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Unsere Schule soll umweltfreundlicher werden

© Goethe-Institut Polen

Unsere Schule soll umweltfreundlicher werden


Sprachniveau A2/B1

Wie können wir unsere Schulen umweltfreundlicher machen? PASCH-


Schülerinnen und -Schüler in Polen haben Ideen gesammelt und sich dann an
die Arbeit gemacht. Mit diesen Projekten engagieren sie sich für mehr
Umweltschutz im Schulalltag.

Aus Grau wird Grün

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Unser Schulhof ist mit Pflastersteinen ausgelegt. Wir möchten ihn neu gestalten und
eine grüne Zone daraus machen. Es soll ein Ort mit Bänken zum Ausruhen werden –
mit viel Grün und ökologischen Elementen wie Nistkästen,
einer Kompostierungsanlage und Regentonnen. Am besten gefallen uns die
praktischen Aufgaben: Wir graben, malen und pflanzen. Wir planen auch eine Ecke
mit Heilpflanzen und Kräutern. Das Projekt wird immer größer. Es ist ein
Kooperationsprojekt, bei dem drei Lehrkräfte (Religion, Biologie und Deutsch) und
interessierte Schüler zusammenarbeiten. Eltern helfen auch mit.

Szkoła Podstawowa Nr. 9, Olsztyn

Nachhaltig nähen

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Wir sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Nähen“. Wir sind kreativ und
fantasievoll, malen, basteln und nähen gern. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir
nur eine Welt haben. Die Umwelt ist für uns sehr wichtig. In unserer AG machen wir
das, was wir mögen, und wir machen es der Umwelt zuliebe. Wir nähen nachhaltig.
Es macht uns Spaß, alte Materialien zu verarbeiten. Wir machen schöne und
praktische Sachen: Schlüsselanhänger, Geldtaschen, Armbänder, Plüschtiere und
Haargummis. Wir haben vor, nicht nur mit Stoffen zu arbeiten. Geldtaschen aus

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Tetrapack, Schmuck aus alten Farbstiften, Taschen aus Klorollen – solche


nachhaltigen Projekte möchten wir auch realisieren.

Szkoła Podstawowa w Ropicy Polskiej

Bäume pflanzen

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In Rahmen dieses Projekts pflanzen wir Laubbäume neben der Schule. Es soll ein
bunter, wunderschöner Park mit einem Obstgarten entstehen. Auf den Fotos sind wir
– Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse mit unserer Klassenlehrerin und
unseren Eltern – bei der Arbeit. Wir haben zuerst Bäume in der Baumschule
ausgesucht und gekauft, dann eine Woche lang auf gutes Wetter gewartet. Endlich
konnten wir die Bäume pflanzen. Wir haben bis jetzt 20 Bäume gepflanzt: neun
Pflaumenbäume und elf Laubbäume. Wir wissen, wie wichtig Bäume für uns sind,
deswegen werden wir uns um sie kümmern. Dann kümmern sich unsere Geschwister
um sie und dann vielleicht unsere Kinder. Wir freuen uns schon über Vögel, die uns
besuchen, und möchten noch Blumen säen, damit auch Insekten hier ihr Zuhause
finden. Wir möchten etwas für nächste Generationen hinterlassen und unseren
ökologischen Fußabdruck verringern.

Szkoła Podstawowa im. Kunegundy Pawłowskiej

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Schulgarten

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Wir haben das Projekt „Schulgarten“ gewählt. Man hat das ganze Jahr etwas davon.
Im Herbst und Winter haben wir eine Beobachtungsecke drinnen und im Frühling und
Sommer den Schulgarten draußen. In den Pausen kann man sich dort hinsetzen und
etwas essen, Zeit mit Freunden verbringen oder deutsche Vokabeln lernen. Es soll
Schilder auf Deutsch und Polnisch mit Infos über Nachhaltigkeit geben. Außerdem
sind da die vielen kleinen Erfolgserlebnisse, wenn etwas geerntet wird oder wächst.
Wir sind für die Pflanzen verantwortlich und können das geerntete Gemüse selber
essen und mit den Kräutern kochen. Dadurch lernen wir regional und saisonal zu
kochen und sind motiviert, auch zu Hause mehr selbst zu pflanzen.

Szkoła Podstawowa Nr. 5 im. Sybiraków

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Nachhaltiger Pausensnack

© Goethe-Institut Polen/Fotos: Ewa Kodjer

Viele Kinder in unserer Schule ernähren sich ungesund. Wir wollen das ändern. In
der Pause möchten wir super gesunde Snacks anbieten. Viele Lebensmittel landen
heutzutage im Müll. Wir können das Obst und Gemüse noch nutzen. Deshalb haben
wir vor, mit Supermärkten zusammenzuarbeiten. So wird das nicht gekaufte Obst
und Gemüse nicht weggeworfen, sondern verbraucht. Regionale Bauern haben auch
oft zu viel Obst. Deshalb wollen wir auch mit den regionalen Bauern
zusammenarbeiten.

Szkoła Podstawowa Nr. 1 im. Jana Pawła II

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Kräuterkiste

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Wir haben angestrengt nachgedacht, was wir eigentlich machen möchten. Es gab ein
paar interessante Ideen wie eine Fahrradwerkstatt aufzubauen oder Naturkosmetik
selber herzustellen. Wir haben eine gemeinsame Idee gefunden und uns für einen
kleinen „Kräutergarten“ entschieden. Schon im September haben wir Basilikum,
Minze, Thymian und Rucola in kleine Töpfe gepflanzt und seitdem wachsen sie
fleißig. Außerdem werden uns die alten Apfelkisten als schöne Blumentöpfe dienen.
So erhalten sie ein „zweites Leben“. Aber das ist nicht das Ende unserer
nachhaltigen Aktion. Noch vor der Schulschließung haben wir kleine
Vogelbeerbäume auf unserem Schulhof gepflanzt. Insektenhotels und
Wassertränken für Vögel und Insekten sind auch noch geplant. Wir hoffen, dass wir
bald wieder in die Schule dürfen, damit wir an unserem Projekt weiterarbeiten
können.
Szkoła Podstawowa Nr. 46 im. St. Starzynskiego

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Aus Alt mach Neu

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Nach einem gemeinsamen Brainstorming haben wir uns für Upcycling entschieden.
Wir haben Plakate in der Schule verteilt und Begriffe wie Ökologie und Nachhaltigkeit
erklärt. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen: Wir werfen viele Sachen weg, ohne
zu überlegen, ob wir sie anders nutzen können. In einer Ausstellung haben wir
gezeigt, wie man aus alten Dingen neue Dinge macht. Wir möchten die Ausstellung
auch in einem befreundeten Kindergarten zeigen. Im Moment ist es wegen der
Pandemie schwer, einige Ideen umzusetzen. In Zukunft möchten wir auch einen
Schulmarkt für gebrauchte Sachen organisieren.

Szkoła Podstawowa Nr. 53 z Działami Dwujęzycznymi

Worterklärungen

der Nistkasten, die Nistkästen: ein kleiner Kasten mit einem Loch, der im Freien
aufgehängt wird und in dem Vögel ein Nest bauen können

die Kompostierungsanlage, die Kompostierungsanlagen: eine Anlage, in der


organische Abfälle abgebaut werden

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die Regentonne, die Regentonnen: ein großer Behälter zum Sammeln von
Regenwasser

der Schlüsselanhänger, die Schlüsselanhänger: ein kleiner Gegenstand, eine kleine


Puppe oder eine kleine Figur mit einem Schlüsselring

die Geldtasche, die Geldtaschen: eine kleine Tasche, in der man Geldstücke
aufbewahrt

das Armband, die Armbänder: ein schmückendes Band, das man am Handgelenk
trägt

das Plüschtier, die Plüschtiere: ein Spielzeug aus Stoff, ein Kuscheltier

der Haargummi, die Haargummis: ein Band aus Gummi, mit dem man die Haare
zusammenbindet

die Klorolle, die Klorollen: ein Papprohr, das mit Toilettenpapier umwickelt ist
der Laubbaum, die Laubbäume: Baum, der Blätter hat

der Pflaumenbaum, die Pflaumenbäume: ein Baum, der Pflaumen, eiförmige


dunkelblaue Früchte, trägt

säen: etwas anbauen

der Fußabdruck, die Fußabdrücke: Abdruck eines Fußes; in übertragener


Bedeutung: Summe aller Dinge, die eine Person tut, die schlecht für die Umwelt sind;
Je schädlicher für die Umwelt eine Person lebt, desto größer ist ihr ökologischer
Fußabdruck.

ernten: die reifen Feld- und Gartenfrüchte holen

saisonal: an die Jahreszeiten angepasst

die Fahrradwerkstatt, die Fahrradwerkstätten: ein Ort, an dem Fahrräder repariert


werden

die Naturkosmetik: Schminke und Hautpflegemittel aus natürlichen Materialien

der Vogelbeerbaum, die Vogelbeerbäume: Baum, der im Sommer viele rote Beeren
trägt

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das Insektenhotel, die Insektenhotels: ein Haus aus Holz für Insekten, das von
Menschen gebaut wird

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„Sport in meinem Alltag“ - Transkript

Ella, macht im Moment nicht regelmäßig Sport

Wie wichtig ist dir Sport?

„Also ich fühl' mich wohl auch ohne Sport. Aber ich möchte jetzt auch ….
nochmal mit … also … mit Sport anfangen. Ich wollt' mit meiner Freundin Tennis
anfangen. In meiner Familie spielen viele Tennis. Und denen macht das auch
allen Spaß, darum.“

Du machst nicht regelmäßig Sport. Warum nicht?

„Ja also ich find' Sport ist schon wichtig. Auch … also … ich mein' ich fühl' mich
dann auch besser so nach dem Sport, wenn man sich dann auch so fühlt als ob
man was an dem Tag getan hätte. Aber ich find', wenn man nicht unbedingt Lust
hat, dann muss man's auch nicht machen.“

Früher hast du Kung Fu gemacht. Warum hast du aufgehört?

„Es hat auch zeitlich von der Schule nicht mehr gepasst. Und irgendwann …. ja,
haben wir auch nicht mehr so viel Kung Fu an sich gemacht, sondern halt mehr
so Aufwärmübungen und halt so Krafttraining, so was gemacht, und dann nicht
mehr wirklich so an sich Kung Fu.“

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


Feste welteit 

 
 
Feste weltweit

Sprachniveau A2/B1

© blinow61 / Colourbox

In jedem Land gibt es besondere Feste, oft mit speziellen Bräuchen und langer
Tradition. PASCH-Schülerinnen und -Schüler stellen hier einige Feste rund um
den Globus vor.

Tet-Fest in Vietnam

© Kristin Kropidlowski

Mandarinenbäume und Pfirsichbäume sind Glücksbringer für Vietnamesen.


Vietnamesen bauen sie vor dem Tet-Fest an. Aber in der Ho-Chi-Minh-Stadt bauen
die Leute Aprikosenbäume an. Sie sind sehr schön. Die Blüten von Pfirsichbäumen
Feste welteit 

 
 
sind rosa und die Blüten von Aprikosenbäumen sind gelb, aber bei beiden Bäumen
gibt es keine Früchte zum Essen. Die Blüten von Mandarinenbäumen sind weiß und
das Besondere ist, dass es Früchte zum Essen gibt. Sie schmecken sehr lecker. Und
alle bringen Glück für das neue Jahr in Vietnam. Das Tet-Fest ist in Vietnam ganz
wichtig, weil dann ein neues Jahr beginnt. Während Tet essen wir Banh Chung,
unseren traditionellen Kuchen, der aus Klebreis, grünen Bohnen, Fleisch und einigen
Gewürzen wie Pfeffer und Salz besteht. Die Kinder bekommen Glücksgeld. Und in
jedem Haus gibt es immer einen dieser Bäume.

Schüler der Lomonoxop Schule, Hanoi, Vietnam

Chinesisches Neujahrsfest

© Melanie Schrimpf

Wenn man im Januar oder Februar auf einmal überall Laternen und rote, mit Tinte
beschriftete Papierbänder entdeckt, dann steht das Chinesische Neujahrsfest (auch
Frühlingsfest) vor der Tür. In China verwendet man einen Mondkalender. Das
Neujahrsfest wird immer am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende
gefeiert. Das Fest beruht auf einer alten Legende, die besagt, dass jährlich ein
Monster aus den Bergen kam, um seinen Hunger zu stillen. Um das Monster zu
verjagen, färbten die Menschen alles rot und machten Lärm und Feuer, da das
„Jahresmonster“ angeblich sensibel auf die Farbe Rot reagierte. Mit der Vertreibung
des Jahresmonsters ist das Gehen des alten Jahres und somit das Neujahrsfest
gemeint.
Feste welteit 

 
 
Schülerin der Deutschen Schule Shanghai Eurocampus

Butterwoche in Russland

© blinow61 / Colourbox

Die Butterwoche (Masleniza) ist ein traditionelles russisches Fest, das man am Ende
des Winters feiert. Das Fest dauert eine Woche. Das Anfangsdatum des Festes
ändert sich jedes Jahr, weil das Datum vom Anfang der Fastenzeit abhängt. Die
Butterwoche gehört zu den lustigsten und fröhlichsten Festen in Russland.
Auf vielen Plätzen in russischen Städten werden Jahrmarktbuden und Karusselle
aufgebaut. Aus den Holzbuden duftet es nach heißen Pfannkuchen, Honig und
Konfitüre. Die Menschen wärmen sich mit heißem Tee aus dem Samowar auf.
Überall hört man russische Volksmusik, Gesang und Glockenspiele.
Jeder Tag der Masleniza-Woche hat eine eigene Bedeutung: Montag ist der Tag der
Begrüßung. Dienstag ist der Tag der Spiele. Mittwochs werden die leckersten
Köstlichkeiten aufgetischt. Danach kommt der große Donnerstag. Freitag ist der
Schwiegermutterabend, an dem die Schwiegersöhne zu ihren Schwiegermüttern
eingeladen werden. Samstag ist der Tag der Verwandten. Die Verwandten besuchen
und beschenken sich gegenseitig. Sonntag ist der wichtigste Tag der Masleniza-
Woche. Das ist der Tag der Vergebung. Gläubige Menschen bitten Gott um
Vergebung aller Sünden. Am Sonntag wird auch die Masleniza-Puppe verbrannt und
man freut sich auf den kommenden Frühling.
Feste welteit 

 
 
Schülerin der Allgemeinbildenden Mittelschule Nr. 12 in Nishni Nowgorod, Russland

St. Patrick’s Day in Irland

© Bn. Mhic Chionna

Der Nationalfeiertag Irlands, in Gedenken an den irischen Bischof Patrick, ist am 17.
März. St. Patrick ist hier eine allgegenwärtige Legende – viele Kinder, Straßen und
Plätze tragen seinen Namen. Viele Leute tragen grün. Es ist die Nationalfarbe in
Irland. Im Stadtzentrum organisieren wir jedes Jahr einen großen Umzug und ein
riesiges Straßenfest. Es macht immer viel Spaß! Es gibt Straßenmusiker,
Straßenkünstler, Pantomimekünstler, Rockkonzerte, einen Vergnügungspark, ein
Riesenrad, tolle Feuerwerke und viel mehr.

Schüler der Coláistí Eoin agus Íosagáin, Irland


Feste welteit 

 
 
Festa Junina in Brasilien

© Andrea Schmidt

Viele bunte Fähnchen, Volkslieder, Tänze, Spiele, Johannisfeuer, Glühwein,


Maisgerichte und Erdnusssüßigkeiten, Jungs mit karierten Hemden und Strohhüten,
Mädchen mit geblümten Kleider: Das ist die perfekte Kombination für den 24. Juni,
die Festa Junina oder Festa de São João, den Tag des heiligen Johannes des
Täufers in Brasilien. Das Fest erfreut am meisten die Kinder, weil es in jeder Schule
gefeiert wird. Es ist das zweitwichtigste Fest in Brasilien.

Schülerin der Deutschen Schule Colégio Visconde de Porto Seguro, Brasilien

Tamkharit in Senegal

© Ajocom CC BY-SA 4.0


Feste welteit 

 
 
Zum Jahresende des muslimischen Kalenders feiern die Senegalesen das
traditionelle Fest Tamkharit. Alle Familien bereiten das traditionelle Couscous-Gericht
Thiéré vor. Nach dem Abendessen gehen sie von Haus zu Haus. Wenn die
Nachbarn ihnen Reis oder Geld geben, tanzen und beten sie für sie. Die Menschen
versammeln sich dann auf einem großen Platz und trommeln und singen die ganze
Nacht lang. Die jungen Menschen verkleiden sich: die Jungen tragen
Mädchenkleidung und die Mädchen Jungenkleidung.

Schülerin des Lycée Mixte Maurice Delafosse

Tag der Toten in Mexiko

© Khrystell Jiménez

Der Tag der Toten ist eine der wichtigsten Traditionen Mexikos – ein Fest, das am 1.
und 2. November gefeiert wird. An diesen beiden Tagen werden die Toten besonders
geehrt. Die Familien und Freunde stellen bunt geschmückte Altäre mit Fotos der
Verstorbenen auf. Der Glaube ist, dass die Toten nachts ins Haus kommen. Man
möchte mit ihnen ihr Lieblingsessen, Getränke und Musik teilen. Das ist ein sehr
fröhliches Fest, an dem die Verstorbenen verehrt werden. Auf Friedhöfen wird
musiziert, getanzt und gelacht. Es gibt viele lustige Verse und Lieder, die dem Tod
gewidmet sind.

Im ganzen Land sind calaveras (Totenköpfe) aus unterschiedlichen Materialien und


Totenköpfe aus Zucker, Schokolade oder Süßkartoffeln zu finden. Skelette und
Totenköpfe werden verkleidet, angemalt und schön verziert. Die bekannteste Figur
Feste welteit 

 
 
heißt La Catrina. Sie trägt einen großen Hut und ist elegant gekleidet. La Catrina ist
ein wichtiges Mitglied vieler mexikanischer Familien. Jedes mexikanische Kind kennt
diese lustige Frau.

Schülerinnen und Schüler der Preparatoria No. 5 de la Universidad de Puerto


Vallarta

Chanukka

© dpa/picutre-alliance

Jerusalem wurde oft erobert, zum Beispiel von den Persern, von den Türken und
auch von den Römern. Im Jahr 160 vor der Zeit eroberten die Griechen Jerusalem
und entweihten den Tempel der Juden. Die Juden durften ihre Religion nicht mehr
praktizieren und machten deshalb einen Aufstand. Sie eroberten den Tempel zurück
und brauchten zur Weihung des Tempels Öl. Sie fanden nur einen kleinen Krug, aber
das wenige Öl reichte wundersamer Weise für acht Tage. Chanukka, das jüdische
Lichterfest, das am 25. Kislev (gewöhnlich im Dezember) beginnt, erinnert an dieses
Wunder. An jedem Abend wird ein Licht mehr an der Chanukkia, dem neunarmigen
Chanukka-Leuchter angezündet. Man isst Sufganiot, eine Art Pfannkuchen oder
Krapfen, und die Kinder drehen Kreisel, auf dem die Anfangsbuchstaben des Satzes
„Ein großes Wunder ist geschehen“ stehen.

Schüler der Rabin Schule Eilat, Israel


Feste welteit 

 
 
Licitar-Herzen aus Kroatien

© PASCH-Team Pula, Kroatien

In Kroatien – besonders im Norden des Landes – werden die Weihnachtsbäume oft


mit Licitar-Herzen geschmückt. Licitar-Herzen sind ein traditionsreiches kroatisches
Produkt, das wegen seiner Einzigartigkeit und Authentizität sogar in die UNESCO-
Liste für immaterielles Kulturerbe aufgenommen wurde. Die farbig verzierten,
glühend roten, aus Honigteig geformten Herzen sind zwar essbar, werden aber
größtenteils zu Dekorationszwecken eingesetzt oder als Geschenk überreicht.

PASCH-Team Pula, Kroatien

Weihnachten in Australien

© Tasmanische Zeitung „Examiner”


Feste welteit 

 
 
Ein oder zwei Wochen vor dem 25. Dezember beginnen viele Australier, den
Geburtstag von Jesus zu feiern. Eine fröhliche Zeit! Wie machen wir das? Viele
Familien in Tasmanien treffen sich nachts im Park, sitzen mit Kerzen auf dem Rasen,
singen Weihnachtslieder und werden von Sternsingern und einer Band begleitet.

Schüler des Hobart College/Tasmanian Academy in Tasmanien, Australien

Worterklärungen:
der Brauch, die Bräuche: innerhalb einer Gemeinschaft fest gewordene
Gewohnheit
das Tet-Fest: Tet ist nur die Kurzform für Tết Nguyên Đán. Das heißt übersetzt „Fest
des ersten Morgens“. Das vietnamesische Neujahrsfest findet vom ersten bis zum
dritten Tag des neuen Jahres nach dem Mondkalender statt.
der Glücksbringer, die Glücksbringer: ein Gegenstand, von dem man denkt, dass
er Glück bringt
die Blüte, die Blüten: Die Blüte ist ein Teil einer Pflanze. Aus der Blüte wachsen
Früchte oder Samen.
der Klebreis: Reis, der klebt
die Laterne, die Laternen: Lampe, Leuchte
die Wintersonnenwende: Die Wintersonnenwende markiert den astronomischen
Winterbeginn auf der nördlichen Erdhalbkugel. Sie geht mit dem kürzesten Tag und
gleichzeitig der längsten Nacht einher.
beruhen auf: basieren auf, zurückgehen auf
die Legende, die Legenden: Geschichte, Erzählung
den Hunger stillen: essen
verjagen: wegjagen, vertreiben
die Fastenzeit: in verschiedenen Religionen festgelegte Zeit des Fastens; Fasten
bedeutet, dass man auf etwas verzichtet.
die Jahrmarktbude, die Jahrmarktbuden: ein Kiosk oder Stand auf einem
Volksfest
der Pfannkuchen, die Pfannkuchen: eine Süßspeise aus Eiern, Mehl und Milch
Samowar: russischer Teekocher
die Vergebung: Verzeihung, Entschuldigung
der Umzug, die Umzüge: der festliche Gang/Marsch einer Menschenmenge durch
die Straßen, Parade
Feste welteit 

 
 
der Glühwein: heißer süßer Wein
verkleiden: ein Kostüm anziehen
Tag der Toten: Das ist ein wichtiger Feiertag in Mexiko. Er wird jedes Jahr am 1.
und 2. November gefeiert. An diesen Tagen erinnert man sich an verstorbene
Verwandte und Freunde und feiert gemeinsam.
ehren: jemanden achten, feiern, bewundern
der Altar, die Altäre: Einen Altar gibt es in vielen Religionen. Auf ihm stehen die
Dinge, die für heilige Handlungen/den Gottesdienst benötigt werden.
der Friedhof, die Friedhöfe: Ort, an dem die Toten beerdigt sind
verzieren: schmücken
Chanukka: achttägiges jüdisches Lichterfest zum Gedenken an die
Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem
erobern: in Besitz nehmen, einnehmen, erstürmen
entweihen: die Weihe zerstören; etwas, das nach einem besonderen Ritual für den
Gottesdienst genutzt werden kann, verliert diese Weihe
der Aufstand, die Aufstände: Widerstand, Auflehnung, Rebellion
reichen: genug sein
der Kreisel, die Kreisel: kleines Spielzeug, das sich auf seiner Spitze schnell im
Kreis dreht
Alexander von Humboldt in meinem Leben| Katja Hanke

Alexander von Humboldt feiert Geburtstag


Sprachniveau: B1+

© PASCH-net / Nina Tines (Ausschnitt)

Weltweit tragen Schulen den Namen Alexander von Humboldt. Darunter auch
einige PASCH-Schulen. Zu seinem 250. Geburtstag am 14. September erzählen
vier Deutschlernende vom Colegio Humboldt in San José, Costa Rica, was sie
mit Humboldt verbinden.

Was weißt du über die Person Alexander von Humboldt?

Celia, 16 Jahre: Alexander von Humboldt war ein deutscher Naturforscher und Wis-
senschaftler, der viele Forschungsreisen durchführte, unter anderem nach Latein-
amerika. Er hat die Geografie als eine empirische Wissenschaft mitbegründet, also
als eine Wissenschaft, in der viele Daten gesammelt werden und daraus das Wissen
gezogen wird.

Seine längste Reise unternahm er 1799 nach Südamerika. Er hat auch viele Teile
von Südamerika entdeckt und von einigen Gebieten Südamerikas Karten gezeichnet.
Außerdem entdeckte er viele Arten von Pflanzen, Pilzen und Tieren wie zum Beispiel
einige Fledermäuse. Mit Pilzen hat er auch wissenschaftliche Versuche gemacht und
untersucht, ob man sie als Medikamente verwenden könnte.

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Alexander von Humboldt in meinem Leben| Katja Hanke

© PASCH-net/Katja Hanke

© PASCH-net / Katja Hanke

Welche Bedeutung hat Alexander von Humboldt für dich?


Celia: Audio 1

Was wissen die Menschen in Costa Rica über Alexander von Humboldt?

Paulo, 16 Jahre: Ich habe einige Leute gefragt, ob sie etwas über Alexander von
Humboldt wissen. Eine Person, die an der Universität studiert, meinte, dass sie et-
was von ihm gehört hat, aber alles vergessen hat. Meine Mutter hat mir erzählt, dass
er ein Wissenschaftler war, ein Forscher und dass er auch viel Geld hatte. Aber mehr
weiß sie auch nicht. Die Menschen in Costa Rica wissen normalerweise gar nichts
über ihn. Sie kennen den Namen Humboldt nur wegen unserer Schule. Sie wissen,
dass es eine sehr gute, private und teure Schule ist. So war es auch bei mir. Ich
kannte nur den Namen der Schule. Wenn ich nicht diese Schule besuchen würde,
würde ich wohl auch nichts über Alexander von Humboldt wissen.

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Alexander von Humboldt in meinem Leben| Katja Hanke

© PASCH-net/Katja Hanke

Welche Bedeutung hat Humboldts Forschung in Costa Rica?

Paulo: Audio 2

Wie präsent ist Alexander von Humboldt in deinem Alltag?

Carmen, 16 Jahre: Also, ich würde sagen, er beeinflusst uns mehr durch seinen
Namen als durch die Sachen, die er entdeckt hat. Da unsere Schule Humboldt heißt,
tragen wir als Schuluniform ein T-Shirt mit seinem Namen darauf. Außerdem steht in
der Lobby der Schule eine Bronzestatue von ihm. Daran laufen wir jeden Tag vorbei.
Aber ich sehe sie schon gar nicht mehr. Ach ja: Wir haben jedes Jahr semanas pro-
jectos, also Projektwochen, und letztes Jahr war das Thema Alexander von Hum-
boldt. Ich war zum Beispiel in der Gruppe, die eine Zeitung über Alexander von
Humboldt gemacht hat. Andere Gruppen haben Kunst oder Musik gemacht – alles
über Alexander von Humboldt.

© PASCH-net/Katja Hanke

Worüber habt ihr in eurer Projekt-Zeitung über Alexander von Humboldt ge-
schrieben?
Carmen: Audio 3

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Alexander von Humboldt in meinem Leben| Katja Hanke

© PASCH-net/Katja Hanke

Gibt es in San Jose Spuren von Alexander von Humboldt? Was erinnert an
ihn?
Isabella, 16 Jahre: Nein, es gibt keine direkten Spuren von ihm, obwohl er sich sehr
für die Entwicklung der Wissenschaft in Costa Rica interessiert hat. Er hat zum Bei-
spiel dafür gesorgt, dass verschiedene Wissenschaftler hierher kommen konnten, um
hier zu forschen. Er selbst war nie in Costa Rica. An ihn und seinen Namen erinnert
aber unsere Schule. Sie ist sehr bekannt. Und so wissen viele Leute vielleicht nicht,
was genau Humboldt gemacht hat, sie kennen aber den Namen unserer Schule.
Deswegen bleiben sein Name und die Erinnerung an ihn erhalten.

© PASCH-net/Katja Hanke
Wie hat Humboldt dafür gesorgt, dass andere Wissenschaftler nach Costa Rica
kamen?
Isabella: Audio 4

Katja Hanke

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Alexander von Humboldt in meinem Leben| Katja Hanke

Worterklärungen:

der Forscher, die Forscherin: Wissenschaftler, Wissenschaftlerin

durchführen: hier: machen

die Art, die Arten: hier: eine bestimmte Gruppe

die Fledermaus, die Fledermäuse: ein kleines Tier, das fliegen kann und nachts aktiv
ist

die Artenvielfalt (sg.): Anzahl von Tieren und Pflanzen, die in einem Gebiet vorkom-
men

präsent: anwesend

die Lobby, die Lobbys: der Eingangsbereich

die Statue, die Statuen: eine Figur

das Abi: umgangssprachlich für das Abitur

forschen: etwas herausfinden

der Vulkan, die Vulkane: ein Berg, aus dem heiße Flüssigkeit und Feuer kommen
kann

weiterführen: hier: fortsetzen

beitragen: hier: mithelfen

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge


Sprachniveau A2

© PASCH-net

Im Internet der Dinge sind Geräte über das WLAN mit dem Computer oder
einer Cloud verbunden. Schuhe, die zeigen, wohin man gehen muss oder ein
Kühlschrank, der weiß, was man einkaufen soll. Das ist sehr praktisch, oder
doch etwas gruselig?

Es gibt schon viele „smarte“, also intelligente Dinge – Schuhe, Kühlschränke, Uhren,
Kameras und mehr. Dazu gehören zum Beispiel Schuhe, die zeigen, wohin man gehen
muss. Immer wenn man links gehen muss, sagt der linke Schuh Bescheid. Immer
wenn man rechts abbiegen muss, macht das der rechte Schuh. Oder man hat
vergessen, was man einkaufen sollte. Dann schreibt man dem Kühlschrank eine SMS
und der schickt ein Foto von seinem Inhalt. So kann man direkt sehen, ob man Milch
einkaufen muss.

Dieser Trend der schlauen Dinge heißt Internet der Dinge. Sie sollen den Alltag für die
Menschen leichter machen. Es kann aber auch gefährlich sein, wenn die Dinge
vernetzt sind. Zum Beispiel, wenn ein Hacker die Schuhe hackt und sie dann den
falschen Weg anzeigen. Oder er hackt eine Kamera, die in einem Wohnzimmer hängt.
Dann kann er alles sehen, was in diesem Wohnzimmer passiert. Wenn niemand zu
Hause ist, kann er in aller Ruhe einbrechen. Firmen können diese Dinge auch nutzen,
um ganz viele Informationen über die Benutzer zu sammeln und zu speichern.

Wir haben ein paar Beispiele für das Internet der Dinge gesammelt:

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Ein Kühlschrank, der sagt, was man einkaufen muss

Foto: © picture alliance – dpa Themendienst

Ein vernetzter Kühlschrank kann zum Beispiel ein Foto von den Dingen im
Kühlschrank machen. Dieses Foto schickt der Kühlschrank dann über das Internet an
eine App auf dem Smartphone. Das ist gut, wenn man im Supermarkt ist und wissen
möchte, was fehlt. Dann kann man dem Kühlschrank über die App sagen, dass er ein
Foto schicken soll. Einige vernetzte Kühlschränke haben auch Computer und
Bildschirme eingebaut. Darauf können sie Kochrezepte anzeigen. Andere können über
das Internet direkt auf einen Online-Supermarkt zugreifen. So kann man direkt mit
dem Kühlschrank neue Milch kaufen.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Ein Rauchmelder, der die Feuerwehr ruft

Foto: © dpa

Rauchmelder erkennen Feuer oder Rauch. Sie machen dann laute Geräusche und
wecken damit zum Beispiel die Bewohner im Haus. Vernetzte Rauchmelder können
sofort selbst die Feuerwehr rufen. Oder sie schicken eine Nachricht an das
Smartphone der Personen, die in der Wohnung leben. Sie können dann die Feuerwehr
rufen.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Eine Uhr, die helfen soll, fit zu bleiben

Foto: © Colourbox.com

Eine Smartwatch kann zum Beispiel den Puls messen, also wie schnell das Herz
schlägt. Andere Sensoren zählen Schritte und Treppen oder rechnen aus, wie viele
Kalorien man verbraucht. So kann die Uhr beim Training helfen. Über WLAN kann sie
diese Daten dann an das Smartphone oder den Computer schicken. Hier werden sie
gesammelt oder auch direkt an einen Arzt geschickt.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Schuhe, die den richtigen Weg anzeigen

Foto: © Colourbox.com

Mit dieser Einlage für Schuhe findet man immer den Weg. Sie verbindet sich mit dem
Smartphone und wenn man sich über eine Navigationsapp den Weg zeigen lässt, kann
das Telefon in der Tasche bleiben. Die Einlage signalisiert mit einer Vibration, ob man
rechts oder links gehen soll, oder ob es geradeaus weiter geht. Wer keine Schuh-
Einlage mag, kann sich die gleiche Technik auch mit einer kleinen schwarzen Box an
den Schuh klemmen.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Eine Heizung, die sich selbst einschaltet

Foto: © dpa

Ein Thermostat kann messen, ob es warm oder kalt im Haus ist. Wenn das
Thermostat vernetzt ist, kann es im Internet danach suchen, wie das Wetter wird.
Wenn es kalt wird, macht es zum Beispiel die Heizung an. Wird es warm, startet es
die Klimaanlage. Über eine App kann man auch selbst wählen, wie warm oder kalt es
zu Hause sein soll. Man kann also über die App die Heizung anmachen. Dann ist es
schön warm, wenn man nach Hause kommt.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Ein Paket, das nie verloren geht

Foto: © Colourbox.com

Postpakete haben Schilder mit Barcodes oder QR-Codes. Immer wenn der Postmann
das Paket an einen neuen Ort bringt, scannt er vorher den Code. Zum Beispiel, wenn
er es ins Postauto trägt oder dem Nachbarn gibt. So kann man auf der Internetseite
der Post gucken, wo das Paket ist.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Eine Waschmaschine, die man von unterwegs anmachen kann

Foto: © Miele

Eine vernetzte Waschmaschine kann auch nur waschen. Aber sie lässt sich zum
Beispiel über eine App auf dem Smartphone an- und ausmachen. So ist die Wäsche
genau dann fertig, wenn man nach Hause kommt und man kann sie aufhängen. Ist sie
einmal kaputt, kann sie meistens auch gleich anzeigen, wo der Fehler ist. So weiß
man, welches Teil man kaufen muss, um sie zu reparieren.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Ein Fahrrad, das den Fahrraddieb verrät

Foto: © dpa

Wenn man ein tolles Fahrrad hat, kann man es mit einem Tracker sichern. Der
Tracker funktioniert wie ein Telefon, aber ohne Bildschirm, Mikrofon und Lautsprecher.
Der Tracker sendet über das Handynetz seinen Standort, zum Beispiel an ein
Smartphone. Wenn man so einen Tracker an seinem Fahrrad hat, weiß man immer,
wo es ist. Wenn es jemand klaut, kann man sehen, wo die Person mit dem Fahrrad ist
und das der Polizei sagen.

Das Internet der Dinge

Es gibt immer mehr Geräte und Dinge, die sich selbst mit dem Internet verbinden
können. Diese Dinge können mit kleinen Sensoren Daten sammeln. Diese schicken sie
dann an andere Geräte. Eine Smartwatch, also eine „kluge Uhr“, kann sich zum
Beispiel mit dem Smartphone verbinden. Oder über das WLAN zu Hause mit dem
Computer. Manche dieser vernetzten Geräte sammeln die Daten auch. Sie können in
einem Online-Speicher, einer sogenannten Cloud, gespeichert werden. Oder sie
werden an eine Firma gesendet, die die Daten dann weiter benutzt.

Anne Weißschädel
arbeitet als Redakteurin in Berlin.

9
SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

Worterklärungen:

das Gerät, die Geräte: hier: ein Apparat oder eine Maschine

verbinden: miteinander in Kontakt bringen

gruselig: etwas, das einer Person Angst macht

abbiegen: nach links oder rechts gehen oder fahren

die SMS: Short Message Service: eine Textnachricht, die man mit dem Mobiltelefon
schicken kann

der Alltag, die Alltage: hier: das Leben

vernetzen: miteinander in Kontakt bringen

hacken: Wenn eine Person es schafft, in den Computer oder in eine Software auf dem
Computer einer anderen Person zu kommen, sagt man er/sie hat den Computer
„gehackt“.

einbrechen: eine Person, die in das Haus/die Wohnung einer anderen Person geht,
ohne dass die Person das möchte und weiß, um dort Geld oder andere Sachen
wegzunehmen.

der Bildschirm, die Bildschirme: der Monitor eines Computers oder das Glas auf der
Vorderseite des Fernsehers, auf dem man Bilder sieht

das Feuer, die Feuer: Wenn man grillt, braucht man Feuer. Ein Feuer ist gefährlich,
wenn man es nicht mehr kontrollieren kann, z.B. wenn es in einem Haus ist.

der Rauch: Wenn man Feuer macht, gibt es auch Rauch. Wenn es zu viel Rauch gibt,
kann man nichts mehr sehen. Der Rauch ist wie Nebel und man kann nicht mehr
atmen.

das Geräusch, die Geräusche: etwas, das man hören kann

die Feuerwehr, die Feuerwehren: Personen, die mit großen roten Autos kommen,
wenn es ein Feuer gibt, das man nicht mehr kontrollieren kann

Puls messen: Wenn man einen Finger an die Innenseite des Handgelenks hält, kann
man den Pulsschlag fühlen. 60 bis 100 Mal pro Minute ist normal.

das Herz, die Herzen: Organ, das das Blut im Körper verteilt

der Schritt, die Schritte: Wenn man geht, macht man Schritte.

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SMS an den Kühlschrank – das Internet der Dinge | Anne Weißschädel

die Kalorie, die Kalorien: Alles, was man isst, hat Kalorien. Wenn man jeden Tag zu
viele Kalorien zu sich nimmt, nimmt man zu.

die Einlage, die Einlagen: hier: etwas, das man in die Schuhe legt

klemmen: hier: am Schuh festmachen

die Klimaanlage, die Klimaanlagen: ein Gerät, das die Wohnung kälter macht

der Barcode/QR-Codes: ein Code aus Strichen, die Informationen enthalten, die man
z.B. mit einem Scanner lesen kann

aufhängen: hier: die gewaschene Wäsche zum Trocknen an etwas hängen

das Mikrofon, die Mikrofone: Man benutzt ein Mikrofon zum Singen oder Sprechen in
einem sehr großen Raum. Die Personen hören dann das, was die Person singt/spricht
lauter.

der Lautsprecher, die Lautsprecher: eine Box, die Musik oder Gesprochenes lauter
macht.

der Standort, die Standorte: der Ort, an dem man ist

klauen: hier: Ein Fahrrad nehmen, das einer anderen Person gehört, und damit
wegfahren.

der Sensor, die Sensoren: ein Gerät, das etwas messen kann

11
„Sport in meinem Alltag“ - Transkript

Joseph, fährt regelmäßig Skateboard

Wie oft gehst du skaten?

„Also ich gehe so einmal in der Woche so in die Skatehalle, und da sind halt viele
Rampen, Geländer, wo man halt viele Tricks machen kann. Aber ich skate
natürlich auch unter der Woche dann oft vor der Haustür. Weil Skaten ist ja wie
gesagt ein Sport, der sehr, sehr kreativ ist, wo man sehr viele Tricks auch
machen kann, ohne dass man jetzt irgendwie Rampen braucht.“

Wie bist du zum Skaten gekommen?

„Zum Skaten bin ich gekommen, weil … 'n paar meiner Freunde haben … sind
geskatet. Und ich fand's auch schon immer cool so, weil bei mir vor der Haustür,
so ein paar Meter entfernt, ist auch ein Skaterplatz, so ein kleiner. Und da hab'
ich auch früher immer Skater gesehen. Und das fand ich halt auch immer cool,
wie diese Tricks aussahen und wie sie's gemacht haben. Und das hat mir sehr
gefallen.“

Was gehört neben den Tricks für dich noch zum Skaten?

„Zum Skaten gehört natürlich auch also Fairness, also … oder auch Rücksicht
nehmen auf die anderen. Dass wenn man jetzt zum Beispiel sieht, der möchte
jetzt grad da runterfahren, hält man halt an. Oder der hat sich jetzt halt grade
verletzt, dann hilft man dem so. Niemand möchte, dass man mit dem anderen
kollidiert.“

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


„Sport in meinem Alltag“ - Transkript

Was gefällt dir am Skaten?

„Also gut am Skaten finde ich, dass man's überall auf der Welt sieht und auch
finden kann, weil ich war zum Beispiel, ist schon ein bisschen her, aber … mit
meinem Vater in Amerika. Und jetzt da zum Beispiel, da skatet man auch. Und
da sind genau die gleichen Tricks und genau die gleichen Rampen. Und dass man
eigentlich mit dem Skateboard überall auf der Welt seine Tricks machen kann
und überall auf der Welt ja … mit anderen zusammen skaten kann. Und dass sich
Skater untereinander auch so … schon ganz cool finden. Und ich hab' bis jetzt
auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, wo ich schlechte Skater
getroffen hab'. Sind alle nett und … ja.“

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


Warum ich gern in meiner Stadt wohne | Katja Hanke

Warum ich gern in meiner Stadt wohne


Sprachniveau: A2

Im Zentrum von Oakville | © Ruth Renters

Die kanadische Stadt Oakville liegt im Süden des Landes in der Nähe von Toronto.
Im Jahr 2018 hat eine kanadische Zeitschrift Oakville zum besten Wohnort in ganz
Kanada gewählt. Was macht eine Stadt zu einem guten Wohnort? Und was macht
Oakville so besonders und lebenswert? Vier Schülerinnen und Schüler einer PASCH-
Schule berichten.

Am Ufer des Ontariosees | © Ruth Renters, Porträt: Katja Hanke

Tristan, 15 Jahre
Ich finde eine Stadt lebenswert, wenn sie sauber und sicher ist. Das heißt: Es liegt
kein Müll auf der Straße und ich muss keine Angst haben, wenn ich auf der Straße

© www.pasch-net.de 1
Warum ich gern in meiner Stadt wohne | Katja Hanke

gehe. In dieser Stadt sind die Leute freundlich und es gibt Freizeitangebote wie
Restaurants und Kinos.
Ich lebe gern in Oakville, weil die Stadt genau das alles hat. Außerdem ist Oakville
kleiner als andere Städte. Auch das mag ich. Die Menschen hier haben mehr Kontakt
zu ihren Nachbarn und anderen Leuten. Oakville liegt am Ontariosee. Das ist toll. Am
See gibt es schöne Parks. Ich gehe dort sehr gern mit meiner Familie spazieren. Oft
setzen wir uns auch in eines der vielen Cafés. Mit meinen Freunden bin ich nicht so
oft am See, weil ich nur wenig Zeit habe.
Am meisten mag ich an Oakville, dass wir von hier aus sehr einfach an verschiedene
Orte kommen. Toronto ist nur 40 Kilometer weit weg und in nur zwei Stunden sind wir
mit dem Auto in den USA. Wir sind genau in der Mitte.

Beim Hafen von Oakville | © Ruth Renters, Porträt: Katja Hanke

Emmett, 15 Jahre
Für mich ist ein Ort lebenswert, wenn man alles in der Nähe hat und dorthin laufen
kann: Freunde, Restaurants, Ärzte, Geschäfte. In Oakville haben wir das ein
bisschen. Im Zentrum gibt es viele kleine Geschäfte. Wenn man in der Nähe vom
Zentrum wohnt, kann man überall hin laufen. Ich wohne ungefähr zwei Kilometer vom
nächsten Einkaufszentrum entfernt. Manchmal gehe ich zu Fuß dorthin. Das mache
ich gern. Aber meistens nehmen wir das Auto.
Oakville ist toll, weil die Stadt sich wie ein kleiner Ort anfühlt. Ich finde auch gut, dass
Oakville in der Nähe von einer großen Stadt liegt. Ich fahre zwei- oder dreimal im
Jahr mit dem Zug nach Toronto.

© www.pasch-net.de 2
Warum ich gern in meiner Stadt wohne | Katja Hanke

In Oakville gibt es auch einen kleinen Fluss. Von der Brücke über den Fluss hat man
einen schönen Ausblick: Man kann die Geschäfte der Hauptstraße sehen, viele
Bäume und den Ontariosee. Das sehe ich jeden Morgen, wenn wir mit dem Auto
über die Brücke zur Schule fahren. Im Winter ist das Wasser im Hafen gefroren. Das
sieht dann besonders schön aus.

Oakvilles Kino | © Ruth Renters, Porträt: Katja Hanke

Ella, 16 Jahre
Eine lebenswerte Stadt ist sauber und hat wenig Kriminalität, sie ist also sicher.
Außerdem sind die Menschen nett und es gibt ein Einkaufszentrum und auch ein
Kino. Oakville hat das alles. Es gibt viele gute Restaurants und auch kleine
Geschäfte mit besonderen Dingen. Ein Kino haben wir auch. Das ist einer meiner
liebsten Orte in der Stadt. Ich gehe sehr gern ins Kino, meistens mit meiner Familie
aber auch mit Freunden. Ich bin auch gern am See und gehe mit unseren Hunden
spazieren. Manchmal treffe ich mich dort auch mit meinen Freunden. Im Sommer
essen wir dann zusammen ein Eis.
Am meisten mag ich an Oakville, dass die Menschen sehr freundlich sind. Die Stadt
erinnert mich ein bisschen an Großbritannien, wo ich herkomme. Hier leben viele
Menschen aus anderen Ländern. Auch an unserer Schule gibt es Schülerinnen und
Schüler aus vielen verschiedenen Ländern. Das ist toll, denn wir teilen die gleichen
Erfahrungen.

© www.pasch-net.de 3
Warum ich gern in meiner Stadt wohne | Katja Hanke

Appleby College Oakville | © Ruth Renters, Porträt: Katja Hanke

Maddy, 15 Jahre
An sich mag ich größere Städte mehr als kleine. In großen Städten leben Menschen
von überall auf der Welt und alle dürfen so sein, wie sie sind. Aber mir ist auch die
Sicherheit wichtig, also wenig Kriminalität. Vor allem aber: freundliche Menschen.
Gute Leute sind das Wichtigste für einen lebenswerten Heimatort. In Oakville gibt es
diese Leute. Ich fühle mich hier wie in einer großen Familie. Ich habe gerade erst
wieder diese Erfahrung gemacht: Wir sind vor Kurzem in einen anderen Teil von
Oakville gezogen und haben dort sehr schnell neue Leute kennengelernt. Die
Nachbarn sind bei uns vorbeigekommen und haben uns begrüßt. Die Menschen in
dieser Stadt sind sehr offen und herzlich. Sie lernen gern neue Menschen kennen.
Denn viele sind selbst aus anderen Ländern hierhergekommen.
Mein liebster Ort in Oakville? Das ist unsere Schule. Denn hier ist das Gefühl, dass
wir alle zusammengehören, besonders stark. Wir kennen uns alle, und ich fühle mich
zu Hause und sicher.

Worterklärungen:
lebenswert: hier: Dort lebt man gern.
der Ausblick, die Ausblicke: hier: weit sehen können
der Hafen, die Häfen: Dort „parken“ Schiffe und fahren ab.
begrüßen: hier: zu neuen Nachbarn gehen, „Hallo“ sagen und mit ihnen sprechen

© www.pasch-net.de 4
Transkripte: Karriere in Deutschland

Karriere in Deutschland

SprachniveauA2/B1

Transkripte und Worterklärungen

Berufsorientierung

Lara und Martina

Wir sind im Schlierseer Hof, wir arbeiten hier 3 Monate. Das ist ein sehr kleines,
familiengeführtes Hotel mit 45 Zimmern. Mit dem ersten Sonnenschein öffnet unser
Biergarten und aber auch hier die wunderschöne Terrasse. Wir haben zwei
Praktikantinnen aus Kroatien, das ist einmal die Lara und die Martina. In Kroatien gehen
wir in eine Tourismusschule. Und unsere Schule ist eine PASCH-Schule und wird vom
Goethe-Institut betreut. Mein Ausbildungsberuf ist Hotelfachfrau. Ich lerne Deutsch schon
drei Jahre in der Schule und Lara auch. Was den beiden Spaß macht, sind natürlich die
Sprachkenntnisse, die sie hier vermittelt bekommen, weil es vor Ort wesentlich einfacher
ist, eine Sprache zu lernen, als, sag‘ ich mal, in der Schule, und natürlich die
gastronomischen Abläufe.

Die erste Reservierung, das sind 20 Personen, die kommen jetzt gleich, da wir müssen
ein Dreigangmenü eindecken. Salat oder Suppe? – Die bekommen Suppe ganz normal
vorweg. Gut, das wäre alles. Die Leute, die aus gastronomischen Schulen
hierherkommen, die schnuppern an der weiten Welt. Das natürlich eröffnet ihnen die
Möglichkeit, ich sag‘ jetzt mal, auf's Kreuzfahrtschiff oder noch weiter hinaus nach
Amerika bis hin nach Afrika zu gehen. In dem Beruf ist es leicht machbar. Es ist so ein
bisschen eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Ich kann Deutsch lernen und hier neue
Freunde finden. Für die ist es wertvoll, Sozialkompetenzen aufzubauen und das
Feingespür für Menschen, weil sie hier in der Gastronomie, vor allem im Biergarten,
unheimlich viel mit Leuten zu tun haben. Servus. Sind Sie schon lange da? – Ich bin zwei
Monate hier. Macht es Spaß? – Ja, es ist schön hier und ich möchte ich noch nicht nach
Hause gehen. Beide sind so begeistert von ihrem Praktikum, dass sie sogar noch
verlängert haben. Das Praktikum geht zwei Monate, aber wir werden drei Monate hier
sein. Ich würde anderen empfehlen, Deutsch zu lernen, weil es helfen kann, in der
Zukunft einen Job zu finden. Wenn ich wählen könnte, dann würde ich nach Deutschland
kommen, um Management zu studieren, viel zu reisen und Deutschland kennenzulernen.

familiengeführt: Das Hotel gehört einer Familie, die es auch managt.


der gastronomische Ablauf, die gastronomischen Abläufe: die Reihenfolge, in der man Dinge in
einem Restaurant machen muss, damit alles gut funktioniert
das Dreigangmenü: Das Essen hat drei Gänge – eine Vorspeise, einen Hauptgang und einen
Nachtisch.
an der weiten Welt schnuppern: internationale Erfahrungen machen, Menschen aus vielen anderen
Ländern treffen
wertvoll: hier: sehr wichtig
das Feingespür: hier: Sensibilität dafür haben, was die Gäste möchten
Servus: Hallo und Tschüss auf Bayerisch

Anna und Mina

Ich lerne Deutsch, weil ich später in Deutschland studieren möchte. In Belgrad besuchen
wir das Gymnasium. Ich lerne Deutsch seit 3 Jahren im Gymnasium. Dieses Jahr sind wir
Praktikantinnen. Wir sind hier, weil unsere Schule, das dritte Belgrader Gymnasium, eine
feste Beziehung mit dem Goethe-Institut und PASCH hat. Unsere Lehrerin hat uns das
Angebot gemacht, denn wir sind die besten Schülerinnen und haben die besten Noten in
Deutsch.
Transkripte: Karriere in Deutschland

Beim Etiketten-Stecken müsst ihr eben schauen, zu welchem Artikel das passt! Was
bedeutet das? Das Datum zeigt immer an, wann das letzte Mal der Preis erhöht wurde.
Ich bin durchaus positiv überrascht von den Praktikantinnen. Das ist jetzt schon das
zweite Mal, dass dm vom Goethe-Institut Schülerinnen und Schüler vermittelt bekommen
hat. Die Kooperation vom Goethe-Institut Belgrad und dm in München schafft die
Möglichkeit, berufliche Erfahrungen in einem international tätigen, deutschen
Unternehmen zu sammeln. Es ist eine super Möglichkeit, die Fremdsprache zu verbessern
und viele verschiedene Leute und auch die deutsche Kultur kennenzulernen. Ich weiß,
dass man es hier reinstecken ... – Ja, USB, ja... Dann hier: „Alle Produkte anzeigen“.
Deutsch ist heute die zweitwichtigste Weltsprache. Ich finde, sie ist sehr wichtig für
unsere Zukunft und Karriere. Ich bedanke mich für Ihre Bedienung! Wenn ich
wiederkomme, dann suche ich Sie und dann werde ich Sie wieder bitten, mir behilflich zu
sein! Danke schön, auf Wiedersehen. Die deutsche Wirtschaft hat natürlich ein Interesse
daran, die deutsche Sprache zu stärken, weil wir sowohl in Deutschland, als auch in den
Heimatländern Fachkräfte suchen, die auch dringend notwendig sind. Deshalb ist es
wichtig, Potenziale zu erkennen und in die Qualifikation zu investieren, das heißt, mit den
jungen Menschen an ihrer Zukunft zu arbeiten: Die Praktikant/innen von heute sind
unsere Fachkräfte von morgen! Es ist eine super Erfahrung für mich! Und wenn ich ein
gutes Angebot finde, werde ich hier studieren!

die feste Beziehung, die festen Beziehungen: hier: eine Kooperation


die Fachkraft, die Fachkräfte: eine Person, die eine spezielle Ausbildung hat
das Etiketten-Stecken: hier: die Schilder mit den Preisen an der richtigen Stelle platzieren
der Artikel, die Artikel: hier: das Produkt, das verkauft wird

Ausbildung

Fransisca

PASCH ist für mich wie eine Brücke, das Programm hat mich begleitet, vorbereitet und
hingebracht. Ich heiße Fransisca, bin 23 Jahre alt und komme aus Indonesien. Zurzeit
mache ich eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin in Karlsruhe und
dieses Jahr ist mein drittes Lehrjahr. Ich bin mit 18 als Au-pair-Mädchen nach
Deutschland gekommen. Nach einem Jahr bin ich nach Karlsruhe gezogen und habe mir
gedacht, es wäre eine Idee im Krankenhaus zu arbeiten. Da hat man ja viel mit anderen
Menschen zu tun und da kann ich dann mein Deutsch üben. Dann habe ich mich hier für
ein FSJ im Vincentius-Krankenhaus Karlsruhe beworben. So hat das begonnen. Ich fand
alles so faszinierend. Ich habe dann gemerkt, dieser Beruf macht mir Spaß, ich gehe
gern zur Arbeit und dann habe ich mich für die Ausbildung beworben. Zimmer 58, da
liegt der Herr Herrberger, er ist kardial dekompensiert. Gern auch nochmal nach den
Verbänden schauen! Sind die Untersuchungen schon angemeldet oder muss ich noch den
Schein schicken? Alles ist schon angemeldet. Mein Name ist Angelika Enzenauer, ich bin
die Bereichsleitung von der Kardiologie. Fransisca hat sich sehr gut ins Team
eingefunden, hat eine sehr gute Sprachentwicklung durchgemacht, war auch sehr
engagiert immer, hat sich sehr viel Mühe gegeben. Die ist einfach auch sehr angenehm,
die ist einfach lieb.

Guten Tag, ich heiße Francisca, bin Schülerin. Wir kennen uns noch nicht, ich war gestern
nicht da. Und heute ist ihr zweiter Tag hier? – Ich bin gestern operiert worden. Was
machen die Schmerzen an den Beinen? – Die Schmerzen sind auszuhalten. Wunderbar,
kann ich kurz den Blutdruck messen? Ich trage jetzt auch mehr Verantwortung. Zum
Beispiel Patienten betreuen. Da kann ich dann gucken, ob sie gut versorgt sind, ob sie
die richtigen Medikamente nehmen und ob die Dosierung stimmt. Sehr gut, 130 zu 80.
Das kann man so lassen, oder? Ich habe eigentlich schon seit meiner 10. Klasse Deutsch
gelernt. Vor meinem Abitur in Indonesien habe ich ein PASCH-Stipendium für einen
Jugendkurs in Deutschland bekommen. Das war ich drei Wochen, das war sehr spannend
Transkripte: Karriere in Deutschland

und mein erstes Mal im Ausland. Dann habe ich nochmal ein Stipendium vom Goethe-
Institut für ein einjähriges Studienkolleg in Indonesien bekommen. Das hat mich dann
motiviert und inspiriert, dass ich es nach Deutschland schaffe.

Wir haben investiert, wir haben aber auch ganz viel zurückbekommen. Es war und es ist
immer noch eine Win-Win-Situation. Ich hoffe ja, dass sie nach der Ausbildung hier bei
uns bleibt. Hier in Deutschland zu sein, ist richtig toll. PASCH hat mich vorbereitet, mein
Deutsch gut vorbereitet und meinen Weg erleichtert.

das Au-pair-Mädchen, die Au-pair-Mädchen: eine junge Frau, die meist für ein Jahr bei einer
Familie in einem anderen Land arbeitet und sich meist um Haushalt und Kinder kümmert.
kardial dekompensiert: das Herz funktioniert nicht mehr richtig
den Blutdruck messen: man misst den Blutdruck, um zu testen, wie gut das Herz funktioniert
die Dosierung, die Dosierungen: hier: wie viel von dem Medikament, der Patient bekommt
das Studienkolleg, die Studienkollegs: ein Kurs, der auf das Studium in Deutschland vorbereitet.

Berufsausbildung von PASCH-Absolventen

Haver & Boecker ist ein mittelständischer Familienbetrieb, eine Drahtweberei und
Maschinenfabrik, ein Global Player. Weit über 85 Prozent unserer Produkte gehen in den
internationalen Markt. Haver & Boecker und seine Eigner haben schon länger
Beziehungen zum Loyola-Gymnasium in Kosovo, denn was die da leisten, ist
phänomenal. Junge Menschen brauchen Zukunft, das ist unser Motto und diese
Ausbildungsinitiative ist 2009 gestartet, in der Hoffnung, dass sie damit nachher auch
dem eigenen Lande wieder helfen können. Das weiß ich noch ganz genau, ich war noch in
der 8./9. Klasse, wo wir zum ersten Mal gehört haben, dass einer von unseren Schülern
jetzt nach Deutschland gezogen ist und mit einer Ausbildung gestartet ist und da hatte
ich auch das erste Mal auch das Wort „Ausbildung“ gehört. Am Anfang war das eine ganz
neue Welt für mich. Wir hatten zwar in Kosovo Firmen, aber die sind auf jeden Fall ganz
viel kleiner. Und dann plötzlich bei Haver & Boecker das war schon eine richtige, auf
jeden Fall eine richtig gute Erfahrung.

Wir haben jetzt mal eine E-Mail geschickt. Wir haben ja jetzt einen
Projektstrukturmanager, die PSN, daraus erstellen wir im Jahr 200 Prozent
Konstruktionsskizzen. Auf der anderen Seite haben aber auch die Unternehmen Vorteile.
Die Leute, die wir aus dem Kosovo rekrutieren, sind alles top ausgebildete Leute. Die
haben neben der Fach-Sozial-Kompetenz vor allen Dingen die Sprachkompetenz, die sie
mitbringen. Das Gymnasium ist dort in der Region das einzige Gymnasium, an dem eine
DSD-Prüfung abgelegt werden kann.

Dann verbleiben wir so. Ihnen noch einen schönen Tag. Das hat mir wirklich sehr
geholfen. Das Erste, bei dem ich es gemerkt habe war, als wir das Visum beantragen
mussten. Ohne Sprachkenntnisse kann man nicht sagen „Ich möchte eine Ausbildung in
Deutschland machen“, man muss ja hier ein bisschen Deutsch sprechen oder können.
Sonst würde das schwierig. Und das Zweite, war in meinem Studium. Wir haben jetzt
hier zum Beispiel eine Erdungsmaschine, das ist das, was ich hauptsächlich zeichne. Das
ist jetzt erstmal für die Leute unten in der Halle, damit die einen Überblick haben. Und, ja
sofort sehen, wie viele Teile man da hat.

Es ist schon mal gut, dass ich jetzt weiß, dass ich bald mit meinem Studium fertig bin.
Jetzt kann ich sagen, ich habe schon langsam angefangen zu planen. Ist auch auf jeden
Fall einfacher jetzt und, mal schauen.

Also ich hatte seiner Zeit den dienstlichen Auftrag, mich um dieses Projekt zu kümmern.
Und dann bin ich ganz unbefangen in das Flugzeug eingestiegen, da rübergeflogen und
heute muss ich sagen, verbinde ich da wirklich Herzblut mit.

mittelständisch: ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen


Transkripte: Karriere in Deutschland

der Eigner, die Eigner: die Eigentümer, die Besitzer


rekrutieren: anwerben

Besuch bei einer Alumna an ihrem Arbeitsplatz

Diese Automobilindustrie assoziiere ich mit gewisser Dynamik, Bewegung auch mit der
Zukunft, etwas was nachhaltig, was wirklich langlebig ist und auch für junge Leute,
glaube ich, sehr attraktiv ist. Ich bin Tinatin Patchkoria, ich komme aus Georgien aus der
Hauptstadt Tiflis. Ja, ich habe Deutsch in Georgien gelernt und mit dieser deutschen
Sprache, mit dem Visum bin ich schon auf der PASCH-Schule direkt mit dem DAAD-
Stipendium 2009 nach Deutschland gekommen und habe hier erstens Abitur gemacht im
Studienkolleg und dann den Studiengang Rechts- und Wirtschaftswissenschaften im
Bachelor und Master studiert und jetzt mittlerweile auch mit Promotion in der Endphase
in München. Und jetzt bin ich auch glücklicherweise schon in meinem Beruf. Habe
gestartet jetzt im Juli bei der BMW Group meine Tätigkeit in dem Bereich, in dem ich
auch sehr gerne arbeiten wollte. Ich habe einen Traumjob gefunden, ja.

Ich habe letzte Woche mit allen Regionen telefoniert, damit ich möglichst halt konkret
schon die Planung von den Märkten erhalte und auch weiß, wie viele Teilnehmer
kommen.

Compliance wird heutzutage eigentlich ziemlich breit gefasst, weil das hat alles mit dem
rechtskonformen Verhalten im Unternehmen und außerhalb des Unternehmens zu tun.

Mit Compliance sind hohe Reputationsrisiken verbunden und damit sind wir natürlich ein
Versicherungsinstrument der BMW AG spezifisch für Financial Services. Um diese Marke
auch zu schützen, aber eben auch international unseren Märkten Guidance zu geben. Mir
ist es auch sehr wichtig, dass bei uns im Team diese Internationalität auch gelebt wird.
Wir brauchen auch ein kulturelles Verständnis und dafür ist natürlich das DAAD-
Programm für uns ein ganz ein wichtiger Ausbilder.

Das komplette Studium Bachelor und Master zu finanzieren und den kompletten
Aufenthalt in Deutschland zu bestreiten, das war natürlich nur durch das DAAD-
Stipendium möglich. Und einen Schutzschirm würde ich es auch nennen, weil, wenn man
DAAD-Stipendiat ist und sozusagen diese Auszeichnung trägt, dann war das Gefühl, dass
alle Türen für dich leichter aufgehen und alle Herausforderungen auch leichter zu
bewältigen sind.

Das ist eine große Herausforderung für mich natürlich, jeden Tag zu arbeiten und dann
auch zu promovieren, weil tagsüber verbringe ich jetzt im Büro und dann, wenn ich
heimkomme, versuche ich noch mal paar Stunden in die Promotion zu investieren und
am Wochenende auch. Aber ich glaube, wenn alles so läuft, wie ich geplant habe, bis
Ende des Jahres habe ich dann die Promotion abgeschlossen. Und dann bin ich
zuversichtlich, dass ich nächstes Jahr dann nur meine Arbeit habe und dann, glaube ich,
wird auch die Zeit kommen, wo man auch das Leben auch genießen kann. Ich werde auf
jeden Fall die Hobbys, die ich vergessen habe, wieder mal voranbringen.

nachhaltig: hier: langlebig


die Promotion, die Promotionen: die Doktorarbeit
der Schutzschirm, die Schutzschirme: hier: Sicherheit
die Auszeichnung, die Auszeichnungen: hier: ein DAAD-Stipendium zeigt, dass man sehr gut ist
promovieren: einen Doktorarbeit schreiben
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Lieblings-Apps weltweit
(Sprachniveau A2)

© PASCH-net

Welche Apps sind bei Jugendlichen gerade beliebt und was ist das Besondere
daran? PASCH-Schülerinnen und -Schüler erzählen, welche Apps ihnen im
Alltag wichtig sind.

Ein Leben ohne Smartphone können sich viele Jugendliche nicht mehr vorstellen.
Wichtiger Teil davon sind verschiedene Apps. Jugendliche benutzen Apps für
unterschiedliche Sachen: Mit Freunden schreiben, für die Schule lernen oder
einfach zum Spielen. In Deutschland sind die drei wichtigsten Apps bei
Jugendlichen WhatsApp, Instagram und Snapchat. Auch YouTube ist den
deutschen Jugendlichen wichtig. Doch wie ist es in anderen Ländern?

Wir haben acht Schülerinnen und Schüler aus Bolivien, Brasilien, China,
Deutschland, Indien, Neuseeland und Russland gefragt, welche Apps ihnen im
Alltag wichtig sind

1
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Bolivien: Diana, 17 Jahre, Colegio Juan Enrique Pestalozzi in Sucre

Foto: privat; App: Snapchat (Screenshot; www.snapchat.com)

Ich kommuniziere immer mit anderen Leuten, deshalb nutze ich WhatsApp und
Snapchat. Ich mag aber auch Spotify sehr gerne, weil ich damit viel Musik hören
kann. Ich liebe Musik. Am häufigsten nutze ich WhatsApp. Ich finde diese App
sehr praktisch, weil man in kurzer Zeit viele Nachrichten empfangen kann. Es ist
auch eine gute App, um mit meinen Eltern zu sprechen. Meine Lieblings-App ist
aber Snapchat. Ich mag an Snapchat, dass man Bilder machen und direkt
verschicken kann. Außerdem kann man Stories erstellen, das ist eine
Ansammlung von Bildern. Ich kann sehen, was meine Freunde im Moment
machen oder wo sie sind. Wenn jemand zum Beispiel reist und ein Foto schickt,
möchte ich mehr darüber wissen. Wenn ich sehe, dass jemand ein Konzert
besucht oder etwas Interessantes macht, motiviert mich das und ich möchte
auch etwas unternehmen. Meiner Meinung nach ist Snapchat die beste App, um
mit Freunden aus der ganzen Welt zu chatten. Man kann genau sehen, was in
diesem Moment an verschiedenen Orten passiert. Meine Freunde nutzen immer
Instagram, Snapchat und WhatsApp. Früher war Facebook eine berühmte App
für die Jugendlichen.

2
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Brasilien: Rebeca, 16 Jahre, Centro Interescolar 1 de B Brasilien

Foto: privat; App: Wattpad (Screenshot; www.wattpad.com)

Meine Lieblings-App ist Wattpad. Damit kann man Bücher lesen und seine
eigenen Bücher, Kurzgeschichten oder Märchen schreiben. Das finde ich ganz
toll, weil ich sehr gerne lese. Außerdem nutze ich sehr gerne Mosalingua und
Reverso. Diese beiden Apps haben auch mit Sprache zu tun. Mosalingua ist eine
App, mit der man neue Wörter und Ausdrücke aus verschiedenen Sprachen
einfach lernen kann. Auf der einen Seite erscheinen Wörter in der Fremdsprache
und ein Bild, auf der anderen Seite sind die Wörter in der eigenen Sprache.
Reverso ist ein Online-Wörterbuch und Übersetzer für zehn Sprachen. Diese
beiden Apps nutze ich sehr oft. Ich suche fast jeden Tag nach neuen Wörtern
oder möchte bestimmte Ausdrücke wissen. Diese Apps helfen mir dabei. Alle
meine Freunde nutzen Social Media-Apps, wie zum Beispiel Facebook, Instagram
oder Snapchat.

3
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

China: Jingying, 16 Jahre alt, Hangzhou Entel Fremdsprachenschule

Foto: privat; App: Forest (Screenshot; www.forestapp.cc)

Meine Lieblings-App Forest hat gar keine richtige Funktion. Aber sie hilft dabei,
das Handy auch mal wegzulegen und sich auf etwas anderes zu konzentrieren.
Wenn ich die App starte, fängt ein virtueller Baum an, zu wachsen. Solange der
Baum wächst, darf man das Handy nicht benutzen. Sonst stirbt der Baum. Ich
nutze diese App, wenn ich Hausaufgaben mache. Dann darf ich nicht mit dem
Handy spielen und muss mich auf die Aufgaben konzentrieren. Mit dieser App
werde ich disziplinierter. Aber natürlich nutze ich auch andere Apps. Über
WeChat bin ich immer erreichbar und kann mit Freunden und Verwandten
chatten. Von den vielen Musik-Apps gefällt mir Xiaomi Music am besten.
Besonders gut finde ich auch die Kamera im Handy. Ich kann schöne Sachen
fotografieren und die Fotos direkt meinen Freunden schicken. Am häufigsten
nutze ich Alipay. Diese App ist wie eine Geldbörse. Man kann damit alles
bezahlen, zum Beispiel im Supermarkt, im Restaurant, im Taxi und im Bus. Diese
App macht unser Leben einfacher. Meine Freunde nutzen vor allem Weibo. Diese
App ist so ähnlich wie Instagram. Und dann gibt es noch Xiaoyuan Souti. Mit
dieser App kann man fast alle Lösungen zu Hausaufgaben finden.“

4
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Deutschland: Jona, 13 Jahre, Montessori Schule Würzburg/Zelle

Foto: privat; App: Barcoo (Screenshot; www.barcoo.com)


Foto: privat

Ich nutze am liebsten WhatsApp, YouTube und Barcoo. Barcoo erkennt QR-
Codes, Barcodes oder ISBN. Sie zeigt mir beim Einkaufen, was in einem Produkt
ist. So kann ich sehen, ob Zusatzstoffe drinnen sind und ich das Produkt lieber
nicht essen möchte. Über WhatsApp halte ich täglich Kontakt mit meinen
Freunden. Es gefällt mir, dass man kostenlos Nachrichten schreiben kann. Die
Qualität der Sprachanrufe ist aber manchmal nicht so gut. YouTube finde ich
besonders spannend, weil die Videos sehr unterhaltsam sind. Man sieht viel aus
der Welt. Ich nutze die App täglich nach der Schule, auch um Musik zu hören.
Meine Freunde mögen YouTube, WhatsApp und Facebook.

5
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Indien: Rakshit, 15 Jahre, Springdales School, Pusa Road in Delhi

Foto: privat; App: Wort Kreuz (Screenshot; bit.ly/google-play_wortkreuz)

Ich lerne seit der 5. Klasse Deutsch und suche oft Apps zum Üben im Internet.
Einige finde ich toll. Am liebsten mag ich Wort Kreuz und Heiße Kartoffel. Bei
Wort Kreuz lernt man mit Worträtseln, neue Wörter zu bilden. Ich kann damit
meinen Wortschatz verbessern. Mir gefällt diese App, weil sie einfach und
informativ ist. Außerdem macht sie Spaß. Die App Heiße Kartoffel ist ein
Deutschlern-Spiel des Goethe-Instituts. Mit diesem Spiel trainiere ich meistens
abends zusammen mit meinem jüngeren Bruder und meiner Mutter meinen
Wortschatz, mein Allgemeinwissen und meine Grammatik. Durch diese App habe
ich nicht nur meine Deutschkenntnisse verbessert, sondern kann auch Zeit mit
meiner Familie verbringen. Leider zeigt die App keine richtige Lösung an, wenn
man eine falsche Antwort gibt. Das finde ich nicht so gut. Mir tut die Kartoffel
immer leid, wenn sie brennt. Deshalb versuche ich, immer richtig zu antworten,
um meine Kartoffel zu retten. Aber natürlich lerne ich nicht nur Deutsch, ich
nutze auch sehr gerne Instagram, genau wie meine Freunde.

6
Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Neuseeland: Chrizia, 17 Jahre, Ashburton College in Ashburton

Foto: privat; App: Instagram (Screenshot; www.instagram.com)

Die wichtigsten drei Apps sind für mich WhatsApp, Instagram und Spotify. Am
liebsten mag ich Instagram, weil ich gerne fotografiere. Letztes Jahr habe ich bei
einem 365-Tage-Foto-Wettbewerb mitgemacht und jeden Tag ein Foto gezeigt.
Das ist wie ein Tagebuch, nur mit Fotos. In diesem Jahr mache ich es wieder und
ich genieße es wirklich. Fotos sind eine gute Möglichkeit, um sich an Erlebnisse
zu erinnern. Ich sehe gern an, was in der Vergangenheit in meinem Leben
passiert ist. WhatsApp habe ich nach einem PASCH-Stipendium in Frankfurt
heruntergeladen. Ich habe dort viele Menschen aus verschiedenen Ländern
kennengelernt. Die meisten von ihnen haben WhatsApp und ich chatte gern mit
ihnen. Besonders oft nutze ich Spotify. Damit kann ich kostenlos verschiedene
Musik aus der ganzen Welt hören. Ich mag deutsche Musik. Die App zeigt mir
auch neue Lieder, die zu meiner Musik passen Spotify nutze ich vor allem, wenn
ich in der Schule Übungen in meinen Büchern mache. Bei meinen Freunden sind
Facebook, Snapchat und Messenger beliebte Apps.“

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Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Russland: Helena, 17 Jahre, Lyzeum №1502 in Moskau

Foto: privat; App: Arts & Culture (Screenshot; artsandculture.google.com)

Meine Lieblings-App heißt Google Arts & Culture. In dieser App sind verschiedene
Kunstwerke veröffentlicht. Ihre Funktion ist, Kunst mit Menschen auf der ganzen
Welt zu teilen. Über die App lerne ich viel über Architektur, Musik, Kino und das
Malen Außerdem lerne ich interessante Museen und Ausstellungen auf der Welt
kennen. Sie zeigt mir auch interessante Orte in meiner Stadt. Wenn ich diese
App verbessern könnte, würde ich die Funktion hinzufügen, Fragen zu stellen. Mit
Hilfe von Fragen könnten die Menschen aus verschiedenen Ländern
Informationen über Kunstwerke austauschen. Ich benutze diese App jeden Tag.
Ich sehe die Nachrichten morgens und abends gerne an. Google Arts & Culture
ist wichtig für mich, weil ich glaube, dass Kunst in der Lage ist, internationale
und kulturelle Barrieren zu überwinden. Außerdem nutze ich Vkontakte,
Instagram und Wattpad. Vkontakte ist das russische Facebook und die App, die
ich am meisten nutze. Wattpad enthält eine riesige Bibliothek. Ich mag lesen,
deshalb ist diese App wichtig für mich. Instagram finde ich von diesen drei Apps
am besten. Ich schaue mir gern die vielen bunten und interessanten Fotos an.
Fotografie ist eine Kunst, die in unserer Zeit für alle da ist. Meine Freunde
benutzen sehr unterschiedliche Apps. Die häufigsten Apps sind Vkontakte,
Instagram und verschiedene Apps für Prüfungen.

Impulsfrage: Was ist deine Lieblings-App? Wofür nutzt du Apps am häufigsten?

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Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

Andrea Gehwolf
arbeitet als freie Autorin in München.

Worterklärungen

kommunizieren: mit anderen sprechen, reden, schreiben

am häufigsten: sehr oft

die Story, die Stories: hier: Geschichten

motivieren: dazu bringen, etwas machen zu wollen

Zeit verbringen: etwas zusammen machen

das Märchen, die Märchen: Geschichten für Kinder, zum Beispiel Grimms
Märchen Rapunzel

der Ausdruck, die Ausdrücke: hier: wie man etwas sagt oder schreibt

Fremdsprache: eine Sprache, die man erst lernen muss

die Funktion, die Funktionen: hier: eine Aufgabe

sich konzentrieren: ganz bei einer Sache sein

virtuell: nicht echt

wachsen: größer werden

diszipliniert: hier: fleißig

der Zusatzstoff, die Zusatzstoffe: etwas, das zum Essen kommt, damit es länger
frisch bleibt

der Sprachanruf, die Sprachanrufe: eine Nachricht, die gesprochen wird

unterhaltsam: hier: lustig

der Wortschatz, die Wortschätze: alle Wörter einer Sprache

informativ: wenn man viele Informationen bekommt

das Allgemeinwissen: ein ganz weites Wissen; nicht das Wissen in einem
bestimmten Fach

die Grammatik: Regeln einer Sprache

brennen: Holz brennt, wenn es sehr heiß wird

retten: helfen

das Tagebuch, die Tagebücher: da schreibt man jeden Tag rein, was man
gemacht hat
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Lieblings-Apps weltweit (A2) | Andrea Gehwolf

die Möglichkeit, die Möglichkeiten: was möglich ist

das Erlebnis, die Erlebnisse: wenn man etwas erlebt

die Vergangenheit: was schon passiert ist

das Kunstwerk, die Kunstwerke: was Künstler herstellen, zum Beispiel Bilder,
Lieder, Bücher

die Architektur: wie Häuser, Kirchen usw. gebaut sind

verbessern: etwas besser machen

kulturell: wenn etwas mit Kultur zu tun hat

die Barriere, die Barrieren: teilt etwas voneinander; lässt nichts durch

riesig: sehr groß

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„Sport in meinem Alltag“ - Transkript

Lina, geht regelmäßig reiten und einmal pro Woche zum Tanzkurs

Warum ist dir Sport wichtig?

„Weil Sport sehr gut für die Gesundheit ist. Grad jetzt in unserem Alter, dass …
weil wenn man so viel isst und keinen Sport macht …. Ja, das ist halt dann glaub'
ich besser. Auch wenn's manchmal nicht so viel Spaß macht.“

Was gefällt dir am Tanzkurs?

„Ich mach' das halt erst seit, glaub' ich, einem Jahr, oder einem halben Jahr?
Aber mir macht das halt ziemlich viel Spaß, weil es ist halt auch einfach in
meiner Nähe. Und danach ist man so … ich weiß nicht, so ausgepowert.“

Warum machst du regelmäßig Sport?

„Danach, nach dem Sport ist man … man fühlt sich einfach wohler, glaub' ich, im
Körper. Und … weil ohne Sport sitzt du so …. ich weiß nicht, da fühlt man sich so
… so auf der Couch, so vor dem Fernseh... Keine Ahnung, durch Sport wirst du
irgendwie befreit. Und dann fühlst du dich auch wohler nach dem Sport immer.
Und ja, da merkst du, dass du was getan hast.“

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


Alles neu macht der Mai: Maibräuche
Sprachniveau A2/B1

Für viele Menschen ist er einer der schönsten Monate im Jahr, denn es grünt und
blüht überall. Der Mai ist aber auch einer der Monate mit den meisten Traditionen und
Bräuchen. Einige stellen wir euch hier vor.

Maibaum

  
Foto: © Wolfgang Dirscherl / PIXELIO

In kleinen Städten und Dörfern in Bayern ist es Brauch, am 1. Mai oder am Abend zuvor
einen Maibaum auf dem Marktplatz aufzustellen. Es ist ein hoher, weiß-blau bemalter
Baumstamm, geschmückt mit bunten Bändern und einem grünen Kranz. Oft sind am
Maibaum auch Schilder mit Symbolen befestigt, die für Berufe wie Bäcker oder Metzger
stehen. Im Rheinland sehen Maibäume ganz anders aus. Junge Männer platzieren vor dem
Haus ihrer Liebsten eine kleine Birke mit bunten Bändern: eine Liebeserklärung, die alle
sehen können.
Maibaum aufstellen

© picture‐alliance/ dpa, Patrick Seeger 

In Süddeutschland ist das Aufstellen des Maibaums ein großes Ereignis. Junge Männer
tragen den Maibaum mit viel Tamtam durchs Dorf, oft spielt eine Blasmusikkapelle dazu. Mit
Hilfe von Seilen, Stangen und Leitern oder mit Traktoren wird der Maibaum auf dem
Marktplatz aufgestellt. Dann muss der Baum bewacht werden. Denn zum Brauch, einen
Maibaum aufzustellen, gehört auch, dass die Jungs aus dem Nachbardorf versuchen
werden, ihn zu stehlen. Wenn sie es schaffen, bekommen sie als Lösegeld ein Fass Bier.

Maibaumfeier

© picture‐alliance/ dpa, Karl‐Josef Hildenbrand 

Wenn der Maibaum am 1. Mai an seinem Platz steht, wird der Maitanz eröffnet. Nach altem
Brauch ist das ein Fest mit Blasmusik, viel Bier und deftigem Essen. Vereine führen
Volkstänze auf, Frauen tragen beim Maitanz oft Dirndl und Männer Lederhosen. Das ist aber
keine Pflicht, Hauptsache man hat Spaß. Und natürlich sind alle der Meinung, dass der
Maibaum in ihrem Dorf der schönste in der ganzen Gegend ist.
Maikönigin

© picture alliance / dpa 

In manchen Orten wird am 1. Mai eine Maikönigin gewählt. Wer ist die Schönste? Unter den
hübschen Mädchen, die bei der Wahl mitmachen, wird eine Gewinnerin gewählt. Sie ist dann
die Maikönigin und wird zum Beispiel für einen Tanz oder ein gemeinsames Abendessen an
den versteigert, der am meisten Geld für sie bietet. Das Geld wird für einen guten Zweck
gespendet – oder zum Trost unter den Verliererinnen aufgeteilt.

Maistreich

© picture alliance / blickwinkel/McPHOTO 

Manche nutzen die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai für einen Maistreich. Beispiele für
Maistreiche: Autos mit Klopapier einwickeln, die Gartentür des Nachbarn aus den Angeln
heben, Verkehrsschilder mit Schaum besprühen oder Türgriffe mit Honig oder Senf
bestreichen. Eine andere Art von Maistreich ist, einer jungen Frau statt einer kleinen,
geschmückten Birke einen Besen oder eine Tanne ohne Nadeln vor die Tür zu stellen. Das
bedeutet, dass sie sich bei irgendjemandem unbeliebt gemacht hat.
Maibowle

Foto: © pixeltante / PIXELIO 

Die Maibowle, auch Maiwein genannt, ist ein Getränk aus Weißwein und Sekt, das mit
Waldmeister gewürzt ist. Waldmeister ist eine Kräuterpflanze mit grünen, spitzen Blättern
und gibt der Maibowle ihren besonderen Geschmack. Im Mittelalter tranken Mönche den
Maiwein als medizinisches Getränk, um Herz und Leber zu stärken. Heute wird die Maibowle
vor allem bei Maifesten angeboten. Es gibt auch Maibowlen ohne Alkohol, sie werden mit
Apfelsaft und Minze zubereitet.

Maistrauß

© picture alliance / jtimage, Burkhard Juettner 

Im Mai schenkt man den Menschen, die man mag, einen kleinen Maistrauß als
Glücksbringer. Der Strauß besteht aus Maiglöckchen. Ihre hübschen weißen Blüten sehen
wie kleine Glocken aus und sind ein Symbol für Liebe und Glück. Aber Vorsicht: Die
Pflanzen sind giftig! Sie wachsen vor allem in Laubwäldern und an schattigen Orten, ihr Duft
ist süßlich.
Maiwanderung

 
Foto: © Rainer Sturm / PIXELIO 

Am Maifeiertag machen viele Familien einen Ausflug ins Grüne, oft zusammen mit Freunden.
Sie wandern durch Wälder und spazieren über Wiesen. Sie freuen sich an blühenden
Bäumen, Sträuchern und Blumen und darüber, dass der Frühling begonnen hat. Frische Luft
macht hungrig. Zur Maiwanderung gehört deshalb bei schönem Wetter auch ein Picknick.
Oder die Menschen essen und trinken zum Abschluss der Wanderung in einer Gaststätte im
Freien.  

Tag der Arbeit

Foto: © Tim Reckmann / PIXELIO 

Der 1. Mai wird auch als Tag der Arbeit bezeichnet. Er ist in Deutschland ein Feiertag, Kinder
haben schulfrei, Büros und Läden sind geschlossen. Der Maifeiertag erinnert an den Kampf
der Arbeiter, der vor mehr als 100 Jahren begann. Sie forderten gerechte Löhne und
streikten für das Ziel, nicht länger als acht Stunden am Tag arbeiten zu müssen. Bis heute
finden am 1. Mai Demonstrationen für gerechte Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung
statt.

Walpurgisnacht

© picture‐alliance/ dpa, Matthias Bein 

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist die Walpurgisnacht. Der Sage nach ist das die
Nacht, in der die Hexen auf dem Brocken (dem höchsten Berg im Gebirge Harz) ein großes
Fest feiern. In vielen Regionen Deutschlands werden in der Nacht Hexenfeuer entzündet. In
Städten und Dörfern feiern die Menschen die Walpurgisnacht mit einem „Tanz in den Mai“ zu
lauter Musik. Der Name „Walpurgisnacht“ leitet sich von der heiligen Walburga ab, ihr
Gedenktag wurde im Mittelalter am 1. Mai gefeiert.

Elisabeth Schwiontek arbeitet als freie Autorin in Berlin.

Worterklärungen

blühen: wenn Pflanzen meist bunte Blüten bekommen

der Brauch, die Bräuche: etwas, das Menschen in einer Region oder einem Land immer
wieder machen, zum Beispiel um etwas zu feiern

aufstellen: aufbauen, auf einem Platz errichten

der Kranz, die Kränze: ein Ring aus Blumen oder Pflanzen

die Birke, die Birken: eine Baumart, die man gut daran erkennt, dass die Rinde = die Haut
des Baumes weißschwarz ist

die Liebeserklärung, die Liebeserklärungen: Wenn man einer Person sagt oder zeigt, dass
man sie liebt.
das Ereignis, die Ereignisse: eine Veranstaltung, zu der sehr viele Menschen hingehen

das Tamtam: hier: viel Lärm

die Blasmusikkapelle, die Blasmusikkapellen: Gruppe von Musikerinnen und Musikern, die
nur Blasinstrumente wie zum Beispiel Trompeten spielen

bewachen: hier: aufpassen, dass der Baum nicht gestohlen wird

das Lösegeld, die Lösegelder: Geld, das man bezahlt, um eine Person oder einen
Gegenstand, die von einer anderen Person entführt wurde, freizukaufen

das Fass, die Fässer: ein großes Gefäß aus Holz

deftig: herzhaftes, kalorienreiches Essen mit viel Fleisch

die Pflicht, die Pflichten: wenn man etwas tun muss

die Hauptsache, die Hauptsachen: hier: am wichtigsten

die Gegend, die Gegenden: die Region

versteigern: etwas an die Person verkaufen, die das meiste Geld dafür bezahlen möchte

für einen guten Zweck spenden: Geld schenken, das man dann verwendet, um Menschen,
zu helfen, die kein oder zu wenig Geld haben und zum Beispiel krank sind

der Trost: jemandem, der traurig ist, etwas Nettes sagen oder schenken

der Maistreich, die Maistreiche: einen Streich machen Kinder oder Jugendliche häufig, um
andere Menschen/Erwachsene damit zu ärgern. Die Kinder finden das dann oft lustig.

einwickeln: einpacken

aus den Angeln heben: eine Tür aus dem Türrahmen herausnehmen

der Schaum, die Schäume: Schaum entsteht dann, wenn man zum Beispiel Shampoo mit
Wasser vermischt.

sich bei jemandem unbeliebt machen: sich so verhalten, dass eine andere Person böse auf
einen ist

würzen: einem Essen/Getränk etwas beifügen, um den Geschmack zu verbessern

der Mönch, die Mönche: ein Mann, der in einem Kloster lebt und sein Leben Gott widmet

die Leber, die Lebern: ein Körperorgan, das im Bauch auf der rechten Seite zu finden ist

die Vorsicht: „Vorsicht“, sagt man, um andere Personen vor einer Gefahr zu warnen

giftig: Etwas Giftiges sollte man zum Beispiel nicht essen, da man sehr krank werden
oder sogar sterben kann. Auch der Biss eines Tieres zum Beispiel einer Schlange kann
giftig sein.

der Laubwald, die Laubwälder: ein Wald, in dem Bäume stehen, die Blätter haben
schattig: mit wenig Sonne

der Duft, die Düfte: der Geruch

der Ausflug, die Ausflüge: eine Exkursion in die Natur oder an einen anderen Ort

der Abschluss, die Abschlüsse: zum Abschluss = am Ende

der Kampf, die Kämpfe: hier: sich sehr bemühen/engagieren, um eine Verbesserung zu
erreichen

gerechte Löhne fordern: sagen, dass man für die Arbeit, die man macht, fair bezahlt werden
möchte

streiken: aus Protest für eine bestimmte Zeit aufhören zu arbeiten

die Arbeitsbedingungen, die Arbeitsbedingungen: wie man arbeitet (Zeit, Bezahlung,


Atmosphäre, Arbeitsplatz, Urlaub)

die Sage, die Sagen: eine alte Geschichte, von der man nicht weiß, ob sie wahr oder
erfunden ist, oft hat sie fantastische Elemente

die Hexe, die Hexen: eine weibliche Figur, die oft in Märchen vorkommt, magische Kräfte hat
und oft als sehr böse dargestellt wird. Ihr Attribut ist oft ein Besen, mit dem sie fliegt.

sich ableiten von: kommen von

der Gedenktag, die Gedenktage: ein Tag, an dem man an eine Person oder ein Ereignis
erinnert

das Mittelalter: die Zeit zwischen Altertum und Neuzeit (circa 6. bis 15. Jahrhundert)
Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

Mein Weg in die Ausbildung


(Sprachniveau A2/B1)

Leon macht eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Schon


in der Schulzeit hat er angefangen, sich über Berufe zu informieren. Wie
aber hat er seinen Ausbildungsplatz gefunden? Auf PASCH-net erzählt er
in fünf Schritten von seinem Weg in die Ausbildung.

Illustration: © Nina Tines

Mein Weg in die Ausbildung

Das ist Leon. Er ist 17 Jahre alt und kommt aus einer Kleinstadt in Nordrhein-
Westfalen. Gerade macht er eine Ausbildung zum Kaufmann für
Büromanagement. Die Ausbildung hat er im letzten August begonnen. Davor hat
er an einer Gesamtschule die mittlere Reife erworben. Leon hat viele Freunde
und kommuniziert oft mit ihnen über die sozialen Netzwerke. Aber nicht nur das.
Sie unternehmen auch viel zusammen. Meistens organisiert Leon die
gemeinsamen Unternehmungen. Außerdem spielt er Fußball in einem Verein und
kümmert sich dort um die Mannschaftskasse. Mit 15 Jahren hat Leon begonnen,
sich über Ausbildungsberufe zu informieren. Was er werden wollte, wusste er
noch nicht genau. Eines aber war sicher: Studieren wollte er nicht. Er wollte
lieber eine Ausbildung machen. Er hat schon früh gemerkt, dass er
das praktische Arbeiten mehr mag als das Lernen in der Schule.

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

Die duale Ausbildung in Deutschland

In Deutschland ist die Ausbildung in der Regel dual. Das heißt, sie findet in
einem Betrieb und in der Berufsschule statt. Die Auszubildenden lernen also
doppelt: Sie sammeln bei ihrem Arbeitgeber Berufserfahrung und lernen
wichtiges Hintergrundwissen in einer Berufsschule. So verbindet das System
Theorie und Praxis. Der Unterricht an den Berufsschulen wechselt regelmäßig
mit längeren Arbeitszeiten im Lehrbetrieb. Häufig findet der Unterricht
in Blöcken von zwei Wochen statt. Oder die Schülerinnen und Schüler gehen
jede Woche einen oder zwei Tage in die Berufsschule. Ein wesentlicher Vorteil
ist, dass die Auszubildenden früh in die Arbeitswelt einsteigen. Sie sind von
Anfang an im Lehrbetrieb eingebunden und lernen das reale Arbeitsleben
kennen. Die Auszubildenden bekommen ab dem ersten Lehrjahr ein Gehalt.

Illustration: © Nina Tines

Erster Schritt: Berufsberatung

Zuerst habe ich mich im Internet informiert. Ich habe geschaut, welche Berufe es
gibt und in welchen Berufen viele Ausbildungsplätze angeboten werden. Dann
habe ich im Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit einen
Termin vereinbart. Die Berufsberaterin wollte wissen, was ich gut kann und was
mich interessiert. Ich habe ihr erzählt, dass ich gern in einem Büro arbeiten
möchte, in der Schule gut in Mathematik bin und Zahlen mag. Ich wollte aber
nicht nur mit Zahlen arbeiten. Den Kontakt mit Menschen finde ich auch wichtig.
Außerdem kann ich gut organisieren. Am Ende hat sie mir den Beruf "Kaufmann
für Büromanagement" empfohlen, weil man dort mit Zahlen zu tun hat, aber

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

auch viel kommuniziert und organisiert. Man bearbeitet zum Beispiel Rechnungen
oder Bestellungen, schreibt Briefe und E-Mails, telefoniert mit Kunden oder plant
Termine. Ich fand den Beruf sofort interessant, weil er so abwechslungsreich ist.

Die Bundesagentur für Arbeit in Deutschland

Die Bundesagentur für Arbeit ist eine der größten Behörden Deutschlands.
Ihre Aufgabe ist es, Arbeitssuchende und freie Arbeitsstellen
zusammenzubringen: Unternehmen können über die Bundesagentur für Arbeit
ihre Stellenanzeigen veröffentlichen und Menschen, die Arbeit suchen, können
so eine neue Stelle finden. Außerdem verwaltet die Bundesagentur
die Arbeitslosenversicherung: Für eine bestimmte Zeit zahlt sie Personen, die
keine Arbeit haben, jeden Monat Geld aus der Versicherung. Ein anderer
wichtiger Aufgabenbereich ist die Berufsberatung. Dafür gibt es in jeder
Arbeitsagentur ein Berufsinformationszentrum, kurz BIZ. Dort kann man sich
in Büchern und anderen Medien über Berufe informieren und auch einen
Berufsberater oder eine Berufsberaterin fragen.

Illustration: © Nina Tines

Zweiter Schritt: Schülerpraktikum

In der achten Klasse mussten wir eine Woche lang ein Schülerpraktikum in einem
Unternehmen machen. Ich habe es in der Sparkasse meiner
Heimatstadt absolviert. Da viele Banken zum Kaufmann für Büromanagement
ausbilden, wollte ich die Arbeit dort kennenlernen. Das Praktikum war toll.
Obwohl Schülerpraktikanten meistens nur zuschauen dürfen, durfte ich auch
einige Aufgaben selbst erledigen. In der Verwaltung habe ich zum Beispiel bei
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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

der Berechnung von Budgets geholfen und auch ein paar


Rechnungen überwiesen. Ich habe unterschiedliche Abteilungen kennengelernt.
Am Schalter konnte ich dabei zuschauen, wie man ein Konto eröffnet oder
Beratungsgespräche für Kredite führt. Die Angestellten in der Sparkasse waren
sehr freundlich und haben mir viel erklärt. Ich fand es total interessant zu sehen,
wie so eine Bank funktioniert, was es dort für Aufgaben gibt und wie ein
Arbeitstag abläuft.

Praktika in Deutschland

Bei einem Praktikum kann man für eine bestimmte Zeit in einem Betrieb
arbeiten, um Berufserfahrung zu sammeln. Dafür wird man meistens nicht
bezahlt. Praktikanten lernen nicht nur ein bestimmtes Unternehmen oder
einen bestimmten Beruf besser kennen, sondern erfahren auch viel über ihre
eigenen Fähigkeiten und Interessen im Arbeitsleben. Die meisten deutschen
Jugendlichen machen schon während ihrer Schulzeit ein Praktikum und
verbringen in der achten oder neunten Klasse eine Woche oder zwei Wochen
in einem Unternehmen. Dieses Schülerpraktikum ist sehr wichtig bei der
Berufswahl. Die Jugendlichen sammeln so erste Arbeitserfahrungen, lernen
einen Betrieb besser kennen und können ihren Wunschberuf überprüfen.

Illustration: © Nina Tines

Dritter Schritt: Ausbildungsplatzsuche

Meine Ausbildung wollte ich gern in einer Stadt machen, die größer ist als meine
Heimatstadt. Sie sollte aber auch nicht zu weit weg sein. Zuerst habe ich im
Internet geschaut. In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit gab es allein in

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

der Stadt Essen rund 200 freie Ausbildungsplätze als Kaufmann für
Büromanagement. Auf Websites wie www.ausbildung.de oder www.azubiyo.de
konnte ich noch mehr freie Stellen finden. Nach meinem Schülerpraktikum
wusste ich ja, dass ich die Ausbildung bei einer Bank machen wollte. Am liebsten
bei der Sparkasse. Ausbildungsplätze bei der Sparkasse konnte ich in den
Jobbörsen aber nicht finden. Also habe ich auf der Karriere-Website der
Sparkasse www.karriere.sparkasse.de nachgesehen. Leider gab es auch dort zu
der Zeit keine Ausbildungsplätze als Kaufmann für Büromanagement. Also habe
ich mich bei anderen Banken beworben. Von den 200 freien Ausbildungsplätzen
der Bundesagentur für Arbeit in Essen waren zum Glück fünf bei einer Bank.

Jobbörsen in Deutschland

Eine Jobbörse ist eine Website, auf der Unternehmen ihre Stellenanzeigen
veröffentlichen. Die Nutzerinnen und Nutzer können dort freie Arbeitsplätze
nach bestimmten Berufen und Orten suchen. Sie können auch andere,
besondere Suchbegriffe eingeben, nach denen die Stellenanzeigen durchsucht
werden. Ein Beispiel: Wer nur eine Teilzeitstelle sucht, gibt neben der
Berufsbezeichnung und dem gewünschten Ort auch den Suchbegriff „Teilzeit“
ein. Oft findet man auf Jobbörsen auch Tipps und Informationen zu den
Themen Job, Karriere und Bewerbung. Die größte Jobbörse ist die der
Bundesagentur für Arbeit.

Illustration: © Nina Tines

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

Vierter Schritt: Bewerbung

In der neunten Klasse haben wir im Deutschunterricht gelernt, wie man


ein Anschreiben schreibt und welche Fragen es beantworten muss: Warum
möchte ich den Beruf lernen? Warum bin ich für die Ausbildung geeignet? Warum
möchte ich sie bei diesem bestimmten Unternehmen machen? Jeder von uns hat
im Unterricht ein Anschreiben auf eine Stellenanzeige geschrieben. Ein paar
Wochen später kam außerdem ein Berufsberater von der Bundesagentur für
Arbeit in die Schule. Er hat uns erklärt, wie eine Bewerbungsmappe aussehen
muss. Er hat uns auch beim Lebenslauf geholfen. Da ich damals schon wusste,
wo ich meine Ausbildung machen wollte, hatte ich mein Anschreiben für eine
Bank schon fertig. Der Berufsberater hat es für mich kontrolliert. So war ich ganz
sicher, dass es gut ist. Ich habe mich dann bei vier verschiedenen Banken
beworben.

Bewerbungsunterlagen in Deutschland

Die Bewerbungsunterlagen bestehen in Deutschland in der Regel aus einem


Anschreiben, einem Lebenslauf, einem Foto und Kopien von Schulabschluss-,
Ausbildungs- oder Arbeitszeugnissen. Für die Bewerbungsunterlagen gibt es
bestimmte Regeln: Das Anschreiben darf zum Beispiel nicht länger als
eine DIN-A4-Seite sein, der Lebenslauf nicht länger als zwei. Der Lebenslauf
ist in der Regel tabellarisch, also wie eine Tabelle, aufgebaut. Neben den
Kontaktdaten enthält er Informationen zur Schulbildung, zur Berufserfahrung
– zum Beispiel zu Praktika und Nebenjobs – und auch zu Hobbys und
sonstigen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Sprach- und Computerkenntnisse.
Das Foto muss ein professionelles Porträtfoto und kein Selfie oder Urlaubsfoto
sein. Bewerberinnen und Bewerber, die noch keinen Schulabschluss
haben, fügen der Bewerbung das letzte Zeugnis bei.

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

Illustration: © Nina Tines

Fünfter Schritt: Vorstellungsgespräch

Meine Bewerbung war gut und ich wurde von drei Banken zu einem
Vorstellungsgespräch eingeladen. Davor hatte ich große Angst. Deshalb habe ich
mich gut vorbereitet. Ich habe einige Bücher zum Thema gelesen und Freunde
gefragt, die schon mal ein Vorstellungsgespräch hatten. Ich wusste also, auf was
ich achten musste: saubere Kleidung, ruhige Körpersprache, lächeln, gut zuhören
und ehrlich antworten. Ich wusste auch, welche Fragen den Bewerberinnen und
Bewerbern in der Regel gestellt werden, zum Beispiel zum Unternehmen, zur
Schule, zu Praktika oder Hobbys. Außerdem habe ich mich im Internet ganz
genau über die Firmen informiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus
den Personalabteilungen haben mich zum Beispiel gefragt, in welchen
Abteilungen ich während meines Praktikums gearbeitet habe und warum ich die
Ausbildung machen möchte. Bei einem Gespräch wollten sie auch wissen, warum
ich in Englisch nur ein „Ausreichend“ auf dem Zeugnis hatte. Während der ersten
beiden Gespräche war ich noch sehr aufgeregt. Aber das dritte lief richtig gut.
Ungefähr zwei Wochen nach dem Gespräch bekam ich einen Anruf – ich habe
den Ausbildungsplatz bekommen!

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

Vorstellungsgespräche in Deutschland

Vorstellungsgespräche laufen in der Regel ähnlich ab. Zur Begrüßung schüttelt


man sich die Hände und sagt seinen Namen. Meistens folgt etwas Small
Talk über das Wetter oder die Anreise. Dann stellt sich die Bewerberin oder
der Bewerber kurz vor. Danach wird das Unternehmen vorgestellt. Hier
können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Personalabteilung die
Bewerberin oder den Bewerber auch fragen, was diese schon über das
Unternehmen wissen. Bei größeren Unternehmen führen bis zu vier Personen
das Vorstellungsgespräch. Neben den Leiterinnen und Leitern der
Personalabteilung können auch andere Führungskräfte dabei sein. Der
Hauptteil des Vorstellungsgespräches sind die Fragen zur Bewerbung. Typisch
sind: Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben? Warum möchten Sie
in unserem Unternehmen arbeiten? Was qualifiziert Sie für diese Stelle?
Bewerberinnen und Bewerber sollten aber auch Interesse zeigen und eigene
Fragen stellen.

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

Worterklärungen

• der Kaufmann / die Kauffrau für Büromanagement, die Kaufleute für


Büromanagement: ein in Deutschland sehr beliebter Ausbildungsberuf, in dem
man in einem Büro verschiedene Aufgaben übernimmt, zum Beispiel: Kunden
betreuen, Rechnungen schreiben, Termine planen, Reise organisieren,
Sitzungen vorbereiten. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

• die Gesamtschule, die Gesamtschulen: Eine der Schulen, die man in


Deutschland nach der Grundschule besuchen kann. Kinder und Jugendliche
lernen dort von Klasse fünf bis zehn zusammen in einer Schule und werden
nicht nach Haupt- oder Realschule getrennt, können aber trotzdem einen
Haupt- oder einen Realschulabschluss machen. An vielen Gesamtschulen
können die Jugendlichen anschließend auch das Abitur machen.

• die mittlere Reife: der mittlere Schulabschluss in Deutschland, den man in der
Regel nach zehn Schuljahren zum Beispiel an einer Real-, Mittel- oder
Gesamtschule sowie am Gymnasium machen kann. Mit der mittleren Reife
kann man eine Ausbildung beginnen.

• kommunizieren: miteinander sprechen, sich verständigen

• das soziale Netzwerk, die sozialen Netzwerke: Websites im Internet wie zum
Beispiel Facebook, über die man sich mit Freunden, Bekannten oder Fremden
austauschen und vernetzen kann

• unternehmen: hier: etwas gemeinsam tun

• der Verein, die Vereine: eine Organisation / eine Gruppe von Menschen, die
sich für etwas Bestimmtes interessieren (zum Beispiel für eine Sportart) und
sich regelmäßig treffen. Die Mitglieder des Vereins zahlen regelmäßig einen
bestimmten Beitrag, um ihn zu finanzieren.

• das praktische Arbeiten: hier: Leon möchte nicht mehr nur für einen Beruf
lernen, sondern ihn in der Wirklichkeit ausüben.

• in der Regel: üblicherweise, meist

• Berufserfahrung sammeln: praktische Erfahrungen in einem Beruf machen

• der Block, die Blöcke: hier: in Blöcken: Sie haben zwei Wochen lang nur
Unterricht in der Berufsschule.

• einsteigen: hier: beginnen, starten

• einbinden: hier: integrieren

• das Gehalt, die Gehälter: das Geld, das jemand der arbeitet, regelmäßig für
seine Arbeit erhält

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

• der Ausbildungsplatz, die Ausbildungsplätze: Arbeitsplatz, an dem ein


Jugendlicher für einen bestimmten Beruf ausgebildet wird

• vereinbaren: absprechen, abmachen, ausmachen

• die Berufsberaterin / die Berufsberaterinnen, der Berufsberater / die


Berufsberater: jemand, der Jugendliche oder andere Personen, die Arbeit
suchen, über verschiedene Berufe informiert und sie bei der Berufswahl
unterstützt

• empfehlen: jemandem raten, sich für etwas Bestimmtes zu entscheiden

• bearbeiten: hier: sich mit bestimmten Aufgaben beschäftigen, an etwas


Bestimmtem arbeiten

• abwechslungsreich: vielfältig, vielseitig; hier: Leon gefällt der Beruf, weil es so


viele verschiedene Aufgaben gibt

• die Behörde, die Behörden: eine staatliche Einrichtung mit bestimmten


Aufgaben

• die Stellenanzeige, die Stellenanzeigen: eine Anzeige zum Beispiel im Internet,


in der ein freier Ausbildungs- oder Arbeitsplatz angeboten wird

• verwalten: betreuen, leiten, sich in Auftrag von jemandem um etwas


kümmern

• die Arbeitslosenversicherung, die Arbeitslosenversicherungen: eine gesetzliche


Versicherung in Deutschland, in die man monatlich einen bestimmten Betrag
einzahlt, wenn man arbeitet

• die Sparkasse, die Sparkassen: eine Bank in Deutschland, die von Städten
oder Gemeinden betrieben wird

• absolvieren: hier: ein Praktikum machen

• erledigen: hier: durchführen

• die Verwaltung, die Verwaltungen: hier: die Abteilung der Sparkasse, die die
Aufgabe hat, den Betrieb in der Sparkasse zu betreuen

• das Budget, die Budgets: ein Plan, in dem festgehalten ist, was in einem
bestimmten Zeitraum an Geldern eingenommen und was wieder ausgegeben
wird

• überweisen: hier: einen Geldbetrag von einem auf ein anderes Konto bringen

• die Abteilung, die Abteilungen: ein Teil einer größeren Firma, in dem Aufgaben
eines bestimmten Bereichs erledigt werden

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Mein Weg in die Ausbildung | Text: Katja Hanke, Illustrationen: Nina Tines

• der Schalter, die Schalter: hier: ein bestimmter Bereich in einem größeren
Raum, von dem aus die Kunden bedient werden (zum Beispiel in Banken)

• der Kredit / die Kredite: ein Geldbetrag, den jemand von jemandem oder einer
Bank geliehen bekommt. Leiht man sich Geld bei einer Bank, muss man dafür
regelmäßig einen bestimmten Betrag (Zinsen) an die Bank bezahlen.

• die Angestellte / der Angestellte, die Angestellten: Personen, die in einer Firma
(hier: in einer Bank) arbeiten

• die Karriere-Website, die Karriere-Websites: Websites von meist größeren


Firmen, auf denen man sich über das Arbeiten in der jeweiligen Firma
informieren kann. Oft findet man dort auch Informationen zu freien
Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.

• das Anschreiben, die Anschreiben: hier: ein persönliches Schreiben an das


Unternehmen als Teil der Bewerbung

• für etwas geeignet sein: für etwas (hier: die Ausbildung) gut passen

• die Bewerbungsmappe, die Bewerbungsmappen: eine Mappe, in die die


Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse usw.) gesteckt
werden

• DIN-A4: eine bestimmte Größe für ein Blatt Papier (210 Millimeter x 297
Millimeter); diese Größe wird in vielen Teilen der Welt in der Schule oder im
Büro verwendet, zum Beispiel für Schulhefte, Drucker oder Kopierer.

• das Porträtfoto, die Porträtfotos: ein Foto eines Menschen, das nur sein
Gesicht zeigt

• beifügen: mitschicken, dazulegen

• vorbereiten: sich intensiv mit etwas beschäftigen, um eine bestimmte Aufgabe


oder Situation gut zu lösen (hier: die Vorstellungsgespräche)

• die Köpersprache: die Gefühle, die man durch die Bewegung und Haltung des
Körpers oder des Gesichts ausdrückt

• die Personalabteilung, die Personalabteilungen: die Abteilung eines


Unternehmens, die sich um alle Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
kümmert

• der Small Talk, die Small Talks: ein Gespräch über nicht so wichtige Themen,
das man meist mit Personen führt, die man (noch) nicht so gut kennt

• die Führungskraft, die Führungskräfte: eine Person, die in einem Unternehmen


für eine bestimmte Abteilung oder für ein bestimmtes Team verantwortlich ist

• sich für etwas qualifizieren: für etwas (hier: für die Ausbildung) geeignet sein

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„Sport in meinem Alltag“ - Transkript

Philipp, schon seit zehn Jahren Mitglied in einem Fußballverein

Warum spielst du in deiner Freizeit Fußball?

„In der Schule sitz' ich halt viel und es ist langweilig, weil man immer die ganze
Zeit denken muss. Und da …. kann man halt einfach sich bewegen und … Also ich
mag … ich kann einfach nicht so lange sitzen, deswegen find' ich das super, da
rumzurennen und halt Sachen mit dem Fuß zu machen.“

Wie läuft dein Fußballtraining ab?

„Ja also das Training besteht daraus … aus … naja … wenn man … wie soll ich
sagen. Also der Trainer guckt sich das Spiel von der letzten Woche an und guckt,
was gut gelaufen ist und was schlecht. Und dann wird zum Beispiel, wenn wir
schlecht beim Passen waren, in dem nächsten Training halt Passspiel
rangenommen. Dann wird halt als Erstes erwärmt mit Lauf-ABC und dann
dehnen wir uns. Und dann wird halt angefangen mit der Übung, die der Trainer
sagt, zum Beispiel passen, gegenüberstellen, flanken und so was. Und dann
meistens ist am Ende noch ein Abschlussspiel. “

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


Katja Hanke

Start-ups – nachhaltig, innovativ, kreativ?


Sprachniveau: B1/B2

© PASCH-net

Ein Unternehmen zu gründen und zu führen ist harte Arbeit. Umso wichtiger ist es,
dass die Gründerinnen und Gründer zu hundert Prozent hinter ihrem Produkt
stehen.

Immer mehr Start-ups setzen auf nachhaltige Produkte. So wie die Schülerfirma
BerlinBees und das Startup hello simple. Sie wollen nicht nur irgendetwas produzieren und
verkaufen, sondern dabei mit der Umwelt und den Ressourcen schonend umgehen.
Unternehmensgründungen sind wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes:
Sie setzen innovative Ideen um, schaffen Arbeitsplätze und tragen zum
Bruttoinlandsprodukt bei. Daher werden Jugendliche und junge Erwachsene bei der
Gründung von Unternehmen auf unterschiedliche Arten gefördert. In der Schülerfirma
BerlinBees können Schülerinnen und Schüler bereits in der Ausbildung erleben, wie man
ein Unternehmen führt, das Start-up hello simple wurde durch das Berliner Startup
Stipendium unterstützt. Laut dem 6. Startup Monitor von 2018 wünschen sich
Gründerinnen und Gründer aber insgesamt noch mehr Unterstützung, insbesondere bei
der Finanzierung.
Katja Hanke

Larissa (18) und Noah (19) sind zwei von 17 Mitgliedern der Firma BerlinBees. Die
Schülerinnen und Schüler betreuen drei Bienenvölker und stellen aus den Rohstoffen
Honig, Kerzen und Kosmetika wie Handcreme oder Lippenbalsam her.

© Foto: Katja Hanke

Aus welcher Motivation heraus wurde die Schülerfirma gegründet?


Noah: BerlinBees ist Teil der Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten an unserer
Berufsfachschule. Unsere Lehrerin hat die Firma vor vier Jahren gegründet, weil sie die
Theorie aus dem Unterricht auch praktisch anwenden wollte. Es geht aber nicht nur um
unternehmerische Aspekte sondern auch darum, ökologisch und sozial nachhaltig zu
wirtschaften.

Ihr seid also automatisch Teil der Firma?


Larissa: Ja, sie ist Bestandteil des Unterrichts. Mich hat die Arbeit in der Firma aber
schnell begeistert. Es macht großen Spaß. Ich lerne viel über die Natur, über Bienen und
viel mehr über das Wirtschaften als nur aus der Theorie im Unterricht.
Katja Hanke

Woran arbeitet ihr gerade?


Noah: Wir haben in letzter Zeit viel Feedback zu unserer Handcreme bekommen und sind
gerade dabei, es umzusetzen und die Creme zu verbessern. Auf Kundenwünsche und
Kritik zu den Produkten einzugehen, ist ja auch ein wichtiger Aspekt der Firma.

Welche Erfolge hattet ihr in letzter Zeit?


Larissa: Für mich war die Messe für Schülerfirmen im Februar ein großer Erfolg. Daran
haben rund 60 verschiedene Schülerfirmen teilgenommen. Wir hatten dort einen schönen
Stand und haben viel verkauft, vor allem Honig und Lippenbalsam.

Noah: Auf der Messe ging es viel um Informationsaustausch. Zum Beispiel haben wir mit
anderen Schülerfirmen gesprochen, die auch mit Bienen arbeiten, und haben erfahren,
wie sie das so machen. Das war sehr interessant. Auch davon lernt man sehr viel.

Wie zeigt sich die Nachhaltigkeit bei BerlinBees?


Noah: Audio 1

Welches schöne Erlebnis hattest du mit BerlinBees?


Noah: Audio 2

Wie viel Honig und Wachs nehmt ihr von den Bienen?
Larissa: Audio 1
Noah: Audio 3

Was ist für dich eine Herausforderung bei der Arbeit in der Firma?
Larissa: Audio 2
Noah: Audio 4
Katja Hanke

hello simple vertreibt nachhaltige Drogerieprodukte, die die Kunden selbst


zusammenmischen. Momentan bietet die Firma eine Deocreme, eine Körperbutter und ein
Waschmittel an. Lisa (31) hat hello simple vor zwei Jahren zusammen mit ihrer Freundin
Jacqueline gegründet.

© Foto: Katja Hanke

Wie seid ihr auf eure Geschäftsidee gekommen?


Lisa: Wir hatten es satt, dass in unseren Badezimmern so viele Plastikflaschen stehen, mit
Produkten, von denen wir nicht wissen, was sie eigentlich enthalten. Wir wollten Produkte
anbieten, bei denen man sich vollkommen sicher sein kann, dass nichts Schädliches darin
ist.

Was war die größte Hürde bei der Unternehmensgründung?


Lisa: Die Finanzierung. Um das Unternehmen gründen zu können, brauchten wir zuerst
einen Kredit. Das war nicht einfach. Wir mussten einen Businessplan aufstellen und dann
die Bank überzeugen. Wir haben uns auch bei Wettbewerben beworben und so das
Berliner Startup Stipendium gewonnen. Das war ein großer Erfolg. Dazu mussten wir vor
einer Jury einen Vortrag halten. Wir hatten nicht damit gerechnet zu gewinnen, denn es
gibt viele andere Startups, die auch gute Ideen haben. Das Stipendium hat uns in der
Katja Hanke

Anfangszeit sehr geholfen. Die wenigsten jungen Menschen, die ein Startup gründen,
verfügen selbst über genügend Geld. Dafür müsste man vorher schon länger gearbeitet
haben.

Gab es noch andere Herausforderungen?


Lisa: Oh ja. Zum Beispiel alle Arbeitsfelder gut zu strukturieren. Wir mussten uns viel mit
rechtlichen Vorschriften beschäftigen. Davon gibt es jede Menge und für Naturkosmetik
sind es andere als für Waschpulver. Außerdem haben wir lange an der Zusammensetzung
der Produkte gearbeitet. Dann mussten wir Lieferanten für die Rohstoffe finden, das
Design kreieren, einen Online-Shop aufbauen, Werbung machen und noch viel mehr. In
der Anfangszeit hatten wir sehr viel Arbeit. Gleichzeitig war es aber auch sehr spannend
und motivierend.

In welcher Phase befindet ihr euch jetzt, nach zwei Jahren?


Lisa: Jetzt sind wir in der Durchhaltephase. Wir müssen unsere Produkte noch bekannter
machen und möglichst viel verkaufen, sodass wir irgendwann gut davon leben können.

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei euren Produkten?


Lisa: Audio 1

Was betrachtest du als Herausforderung, wenn man ein Start-up gründet?


Lisa: Audio 2

Wann hattet ihr in der Gründungsphase am meisten zu tun?


Lisa: Audio 3

Was muss man deiner Meinung nach können, um ein Start-up zu gründen?
Lisa: Audio 4

Schreibe zum Thema:


Kannst du dir vorstellen eine eigene Firma zu gründen? Welche Produkte oder
Dienstleistungen würdest du anbieten? Vor welchen Herausforderungen würdest du
stehen? Was wäre deine Motivation?
Katja Hanke

Worterklärungen:

nachhaltig: hier: Produkte, bei deren Herstellung und Verkauf möglichst wenig Schaden in
der Natur und der Gesellschaft entsteht
mit etwas schonend umgehen: etwas vorsichtig und sparsam verwenden

das Bruttoinlandsprodukt, die Bruttoinlandsprodukte: Gesamtwert aller Waren und


Dienstleitungen, die in einem Jahr in einem Land hergestellt und erbracht wurden. Das
Bruttoinlandprodukt ist das Maß für die wirtschaftliche Leistung eines Landes.

der Rohstoff, die Rohstoffe: Stoffe aus der Natur, die noch nicht von Menschen bearbeitet
wurden

das Berliner Startup-Stipendium: ein Stipendium bei dem Gründerinnen und Gründer
sechs Monate lang Geld und fachliche Unterstützung von Berliner Universitäten
bekommen.
über etwas verfügen: etwas haben, etwas besitzen

das Arbeitsfeld. die Arbeitsfelder: Aufgabenbereich, Gebiet oder Bereich in dem jemand
arbeitet

die Naturkosmetik (sg.): Körperpflege und Make-up, das aus Stoffen aus pflanzlicher,
tierischer oder mineralischer Herkunft hergestellt wird.

das Waschpulver: Waschmittel zur Reinigung von Kleidung und Stoffen

die Durchhaltephase, die Durchhaltephasen: hier: Zeitraum zwischen der Gründung und
dem Erreichen des Ziels, von den Einnahmen der eigenen Firma gut leben zu können
Ausgehen unter 18: So feiern Jugendliche

Frederike, 17, mag Konzerte und darf lange ausgehen

Das Kraftklub-Konzert

Bei meinem letzten Konzert war ich bei


„Kraftklub“. Das ist eine Band aus Chemnitz.
Und da war ich mit drei Freundinnen, und
von meiner einen Freundin war auch die
Mutter dabei. Deshalb war es auch kein
Problem reinzukommen. Das war in der Max-
Schmeling-Halle, eine der größten
Konzerthallen in Berlin. Es war echt richtig
toll, es war tolle Stimmung.

Alle haben mitgesungen, haben mitgetanzt,


mitgegrölt. Am besten hat mir gefallen, bei dem einen Lied, da ist es dann so, das Lied, das
heißt „Randale“, die machen ja auch eher so Rock. Da sollten wir uns alle auf den Boden
knien. Und als dann der Sänger „Randale“ gerufen hat, da sind wir alle aufgesprungen,
haben mit den Fäusten …, haben gejubelt und alles.
Das war echt ganz toll, das hat wirklich viel Spaß gemacht. Da waren wir sehr lange weg.
Wir waren dann erst um zwei zu Hause. Ich glaube, wären wir da allein unterwegs gewesen,
hätte es Probleme geben können. Aber da wir ja die eine Mutter dabei hatten, ging das dann
alles.

Die Eltern

Also ich muss ehrlich sagen, ich habe es sehr gut mit meinen Eltern. Und die sind da gar
nicht so, dass sie sagen: ihr müsst jetzt Punkt zehn zu Hause sein, sondern die lassen mir
da sehr viel Freiraum. Ich glaub auch, weil sie wissen, dass ich auch verantwortungsbewusst
bin und keine Fehler mache sag ich jetzt mal, und nichts Dummes tue. Ja, also ich muss
ehrlich sagen, die … Natürlich sagen sie, ja bitte komm dann irgendwann nach Hause, bleib
nicht die ganze Nacht weg. Aber es ist jetzt nicht so strikt, sag ich mal.

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


Ausgehen unter 18: So feiern Jugendliche

Paul, 17, mag Grillen, Konzerte und Technomusik

Ausgehen

Ich gehe sehr gerne abends mit meinen


Freunden aus. Ich treff mich sehr gerne mit
ihnen im Park abends, im Friedrichshain
Volkspark zum Beispiel. Wenn wir uns nicht
zum Grillen oder zum Picknicken treffen,
dann gehen wir auch manchmal in Clubs.
Und wir haben da Freunde aus der 12.
Klasse, die haben so ne … die legen auf.
Und die heißen Schlagwerk, und dann gehen
wir manchmal zu deren Konzerten und ja,
hören die Musik.

Wenn Paul 18 ist

Es gibt ja manche bekannte Clubs wie das Matrix zum Beispiel. Diese Erfahrung würde ich
auch gern mal machen, da reingehen. Auch wenn… vielleicht ist es nicht so toll, aber wenn
alle immer drüber reden, ich glaube dann lohnt es sich, das auch mal zu erfahren.

© www.pasch-net.de | Autorin: Elisabeth Schwiontek


Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

Transkripte Podcasts Folge 2: Landeskunde


Sprachniveau B1

Einleitung: Deutschland - Ein Land mit 83 Millionen Facetten


„Du bist Deutschland“. Wer kennt sie nicht, die Kampagne, die 2005 über
die heimischen Fernsehbildschirme flimmerte. Selbst mir, einer
damals frischgebackenen Fünftklässlerin, sind die Worte im Gedächtnis geblieben.

Und das ist vielleicht auch gut so. Denn jetzt, über 15 Jahre später, sind sie für mich
Programm: Als kulturweit-Freiwillige soll ich Kroatischen Schülerinnen und Schülern
mein Heimatland näherbringen. Doch alles was mir dazu einfällt sind keine
Antworten, sondern Fragen: Was bedeutet es ‚Deutschland‘ zu sein? Oder anders
formuliert: Wer bin ich und wenn ja wie viele?

Rund 83 Millionen Menschen leben zurzeit in der Bunderepublik. Und das bedeutet:
Alles was ich in den kommenden sechs Monaten für mich herausfinde, ist nur ein
kleiner Teil des Ganzen. Ein Augenblick, ein Blickwinkel, ein Einblick - aber
letztendlich auch nur mein Blick.

Worterklärungen
heimisch: zu Hause
flimmern: sich abspielen/erscheinen
frischgebacken: umgangssprachlich: neu
-e Fünftklässlerin,-nen: eine Schülerin der 5. Klasse
-r Augenblick, -e: der Moment
-r Blickwinkel, -: die Perspektive/Sichtweise
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

Mein Lieblingsessen: „Herrgottsbscheißerle“


Heute erzähle ich euch von meinem absoluten Lieblingsessen: Maultaschen.
Maultaschen sind kleine, gefüllte Teigtaschen aus Süddeutschland. Erfunden wurden
sie der Legende nach in einem Kloster. Dessen Mönche wollten auch in der Fastenzeit
nicht auf Fleisch verzichten. Und deswegen haben sie das Fleisch einfach in Nudelteig
versteckt.
Neben der traditionellen Füllung aus Fleisch, Zwiebeln und Brötchen gibt es die
„Herrgottsbscheißerle“ heute aber auch in vielen vegetarischen Varianten. Außerdem
kann man Maultaschen auf verschiedene Arten zubereiten. Die drei Klassiker sind:
- „In der Brühe“, also als Beilage in einer Gemüsesuppe,
- „Geschmälzt“, das heißt mit Zwiebeln und Kartoffelsalat, oder
- „Geröstet“ mit Ei.
Doch ganz egal für welche Füllung und Zubereitung ihr euch letztendlich entscheidet:
Lasst es euch schmecken!

Worterklärungen
-e Legende, -n: eine Erzählung/Geschichte
-s Kloster, Klöster: ein Ort religiöser Gemeinschaft
-r Mönch, -e: ein Mitglied eines Klosters
-e Fastenzeit: Zeit zwischen Karneval und Ostern. In dieser Zeit sollen Menschen
katholischen Glaubens kein Fleisch essen.

-s Brötchen, -: ein kleines Brot


geröstet: in der Pfanne gebraten

Fragen:

• In welcher Region Deutschlands sind Maultaschen eine Spezialität?


• Von wem wurden Maultaschen erfunden? Und warum?
• Welche Arten von Maultaschen gibt es?
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

Aufgabe: Erzähle mir von deinem Lieblingsessen! Nimm deinen Text mit dem Handy
auf.

Weiterführende
Informationen: https://www.chefkoch.de/rezepte/50961017994002/Schwaebische-
Maultaschen.html

Mein Lieblingsvorurteil: ‚Deutsche (Un)Pünktlichkeit‘

„Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Deutschen Pünktlichkeit“. Dieses Sprichwort, bringt
ein bekanntes Vorurteil über die Deutschen auf den Punkt.
Dass die Wirklichkeit jedoch meist anders aussieht, zeigt das Beispiel der Deutschen
Bahn: Nur etwa 76 Prozent der Fernzüge in der Bundesrepublik sind pünktlich. Und
‚pünktlich‘ bedeutet hier bis zu fünf Minuten Verspätung. ‚Deutsche Pünktlichkeit‘ heißt
also nicht, dass in Deutschland alles und jeder rechtzeitig sein Ziel erreicht. Sondern
dass Pünktlichkeit für viele wichtig ist. Wenn auch manchmal auf eine etwas irrationale
Art und Weise. Verspätet sich ein Zug, regt man sich auf. Ganz egal, ob man selbst
gerne einmal zu spät kommt.

Allerdings ist es ab und zu auch in Deutschland in Ordnung, dass man es mit der Zeit
nicht so genau nimmt. Zum Beispiel wenn man abends auf eine Party geht. Und
grundsätzlich ist ‚Pünktlichkeit‘ nicht nur von der jeweiligen Situation abhängig,
sondern auch von der individuellen Einstellung. Eine ‚Deutsche Pünktlichkeit‘, so wie
sie im Sprichwort beschrieben wird, gibt es meiner Meinung also nicht. Und falls doch,
so zeigt das Beispiel der Deutschen Bahn, gehören fünf Minuten Verspätung auf jeden
Fall dazu.

Worterklärungen

-s Vorurteil, -e: eine, meistens negative Meinung über Personen oder Dinge, von
denen man nicht viel weiß

-s Sprichwort, Sprichwörter: Eine Redewendung, eine bekannte und verbreitete


Formulierung
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

-r Fernzug, Fernzüge: Zug, der eine weite Strecke zwischen verschiedenen Städten
fährt

rechtzeitig: pünktlich, zum vereinbarten Zeitpunkt

ab und zu: manchmal

Fragen

• Wie viel Prozent der Züge der Deutschen Bahn sind nicht pünktlich?
• Bis wie viel Minuten Verspätung sind Züge in Deutschland offiziell noch
pünktlich?
• Wann darf man auch in Deutschland mal unpünktlich sein?

Aufgabe: Erzähle mir von deinem Lieblingsvorurteil! Nimm den Text mit dem Handy
auf.

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bahn-verfehlt-puenktlichkeitsziele-
erneut-2019-war-jeder-vierte-fernzug-verspaetet/25424644.html

Mein Lieblingswort: Die Freuden meiner Schadenfreude

Was gibt es Schöneres als ein lachendes Gesicht? Denn wann immer wir lachen, sind
wir fröhlich und teilen diese Fröhlichkeit. Allerdings können wir nicht nur mit anderen
zusammen lachen, sondern auch über sie. Zum Beispiel, wenn jemandem ein
Missgeschick passiert. Und genau für diese besondere Emotion gibt es in der
deutschen Sprache einen eigenen Begriff: Die „Schadenfreude“.
Dass nun ausgerechnet „Schadenfreude“ mein deutsches Lieblingswort ist, hat einen
ganz einfachen Grund: Ich lache gerne. Und das sowohl mit als auch über andere. Als
zum Beispiel mein Mitbewohner sich neulich den Kopf an unserem Küchenschrank
angestoßen hatte, brach es laut aus mir heraus. Sein verdutztes Gesicht sah einfach
zu komisch aus.
Danach habe ihn natürlich sofort gefragt, ob er sich weh getan hat. Schließlich heißt
„Schadenfreude“ nicht, dass man dem anderen etwas Böses wünscht. Sondern
schlichtweg, dass man zuerst das Witzige an einer Situation erkennt. Am Schönsten
ist „Schadenfreude“ daher auch, wenn man am Ende gemeinsam über das
Missgeschick lachen kann.
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

Worterklärungen:

-e Schadenfreude: sich freuen, wenn einer anderen Person etwas Schlechtes passiert

-s Missgeschick, -e: ein peinliches oder ärgerliches Ereignis, an dem man selbst schuld
ist

laut aus einem herausbrechen: hier: laut lachen

verdutzt: überrascht

schlichtweg: einfach, nur

Fragen:

• Was bedeutet das Wort „Schadenfreude“? Warst du selbst schon einmal


„schadenfroh“?
• Welche anderen besonderen Wörter in der deutschen Sprache kennst du?
Erkläre sie.

Aufgabe: Erzähle mir von deinem deutschen Lieblingswort! Nimm deinen Text mit
dem Handy auf.

Weiterführende Informationen:

https://www.deutsch-perfekt.com/deutsch-lesen/diese-zehn-woerter-gibt-es-nur-im-
deutschen
https://www.zeitjung.de/20-einzigartig-deutsche-woerter-um-die-uns-die-ganze-welt-
beneidet/

Mein Lieblingsfeiertag: „Wir sind das Volk“

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“. Mit diesen Worten
beginnt die deutsche Nationalhymne. Was heute als selbstverständlich gilt, war
allerdings nicht immer so: 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, wird Deutschland von
den Siegermächten erst in vier Besatzungszonen und dann in zwei eigenständige
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

Staaten unterteilt: Im Westen entsteht die Bundesrepublik Deutschland (BRD), im


Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR).
Da es der DDR jedoch bald wirtschaftlich schlecht geht, zieht es viele Menschen nach
Westdeutschland. Um die eigene Bevölkerung nicht zu verlieren, entschiedet sich die
DDR-Führung 1961 daher, die Grenze in den Westen zu schließen. Eine Mauer wird
gebaut. Doch mit der Unzufriedenheit über die wirtschaftlichen und politischen
Zustände in Ostdeutschland wächst auch der Protest: Im Herbst 1989 gehen allein in
Berlin über 500.000 DDR-Bürger auf die Straße. Als dann, am 9. November, aus
Versehen die „sofortige“ Öffnung der Grenze verkündet wird, strömen die Menschen
zur „Berliner Mauer“ und reisen sie ein. Rund ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, tritt
die Deutsche Demokratische Republik schließlich offiziell der Bundesrepublik
Deutschland bei. Und seitdem ist der 3. Oktober, der Tag der Wiedervereinigung, in
ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag.

Worterklärungen:

-e Siegermacht, Siegermächte: Nation, die einen Krieg gewonnen hat.

-e Besatzungszone, -n: Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten die Siegermächte


Deutschland in vier Besatzungszonen: die amerikanische, britische, französische und
sowjetische Zone

eigenständig: unabhängig

-r Zustand, Zustände: die Situation, Lage

aus Versehen: ohne Absicht, ohne es zu wollen

strömen: hier: laufen

-e Wiedervereinigung: die Vereinigung von BRD und DDR am 3. Oktober 1990 zu


einem gemeinsamen Staat

Fragen:

• In wie viele Zonen wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg unterteilt?
• In welchem Jahr wurde die Berliner Mauer gebaut? Und warum?
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen

• An welchem Datum wird in Deutschland die Wiedervereinigung gefeiert?


Warum an diesem Tag?

Aufgabe: Erzähle mir von deinem liebsten Feiertag! Nimm deinen Text mit dem Handy
auf!
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen
Podcast Mein Blick Deutschland - Landeskunde | Sonja Heyen
Wer war Anne Frank? | Anne Frank Zentrum

Wer war Anne Frank?


Sprachniveau B1/B2

Anne Frank, 1942 © Fotosammlung des Anne Frank Hauses Amsterdam


(Ausschnitt)

Menschen in aller Welt kennen das Bild und den Namen von Anne Frank. Sie
ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust. Nach ihrem Tod wurde ihr
Tagebuch weltberühmt.

Deutschland

Annelies Marie Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Sie
lebte dort gemeinsam mit ihrem Vater Otto, ihrer Mutter Edith und ihrer älteren
Schwester Margot. Von ihrer Familie wurde sie „Anne“ genannt. 1933 kommt in
Deutschland eine antisemitische Partei an die Macht. Ihre Mitglieder werden Nazis
genannt. Otto und Edith fühlen sich bedroht und entscheiden sich dazu, Deutschland
zu verlassen. Anne ist vier Jahre alt, als sie mit ihrer Familie zu einem neuen Leben
in den Niederlanden aufbricht.

Niederlande

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Wer war Anne Frank? | Anne Frank Zentrum

Die Familie Frank findet in Amsterdam eine Wohnung für die Familie. Anne und
Margot gehen dort zur Schule. Beide lernen schnell Niederländisch. Ihr Vater Otto
arbeitet sehr viel in seiner neuen Firma. Er leitet die Niederlassung des deutschen
Marmeladenherstellers Opekta. Die Familie Frank will weiter nach England oder in
die USA auswandern. Da die Nazis den deutschen Juden ihre Staatsbürgerschaft
entziehen, gelingt ihnen das nicht. Am 1. September 1939 überfallen deutsche
Soldaten Polen. Der Zweite Weltkrieg beginnt.

Am 10. Mai 1940 wird die größte Angst von Annes Eltern wahr: Die deutschen
Soldaten erobern die Niederlande. Auch hier erlassen die Nazis antijüdische
Gesetze. Im Januar 1941 müssen alle Jüdinnen und Juden den Nazis ihre Adresse
geben. Die Nazis verbieten, dass jüdische Kinder eine öffentliche Schule besuchen.
Nach den Sommerferien müssen auch Anne und Margot ihre Schulen verlassen. Zu
Annes 13. Geburtstag, am 12. Juni 1942, bekommt sie ein Tagebuch geschenkt.
Kurz danach bekommt Margot einen Brief von den Nazis. Sie muss sich zur
Zwangsarbeit in Deutschland melden. Ihre Eltern fürchten um Margots Leben. Sie
haben einen Plan, um Margot und ihre ganze Familie zu retten.

Versteck im Hinterhaus

Am 6. Juli 1942 bezieht die Familie Frank ihr Versteck. Annes Eltern haben es im
Hinterhaus von Ottos Firma Opekta eingerichtet. Seine engsten Angestellten sind
bereit der Familie zu helfen. Auch die Familie van Pels kommt im Hinterhaus unter.
Im November nehmen die Familien noch einen Verfolgten auf: Fritz Pfeffer. Mehr als
zwei Jahre leben die acht Menschen auf engstem Raum zusammen. Sie sind
schlecht versorgt und haben ständig Angst, von den Nazis entdeckt und deportiert zu
werden.

Deportation und Konzentrationslager

Am 4. August 1944 werden die acht Menschen im Hinterhaus entdeckt.


Möglicherweise wurden sie verraten. Bewaffnete Nazis betreten das Versteck. Sie
verhaften und deportieren die acht Verfolgten und zwei ihrer Helfer. Eine der
Helferinnen, Miep Gies, die verschont bleibt, findet Annes Tagebuch und bewahrt es
auf. Am 3. September 1944 werden die Verhafteten in Viehwagons gesperrt. Die
Zugfahrt dauert drei Tage und drei Nächte, bis der Zug nachts im
Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau hält. Dort trennen die Nazis die Deportierten

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Wer war Anne Frank? | Anne Frank Zentrum

nach Frauen und Männern. Anne und Margot bleiben zunächst bei ihrer Mutter Edith.
Ende Oktober werden die Schwestern erneut deportiert. Sie werden in das
Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht. Auch hier leiden sie unter den
schrecklichen Bedingungen. Im Winter erkranken sie an Typhus. Anne stirbt kurz
nach Margot im Februar 1945.

Das Tagebuch

Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee Auschwitz. Annes Vater Otto ist noch am
Leben. Er ist der Einzige der acht Versteckten, der den Holocaust überlebt. Otto weiß
nichts vom Schicksal seiner Familie. Es dauert mehrere Monate, bis er in die
Niederlande zurückkehrt. Dort setzt er alles daran seine Töchter zu finden. Im Juli
erfährt er, dass Anne und Margot nicht überlebt haben. Miep Gies übergibt ihm
Annes Tagebuch. Darin liest Otto, dass Anne ihre Aufzeichnungen veröffentlichen
wollte. Er erfüllt ihr ihren Wunsch. 1947 erscheint Annes Tagebuch unter dem Titel
„Het Achterhuis“ (Das Hinterhaus).

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg: wichtige Begriffe

Antisemitismus: ein anderes Wort für judenfeindlich. Es heißt: Jemand hasst Juden.
Antisemitismus kann sich in Worten oder Taten äußern: als Ausgrenzung, als Beleidigung,
Drohung oder auch als Angriff gegen Menschen und Einrichtungen, die als jüdisch
wahrgenommen werden. Antisemitismus kann sich auch gegen Israel als jüdischen Staat
richten. Antisemitismus kann von Einzelpersonen, Gruppen oder Strukturen ausgehen.

Nazi: Nazis waren Angehörige der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“


(NSDAP) von Adolf Hitler. Die Partei wurde 1919 gegründet. Von 1933 bis 1945 waren die
Nazis in Deutschland an der Macht. Die Nazis behaupteten: Sie sind wertvoller als andere
Menschen und werden von ihnen bedroht. Mit dieser Überzeugung verfolgten,
misshandelten und ermordeten sie Menschen, die sie zu Feinden erklärt hatten.

Zweiter Weltkrieg: Zweiter Weltkrieg nennt man den Krieg, den Deutschland und seine
verbündeten Staaten zwischen 1939 und 1945 auf der ganzen Welt führten. Der Krieg
begann mit dem deutschen Überfall auf Polen. Die Nazis führten dabei einen
Vernichtungskrieg. Das heißt: Die Nazis wollten einen Teil der Menschheit vollständig töten.

Jude: Jüdisch heißt, Teil des Judentums zu sein. Das Judentum ist eine Religion mit
verschiedenen Traditionen, Philosophien und Kulturen. Jüdinnen und Juden leben ihren
Glauben unterschiedlich. Die Nazis verwenden das Wort „Jude“ als Beschimpfung. Sie
bezeichnen damit Menschen, die sie verfolgen. Dabei spielt es für die Nazis keine Rolle, ob
die Verfolgten sich selbst als jüdisch verstehen.

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Wer war Anne Frank? | Anne Frank Zentrum

antijüdische Gesetze: Antijüdische Gesetze sind Gesetze mit dem Ziel, Menschen als Juden
zu benachteiligen, zu entrechten und zu verfolgen.

Zwangsarbeit: Zwangsarbeit war wichtig für den Krieg der Nazis: Über 12 Millionen
Erwachsene und Kinder mussten in Deutschland und den besetzten Ländern hart für sie
arbeiten. Sie bekamen nicht genug zu essen und sehr wenig oder gar keinen Lohn. Viele
erkrankten durch die Arbeit oder starben.

Deportation: Deportation bedeutet, dass Menschen gegen ihren Willen von einem an einen
anderen Ort gebracht werden. Die Nazis deportierten Menschen, die sie verfolgten. Sie
brachten sie an unterschiedliche Orte, beispielsweise in Konzentrations- und
Vernichtungslager.

Konzentrationslager: Die Abkürzung für Konzentrationslager ist „KZ“. Ab 1933 bauten die
Nazis sogenannte Konzentrationslager. Dort sperrten sie die Menschen ein, die sie
verfolgten. Die Gefangenen mussten schwer arbeiten und waren schlecht versorgt. Die
Nazis misshandelten und ermordeten viele der Gefangenen. Ab 1941 errichteten die Nazis
Lager, in denen sie die Gefangenen sofort nach ihrer Ankunft ermordeten. Diese nennt man
Vernichtungslager.

Auschwitz-Birkenau: Auschwitz war das größte deutsche Konzentrations- und


Vernichtungslager. Es bestand seit 1940 im besetzten Polen. Ein Teil des Lagers heißt
„Birkenau“. Dort wurden die meisten Menschen sofort nach der Ankunft in Gaskammern
getötet. Die Nazis ermordeten in Auschwitz mehr als 1,1 Millionen Menschen, die meisten
davon in Gaskammern.

Bergen-Belsen: Bergen-Belsen war ein Konzentrationslager zwischen Hamburg und


Hannover. Es bestand ab April 1943. Seit Ende 1944 war Bergen-Belsen das Ziel von
Deportationen aus anderen KZs. Die Nazis ermordeten hier insgesamt mehr als 52.000
Menschen. Viele Gefangene starben an Krankheiten, Hunger oder wurden vom
Lagerpersonal getötet.

Rote Armee: Die Rote Armee war der Name für die Soldaten und Soldatinnen der
Sowjetunion. Die Sowjetunion war Teil der Alliierten und maßgeblich für den militärischen
Sieg über die Nazis verantwortlich. Die Rote Armee erlitt auch die größten Verluste im
Zweiten Weltkrieg: Von etwa 34 Millionen Soldaten und Soldatinnen starben mehr als 8,5
Millionen. Weitere 3 Millionen Soldaten und Soldatinnen wurden von den Nazis in deutscher
Kriegsgefangenschaft ermordet.

Holocaust: Holocaust ist ein Wort für die Ermordung von Millionen von Menschen durch die
Nazis. Zum Beispiel: Menschen, die die Nazis als Juden oder Sinti und Roma verfolgt haben.
Das Wort Holocaust kommt aus dem Griechischen. Es heißt wörtlich „vollständig verbrannt“.

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Wer war Anne Frank? | Anne Frank Zentrum

Worterklärungen:

an die Macht kommen: die Regierungsgewalt übernehmen

der Marmeladenersteller: Unternehmen, das Marmelade produziert

auswandern: in ein anderes Land gehen, um dort zu leben

überfallen: jemanden/etwas plötzlich angreifen

der Soldat, die Soldatin: Person, die zur Streitkraft/Armee eines Landes gehört;
Kämpfer

das Hinterhaus: hinterer Teil eines größeren Hauses, das an einer Straße liegt

der Verfolgte, die Verfolgte: eine Person, die verfolgt/bedrängt wird; eine Person, der
man ihre Freiheiten wegnehmen und schaden möchte

Typhus: Typhus ist eine ansteckende Krankheit. Typhus führt zu starken


Kopfschmerzen, Ausschlag, Verstopfung und hohem Fieber. Unter den Bedingungen
im Konzentrationslager verbreitete sich die Krankheit schnell und war für sehr viele
Gefangene tödlich.

überleben: nicht sterben; etwas Schweres oder Gefährliches lebend überstehen

übergeben: überreichen; einer anderen Person geben

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Lasse aus Berlin, 15 Jahre, 10. Klasse

© privat

Lasse1.wav
Ist es für dich noch wichtig, ob jemand aus dem Osten oder aus dem Westen
kommt?
Also, bei uns zwischen Kindern spielt das wenig Rolle, wo die Eltern herkommen,
beziehungsweise, wie das war. Aber man merkt es immer noch, wie Leute dann doch
nochmal zurückschweifen: Also, früher haben wir ja das gemacht und früher bei uns war
das ja so und so. Na ja, und die Leute aus dem Westen sagen: Ach, wir kennen das schon
immer so. Und dass es immer noch so ein Unterschied ist.

Lasse2.wav
Was denkst du über die Wiedervereinigung?
Ich glaube, dass es der einzig richtige Weg war damals und dass man zwar vieles hätte
besser machen können, aber auch sehr, sehr viel richtig gemacht hat, so dass wir heute in
Deutschland so leben können, wie wir leben.
Lasse3.wav
Was ist das für eine Brücke auf dem Foto?
Das ist der wohl bewegendste Ort, 1989, ein Jahr vor der aktiven Wiedervereinigung. Das
ist der Ort, wo die Demonstranten vorstanden, demonstriert haben, wo dann irgendwann
die Mauer geöffnet wurde und dort sind sie dann alle rüber geströmt. Null Uhr 15 wurde
damals die Brücke geöffnet, und die Leute beschrieben es als Wahnsinn, der da ablief.

Ronja aus Berlin, 14 Jahre, 9. Klasse

© privat

Ronja1.wav
Welche Rolle spielt das Thema Wiedervereinigung in eurer Familie?
Also, in unserem alltäglichen Leben spielt es keine große Rolle mehr, bei meinen
Großeltern schon eher, die erzählen mehr noch Geschichten darüber, als meine Eltern das
tun.

Ronja2.wav
Warum magst du den Mauerstreifen?
Da gibt es diese Stäbe und man kann da so durchgehen. Und ich kann mich noch
erinnern, als ich noch kleiner war. Immer wenn wir da so waren, haben wir halt so gespielt
und sind immer auf die andere Seite und wieder auf die andere Seite gegangen. Das
mach ich immer noch, also, wenn ich da bin, von der einen zur anderen Seite zu gehen,
einfach weil, weil die Stäbe das gut veranschaulichen.

Ronja3.wav
Was denkst du dann, wenn du auf dem Mauerstreifen spazieren gehst?
Das ist schon krass, wenn man sich vorstellt, man könnte einfach auf die andere Seite
gehen und früher ging es eben nicht so einfach. Aber einfach auch, dass da diese Grenze
war und dass ich weiß, dass früher meine Eltern das eben noch nicht konnten, also da
einfach rüberzugehen und das fand ich immer irgendwie spannend zu sehen.

Olivia aus Zwickau, 16 Jahre, 10. Klasse

Olivia1.wav
Das geteilte Deutschland und die Wiedervereinigung sind immer noch ein wichtiges
Thema in deiner Familie. Wie findest du das?
Ich find's in Ordnung. Es ist ein Teil von unserem Leben, von unserer Geschichte. Und ich
finde, man muss aus Geschichte lernen, um für die Zukunft gewappnet zu sein,
sozusagen.

Olivia2.wav
Deine Eltern sagen, dass in der DDR ein paar Dinge besser waren. Welche?
Bei uns in der Familie, wenn es ums Thema Berufe geht, kommt dann: Ja, früher war es
bei uns in der DDR einfacher, einen ordentlichen Beruf zu erlernen. Und generell
Schulbildung war einfacher als im Westen. Und das fanden meine Eltern natürlich auch
sehr gut. Nur die Bezahlung war dann halt im Westen besser.

Olivia3.wav
Was denkst du, wenn du die Geschichten von früher hörst?
Ich könnte mir das nicht vorstellen, so viel Freiheit weggenommen zu bekommen wie wir
jetzt haben, die es früher halt nicht gab. Aber ich find's wichtig, es zu wissen und auch
davon zu hören, wie meine Eltern früher gelebt haben. Ich vergleiche das dann auch ...
also ... im Kopf vergleicht man das ja dann, wo ich sag, ja, das war besser, das hätte ich
vielleicht auch gern so gehabt wie früher. Aber im Grunde bin ich sehr froh, dass es jetzt
so ist, wie es ist, und dass die Wiedervereinigung stattgefunden hat.
Moritz, 17 Jahre, Chemnitz, 12. Klasse Gymnasium

© privat

Moritz1_Breakdance
Deine Eltern sind in der DDR aufgewachsen. Erzählen sie dir etwas darüber?
Bei meinem Papa war es sehr interessant, denn in seiner Jugend kam damals aus den
USA Hip Hop und auch Breakdance nach Deutschland und damit auch in die DDR. Und er
hat mit Schulfreunden eine Tanzgruppe gegründet, die sie dann Planet Dance Crew
genannt haben. Und die Jungs sind dann richtig berühmt geworden, sind durch die ganze
DDR gereist und überall, vor allem in Chemnitz, aufgetreten. Und einer von ihnen ist auch
in der Musikszene geblieben und heute als Rapper Trettmann ganz bekannt und
erfolgreich.

Moritz2_Großeltern
Erzählen deine Großeltern auch Geschichten aus dieser Zeit?
Ansonsten erzählen meine Großeltern immer von den Reisen im Trabi mit vollem
Kofferraum und dass man in der DDR vorgeschriebene Reiseziele hatte. Ungarn war da
zum Beispiel ein ganz beliebtes. Sie berichten aber gern von ihren Urlauben. Sie hatten
zwar keine große Auswahl, aber die Reisen, die sie gemacht haben und machen konnten,
waren immer sehr schön.

Audio: Moritz3_Wiedervereinigung
Ist Deutschland wirklich wiedervereinigt oder gibt es deiner Meinung nach noch
große Unterschiede?
Ich bin beeindruckt, dass Deutschland heute trotz seiner Geschichte ein so bedeutendes
Land in der Welt ist. Trotzdem denke ich, es ist noch nicht vorbei. Auch wenn es nicht
mehr so offensichtlich spürbar ist, gibt es immer noch Ost und West. Zum Beispiel bei
Klischees oder wirtschaftlichen Themen. Deshalb denke ich, die Trennung von
Deutschland ist bis heute ein prägendes Thema.

Hannah Bauch, 19 Jahre, Schleiz, möchte ein Studium der Medizin beginnen

© privat

Audio: Hannah1_Möglichkeiten
Was sagen deine Eltern zu der Zeit von damals?
Es war ein anderes Leben. Es war manchmal ein bisschen eingeschränkter in den
Möglichkeiten, zum Beispiel mit Reisen. Wenn man sich anschaut, wo ich schon überall in
der Welt war. Ich war zweimal in Guatemala, in Südafrika, in Frankreich und vielen
anderen europäischen Ländern unterwegs und das mit 19. Das konnten sie nicht. Sie
waren überwiegend in Ostdeutschland und in anderen sozialistischen Ländern. Sie sagen,
dass ich wirklich heutzutage viele Möglichkeiten habe und dass ich das schätzen soll.
Audio: Hannah2_Kopfsteinplaster

Erzählen sie dir auch konkrete Geschichten oder waren sie damals vielleicht noch
zu jung?

Wenn man etwas brauchte, hat man andere gefragt und ihnen dafür etwas gegeben. Wir
haben zum Beispiel einen Hof aus Kopfsteinpflaster. Das haben sie sich auch schrittweise
zusammen besorgt. Heute geht man dafür in den Baumarkt und bestellt sich einfach die
Menge, die man benötigt.

Audio: Hannah3_Lohngefälle
Hast du das Gefühl, dass die Wiedervereinigung abgeschlossen ist?
Auf keinen Fall. Das sieht man auch noch nach 30 Jahren am West-Ost-Lohngefälle.

Fabian, 14 Jahre, Saßnitz, 9. Klasse Gymnasium

© privat

Audio: Fabian1_Bedeutung
30 Jahre liegen für einen Jugendlichen ganz schon weit zurück. Was bedeutet die
Wiedervereinigung für dich persönlich?
Also ich würde schon sagen, dass sie mir etwas bedeutet. Ich glaube auch nicht, dass es
so toll wäre, hätten wir jetzt noch zwei getrennte Staaten. Aber ich glaube nicht, dass sie
für mich so wichtig ist, wie für die ganzen älteren Leute.

Audio: Fabian2_Geschichtsinteresse
Habt ihr im Geschichtsunterricht schon etwas über die Wiedervereinigung gelernt?
Das Thema interessiert mich, eigentlich interessiert mich alles mit Geschichte. Also ich
frag sehr viel, aber ich geh jetzt nicht in die Bibliothek und hol mir Bücher oder guck im
Internet nach.

Audio: Fabian3_Vorurteile
Glaubst du, dass es noch Vorurteile gibt?
Audio: Also ich glaube, einige ältere Leute haben Vorurteile, sowohl einige Leute aus dem
Westen und einige alte Leute aus dem Osten. Bei den jungen Leuten oder auch so
insgesamt bei den Erwachsenen unter 50 oder unter 60, glaube ich nicht, dass es da noch
Vorurteile gibt, höchstens Unzufriedenheiten.

Fabian4_Unzufriedenheiten
Kannst du das verstehen?
Ich kann es nachvollziehen, ja. Aber ich finde nicht oder ich fühle mich nicht als Bürger
zweiter Klasse, so wie es einige alte Leute aus dem Osten sagen, dass sie sich fühlen.

Audio: Fabian5_Vereinigung
Hast du das Gefühl, dass die Wiedervereinigung schon abgeschlossen ist?
Ich schätze, wir sind wiedervereinigt. Ich bin der Meinung, das einzige was jetzt noch
gemacht werden muss, ist der Ausgleich. Also dass wirklich in allen Bundesländern die
gleichen Verhältnisse herrschen.

Mila, 18 Jahre, Chemnitz, 12. Klasse Gymnasium

Audio: Mila1_Bedeutung
Hat die Wiedervereinigung für dich persönlich eine Bedeutung?
Naja, für mich persönlich jetzt nicht, aber für meine Eltern, denn die kommen aus der DDR
und die haben das alles miterlebt und erzählen manchmal davon. Wie es in der DDR war
und manchmal haben sie erzählt, wie das mit dem Mauerfall war. Wo dann meine Mum
war, wo die das erfahren hat. Und so kleine Sachen halt.

Audio: Mila2_Freundeskreis
Sprichst du mit deinen Freunden über die Wiedervereinigung?
Nicht wirklich. Wir reden nur über das Thema im Unterricht, in der Schule. Also so
ansonsten im Privaten eigentlich so gut wie gar nicht.

Audio: Mila3_Thema
Beschäftigt dich die Wiedervereinigung mehr als andere geschichtliche Themen?
Ich finde das schon interessant, weil ich auch wirklich meine Eltern dann fragen kann und
die erzählen mir halt davon. Das finde ich so super interessant, dass es gar nicht so lange
her ist und so. Ich denk da schon manchmal drüber nach.