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Manzsche Gesetzausgaben · Sonderausgabe Nr.

110

Patentrecht
PatG, PatV-EG, SchZG, GMG, PAG, PAGV und PAV unter
Einbeziehung der Materialien sowie VO Schutzzertifikate für
Arzneimittel, Kinderarzneimittel und Pflanzenschutzmittel

Herausgegeben von
MANZ'sche Verlags- und
Universitätsbuchhandlung
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Wien 2013
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Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung
1 § 150 PatG PatG §§ 151. 151 a 1
bringen könnte. Dem Bekl wird das Recht, das Urteil zu veröffent- Pat Verletzter bei einer auf grober Fahrlässigkeit bzw Vorsatz beru-
lichen, zuzuerkennen sein, wenn ihm dadurch eine Genugtuung für die henden PatVerletzung unabhängig vom Nachweis eines Schadens das
vom Kläger vorgebrachten Behauptungen, die sich als haltlos erwiesen angemessene Entgelt in zweifacher Höhe begehren kann. Kann der in
haben, verschafft wird (EBU 1936). seinem PatRecht Verletzte bei schuldhafter Vorgangsweise des Ver-
2) Die in Betracht kommenden Interessen der siegreichen Partei letzers seinen Schaden nicht belegen bzw die Schadenshöhe nicht kon-
[vgl Anm 1] bilden auch die Richtschnur für die vom Gericht zu kretisieren, so wäre er uU auf die Herausgabe des Gewinns, den der
treffende E, ob nur der Urteilsspruch oder ob auch die Urteilsgründe Verletzer erzielt hat, beschränkt, dessen Bestimmung oftmals nur mit
zu veröffentlichen sind und auf welche Art die Veröffentlichung vor- großem Aufwand möglich ist. Mit dem neuen Abs 3 steht dem Ver-
zunehmen ist (EBU 1936). letzten nunmehr ein leicht zu beziffernder Anspruch zur Verfügung
3) Sog „corrective advertising"; vgl§ 25 Abs 5 UWG; § 85 Abs 2 (RV 2004).
UrhG (RV 1984). 3) Also Ersatz ideellen Schadens (EB 1977).

Ansprüche in Geld Rechnungslegung 1 )


§ 150. (1) Der durch unbefugte Verwendung eines Pa- § 151. Der 'verletzer ist dem Verletzten zur Rechnungs-
tentes Verletzte hat gegen den Verletzer Anspruch auf ein an- legung und dazu verpflichtet, deren Richtigkeit durch einen
gemessenes Entgelt. 1) Sachverständigen prüfen zu lassen. Wenn sich dabei ein höherer
(2) Bei schuldhafter Patentverletzung kann der Verletzte Betrag als aus der Rechnungslegung ergibt, sind die Kosten der
an Stelle des angemessenen Entgeltes (Abs. 1) Prüfung vom Verletzer zu tragen.
a) Schadenersatz einschließlich des ihm entgangenen Ge- 1) § 151 lässt den schon öfter geforderten, nunmehr auch von
winnes oder der Rsp (OGH 8. 2. 1972 ÖBl 1972, 86) bereits zum bisher geltenden
b) die Herausgabe des Gewinnes, den der V erletzer durch Recht zögernd anerkannten Rechnungslegungsanspruch ausdrücklich
die Patentverletzung erzielt hat, zu; eine Verpflichtung des Verletzers, die Prüfung durch einen SV zu
verlangen. dulden, wurde jedoch mangels ges Grundlage verneint (vgl Torggler,
(3) Unabhängig vom Nachweis eines Schadens kann der ÖBl 1972, 81). Diese Gesetzeslücke ist nunmehr geschlossen worden
Verletzte das Doppelte des ihm nach Abs. 1 gebührenden Ent- (EB 1977).
gelts begehren, sofern die Patentverletzung auf grober Fahrläs-
sigkeit oder Vorsatz beruht. 2)
(4) Der Verletzte hat auch Anspruch auf eine angemesse- Auskunft über Herkunft und Vertriebsweg 1 )2)
ne Entschädigung für die in keinem Vermögensschaden beste- § 151 a. (1) Wer in einer der ihm aus einem Patent zu-
henden Nachteile3 ), die er durch die schuldhafte Patentverlet- stehenden Befugnisse verletzt worden ist, kann Auskunft über
zung erlitten hat, soweit dies in den besonderen Umständen des den Ursprung und die Vertriebswege der rechtsverletzenden
Falles begründet ist. Waren und Dienstleistungen3 ) verlangen, sofern dies nicht un-
1) Dieser Anspruch ist ein aus § 1041 ABGB erwachsener Ver- verhältnismäßig im Vergleich zur Schwere der Verletzung wäre
gütungsanspruch für die ungerechtfertigte Verwendung eines Pat. Die und nicht gegen gesetzliche V erschwiegenheitspflichten versto-
Höhe der Vergütung entspricht dem Wert der Nutzung des Pat, also ßen würde; zur Erteilung der Auskunft sind der Verletzer und
idR einer angemessenen Lizenzgebühr (EB 1977). die Personen verpflichtet, die gewerbsmäßig4)
2) Abweichend von der bisherigen Rechtslage wird in Anleh- 1. rechtsverletzende Waren in ihrem Besitz gehabt,
nung an § 87 Abs 3 UrhG und § 53 Abs 3 MSchG eine Regelung 2. rechtsverletzende Dienstleistungen in Anspruch ge-
aufgenommen, wonach ein durch die unbefugte Verwendung des nommen oder
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