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Magnetfeld Sensoren

Berührungslose Messung des Stromes

Magnetfeldsensoren beruhen meist auf dem magneto-resistiven- oder dem Hall-Prinzip. Im Gegensatz
zu optischen Drehgebern, Resolvern und Präzisionspotentiometern enthalten Magnetfeldsensoren
keine beweglichen Komponenten wie Wellen, Kugellager, Codescheiben oder Schleifringe. Ein
Umstand, der es erlaubt, sie vollständig mit Vergussmasse zu vergießen und damit optimal
abzudichten. Dies macht sie tolerant gegenüber Verschmutzungen jeglicher Art. Aber auch starke
Vibrationen, wie sie im täglichen rauen Einsatz des öfteren auftreten, bringen die Magnetfeldsensoren
nicht aus dem Tritt.

So vielfältig wie die Anwendungen in der Praxis, so umfangreich ist auch die Typenvielfalt bei den
Magnetfeldsensoren: Der Zahnradsensor mit im Sensor integrierten Vorspannmagneten, das
berührungslose Potentiometer, das seine Signale mittels eines externen Stabmagneten generiert und
die inkrementellen Drehgeber bzw. Längenmesssensoren, deren Massverkörperung aus einem
Magnetring oder einem Magnetband besteht. Die Auflösung reicht dabei von fast «rudimentär» beim
Zahnradsensor bis hin zu hoch auflösend beim 12-Bit-Singleturn-Drehgeber mit Bus-Anbindung.

Der Halleffektsensor bereitete uns von Anfang an Kopfzerbrechen, da wir noch keine Erfahrung mit
Halleffektsensoren geschweige denn Ferriten hatten. Also befassten wir uns zuerst mit dem Halleffekt,
auf dessen Prinzip der Halleffektsensor, oder auch Hallsonde genannt, basiert.

Der Halleffekt

Ein sehr dünnes Halbleiterplättchen wird in Längsrichtung vom Strom IH durchflossen. Auf der
Oberfläche wirkt ein Magnetfeld mit der Flussdichte B. Infolge der Lorentz- Kraft wird dabei der
Elektronenstrom abgelenkt, so dass sich an den Seiten des Plättchens unterschiedliche
Elektronendichten ausbilden. Zwischen den Außenkanten entsteht auf diese Weise eine Spannung,
die Hallspannung, deren Betrag von Materialeigenschaften des Plättchens, von der Stromstärke IH und
IH ⋅ B
von der Flussdichte B bestimmt wird. Die Hallspannung lässt sich berechnen: UH = KH ⋅
d
KH.........Hallkonstante, Materialkonstante des Plättchens
cm3
K H = 10 2.....103 für Indium-Antimonid
A⋅ s
d............Dicke des Plättchens

Eckdaten der Magnetsensoren im Vergleich

Sensortyp Familie Auflösung Frequenz Ausgangssignal Spezielle


Merkmale

Zahnradsensor MHRM Ab Zahnmodul 15 kHz Push-pull IP 68 / 20 bar


1 / 120°

Berührungslose MDRM/M 10 Bit 20 kHz Analog U und I Absolutes


Poti DFM Signal

Inkrementeller MDFK Abhängig von Polrad & Push-pull, RS 422 Optional mit
DG Nullimpuls
Interpolationsfaktor

Linearsensor MLFK 10 Mikrometer V max. Push-pull, RS 422 Inkrementell


40m/sec.

Anwendung von Magnetfeldsensoren

Im perfekten Zusammenspiel mit Magnetbändern, Stab- oder


Ringmagneten lassen sich mittels Magnetfeldsensoren die vielfältigsten Anwendungen in der
Überwachung und Steuerung von Dreh- und Linearbewegungen erschließen. Sie sind unempfindlich
gegenüber Staub, Feuchtigkeit und Vibrationen (IP 67), sind schnell montiert und unterliegen auch bei
hohen Drehzahlen keinerlei Abnützung. Aufgrund ihrer Toleranz und Robustheit bieten sie sich auch
an für Drehgeber- Applikationen in verschmutzter Umgebung was Anwendungen im Freien mit
einschließt.

Die Hallsonde

Hallsensoren (oder Hallsonden, nach Edwin Hall) nutzen den Hall-Effekt zur Messung von
Magnetfeldern und Strömen.

Wird ein Hallsensor einer gegebenen Bauform in einem Magnetfeld angeordnet und von einem Strom
durchflossen, so liefert er eine Ausgangsspannung die proportional zum Produkt aus magnetischer
Feldstärke und Strom ist. Ist der Strom bekannt, kann man die magnetische Feldstärke messen; ist
das Magnetfeld bekannt, kann man die Stromstärke messen. Sind Stromstärke und Magnetfeldstärke
bekannt, dann kann der Hallsensor auch als Metalldetektor verwendet werden.

Die Feldplatte
Funktionsweise

Die Feldplatte ist ein Widerstand dessen Wert magnetisch steuerbar ist, sie besitzt deshalb im
Gegensatz zum Hallgenerator nur 2 Anschlüsse. Durch Einwirkung eines Magnetfeldes B erhöht sich
der elektrische Widerstand der Platte. Im Ruhezustand (B=0,T=25°C) ist der Widerstand klein
(Grundwiderstand zwischen 10 Ohm und 1k). Bei Einwirkung eines Magnetfeldes wird der Strom
abgelenkt, so werden die Strombahnen länger und der Widerstand erhöht sich (Abb.1) Die größte
Widerstandserhöhung erreicht man, wenn das Magnetfeld B senkrecht auf die Plattenebene einwirkt,
bei jeder Abweichung wird die Änderung kleiner.

Schichtausschnitt mit Strombahn:

Liegt kein magnetisches Feld an, verlaufen die Strombahnen gerade (Fall a). Bei Einfluß eines eines
Magnetfeldes werden die Elektronen abgelenkt (Fall b bzw Fall c). Je größer die magnetische
Felddichte, desto größer ist der Weg. Die Vergrößerung des Weges ist gleich einer Erhöhung des
Widerstandwertes.

Schaltzeichen:

Feldplatten-Kennlinie:
Feldplatten Aufbau-Bauformen:

• Eisentypen (Trägermaterial ist ferromagnet. Werkstoff mit großer Permiabilität (Ferrite)

• Kunststofftypen (Trägermaterial aus Kunststoff oder Keramik)

Auf dem Träger wird Indiumantimonid aufgebracht, welches sich durch eine hohe
Trägerberbeweglichkeit auszeichnet. Durch ein besonderes Fertigungsverfahren baut man in einem
Indiumantimonidkristall in Quer- Richtung zum Plättchen gut leitende Nickelantimonid- Nadeln ein.
Das Halbleitermaterial ist bis etwa 95°C belastbar.

Feldplatten Anwendungen:

Funktionserklärung-Drehzahlmessung

Zur Messung von Drehzahlen eignen sich galvanomagnetische Bauteile besser als induktive, da die
Amplitude des Ausgangssignals von der Drehzahl unabhängig ist. Man verwendet meist ein als
Differentialsonde ausgebildetes Doppelelement, das dem Abstand der abzutastenden Zähne
angepaßt werden kann, um die optimale Amplitude des Ausgangssignals zu erhalten. Mit Hilfe eines
zweiten Fühlers kann sehr einfach die Drehrichtung eines Zahnrades erkannt werden. Dabei wird der
zweite Sensor mechanisch so justiert, daß elektrisch ein um 90° versetztes Signal erzeugt wird. Eine
Auswertlogik kann nun in Abhängigkeit der Impulsfolge von F1 und F2 die Drehrichtung anzeigen.

Funktionserklärung-Kontaktloser Taster

Feldplatten können zur kontaktlosen Signalgabe verwendet werden. Bei Tastenbetätigung ein
Permanentmagnet senkrecht in Richtung Feldplatte bewegt und damit prellfrei ein Kontakt
geschlossen. In der Steuer und Regelungstechnik werden Feldplatten auch als stufenlos verstellbare
Widerstände verwendet.
Grundlagen