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Darf Humor diskriminierend sein?

Das Internet ist eine der am häufigsten genutzten und innovativsten Ergänzungen im Leben der
Menschen in dieser modernen Welt. Mit der Einführung der sozialen Medien hat das Internet das
Sozialisieren auf ein völlig neues Niveau gebracht. Es wurde zu einem Medium, das heute sowohl von
Privatpersonen zur Kommunikation genutzt wird, als auch von Regierungen untereinander.
Mittlerweile wird es teilweise auch genutzt von Regierungen, um mit der Bevölkerung des jeweiligen
Landes zu kommunizieren.

Mit allen Arten von Informationen in den sozialen Medien ist Humor einer der größten
benutzergenerierten und geteilten Inhalte. Das Internet brachte den Ausdruck von Humor in Form
von Satire, Sarkasmus und Witz mit Social-Media-Posts auf den Fingerspitzen und Memes überall und
brachte den dunklen Sinn für Humor zum Vorschein, der auch in Menschen verborgen ist. Ärger
wegen Humor zu bekommen ist nicht neu, aber mit der großen Reichweite des Internets sind Leute,
die aus einer Ecke des Landes posten und jemand, der sofort aus einer anderen Ecke des Landes
beleidigt wird, üblich geworden. Dies eröffnet Raum für Debatten über Fragen wie "Wie kann jemand
wegen eines Witzes verhaftet werden?", "Wie kann ein Witz kriminell sein?" und „Ist die
Einschränkung von Humor eine Verletzung der Redefreiheit?".

Dadurch, dass viele Menschen ihre Social Media Accounts zu einem Teil ihrer Persönlichkeit gemacht
haben, wird häufig vergessen, dass die dort geteilten Posts jederzeit öffentlich einsehbar sind. Das
bedeutet, dass sonst im Privaten geteilte Witze, durch die öffentliche Darstellung falsch interpretiert
oder auch in einem falschen Kontext dargestellt werden können. Es gab immer wieder Zeiten in
denen bestimmte Arten von Humor nicht gestattet waren. Sei es nun aufgrund von gesellschaftlichen
Konventionen oder auch der damaligen Gesetzeslage.

Gerade sexistische und rassistische Witze und Kommentare sind online immer häufiger zu lesen.
Durch das ständige Teilen dieser Inhalte, ist man auch dauernd mit diesen konfrontiert. Auf diese Art
werden wir im Bezug auf diese Witze desensibilisiert. Dabei muss jedoch klar zwischen Humor und
Drohungen oder auch Hassreden unterschieden werden. So sollte es kein Problem sein einen
sexistischen Witz zu teilen, solange jedem klar ist, dass dies als Witz gemeint ist. Wenn im „echten
Leben“ nicht nach diesen Witzen gehandelt wird, sollte es nicht verboten sein über bestimmte
Klischees oder ähnliches zu scherzen.

Natürlich können diese „Memes“ und Inhalte die Menschen, die sie lesen und auch teilen
beeinflussen. Bleibt dabei jedoch immer klar, dass es sich lediglich um Scherze handelt, so wird kein
realer Schaden verursacht. Gerade bei den sexistischen Witzen bleibt die Frage, ob es nicht ein wenig
heuchlerisch ist auf „sexistische“ Witze nur dann zu reagieren, wenn sie sich gegen Frauen richten.
Dieselbe Frage stellt sich bei diskriminierenden oder auch möglicherweise rassistischen Witzen.

Bei diesem Thema ist auch zu beachten, dass es schwer ist von außen zu erkennen, ob die Witze
tatsächlich einen Schaden verursachen. So ist es in vielen Freundesgruppen durchaus normal, dass
man sich gegenseitig beleidigt. Dabei können von Zeit zu Zeit auch diskriminierende Aussagen fallen.
Dies stellt jedoch kein Problem dar, da allen Beteiligten bewusst ist, dass diese Aussagen wirklich nur
als Scherz und keineswegs böse oder verletzend gemeint sind.

Humor sollte auf keinen Fall durch Moral und Anstand eingeschränkt werden. Häufig wird Humor
nicht nur zur Erheiterung, sondern auch zum Aufzeigen von bestimmten sozialen Missständen
genutzt. Wird nun vorgeschrieben, welche Themen teil eines Witzes sein dürfen, so geht dieser
Aspekt des Humors verloren. Dabei ist es sehr wichtig, dass diese Dinge in einer lockeren Situation
angesprochen werden. Würde man immer nur ernst darüber reden, so würde sich vielleicht bei
Gesetzen etwas ändern, jedoch nicht im Denken der Menschen.
Durch Humor kann nämlich die Absurdität bestimmter sozialer Konventionen aufgedeckt werden. So
beispielsweise Witze darüber, dass Frauen in die Küche gehören würden. Diese, teilweise leider noch
normale, Meinung einiger Menschen, wird dadurch so überspitzt dargestellt, dass sofort zu erkennen
ist, wie überholt die Meinung doch ist. Hierbei unterscheidet sich Humor klar von wirklich
problematischen Posts, die sich nicht über Gewalt oder ähnliches lustig machen, sondern zu
strafrechtlich relevanten Taten aufrufen.

Wenn es um Humor geht, müssen wir verstehen, dass nicht alle Formen von Humor unter der
sogenannten Grenze von „Anstand und Moral“ stehen. Es wurde festgestellt, dass sich moderne
Comedy-Genres wie Schwarz oder Dunkel um Themen drehen, die verpönt und zensurwürdig sind.
Indem wir die Komödie dieser Behörden stürzen, ermutigen wir uns zu verstehen, was durch strenge,
düstere Herangehensweisen an menschliches Verhalten maskiert wird. Das Problem ist die virtuelle
Gewissheit, dass ungezügelte Komödien bestimmte Beleidigungen hervorrufen und früher oder
später empörte Reaktionen von Einzelpersonen und Gruppen hervorrufen werden. Wenn die
Gesetze anfangen, Humor zu zensieren, wird dies dazu führen, dass etwas verboten wird, das
eigentlich kluge Kritik ist, nur weil es nicht dem Standard von Moral und Anstand entspricht. Eine
solche Zensur würde nicht nur die Redefreiheit verletzen, sondern auch die Haltung der Kritiker
abschrecken.

Soziale Medien sind so in das Leben integriert, dass nicht mehr ausschließlich informelle
Konversation, sondern auch offizielle Formalitäten darüber stattfinden können. Das bedeutet, dass
gerade für offizielle Belange natürlich eine gewisse Regulation existieren muss. Dies dient der
ordentlichen Konversation für offizielle Belange. Ins Private dürften diese Regelungen jedoch nicht
eingreifen. Dies könnte viel zu schnell in eine Einschränkung der Redefreiheit führen. Des Weiteren
ist zu beachten, dass die Regulierung des Humors, die Regulierung der sozialen Medien als Ganzes
bedeutet, da es nicht möglich ist, eine Regulierung lediglich im Bezug auf Humor zu formulieren.
Daher bedeutet jede weitere Überlegung, den Humor zu regulieren, einfach die Regulierung der
sozialen Medien.

Abgesehen von der Unterdrückung der Redefreiheit wirkt sogar die Existenz eines Gesetzes, das
jeden Beitrag in den sozialen Medien regelt, abschreckend. Die Tatsache, dass jemand verhaftet
wurde, weil er Cartoons über einen Politiker geteilt hatte, schickt jedem Einzelnen einen
abschreckenden Gedanken. Im nächsten Schritt würde das dazu führen, dass aus Angst auch nicht
mehr legitime Kritik geäußert wird. Gleiches gilt für einen einfachen Nutzer von Social Media. Da es
unvorhersehbar ist, wie die Öffentlichkeit auf bestimmte Themen, eigentlich sogar unabhängig vom
Thema, auf Posts reagiert, kann ein scheinbar harmloser Post vieles auslösen. Wird beispielsweise
etwas nur falsch verstanden, oder in einem falschen Kontext präsentiert, so kann dies zu psychischen
Problemen bei den Betroffenen führen. Nicht nur das, in extremen Fällen kann es sogar mit der
Zerstörung des Rufes oder auch wirtschaftlichen Verlusten, aber auch mit einer Inhaftierung enden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gesetze zur Regulation der sozialen Medien und des
Internet-Humors, nicht nur die schnellste und durchdringendste Methode zur Verbreitung von Ideen
unterdrücken, sondern auch zu einem Instrument der Unterdrückung und Demotivierung von Kritik
werden. Die Tatsache, dass das Gesetz den Menschen sagt, dass bei solchen und solchen Witzen ihre
Gefühle „verletzt“ werden können, erinnert die Menschen daran, dass es ihr Recht ist, beleidigt zu
werden. Was wichtig ist, ist dass der Sinn für Humor von Person zu Person variiert. Wie zum Beispiel
im Fall des wegen Volksverhetzung verhafteten Karikaturisten. Das Gericht stellte fest, dass die
Karikaturen nicht humorvoll waren, dennoch wird jeder Leser der Karikaturen eine ganz andere
Meinung dazu haben. Daher sollte eine klare Abgrenzung bei der Festlegung von Definitionen von
der Straftaten, zwischen eventuell anstößigen, aber harmlosen Posts und schädlichen Posts, gezogen
werden muss.