Zusammenarbeit 1954 das Buch Dalí’s
Mustache, das 36 unterschiedliche Fotos seines Schnurrbarts zeigt.

Dalís Handschrift in Mode und Gebrauchskunst, das Parfum Dalí

Ende der 1930er-Jahre entwarf Dalí für die Modeschöpferin Elsa Schiaparelli Stoffdessins,
Kleider und Hüte. Weitere Gebrauchskunst war unter anderem in den 1950er-Jahren die
Gestaltung des Covers für Jackie Gleasons Plattentitel Lonesome Echo. In den 1960er-Jahren
begründete er sein eigenes Merchandise-Unternehmen und stellte nach John Peter Moore und
Enrique Sabater im Jahr 1982 Robert Descharnes als Geschäftsführer des Unternehmens ein,
das den Namen Demart trug. Zu den unter seinem Namen hergestellten Artikeln gehörten
unter anderem Krawatten, Cognacflaschen, Kalender, Tapisserien und Schmuckstücke. Auch
in der Gegenwart bieten Firmen Waren an wie Poster, Kalender, Leuchter à la Dalí, Tassen
und Teller mit surrealistischen Akzenten.

Seit 1983 gibt es das heute noch erhältliche Parfum Dalí in surrealistischen Flakons mit der
Form einer Nase, eines Mundes und seit 1987 als Herrenparfüm in der Form eines Hodens.
Diese Kommerzartikel machten das Kunstgenie Dalí noch bekannter, da sich die breite Masse
nun einen „Dali“ leisten konnte.

Beispiele für Symbole in Dalís Werk

Dalí benutzte extensiv verschiedene Symbole in seinem Werk. Die berühmten schmelzenden
Uhren stehen für die Allgegenwart der Zeit und deren Herrschaft über die Menschheit. Sie
repräsentieren ein metaphysisches Bild der Zeit, die sich selbst und alles andere verschlingt.

Krücken gehörten zu Dalís wichtigsten Bildinhalten und kommen in vielen seiner Werke vor,
beispielsweise im Gemälde Rätsel des Wilhelm Tell. Sie sind in erster Linie Symbole der
Realität und bilden die geistige und physische Unterstützung für die Bewältigung der
Unzulänglichkeiten im Leben ab.

Die Schubladen verkörpern nach der Freud'schen Deutung die verdeckte Sexualität der
Frauen. Dalí malte viele Schubladen in leicht geöffnetem Zustand, ein Hinweis darauf, dass
ihre Geheimnisse bekannt sind und nichts mehr zu befürchten ist. Beispiele zeigen die
Gemälde Brennende Giraffe und Der anthropomorphe Kabinettschrank.

Dalís Elefanten sind in der Regel mit langen, fast unsichtbaren Beinen dargestellt; sie tragen
Objekte auf dem Rücken, die ebenfalls symbolträchtig sind. Diese Elefanten stehen für die
Zukunft und sind gleichermaßen ein Symbol der Stärke. Ihre Last besteht oft aus Obelisken,
Symbolen von Macht und Herrschaft, die phallische Bezüge aufweisen. Beispiele finden sich
in den Gemälden Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine
Sekunde vor dem Aufwachen und Die Versuchung des Heiligen Antonius.

Das Ei ist ein weiteres beliebtes Motiv Dalís wegen der Dualität seiner harten Schale und des
weichen Inneren. Es wird mit vorgeburtlichen Bildern und dem intra-uterinen Universum
verbunden, und somit ist es ein Symbol sowohl für Hoffnung als auch für Liebe. Das Dach
seines Museums in Figueres ist mit riesigen Eiern geschmückt.

Die ausschwärmenden Ameisen wie in Das Rätsel der Begierde – Meine Mutter, meine
Mutter sind Hinweise auf Tod und Verfall und erinnern an die menschliche Sterblichkeit.
Darüber hinaus sollen sie überwältigende sexuelle Wünsche ausdrücken.

In Dalís Arbeit erscheinen Heuschrecken als Symbol für Zerstörung, Abfall und Angst. Er
stellt sie furchteinflößend, groß und einschüchternd dar; ihr Akt des Fressens bildet oft das
Hauptthema des Werkes. Eine große Heuschrecke ist beispielsweise auf seinem bekannten
Gemälde Der große Masturbator zu sehen.

Nahrung spielt in Dalís Werk eine besondere Rolle. Das Brot lässt sich häufig als sehr langes
Baguette in Bildern und Aktionen wiederfinden, gleichwohl nicht als hilfreiches Brot,
sondern als „antihumanitäres“, wie Dalí es in seinem Buch Das Geheime Leben beschreibt.
Es war nicht als Beitrag zum Unterhalt für große Familien gedacht, sondern sollte zeigen, wie
der Luxus der Phantasie sich am Nützlichkeitsdenken der Welt der praktischen Vernunft
rächte.Ein voluminöses Brot ziert Die retrospektive Frauenbüste. Weitere Beispiele sind das
Gemälde Anthropomorphes Brot sowie das Brot auf seinem Museumsdach, dem Teatre-
Museu Dalí in Figueres.

Rezeption
Zeugnisse von Zeitgenossen

Luis Buñuel erinnerte sich an die frühere Freundschaft mit Dalí nicht ohne Bewunderung:

„Picasso war Maler und nur Maler. Dalí ging weit darüber hinaus. Gewisse Seiten
seines Charakters sind abscheulich, seine Manie der Selbstreklame, des
Exhibitionismus, […] trotzdem ist er ein authentisches Genie, ein Schriftsteller, ein
Plauderer, ein Denker ohnegleichen. Lange Zeit sind wir enge Freunde gewesen, und
unsere gemeinsame Arbeit am Drehbuch zum ‚Andalusischen Hund‘ hat bei mir die
wundervolle Erinnerung einer vollkommenen Übereinstimmung der Neigungen
hinterlassen.“ (1983)

André Breton schrieb 1929 anlässlich der Ausstellung von Dalís Werken in der Galerie
Goemans enthusiastisch:

„Das Erscheinen Dalís stellt vielleicht das erste Mal dar, daß die Fenster des Geistes
weit aufgestoßen wurden. Dalís Kunst, die wohl bislang halluzinatorischste, bildet
eine wirkliche Bedrohung. Absolut neue und sichtlich böswillige Wesen kommen ins
Spiel. Mit sinistrer Freude sehen wir, wie sie ungehindert durchgelassen werden.“

Der Bruch Mitte der 1930er-Jahre veränderte die Sicht Bretons drastisch; Dalí zog sich die
Feindschaft der Surrealisten zu. Nach der Veröffentlichung von Dalís Essay Das mystische
Manifest im Jahr 1951 und der entsprechenden Thematik seiner Werke schrieb Breton in der
Neuauflage seiner Anthologie des schwarzen Humors im Jahr 1953:

„Es versteht sich von selbst, daß diese Bemerkungen sich nur auf den frühen Dalí
beziehen, der gegen 1935 verschwand, um jener Persönlichkeit Platz zu machen, die
bekannter ist unter dem Namen Avida Dollars, jenem vor kurzem in den Schoß der
katholischen Kirche und zum ‚künstlerischen Ideal der Renaissance‘ zurückgekehrten
Porträtmaler, der sich heute auf Glückwunschschreiben und Ermutigungen des Papstes
beruft“.

Gala Dalís Einfluss auf Salvador Dalí

Ruth Kastner zitiert anlässlich Dalís 100. Geburtstag 2004 Claire Goll, welche den starken
Einfluss Gala Éluard Dalís auf ihren Mann hervorhebt, die ihn vom schüchternen jungen
Mann mit rebellischen Zügen zum zynischen Clown gemacht habe:

„[…] Der damals 25-jährige Salvador sei genau der Mann gewesen, den Gala suchte;
Gala habe seine Persönlichkeit systematisch aufgebaut, habe ihn genötigt, sich zu
bestätigen und selbst zu übertreffen. ‚Sie hat ihm die Welt vereinfacht, indem sie alle
Entscheidungsmöglichkeiten auf eine Formel reduzierte: treten oder getreten
werden.‘“

Dalís Beziehung zum Diktator Franco

Zum selben Ereignis sendete der NDR Fakten und Vermutungen zur Einstellung Dalís
gegenüber dem Diktator General Franco und erörterte, ob er tatsächlich ein blinder
Gefolgsmann des faschistischen Regimes gewesen sei. Dalí sei 1938 aufgrund von
„Sympathien für den Nationalsozialismus“ aus der Surrealisten-Bewegung ausgeschlossen
worden und habe noch 1975 dem altersschwachen Diktator ein Glückwunschtelegramm
anlässlich der Exekution von fünf ETA-Terroristen geschickt. Dazwischen habe der „Hofnarr
Francos“ dem Faschistenführer bei jeder Gelegenheit geschmeichelt. Dagegen, so der NDR
weiter, deute der Architekt Òscar Tusquets diese Tatsachen in seinem Buch Dalí y otros
amigos als Ironie und meine, dass die enthusiastischen Lobpreisungen Francos derart
übertrieben gewesen seien, dass Dalí sie gar nicht ernst gemeint haben könne und sich quasi
auf surrealistische Art über den Diktator lustig gemacht habe. Dalí habe außerdem einen
ausgewachsenen Widerspruchsgeist gehabt und auch mit seinen politischen Äußerungen nur
provozieren wollen gemäß seinem Zitat: „Ich bin nicht nur Provokateur von Berufs wegen,
sondern auch aus Veranlagung“.

Kritik am Spätwerk Dalís

Der Literaturwissenschaftler Peter Bürger nannte – auch zum 100. Geburtstag – die Gründe
für Dalís umstrittenes Ansehen bei Kunstkritikern und -historikern in der Wochenzeitung DIE
ZEIT. Er betonte, die erste Documenta in Kassel, die 1955 einen Kanon moderner Kunst
aufstellen wollte, habe Werke der surrealistischen Maler André Masson, Joan Miró und Max
Ernst gezeigt, nicht jedoch Salvador Dalí.

Nachdem dieser 1940 in die USA gezogen sei, habe er sich mehr und mehr dem „Design“
zugewendet: Werbezeichnungen für Haute-Couture-Modelle, Titelblätter für die Zeitschrift
Vogue, Muster für Krawatten und Schmuck entworfen und Angehörige der High Society
porträtiert. Auch seien seine Hitler-Obsession und die Polemik gegen die Ästhetik der
Moderne ein Anlass zu Kritik. Der Jugendstil sei von ihm gegen die funktionalistische
Baugesinnung der Moderne, die er als „Architektur der Selbstbestrafung“ bezeichnete,
ausgespielt worden. Doch seit den 1950er- und frühen 1960er-Jahren sei eine Wandlung
eingetreten, da die Pop-Art die Grenzen zwischen hoher und trivialer Kunst aufgelöst habe.
So habe beispielsweise in Italien Achille Bonito Oliva mit dem Begriff der Transavantgarde
die Rückkehr zu traditionellen Malweisen die Ästhetik der Moderne herausgefordert.

„Dalís Rückgriff auf den Akademismus und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts
erhielt mit einem Mal eine ungeahnte Aktualität. Es besteht also seit geraumer Zeit
Anlass, das über ihn verhängte Verdikt nochmals zu überdenken. Einen Anstoß dazu
gab vor zwei Jahren die Surrealismus-Retrospektive in Paris und Düsseldorf, wo
einige wichtige Bilder aus der surrealistischen Phase Dalís zu sehen waren. […] Dalí,
der 1989 starb, hat bisher noch keinen Ort in der Kunst des 20. Jahrhunderts
gefunden.“

Ehrungen und Auszeichnungen

• 1964: Großkreuz der Königin Isabella von Spanien für seine Verdienste in der Kunst
• 1967: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Académie de la Fourrure
• 1973: Ernennung zum Mitglied der Real Academia de Bellas Artes di San Fernando,
Madrid
• 1975: Ritter des Alexander Ordens pour le Mérite für Wissenschaft und Künste
• 1978: Ernennung zum ausländischen Ehrenmitglied der Académie des Beaux-Arts,
Paris (Aufnahme und Antrittsrede am 9. Mai 1979)
• 1981: Großkreuz Karls III
• 1982: Ernennung zum „Marqués de Púbol“ durch den König von Spanien Juan
Carlos I.
• 1982: Goldmedaille der Autonomen Regierung Kataloniens

Ausgewählte Werke
Gemälde

• 1917: Ansicht von Cadaqués mit dem Schatten des Berges Pani (Dalí Museum, St.
Petersburg, Florida) (Abb.)
• 1924: Bildnis Luis Buñuel (Museo Reina Sofía, Madrid) (Abb.)
• 1925: Bildnis meines Vaters (Museu d’Art Modern, Barcelona)
• 1925: Mädchen am Fenster (Museo Español de Arte, Madrid) (Abb.)
• 1927: Blut ist süßer als Honig (Privatbesitz) Abb.
• 1927: Apparat und Hand (Sammlung E. und A. Reynolds Morse, Leihgabe an das
Salvador Dalí Museum) (Abb.)
• 1928: Ungestillte Begierde, auch Dialog am Strand genannt (Privatbesitz)
• 1929: Der große Masturbator (Schenkung Dalís an den spanischen Staat) (Abb.)
• 1929: Das Rätsel der Begierde – Meine Mutter, meine Mutter, meine Mutter
(Pinakothek der Moderne, München) (Abb.)
• 1929: Das finstere Spiel oder Unheilvolles Spiel, Le Jeu lugubre (Privatbesitz) (Abb.)
• 1929: Die ersten Tage des Frühlings, Les premiers jours du printemps (Privatbesitz)
(Abb.)
• 1931: Die Beständigkeit der Erinnerung (Museum of Modern Art, New York) (Abb.)
• 1932: Die Geburt der flüssigen Begierden (Sammlung Guggenheim, Venedig)
• 1933: Bildnis Galas mit zwei Lammkoteletts im Gleichgewicht auf der Schulter
(Fundació Gala-Salvador Dalí, Figueres) (Abb.)
• 1933: Das Rätsel Wilhelm Tells (Moderna Museet, Stockholm) (Abb.)
• 1933/34: Atavismus des Zwielichts (Kunstmuseum Bern)
• 1934/35: Gesicht der Mae West (kann als surrealistisches Lippensofa benutzt werden).
Gouache auf Zeitungspapier (Art Institute of Chicago) (Abb.)
• 1935: Der Angelus von Gala (Museum of Modern Art, New York) (Abb.)
• 1935: Spectre du soir sur la plage
• 1936: Die brennende Giraffe (Kunstmuseum Basel) (Abb.)
• 1936: Der anthropomorphe Kabinettschrank (Abb.)
• 1936: Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen (The Philadelphia Museum of Art,
Philadelphia) (Abb.)
• 1936: Morphologisches Echo (Dalí Museum, Cleveland, Ohio)
• 1936: Der Apotheker von Ampurias auf der Suche nach absolut Nichts (Museum
Folkwang, Essen) (Abb.)
• 1937: Die Metamorphose des Narziss (Tate Gallery, London (Abb.)
• 1937 Das Rätsel Hitlers (Schenkung Dalís an den spanischen Staat) Abb.
• 1937: Die Erfindung des Ungeheuers (Art Institute of Chicago) (Abb.)
• 1937: Schwäne spiegeln Elefanten (Cavalieri Holding Co. Inc., Genf) (Abb.)
• 1938: Strand mit Telefon (Tate Gallery, London) (Abb.)
• 1939: Shirley Temple, das jüngste geheiligte Ungeheuer des zeitgenössischen Kinos
(Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam) (Abb.)
• 1940: Sklavenmarkt mit unsichtbarer Büste Voltaires (Abb.)
• 1941: Weiches Selbstporträt mit gebratenem Speck (Privatbesitz) (Abb.)
• 1941 Honig ist süßer als Blut (Le miel est plus doux que le sang) (The Santa Barbara
Museum of Art, Santa Barbara) (Abb.)
• 1944: Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine
Sekunde vor dem Aufwachen (Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid) (Abb.)
• 1944/45: Galarina (Teatre-Museu Dalí, Figueres)
• 1944/45: Die Apotheose des Homer (Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
Staatsgalerie moderner Kunst, München)
• 1946: Die Versuchung des Heiligen Antonius (Königliche Museen der Schönen
Künste, Brüssel) (Abb.)
• 1948: The Elephants
• 1949: Leda Atomica (Fundació Gala-Salvador Dalí, Figueres) (Abb.)
• 1950: Madonna von Portlligat (Minami Museum, Tokio)
• 1951: Der Christus des Hl. Johannes vom Kreuz (Kelvingrove Kunstgalerie und
Museum, Glasgow)
• 1954: Die Auflösung der Beständigkeit der Erinnerung (Dalí Museum, St. Petersburg,
Florida) (Abb.)
• 1954: Crucifixion (Corpus Hypercubus)
• 1954/55: Paranoisch-kritisches Gemälde der Spitzenklöpplerin von Vermeer (The
Solomon R. Guggenheim Museum, New York) (Abb.)
• 1955: Das Abendmahl (The National Gallery of Art, Washington)
• 1958: Die meditative Rose
• 1958: Frau mit Schubladen
• 1959: Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus (Dalí Museum, St.
Petersburg, Florida) (Abb.)
• 1960: Das ökumenische Konzil (Dalí Museum, St. Petersburg, Florida)
• 1962: Twist im Atelier von Velasquez
• 1962: Die Schlacht von Tetuán (Minami Museum, Tokio) (Abb.)
• 1963: Galacidalacidesoxiribunucleicacid (Dalí Museum, St. Petersburg, Florida)
• 1965: Der Bahnhof von Perpignan (Museum Ludwig, Köln)
• 1966/67: Der Thunfischfang (Stiftung Paul Ricard, Île de Bendor, Frankreich) (Abb.)
• 1969: Odysseus und Telemach
• 1968–1970: Der halluzinogene Torero (Dalí Museum, St. Petersburg, Florida) (Abb.)
• 1972: La Toile Daligram
• 1972/73: Dalí von hinten, Gala von hinten malend, die von sechs virtuellen, sich
vorübergehend in sechs echten Spiegeln widerspiegelnden Hornhäuten verewigt
(Fundació Gala-Salvador Dalí, Figueres) (Abb.)
• 1976: Gala Contemplating the Mediterranean Sea which at Twenty Meters becomes a
Portrait of Abraham Lincoln (Dalí Museum, St. Petersburg, Florida)
• 1978: Kybernetische Odaliske (Teatre-Museu Dalí, Figueres)
• 1983: Der Schwalbenschwanz (Schenkung Dalís an den spanischen Staat)
Skulpturen, Objekte, Environments

• 1933: Gala am Fenster, Skulptur von Dalí in Marbella


• 1933: (1970 Rekonstruiert) Retrospektive Frauenbüste (Privatbesitz)
• 1936: Hummer- oder Aphrodisisches Telefon, (Museum für Kommunikation
Frankfurt)
• 1936: Venus mit Schubladen (Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam)
• 1936/37: Mae-West-Lippensofa, ausgeführt durch Green and Abbott, London
• 1938: Regentaxi (heute im Dalí-Museum, Figueres)
• 1954: Das Engelskreuz (Minami Museum, Tokio)
• 1956: Das Rhinozeros, Skulptur von Dalí in Marbella
• Um 1970: Gala Gradiva, Skulptur von Dalí in Marbella
• 1974: Mae-West-Saal, Environment im Teatre-Museu in Figueres
• 1979: Heroische Kirmes, Environment im Centre Georges Pompidou
• 1985: Homage à Newton, 1985, UOB Plaza, Singapur

Filme, Bühnenbilder und Ballett von Dalí

• 1928: Ein andalusischer Hund, Film. Co-Autor und Darsteller; Regie: Luis Buñuel
• 1930: Das goldene Zeitalter, Film. Co-Autor; Regie: Luis Buñuel
• 1932: Babaouo, Filmscript, damals nicht verfilmt; geplant als letzter Film der Trilogie
Ein andalusischer Hund und Das Goldene Zeitalter. Michel Cussó-Ferrer hat im Jahr
2000 einen Film unter diesem Titel gedreht, der zum einen dokumentarisch über Dalís
Filme berichtet, zum anderen eine Adaption des originalen Scripts zeigt.
• 1939: Bacchanal, Ballett. Libretto und Bühnenbild von Dalí, Choreographie von
Léonide Massine
• 1944: Sentimental Colloquie, Ballett. Bühnenbild, Kostüme
• 1945: Spellbound/Ich kämpfe um dich. Film. Künstlerische Gestaltung der
Traumsequenz; Regie: Alfred Hitchcock
• 1948: William Shakespeare: Rosalinda o Come vi Piace / As You Like It
(Theaterstück). Bühnenbild, Kostüme; Regie: Luchino Visconti; Premiere: 26.
November 1948, Teatro Eliseo, Rom
• 1949: Richard Strauss: Salome. Oper. Bühnenbild; Regie: Peter Brook
• 1950: Vater der Braut. Film. Bühnenbild für die Traumsequenz; Regie: Vincente
Minnelli
• 1952: José Zorilla: Don Juan Tenorio. Drama. Kostüme und Bühnenbild; Regie:
Alejandro Perla
• 1954: Film zusammen mit Robert Descharnes: Die ungewöhnliche Geschichte von der
Spitzenklöpplerin und dem Rhinozeros
• 1961: Le Ballet de Gala: Idee, Bühnenbild und Kostüme von Dalí, Choreographie von
Maurice Béjart, Musik von Alessandro Scarlatti
• 1975: Impressionen aus der inneren Mongolei, Film, inszeniert von Dalí

Filme über Dalí

• 1965: Dalí in New York, Doku-Film, Regie: Jack Bond


• 1967: L’autoportrait mou de Salvador Dalí, Regie: Jean-Christophe Averty
• 1992: Die geheime Sammlung des Salvador Dalí, Dt., Doku-Film von O.Kelmer
• 2009 Dalí & I. The Surreal Story. Hauptrollen: Cillian Murphy und Al Pacino. Der
Film (in Arbeit) erzählt die Lebensgeschichte des spanischen Malers nach dem
gleichnamigen Buch von Stan Lauryssens.

Personendaten

NAME Dalí, Salvador


Dalí, Salvador Felipe Jacinto; Marqués de Púbol, Salvador Felipe
ALTERNATIVNAMEN
Jacinto Dalí y Domènech

KURZBESCHREIBUNG spanischer Künstler des Surrealismus

GEBURTSDATUM 11. Mai 1904

GEBURTSORT Figueres, Spanien

STERBEDATUM 23. Januar 1989

STERBEORT Figueres, Spanien